Belgian Tripel mit Apfelaromen

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Belgian Tripel mit Apfelaromen

#1

Beitrag von rakader » Dienstag 14. August 2018, 20:12

Ich möchte ein Belgian Tripel mit Apfelaromen brauen. Klar ist, dass Apfelschalen und Kandis reinkommen. Aber welcher Hopfen und welche Hefe würde sich anbieten?

Danke vorab.

Cheers
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#2

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 14. August 2018, 20:55

Hi,

nix für ungut, aber bei Triple mit "Apfelaromen" stehen mir die Haare zu Berge :Bigsmile

Acetaldehyd heißt der Stoff, den die Brauer fürchten/ mit aller Kraft vermeiden wollen....(green apple)

Tip:
Geh mal lieber in Richtung Graff, Cyser o.ä., bevor uns die Belgier mit ´nem Bierembargo belegen

Cheers

Jürgen

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#3

Beitrag von OS-Schlingel » Mittwoch 15. August 2018, 09:22

Hallo zusammen,

hab gerade mal unter Google geschaut und einen interessanten Link gefunden!

https://www.deutschlandfunk.de/acetalde ... e_id=28335

Hat eher was mit hochprozentigem zu tun.
Allerdings muss ich auch zugeben, dass mein letztes Wit, durch Gaben von geröstetem Koriander und Bitterorangenschalen
nach einiger Zeit der Lagerung im Keg, trotzdem ein leichtes Mostaroma hatte, was aber allgemein als "lecker" interpretiert wurde.
Hefe gestrippt aus Hoegarden - Wit.

Gruß

Stephen
Or kindly when his credit's out
Surprise him with a pint of Stout
:Smile

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#4

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 15. August 2018, 11:09

rakader hat geschrieben:
Dienstag 14. August 2018, 20:12
Ich möchte ein Belgian Tripel mit Apfelaromen brauen. Klar ist, dass Apfelschalen und Kandis reinkommen. Aber welcher Hopfen und welche Hefe würde sich anbieten?

Danke vorab.

Cheers
Radulph
Lass dich nicht aus der Ruhe bringen. :Pulpfiction

Für Tripel nehme ich gern die WLP530 pder WLP500. Ich habe aber auch schon mit der M31 ein schönes Tripel hinbekommen.
Bzgl. der Apfelschalen würde ich mal einen Stopfversuch mit einem fertigen Kauf-Tripel machen und die Schalen dann vor dem Verkosten wieder raus filtern. Buddel auf, Schalen rein, Buddel zu, paar Tage warten.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#5

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 13:07

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Dienstag 14. August 2018, 20:55
nix für ungut, aber bei Triple mit "Apfelaromen" stehen mir die Haare zu Berge :Bigsmile
Acetaldehyd heißt der Stoff, den die Brauer fürchten/ mit aller Kraft vermeiden wollen....(green apple)
Rehi Jürgen, na dann kämme Sie mal wieder zurück, die Haare. :Bigsmile
Apfelaromen heißt ja nicht zwingend, dass Apfel verwendet wird. Ein gutes Beispiel ist Waldmeister. Den Geschmack davon erreicht man auch nicht mit Waldmeister, sondern mit Damaszener Kümmel (nigella damaszena).
bierhistoriker.org hat geschrieben:
Dienstag 14. August 2018, 20:55
Tip:
Geh mal lieber in Richtung Graff, Cyser o.ä., bevor uns die Belgier mit ´nem Bierembargo belegen
Nichts für ungut - ich habe aber nach einem Tripel gefragt. Hintergrund ist, dass ich jüngst ein Tripel mit ausgeprägtem Apfelaroma getrunken habe, das mich umgehauen hat. Das widerlegt wiederum Deine Aussage oben. Ich hoffe Du verwechselst Belgien nicht mit Belgisch-Kongo - Zurück-Spässle muss sein :thumbsup

Cheers
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Zuletzt geändert von rakader am Mittwoch 15. August 2018, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#6

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 13:13

DerDallmann hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 11:09
Lass dich nicht aus der Ruhe bringen. :Pulpfiction

Für Tripel nehme ich gern die WLP530 pder WLP500. Ich habe aber auch schon mit der M31 ein schönes Tripel hinbekommen.
Bzgl. der Apfelschalen würde ich mal einen Stopfversuch mit einem fertigen Kauf-Tripel machen und die Schalen dann vor dem Verkosten wieder raus filtern. Buddel auf, Schalen rein, Buddel zu, paar Tage warten.
Super Tip Dallmann, lieben Dank! Wie oben erwähnt trank ich kürzlich ein Kauf-Tripel mit ausgeprägten Apfel-Aroma. Mit einer Frische, klar definierten Rezens und gleichzeitigen Zurückgenommenheit des Alkohols, dass ich "Wow" sagte, obwohl es doch 8,9% Alc.Vol. hatte.

M31 wird wohl von Mangrove Jack's sein?

Der Stopfversuch ist eine ausgezeichnete Vorgehensweise. Mein Apfelbaum trägt dieses Jahr so viele Früchte, dass ich irgendwas damit machen muss. Also kam ich auf die Idee mit den Schalen und dem Tripel-Stil.

Cheers
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#7

Beitrag von tbln » Mittwoch 15. August 2018, 13:38

Eventuell würde die WLP 510 (Orval) in Frage kommen?

Ansonsten habe ich eine dunkles Weizen mit hochgezogener de Dolle Hefe aus einem Arabier vergoren. Da sind unter anderem Apfelnoten zu erahnen. WY 3942 soll da der entsprechende Stamm sein. Hier gibt es ein paar Worte über den Stamm.

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#8

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 15. August 2018, 13:41

Hier mal zur Orientierung:
(Die 510 ist leider nicht dabei)
Dateianhänge
WLP_Belgier_Vergleich.pdf
(44.12 KiB) 56-mal heruntergeladen
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#9

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 13:59

Hallo @tbin, hallo @Dallman - danke Euch sehr für die Sheets. Insbesondere solche Vergleiche wie bei WLP sind sehr hilfreich!

