erstes Untergäriges

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Zackenknecht
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erstes Untergäriges

#1

Beitrag von Zackenknecht » Montag 16. April 2018, 19:01

Hallo Bierfreunde,
nachdem jetzt endlich mein Gärschrank in Betrieb ist möchte ich mich an ein Untergäriges Bier wagen.
Ich möchte ein Bier machen das für Industriepilstrinker eine nicht zu große Geschmacksrevolution ist und mich als relativ unerfahrenen Brauer nicht zu stark herausfordert.
Als Wasser steht mir unser Leitungswasser und Desteliertes Wasser aus einer großen Laboranlage zur Verfügung.
Was würdet Ihr Brauen und mit welchem Wasser? :Grübel

https://hobbybrauer.de/forum/download/file.php?id=32266



Dake im Vorraus für eure Antworten
Thomas
Ein Leben ohne Bier ist möglich aber sinnlos
Ich glaub ich hab Cenosillicaphobie :Grübel

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gulp
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Re: erstes Untergäriges

#2

Beitrag von gulp » Montag 16. April 2018, 19:52

Ich möchte ein Bier machen das für Industriepilstrinker eine nicht zu große Geschmacksrevolution ist und mich als relativ unerfahrenen Brauer nicht zu stark herausfordert.
Dann lass die Finger vom Pils. Mach ein Zwickelbier, ein naturtrübes Lager, oder Dergleichen. Pils ist halt Meisterklasse! :Cool

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
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karsten
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Re: erstes Untergäriges

#3

Beitrag von karsten » Montag 16. April 2018, 21:11


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marsabba
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Re: erstes Untergäriges

#4

Beitrag von marsabba » Montag 16. April 2018, 21:35

... und als Aromahopfengabe was moderat fruchtiges, wie Styrian Golding Celeja oder dt. Cascade. Schmeckt gut und verdeckt etwaige Gärfehler.

Martin

Zackenknecht
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Re: erstes Untergäriges

#5

Beitrag von Zackenknecht » Mittwoch 18. April 2018, 20:54

gulp hat geschrieben:
Montag 16. April 2018, 19:52
Ich möchte ein Bier machen das für Industriepilstrinker eine nicht zu große Geschmacksrevolution ist und mich als relativ unerfahrenen Brauer nicht zu stark herausfordert.
Dann lass die Finger vom Pils. Mach ein Zwickelbier, ein naturtrübes Lager, oder Dergleichen. Pils ist halt Meisterklasse! :Cool

Gruß
Petersilie
Danke das genau hab ich gebraucht.
Ich weiss das Wasser -Diskusionen den ach so erfahrenen Brauern hier im Forum auf den Sa...... Gehen.
Und ich mit meiner Anlage einige Anläufe Brauch um klar zu kommen, aber die Hardware passt jetzt glaub ich.
Ein vernünftiges Alt bekomme ich inzwischen auch hin, wollte mich nur weiterentwickeln. Keller-und Klosterbier hat es auch schon gegeben.
Leider hab ich in meiner Umgebung keine Brauer mit denen ich mich austauschen kann.
Aber vielleicht braucht ja jemand professionelle Tips zum wursten und schlachten. Dann komm ich nicht mit ueberheblichen tips.
Tschuldigung aber das müsste jetzt raus.
Gruß Thomas
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Re: erstes Untergäriges

#6

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 18. April 2018, 21:24

Wer wird denn gleich... :Wink
Peter hat's nur gut gemeint, aber ich hab sowas in meiner Anfängerzeit auch nicht hören wollen. :P

Also wenn Du Dir das in den Kopf gesetzt hast, dann mache es.
Nur aus Fehlern lernt man.

Das von Karsten erwähnte "Pils für's Volk" ist hier recht beliebt, das wäre doch schon mal ein guter Rezept Ansatz.

