Dekoktion im Braumeister

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Jorgl
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Dekoktion im Braumeister

#1

Beitrag von Jorgl » Sonntag 23. September 2018, 17:06

Hallo Zusammen,
Ich hab zwar die Sufu benutzt, bin aber auf keine richtige Antwort gestoßen. Sollte jemand einen Link haben bitte posten, danke.
Mein Wunsch wäre es ein malziges, kerniges Bier zu brauen. Da bin ich auf die Dekoktion gestoßen was durch kochen von Dickmaische zi dem Ergebnis führt.
Da ich einen Braumeister 50 habe, würde mich interessieren wie ihr das hinbekommt?

Maischt ihr 1/3 von der Gesamtmalzmenge in einen extra Topf und erhitzt und kocht das dann und gebt es dann dazu?

VG

Jürgen
Grüße

Jürgen


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hyper472
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Re: Dekoktion im Braumeister

#2

Beitrag von hyper472 » Sonntag 23. September 2018, 17:56

Wäre eine Option:
Mit 2/3 der Schüttung das normale Programm durchlaufen und mit dem letzten 1/3 den Temperatursprung auf Abmaischtemperatur machen. Genau werden das keine Drittel werden, Du musst das Mischkreuz fragen, wieviel Maische Du brauchst, um den größeren Teil der Maische von 67 auf 78°C zu bringen.
Viele Grüße, Henning
Wenn man etwas positiv oder negativ auslegen kann, meine ich es positiv.
Es ist möglich, dass sich meine Meinung nicht mit der Meinung anderer deckt.
Wer will, ist herzlich eingeladen, mir in Anwendung von Boardregel Nr. 6 eine PN zu senden.

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flying
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Re: Dekoktion im Braumeister

#3

Beitrag von flying » Sonntag 23. September 2018, 18:00

Gibt es für den Braumeister 50 nicht ein Distanzrohr um kleine Sude zu fahren.? Halben Sud einmaischen und eine Rast auf 100° stellen geht wohl nicht?
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Gandi
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Re: Dekoktion im Braumeister

#4

Beitrag von Gandi » Sonntag 23. September 2018, 18:57

Servus Jürgen,

genau darüber hab ich mir neulich auch Gedanken gemacht.

Hab auch den BM50 und damit vor 2 Monaten das Hermann Verfahren für Weißbier nachgebraut. Dort muss man nach der Maltoserast runter auf 45 Grad und dort mit neu (zusätzlich) eingefülltem Malz eine Maltaserast einlegen, um aus der zuvor erzeugten Maltose Glukose zu erzeugen. Also hab ich mit nur 45 Liter eingemaischt (entsprechend weniger Malz) und 10 Liter Wasser eingefroren. Die hab ich nach der Maltoserast mit dem restlichen Malz reingekippt. Dann konnte ich bei auf runtergekühlten 45 Grad das restliche Maischen nach dem Infusionsverfahren starten. Hat echt gut geklappt und das Ergebnis war super. Hätte nicht gedacht, dass das Ergebnis so deutlich anders/besser ist, als das gleiche Rezept nach Infusionsverfahren.

Entschuldige, jetzt endlich zu deiner Frage. :Smile Weil das mit dem Weißbier so gut geklappt hat, wollte ich mein nächstes Bier, ein böhmisches Pils, auch nicht mit dem Infusionsverfahren, sondern mit Dekoktion brauen. So wie im Brückelmeier auf Seite 139 beschrieben. Dabei hab ich genau so gedacht wie du. Ich werd in 2 Töpfen (weil ich bis jetzt keinen Extratopf hab, der groß genug ist) ein Drittel der Dickmaische abziehen. Müssten so 23 Liter sein. Aber Dickmaische im BM :Grübel Da muss man halt ordentlich Malz aus dem Malzrohr nehmen. Ca ein Drittel des Malzes, würde ich schätzen. Kann man ja über die Dicke vom Malz im Rohr ausmessen. Und den Rest aus dem Auslauf drauflassen, bis man auf 23 Liter ist. Ich würde den BM auch manuell regeln, weil wenn die Maischen entnommen sind, kann man eh nicht mehr umpumpen und dann muss auch vorsichtshalber die Heizung aus sein, denke ich. Die Pumpen würde ich manuell ab und zu kurz anmachen, damit das Malz ein bischen durchspült wird.

Es könnte durchaus gehen und man müsste sich die Details noch durch den Kopf gehen lassen. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob ich‘s mache, aber es ist sicher mal einen Versuch wert.
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Re: Dekoktion im Braumeister

#5

Beitrag von Jorgl » Sonntag 23. September 2018, 19:56

Hi Andi,
Ja da haben wir gemeinsame Gedanken. Ich würde einfach das 1/3 Malz gleich in Einkochtopf einmaischend und kochen und dann nach der Maltoserat beim Braumeister zugeben. So wäre mein Gedanke gewesen. Somit dann hoch auf die Verzuckerung und dann läutern.
Grüße

Jürgen


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Re: Dekoktion im Braumeister

#6

Beitrag von Gandi » Sonntag 23. September 2018, 21:04

Hi Jürgen,

dann bist du evtl unter den mindestens 45 Liter, die der BM braucht, oder?