Cheers
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#10

Beitrag von gulp » Mittwoch 15. August 2018, 14:06

rakader hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 13:07
bierhistoriker.org hat geschrieben:
Dienstag 14. August 2018, 20:55
nix für ungut, aber bei Triple mit "Apfelaromen" stehen mir die Haare zu Berge :Bigsmile
Acetaldehyd heißt der Stoff, den die Brauer fürchten/ mit aller Kraft vermeiden wollen....(green apple)
Rehi Jürgen, na dann kämme Sie mal wieder zurück, die Haare. :Bigsmile
Apfelaromen heißt ja nicht zwingend, dass Apfel verwendet wird. Ein gutes Beispiel ist Waldmeister. Den Geschmack davon erreicht man auch nicht mit Waldmeister, sondern mit Damaszener Kümmel (nigella damaszena).
bierhistoriker.org hat geschrieben:
Dienstag 14. August 2018, 20:55
Tip:
Geh mal lieber in Richtung Graff, Cyser o.ä., bevor uns die Belgier mit ´nem Bierembargo belegen
Nichts für ungut - ich habe aber nach einem Tripel gefragt. Hintergrund ist, dass ich jüngst ein Tripel mit ausgeprägtem Apfelaroma getrunken habe, das mich umgehauen hat. Das widerlegt wiederum Deine Aussage oben. Ich hoffe Du verwechselst Belgien nicht mit Belgisch-Kongo - Zurück-Spässle muss sein :thumbsup

Cheers
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Komplett daneben! Nochmal Apfelaromen = Acetaldehyd = Fehlaroma!
Demnächst kochst du noch eine Dose Mais mit um an DMS Aromen ranzukommen, oder ein Pfund Butter für Diacetyl.
Scotty....beam me up. :Cool

Was soll denn das für ein Tripel gewesen sein?

Gruß
Peter, einigermaßen fassungslos.
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#11

Beitrag von bierhistoriker.org » Mittwoch 15. August 2018, 14:06

rakader hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 13:07
Hintergrund ist, dass ich jüngst ein Tripel mit ausgeprägtem Apfelaroma getrunken habe, das mich umgehauen hat. Das widerlegt wiederum Deine Aussage oben.
Ein Tripel mit einem geschmacklichen Fehler widerlegt noch lange nichts:
Randy_Mosher_1.jpg

So, apfelt mal schön weiter, ich bin hier raus :P

Cheers

Jürgen

PS: Peter, war zeitgleich! :goodpost:

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#12

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 14:17

gulp hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 14:06
Komplett daneben! Nochmal Apfelaromen = Acetaldehyd = Fehlaroma!

Was soll denn das für ein Tripel gewesen sein?
Ja Peter, komm mal wieder runter. Ich lerne ja noch. ich denke, dass ich mich eingangs klar ausgedrückt habe – aber entweder versteht Ihr oder ich nicht. Noch einmal: Apfelaroma heißt ja nicht, dass Apfel dran ist. Oder sehe ich das falsch?

Das Bier ist das Tripel von Ename - Biere D'Abbaye. Wie ich gerade feststellen konnte, deckt sich mein Geschmackseindruck auch mit den Leuten von BeerAdvocate:
Pours a clear golden color with a medium top off white head that disolves in a slow pace, with some decent lacings on the side off the glass. Aroma is off apples,peaches,banana,citrus,yeast,caramel,herbs and sugar. The taste is sweet with some malts, it then gets some hints of yeast,spices and some floral notes. The finish is dry with some slight bitterness and a decent lenght in the aftertaste. Medium carbonation with a medium body and a soft and clean mouthfeel. All in all this is a classical triple. Good and enjoyable, you get what you expect in a triple.
Apfelaromen können auch z.B. durch den Delta-Hopfen oder die slowenische Sorte Styrian Domestic eingetragen werden.

Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#13

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 14:29

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 14:06
Ein Tripel mit einem geschmacklichen Fehler widerlegt noch lange nichts:

Randy_Mosher_1.jpg
So, apfelt mal schön weiter, ich bin hier raus :P
Jürgen, das stimmt, klar. Mir widerstreben aber diese unumstößlichen "Wahrheiten"? Auf welcher Grundlage, wenn es Hopfensorten wie Delta oder Styrian Domestic gibt? Können Päpste wie Mosher nicht auch irren? Auf dem Bild schreibt Mosher ja, dass der Eintrag meist durch die Hefe geschieht, das sagt aber noch nichts über Hopfengaben aus, die dieses Ace-wie-auch-immer eintragen.

Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#14

Beitrag von gulp » Mittwoch 15. August 2018, 14:38

Ich sach mal so: Das Ename habe ich mal getestet und einen von 5 Punkten vergeben, mit der Notiz: Süße Brühe. Egal die Geschmäcker sind verschieden, da gibts nichts zu streiten. Wenn du ein Tripel unbedingt mit Apfelschalen brauen willst nenns halt Freestyle. Triple mit Apfelaromen ist ein Braufehler, nicht mehr und nicht weniger.
Apfelaromen können auch z.B. durch den Delta-Hopfen oder die slowenische Sorte Styrian Domestic eingetragen werden.
Gut, dann mach das halt so, wobei beide Hopfen nicht die typischen Tripel Hopfen sind.

Zum Verkosten empfehle ich dir die Referenz: Westmalle,https://stixbraeu.de/biertest/belgien/westmalle-tripel
ebenfalls gut ist Achouffe.https://biergrantler.de/03/2018/houblon ... pa-triple/

Gruß
Peter
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#15

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 14:47

OK Peter - überzeugt und ich sage mal Dank und herzlich dazu :thumbup

Nein, Braufehler möchte ja niemand machen. Und ich gestehe, es war mein erstes Tripel, das ich kostete (wenn ich die Tastings zu meiner Studienzeit in Brüssel mal außen vor lasse, aber damals hat man noch nicht so bewusst gekostet, sondern gesoffen und die Halbwertszeit des Vergessens ist enorm). Wenn Du 1 Punkt gibst, muss man gar nicht weiterdiskutieren. Ich hake das mal unter Lektion ab.