Dein Wasser ist recht brauchbar.
Die Restalkalität musst Du senken. Verschneiden würde ich nicht, denn ansonsten passt eigentlich alles ganz OK so.
Jetzt hast Du verschiedene Möglichkeiten.
  • Sauermalz (RHG konform)
  • Milchsäure, evtl. in Kombination mit etwas Calciumchlorid und Calciumsulfat (Gips)
  • Technische Säuren (Salz- und/oder Schwefelsäure)
Ich schreib dir mal 'ne PN.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Boludo
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Re: erstes Untergäriges

#7

Beitrag von Boludo » Mittwoch 18. April 2018, 21:36

Beim Pils zählt das Wasser und alles was passiert, sobald die Würze gekühlt wurde. Der Rest spielt natürlich auch eine Rolle, aber die meisten scheitern am Wasser und vor allem der Gärführung.
Trivial ist das wirklich nicht, vor allem die aktive Kühlung und das Hefemanagement. . Aber man kann es natürlich versuchen und vermutlich hat man auch Freude damit, wenn man einiges vergeigt hat.

Stefan

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Sura
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Re: erstes Untergäriges

#8

Beitrag von Sura » Donnerstag 19. April 2018, 21:59

Wenn du aus Heidesee kommst, ist Berlin nun wirklich nur ein Katzensprung. Da wirst du definitiv Austausch finden. Ansonsten muss ich meinen Vorpostern leider Recht geben, und muss auch zugeben das meine Pilse zwar gut, aber nicht wirklich stabil waren. Warum auch immer. Da gibt es halt sehr viele Schrauben, und beim Pils braucht man offensichtlich alle, und auch den passenden Schlüssel dazu. :Grübel

Da muss man auch nicht eingeschnappt sein. Über das 0815 Fersehpils wird immer geschimpft, aber trotzdem gibts nur wenige die eines genauso in die Flasche bekommen. Auch Langeweile kann halt eine Kunstform sein.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Ursus007
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Re: erstes Untergäriges

#9

Beitrag von Ursus007 » Freitag 20. April 2018, 10:43

Probiers doch einfach. Du hast fast 100 Beiträge hier im Forum, bist seit 2015 dabei. Etwas Erfahrung solltest Du haben. Gut so.

Es wird eine Herausforderung, aber ist sicher nicht unmöglich. Geh es mal an.

Wasser sollte entsprechend weich sein, ich verschneide meins für derartige Biere (Helles, Pils) immer mit dest. Wasser. Besser kann ich's nicht und will es auch ehrlich gesagt nicht. Das ist sicher nicht der perfekte Weg, aber durchaus möglich. Die Ergebnisse ließen sich jeweils immer sehr gut schmecken.

Wenn Du die kalte Gärführung möglich hast, ist alles fein: Anstellen bei unter 8...9°C, entspr. Menge Hefe (bei Trockenhefe frisch rehydriert: 10g/10l), Temp. ab Mitte der Gärdauer langsam bis auf 13°C erhöhen.

Was sein wird:
Die Ergebnisse werden nicht zuverlässig exakt wiederholbar sein. Selbst große Brauereien verschneiden Sude zum abfüllbaren Ergebnis, weil die wollen immer gleich bleibenden Geschmack. Und ohne Filtern bleibt es immer etwas trüb. Aus meiner Sicht ein Hobbybrauermerkmal, kein Ausschlag gebender Qualitätsmangel.

Edit: Ein schöner Aromahopfen im Whirlpool oder am Ende der Kochzeit bringt sicher einen netten Kick.

Pils is no rocket science ... ;-)

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Re: erstes Untergäriges

#10

Beitrag von Pizzaolio » Samstag 21. April 2018, 20:00

Moinsen, habe auch mein erstes Pils gemacht. War garnicht so schlimm. Wollte eigendlich Pils fürs Volk machen, ist denn doch Bennis Ernte Pils geworden, warum auch immer. Wasser mit Sauermalz angepasst. Gärung 2 Wochen bei 9 Grad, geht schon langsam an, aber ging dann gut los. Vier Tage bei 16 Grad. Seit 07.04. In Flaschen. Sieht gut aus, schmeckt schon, Karbonisierung etwas schlapp. 5,5 Gamm Zucker. Nächstes mal etwas mehr. Bin gespannt .
Frage, gibt es in HH einen Hobbybrauerladen?

