Biersecco

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Sura
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Biersecco

#1

Beitrag von Sura » Montag 7. Mai 2018, 12:28

Moin.

Für eine Feierlichkeit habe ich überlegt, ein hochvergorenes Saison mit Nelson und/oder Blanc zu machen. Geschmacklich sollte sich das an einem halbtrockenen Sekt orientieren. Den Nelson habe ich schonmal in einem PaleAle verwendet und fand ihn da grade von der Fruchtigkeit her sehr angenehm. Das war allerdings schon recht hoch vergoren (85%) und recht dünn von den Malzen her. Es sollte aber noch deutlich trocker rüberkommen. Der Blanc soll ja recht weinig sein, aber trockener kommen.
Das nächste Problem betrifft den Schaum.... den will ich da ja garnicht haben, zumindest nicht übermässig. Dazu habe ich überlegt die Eiweissrast ordentlich auszudehnen.


Mein Ansatz/Idee ist jetzt:

60% Pilsener Malz oder sogar Heidelberger Pilsener
40% Rohfrucht oder Reis (welcher Reis ist möglichst geschmacksarm?)

Cereal Mash und 20min kochen.

- alles zusammen bei 55°C einmaischen. Dort eine Stunde halten um Eiweissketten möglichst loszuwerden. (Schnapsidee?)
- auf 72°C gehen, 20min halten,
- auf 65°C kühlen(!) 50min halten. (Wegen der Amylasen nochmal PiMa nachgeben!)
- auf 78°C gehen und abmaischen.

90min kochen
Nelson in die Vorderwürze auf 10IBU
gleiche Menge (gramm) Hallertauer Blanc für 20min (wobei ich den garnicht einschätzen kann)

Vergären mit der Belle Saison bei ~22°C
mit 1,5gr/Liter Nelson stopfen

Beim abfüllen logischerweise ordentlich carbonisieren.

So, das ist meine Idee, was meint ihr dazu?

Gruß,
Kai


edit: Zur 65°C Rast hatte ich was entscheidendes vergessen!
Zuletzt geändert von Sura am Montag 7. Mai 2018, 13:19, insgesamt 2-mal geändert.
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gulp
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Re: Biersecco

#2

Beitrag von gulp » Montag 7. Mai 2018, 12:47

Nimm halt die Gläser direkt aus der Spühlmaschine, ist auch ein Schaumkiller. :Bigsmile
Ich würde mit 2 Hefen arbeiten, z.B. die Frech Saison von Mangroves noch dazu nehmen, dann kann man nach einer Woche auf 24-26° hochgehen und ruckzuck ist der Sud durch und die Belle haut nicht so durch mit ihren phenolischen Aromen.

Für Feierlichkeiten bietet sich dergleichen als Aperitif an, danach wollen die Leutchen sicher "richtiges Bier". Sind ja nicht alle so Spinner wie wir.

Gruß
Peter
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Re: Biersecco

#3

Beitrag von whatwouldjesusbrew » Montag 7. Mai 2018, 12:59

Vielleicht würde sich auch ein kleiner Anteil Zucker gut machen, um das ganze noch ein bisschen trockener zu bekommen?
cheers, Bene

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Sura
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Re: Biersecco

#4

Beitrag von Sura » Montag 7. Mai 2018, 13:18

Ich hatte oben editert, da hatte ich bei der 65°C Rast was vergessen...... :redhead

gulp hat geschrieben:
Montag 7. Mai 2018, 12:47
Nimm halt die Gläser direkt aus der Spühlmaschine, ist auch ein Schaumkiller. :Bigsmile
Ich würde mit 2 Hefen arbeiten, z.B. die Frech Saison von Mangroves noch dazu nehmen, dann kann man nach einer Woche auf 24-26° hochgehen und ruckzuck ist der Sud durch und die Belle haut nicht so durch mit ihren phenolischen Aromen.

Für Feierlichkeiten bietet sich dergleichen als Aperitif an, danach wollen die Leutchen sicher "richtiges Bier". Sind ja nicht alle so Spinner wie wir.

Gruß
Peter
Das mit den zwei Hefen ist ne gute Idee... ist die French Saison nicht so ausgeprägt in den Eigengeschmäckern? So schlimm finde ich die BS jetzt aber auch nicht.
whatwouldjesusbrew hat geschrieben:
Montag 7. Mai 2018, 12:59
Vielleicht würde sich auch ein kleiner Anteil Zucker gut machen, um das ganze noch ein bisschen trockener zu bekommen?
Das hatte ich auch schon überlegt, aber ich habe Angst das da dann wirklich zuviel Restsüsse auf der Strecke bleibt.
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Re: Biersecco

#5

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 7. Mai 2018, 13:22

Champagner Hefe EC1118? Die gibt es auch in 11g Tütchen.
http://www.eaton.de/ecm/idcplg?IdcServi ... PCT_867877
Ich habe mal ein geblendeten Weizendoppelbock (halb 3068, halb EC1118) probieren dürfen. Lecker aber untypisch. Sehr trocken, nicht sättigend. Der Brauer sagte, dass das Bier mit längerer Lagerung immer schlanker wird und zunehmend nach Wein schmeckt.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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Re: Biersecco

#6

Beitrag von docpsycho » Montag 7. Mai 2018, 13:23

Gude,

ich persönlich würde mich da an das Brut IPA von Paule halten. Das klingt als ob es deinen Anforderungen ziemlich genau entspräche.