Vielen Dank für die Verkostungstipps - da schmecke ich mich mal ran, bevor ich ein Tripel angehe.

Grüße
Radulph
Zuletzt geändert von rakader am Mittwoch 15. August 2018, 14:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#16

Beitrag von Flothe » Mittwoch 15. August 2018, 14:51

Dachte auch zuerst reflexhaft an Acetaldehyd. Das ist mit Sicherheit auch das prominenteste Molekül, wenn es um Apfelaroma geht. Allerdings macht das auch einen sehr penetranten, stechenden Grünapfelgeschmack. Ist ja auch häufig in Jungbier anzutreffen und wird von der Hefe noch abgeräumt, wenn nicht zu früh filtriert wird.

Allerdings gibt es auch andere Aromastoffe, die einen Apfelgeschmack einbringen können:
Screenshot_20180815-143400~02.png
Als Fettsäureester aus dem Hefestoffwechsel sind sie durch die Wahl der richtigen Hefe ins Bier zu bringen. Falls das Ename nicht gefiltert und pasteurisiert ist, könntest du die Hefe direkt aus dem Tripel strippen. Brauchst natürlich ne möglichst frische Flasche.

Anschließend dann die Gärführung auf hohe Esterproduktion ausrichten.

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#17

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 15:00

Hallo Florian,

ich sehe diesen Hintergrund und bin als Nicht-Naturwissenschaftler erst einmal baff.

Das Ename ist Flaschengärung, das ginge mit dem von Dir beschriebenen Verfahren zu strippen. Aber ich lass das erst Mal. Auch weil es nicht gut abschneidet und orientiere mich mal an wirklich guten Triples. Peter hat ja ein paar aufgeführt. Es ist bei meinem Kenntnisstand, der gerade mit der eigenständigen Rezeptentwicklung beginnt, am besten, wenn ich mich anfangs im Rahmen der eindeutigen Bierstile bewege.

Das heißt ja noch lange nicht, dass es eine never-ending-story sein muss; man muss ja nicht zwingend das einfachste brauen und kann sich gleich an ausgefeiltere Varianten heranwagen. Aber um aus dem Korsett auszubrechen, sollte man einigermaßen sattelfest sein. Das bin ich noch lange nicht.

Aber allenthalben ganz lieben Dank für den Tipp - er animiert, mich ein wenig mehr mit der Chemie dahinter zu beschäftigen.

LG
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#18

Beitrag von Flothe » Mittwoch 15. August 2018, 15:05

Ich finde du bist da auf gar keinen so schlechten Weg. Du hast einen Geschmack im Kopf, den du gerne in einer eigenen Bierkreation unterbringen möchtest. Eigentlich die besten Voraussetzungen für eine Rezeptentwicklung.

Aber wie und wann du diesem Pfad weiter folgen möchtest, musst du natürlich wissen.

LG Florian

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- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#19

Beitrag von flying » Mittwoch 15. August 2018, 18:05

Ich hab bei Apfelaroma auch manchmal "Bratapfel" oder "Apfelmus" im Hinterkopf. Manche POF+ Hefen machen das, wobei noch phenolische Aromen dazukommen und wir dann bei Apfelmus mit Zimt wären... :Grübel Hat jetzt mir den spitzen, grünen Apfelaroma und Acetaldehy nix zu tun.
Assoziationen sind eine schwierige Sache.
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#20

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 18:28

Danke für diese feine Unterscheidung. Bratapfel könnte auch hinkommen, jetzt wo Du es sagst. Entgegen beim Wein, bin ich da beim Bier noch nicht genügend geschult. Um Selbsttäuschung zu vermeiden, müsste ich jetzt wohl eine Blindverkostung machen.

Auch wenn's OT ist: In München habe ich bei Wein schon einige Verkostungsseminare mitgemacht, müsste es ja wohl auch für Bier geben…
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#21

Beitrag von marsabba » Mittwoch 15. August 2018, 20:44

Hallo,

wenn ich jetzt "Apfel" mit "Fruchtig, Kirsche, Pflaume, Banane" übersetze, dann würde ich dir die WLP570 empfehlen, das ist die Duvel Hefe (schon mal ein Maredsous probiert ?). Aber auch die oben genannten 500, 530 und 550 bekommen das hin.
Wichtig ist, das du der Hefe allen Raum zum "Strahlen" gibst, also kein Hopfenaroma und nur moderate Bittere, aber auch keine Experimente mit Apfelschalen oder anderen Fruchtgaben.

Grüße
Martin

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#22

Beitrag von rakader » Mittwoch 15. August 2018, 20:53

Hallo Martin, vielen Dank für Deine Empfehlungen. Du drückst es mehr als passabel aus, "Raum zum Strahlen", genau so etwas strebe ich an. Dass der Hopfen zurücktritt, hatte wir ja schon im anderen Thread mit den Lindenblüten, weil eben nicht stiltypisch.

Wenn ich diesen Raum mit der Hefe hinbekomme, bin ich mehr als froh. Im Rahmen meiner Recherchen waren mir halt einige Rezepte mit Gewürzzutaten untergekommen. Aber langsam sickert bei mir die Erkenntnis ein, dass Gewürze und Frucht zwei paar Schuhe sind und sich solche Zugaben bei einem Tripel und Saison noch einmal unterscheiden. Gleichwohl, ich taste mich heran; mit Hefe ausgebaute Biere sind für mich Neuland, interessantes Neuland. Ich stelle die Tage mal zusammen wie von Dir empfohlen und präsentiere hier dann das Rezept zum Review.

