Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

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Mystic-G
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Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#1

Beitrag von Mystic-G » Dienstag 19. Dezember 2017, 09:46

Hallo zusammen.
Ich bräuchte da mal einen Rat von den erfahrenen Brauern hier im Zirkel.

Vor nicht ganz einem Jahr habe ich das Fruitpunch IPA aus MMum gebraut:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... fruitpunch
Das war mein bisher bester Sud betreffend Geschmack, aber auch wurde das Bier so klar wie nie mehr danach und zuvor, Brauerkollegen haben mich sogar gefragt mit was ich das so klar gefiltert habe, es war etwa so klar wie ein Lager von einer Grossbrauerei.
Anzumerken ist hierbei, dass die Würze bereits beim läutern praktisch ab dem zweiten Liter klar lief.

Diesen Herbst wollte ich meinen Sud des Jahres wiederholen und habe genau die gleichen Zutaten eingekauft, jedoch bei einem anderen Brauerei-Zubehör-Shop. (ich kaufe fertig geschrotetes Malz)
Das Bier habe ich wie bereits beim ersten Mal im Weck gebraut, Kombirast +/-1°C mit gelegentlichem Rühren etwa alle 15min und einem 2-3min nachheizen in der Mitte der Rast bei etwa 30min.

Das Resultat war wie es der Titel schon sagt, ein New England IPA trübes Bier.
Dieses Symbolbild zeigt ziemlich genau was ich jetzt als Fruitpunch im Glas habe:

Bild

Am Rande muss noch bemerkt werden, dass ich beim ersten Sud mit der US-05 und beim jetzigen mit der WLP001 vergoren habe. Die Zeichen beim läutern (beim ersten Sud ab dem zweiten Liter klar, beim zweiten Sud lief bis zum schluss keine klare Würze) deuten jedoch darauf hin, dass der springende Punkt bereits vor dem Anstellen zu suchen ist.

Klar sagen jetzt sicher einige, bei solch schwammigen Faktoren wie ich beim Brauen mit dem Weck habe kann ja nicht zweimal dasselbe Bier herauskommen. Das ist mir ja auch klar…
Aber dass es zwischen zwei gleichen Suden so ein Unterschied entstehen kann, das hat mich jetzt schon etwas vom Sockel gehauen.

Nun meine Frage an euch:
Wo genau kann sich der (oder die) veränderte Parameter verstecken den ich übersehe, welcher mein zweiten Fruitpunch zu einem NEIPA gemacht hat? Was machen diejenigen Anders, welche von vornherein ein NEIPA brauen wollen, damit es am Schluss nicht doch ein leicht trübes Kellerbier gibt?

Gruss
Mystic-G
Zuletzt geändert von Mystic-G am Mittwoch 20. Dezember 2017, 05:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#2

Beitrag von danieldee » Dienstag 19. Dezember 2017, 09:51

Bei wieviel Grad war das Bier gelagert? Könnte ja auch Kühltrub sein
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#3

Beitrag von Felix83 » Dienstag 19. Dezember 2017, 09:56

Ich hatte auch mal so einen Thread offen, mein Bier sah genau so aus. Am Ende wars das Malz. bzw. Proteintrübung. Hab zum Test zwei mal das selbe Rezept gebraut. Einmal mit Maris Otter, einmal mit Pilsner als Hauptmalz. Das Pilsner war klar, das Maris Otter wie Deins.

US05 und WLP001 sowie WY1056 sind eigentich der selbe Stamm, aber man kann öfter mal lesen, dass WLP001 besser ausflockt und "cleaner" schmeckt. Das würde den Verdacht auf das Malz noch erhärten.

