Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

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Nuts'n'Nutter
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Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#1

Beitrag von Nuts'n'Nutter » Sonntag 6. Mai 2018, 23:10

Hallo zusammen,

ich bin neu hier ( zu meiner Vorstellung geht's hier: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=50&t=17599) und hab nicht sonderlich viel Ahnung, wenn es darum geht, ein Bier nachzuzubrauen, daher würde ich mich über euren Input freuen.

Als erstes Klon-Rezept hab ich mir nämlich vorgenommen das Riegele Robustus 6 nachzubrauen. Wir haben das gestern getrunken und "Wow", war das lecker.
Riegele gibt ja zum Glück auch die Zutaten an:
Wasser, Gerstenmalz (Pale Chocolate, Dark Chocolate, Steffi, Münchner Malz, Amber Malz), Weizenmalz, geröstete Gerste, Hopfen (First Gold, Golding), Hefe
Allerdings stellt sich jetzt natürlcih die Frage, in welcher Schüttung?
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Reihenfolge die Mengenverhältnisse widerspiegelt, also zuerstgenannte Zutaten einen größeren Anteil haben.
Zusammen mit einem BrauRezept-Rechner hstelle ich jetzt mal folgendes REzept zur Debatte:

400 g United Kingdom - Pale Chocolate 33 207 27.8%
100 g United Kingdom - Chocolate 34 425 6.9%
100 g German - Munich Dark 37 15.5 6.9%
100 g German - Bohemian Pilsner 38 1.9 6.9%
90 g United Kingdom - Amber 32 27 6.2%
0.5 kg German - Wheat Malt 37 2 34.7%
0.15 kg United Kingdom - Roasted Barley 29 550 10.4%
1.44 kg Total

Hopfen: Da der nur eine untergeordnete Rolle spielt und ich die auf de Zutatenliste genannten Hopfensorten (First Gold, Golding) nicht vorrätig habe (und mein HopfenKühlfach aus allen Nhten quillt) würde ich hier auf Perle/Mittelfrüh ausweichen - mit einem Zielwer von ca. 18-19 IBU.

Vergoren werden soll das Ganze voraussichtlich mit der Danstar London ESB.

Was meint ihr? Lieg ich da total daneben?
Farbe (98,5 EBC) und Alkoholgehalt (5,1%) kommt jedenfalls schonmal ziemlich an das Original ran.


Viele Grüße
Dominik

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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#2

Beitrag von flying » Sonntag 6. Mai 2018, 23:36

Sorry aber ich kann mit den ganzen Ziffern hinter den Malzen nichts anfangen. Aber die Choco/Röstmalze und die Röstgerste zusammen ergibt über 45% falls ich es richtig deute? Das kann m. M. nichts werden.
Held im Schaumgelock

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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#3

Beitrag von Snowman » Sonntag 6. Mai 2018, 23:45

Hallo Dominik,

herzlich willkommen hier und deiner Mitbrauerin natürlich auch!
Eins vorab, bevor ich mein Wort zum Sonntag loswerden muss, ich kenne das Bier nicht.

Einerseits würde ich dir dieses komplexe Rezept als Anfänger ausreden. So viele versch. Malze, andere Maischarbeit, Läuterunterschiede(!!), unterschiedliche Hopfengabe und Hefemanagement ergibt wahrscheinlich nur eine Grobrichtung. Aber was soll´s! Ich hoffe, es schmeckt am Ende!
Andererseits ist es genau das, was wir Hobbybrauer machen können. In kleinen Mengen drauf los brauen. Wenn Du/Ihr Zeit und Bock habt, dann macht das auch! Am Ende ist es bei Euch wahrscheinlich genauso, wie bei uns: Ihr verbringt sehr viel Zeit, um euch ins Brauen zu vertiefen.
Es gibt einen Spruch: Bier wird´s immer.
Aber dass es ein gutes Bier wird - genau nach Vorstellung und wiederholbar: Ein solches Bier ist eine große Kunst.

In diesem Sinne: Macht euch auf den Weg - haut rein!

