Flanders Red Ale

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Re: Flanders Red Ale

#201

Beitrag von Tozzi » Sonntag 7. Juli 2019, 19:21

Meins ist seit Februar 2018 im Fermenter, also 12 Monate länger...
Und es hat erst vor ein paar Monaten begonnen, richtig Geschmack zu entwickeln.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#202

Beitrag von DarkUtopia » Montag 8. Juli 2019, 00:53

Ups sorry, auch 2018. Also noch liegen lassen? Was meinst du?

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Re: Flanders Red Ale

#203

Beitrag von Tozzi » Montag 8. Juli 2019, 05:35

Na ja, meins werd ich jetzt mal abfüllen, denn es zeigen sich erste (gaaaaanz leichte) Essignoten.
Noch nicht schmeckbar, aber am Gärspund "erschnüffelbar".
Das ist mMn der korrekte Zeitpunkt. Weiteres wird sich zeigen... :Grübel

Tatsache ist, vor etwa 6 Monaten hat es noch nach gar nichts geschmeckt (nicht mal sauer), jetzt wird es rot und das Holz kommt langsam ganz zart durch.
Sehr faszinierend, diese Entwicklung, die ich so nicht vorausgesehen habe. Aber gut ist es, wirklich Geduld zu haben.

Die Frage, ob ich nochmal repitchen soll, stellt sich mir auch. :Grübel
Ich denke mal, ich werd's lassen und einfach mal so mit Zucker in Sektflaschen verkorken.
Dann dauert's halt meinetwegen nochmal 3-6 Monate. Ein paar lebende Bretts sind da sicher noch drin, und die sind ja bekanntermaßen genügsam.
Sonst wird das auch immer ein Blindflug werden, was die Karbonisierung betrifft, denn neu eingebrachte Mikroorganismen werden anders reagieren.
Vielleicht füll ich auch zum Vergleich ein Keg ab. Habe immerhin fast 60 Liter von dem Zeug... :puzz

Lass uns da unbedingt mal ne Buddel tauschen!
In Romrod dann, vielleicht, bis dahin isses fertig. :Greets
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#204

Beitrag von DarkUtopia » Montag 8. Juli 2019, 11:19

Meinst du Sektflaschen sind nötig? Oder machst du das zwecks esthetik? Flaschenmanometer wäre nicht schlecht, oder was meinst du? Iwie alles ein blindflug. Ich hab knapp 15l. Bin gespannt

Lg

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Re: Flanders Red Ale

#205

Beitrag von Tozzi » Dienstag 9. Juli 2019, 00:58

Ich hab die Sektflaschen aus zweierlei Hinsicht gewählt.
Zum einen machen die Belgier das auch, zumindest bei den höherpreisigen, es sieht auch hübsch aus, aber nicht zuletzt verträgt halt eine Champagnerflasche nochmal ganz anderen Druck als eine normale Bierflasche.
Beim Flanders ist das vielleicht nicht soooo wichtig, das karbonisiert man nicht so extrem.
Wenn's in Richtung Kriek oder Geuze geht sieht das aber wieder anders aus.

Egal, die Flaschen kosten nicht die Welt (wenn man sie auftreibt, das ist das eigentliche Problem) und die Verkorkung ist mit etwas Muskelschmalz auch keine große Sache. Und sieht halt wirklich topp aus, dann. Ist ja was Besonderes, so ein rotes Flanders, das über ein Jahr im Tank war.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#206

Beitrag von DarkUtopia » Dienstag 9. Juli 2019, 08:25

Good point, ich werde erstmal in normalen steini Flaschen abfüllen, wenn es was geworden ist, kann ma. Sich ja ein Upgrade überlegen! Danke erstmal

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Re: Flanders Red Ale

#207

Beitrag von Hopfenfürst » Dienstag 9. Juli 2019, 22:20

Mal eine andere Frage: vergärt ihr in einem Glasballon?
Meine Ballons sind leider alle schon belegt möchte aber trotzdem gerne mehrere Sauerbiere einbrauen und lagern.
noch mehr 25l Glasballons sind mir ehrlich gesagt zu teuer - würdet ihr eine Berliner Weiße in einem Plastikeimer vergären?
Habe diesbezüglich sehr viel unterschiedliche Meinungen gehört/gelesen wegen dem Sauerstoffeintrag und den damit verbundenen Essigstich...

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Re: Flanders Red Ale

#208

Beitrag von Tozzi » Dienstag 9. Juli 2019, 23:28

Ich benutze einen Speidel Kunststoff Gärtank (60 Liter).
Der Sauerstoff Eintrag ist, wie von Speidel versprochen, niedrig genug.
Diese Tanks sind ja auch extrem dickwandig.

