Rezepthilfe: Weizheit Klon

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Rezepthilfe: Weizheit Klon

#1

Beitrag von TimW » Montag 14. August 2017, 16:15

Hallo zusammen,

ich möchte gerne ein Bier nachbrauen, welches ich vor kurzem im "Zauber von Os" hier in Osnabrück gefunden habe:

Weizheit
Es ist quasi ein Weizen-IPA und hat genau meinen Geschmack getroffen. Der Link gibt eine ganz gute Beschreibung von dem Geschmack wider, wie ich ihn in Erinnerung habe:
Antrunk: fruchtig, rote Beeren, Zitrusfrüchte
Rezenz: abgerundet, angenehm
Nachtrunk: Banane, Tropenfrüchte, Zitrusfrüchte
Mir gefällt besonders, dass der Bananen-Geschmack nicht so im Vordergrund steht. Einige der Zutaten und Parameter sind auf der Seite bereits beschrieben. Ich möchte versuchen, daraus ein Rezept zu erstellen und hoffe, dass ihr mir hier unter die Arme greifen könnt. Ich hangel' mich mal an dem "So werden Sie geholfen"-Post durch:

Stammwürze: 13,5%
Bitterwert: 15 IBU
Alc: 5,4% vol.
Farbe: 8 EBC

Karbonisierung: Hier würde ich 7g/l anstreben (ich meine mich zu erinnern, dass es nicht übermäßig karbonisiert ist)

Die folgenden Rohstoffe versuche ich auf eine Ausschlagmenge von 20 Liter zu berechnen bei einer SHA von 50% (hier bin ich noch nicht so effektiv, liegt vermutlich hauptsächlich an meiner Ungeduld beim Läutern). Berechnung erfolgt mit dem Rechner der Mügelland-Brauerei, wobe ich den Vergärungsgrad nicht kenne und die Vorgabe bei 70% belasse:
Schüttung:
  • Pale Ale Malz (6EBC), 3,5 kg
  • Weizenmalz hell (4 EBC), 2,25 kg]
Maischplan:
"Normaler" Maischplan für Hefe-Weizen wäre z.B. sowas:
  • Einmaischen bei 45°, 17,5 Liter
  • 43°, 5 Minuten (Ferulasäure-Rast)
  • 53°, 20 Minuten
  • 63°, 20 Minuten
  • 73°, 30 Minuten
  • Abmaischen bei 78°
  • Nachguss 10 Liter
Kochplan / Hopfen:
Kochzeit 80 Minuten
  • Hallertau Tradition, 5g, Vorderwürze
  • Hallertau Blanc, 5g, Vorderwürze
  • Sorachi Ace, 25g, Whirlpool (<80°)
  • Sorachi Ace, 25g, Stopfen
Ich habe hier mal versucht, mit dem Hopfenrechner Mügelland-Brauerei die bekannten Hopfensorten irgendwie zusammenzubringen. Die errechneten IBU kommen zumindest bei 17,6 heraus.
Bitterwert: 17.6 IBU
Bittere-Eindruck:mild (IBU/Stw 1.5)
Aroma-Eindruck:stark (8.1 mg/l)
Hefe / Gärung
Die Original-Hefe ist die Wyeast 3068 (Danke @DerDallmann und Blancblue). Alternative Trockenhefe wäre Munich Classic

Vergärt wird natürlich obergärig bei etwa 18°-20° im Keller.

Die Nachgärung und Karbonisierung werde ich, wie bislang, mit Zuckerlösung realisieren. Hier bin ich mir noch nicht sicher, ob ich den höheren Alkoholgehalt einfach in Kauf nehme oder einfach ein paar Liter mehr Nachguss einbringe.

Zur Info: Maischen und Kochen geschieht im 25-Liter Einkochtopf (Klarstein Biggie), Läutern in einem Bottich mit Strain-Buddy.


Ich bin für jegliche Ideen und Input dankbar :).
Zuletzt geändert von TimW am Mittwoch 16. August 2017, 12:02, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#2

Beitrag von DerDallmann » Montag 14. August 2017, 16:28

Moin.

