Mohnbier?

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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tweezer
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Mohnbier?

#1

Beitrag von tweezer » Freitag 18. November 2016, 11:23

Grüß euch!

Ich hoffe ich bin hier in der richtigen Kategorie, falls nicht bitte moven.

Ich komme aus einer Region in der der Mohnanbau (legal natürlich) stark ausgeprägt ist. Irgendwie dachte ich mir, man könnte doch mal ein Bier mit Mohn brauen. Gedacht hätte ich da an etwas mit primär Pilsener Malz und Cara Extra Hell und dazu dann noch Graumohn. Stellt sich die Frage, macht das überhaupt Sinn? Irgendwie habe ich etwas in der Art noch nicht gefunden, von daher bin ich etwas skeptisch.

Dazu kommt für mich dann noch ob man den Mohn zum Maischen geben sollte oder eher stopfen? Was haltet ihr von der Idee?

Grüße aus Österreich!

Thomas

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Boludo
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Re: Mohnbier?

#2

Beitrag von Boludo » Freitag 18. November 2016, 11:33

Mit Mohnsamen oder mit den Pflanzenteilen?
Die Samen haben sicher viel zu viel Öl.
Bei den Planzenteilen wäre ich wegen dem Morphin vorsichtig. Opiate sind halt so ne Sache.
Theoretisch sollten Alkaloide im sauren Bier löslich sein.
Und geschmacklich macht Mohnkraut vermutlich auch nicht so viel her. Das müsste man aber ausprobieren.

Stefan

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Re: Mohnbier?

#3

Beitrag von Schlinsermändle » Freitag 18. November 2016, 11:47

Zervus Namensvetter,,


denke du nimmst waldviertler Mohn oder? Graumohn nehme ich an.

Ich weiss von einem ehemaligen Braukollegen ( haben uns aus den Augen verloren, war aber ein OÖ ) das er den Versuch gemacht hat mit Mohn zu brauen, ist irgendwie schief gegangen.
Hab auch den Verdacht wie von Stefan schon angedeutet, das es am Öl liegen könnte, die kleinen dingerle sind echt ölhaltig,......

Gruss aus Gsiberg
Thomas
Gruss Thomas :Smile

tweezer
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Re: Mohnbier?

#4

Beitrag von tweezer » Freitag 18. November 2016, 11:51

wenn mit Mohnsamen und genau die Sache mit dem Öl hat mich eben auch etwas ins grübeln gebracht. Auf die Idee selbst bin ich gekommen, als ich mal einen Mohnbrand getrunken hab, da dachte ich man müsste doch irgendwie auch ein Bier draus machen können.

Ja, Waldviertler Graumohn :) War das ein gewerblicher Brauer oder Hobby?

Gruß

Thomas

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Re: Mohnbier?

#5

Beitrag von Schlinsermändle » Freitag 18. November 2016, 11:59

Zervus,

Hobbymässig hat er gebraut aber im größeren Stil ( 140 Liter pro Sud, im Schnitt alle 10 Tage,... )

Beim Brennen kann ich gut nachvollziehen das das mit Mohn geht, aber wie genau,... ( war nie brenner ) :Grübel :Grübel
Gruss Thomas :Smile

nacron
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Re: Mohnbier?

#6

Beitrag von nacron » Freitag 18. November 2016, 12:06

Es gibt wohl ähnlich wie bei Kakao entöltes Mohnmehl. (http://www.paleo-paradies.de/paleo-lebe ... -500g.html)
Ähnliches verwendet man auch wenn man ein Erdnussbutterstout macht.
Ich denke da an ein Imperial Porter oder ein Bockbier mit Mohnmehl vielleicht.
Ziel wäre die nussigen noten zu unterstützen.
In der Verarbeitung bin ich mir ein bisschen unsicher. Ich denke die Aromen sind nicht sehr delikat aber würde es trotzem erst im Whirlpool dazugeben.
Vielleicht in einem großen Molifilamentfilter um das geklumpe nicht unten zu haben.

Cheers
Bene
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Re: Mohnbier?

#7

Beitrag von Schlinsermändle » Freitag 18. November 2016, 12:23

Klingt interessant, .... :Grübel
Gruss Thomas :Smile

koenigsfeld
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Re: Mohnbier?

#8

Beitrag von koenigsfeld » Freitag 18. November 2016, 13:03

Ich liebe sämtliches Back- und Naschwerk aus/von/mit Mohn.
Daher habe das schon mal ausproBIERt, indem ich Mohnsaat fein gemahlen, auf Filterpapier grob entölt und dann in der trockenen Pfanne erhitzt habe. Mit Zucker, Geist und zwei,drei Trockenpflaumen (da kommt halt der halbe Sudete wieder zum Vorschein :redhead ) wurde dann ein kräftiger Auszug gemacht, das Mohnaroma war durchaus gut wahrnehmbar.
Diesen Likör hab ich dann fein dosiert und mit Speise vermischt dem Jungbier (Ceres Roggenbier Hell) zugegeben.
Das Ergebnis: naja, viel hat man nicht geschmeckt.
Ein Schuß Mohnlikörchen in Roggendunkel war auch nicht schlecht, der Brüller wars nicht.

Da bleib ich lieber bei der Mohntorte nach Omas Rezept mit reichlich Trockenpflaume und Orangeat und dazu einen Schneider Aventinus Eisbock, das ergänzt sich hervorragend !


