Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
Antworten
Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2500
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#1

Beitrag von chaos-black » Sonntag 24. Juni 2018, 20:59

Hallo Leute,
ich plane gerade ein schönes knackiges Pils und brauche etwas Hilfe bei der Hopfenauswahl da meine Praxiserfahrung mit vielen deutschen Sorten noch recht dünn ist. Ich will dass es ordentlich grasig wird, so die Richtung von Wicküler oder Jever. Was könnt ihr mir da empfehlen?

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 17541
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#2

Beitrag von Boludo » Sonntag 24. Juni 2018, 21:04

Tettnanger!

Benutzeravatar
bierhistoriker.org
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 338
Registriert: Montag 21. September 2015, 15:33
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#3

Beitrag von bierhistoriker.org » Sonntag 24. Juni 2018, 21:38

Barth - Haas - Hopfenaroma-Rad:

https://www.barthhaasgroup.com/de/waru ... #hopsessed

hoppy turning!

Cheers

Jürgen

Benutzeravatar
danieldee
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 991
Registriert: Montag 25. Juli 2016, 12:34
Wohnort: Bamberg
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#4

Beitrag von danieldee » Montag 25. Juni 2018, 08:23

Perle, Spalter, Tettnanger!
"Bier ist der überzeugende Beweis dafür,
dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will"
Benjamin Franklin

Benutzeravatar
flying
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 12512
Registriert: Donnerstag 14. August 2008, 18:44

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#5

Beitrag von flying » Montag 25. Juni 2018, 16:47

Spalter Spalt! Eine alte Landrasse. Wird seit dem Mittelalter angebaut. Ist Hopfen pur, ohne jegliches Zitrus. Feiner Heuduft.
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2500
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#6

Beitrag von chaos-black » Montag 25. Juni 2018, 17:45

Dankeschön für die Tips, das Aromarad stell ich mir nützlich vor, aber irgendwie passen die Ergebnisse nicht. Die vorgeschlagenen Sorten (z.B. TnT sogar mit Doppelplus) passen mir zumindest von dem was ich über sie gehört hab nicht so gut zu diesem klassischen Aroma das ich suche.
Mein letztes Pils hatte Perle, Tradition und Spalter Spalt auch ordentlich in späten Gaben und das war zwar auch sehr lecker, für das jetzt geplante aber etwas zu blumig.

Ich werde es wohl mit Tettnanger (der wurde ja oft genannt und war beim letzten Versuch noch nicht dabei) in der Aromagabe probieren und mit Herkules oder Magnum bittern.

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
Felix83
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 808
Registriert: Samstag 17. Dezember 2016, 17:27
Wohnort: Karlsruhe

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#7

Beitrag von Felix83 » Montag 25. Juni 2018, 17:58

Hmmm, ich finde Mittelfrüh sehr grasig. Zu grasig. Hat mir mal ein Kölsch vergrast.
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2500
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#8

Beitrag von chaos-black » Montag 25. Juni 2018, 20:05

Felix83 hat geschrieben:
Montag 25. Juni 2018, 17:58
Hmmm, ich finde Mittelfrüh sehr grasig. Zu grasig. Hat mir mal ein Kölsch vergrast.
Das klingt ja vielversprechend :D Dann teile ich die Aromagaben mal (nach IBU) zur Hälfte auf Tettnanger/Mittelfrüh auf. Soll heißen bei 10 Minuten, 5 Minuten und Flame Out werf ich pro Gabe und Sorte jeweils 5 IBU rein. Insgesamt wird auf 55 IBU gebittert. Das letzte hatte 50 und konnte ruhig nach etwas vertragen.

Meinungen dazu sind ausdrücklich erwünscht :)

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
afri
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3846
Registriert: Donnerstag 17. Januar 2013, 21:19
Wohnort: 31840 Hessisch Oldendorf

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#9

Beitrag von afri » Montag 25. Juni 2018, 23:06

Hmm, sonst hört man doch bei deutschem Pils immer wieder "Saazer", das habe ich bislang noch nicht verarbeitet, aber warum gerade die oben genannten Sorten?
Achim
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

Benutzeravatar
flying
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 12512
Registriert: Donnerstag 14. August 2008, 18:44

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#10

Beitrag von flying » Dienstag 26. Juni 2018, 17:18

afri hat geschrieben:
Montag 25. Juni 2018, 23:06
Hmm, sonst hört man doch bei deutschem Pils immer wieder "Saazer", das habe ich bislang noch nicht verarbeitet, aber warum gerade die oben genannten Sorten?
Achim
Saazer wohl eher bei böhmischen Pilsner. Allerdings gehören die genannten Sorten Tettnanger und Spalt Spalter zum sogenannten Saazer Formenkreis, sind also nah verwandt.
Das Spalter Premium Pils von der Spalter Stadtbrauerei gehört definitiv zu den besten deutschen Pilsner die ich kenne.