Nach 16 Monaten kann ich am Gärspund etwas Essigsäure "erahnen", im Geschmack kommt sie noch beinahe zuwenig durch, das ist mir aber ganz recht so.
Bei dünnwandigeren Gefäßen hätte ich aber auch Bedenken.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Flanders Red Ale

#209

Beitrag von DarkUtopia » Mittwoch 10. Juli 2019, 08:33

Ich hab einen Glasballon günstig am flohmarkt gekauft. Hatte nen Silikon Stopfen und hab ihm ordentlich gereinigt. Loch rein, spund drauf und gut wars.

Lg

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Re: Flanders Red Ale

#210

Beitrag von Fert » Mittwoch 10. Juli 2019, 17:41

Ich habe mein Flanders Red ebenfalls im Februar 2018 gebraut und plane es bald abzufüllen. Jetzt habe ich mir überlegt, dass ich gerne direkt danach ein neues (oder Oud Bruin?) brauen will, was ich dann direkt auf die Hefe geben will. Meint ihr, vom Roeselare Blend lebt noch genug, oder würdet ihr nochmal frische Kulturen drauf geben? Ich habe häufig gelesen, dass die Roeselare erst beim zweiten Durchlauf richtig Säure erzeugt...

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Re: Flanders Red Ale

#211

Beitrag von glassart » Samstag 21. September 2019, 14:10

kleines Update zu meinen Flanders Red Ale -ich durfte gestern den österreichischen Staatsmeistertitel bei der ABC dafür im Empfang nehmen :Smile

So schlecht dürfte es vermutlich nicht sein :Bigsmile

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Re: Flanders Red Ale

#212

Beitrag von Kolbäck » Samstag 21. September 2019, 15:06

glassart hat geschrieben:
Samstag 21. September 2019, 14:10
kleines Update zu meinen Flanders Red Ale -ich durfte gestern den österreichischen Staatsmeistertitel bei der ABC dafür im Empfang nehmen :Smile
Na dann herzlichen Glückwunsch! :thumbsup

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Re: Flanders Red Ale

#213

Beitrag von glassart » Samstag 21. September 2019, 15:06

Danke Thomas :Greets

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Re: Flanders Red Ale

#214

Beitrag von ggansde » Samstag 21. September 2019, 15:28

Glückwunsch! Ich habe mein FRA letztes Wochenende zum ersten Mal probiert. Es hatte deutliche Essigaromen. Eiche war auch das. Die Verkoster rieten mir, den Zapfhahn mit "Salat-Dresssing" zu beschriften. Gehört das so?
VG, Markus
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Re: Flanders Red Ale

#215

Beitrag von glassart » Samstag 21. September 2019, 16:02

Markus, eine Spur Aceto schon aber nur ein Hauch ist es bei meinem -da dürfte der Sauerstoff doch die Brett´s ein wenig " fehlgeleitet" haben in ihrem Tun :Bigsmile

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Re: Flanders Red Ale

#216

Beitrag von bierhistoriker.org » Samstag 21. September 2019, 18:51

Hallo Markus,

stark Essignoten kommen meist vom Acetobacter, der in vielen "Würzmischungen" auch enthalten ist. Er bleibt aber meist recht friedlich und unauffällig, solange die Temperatur nicht länger und nachhaltig über 20-22°C geht.
Hatte mal vor Jahren ein "Stout" im Sauerfass im Sommer in einem warmen Keller= 10 Liter Malzessig :Waa
... nehme ich heute noch die Reste zum blenden.

cheers

Jürgen
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Re: Flanders Red Ale

#217

Beitrag von glassart » Samstag 21. September 2019, 20:32

leider können wir es nicht verkosten ( Markus bitte nach Romrod mitnehmen, außer es wurde bis dahin nur noch Salat gegessen :Bigsmile )
dann könnten wir das verkosten und diskutieren.
Die Balsamiconote beim Flandes ist anders als eine reine Acetobactervergärung -einfach"weicher" von Geschmack.
Bei Markus kann es zu viel Sauerstoff für die Brettanomyces, Acetobacter oder beides sein :Grübel
Aber im März 2020 schauen wir uns das an -ich hoffe es gibt ein "Sonderprogramm" für die Sauerbier-Freaks wo wir uns austauschen können :Bigsmile

