Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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TimW
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Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#1

Beitrag von TimW » Donnerstag 4. Oktober 2018, 22:10

Ich würde gerne das Kellerbier von Riegele nachbrauen (so gut es denn geht). Arg viele Informationen gibt es nicht, das Internet-Archiv spuckt folgendes von der Riegele-Webseite aus:
Grundtenor:
Die unfiltrierte – naturtrübe Spezialität

Farbe:
Kastanienrot-opal

Blume:
Fruchtig – frisch

Geschmacksbeschreibung:
Vollmundig fruchtig mit ausgeprägter Hefeblume
Anklänge von Gewürznelke
Erfrischender Nachtrunk!

Alkoholgehalt:
5,0 Vol. %

Stammwürze:
13,5%

Bittere: 4 von 10

Essen:
Trinktemperatur ca. 8°C
Für die gemütlichen Stunden
Alleinstehend oder zu würzigem Speisen
Glasempfehlung: RIEGELE Modern Line; hier kommt Farbe und Aroma optimal zur Geltung

Typ: obergärig

Übrigens:
Wie vor 100 Jahren reift das RIEGELE Kellerbier in den Anfang des letzten Jahrhunderts errichteten Gewölbekellern der Brauerei. Wie damals der Commerzienrat steigt heute sein Nachfolger 71 Stufen in die Tiefe, ‘zwickelt’ eine kleine Probe des reifenden Bieres, prüft die Gärung und genießt das Aroma des unfiltrierten, opalen Trunks. Nur eines hat sich geändert gegenüber früher: Die unfiltrierte Rarität wird jetzt auch direkt vom Mutterfass auf Flasche und kleine Fässer abgefüllt und so können heutzutage alle RIEGELE Freunde mit genießen!

Die Einzigartigkeit dieses Bieres kommt aus der Hefe. Um genau zu sein, eine spezielle Ale-Hefe eines befreundeten Brauers aus England macht das RIEGELE Kellerbier so fruchtig-frisch. Die Hefe harmonisiert einzigartig mit den drei ausgewählten Juramalzsorten (einer Komposition aus Münchner Malz – rot gedarrtes Gerstenmalz-, Pilsener Malz (helles Gerstenmalz) und Weizenmalz). Diese drei Malze werden im RIEGELE Zweimaisch-Verfahren mit der RIEGELE Spelzentrennung aufgeschlossen und veredelt, was dem Bier seinen unverwechselbaren Charakter verleiht. Eine kleine Prise Hersbrucker Aromahopfens gibt dem Bier den letzten Schliff, bevor es in den handgeziegelten Bierkellern in Ruhe reift. Ein Stück handwerkliche Kunst!

Ich habe mal ein Rezept für meinen GF im Bierschmied versucht (60% BH Efficiency, müsste so um die 50% Ausbeute sein):

Ausschlagmenge: 23 Liter (21 in den Gärbehälter)
Stammwürze: 13,5°P
Alc.: 5,0%
IBU: 20
EBC: 16,8

Karbonisierung: 4,5g / l

Schüttung:
30% MüMa (2 Kg)
30% PiMa (2 Kg)
30% Weizen Hell (2 Kg)
10% Carared (0,6 Kg)

Maischplan:

52° - 20'
62° - 20'
70° - 20'

Abmaischen bei 78°

(Das Original sieht ein Zweimaischverfahren vor, meine Faulheit in Verbindung mit dem GF aber nicht :redhead )

Kochen 90'
60' - 35g East Kent Golding, 5,65% Alpha

Obergärig vergären bei etwa 16°-18°mit gestrippter Original-Hefe.



Offene Fragen:
- Was haltet ihr von der Hopfung? Da habe ich so gar keine Idee...
- Passt die Karbonisierung?
- Welche Hefe könnte gut sein, wenn mir das strippen nicht gelingt? Hätte Wyeast 1084 und 1056 als Backup da sowie einige Trockenhefe (Notti, WB-06, S-04). Gärtemperatur ist leider nicht verhandelbar, habe noch keine Gärführung und somit nur einen Keller
- Ist die Schüttung ok? Habe noch nie mit Carared gearbeitet.


Ich habe hoffentlich nichts vergessen. Ich freue mich über jegliches Feedback.

[Edit] hat den Maischplan angepasst.
Zuletzt geändert von TimW am Samstag 6. Oktober 2018, 22:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#2

Beitrag von Jomsviking » Freitag 5. Oktober 2018, 09:38

Servus,

ich hatte mal ein Kellerbier gemacht, welches schon sehr nahe an das Riegel hin kam.
Da habe ich allerdings Perle als Hopfen eingesetzt und kein Weizenmalz benutzt.