m.f.g
René
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 9112
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#11

Beitrag von gulp » Dienstag 26. Juni 2018, 17:41

flying hat geschrieben:
Dienstag 26. Juni 2018, 17:18
afri hat geschrieben:
Montag 25. Juni 2018, 23:06
Hmm, sonst hört man doch bei deutschem Pils immer wieder "Saazer", das habe ich bislang noch nicht verarbeitet, aber warum gerade die oben genannten Sorten?
Achim
Saazer wohl eher bei böhmischen Pilsner. Allerdings gehören die genannten Sorten Tettnanger und Spalt Spalter zum sogenannten Saazer Formenkreis, sind also nah verwandt.
Das Spalter Premium Pils von der Spalter Stadtbrauerei gehört definitiv zu den besten deutschen Pilsner die ich kenne.

m.f.g
René
Im Spalter No 1 ist auch noch Spalter Select. Das heißt die kommen nur mit Aromahopfen auf 38 IBU.
Der Spalter Braumeister ist auch bekennender Hophead.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de

Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2500
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#12

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 7. Februar 2019, 17:23

Nach den hier erhaltenen Vorschlägen habe ich dann vergangenen Spätsommer hauptsächlich mit Mittelfrüh und Tettnanger gebraut. Und ich muss sagen, das Bier ist mir deutlich zu blumig geworden, nicht grasig wie ich es mir wünsche (und mit Jever und Wicküler verbinde).
Entweder ich hab die falschen Sorten verwendet oder hab einfach zu viel in die späten Gaben gesteckt?
Ich hatte meinen 20L Sud folgendermaßen gehopft:
12g Magnum VWH
4g Magnum 30min vor Kochende
5g Magnum 15min
Je 13g Mittelfrüh und Tettnanger 15min
Je 20g Mittelfrüh und Tettnanger 5min
Je 12g Mittelfrüh und Tettnanger in nen ca 10min Whirlpool bei 80°C

Habt ihr ne Idee was ich falsch gemacht hab?

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
Johnny H
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2695
Registriert: Donnerstag 31. Januar 2013, 22:08

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#13

Beitrag von Johnny H » Donnerstag 7. Februar 2019, 17:45

chaos-black hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 17:23
Nach den hier erhaltenen Vorschlägen habe ich dann vergangenen Spätsommer hauptsächlich mit Mittelfrüh und Tettnanger gebraut. Und ich muss sagen, das Bier ist mir deutlich zu blumig geworden, nicht grasig wie ich es mir wünsche (und mit Jever und Wicküler verbinde).
Entweder ich hab die falschen Sorten verwendet oder hab einfach zu viel in die späten Gaben gesteckt?
Ich hatte meinen 20L Sud folgendermaßen gehopft:
12g Magnum VWH
4g Magnum 30min vor Kochende
5g Magnum 15min
Je 13g Mittelfrüh und Tettnanger 15min
Je 20g Mittelfrüh und Tettnanger 5min
Je 12g Mittelfrüh und Tettnanger in nen ca 10min Whirlpool bei 80°C

Habt ihr ne Idee was ich falsch gemacht hab?

Beste Grüße,
Alex
Ich persönlich finde das viel zu viel(!!) an späten Aromagaben für ein Pils! Wenn man die drei letzten Gaben (15, 5, WP) zusammenrechnet, sind das 95g, d.h. 4,5 g/l!! Ich persönlich würde da nicht mehr geben als 1 - 1,5 g/l, sonst wird das m.E. unbalanciert.

Den Mittelfrüh finde ich jetzt auch nicht unbedingt grasig.

Schau Dir doch einfach mal die Hopfengaben bei MMM bei den gut bewerteten Pilsnern an.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

Benutzeravatar
Felix83
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 808
Registriert: Samstag 17. Dezember 2016, 17:27
Wohnort: Karlsruhe

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#14

Beitrag von Felix83 » Donnerstag 7. Februar 2019, 17:52

Moderne Pilsner kann man auch massiv stopfen. Das Pils ist ein hopfenbetontes Bier. Passt doch.
In meinem Pils ist Ha. Cascade zusammen mit Saphir. Why not? Wenns zu krass bitter werden würde, kommt man in IPL Territorium, aber sonst ist doch ok.