lg Herbert

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Re: Flanders Red Ale

#218

Beitrag von gulp » Samstag 21. September 2019, 20:54

glassart hat geschrieben:
Samstag 21. September 2019, 20:32
leider können wir es nicht verkosten ( Markus bitte nach Romrod mitnehmen, außer es wurde bis dahin nur noch Salat gegessen :Bigsmile )
dann könnten wir das verkosten und diskutieren.
Die Balsamiconote beim Flandes ist anders als eine reine Acetobactervergärung -einfach"weicher" von Geschmack.
Bei Markus kann es zu viel Sauerstoff für die Brettanomyces, Acetobacter oder beides sein :Grübel
Aber im März 2020 schauen wir uns das an -ich hoffe es gibt ein "Sonderprogramm" für die Sauerbier-Freaks wo wir uns austauschen können :Bigsmile

lg Herbert
Da wäre ich auch gerne dabei. Soll ja einen Sauerbier Stammtisch geben, auf der HBCON.
Diese Essignoten (Balsamiko) werden unterschiedlich wahrgenommen und polarisieren halt auch. Man denke nur an die Duchesse de Bourgogne. Ich liebe sie, andere mögen sie überhaupt nicht.

Gruß
Peter
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Re: Flanders Red Ale

#219

Beitrag von glassart » Samstag 21. September 2019, 21:32

gulp hat geschrieben:
Samstag 21. September 2019, 20:54
glassart hat geschrieben:
Samstag 21. September 2019, 20:32
leider können wir es nicht verkosten ( Markus bitte nach Romrod mitnehmen, außer es wurde bis dahin nur noch Salat gegessen :Bigsmile )
dann könnten wir das verkosten und diskutieren.
Die Balsamiconote beim Flandes ist anders als eine reine Acetobactervergärung -einfach"weicher" von Geschmack.
Bei Markus kann es zu viel Sauerstoff für die Brettanomyces, Acetobacter oder beides sein :Grübel
Aber im März 2020 schauen wir uns das an -ich hoffe es gibt ein "Sonderprogramm" für die Sauerbier-Freaks wo wir uns austauschen können :Bigsmile

lg Herbert
Da wäre ich auch gerne dabei. Soll ja einen Sauerbier Stammtisch geben, auf der HBCON.
Gruß
Peter
Peter , ich hoffe dass ich dafür "frei bekomme" vom Orga- Team > aber da muss ich einfach dabei sein und freu mich schon riesig darauf.
Gibt es die Möglichkeit, dass wir da dann auch Verkostungsproben organisieren können -ich bin da leider ziemlich weit weg von der Quelle ( in Österreich ist Sauerbier "nahezu" ein Fremdwort, teils evt. sogar ein Schimpfwort - aber ich bin da sehr tolerant den, Unwissenheit kann eben nicht einen nahezu Suchtkarakter bewirken - das braucht Zeit)
Aber es wäre schon in der Vorbereitung unheimlich toll, wenn zu diesem Stammtisch eine ordentliche Breite an Sauerbieren zumindest schluckweise da wäre. :thumbup
lg Herbert

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Re: Flanders Red Ale

#220

Beitrag von gulp » Sonntag 22. September 2019, 11:41

Ein paar Fläscheken Duchesse bringe ich schon mit.
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Re: Flanders Red Ale

#221

Beitrag von tbln » Sonntag 22. September 2019, 14:33

Auf mtf ist eine Analyse verlinkt: CRAFT Beer: Quantitation of the Major Components of Commercially Available Sour Beers
Duchess de Bourgogne soll tatsächlich stolze 3828 mg/L gehabt haben bei der Analyse. Essigsäure soll ab 800 mg/L wahrnehmbar sein.

In "Microbial diversity and metabolite composition of Belgian red-brown acidic ales" von Snauwaert wurden bei einer Analyse von drei Brauerein am Ende der Reifung Werte zwischen 300-2350 mg/L festgestellt.

Ich muss auch sagen, ein wenig Schärfe durch die Essigsäure ist super, Aceto balsamico muss nicht sein. Durch die Nachgärung in Flaschen, nimmt Essigsäure wieder leicht ab. Insofern ist nicht jedes Bier verloren - man muss ihm nur den Sauerstoff nehmen.