Warum es ein Weizen IPA sein soll, habe ich noch nie verstanden, bei den Werten. Seis drum...
Lecker ist es trotzdem. Die Hefe ist, das habe ich mal dirkt beim Brauer nachgefragt, die 3068.
(Ich fand es damals sehr bananig, ist aber schon etwas her.)
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#3

Beitrag von Blancblue » Montag 14. August 2017, 18:19

Der Sascha (Braumeister bei Hopper) ist ein super Netter, frag den doch mal nach mehr Details. Ich hatte das Weizheit vor einem halben Jahr direkt vor Ort getrunken und auch zumindest etwas Banane im Geschmack abgespeichert. Das Weizheit lebt von der Kombi Sorachi Ace mit Hefearomen, mit einer einfachen Kombirast wird das schwierig. Und im Einkocher lassen sich doch wunderbar verschiedene Rasten fahren?!

Ich würde ein Standard Weizen Maischeprogramm fahren, aber mit eher kurzer Weizenrast. Hefe die 3068, wenn Trockenhefe dann die Munich Classic, nicht die Notti.

Dann Tradition und Blanc in die Vorderwürze, 15 Minuten vor Kochende Aromagabe mit 1/3 Blanc und 2/3 Sorachi Ace. Dann 2 Minuten vor Kochende ebenfalls noch mal 1/3 Blanc und 2/3 Sorachi Ace. Whirlpoolgabe passt. Wenn der Sorachi Ace noch nicht genug sein sollte, noch mal mit 2g/l stopfen.
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#4

Beitrag von TimW » Montag 14. August 2017, 20:09

Danke ihr beiden schon mal für den Input! Die 3068 ist zwar deutlich teurer als die entsprechende Trockenhefe, aber ich werde sie nutzen, sie scheint ja ziemlich zentral.
Blancblue hat geschrieben:mit einer einfachen Kombirast wird das schwierig. Und im Einkocher lassen sich doch wunderbar verschiedene Rasten fahren?!
Lassen sich bestimmt, nur ich persönlich habs noch nicht so drauf. Der Thermostat im Einkocher meint schon lange, bei z.B. 62° zu sein und das Thermometer in der Maische steht trotzdem noch lange bei 55° und rührt sich nicht (trotz gewissenhaftem Rühren der Maische). Dann heize ich quasi für 10 Minuten durch und das Thermometer ignoriert dies :Bigsmile . Das Problem sitzt/steht aber bestimmt vor dem Einkocher, da muss ich in einem anderen Thread noch mal nach Tipps fragen oder mich noch mal durch das Forum lesen. Oder mich einfach durchringen und an der Grainfather-Sammelbestellung teilnehmen.
Blancblue hat geschrieben:Dann Tradition und Blanc in die Vorderwürze, 15 Minuten vor Kochende Aromagabe mit 1/3 Blanc und 2/3 Sorachi Ace. Dann 2 Minuten vor Kochende ebenfalls noch mal 1/3 Blanc und 2/3 Sorachi Ace. Whirlpoolgabe passt. Wenn der Sorachi Ace noch nicht genug sein sollte, noch mal mit 2g/l stopfen.
Die Vorderwürzehopfung klingt interessant! Wie passen denn so die Hopfen-Mengen überhaupt? Ich habe da überhaupt kein Gefühl für. Tradition und Blanc kann ich auch nur in kleinen Mengen von Anfang an zugeben, wegen des hohen Alphasäure-Gehaltes.

Edit sagt, dass ich im Rezept noch einen "normalen" Maischeplan hinzugefügt habe.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#5

Beitrag von Blancblue » Montag 14. August 2017, 20:51

Schon mal nach einem anderen Thermometer geschaut? Weil Kombirast wird ja so auch zum Glücksspiel der Temperaturen...

Gerade mal geschaut: Mein Callista Maizen mit 14 IBU mache ich so:

Einmaischen bei 45 Grad, dann 5 Minuten bei 43 Grad, dann direkt auf 53 Grad, dort raste ich 25 Minuten, dann 25 Minuten bei 63 Grad und 30 Minuten bei 72 Grad.

Hopfung: 8 IBU über die VWH, dann 5 IBU bei 5 Minuten vor Kochende und 1 IBU bei Flameout. Whirlpool mit ca 3g pro Liter. 5 Minuten Nachisomerisierung. Stopfen mit 3g/l - das ergibt ein sehr fruchtiges Sommerweizen, mit einer schönen Harmonie aus Hopfen- und Hefearomen.
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#6

Beitrag von TimW » Mittwoch 2. Mai 2018, 16:17

Kleines Update, nachdem kein Brauhobby in den Winterschlaf gefallen ist: ich habe das Rezept jetzt wie oben angegeben gebraut. War das erste mit dem GF und natürlich eine kleine Katastrophe, da ich die Malze noch nicht selbst geschrotet hatte. So waren diese natürlich duetlich zu fein, was natürlich direkt den Treber zugesetzt hat, inklusive Läuterkatastrophe und mieser Ausbeute (zum Glück hatte ich eh den Malzanteil vorsorglich erhöht).