Vielleicht Mittelfrüh und Saazer kombinieren?
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2500
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#15

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 7. Februar 2019, 17:59

Laut einem englischsprachigen Artikel den mir Google gerade hervorgeholt hat, hat Jever zumindest mal als Hopfen "Hallertau and Tettnang" ( https://www.insidebeer.com/articles/20120730_1 ) eingesetzt. Bei Tettnang weiß ich was gemeint ist. Aber es gibt so viele verschiedene Hallertauer Sorten, welche meinen die denn?

Die Idee mit Cascade und Saphir klingt nach nem interessanten Twist, dem ich vielleicht in andermal nachgehe. An dieser Stelle möchte ich das Bier aber etwas traditioneller halten und werde dementsprechend wohl auch mit den späten Hopfengaben runtergehen. Nur noch die Frage was "Hallertau" für eine Hopfensorte ist.

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
flying
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 12512
Registriert: Donnerstag 14. August 2008, 18:44

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#16

Beitrag von flying » Donnerstag 7. Februar 2019, 18:02

Den Mittelfrüh finde ich jetzt auch nicht unbedingt grasig.
Ich auch nicht. Ganz im Gegenteil! Ich habe ihn ja aber auch nicht empfohlen also bin ich raus aus dem Schneider.. :P

Wer was als "grün-grasig, Heu" empfindet ist individuell unterschiedlich. Meinen Favoriten habe ich genannt. Da wären dann noch Perle, Herkules, Merkur, Taurus, Nordbrauer...

Klassische Hallertauer Hopfen sind m. M. immer blumig...
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2500
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#17

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 7. Februar 2019, 18:15

Ich würd dann nach aktuellem Erkenntnisstand dem Tettnanger noch ne Chance geben und den Spalter Spalt dazu nehmen. Als Bitterung irgendeinen normalen Bitterhopfen, Magnum, Herkules oder Merkur oder so.
Aber dennoch interessiert mich die Frage was "Hallertau" für ein Hopfen sein soll :Grübel
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
flying
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 12512
Registriert: Donnerstag 14. August 2008, 18:44

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#18

Beitrag von flying » Donnerstag 7. Februar 2019, 18:23

Halt alles was mehr oder weniger von der (jahrhunderte)alten Hallertauer Landrasse abstammt. Die nennen wir heute wohl "Mittelfrüh". Der Spalter Select z. B. wurde auch aus dem gezüchtet.
Ansonsten habe viele Sorten die in der Hallertau angebaut werden natürlich andere Wurzeln..
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

Benutzeravatar
Felix83
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 808
Registriert: Samstag 17. Dezember 2016, 17:27
Wohnort: Karlsruhe

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#19

Beitrag von Felix83 » Donnerstag 7. Februar 2019, 18:30

Man muss da halt auch noch die Hefe mit einbeziehen und die Wechselwirkungen. Bei mir wars im Kölsch halt brutal grasig. Danach nimmer angerührt und Tradition genommen. Der war dann grasig/blumig, genau richtig.
When you don't know what you are doing, anything is possible. - Tony Magee

Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 9112
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#20

Beitrag von gulp » Donnerstag 7. Februar 2019, 20:02

Nach den hier erhaltenen Vorschlägen habe ich dann vergangenen Spätsommer hauptsächlich mit Mittelfrüh und Tettnanger gebraut. Und ich muss sagen, das Bier ist mir deutlich zu blumig geworden, nicht grasig wie ich es mir wünsche (und mit Jever und Wicküler verbinde).
Habt ihr ne Idee was ich falsch gemacht hab?

Lass die Aromagaben weg, keine Vorderwürzehopfung, nur eine Bittergabe nach dem Würzebruch.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de

Benutzeravatar
Biermensch
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 863
Registriert: Donnerstag 24. Juni 2010, 12:05
Wohnort: Hemau
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#21

Beitrag von Biermensch » Donnerstag 7. Februar 2019, 20:12

Einen ganz deutliches "AHA"-Wiedererkennungserlebnis hatte ich mit Hersbrucker. Würde mich nicht wundern, wenn die Dolden in Brezenform wachsen. Ansonsten Spalter.
www.brewpaganda.com
Craft-Bier Portal und Brau-Ausstatter :Greets

Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2500
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#22