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Re: Flanders Red Ale

#222

Beitrag von ggansde » Montag 23. September 2019, 07:21

Moin,
ich würde auch mal alles mitbringen, was ich in der Richtung noch habe: Altes Kriek, Saison mit Brett, das Salat-Dressing und ein zwei Klassiker, die ich mal gekauft habe und die im Keller verstauben.
VG, Markus
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Re: Flanders Red Ale

#223

Beitrag von Kolbäck » Montag 23. September 2019, 07:22

glassart hat geschrieben:
Samstag 21. September 2019, 21:32
Aber es wäre schon in der Vorbereitung unheimlich toll, wenn zu diesem Stammtisch eine ordentliche Breite an Sauerbieren zumindest schluckweise da wäre. :thumbup
Ich schaffe es wahrscheinlich nicht zur HBCon*, aber wenn es zu eurer Logistik beiträgt, Platz in einem Brüsseler Keller als Zwischenlager zu haben, oder dass ich rechtzeitig hier einkaufen gehe, dann meldet euch. :Greets

*Wenn doch, dann kurzentschlossen mit einem Ticket der Spätabsager. :Wink
Viele Grüße, Thomas
Braudokus: Schwarzbier, Früchte, Sauer & Brett, Råøl/Kveik

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Re: Flanders Red Ale

#224

Beitrag von ggansde » Sonntag 27. Oktober 2019, 16:15

Moin,
also, ich trinke gerade ein Flanders Red Ale Rodenbach Classic. Was soll ich sagen? Ich habe den Stil mit meinem Versuch voll getroffen. Allerdings geht meins deutlich mehr in Richtung Balsamico-Essig. Geht es in den Wettbewerb für Sauerbiere auf der HBCON2020? Weiß ich noch nicht, ist ja aber auch noch Zeit.
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Re: Flanders Red Ale

#225

Beitrag von docpsycho » Mittwoch 30. Oktober 2019, 12:49

ggansde hat geschrieben:
Sonntag 27. Oktober 2019, 16:15
Moin,
also, ich trinke gerade ein Flanders Red Ale Rodenbach Classic. Was soll ich sagen? Ich habe den Stil mit meinem Versuch voll getroffen. Allerdings geht meins deutlich mehr in Richtung Balsamico-Essig. Geht es in den Wettbewerb für Sauerbiere auf der HBCON2020? Weiß ich noch nicht, ist ja aber auch noch Zeit.
VG, Markus
Doch gib mal ab, der direktvergleich zwischen unserem und deinem würde mich interessieren.

Bist du eigentlich bei der Craft Beer Messe in Mainz wieder dabei, da könnten wir auch mal gegenverkosten.

Grüße Felix
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Die Brausportgruppe e.V. Rhein-Main

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Re: Flanders Red Ale

#226

Beitrag von ggansde » Mittwoch 30. Oktober 2019, 17:49

Moin,
ich habe die Messe eingeplant. Wie bekommt man dort eigenes Bier hinein? Gerne als PN.
VG, Markus
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Re: Flanders Red Ale

#227

Beitrag von docpsycho » Donnerstag 31. Oktober 2019, 11:42

ggansde hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 17:49
Moin,
ich habe die Messe eingeplant. Wie bekommt man dort eigenes Bier hinein? Gerne als PN.
VG, Markus
Gude Markus,

erstmal natürlich über den wundervollen Wettbewerb nach BJCP aber ansonsten zum tauschen sollte es kein Problem sein. Schreib mir einfach nochmal.

Grüße Felix
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Re: Flanders Red Ale

#228

Beitrag von ggansde » Dienstag 5. November 2019, 11:39

ggansde hat geschrieben:
Sonntag 27. Oktober 2019, 16:15
Moin,
also, ich trinke gerade ein Flanders Red Ale Rodenbach Classic. Was soll ich sagen? Ich habe den Stil mit meinem Versuch voll getroffen. Allerdings geht meins deutlich mehr in Richtung Balsamico-Essig. Geht es in den Wettbewerb für Sauerbiere auf der HBCON2020? Weiß ich noch nicht, ist ja aber auch noch Zeit.
VG, Markus
Moin,
gestern habe ich ein Rodenbach Grand Cru verkostet. Das passt noch viel besser zu meinem Versuch als das Classic.
VG, Markus
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Re: Flanders Red Ale

#229

Beitrag von SpitzerSpitzel » Dienstag 26. November 2019, 09:06

Hi Leute!
Um zum Thema Flanders Red wieder etwas Schwung rein zu bringen möchte ich euch an meinem Vorhaben für die nächsten JAHRE :Wink
teilhaben lassen und eine bebilderte Braudoku machen.
Ich bin mir sehr sicher, dass es das Karma, oder Gott oder Alah, so beschlossen hat, dass ich beim Kauf eines Maulbeerholzfasses für meinen Bieressig über ein Barriquefass, vormals belegt mit spanischem Rotwein, gestolpert bin, und ich nun ein Flanders brauen muss! :Bigsmile
Es war eine sehr schnelle
Bauchentscheidung, da ich durch Euren super Beitrag bereits lange an diesem Thema gedanklich arbeite!
Ich bitte euch, mir mit euren Erfahrungen beizustehen!

