Mein erstes Bier

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Bavilo
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Mein erstes Bier

#1

Beitrag von Bavilo » Sonntag 11. Januar 2015, 13:03

Hallo ihr Lieben,

Ich bin das erste mal hier und möchte euch nach einem kleinen Rat fragen.
Ich habe zuvor noch nie selber Bier gebraut und möchte mich jetzt daran versuchen.

Ich habe vor ein Böhmisches Pils zu brauen und habe bei MaischeMalzundMehr ein Rezept gefunden. Nämlich das hier: http://www.maischemalzundmehr.de/index. ... ha1=15%2C1

Außerdem habe ich den kleinen Brauhelfer runtergeladen und mal alles eingestellt was ich jetzt so wusste. (Ich muss mich noch weiter in die Materie einlesen)
P.S. Großes lob an der Entwickler dieser Software! Echt genial!

Aber laut dem brauhelfer würde das Rezept etwas anders aussehen, die Hauptguss und Nachgussen Mengen z.B.

Was stimmt denn jetzt? Sieht das Rezept vom Brauhelfer in ordnung aus? Sollte ich etwas anpassen?

Ich würde für meinen ersten Brauversuch effektiv 10 L Bier haben wollen. Ich habe das Rezept vom Brauhelfer angehangen.

Vielen Dank!
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Unfiltered
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Re: Mein erstes Bier

#2

Beitrag von Unfiltered » Sonntag 11. Januar 2015, 13:20

Hallo Bavilo,

erstmal herzlich willkommen und viel Erfolg bei Deinen Bieren !

Das ausgesuchte Rezept ist nicht unbedingt Anfängertauglich, per Dekoktion gebraut und untergärig. Suche bei MMuM besser nach anfängertauglichen Bieren.

Ich habe bisher kein Böhmisches Pilsener gemacht, aber normalerweise sind die Berechnungen vom KBH schon gut.

Gruß Holger

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Bierjunge
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Re: Mein erstes Bier

#3

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 11. Januar 2015, 13:22

Mein einziger Rat wäre der, dass Pils mit einer der schwierigsten Bierstile überhaupt ist. Als Erstlingswerk eignet es sich daher denkbar schlecht, mit allerhöchsten Anforderungen an Rohstoffe (Hefe!), Wasserchemie (!), Verfahren und kontrollierte (kalte!) Vergärung. Such Dir doch etwas Verzeihendereres aus, ein Ale z.B., oder z.B. das, was hier oft unter "Klosterbier" (was auch immer das sein mag) gehandelt wird.

Moritz

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Re: Mein erstes Bier

#4

Beitrag von mf_aut » Sonntag 11. Januar 2015, 13:23

Hallo Bavilo,

Herzlich Willkommen im besten Forum!

Als erstes würde ich dir, von Anfänger zu Anfänger, raten, als erstes Bier ein obergäriges Bier zu brauen.
1. da es von der Gärführung einfacher zu bewerkstelligen ist und
2. ist die Dauer der Nachreifung kürzer als bei UG. Und ich glaube nicht, dass du erst 2 Monate nach dem Brauen das Ergebnis verkosten kannst. Da wäre ich zu ungeduldig. :thumbsup

Mein Tip: Suche bei MMuM(MaischeMalzundMehr) nach Rezepten, die für Anfänger geeignet sind. Sind grundsätzlich alle OG.
Ich habe zum Beispiel aks Esrtes die "Almtaler Hefeweisse" und als 2. "Michas OG Märzen" gebraut. Und jetzt kommt der SNPA Clone.

Zum Brauhelfer: beim Rezept, da wo man die Hefe auswählt, kann man das Verhältnis Malz zu Hauptguss in Liter einstellen. Die Menge des Nachgusses errechnet sich dann durch deine Sudhausausbeute, welche du jezt noch nicht weißt, also würde ich 60% annehmen und nach den ersten Suden anpassen.

Nichts für ungut :Drink
Gruß Friedl
Zuletzt geändert von mf_aut am Sonntag 11. Januar 2015, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.

Rudiratlos
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Re: Mein erstes Bier

#5

Beitrag von Rudiratlos » Sonntag 11. Januar 2015, 13:24

Das MMuM-Rezept ist für den Einstieg nicht wirklich geeignet.

Dein eigenes Rezept ist da leichter zu brauen. Da kannst du aber die 20min Rast beim Abmaischen sparen. Einfach warten, bis sich die Trebern abgesetzt haben, dann mit dem Läutern beginnen.
Die Gesamtzeiten der 63°- und 72°-Rasten sollten eigentlich reichen, um jodnormal zu werden. Trotzdem nicht auf die 30 min bei 72° versteifen, sondern einfach rasten bis jodnormal, und das auch mit einer Probe verifizieren.
Bei der Schüttung stimmt was nicht, da fehlen 10%!.
Ob Haupt- und Nachguss von der Menge her wirklich passen, ist Anlagenabhängig. Insgesamt ist es vielleicht etwas viel Wasser. Am besten einfach so lange läutern, bis du beim Glattwasser bei 2-3°P bist, und nicht auf eine feste Nachgussmenge beharren.
Ob der erste Versuch gleich untergärig sein soll, da kann man sich drüber streiten, aber machen kann man das schon... Zudem ist was "Helles" auch eher schwierig. Vielleicht wäre ein "Dunkles" oder ein Alt als Erstlingswerk besser.