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 7. Februar 2019, 21:41

flying hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 18:23
Halt alles was mehr oder weniger von der (jahrhunderte)alten Hallertauer Landrasse abstammt. Die nennen wir heute wohl "Mittelfrüh". Der Spalter Select z. B. wurde auch aus dem gezüchtet.
Felix83 hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 18:30
Man muss da halt auch noch die Hefe mit einbeziehen und die Wechselwirkungen. Bei mir wars im Kölsch halt brutal grasig. Danach nimmer angerührt und Tradition genommen. Der war dann grasig/blumig, genau richtig.
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 20:02
Lass die Aromagaben weg, keine Vorderwürzehopfung, nur eine Bittergabe nach dem Würzebruch.
Biermensch hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 20:12
Einen ganz deutliches "AHA"-Wiedererkennungserlebnis hatte ich mit Hersbrucker. Würde mich nicht wundern, wenn die Dolden in Brezenform wachsen. Ansonsten Spalter.
Das sind ja nun teilweise echt weit auseinandergehende Gedanken dazu. Vielleicht hat Peter recht, in der Industrie werden ja vermutlich keine riesigen Mengen an Aromahopfen verwendet. Womöglich ist das grasige einfach der Rest von einer Bittergabe Tettnanger oder so? Es wird ja auch nicht mehr notwendigerweise 90 Minuten gekocht, also könnte da ja doch noch ne Spur mehr von übrig bleiben.

Hefemäßig war ich übrigens zuvor mit der S-189 unterwegs. Da mir das Bier aber so oder so zu süß vorkam, wollte ich beim nächste mal gern die White Labs WLP 850 Copenhagen Lager ausprobieren. Die wird als nordeuropäische Lagerhefe bezeichnet, die weniger malzbetonte Biere produziert. Das kann natürlich auch noch einiges ändern.

Oh man, sieht aus als hab ich mal wieder einige Testbiere vor mir :DD

So oder so bedanke ich mich schonmal für die vielen Ideen :Drink
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

tbln
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 318
Registriert: Dienstag 20. Oktober 2015, 13:28

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#23

Beitrag von tbln » Freitag 8. Februar 2019, 14:30

Laut CMA Sortenmappe Tettnanger und Tradition.

Möglicherweise spielt auch das ganze Thema um Biotransformation eine Rolle?
-> Biotransformation of hop aroma terpenoids by ale and lager yeasts (King & Dickinson) bzw. Barth-Haas/ The Aroma Story from Hops into the Final Beer

Zu entsprechend unterschiedlichen Ergebnissen werden gleiche Hopfengaben mit unterschiedlichen Hefen führen.

Butterbrot
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 103
Registriert: Sonntag 19. Februar 2017, 12:56

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#24

Beitrag von Butterbrot » Freitag 8. Februar 2019, 18:11

Den Mittelfrüh kenn ich aus meiner limitierten Erfahrung eher als "blumig", von "grasig" kann ich wenig berichten. Hab den auch zweimal im Kaltbereich benutzt, da war nix mit Gras.

Kleinenhainer
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 16
Registriert: Sonntag 22. November 2015, 20:07

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#25

Beitrag von Kleinenhainer » Freitag 8. Februar 2019, 20:55

Moin,
ich würde den Magnum mal ersetzen. Seit ich Perle zur Bitterung nehme fehlt meinen Bieren genau das komische Aroma, das ich nicht mag und das mir die Hopfenblume gerne mal überlagert/ verändert hat. Ob das nun nur "blumig" war- etwas zumindest... vielleicht auch etwas gartenkräuterhaft- würzig. Ich glaube auch, dass Magnum sehr zur Oxidation/ zum Muffigwerden neigt, trotz Vakuumieren und Einfrieren. Man braucht da ja auch immer recht wenig von, dann lagert der auch oft sehr lang und wird immer wieder geöffnet/ neu geschlossen und eingefroren, vielleicht liegt das auch daran.
Wenn es grasig sein soll und Dir die Herkunft egal ist- ich liebe East Kent Golding auch mal im "deutschen" obergärigen Landbier mit PiMa, WiMa, bisschen MüMa und Altbierhefe. Das wird dann schon grasig- erdig vielleicht auch etwas mineralisch. OK, war vielleicht neben der Frage nach deutschem Pils, aber falls es Dir nur um den Geschmack gehen sollte...
Thomas

Benutzeravatar
Bergbock
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1213
Registriert: Mittwoch 17. Dezember 2008, 22:07

Re: Welche Hopfen für grasiges deutsches Pils?

#26

Beitrag von Bergbock » Donnerstag 14. Februar 2019, 07:26

Das mit dem Magnum kann ich unterschreiben. Ich setze den auch nicht mehr ein, hatte immer einen seltsamen, irgendwie unpassenden Unterton in den Bieren. mit Magnum. Wenn ich Bitterhopfen einsetze, fahre ich mit Hercules besser, aber meist erfolgt alles mit Aromahopfen.
Bei der Anforderung grasig ist mir auch sofort der Tettnanger in den Sinn gekommen.

Frank

Antworten