Zu Beginn mal das Korpus Delikti:
Barrique Fass Bier.png
Die Schüttung und Maischeprozedur ist für mich schon relativ sicher da ich schon einige Sauerbiere erfolgreich produziert habe!
Derzeit überlege ich, welche Hefe und wie ich starte.
Ich habe hier sehr oft Roselare Blend gelesen. Ist dies eine unumgängliche Hefe beim Flanders oder würde auch
Imperial Yeast F08 Sour Bach Kidz Wild & Sours - Bio Flüssighefe in Frage kommen.
Ich habe bereits einige tolle Sauerbiere mit der Wyeast Brett gemacht plus Lactos.

Weiters überlege ich, ob ich direkt die Würze ins Holzfass gebe und gleich mit dem Brett starte, oder zuerst im Holzfass mit einer S04 z.B. starte und dann das Brett nach 1 Woche. Eine Möglichkeit wäre auch noch, zuerst mit einer obergärigen in den Gärfässern zu starten.
Ich produziere pro Sud 50l Würze, und schaffe an einem Tag 2 Sude, also 100l.
Also wird das ein 2 Tage Einsatz :Mad2
:Drink

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Re: Flanders Red Ale

#230

Beitrag von Bockelsbock » Dienstag 26. November 2019, 10:07

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Samstag 16. Dezember 2017, 11:58

Wer langfristig eine gute Basis für ein Flanders red haben möchte, ist gut beraten, in ein Eichenfass (unbelegt!) von 30 - 50 L zu investieren und sich dort seine "Hauskultur" aufzubauen. Hier empfiehlt sich das Solera-Prinzip beim Bier anzuwenden.
Meine läuft jetzt seit über 5 Jahren ganz gut.
Dieser Thread ist der Hammer. Ich plane jetzt schon ein Red Flanders zu brauen obwohl ich noch nicht mal eines probiert habe :thumbsup

Bei mir steht mein erstes Sauerbier an. Ein Fruit Lambic. Habe dafür ein extra Glasballon. Wenn der frei wird gibt's ein Red Flanders. Bis dahin habe ich bestimmt eines probiert und 100% für sehr lecker empfunden!

Jetzt zu meiner Frage an dich Jürgen: Hast du wirklich drei Fässer wie bei Solera-Verfahren beim Sherry angewendet wird oder Füllst du das Fass nach entnahme von ca 1/3 mit dem "jungen" Red Flanders wieder auf?`

Gruß Jonas
In dem Bock steckt jede Menge Craft

Mit einem leichten Hang zu Bockbieren!

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Re: Flanders Red Ale

#231

Beitrag von tbln » Dienstag 26. November 2019, 11:14

SpitzerSpitzel hat geschrieben:
Dienstag 26. November 2019, 09:06
Weiters überlege ich, ob ich direkt die Würze ins Holzfass gebe und gleich mit dem Brett starte, oder zuerst im Holzfass mit einer S04 z.B. starte und dann das Brett nach 1 Woche. Eine Möglichkeit wäre auch noch, zuerst mit einer obergärigen in den Gärfässern zu starten.
Ich produziere pro Sud 50l Würze, und schaffe an einem Tag 2 Sude, also 100l.
Wir hatten hier recht am Anfang eine Menge Referenzen gesammelt. Das klassische Verfahren von bspw. Rodenbach: https://web.archive.org/web/20140215033 ... dnbch.html & https://web.archive.org/web/20160314001 ... /rodenbach
  • Hauptgärung Mischgärung Saccharomyces+Lacto @21,5°C bis 75% SVG
  • Nachgärung 15°C für 7-8 Wochen (u.a. für Milchsäureentwicklung)
  • Reifung in Holzfässern bei 15°C mit Brettanomyces/Acetobacter
Bedenke, füllst du dein Fass komplett, wird es viel Hefe ausstoßen. Das ist eher der englische Burton Union Ansatz als der der Reifung im Fass. Man muss vermutlich im Anschluß an die Hauptgärung relativ viel Flüssigkeit nachfüllen, um das Fass zu füllen und so übermäßigen Sauerstoffeintrag zu vermeiden.