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Re: Mein erstes Bier

#6

Beitrag von Rudiratlos » Sonntag 11. Januar 2015, 13:30

Noch was: Man kann natürlich mit Speise arbeiten, fürs erste Mal, würde ich aber mit Zucker karbonisieren, einfach weil dann ein Stressfaktor weniger ist.

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Re: Mein erstes Bier

#7

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 11. Januar 2015, 14:35

Rudiratlos hat geschrieben:Ob der erste Versuch gleich untergärig sein soll, da kann man sich drüber streiten, aber machen kann man das schon... Zudem ist was "Helles" auch eher schwierig. Vielleicht wäre ein "Dunkles" oder ein Alt als Erstlingswerk besser.
Bei Pils kommt halt alles zusammen, Hell und Untergärig. Und rein gar nichts, wohinter sich kleine Fehler verstecken könnten.
Das stellt höchste Ansprüche an Qualität und Vorbereitung der Rohstoffe (Wasser, Hefe), dass man sein Verfahren voll im Griff hat, an Temperaturführung bei der Gärung und an Geduld bei der Reifung.
Und ob man sein Verfahren im Griff hat, kann man ohne Erfahrung noch nicht einmal sagen.

Wenn ich mich zum ersten mal im Leben auf Ski stelle, suche ich mir dafür doch nicht gerade eine schwarze Piste aus.
(blödes Beispiel, ich weiß).

Moritz

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Re: Mein erstes Bier

#8

Beitrag von Bavilo » Sonntag 11. Januar 2015, 15:14

Wow! Vielen Dank an all die vielen Antworten!

Ich hatte versucht das MMuM rezept auf den KBH zu übertragen. Aber wie ich jetzt gesehen habe errechnet der KBH ja den benötigten Malz anteil selber...Meine angegebenen 1,96 Kg anstatt 2,17 Kg.

Habe jetzt mal versucht das Märzen Rezept in den KBH zu übertragen und das ergebniss habe ich angehängt.
Wieder weicht es ab, auch die Hopfenmengen scheinen mir komisch.

Kann mir jemand sagen was ich falsch mache?


Danke!
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Re: Mein erstes Bier

#9

Beitrag von christoph83 » Sonntag 11. Januar 2015, 17:43

Untergäriges helles Bier ist tatsächlich eine Herausforderung. Was ich aber betonen möchte: Dekoktion ist keine Magie, ich hab anfangs nur so gebraut.
Beware: Brews off-style!

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Re: Mein erstes Bier

#10

Beitrag von hanfkante » Sonntag 11. Januar 2015, 18:02

Servus,

Malzmenge: Der KBH rechnet mit einer Gewissen Ausbeute, z.B. 60%, denn kansst du aber einstellen auf deine Werte, was aber ein Anfänger meistens nicht so genau weiss.
Kleiner Abweichungen sind schon o.k. Gibt dann halt 12 Liter statt 10.

Hopfenmengen: Was du jetzt genau mit komisch meinst, weiss ich auch nicht, aber ein Märzen ist mit 30 IBU schon relativ starkt gehopft. Aber da gibts sicher 1000 Meinugen.

schorsch

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Re: Mein erstes Bier

#11

Beitrag von Bavilo » Sonntag 11. Januar 2015, 18:09

So ich habe mich nochmal etwas eingelesen und habe folgendes Rezept mit dem KBH erstellt. Sieht das soweit ok aus?
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Re: Mein erstes Bier

#12

Beitrag von Bavilo » Dienstag 13. Januar 2015, 13:42

Ich glaube ich probiere es so einfach mal aus. Werde wahrscheinlich auch doch lieber für den Anfang auf Haushaltszucker zurückgreifen als auf die Speise...

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Re: Mein erstes Bier

#13

Beitrag von dingenz » Dienstag 13. Januar 2015, 13:50

Bavilo hat geschrieben:Ich glaube ich probiere es so einfach mal aus. Werde wahrscheinlich auch doch lieber für den Anfang auf Haushaltszucker zurückgreifen als auf die Speise...
Das ist absolut in Ordnung. Viele hier machen auch als "Fortgeschrittene" die Karbonisierung mit Zucker. Speise ist aber nichts wovor man Angst haben muss. :Wink

Und einfach Ausprobieren ist manchmal das beste! Nach dem ersten Sud versteht man viele Dinge besser. Man kann dann hier vielleicht noch nicht immer mitreden aber fast immer "mitlesen". :Smile

Viele Erfolg!
Viele Grüße
dingenz

Braurechner.de - Frei nutzbare Web-App zur Berechnung verschiedener Kennzahlen, die beim Hobbybrauen benötigt werden.

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Re: Mein erstes Bier

#14

Beitrag von Dale » Dienstag 13. Januar 2015, 14:02

Zucker ist ne gute Idee, Märzen auch. Wenn Du Lust auf Dekoktion hast, würde ich mir das nicht ausreden lassen. Beim Märzen kommt das imho sehr gut, dann würde ich allerdings das Cara-Gedöns weglassen..

Grüße,
Dale.

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Re: Mein erstes Bier

#15

Beitrag von philipp » Dienstag 13. Januar 2015, 14:33

zur Info: Wir labern gerade im Chat drüber und geben dort Tipps.
Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/h ... ew/1817246

Im alten Forum als 'rattenfurz' bekannt gewesen.

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