Die Werte zu Stammwürze passten beim Ausschlagen einigermaßen. Ich habe gestern abgefüllt, somit kann ich in ~2 Wochen den ersten Geschmacksbericht abgeben. Das Jungbier schmeckt aber schon vielversprechend.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#7

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 2. Mai 2018, 16:39

Trinkt man es in der Brauerei relativ frisch vom Fass, dann verschmelzen die Banane und phenolischen Noten zu einem total interessanten zimtigen Aroma. Das kommt in der kalten Jahreszeit unheimlich gut.

Falls dein erster Klon nach der Reifung Feintuning braucht, kann ich mich Blancblue anschließen.
Sascha ist echt super nett und erzählt wirklich gerne was über sein Bier. Versuche ihn in einer ruhigen Minute zu erwischen. Der hat viel um die Ohren. Warum welches Aroma in dem Bier ist - und wie man es reproduzieren kann - wird er sicher verraten. Wenn du ihm eine Flasche zuschickst sagt er dir auch, was er anders gemacht hätte.
Fertige Braumeisterrezepte von seinen Prototyp-Suden konnte ich ihm bisher allerdings nicht abschwatzen. Gut Ding will Weile haben :-).
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#8

Beitrag von TimW » Donnerstag 10. Mai 2018, 18:19

Jau, an Feintuning ist noch lange nicht zu denken, das Bier hat meinen ersten Braufehler (der mir auffällt, wenigstens).

Ich weiß nicht mal, wie ich den beschreiben soll. Evtl. in Richtung stumpf oder sauer, beides passt aber auch nicht richtig. Gärung ist vermutlich vollständig (11°P zu Beginn, 2,6°P bei Abfüllung, 4 Tage HG, 7 Tage gestopft, erst 8 Tage in der Flasche), sogar Bananen-Aromen sind schmeckbar. Ich habe mich gerade durch die Aromen auf der Müggelland-Seite geschaut, so wirklich finde ich mich da nirgendwo wieder. Vielleicht maximal noch bei alkalisch, wobei ich keine geänderte Reinigungsroutine habe. Ich werde wohl mal mein Wasser checken. Leider habe ich in der Trinkwasseranalyse keine Angaben zu der Resthärte gefunden.

Ist Weizen da sensibler? Bei meinen bisherigen Sierra Nevada Pale Ale-Clones habe ich den Fehlgeschmack nicht wahrgenommen.

Ich werde es ja vermutlich leider entsorgen müssen, aber ich wüsste schon gerne, wo ich den (oder die?) Fehler gemacht habe, sonst kann ich es ja nicht abstellen. Wer kann mir da einen Weg aufzeigen?

Edit sagt, wer googlen kann, findet auch einen Rechner, um die RA zu errechnen, die bei 4,36°dH liegt.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#9

Beitrag von Bilbobreu » Freitag 11. Mai 2018, 12:13

Moin,
bevor die Fehleranalyse abgeschlossen ist, würde ich da erst mal gar nichts entsorgen. Ohne Fehleranalyse weist Du doch noch gar nicht, ob es sich um ein Problem handelt, dass sich noch auslagert oder nicht.
Was die Fehleranalyse betrifft, wäre es am einfachsten, wenn mal ein zwei Hobbybrauern, die sich mit Fehlaromen ein bisschen auskennen, probieren könnten. Vermutlich ergeben sich dann schon geeignete Ansätze.

Beste Grüße
Stefan

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#10

Beitrag von TimW » Freitag 11. Mai 2018, 12:30

Bilbobreu hat geschrieben:
Freitag 11. Mai 2018, 12:13

Was die Fehleranalyse betrifft, wäre es am einfachsten, wenn mal ein zwei Hobbybrauern, die sich mit Fehlaromen ein bisschen auskennen, probieren könnten. Vermutlich ergeben sich dann schon geeignete Ansätze.
Das wäre natürlich der Königsweg. Vielleicht findet sich ja jemand, der sich über ein Paket mit schlecht schmeckendem Bier freuen würde :thumbsup . Ne im Ernst, wenn sich jemand findet, der seine Geschmacksexpertise zur Verfügung stellen möchte, bringe ich gerne ein paar Flaschen zur Post.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#11