Ich würd halt das Dreimaischverfahren ausprobieren wollen. Natürlich geht’s auch mit einem Draufbrühen.
Prost aus München :Drink
Andi

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Re: Dekoktion im Braumeister

#7

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 24. September 2018, 07:47

Den Therwiler Maibock habe ich ein paarmal mit dem BM 50 gebraut. Die ganze Schüttung wurde normal eingemaischt und das Programm bis zum Ende das Maltoserast durchlaufen. Dann das Programm angehalten, das eine Drittel Dickmaische entnommen und gekocht, wieder in den BM gegeben und das Programm wieder gestartet. Nach einer kurzen Pumpenlaufzeit war die Temperatur für die 72°C Rast erreicht.
Für die SHA ist die Dekotion und das Aufrühren der Maische im Malzrohr sehr förderlich.
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Jens

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Re: Dekoktion im Braumeister

#8

Beitrag von Gandi » Montag 24. September 2018, 09:28

Hallo Jens,

danke, das ist sehr interessant, dass es schon jemand erfolgreich ausprobiert hat!

Wieviel Malz hast du denn aus dem Malzrohr geschaufelt für die Dickmaische?
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Re: Dekoktion im Braumeister

#9

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 24. September 2018, 10:03

Gandi hat geschrieben:
Montag 24. September 2018, 09:28
Wieviel Malz hast du denn aus dem Malzrohr geschaufelt für die Dickmaische?
Mein 15 Liter Topf war nicht ganz voll, damit ich die Dickmaische noch gut rühren konnte, ohne zu kleckern.
Bei den ersten Suden habe ich die Dickmaische zu dick aus dem BM rausgeschöpft, also sehr viel Malz und wenig Flüssigkeit. Beim Kochen musste ich permanent rühren. Sura hat mir dann irgendwann gezeigt wie das richtig geht. Wenn das Verhältnis von Malz und Flüssigkeit bei der Dickmaische stimmt, dann rührt sich die Maische beim Kochen praktisch von selbst um.
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Re: Dekoktion im Braumeister

#10

Beitrag von Northern Brewer » Montag 24. September 2018, 11:19

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Montag 24. September 2018, 10:03
Gandi hat geschrieben:
Montag 24. September 2018, 09:28
Wieviel Malz hast du denn aus dem Malzrohr geschaufelt für die Dickmaische?
Mein 15 Liter Topf war nicht ganz voll, damit ich die Dickmaische noch gut rühren konnte, ohne zu kleckern.
Bei den ersten Suden habe ich die Dickmaische zu dick aus dem BM rausgeschöpft, also sehr viel Malz und wenig Flüssigkeit. Beim Kochen musste ich permanent rühren. Sura hat mir dann irgendwann gezeigt wie das richtig geht. Wenn das Verhältnis von Malz und Flüssigkeit bei der Dickmaische stimmt, dann rührt sich die Maische beim Kochen praktisch von selbst um.
Das musst Du mir bei Gelegenheit mal zeigen bzw. beim nächsten Treffen erläutern. Leider klappt Donnerstag bei mir nicht.
Bei mir ist es auch schon mal kein Bier geworden.

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Re: Dekoktion im Braumeister

#11

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 24. September 2018, 11:56

Northern Brewer hat geschrieben:
Montag 24. September 2018, 11:19
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Montag 24. September 2018, 10:03
Gandi hat geschrieben:
Montag 24. September 2018, 09:28
Wieviel Malz hast du denn aus dem Malzrohr geschaufelt für die Dickmaische?
Mein 15 Liter Topf war nicht ganz voll, damit ich die Dickmaische noch gut rühren konnte, ohne zu kleckern.
Bei den ersten Suden habe ich die Dickmaische zu dick aus dem BM rausgeschöpft, also sehr viel Malz und wenig Flüssigkeit. Beim Kochen musste ich permanent rühren. Sura hat mir dann irgendwann gezeigt wie das richtig geht. Wenn das Verhältnis von Malz und Flüssigkeit bei der Dickmaische stimmt, dann rührt sich die Maische beim Kochen praktisch von selbst um.
Das musst Du mir bei Gelegenheit mal zeigen bzw. beim nächsten Treffen erläutern. Leider klappt Donnerstag bei mir nicht.
Schade, mit Donnerstag. Das geplante Rudelbrauen im November muss ich leider auch in den Januar verschieben. Dann wirds eigentlich schon wieder Zeit den Maibock zu brauen. :Wink
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Re: Dekoktion im Braumeister

#12

Beitrag von Gandi » Montag 24. September 2018, 12:44

Danke Jens! Dann hab ich zumindest eine grobe Vorstellung, auf was ich achten muss.
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Re: Dekoktion im Braumeister

#13

Beitrag von 100prozent » Donnerstag 1. November 2018, 21:29

Hi,
habt ihr inzwischen ein Bier mit diesem Verfahren gebraut und könnt eure Erfahrungen teilen? Ist das Ergebnis besser geworden als bei einer herkömmlichen Infusion?

Gruß Marcel

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