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Re: erstes Untergäriges

#11

Beitrag von karsten » Samstag 21. April 2018, 20:54

Mein dritter Versuch ein Pils herzustellen. Das erste war viel zu stark (ein Maibock). Das zweite ohne Körper. Das hier ist m.M.n. das beste was ich je gebraut habe.

Relativ einfaches Rezept aber....

Wasseraufbereitung mit Milchsäure, Würzekühlung, Gärführung bei konstanter Temp. 12°C, Coldcrash kurz vor Abfüllung
pils.jpg

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Re: erstes Untergäriges

#12

Beitrag von Ursus007 » Samstag 21. April 2018, 23:01

Reschpeckt! :-)

Schaut sehr gut aus. Wie hast'n das so klar bekommen? So klar sind meine Biere meistens erst nach >3 Monaten und extrem vorsichtigem Einschenken.

Gerne Tipps rüber geben ... :-)

Ursus
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Re: erstes Untergäriges

#13

Beitrag von karsten » Samstag 21. April 2018, 23:32

Reines Pilsner Malz.
Hefe aus der zweiten Führung.
Würze kühlen.
Hauptgärung bei 12 Grad.
Cold Crash auf 6 Grad kurz vor der Abfüllung.

Das Bier befindet sich noch in der Nachgärung im Keller. Also noch nicht mal in der Reifung welche dann wieder im Kühlschrank passiert. Ich bin auch echt schwer begeistert.

Hier noch ein Bild...
B0FCB1CD-A193-4B02-B53A-235D82D9BB30.jpeg

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Re: erstes Untergäriges

#14

Beitrag von Zackenknecht » Montag 13. August 2018, 11:30

Hallo Bierfreunde,
am Sontag habe ich es nun getan, ich habe mein erstes Untergäriges gebraut.
Es ist, ich bin ja nicht beratungsresistent (danke Gulp), das Sommer-Zwickel aus MMuM geworden. https://www.maischemalzundmehr.de/index ... g%C3%A4rig
Nun eine Frage zur Hefe und deren Arbeit.
Angestellt habe ich bei 9°C die W35 ist auch ca 1h später angekommen und arbeitet problemlos.
Ich möchte die 9°C auch weiter beibehalten(oder ist es besser die Temperatur etwas anzuheben zu Ende der Gärung?).
Wie lange braucht bei euch diese Hefe erfahrungsgemäß?
Ich möchte nicht alle zwei Tage das Gärfass öffnen und spindeln. Meine Obergärigen waren immer nach spätestens 14 Tagen durch. :Grübel
Danke im Vorraus.
Gruß Thomas

Edit: gerade nochmal gelesen, werde also nach 1 Woche die Temperatur auch etwas steigen lassen.
Zuletzt geändert von Zackenknecht am Montag 13. August 2018, 11:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: erstes Untergäriges

#15

Beitrag von grüner Drache » Montag 13. August 2018, 11:51

Hallo Thomas!

Also eine Stunde bei 9 Grad zum Ankommen ist sportlich. hast Du en Starter gemacht?
Ich würd gegen Ende der Gärung schon hoch auf 17Grad oder halt Raumtemperatur (Kellertemeratur im Sommer)
wegen der Diacetyhl-Rast halt.
Ich kenn nur die WS 34/70, was die Dauer angeht, so kann ich da auch nich soviel zu sagen, da ich grün auf NC-Kegs abfülle und dann mit der Kellerfee abspunde.
Bis zum Abfüllen (8-10Tage) geht's gut runter, dann wird es aber ne Geduldprobe (unter Druck halt...).
Aber ich denk beim Abfüllen auf Flaschen sollte man mit 14Tagen rechnen können ...
Allezeit gut Sud!
:Drink
Ciao,Alex!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

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Re: erstes Untergäriges

#16

Beitrag von Zackenknecht » Montag 13. August 2018, 11:55

Danke Alex,
einen Starter hab ich nicht gemacht, hab aber 50g in 1l rehhydriert.

Gruß Thomas
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Re: erstes Untergäriges

#17

Beitrag von Zackenknecht » Dienstag 25. September 2018, 10:09

So,
gestern nach 14 Tagen Nachgärung 55l ins Kühllager gestellt.
Nächstes WE wird verkostet :Smile

Gruß Thomas
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