Beitrag von Bilbobreu » Freitag 11. Mai 2018, 14:15

Ich hatte zwar eher daran gedacht, dass Du dafür Kontakt zu erfahreneren Hobbybrauern bei Dir in der Gegend suchst aber der Postweg tut es natürlich auch. Wenn sich sonst keiner findet, würde ich mich auch selbst opfern. :Angel Wenn die Flasche rechtzeitig da ist, könnte ich sie in 14 Tagen zum Mecklenburger Hobbybrauertreffen mitnehmen. Da ist dann ein bisschen mehr Expertise versammelt und Du musst Dich nicht auf mich allein verlassen für die Fehleranalyse. Eine Garantie, dass wir die Ursache rausschmecken, kann ich Dir aber natürlich nicht geben.
Für den Fall, dass Du die Mühe mit dem Postweg auf Dich nehmen willst, sende ich Dir mal meine Anschrift per PN.

Gruß
Stefan

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#12

Beitrag von TimW » Samstag 12. Mai 2018, 13:04

Bilbobreu hat geschrieben:
Freitag 11. Mai 2018, 14:15
Wenn sich sonst keiner findet, würde ich mich auch selbst opfern. :Angel Wenn die Flasche rechtzeitig da ist, könnte ich sie in 14 Tagen zum Mecklenburger Hobbybrauertreffen mitnehmen.
Das ist ein tolles Angebot, danke dafür! Ich mache ein Paket fertig, das dürfte dann vermutlich im Laufe der Woche bei dir eintrudeln.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#13

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 12. Mai 2018, 13:18

Falls du nich weitere Flaschen rausschicken möchtest würde ich auch gern 1-2 Flaschen mit zum Hamburger Hobbybrauertreffen nehmen. Das findet bei Landgang statt. Wir könnten dein Bier, abgesehen von den Fehlaromen, auch mal mit dem Original abstimmen.
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#14

Beitrag von Bilbobreu » Samstag 12. Mai 2018, 14:05

Moin Jens,
aber wehe, Ihr schmeckt dann was anderes als wir :P :Drink

Gruß
Stefan

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#15

Beitrag von Blancblue » Samstag 12. Mai 2018, 15:51

TimW hat geschrieben:
Donnerstag 10. Mai 2018, 18:19
erst 8 Tage in der Flasche
Immer langsam mit den jungen Pferden! Das Bier ist, auch wenn man Weizen relativ frischen trinken sollte/kann, noch sehr jung um es beurteilen zu können - da passiert noch einiges in den nächsten 2 Wochen, ich würde mal warten mit wegkippen.

Davon abgesehen glaube ich nicht, dass Du Dir etwas eingefangen hast. Weizenbiere haben in der Regel einen recht niedrigen pH Wert und schmecken so automatisch etwas säuerlicher. Eine hohe Karbonisierung unterstützt diese dann zusätzlich und dann kommt auch noch meist ein recht hoher EVG dazu. Hier blicke ich nicht ganz durch, mit wieviel Plato Du jetzt angestellt hast. Du schreibst einmal 13,5 und einmal 11. Mit 11°P ist dein Klon einfach zu dünn geworden, vor allem wenn Du die Hopfung nicht daran angepasst hast.
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#16

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 12. Mai 2018, 20:35

Bilbobreu hat geschrieben:
Samstag 12. Mai 2018, 14:05
Moin Jens,
aber wehe, Ihr schmeckt dann was anderes als wir :P :Drink

Gruß
Stefan
Keine Sorge. Ich töte vorher bei allen die Geschmacksnerven mit NeedleJuice ab :-)
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#17

Beitrag von TimW » Sonntag 13. Mai 2018, 11:21

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Samstag 12. Mai 2018, 13:18
Falls du nich weitere Flaschen rausschicken möchtest würde ich auch gern 1-2 Flaschen mit zum Hamburger Hobbybrauertreffen nehmen. Das findet bei Landgang statt. Wir könnten dein Bier, abgesehen von den Fehlaromen, auch mal mit dem Original abstimmen.
Auch das Angebot nehme ich sehr gerne an!