Ich mache mein fruchtiges Haus Pale Ale mit WY1968 bzw. WLP002 und mittlerweile Pale Ale Malz von Ireks. Fast industrieklar nach eintägigem Cold Crash
Zuletzt geändert von Felix83 am Dienstag 19. Dezember 2017, 10:04, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#4

Beitrag von Mystic-G » Dienstag 19. Dezember 2017, 09:59

Also nach der Nachgärung von rund 14 Tagen bei ca. 20° stand das Bier noch 2 Wochen im Keller bei etwa 14° und ist jetzt im Kühlschrank seit wiederum 2 Wochen bei ca. 3-5°
Der Sud war übrigens beim Läutern, Hopfenseihen, Schlauchen und jetzt im Glas genauso trüb wie oben auf dem Bild.
komischerweise hatte ich auch kaum Eiweissbruch beim Hopfenkochen, also so wenig wie praktisch noch nie.
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#5

Beitrag von Mystic-G » Dienstag 19. Dezember 2017, 10:01

Von daher könnte es schon vom Malz her kommen, jedoch hat mein Brauerkollege ein praktisch identisches Brewdog Punk IPA gebraut mit dem Malz das wir zusammen vom gleichen Shop gekauft haben, damals hatte er das NEIPA und meins war Sternenklar
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2019, 08:15, insgesamt 3,14-mal geändert.

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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#6

Beitrag von Felix83 » Dienstag 19. Dezember 2017, 10:06

Ja, gut, was Dein Kollege damals gemacht hat...das sind jetzt schon viele unbekannte Variablen. Wirklich rausfinden kannst du es nur mit dem Ausschlussverfahren. Ceteris Paribus.
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#7

Beitrag von gulp » Dienstag 19. Dezember 2017, 10:22

Mystic-G hat geschrieben:
Dienstag 19. Dezember 2017, 09:46
Hallo zusammen.
Ich bräuchte da mal einen Rat von den erfahrenen Brauern hier im Zirkel.

Vor nicht ganz einem Jahr habe ich das Fruitpunch IPA aus MMum gebraut:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... fruitpunch
Das war mein bisher bester Sud betreffend Geschmack, aber auch wurde das Bier so klar wie nie mehr danach und zuvor, Brauerkollegen haben mich sogar gefragt mit was ich das so klar gefiltert habe, es war etwa so klar wie ein Lager von einer Grossbrauerei.
Anzumerken ist hierbei, dass die Würze bereits beim läutern praktisch ab dem zweiten Liter klar lief.

Diesen Herbst wollte ich meinen Sud des Jahres wiederholen und habe genau die gleichen Zutaten eingekauft, jedoch bei einem anderen Brauerei-Zubehör-Shop. (ich kaufe fertig geschrotetes Malz)
Das Bier habe ich wie bereits beim ersten Mal im Weck gebraut, Kombirast +/-1°C mit gelegentlichem Rühren etwa alle 15min und einem 2-3min nachheizen in der Mitte der Rast bei etwa 30min.

Das Resultat war wie es der Titel schon sagt, ein New England IPA trübes Bier.
Dieses Symbolbild zeigt ziemlich genau was ich jetzt als Fruitpunch im Glas habe:

Bild

Am Rande muss noch bemerkt werden, dass ich beim ersten Sud mit der US-05 und beim jetzigen mit der WLP001 vergoren habe. Die Zeichen beim läutern (beim ersten Sud ab dem zweiten Liter klar, beim zweiten Sud lief bis zum schluss keine klare Würze) deuten jedoch darauf hin, dass der springende Punkt bereits vor dem Anstellen zu suchen ist.

Klar sagen jetzt sicher einige, bei solch schwammigen Faktoren wie ich beim Brauen mit dem Weck habe kann ja nicht zweimal dasselbe Bier herauskommen. Das ist mir ja auch klar…
Aber dass es zwischen zwei gleichen Suden so ein Unterschied entstehen kann, das hat mich jetzt schon etwas vom Sockel gehauen.