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Re: Flanders Red Ale

#232

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 26. November 2019, 11:15

Bockelsbock hat geschrieben:
Dienstag 26. November 2019, 10:07
Jetzt zu meiner Frage an dich Jürgen: Hast du wirklich drei Fässer wie bei Solera-Verfahren beim Sherry angewendet wird oder Füllst du das Fass nach entnahme von ca 1/3 mit dem "jungen" Red Flanders wieder auf?`
Hallo Jonas,

nein, ist eine "Pseudo-Solera":
Für ein 18/19 L-KEG entnehme ich 3 - 4 Liter "saures Bier" aus dem Fass und verschneide mit frischem Flanders. Die Menge des sauren Biers hängt davon ab, wie sauer das Fass aktuell ist/ wann und wie oft das Fass vorher genutzt wurde.
Die entnommene Menge muss natürlich "bis zum Anschlag" im Fass durch frisches Bier ersetzt werden- daher "Pseudo-Solera".
Viel Spass mit Sauerbier!

cheers

Jürgen
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Re: Flanders Red Ale

#233

Beitrag von SpitzerSpitzel » Freitag 29. November 2019, 14:55

Möchte euch an meiner Gedankenarbeit etwas teilhaben lassen!
Ich habe bei meinen bisherigen Sauerbieren folgende Schüttung verwendet:
Für 50l fertige Würze:
5700g Best Red X
3000g Pilsner Malz
500g Sauermalz
600g Cara Red
Stammwürze soll gegen 13,5 Grad Plato sein.
Ich werde aufs Ganze gehen in der Vergärung und vertraue auf
das Prinzip, dass Jahrtausende Jahre nun bereits Bier gebraut wird
und das auch zum großen Teil in Holzfässern. Also das Barriquefass mit heißem Wasser säubern und auf geht's!
Also werde ich am 1. Tag 2 Sude hinlegen und diese direkt ins Barriquefass geben mit
Imperial Yeast F08 Sour Batch Kidz Wilds & Sours - Bio Flüssighefe starten.
Ebenfalls Tag 2 2 Sude mit je 50l und lasse die 25 l, welche im Fass noch frei sind als Steigvolumen.
Sollte meines Erachtens reichen dass die Hefe nicht rauskommt.
Mutig oder einfach nur dumm? Allenfalls Beides :puzz :Bigsmile

Derzeit habe ich in meinem Brauraum, wo ich auch vor habe, das Fass zu lagern 17 Grad Raumtemp.
Zu wenig?
:Drink

Captain Brewley
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Re: Flanders Red Ale

#234

Beitrag von Captain Brewley » Samstag 18. April 2020, 20:37

Hier mal mein Update zu meinem Flanders Red-Projekt. Ich habe gestern beide Batches verkostet:

Batch 1
gebraut im März 2019, Stammwürze 14,7°P, ca. 20 Liter in einem 25 Liter Glasballon
Vergoren mit WYEAST ESB 1968, einem Pack Roeselare Blend und diversen Bodensätzen.
Mittlerweile steht der Restextrakt schon längere Zeit konstant bei 3,7°P. Über den Winter hab ich den Glasballon aus dem Keller in den Wohnbereich geholt, damit die Gärung nicht komplett einschläft.
Geschmacklich ist doch ausreichend Säure spürbar, ohne Essignote, recht angenehm. Das Bier ist inzwischen auch schon recht klar.

Batch 2
gebraut im Dezember 2019, Stammwürze 14,7°P
Vergoren mit Maitre Brasseur, dem geernteten Mikrozirkus von Batch 1 und noch einem Pack Roeselare Blend.
Obwohl dieser Sud viel jünger ist, ist das Bier schon deutlich saurer. Aber auch ohne Essigstich, eher wie Brausepulver oder saure Drops. Für Sauerbier-Liebhaber sicher pur trinkbar, ich würde es eher zum blenden nehmen. 1:1 mit Batch 1 gemischt, war das schon sehr fein.
Aber hier ist der Restextrakt noch bei 5,1°P.

Was nun? Geschmacklich wäre ich schon absolut zufrieden und bräuchte auf keinen Fall mehr Säure. Mit den hohen Restextrakten trau ich mich aber noch nicht abfüllen. Bei Batch 1 hab ich ja gesehen, dass es noch immer langsam weiter vergärt.

Mein Plan wäre, je 4 Liter aus beiden Batches zu mischen und zur Kirschenzeit mit Sauerkirschen weiter zu vergären. Von Batch 2 würde ich weitere 10 Liter in einen 10 Liter Glasballon umfüllen, damit hier möglichst kein Sauerstoff mehr dazu kommt.
Aber gerade von Batch 1 würde ich schön langsam mal was abfüllen wollen.

