Anpassung Hopfengabe ohne Würzekühler

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flavourflo
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Anpassung Hopfengabe ohne Würzekühler

#1

Beitrag von flavourflo » Dienstag 19. Juni 2018, 14:53

Hallo liebe Community,

ich möchte am Wochenende gerne meinen dritten Sud brauen und habe mich dafür für ein anfängertaugliches Pale Ale von MMM entschieden.
Ausgesucht habe ich mir das Rezept No. 11, welches ich für meine Anlage (Silvercrest) entsprechend berechnet habe.


Da ich blutiger Anfänger bin, hätte ich eine Frage bezüglich des Kommentars von tsh.
Dort heißt es:
Von: tsh 09.01.2018 - 07:27 Uhr

Würde das Bier gerne im Einkocher ohne Würzekühler brauen. Sollte ich das die Hopfengabe aufgrund der Nachiomisierung anpassen?
Von: gulp 11.01.2018 - 17:29 Uhr

>>>Sollte ich das die Hopfengabe aufgrund der Nachiomisierung anpassen?<<<

Unbedingt, Nachisomerisierung ist nicht eingeplant, weil ich die Würze sofort nach dem Kochen kühle. Das ist der einfachste Weg dergleichen Berechnungen zu umgehen.
Da ich derzeit noch keine Würzekühler habe sollte ich ja den Zeitpunkt bzw. die Hofpengabe anpassen.
Wie komme ich denn auf die Menge und den richtigen Zeitpunkt der Hofpengabe, wenn das Rezept nicht für Nachisomerisierung ausgelegt ist?
Gibt es hierfür ein gutes Tool?
Mein Plan war den Sud über Nacht abkühlen zu lassen und am nächsten Tag die Hefe zuzugeben.
Funktioniert dies prinzipiell?

Habt ihr diesbezüglich einen Tipp oder eine Empfehlung für mich?

Grüße
Flo

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schloemi
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Re: Anpassung Hopfengabe ohne Würzekühler

#2

Beitrag von schloemi » Dienstag 19. Juni 2018, 15:26

Unter https://www.maischemalzundmehr.de/index ... iburechner findest du einen der zahlreichen IBU Rechner im Netz. Hier kannst du die Mengen anpassen. Dazu müsstest du jedoch dennoch wissen wie lang dein Isomerisierungszeit ist.

Auch das Ergebnis dürfte dann ein anderes sein. Die späten Hopfengaben sind ja in erster Linie Aromagaben, d.h. sie dienen weniger der Bitterung, sondern eher um "flüchtige" Aromen ins Bier zu bekommen.

Ich sehe mehrere Möglichkeiten, einige davon hier kurz erläutert:

1) Du kühlst auf andere Art auf < 80 °C in der im Rezept angegeben Zeit ab (Eispack, Eiswürfel oder Crushed Ice - bei letzteren musst du jedoch den Verdünnungseffekt hinsichtlich IBUs und SW kalkulieren)

2) Mein Vorschlag: du kalkulierst die vollständigen IBUs und machst keine ganz späte Hopfengabe (15 min) - die Gabe bei 30 Minuten kannst du etwas kleiner wählen oder vermutlich so lassen. Wenn du noch die Spalter Select Aromen im Bier haben möchtest, gibst du die angegebene Menge (oder mal 2) in den WP bei unter 80°C.

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Re: Anpassung Hopfengabe ohne Würzekühler

#3

Beitrag von flavourflo » Dienstag 19. Juni 2018, 16:19

Danke für die schnelle Antwort.

Den IBU-Rechner schaue ich mir jetzt mal genauer an.
Das ist im Moment alles noch sehr verwirren, aber es gibt sehr gute Artikel hier im Forum.
Habe ich das richtig verstanden das die Nachisomeriesierungszeit die Zeit ist, zwischen Kochende und Whirlpool?

Im Forum habe ich etwas gelesen von ca. 20 min bis die Würze auf 80 Grad abgefallen ist. Das dies natürlich Anlagenbezogen ist, ist mir klar.
Erfahrungswerte mit meiner Silvercrestanlage habe ich hier ja leider erst nach dem Wochenende.

Dein Vorschlag bedeutet für mich dann ich der Praxis folgende Hopfengabe:
Magnum: 13 g, 13.2% α-Säure , 60 min
Spalter Select: 19 g, 4.9% α-Säure , 30 min
Spalter Select: 19 oder 38 g, 4.9% α-Säure, in den Whirpool bei unter 80°C
Stimmt das?

Mit deinem Vorschlag und meiner "Vermutung" habe ich mal den IBU-Rechner bemüht.
Da komme ich dann allerdings auf 38 IBU.
Habe ich da einen Rechen bzw. Denkfehler oder wir das Bier dann wirklich so bitter?

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