Ich muss mich nur noch mit dem Gedanken abfinden, dass ich meine erste "Vorstellung" als Hobbybrauer gebe, in dem zwei Hobbybrauer treffen sich darum streiten, wem mehr Fehlgeschmack in meinem Bier auffällt :Ahh . Aber wenn ich aus meinen Fehlern nicht lerne, wirds ja auch nicht besser und deshalb bin ich euch dankbar, dass ihr mir da Hilfestellung geben möchtet! Die Pakete schicke ich Anfang nächster Woche auf die Reise. Ich lege mal noch ein SNPA-Clone bei, als Beweis, dass nicht alle meine Biere schlecht sind.
Blancblue hat geschrieben:
Samstag 12. Mai 2018, 15:51
Du schreibst einmal 13,5 und einmal 11. Mit 11°P ist dein Klon einfach zu dünn geworden, vor allem wenn Du die Hopfung nicht daran angepasst hast.
Mit 11°P habe ich angestellt. die 13,5°P waren der Plan aus dem Rezept. War der erste Sud auf dem GF, und der Mahlgrad der Malze noch nicht angepasst. Den Kuchenteig konnte man halt nicht wirklich maischen :puzz .

Weggekippt habe ich es auch noch nicht (habe noch kein Leergutmangel). Aber mein Eindruck von dem Fehlgeschmack ist, dass es keiner ist, der sich rauslagern könnte oder der nur unrund oder so ist. Ich habe eher das Gefühl, da ist was im Bier, was nicht in Biere gehört.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#18

Beitrag von Blancblue » Sonntag 13. Mai 2018, 12:01

Nicht zu vergessen: Der Blanc und der Sorachi Ace sind geschmacklich auch nicht gerade Mainstream...

Und wie gesagt - ich tippe nach wie vor auf die geringe Stammwürze. Deine IBU ist 20% stärker und Säure und Bittere mögen sich auch nicht.

Ich will jetzt keine Infektion ausschließen, aber für den nächsten Sud würde ich mich auf die Maischearbeit konzentrieren.

Mich würde auch mal der pH Wert interessieren, wenn du magst, kann ich dir den mal ausmessen.
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#19

Beitrag von Bilbobreu » Sonntag 13. Mai 2018, 14:25

Blancblue hat geschrieben:
Sonntag 13. Mai 2018, 12:01
Nicht zu vergessen: Der Blanc und der Sorachi Ace sind geschmacklich auch nicht gerade Mainstream...
Der Sorachi Ace ist ehrlich gesagt auch noch mein Geheimfavorit. Wenn der sich übermäßig in den Vordergrund drängelt, finde ich den auch widerlich. Aber wir werden sehen bzw. schmecken.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#20

Beitrag von TimW » Dienstag 15. Mai 2018, 20:55

Die Pakete sind unterwegs. Ich war dann doch ein wenig knauserig mit den Flaschenversandkartons und habe euch jeweils zwei 0,5l Weizheit geschickt. Ich hoffe die kommen heile an (verschicke das erste mal Flaschen) und bin wirklich auf eure Analysen gespannt!

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#21

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 26. Mai 2018, 15:57

Wir haben das Weizen gestern beim Hamburger Hobbybrauertreffen probiert und mit einem frisch gezapftem Weizheit bei Landgang verglichen. Deine Flaschen hatte ich bis gestern "fieser Weise" extra ungekühlt gelagert, damit sich Fehlaromen, die ggf. aus mikrobiologlischen Kontaminationen stammen könnten, noch etwas entfalten können.

Ich bin wirklich gespannt, was die Jungs aus Meck-Pomm bei ihrem Treffen herausfinden.
Die Verkoster aus HH-SH waren sich einig. Da ist kein Fehlaroma (mehr) drin. Alles OK mit dem Bier.
Der Sorachi Ace produziert gerne mal merkwürdige Aromen (Gummi, Autoreifen ... ), die sich später rauslagern. Vielleicht hat meine warme Lagerung das Problem schon behoben.
Verglichen mit dem originalen Weizheit ist dein Klon zu "kuschelig". Zu wenig Bittere und zu wenig Stopfaromen. Dadurch kam die Banane von der Hefe etwas zu stark hervor. Das Zusammenspiel der Weizenaromen mit dem Kokos des Sorachi Ace verleiht dem Original ein zimtiges Aroma. Bei deinem Bier waren es mehr süße tropische Früchte. Es scheint so, als würde Landgang eine andere Weizenhefe verwenden, die leichte phenolische Noten mit ins Bier bringt und diesen "Zimt-Effekt" hervorruft.

Danke für die Probierflaschen :Greets
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#22

Beitrag von Bilbobreu » Sonntag 27. Mai 2018, 13:14

Moin,
so …. die große Bierbewertungskommission des 4. Mecklenburgischen Hobbybrauertreffens hat getagt. Auch wir waren uns einig: Keine Infektion oder sonstiger sogenannter Bierfehler. Mit dem Bier ist alles in Ordnung, wenn man Sorachi Ace in den Mengen mag.