Was wäre hier ratsam? Eine hochvergärende, säuretolerante Hefe re-pitchen? Welche wäre da geeignet?
Einfach weiter warten und hoffen? Aber dann fürchte ich, dass das noch Jahre dauern könnte...

Besten Dank schon mal für Eure Expertise und Antworten.

Gunter

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Re: Flanders Red Ale

#235

Beitrag von Sauermann » Montag 20. April 2020, 22:51

Hallo Gunter,

mir geht es gerade ähnlich wie dir. Ich habe vor kurzem die Geduld verloren und zum ersten Mal den Ballon geöffnet, noch bevor das Jahr um war.

Gebraut habe ich das Flanders Red im Mai 2019, die Stammwürze war 14,4°P. Ich habe das Bier 4 Tage lang mit geernteter Diamond Lager gären lassen, dann in einen Glasballon geschlaucht und 1 Packung Wyeast Belgian Lamic und einen Bodensatz von einem Boon Kriek dazu gegeben. Seither steht das Bier im Keller, letzten Sommer bei 21°C, im Winter bei 10°C und jetzt wieder bei 15°C.

Der Restextrakt liegt jetzt bei 1,5%, das ergibt einen scheinbaren Vergärungsgrad von 90%. Geschmacklich hat es mich sehr überzeugt, es hat sehr schöne Brett Aromen und ist nicht besonders sauer. Essig schmecke ich überhaupt keinen heraus, das passt mir auch sehr gut. Mit meinem sehr billigen pH-Meter habe ich 3,6 gemessen, das könnte einigermaßen stimmen.

Eigentlich wollte ich noch mindestens bis zum Herbst warten, aber ich erwarte nicht, dass sich beim Restextrakt noch besonders viel tut. Also werde ich noch die Kirschenzeit abwarten, einen Teil ohne weitere Hefe oder andere Zusätze abfüllen und den Rest mit Kirschen versetzen. Weiter reifen darf das Bier dann in der Flasche.

Andreas

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Re: Flanders Red Ale

#236

Beitrag von Captain Brewley » Dienstag 21. April 2020, 06:37

RE von 1,5% klingt ja sehr gut, da würde ich mich auch locker abfüllen trauen. Aber bei mir hat ja das über ein Jahr alte Bier noch mehr als das doppelte...

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Re: Flanders Red Ale

#237

Beitrag von jemo » Dienstag 21. April 2020, 11:46

Mein Red Ale ist jetzt mit der Hauptgärung durch.Schlaucht ihr dann um, oder lasst ihr das Bier auf der Hefe?
Viele Grüße,
Jens

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Re: Flanders Red Ale

#238

Beitrag von Captain Brewley » Dienstag 21. April 2020, 13:08

Bei mir kommts vom Gärfass in einen Glasballon. Und ab da kommen auch Eichenholzwürfel dazu.

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Re: Flanders Red Ale

#239

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 10. Mai 2020, 12:02

Moin zusammen,

ich möchte mich gerne mal dem Thema Flanders Red widmen. Bzgl. Rezeptur muss ich mich dann noch mal tiefer einlesen. Was ich z. B. kommerziell sehr gut finde ist das Rodenbach Alexander. Ich habe aber auch keine Angst vor funky und ein wenig Essig. Ich denke für den Anfang werde ich mich hier nach den bewährten Rezepturen aus dem Thread richten.
Was mir momentan noch etwas Kopfzerbrechen bereitet ist die Frage der technischen Umsetzung der Lagerung bzw. Fassreifung. Ich arbeite normalerweise mit Speidelfässern und Flaschenkarbonisierung. Ich habe mir auch ein paar gebrauchte NC-Kegs geschossen um in Richtung GDA zu gehen, aber da stehe ich noch ganz am Anfang.
Für das Thema hier sehe ich grob zwei Wege: Glasballon+Eichenchips oder ein kleines Eichenfass.
Hierzu hätte ich gerne Eure Einschätzung... So ein kleines Eichenfass fänd ich schon schön. Gibt's da einen Tipp wo man ein geeignetes (+/- 30 Liter) gebraucht oder neu bekommen kann? In dem "Pumuckl"-Shop :Ätsch kostet ein 20 Liter Bierfass über 400€ :Shocked - das muss doch auch irgendwie günstiger gehen, oder? Oder würdet ihr eher dazu raten davon erstmal die Finger zu lassen und mit Glas und Chips einzusteigen? Das machen ja anscheinend viele so.. dazu würde mich vor allem die Meinung derjenigen interessieren, die Holzfässer benutzen :)