PS:
Man kann natürlich einen süffigen Mohngeist herstellen, indem man hochwertigem Mohn und etwas Limonenschale, Trockenpflaumen und ein paar Gewürzen im Aromakorb eines Alambics über gutem Brand auszieht
Soll im Waldviertel gelegentlich hergestellt werden....



Grüsse Jürgen
Ich braue nur mit Roggen.
Warum ?
Weil ichs kann...und weils mir schmeckt !



Höflichkeit ist oberstes Gebot - denn dadurch offenbart man seine Kinderstube :Greets

cicero85
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Re: Mohnbier?

#9

Beitrag von cicero85 » Sonntag 20. November 2016, 13:00

koenigsfeld hat geschrieben: Da bleib ich lieber bei der Mohntorte nach Omas Rezept mit reichlich Trockenpflaume und Orangeat und dazu einen Schneider Aventinus Eisbock, das ergänzt sich hervorragend !
Das klingt schon mal richtig lecker, würde ich gerne ein mal ausprobieren.
Könntest du mir vielleicht das Rezept zukommen lassen?

Gruß

Kilian

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Re: Mohnbier?

#10

Beitrag von koenigsfeld » Sonntag 20. November 2016, 14:12

cicero85 hat geschrieben:
koenigsfeld hat geschrieben: Da bleib ich lieber bei der Mohntorte nach Omas Rezept mit reichlich Trockenpflaume und Orangeat und dazu einen Schneider Aventinus Eisbock, das ergänzt sich hervorragend !
Das klingt schon mal richtig lecker, würde ich gerne ein mal ausprobieren.
Könntest du mir vielleicht das Rezept zukommen lassen?

Gruß

Kilian
Sehr offTopic aber sehr gerne geb ich das Rezept im.O-Ton meiner Oma weiter:

Zur Herstellung einer köstlichen böhmischen Mohntorte werden verwendet: (1 Deka sind 10g)

25 Deka Blau- oder Graumohn
25 Deka Zucker
25 Deka weiche Butter
12 Deka Sukkade (Zitronat oder Orangeat, was man grad hat)
12 Deka entsteinte Trockenpflaumen
8 Eier, getrennt
15 Deka bittere Schokolade, gerieben (Schokostreusel tuns auch)
Etwas heisses Wasser


Zuerst wird die Butter unter Hinzunahme von einem Esslöffel heißem Wasser sehr cremig geschlagen.

Alsbald werden die 8 Eigelbe und der gesiebte Zucker vermengt und die Masse zu einem schaumigen Goggelmoggel aufgeschlagen. Eine kleine Prise Salz kann angegeben werden. Den Goggelmoggel verrührt man mit der cremigen Butter.
Ist alles sehr sorgfältig verrührt, gibt man den gemahlenen Mohn daran. Das Mahlen nimmt man vorherig mit einer Porkertmühle vor. :Smile
Sodann werden Sukkade und Trockenpflaumen durch den Porkertwolf (schon wieder Porkert :thumbsup ) mit der kleinen Scheibe gedreht, da sich gröbere Stücke unangenehm essen. Das Obst verrührt man mit der Mohnmasse und achtet darauf, dass diese glatt wird.
Die dunkle Schokolade wird nun gerieben und unter die Masse gerührt, welche man nun etwas kühler stellt. Der Mohn muss etwas quellen und gibt der Masse Konsistenz.
In einer großen Schüssel werden die 8 Eiklar mit ein paar Tropfen Wasser und einigen Körnchen Salz solange mit dem Besen geschlagen, als daß man den Schnee mit einem Messer schneiden kann und derselbe in der Schüssel haften bleibt.
Den Schnee zieht man baldigst durch die Mohnmasse, gibt diese in eine mit reichlich Butter und Brösel versehene Springform und bäckt diesen etwa eine dreiviertel Stunde bei mittlerer Hitze.

Anmerkung: 40 bis 50 Minuten bei etwa 160 Grad.

Die Torte lässt man in der Form erkalten, löst selbige aber mit einem sehr scharfen Messer.
Man kann eine bittere Schokoladenglasur aus Kochschokolade und etwas Wasser (30 Deka Schokolade) darangeben, ebenso vorzüglich ist ein Guß aus Staubzucker und Saft (25 Deka Staubzucker und zwei Eßlöffel Saft). Man kann die Torte auch nur mit Staubzucker besieben.

Abweichung:
Festtagstorte
Man durchschneidet die Torte in zwei Scheiben, schlägt etwas Rahm auf, welchen man mit Vanill und Zimt gewürzt hat. Hinzu gibt man etwas aufgelöste Hausenblase (Anmerkung: Heutzutage nimmt man eher Gelatine) und soviel erkaltetes Apfelmus wie der Rahm aufzunehmen vermag. Dieses gibt man auf den mit etwas Marillenmarmelade bestrichenen Tortenboden, gibt den zweiten Boden sodann darauf und überzieht die Torte mit Schokolade.

(Die Torte mit Cremefüllung ist in meiner Familie mütterlicherseits als Saazer Torte bekannt und wird nur am 3. Juni aufgetragen.)

Ist ein geniales Rezept - besonders mit dem Aventinus Eisbock.
Gutes Gelingen !!!


Grüsse Jürgen
Ich braue nur mit Roggen.
Warum ?
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Re: Mohnbier?

#11

Beitrag von nettermann90 » Freitag 2. Februar 2018, 19:35

Ich hole den Thread mal wieder nach oben. Hat jemand mit Mohn mal was gemacht?

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