Im Geruch dominieren deutlich die Bananenaromen von der Hefe. Einige haben daneben etwas Kokos gerochen.
Geschmacklich war es uns ein wenig zu dünn und wässrig. Wir haben uns gefragt, ob das wirklich 11°P sind oder doch eher nur 10°P? Auch im Geschmack dominiert die Banane, daneben etwas Kokos und - in der Tat - ein unangenehmer Hauch von Kunststoff/Gummi. Letzterer aber nicht wie ein Bierfehler, sondern so, wie er bei Sorachi Ace gelegentlich vorkommt. Aber wie die Hamburger schon meinten, dass lagert sich vermutlich noch ein wenig zurecht.

Beste Grüße
Stefan

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#23

Beitrag von TimW » Mittwoch 30. Mai 2018, 22:49

So, also erstmal vielen Dank euch beiden (und den Verkostern der Treffen) fürs Probieren und das Feedback. Das hilft mir sehr weiter!

Ich bin erstmal froh, dass es keine Probleme von wegen Infektion, Reinigung, etc sind, dann muss ich zum Glück nicht meine Brauprozesse grundsätzlich hinterfragen!

Ich habe es gestern auch noch mal probiert und war erstaunt, dass der von euch beschriebene "Sorachi"-Hauch schon so weit zurückgetreten war, dass ich tatsächlich das ganze Glas trinken konnte. Finde ich schon mal beruhigend, dass ich bei dem Wetter keine 2 Kisten Weizen wegschütten muss :D.

Was ich mich jetzt aber frage ist, wie ich diesen Hauch von Kunststoff / Gummi beim nächsten mal verhindern kann. Mein erster Gedanke wäre, weniger / kürzer zu stopfen (hatte jetzt eine Woche gestopft). Aber Jens meinte ja sogar, dass eigentlich sogar noch zu wenig Stopfaromen da wären. Mir geht es bei der Frage jetzt gar nicht so sehr darum, näher an die Weizheit zu kommen, sondern primär, wie ich diese Gummiaromen vermeide (wären die nicht da, wäre das Weizen für mich nämlich schon so lecker, dass ich die Weizheit gar nicht unbedingt nachbrauen wollte).

Weiß jemand, unter welchen Bedingungen der Sorachi das Gummi erzeugt? Könnte das Brauwasser einen Einfluss haben (unsers Wasser ist eher hart, glaube ich)? Was könnte ich beim nächsten mal vielleicht anders machen?

@Stefan: Ja es kann gut sein, dass es vielleicht doch weniger Stammwürze waren. Dank falscher Schrotung lief es halt beim Maischen ziemlich schlecht, inklusive folgender Läuterkatastrophe (gebraut im GF). Und ich schließe auch nicht aus, dass sich mir beim messen / rechnen durchaus auch noch gelegentlich Fehler einschleichen. Da bin ich aber dran, der letzte Sud lief schon deutlich besser, was die Schrotung anging.

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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#24

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 30. Mai 2018, 23:16

TimW hat geschrieben:
Mittwoch 30. Mai 2018, 22:49
Was ich mich jetzt aber frage ist, wie ich diesen Hauch von Kunststoff / Gummi beim nächsten mal verhindern kann.
Moin,
da kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Vielleicht wäre es auch besser, wenn du bezüglich dieser Frage einen neuen Thread aufmachst, den die Profis hier im Forum auch sehen.
Sorachi Ace ist "leider" sehr speziell. Mal macht er Autoreifen, mal Kokos und mal "ranzige Walnuss" (die sich nicht mehr rauslagert).
Wenn es dir weiter hilft frage ich Sascha von Landgang demnächst nochmal persönlich, wie er das Weizheit hopft. Kann aber ein paar Wochen dauern, bis ich da wieder hin komme. Er hat es uns schon mal gesagt, aber mein persönlicher "Level" :Ätsch war damals zu hoch, um mir die Details zu merken.
Ein neuer Thread mit dieser Fragestellung wird aber auch unseren Profis im Forum auffallen und dir weiter helfen.
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Re: Rezepthilfe: Weizheit Klon

#25

Beitrag von TimW » Donnerstag 31. Mai 2018, 09:25

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Mittwoch 30. Mai 2018, 23:16
Ein neuer Thread mit dieser Fragestellung wird aber auch unseren Profis im Forum auffallen und dir weiter helfen.
Allet klar, wird jemacht :).

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