Björn

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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#4

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Sonntag 6. Mai 2018, 23:47

Moin und willkommen erstmal.
Ich muss zugeben, dass ich das Original von Riegele noch nicht kenne und daher wenig hilfreich auf den Klon eingehen kann.
Aber ... 10% Röstgerste willst du nicht reinwerfen. Das ist tief schwarz verkohltes Malz. Es riecht verbrannt, es schmeckt verbrannt und es macht sich mächtig im Geschmack breit. Es würde keine Rolle spielen, wie du die anderen 90% der Schüttung gestaltest oder welchen Hopfen du verwendest.
Bei - für meinen Geschmack - sehr röstigen Bieren liegt mein Limit bei 2% Röstgerste und einer Hand voll Carafa Spezial. Mehr empfinde ich als untrinkbar.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#5

Beitrag von Nuts'n'Nutter » Montag 7. Mai 2018, 00:06

Hallo zusammen und danke für das erste Feedback!
Die Anteile sind wie gesagt nur eine erste Idee, ich bin da gerne für konkrete Anpassungsvorschläge offen.

Das mit der vielen Röstgerste hab ich mir zuerst auch gedacht, allerdings erscheint es mir ja so, als wenn die Zutaten doch in der Reihenfolge ihrer Anteile aufgeführt werden. Oder was meint ihr? Alphabetisch sortiert sind sie jedenfalls nicht und Wasser steht als Hauptbestandteil an erster Stelle, Hefe neben Hopfen an letzter.


Wasser, Gerstenmalz (Pale Chocolate, Dark Chocolate, Steffi, Münchner Malz, Amber Malz), Weizenmalz, geröstete Gerste....

Fragen:
-Welches sind die kritischsten Röstgersten? Soweit ich verstanden habe doch die dunkelsten, oder? Dann sollte PaleChocolate doch weniger Röststoffe enthalten und daher in einer höheren Schütung ok sein, wenn ich die Anteile von dark chocolate und gerösteter Gerste entsprechend herunterfahre?

-Weizenmalz könnte ich ja nach meiner Zutaten-Reihenfolge-gleich-Anteil-Logikerhöhen, solange insgesamt (zumindest minimal) mehr Gerstenmalze als Weizenmalz in den Kochtopf kommt.
Wäre das ein Ansatzpunkt?

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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#6

Beitrag von Tozzi » Montag 7. Mai 2018, 00:08

Servus Dominik,
Nuts'n'Nutter hat geschrieben:
Sonntag 6. Mai 2018, 23:10
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Reihenfolge die Mengenverhältnisse widerspiegelt, also zuerstgenannte Zutaten einen größeren Anteil haben.
Zusammen mit einem BrauRezept-Rechner hstelle ich jetzt mal folgendes REzept zur Debatte:

400 g United Kingdom - Pale Chocolate 33 207 27.8%
100 g United Kingdom - Chocolate 34 425 6.9%
100 g German - Munich Dark 37 15.5 6.9%
100 g German - Bohemian Pilsner 38 1.9 6.9%
90 g United Kingdom - Amber 32 27 6.2%
0.5 kg German - Wheat Malt 37 2 34.7%
0.15 kg United Kingdom - Roasted Barley 29 550 10.4%
1.44 kg Total
Ich mag das Robustus 6 auch sehr gerne. Ein schönes, klassisches Robust Porter, wie ich finde.
Aber mit der Schüttung wirst Du so nicht froh werden.
Das kann nix werden, viel zu viel Röstmalz.
Erstens sind da nicht genug Enzyme drin um das überhaupt maischen zu können, zweitens wird das viel zu röstig und dunkel.
Riegele haben die Malze garantiert nicht in der Reihenfolge des Schüttungsverhältnisses gelistet, sondern die Spezialmalze zuerst.

Ich würde eher sowas anstreben:
76% Pale Ale Malz (Maris Otter?) (Eventuell weniger, zugunsten von Münchner II)
10% Weizenmalz
4% Brown Malt
4% Amber Malt (oder 8% eins von beiden)
3% Pale Chocolate
3% Black oder Chocolate
1% Röstgerste

Glaub mir, das wird dunkel und röstig genug.
Ich persönlich würde auf die Röstgerste sogar verzichten. Meist ist die nicht so frisch (wird selten gekauft) und dann wird's richtig brenzlig.
Lieber ein wenig Haferflocken mit reintun (vorher leicht im Ofen geröstet), davon dann gern bis zu 4%.