Viele Grüße
Radulph

Edit: Maredsous sagt mir gar nichts, wenn, dann unbewusst in Brüssel.
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#23

Beitrag von gulp » Mittwoch 15. August 2018, 22:02

Hallo Radulph,

Ich denke mal, hier das zweite Buch könnte dir noch weiterhelfen: https://biergrantler.de/buecher/

Gruß
Peter
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#24

Beitrag von rakader » Donnerstag 16. August 2018, 00:23

Hallo Peter,
danke dafür. Das Hopfenbuch habe ich schon, den radikalen Mosher habe ich mir heute bestellt, den Tasting Guide jetzt gleich hinterher. Bringt der Belgian Beer Guide mir etwas als Selbstbrauer?
OT: Ich entdecke unter den Büchern Jan Neruda et al und schließe auf Interesse an tschechischer, speziell böhmischer Literatur. Ich habe hier noch ein paar Bändchen im Selbstverlag vom Enkel von Jaroslav Hasek mit Touren durch Prag und Reminiszenzen an seinen Großvater. Bei Interesse PM. Nebenbei: Die Riegele-Biere gehören auch zu meinen Favoriten.

Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#25

Beitrag von gulp » Donnerstag 16. August 2018, 16:33

Bringt der Belgian Beer Guide mir etwas als Selbstbrauer?
Nur indirekt, für Forschung und Entwicklung. Am Samstag haben wir zum Beispiel das neue Bier für die nächste Eichenfassbelegung gebraut. Da war die Belle Saison, ein Bodensatz Orval und einer vom wilden Straffen Hendrik beteiligt. Letzterer stammt aus der Haalve Maan Brauerei in Brügge, die wiederum im Beer Guide erwähnt wird.
OT: Ich entdecke unter den Büchern Jan Neruda et al und schließe auf Interesse an tschechischer, speziell böhmischer Literatur. Ich habe hier noch ein paar Bändchen im Selbstverlag vom Enkel von Jaroslav Hasek mit Touren durch Prag und Reminiszenzen an seinen Großvater. Bei Interesse PM.
Danke, Komme ich gerne mal darauf zurück. Momentan habe ich aber gut zu tun. Nächste Woche gehts mal wieder nach Belgien.
Nebenbei: Die Riegele-Biere gehören auch zu meinen Favoriten.
Zu Recht! Das ist ganz große Braukunst!

Gruß
Peter
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#26

Beitrag von rakader » Samstag 18. August 2018, 17:50

marsabba hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 20:44
wenn ich jetzt "Apfel" mit "Fruchtig, Kirsche, Pflaume, Banane" übersetze, dann würde ich dir die WLP570 empfehlen, das ist die Duvel Hefe (schon mal ein Maredsous probiert ?). Aber auch die oben genannten 500, 530 und 550 bekommen das hin.
Wichtig ist, das du der Hefe allen Raum zum "Strahlen" gibst, also kein Hopfenaroma und nur moderate Bittere, aber auch keine Experimente mit Apfelschalen oder anderen Fruchtgaben.
Noch eine Frage dazu: Ich habe jetzt öfter gelesen, dass beim Tripel mit 2, gar drei Gärungen und frischer Hefe gearbeitet wird. Was habe ich mir darunter vorzustellen?

Entschieden habe ich mich jetzt für die WLP570. Da es etwas neuseeländisch werden soll, kommt als Hopfen Pacifica entweder mit Strisselspalter oder mit Aramis (Strisselspalter-Neuzüchtung) rein. (Wakatu, die neuseeländische Variante von Hallertauer Mittelfrüh, ist leider gerade nicht aufzutreiben.)

Cheers
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#27

Beitrag von rakader » Sonntag 19. August 2018, 20:32

So - das Rezept ist so weit fertig. Ich versuchte es mit NZ-Hopfen zu machen, aber das geht wohl wegen der Fruchtigkeit nicht zu 100%. Einzig der Wakatu - ein Abkömmling von Hallertauer Mittefrüh - passt.

Die Frage, ob ich eine zweite oder dritte Gärung machen soll, bzw. mit frischer Hefe auf der Flasche, ist noch nicht geklärt. Hier wäre ich über Tipps dankbar. Und natürlich auch, wenn Ihr Fehler seht. Ein kurzer Ausbau im Eichenfass ist vorgesehen. Das Wasser ist typisch für ein Tripel sehr weich und leicht erhöht mineralisch.

Viele Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#28

Beitrag von marsabba » Sonntag 19. August 2018, 21:20

Hallo,
ich mäkel mal ein bisschen rum... alles nur meine subjektive Meinung:
* 30 IBU sollten passen, wird bei der Stammwürze eher mild als Bitter
* 10% Cara sind schon ne Hausnummer; typisch sind bei einem Tripel eher gar kein Cara; das wird das Bier deutlich süsser und schwerer machen
* Weizen und Abbey würd ich weglassen, passen einfach nicht in ein Tripel rein
* Deine Aromahopfengaben sind doch eher zurückhaltend, gut so. Ob der Wakatu passt vermag ich nicht zusagen
* Die Menge an Zucker ist auch OK. Nur würd ich keinen überteuerten Kandiszucker kaufen sondern normalen Haushaltszucker oder besser Hellen Invertzucker verwenden ("Weinigkeit" vermeiden).
* Ich vermute, die Zuckergabe zur Gärung dient dazu, die Hefe nochmal am Ende der Gärung anzuschubsen; würde mich interessieren ob das so funktioniert und welchen VG du erreichst... 10% Alkohol sollte die Hefe aber locker schaffen...
* Ich würde die Hälfte der Rasten streichen, allen voran Weizenrast und Zwischenrast.
* Das Hantieren mit der SPeise macht bei Bieren mit hohen Zuckergaben nun doch wirklich gar keinen SInn. Nimm Zucker zur Karbonisierung
Das Wichtigste Fehlt: Die Gärtemperatur: Hier würde ich bei 20 Grad anstellen und dann schrittweise auf 25 Grad hochgehen

Viele Grüße
Martin

PS: Vielleicht sieht man sich ja mal , zB auf der Camba ?

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#29

Beitrag von rakader » Sonntag 19. August 2018, 22:00

Hallo Martin vielen Dank für Dein ausführliches Feedback. Ich werde es ausgehend von Deinen Angaben vorsichtig korrigieren.