Grüße, Felix
Setup: 3,5kw Caso-Induktionsplatte, 36l Brewferm-Topf, 38l Schengler-Thermoport mit Läuterhexe, Kühlspirale, Themperaturgesteuerte Gärkammer.

Die Brausportgruppe e.V. Rhein-Main

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Sura
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Re: Biersecco

#7

Beitrag von Sura » Montag 7. Mai 2018, 13:31

Jens, ich weiss nicht ob ich mit der Weinhefe glücklich werden würde..... die BS finde ich jetzt garnicht mal so unpassend vom Geschmack her, wenn die MJ FS da noch ein wenig Geschmack wegnimmt, dann fände ich das schon ziemlich genau das, was ich mir vorstelle. Wenn das zu trocken und weinig wird, dann befürchte ich zu viel Säure....


Felix, ich hab den Thread mitgelesen und fand das auch spannend. Ich wollte das aber gerne ohne Hilfsstoffe machen. Ich bin da sicherlich kein Reinheitsprediger, ich bin möchte das Problem halt lieber handwerklich lösen ;)
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Re: Biersecco

#8

Beitrag von Boludo » Montag 7. Mai 2018, 14:27

Man könnte auch ein wenig weißen Traubensaft mit ins Spiel bringen :Grübel

Stefan

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Re: Biersecco

#9

Beitrag von Sura » Montag 7. Mai 2018, 15:01

Boludo hat geschrieben:
Montag 7. Mai 2018, 14:27
Man könnte auch ein wenig weißen Traubensaft mit ins Spiel bringen :Grübel

Stefan
Vielleicht eine Interessante Idee für die Nachgärung/Karbonisierung.... . 100gr Traubensaft haben wohl ca. 14gr Zucker. Auf eine 0,75er Flasche kämen dann ca. 65ml Traubensaft.... :Grübel
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Re: Biersecco

#10

Beitrag von Beerkenauer » Montag 7. Mai 2018, 15:19

Hallo Kai

Hast Du schon mal an Sauerbier gedacht?
Ich hatte letztes Jahr zu Weihnachten anstatt Sekt ein Sauerbier (glaube Meerjungfrau) von Rügener Inselbrauerei serviert.
Das kommt schon sehr nah an Sekt finde ich.Ist auch mit einer Champangerhefe vergoren, wenn ich nicht irre.
Auf jedenfall kam es klasse an :thumbsup

Gruss

Stefan

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§11
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Re: Biersecco

#11

Beitrag von §11 » Montag 7. Mai 2018, 15:32

Schau mal hier
http://das-ist-drin.de/beckers-bester-w ... l--419076/

Ist nur ein Beipiel, aber hier bekommst du die Angaben wieviel Zucker in manchen Saeften ist. Bei vielen ist es ja auch direct angegeben.

Ich nutze das oefter zur Flaschengaerung. Statt Zucker oder Speise nutze ich dann den Saft. Das klappt prima.

Gruss

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Biersecco

#12

Beitrag von KCSteevo » Montag 7. Mai 2018, 17:07

kann man nicht einfach mitm Refraktometer messen?
Sind die Hühner flach wie Teller, war der Traktor wieder schneller. Prost!
:Drink

Malzmagen
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Re: Biersecco

#13

Beitrag von Malzmagen » Dienstag 8. Mai 2018, 12:51

Sura hat geschrieben:
Montag 7. Mai 2018, 13:31
Jens, ich weiss nicht ob ich mit der Weinhefe glücklich werden würde..... die BS finde ich jetzt garnicht mal so unpassend vom Geschmack her, wenn die MJ FS da noch ein wenig Geschmack wegnimmt, dann fände ich das schon ziemlich genau das, was ich mir vorstelle. Wenn das zu trocken und weinig wird, dann befürchte ich zu viel Säure....


Felix, ich hab den Thread mitgelesen und fand das auch spannend. Ich wollte das aber gerne ohne Hilfsstoffe machen. Ich bin da sicherlich kein Reinheitsprediger, ich bin möchte das Problem halt lieber handwerklich lösen ;)
Dann werfe ich mal die wlp644 in die Runde. Die macht tolle Fruchtaromen und bring die Glucoamylase gleich mit.

stefan78h
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Re: Biersecco

#14

Beitrag von stefan78h » Freitag 6. Juli 2018, 16:40

@sura
was ist aus dem Biersecco geworden?
bzw. wie hast du es gemacht?

Gruß
stefan
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Re: Biersecco

#15

Beitrag von Sura » Freitag 6. Juli 2018, 17:08

Garnicht. Momentan fehlt dazu die Zeit. Irgendwann im Winter wird's eingeplant.....
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