Danke für eure Tipps, viele Grüße
Volker
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Re: Flanders Red Ale

#240

Beitrag von Unbewegter Beweger » Sonntag 10. Mai 2020, 12:21

Hallo Volker,
bei kleinen Fässern hast du das Problem, dass die Relation Volumen zu Oberfläche ungünstiger wird und Oxidation nicht ausgeschlossen ist. Mir hat mal ein Flanders Red Ale zu viel Sauerstoff im Fass bekommen und ich hatte dann kräftige Ethylacetat-Aromen (Uhu; geht nicht mehr weg).
An deiner Stelle würde ich den Glasballon nehmen und mit Eichenspänen arbeiten.
Oder du tust dich mit ein paar Leuten zusammen und befüllst ein großes Fass. So was habe ich vor einem Jahr mit einem Freund probiert (250L) und bis jetzt ist alles sehr gut gelaufen.
Nur die Abfüllung wartet noch bis Belgien wieder auf hat. Da steht nämlich das Fass :puzz
Liebe Grüße, Sven

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Re: Flanders Red Ale

#241

Beitrag von Unbewegter Beweger » Sonntag 10. Mai 2020, 12:36

...zur Ergänzung, weil es oben nicht klar wird:
Das Flanders Red Ale ist mir in einem Edelstahlgärtank mit getrocknetem Gärspund oxidiert. Das mit den kleineren Holzfässern habe ich nur gelesen - entweder in Wild Brews oder in American Sour Beers - aber auch bei Brauereiführungen in Brüssel bestätigt bekommen.
Ich habe also keine eigene Erfahrung mit kleinen Holzfässern.
Liebe Grüße, Sven

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Re: Flanders Red Ale

#242

Beitrag von bierhistoriker.org » Sonntag 10. Mai 2020, 14:06

Unbewegter Beweger hat geschrieben:
Sonntag 10. Mai 2020, 12:21
bei kleinen Fässern hast du das Problem, dass die Relation Volumen zu Oberfläche ungünstiger wird und Oxidation nicht ausgeschlossen ist. Mir hat mal ein Flanders Red Ale zu viel Sauerstoff im Fass bekommen und ich hatte dann kräftige Ethylacetat-Aromen (Uhu; geht nicht mehr weg).
Hallo Sven,

wir hatten deswegen nach der Bewertung der Wettbewerbs-Flanders Red eine interessante Diskussion der Judges untereinander.
Die Wahrnehmung in Bezug auf Ethylacetat ist individuell recht unterschiedlich.
Die BJCP hält sich in Bezug auf Ethylacetat vornehm zurück.

In dem Buch von Kevin Verstrepen "Belgian Beer tested and tasted" (V. ist ord. Professor an der KU Leuven - verantwortlich für das MOOG, das zur Zeit läuft) weisen die beiden "Benchmark-Biere" Duchesse de B. / Rodenbach GC sehr hohe Werte an Ethylacetat auf - da beide Autoren Wissenschaftler sind ist der analytische Teil des Buches mit den Einzelauswertungen der Biere sehr penibel. So unangenehm Ethylacetat in hohen Dosierungen ist, scheint es bis zum Grenzwert allerdings stark geschmacks- und stil-mitbestimmend zu sein.
Hier ein kleiner Auszug des Buches, das Peter/gulp vor einiger Zeit empfohlen hatte - ein Muss für jeden Belgien-Bierfan:

kl_Rodenbach_1.jpg
kl_Rodenbach_2.jpg
kl_Duchesse_2.jpg

Da, wo der Pfeil ist, sind die Ethylacetat-Werte - beim Duchesse am Anschlag :Bigsmile


Cheers


Jürgen
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Re: Flanders Red Ale

#243

Beitrag von Unbewegter Beweger » Sonntag 10. Mai 2020, 14:20

Hallo Jürgen,
das stimmt natürlich. Bei Rodenbach Grand Cru kann man das Ethylacetat deutlich wahrnehmen, bei der Duchesse auch. Das konnte ich allerdings erst, nachdem ich meins gerochen habe :Wink
Bei mir hat es wirklich nur noch nach Uhu gerochen und der Gummistopfen vom Gärröhrchen hat sich sogar von den Dämpfen angelöst. Seitdem bin ich auf Silikon umgestiegen. In einigen Sauerbieren ist Ethylacetat der Hauptester. Nach der Promotion von Methner ja auch in Berliner Weiße. Wenn man nicht aufpasst, bekommt man aber zu viel davon und das ist dann irreversibel.
Liebe Grüße, Sven

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