Ich erlaube mir trotzdem meine Ideen kurz zu erläutern. Vielleicht sind dann die Anpassungen weniger streng oder ich bin auf dem Holzweg. Deswegen wäre ein nochmaliges Feedback hilfreich:
  • * Zum Cara: Viele Rezepte verwenden CaraBelge. Dahinter steht die Idee ein Aromenspiel von trocken hin zu Anklang süßlich im Abgang zu erreichen. Und natürlich auch, um im Farbspektrum eines Tripels zu bleiben. Cara sind 7,5%. Ich habe auch Rezepte mit nur 2,5% gesehen. Ehrlich kann ich nicht abschätzen wie sich das CaraBelge auswirkt.
  • * Weizenmalz oder Weizenflocken sind eine gängige Zugabe, um Spritzigkeit, Frische und Rezenz hinzufügen. Vielleicht sind 10% ein wenig viel oder gibt es eine Alternative?
  • * Wakatu hat mir Alexander Welzel von Hopfen der Welt empfohlen. Das ist ein neuseeländischer Hallertauer Mittelfrüh. Ist weniger grasig als das Original.
  • * In der Tat ist der Brewferm-Kandis reichlich überteuert. Ich tausche gegen Invertzucker. Was hat es mit der Weinigkeit auf sich?
  • * Zuckergabe zur Gärung: Richtig - das habe ich vor 2 Wochen mit Deinem Running Cat gemacht. Das ging für einen Tag nochmal richtig ab und brachte 0,3% Alc. Vol. zusätzlich; ist noch nicht reif, aber dem ersten Eindruck nach etwas trockener. Ich zwangskarboniere aber.
  • * Rasten habe ich gestrichen. Bei Weizen bin ich halt vorsichtig. Die Zwischenrast hatte ich lt. Braumagazin eingebaut, um das letzte ein Optimum an Zucker rauszuholen. 10% Alc. Vol dürfen es werden, aber auch nicht mehr. Der Witz beim Tripel ist ja, dass der Alkohol sich so fies versteckt.
  • * Speise habe ich gar nicht vorgesehen. Steht das so drin? Dann hat es der KBH automatisch reingeschrieben. Ich mache nie Speise, sondern baue im KEG aus. Das Risiko sich mit Speise eine Infektion einzufangen ist mir auch einfach zu groß.
  • * Gärtemperatur: Da habe ich kein Feld im KBH gefunden. Ist aber so vorgesehen. Ich hätte jetzt schrittweise 20-24 °C gemacht. Welchen zeitlichen Abstand empfiehlst Du? Ich verwende als Zwischenlösung diese wärmende Manschette von Polsinelli. Im Spätherbst kommt hoffentlich mein Unitank.
Viele herzliche Grüße und nochmals Dank für die inspirierenden Anregungen
Radulph
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Viele Grüße / Regards
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#30

Beitrag von marsabba » Sonntag 19. August 2018, 22:36

* Zum Cara: Viele Rezepte verwenden CaraBelge. Dahinter steht die Idee ein Aromenspiel von trocken hin zu Anklang süßlich im Abgang zu erreichen. Und natürlich auch, um im Farbspektrum eines Tripels zu bleiben. Cara sind 7,5%. Ich habe auch Rezepte mit nur 2,5% gesehen. Ehrlich kann ich nicht abschätzen wie sich das CaraBelge auswirkt.
Es wird auf jeden Fall dem Bier mehr Körper und Schwere geben. Bei 20°P möchtest du das Bier aber eher schlanker machen, deshalb der viele Zucker. Mehr wie 3% würd ich nicht nehmen
* Weizenmalz oder Weizenflocken sind eine gängige Zugabe, um Spritzigkeit, Frische und Rezenz hinzufügen. Vielleicht sind 10% ein wenig viel oder gibt es eine Alternative?
OK, da hast du recht.
* In der Tat ist der Brewferm-Kandis reichlich überteuert. Ich tausche gegen Invertzucker. Was hat es mit der Weinigkeit auf sich?
Die Hefe muss die Sucrose erst in Einfachzucker aufspalten, dadurch entstehen wohl diese Weinigen/Sauren Aromen. Siehe zB hier unter "cidery"
* Gärtemperatur: Da habe ich kein Feld im KBH gefunden. Ist aber so vorgesehen. Ich hätte jetzt schrittweise 20-24 °C gemacht. Welchen zeitlichen Abstand empfiehlst Du? Ich verwende als Zwischenlösung diese wärmende Manschette von Polsinelli. Im Spätherbst kommt hoffentlich mein Unitank.
Naja, die Gärung sollte in einer guten Woche durch sein, also jeden Tag ein Grad mehr, beginnend ab dem dritten Tag ?
Bei den aktuellen Temperaturen ist aber sicherlich eine Kühlung gefragt, keine Heizung...

Grüße
Martin

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#31

Beitrag von rakader » Sonntag 19. August 2018, 22:46

Hallo Martin,

so passe ich es an:
marsabba hat geschrieben:
Sonntag 19. August 2018, 22:36
Es wird auf jeden Fall dem Bier mehr Körper und Schwere geben. Bei 20°P möchtest du das Bier aber eher schlanker machen, deshalb der viele Zucker. Mehr wie 3% würd ich nicht nehmen
Auf jeden Fall. Sonst geht ja der Tripel-Effekt verloren. 3% und Abbey Malt raus. Weizen bleibt.
marsabba hat geschrieben:
Sonntag 19. August 2018, 22:36
Naja, die Gärung sollte in einer guten Woche durch sein, also jeden Tag ein Grad mehr, beginnend ab dem dritten Tag ?
Bei den aktuellen Temperaturen ist aber sicherlich eine Kühlung gefragt, keine Heizung...
Ich habe einen Lagerschuppen direkt an einem Gebirgsbach mit permanent 16°C. Da geht das. Kühlen wäre schwieriger.

Im Rezept stand übrigens noch 10 Tage Ausbau im Eichenfass. Idee ist, das Bier etwas rauer und griffiger, komplexer im Aromenspiel zu machen. Dagegen ist nichts zu sagen?