Nun meine Frage an euch:
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Gruss
Mystic-G
Beim ersten Mal hast du es falsch gemacht, beim 2. Mal richtig, auch wenn dir das nicht klar war, NEIPA ist trüb: https://www.hopfenhelden.de/new-england-ipa-neipa/ :Greets

Gruß
Peter
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#8

Beitrag von Mystic-G » Dienstag 19. Dezember 2017, 10:38

Ich will eben gerade kein NEIPA
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#9

Beitrag von gulp » Dienstag 19. Dezember 2017, 19:54

Mystic-G hat geschrieben:
Dienstag 19. Dezember 2017, 10:38
Ich will eben gerade kein NEIPA
Kann ich gut verstehen und Entschuldigung, habe ich falsch verstanden. :Smile

Gruß
Peter
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#10

Beitrag von olibaer » Dienstag 19. Dezember 2017, 22:29

Im Betreff steht "NEIPA".

Wäre schön, wenn die Abkürzung NEIPA im Threadkontext eine kurze Erklärung finden würde - nur so, für die Neuen, für uns, für den Stil im Forum. Bitte nachholen :-)
Gruss
Oli
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#11

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 20. Dezember 2017, 05:53

Mystic-G hat geschrieben:
Dienstag 19. Dezember 2017, 09:46

Das Resultat war wie es der Titel schon sagt, ein New England IPA trübes Bier.
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#12

Beitrag von Oberbräu » Mittwoch 20. Dezember 2017, 07:35

Moin, hast du identisches Brauwasser verwendet?

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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#13

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 20. Dezember 2017, 07:54

Ja, grundsätzlich mische ich 50:50 unser Hahnenwasser mit immer demselben Discounter Wasser.
Es könnte aber durchaus sein, dass sich eines der beiden Saisonal verändert hat...
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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#14

Beitrag von Boludo » Mittwoch 20. Dezember 2017, 08:00

Wenn man zwei mal das selbe Bier braut und der einzige Unterschied die Malzcharge ist, dann muss man eigentlich nicht lange überlegen, um die sehr wahrscheinliche Ursache für die (Eiweiß) trübung zu finden.
Die Trubstoffe, die man beim Läutern verschleppt sedimentieren normalerweise und bilden keine dauerhafte Trübing.
Immerhin hast Du jetzt einen sehr schönen Schaum, was ebenfalls für viel Eiweiß spricht.

Stefan

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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#15

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 20. Dezember 2017, 08:10

Sorry für meine Faulheit, aber das Bild oben ist nur ein Beispielbild ausm Netz zum die Trübung zu verdeutlichen.
Ob der Schaum aber auch so schön ist, müsste ich heut Abend beim nächsten Bierchen mal noch prüfen.
Was ist dann da beim Malz anders? ist das von schlechterer Qualität? oder schlechter Vermälzt?
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2019, 08:15, insgesamt 3,14-mal geändert.

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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#16

Beitrag von tommes » Mittwoch 20. Dezember 2017, 08:39

Guten Morgen,
Mystic-G hat geschrieben:
Mittwoch 20. Dezember 2017, 08:10
Sorry für meine Faulheit, aber das Bild oben ist nur ein Beispielbild ausm Netz...
Regel 9 beachtet? app.php/rules

Gruß Thomas

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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#17

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 20. Dezember 2017, 08:53

Ich hab das Bild nicht ausm Netz gespeichert und hier hochgeladen sodass man meinen könnte es sei meins, sondern es ist ganz einfach unter sauber deklarierter Quellenangabe verlinkt worden. (Rechtsklick auf das Bild und "Eigenschaften" wählen)
Das ist soweit meinem basisakademischem Wissen korrekt so.
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2019, 08:15, insgesamt 3,14-mal geändert.

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Re: Hilfe, ich habe ein NEIPA gebraut...

#18

Beitrag von Felix83 » Mittwoch 20. Dezember 2017, 11:21

Ich bin kein Malzexperte, aber das Eiweiß wird bei dem Malz wohl einfach schlechter gelöst sein. Was gelöst genau heißt, ist so ne Sache. Hab das schon oft gegoogelt und mir ist selbst nicht ganz klar, ob

1. Eiweiß beim Mälzen in Aminosäuren umgewandelt wird, oder
2. immer noch Eiweiß ist, aber beim Maischen dann besser abbaubar.

Vielleicht kann das ein Experte mal aufklären :)
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