Oder schau dir das mal an:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept
Geht genau in die gleiche Richtung.
Nuts'n'Nutter hat geschrieben:
Sonntag 6. Mai 2018, 23:10
Hopfen: Da der nur eine untergeordnete Rolle spielt und ich die auf de Zutatenliste genannten Hopfensorten (First Gold, Golding) nicht vorrätig habe (und mein HopfenKühlfach aus allen Nhten quillt) würde ich hier auf Perle/Mittelfrüh ausweichen - mit einem Zielwer von ca. 18-19 IBU.
Kannst Du machen. Ich persönlich würde englischen Hopfen nehmen, aber der spielt hier tatsächlich nicht die Hauptrolle.
Nuts'n'Nutter hat geschrieben:
Sonntag 6. Mai 2018, 23:10
Vergoren werden soll das Ganze voraussichtlich mit der Danstar London ESB.
Die hat keinen sehr hohen Vergärungsgrad, so weit ich weiß. Kann also sein, dass das süßer wird, als erwartet.
Du hast nichts zum Maischplan erwähnt, den würde ich auf der "trockenen" Seite halten, dann wird's schon klappen.
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#7

Beitrag von Nuts'n'Nutter » Montag 7. Mai 2018, 00:18

Hi Tozzi,

vielen Dank für dir Infos!
Dann überlege ich mir morgen mal in Ruhe, wie ich meine Zutatenliste neue zusammensetzen sollte.
Wg. Maischplan: Hatte an eine KombiRast bei 66-68 Grad C für 60min gedacht - oder sollte ich (wg dem Weizen?) noch weitere Rast(en) einplanen?

Vielleicht brau ich auch erst mal dass von dir genannte Rezept - das klingt nämlich auch fantastisch. Hast du das schon ausprobiert?

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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#8

Beitrag von Tozzi » Montag 7. Mai 2018, 00:33

Hi Dominik,

mach die Rast bei 66˚C und halte sie etwas länger, würde ich sagen.
(Wobei vorher 10 Minuten bei 57˚C nicht schaden würden, wenn das nicht zu umständlich ist).
Je länger, desto schlanker wird das werden, 75 Minuten sollten aber dicke reichen.
Länger schadet aber auch nicht.

Ich habe das obengenannte Rezept noch nicht ausprobiert, aber es klingt gut.
Dieses hier habe ich nachgebraut:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept
Siehe auch meine Anmerkungen dazu.

Am Ende entstand dann dieses Rezept, das Lieblingsbier meiner Schwägerin:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept
Das würde ich auch eher 1˚ niedriger rasten lassen nächstes mal.
Und es ist anständig röstig, sollte also ein halbes Jahr in Ruhe gelassen werden.
Dann wird es relativ mild und schokoladig.
Viele Grüße aus München
Stephan

Sepp-Wurzel
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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#9

Beitrag von Sepp-Wurzel » Donnerstag 17. Mai 2018, 15:29

Ich weiß nicht, ob Du schon gebraut hast.

Was die Rasten angeht, so weiß ich sicher, dass beim Riegele keine Kombirast gemacht wird.

So was in dieser Art werden die wohl machen:
45min @ 63°C – 15 min @ 68°C – 45 min @ 73°C

Nuts'n'Nutter
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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#10

Beitrag von Nuts'n'Nutter » Dienstag 22. Mai 2018, 13:25

Danke für den vielen Input.
Ich habe mich dazu entschieden, erst einmal folgendes Rezept nachzubrauen:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept
Habe ich gestern gebraut - jetzt heißt es mindestens 3 Monate warte.

Wie lange würdet ihr denn beim Robustus für die Faschenreifung (bei ca. 19°C Kellertemperatur) ansetzen?

Der Robustu-Klon steht immer noch auf meiner To-Do Liste, wird demnächst hoffentlich acuh asuprobiert, vermutlich dann mit einer ähnlichen wie von Tozzi vorgeschlagenen Schüttung.

@Sepp-Wuzel: Danke für die Info. Das werde ich dann natürlich ebenfalls berücksichtigen.

Sepp-Wurzel
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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#11

Beitrag von Sepp-Wurzel » Samstag 26. Mai 2018, 10:48

zur Not einfach mal beim Riegele nachfragen...mehr als eine Abfuhr kannst nicht bekommen

schabowski
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Re: Robustus 6 Klon - Hilfe bei Schüttung

#12

Beitrag von schabowski » Dienstag 7. Mai 2019, 10:12

Wie ist denn das Bier geworden ?
Würdet ihr es genauso wieder brauen oder falls nein, was würdet ihr ändern ?

Viele Grüße,
Björn.

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