Vielen Dank – einmal mehr!!! – für Deine Unterstützung. Ich sage an, wenn ich das Jungbier beurteilen kann.

Mit Grüßen in eine schöne Woche,
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#32

Beitrag von rakader » Sonntag 19. August 2018, 23:06

Nachtrag: Ich werde hellen und braunen Invertzucker mischen, um auf die gewünschte EBC von 10-12 zu kommen.
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#33

Beitrag von marsabba » Sonntag 19. August 2018, 23:10

Im Rezept stand übrigens noch 10 Tage Ausbau im Eichenfass. Idee ist, das Bier etwas rauer und griffiger, komplexer im Aromenspiel zu machen. Dagegen ist nichts zu sagen?
Damit hast du meinen "Vorstellungshorizont" weit überschritten, und deswegen würd ich es auch nicht machen.
Eichenaromen sehe ich eher bei dunklen, schweren Bieren; ein schlankes Tripel kann da schnell untergehen.

Nachtrag: Versuche nicht, das Bier dunkler zu machen; als Hobbybrauer ist es eher eine Kunst, das Bier unter 10 EBC zu bekommen.


Martin

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#34

Beitrag von rakader » Sonntag 19. August 2018, 23:39

Da hast Du natürlich vollkommen Recht. Bei meinem Brewdog-Clone mit Mezcal und 26,5° Plato passt das Eichenfass. Hier nicht - war eher der Idee geschuldet, das Fass oft zu nutzen.

Unter 10 bekomme ich es locker. Ohne braunen Invertzucker sind es mit 3% CaraBelge und 9% Weizenflocken 7,2 EBC. Passt :-) Den pH muss ich jetzt noch ein wenig anpassen.

…die Kunst ist es ja, die mich reizt. Solche Benchmarks sind mir wichtig!

LG
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#35

Beitrag von gulp » Sonntag 19. August 2018, 23:48

Eine kleine Änderung würde ich noch vorschlagen: Geh mit den IBUs noch ein bisserl rauf, wenigstens 40 IBU. So ein Triple ist ja erst nach ein paar Monaten so richtig gut und dann ist vom Hopfen so gut wie nichts mehr übrig, bei 30 IBU.

Gruß
Peter
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#36

Beitrag von rakader » Sonntag 19. August 2018, 23:50

OK Peter - 40 ist die Grenze beim Tripel. Was meinst Du - mehr via Vorderwürzehopfung oder per Middle Flavour?

Grüße
Radulph

Nachtrag: 60 min habe ich bewusst statt üblicher 90 min gewählt, weil das offenbar typisch beim Tripel ist…
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#37

Beitrag von gulp » Sonntag 19. August 2018, 23:55

Servus Radulph,

eine Niemandsland Hopfung nach dem Würzebruch (bei 90 min kochen so etwa nach einer viertel Stunde) und ein bisserl Aroma 10 min vor Ende. Dann spielt die Hefe die erste Geige und es ist noch was zum zum Nachdenken über den Hopfen da, bei der Verkostung.

Gruß
Peter
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#38

Beitrag von rakader » Montag 20. August 2018, 00:00

Servus Peter,

verstehe ich jetzt mit dem Niemandsland nicht ganz. Würzebruch dürfte nach 45 min sein. 10 min vor Kochende ist klar. Ich kann aber auch 75 min kochen. 90 erscheint mir untypisch beim Tripel zu sein - ich mag mich aber täuschen.

Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#39

Beitrag von gulp » Montag 20. August 2018, 00:25

Der Würzebruch beim Hopfenkochen geht so nach 10-15 min los. Man sieht das am ausflockendem Eiweiß. Angeblich ist ab diesem Zeitpunkt die Hopfenausbeute am Besten. Da ich dergleichen Biere nur mit Aromahopfen braue, ist das halt ein bisserl sinnvoller so zu hopfen.
90 erscheint mir untypisch beim Tripel zu sein - ich mag mich aber täuschen.
Da ist viel Pilsener Malz im Einsatz. Um DMS zu verhindern kocht man da halt länger. Das ist wie so oft Ansichtssache. Hopfenkochen ist für mich der Teil beim Brauen, wo man fast meditieren kann, also wähle ich da längere Zeiten. Geht natürlich auch anders. :Smile
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#40

Beitrag von rakader » Montag 20. August 2018, 00:41

Ah - noch so ein Benchmark, der mir wichtig ist. VWH wählte ich bisher immer, um milder, runder zu sein. Aber bei 10-15 min werden wohl die Aromen besser geschont?

Na - ich bin zwar alles andere als ein Esoteriker, aber ich meditiere in der Zeit vom Hopfenkochen auch gerne mit einem Zigarettchen und einem guten Buch, wenn die Nachbarin den Treber für die Hühner abgeholt hat. DMS ist natürlich ein Argument :Smile

Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#41

Beitrag von Flothe » Montag 20. August 2018, 08:57

marsabba hat geschrieben:
Sonntag 19. August 2018, 23:10
Damit hast du meinen "Vorstellungshorizont" weit überschritten, und deswegen würd ich es auch nicht machen.
Eichenaromen sehe ich eher bei dunklen, schweren Bieren; ein schlankes Tripel kann da schnell untergehen.
Dem möchte ich nicht vollends widersprechen; möchte aber auf das Cornet aus der PALM Brauerei hinweisen. Meiner Meinung nach ein sehr gut gelungenes, "geeichtes" Tripel. Auch super blond und die pheolischen, whiskeyartigen Eichenaromen harmonieren klasse.

Ob ich es in diesem Fall machen würde, weiß ich nicht. Vermutlich eher nicht, da das Ziel ja die Apfelaromen sind.
Also vielleicht erst Mal versuchen diese schön hinzubekommen und dann im zweiten Schritt noch die Eichenfasslagerung mit einbeziehen. Oder den Sud teilen, dann gibt's den direkten Vergleich.

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#42

Beitrag von rakader » Montag 20. August 2018, 09:07

Danke Florian. Ich mache es erst einmal ohne Fass. Es ist genügend übrig, dass ich in zwei Siphons Testvarianten mit Chips und anderem Zeugs ausbauen und ggf. anpassen kann. Wenn's überzeugt, schiebe ich einen Fass-Sud hinterher; ich habe eh Materialien für 3 Sude bestellt, da doch recht viel Vorarbeit unterdessen drin steckt. Wenn's wider Erwarten nichts werden sollte, kann ich aus dem Material immer noch Clones machen.

LG
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#43

Beitrag von Blancblue » Montag 20. August 2018, 11:46

Ralph, deine Rezept Threads nehmen immer den gleichen Verlauf:

1. Du hättest gerne ein bestimmtes Aroma - siehe Lindenblüten oder Apfel

2. Das vorgestellte Rezept enthält dann meist viel zu viele Komponenten die vom gewünschten Aroma ablenken

3. Mit den meisten Komponenten hast du noch keine Erfahrung, du mischst dir die Komponenten nach Internetbeschreibungen zusammen

4. Resultat am Ende unbekannt, aus meiner Sicht oft geschmacklicher Wirrwarr ohne Linie und Zuviel gewollt


Ganz ehrlich: so wird das nichts. Wir kennen alle diese Kreativ-Geilheit, wenn im Hirn die Rezeptideen nur so sprudeln. Wie beim kochen: das mit dem und nach noch ein bissl von dem und am Ende noch mal ne Ladung x. Mit null Erfahrung schmeckt das dann nach irgendwas, statt komplexen Meisterwerk.

Du musst dich entscheiden, ob du via Trial and Error irgendwann einen Glückstreffer landest oder deine ja recht hohen Ansprüche strukturiert und mit System erfüllen willst. Bei deiner jetzigen Vorgehensweise ist der Lerneffekt recht gering, weil du bei den vielen Komponenten nicht sagen kannst, welchen Einfluss sie haben. Wenn Du einfach nur Ideen ausprobieren willst, ist das ok, auf Dauer wird das allerdings unbefriedigend sein, weil das Zutaten Würfelspiel keine konsistenten Ergebnisse bringt.

Wenn’s dir hingegen um maximale Ergebnisse geht, gilt es erstmal sich an den Bierstil ranzutasten:

1. Einfaches, bewährtes Klonrezept brauen - ohne Schnickschnack. Die belgischen Biere sind z.B. gut erforscht, es gibt sehr gute Bücher und Rezepte. Bei den bekannten Brauereien sieht man auch - weniger ist mehr.

2. Hat man das Basis Bier handwerklich im Griff, sitzen alle Schritte perfekt und kann die Aromen den einzelnen Komponenten zuordnen, dann:

3. pro Sud an einer Komponente drehen, nur einer! Wenn die dann passt, ab zur nächsten.

4. Das i-Tüpfelchen: Sitzt alles, kannst du in die große Gimmik Tüte packen und die oak aged sour Tonka Bohne anwerfen. Zwischendurch wirst du aber ordentlich die Krise bekommen, weil Hopfen, Hefe und Malz sich nicht immer gleich verhalten...

5. Nach langer Suche nach dem heiligen i Tüpfelchen Gral wirst du irgendwann feststellen, dass das Geheimnis in der Einfachheit liegt.

Frage mal einen erfahrenen Barkeeper, der Hunderte von Cocktails kennt nach seinem Lieblingsdrink. 9 von 10 werden Gin-Tonic sagen.

Oder unser Küchenchef: Ein richtig gutes Stück Fleisch braucht nicht mehr als gute Behandlung, Olivenöl und Meersalz.
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#44

Beitrag von rakader » Dienstag 21. August 2018, 00:03

Moin Nico,

jetzt überlegte ich, ob es angebracht wäre, privat zu antworten. Aber nein, mit Deiner Kritik hast Du durchaus Recht und sie hat mir zu denken gegeben. Mehr noch, in anderen Fachbereichen ist das auch mein Stil. Es ist ja angebracht und soll helfen. Für mich heißt das, Rezeptentwicklung strukturiert und v.a. einfacher anzugehen. Ich merke aber auch, dass ich nach 2,5 Jahren Brauhobby weiter sein könnte.

Ich kann aber nicht alles so stehen lassen. Zu bedenken ist, dass dies erst mein zweiter selbstentwickelter Sud ist. In den 2,5 Jahren habe ich bisher ausschließlich IPA-Clone gebraut. Nach 30 Suden wurde mir das zu langweilig. Somit habe ich mich an neue Stile - Tripel und Saison herangewagt, ohne diese zu kennen. Allein durch Recherche war der Zugang. Zugegeben, ein sehr theoretischer Zugang - aber ich braue nun mal nicht jede Woche.

Du hast gut beobachtet und gute Schlüsse gezogen, aber wo Du danebenliegt ist, dass ich alle möglichen Rezepte ohne Sinn und Verstand aus Internetquellen zusammen stöpsele. Das trifft nicht zu. Vielmehr haben mir meine Recherchen gezeigt, dass die meisten Rezepte noch deutlich mehr draufpacken. Das hier im Forum eine andere Philosophie vorliegt, ist trotzdem wohltuend, weil gutem Handwerk geschuldet. Im Gegenteil versuche ich jede Zutat aufeinander abzustimmen. Und ganz bewusst Kopieren zu vermeiden. Also recherchiere ich die Aromen und ihr Zusammenspiel. Aber da ist trotzdem wirklich nichts zusammengewürfelt, sondern es steckt eine Idee dahinter, schieße da aber als Anfänger, wie Du richtig bemerkst, über das Ziel hinaus. Wie es sich in der Praxis auswirkt, weiß ich indes nicht, weil theoretisch intendiert. Deswegen stelle ich hier ja meine Ideen zur Diskussion. Ich sehe darin die Funktion eine Forums und bin den Braufreunden hier mehr als dankbar, die ihre Zeit opfern. Ging Dir sicher zu Beginn Deiner Braukarriere auch so.

Ich sehe es einfach als nächsten Schritt, diese Stile dann weiterzuentwickeln wie ich es in einem ersten Schritt mit meinen ersten IPAs getan habe. Dort allerdings verließ ich mich auf fremde Gaumen, hier ist mein eigener gefordert.

Aber ich verstehe schon Deine Sentenz: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Viele Grüße
Ralph Radulph (der lieber hier seinen Zweitnamen verwendet)

Edit: Die Schritte sind gut. Den mit dem Clone möchte ich aber überspringen.
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#45

Beitrag von flying » Mittwoch 22. August 2018, 17:57

Hi Nico und Radulph,

zunächst mal Gratulation für den vernünftigen Diskurs. Es wurde eine wohlüberlegte, der Erfahrung geschuldete Kritik ohne Anschuldigungen vorgetragen. Die Antwort war ebenso wohlüberlegt, die höhere Erfahrung anerkennend aber auch die eigene Intension darstellend. Keiner pisst hier irgendwem ans Bein. Chapeau- das nenne ich eine kultivierte Diskussion. So muss das sein!

Ich kenne beide Seiten. Mein zweites oder drittes Bier überhaupt war gleich ein untergäriger Honigbock mit 30 Plato. Nie im Leben wieder reproduzierbar. Den hab ich nach 6 Wochen Hauptgärung ohne Speise oder Zucker abgefüllt und nach 6 Monaten Lagerung im Keller hat der tatsächlich noch Kohlensäure in einem unglaublich perfekten Maße gebildet. Das Bier war eine Geschmacksoffenbarung in jeglicher Hinsicht. Hätte auch in die Hose gehen können. No risk, no fun..

Dann erstmal immer krasser, historischer, höher, neuer, weiter. Anything but mainstream. Im Laufe der Jahre setzt bei den allermeisten dann aber zwangsläufig eine Rückbesinnung ein. Nicht auf den Mainstream aber man erkennt, warum traditionelle Biersorten genau so sind wie sie sind und auch sein müssen. Der Trieb zum "Punk and Funk" geht nie weg aber er relativiert sich. Bei mir war es so. Auf jeden Fall viel Spaß auf dem Weg.. :Greets

m.f.g
René
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"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#46

Beitrag von daleipi » Mittwoch 22. August 2018, 18:46

war gestern bei HopSi in Slovenien. wir haben natürlich auch über Hopfen gesprochen, Mihail der Eigentümer vom 'Shop' ist ja selber Hopfenbauer.

als wir die slovenischen Hopfen etwas durchgesprochen haben hat er beim Styrian Dragon gemeint daß die tragenden Aromen Ananas und GRÜNER APFEL wären. wohl wissend daß der 'grüne Apfel' normalerweise (aufgrund irgendwelcher chemischer Prozesse?) im Bier gemieden wird.
Zuletzt geändert von daleipi am Mittwoch 22. August 2018, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#47

Beitrag von §11 » Mittwoch 22. August 2018, 18:53

daleipi hat geschrieben:
Mittwoch 22. August 2018, 18:46
war gestern bei HopSi in Slovenien. wir haben natürlich auch über Hopfen gesprochen, Mihail der Eigentümer vom 'Shop' ist ja selber Hopfenbauer.

als wir die slovenischen Hopfen etwas durchgesprochen haben hat er beim Styrian Dragon gemeint daß die tragenden Aromen Ananas und GRÜNER APFEL wären. wohl wissend daß dier 'grüne Apfel' normalerweise (aufgrund irgendwelcher chemischer Prozesse?) im Bier gemieden wird.
Nein, weil Acetaldehyd die klassische Leitsubstanz fuer das Jungbieraroma ist und normal darauf hindeutet das das Bier noch nicht ausgereift ist :Wink

Gruss

Jan
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Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#48

Beitrag von rakader » Samstag 16. Februar 2019, 14:10

Ich habe das Tripel jetzt doch abgewandelt mit der Weast Belgian Saison gebraut, u.a. wurde belgischer Kandiszucker und Candi Sirup hell genutzt. Die Gärung wurde durch einen Starter mit 3 Litern aus einem Kleinsud und DME angestoßen. Während die Würze bis zum Anstellen herrlich klar war, ist die Eintrübung durch die Belgian Saison immens. Sie scheint kein bisschen zu flokulieren.

Frage: Wie bekomme ich das Bier klar? Cold Crash wird hier wenig helfen. Von Umdrücken erwarte ich mir auch wenig. Was kann da helfen? Eine zweite, neutrale Hefe hinterher? Oder ist Geduld mal wieder aller Meister?

Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#49

Beitrag von rakader » Freitag 10. Mai 2019, 21:20

tbln hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 13:38
Eventuell würde die WLP 510 (Orval) in Frage kommen?

Ansonsten habe ich eine dunkles Weizen mit hochgezogener de Dolle Hefe aus einem Arabier vergoren. Da sind unter anderem Apfelnoten zu erahnen. WY 3942 soll da der entsprechende Stamm sein. Hier gibt es ein paar Worte über den Stamm.
DerDallmann hat geschrieben:
Mittwoch 15. August 2018, 13:41
Hier mal zur Orientierung:
(Die 510 ist leider nicht dabei)
Schaue mir gerade nochmal den alten Thread an und sage nochmals Dank für die tollen Links. Es dind die besten Überblicke, die ich zu belgischen Hefen kenne. :thumbup
Wie bekommt Ihr diese Sheets, z.B. der Kentucky Brew Club? Google listet das zumindest nicht vorne…

Grüße
Radulph
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Re: Belgian Tripel mit Apfelaromen

#50

Beitrag von tbln » Freitag 10. Mai 2019, 22:14

rakader hat geschrieben:
Freitag 10. Mai 2019, 21:20
Wie bekommt Ihr diese Sheets, z.B. der Kentucky Brew Club? Google listet das zumindest nicht vorne…

Grüße
Radulph
Kein Thema! Es gab da einen Basic Brewing Podcast zu dem Thema. (January 26, 2012 - Kentucky Belgians) Die haben bald Sendungen aus 15 Jahren online... wahre Fundgrube!

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