Falls es mit dem Strippen nicht klappt wirds schwierig.
Die Hefe in dem Bier ist ja so dominant das es schwer wird einen Ersatz zu finden.
Was jedenfalls damals ganz gut funktioniert hat ist die Gozdawa PAY7


Ob die Trübung bei dem Riegele nur durch die Hefe kommt weiß ich nicht ganz. Das Bier Klärt sich jedenfalls kein bisschen. auch nicht bei 0°C und 6 Wochen Kühltruhe...

edit:
Die 10% Cara sollten passen
Die Karbonisierung auch. Eventuell sogar 5g co2/L
Gruß
Felix

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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#3

Beitrag von tauroplu » Freitag 5. Oktober 2018, 11:30

Hi, von den genanten Hefen passt in meinen Augen die S-04 am besten, da ich das Kellerbier als recht hefe-aromatark empfinde.
Beste Grüße
Michael michael.plum@arcor.de

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

Sepp-Wurzel
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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#4

Beitrag von Sepp-Wurzel » Samstag 6. Oktober 2018, 21:24

Beim Riegele werden aber auch garantiert nicht nur die zwei Rasten gefahren. Davon hält der Braumeister nix. 50-52, dann auf 62, 72 und abmaischen.
Da beim Riegele ned pasteurisiert wird, dürfte strippen klappen.
Wenn du aus der Gegend bist, frag aber doch einfach, ob du von denen ne Hefe bekommst. Die sind da recht offen

TimW
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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#5

Beitrag von TimW » Samstag 6. Oktober 2018, 22:21

Sepp-Wurzel hat geschrieben:
Samstag 6. Oktober 2018, 21:24
Beim Riegele werden aber auch garantiert nicht nur die zwei Rasten gefahren. Davon hält der Braumeister nix. 50-52, dann auf 62, 72 und abmaischen.
Da beim Riegele ned pasteurisiert wird, dürfte strippen klappen.
Wenn du aus der Gegend bist, frag aber doch einfach, ob du von denen ne Hefe bekommst. Die sind da recht offen
Ohja, Du hast ja Recht! Lesen und verstehen, wie mein Mathe-Lehrer immer sagte... Ich ging davon aus, das erwähnte Zweimaischverfahren bedeutet zwei Rasten, obwohl es zweimal Zubrühen bedeutet :Ahh .

Habe den Maischplan geändert, vielleicht kann den nochmal wer gegenprüfen:

52° - 20'
62° - 20'
70° - 20'

Abmaischen bei 78°.

Leider wohne ich hier im Norden, weit weg von den ganzen schönen Brauereien im Süden, deshalb wirds mit der Hefespende nichts. Aber so kann ich auch mal das Strippen probieren (muss mir allerdings noch ein passendes Outfit besorgen).

Danke für euren Input bislang!

Bronkhorst
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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#6

Beitrag von Bronkhorst » Montag 8. Oktober 2018, 10:49

Mit Zweimaischverfahren ist eine zweifache Dekoktion gemeint.

Jens

uli74
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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#7

Beitrag von uli74 » Dienstag 23. Oktober 2018, 12:50

TimW hat geschrieben:
Samstag 6. Oktober 2018, 22:21

Leider wohne ich hier im Norden, weit weg von den ganzen schönen Brauereien im Süden, deshalb wirds mit der Hefespende nichts. Aber so kann ich auch mal das Strippen probieren (muss mir allerdings noch ein passendes Outfit besorgen).

Ein kleines Video davon wäre nett :thumbsup :thumbsup :thumbsup
Gruss

Uli

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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#8

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 23. Oktober 2018, 13:12

uli74 hat geschrieben:
Dienstag 23. Oktober 2018, 12:50
TimW hat geschrieben:
Samstag 6. Oktober 2018, 22:21
Aber so kann ich auch mal das Strippen probieren (muss mir allerdings noch ein passendes Outfit besorgen).
Ein kleines Video davon wäre nett :thumbsup :thumbsup :thumbsup
NEIN! Bidde nich ... :Shocked :P
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
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Viele Grüße
Jens

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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#9

Beitrag von uli74 » Dienstag 23. Oktober 2018, 14:25

Seit wann interessierst Du Dich nicht mehr für Hefe? :P
Gruss

Uli

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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#10

Beitrag von Gimplbrauer » Dienstag 23. Oktober 2018, 17:08

Aber so kann ich auch mal das Strippen probieren (muss mir allerdings noch ein passendes Outfit besorgen)
Wie muss man sich das vorstellen, so etwa?
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peterkling
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Re: Rezepthilfe Riegel Kellerbier Klon

#11

Beitrag von peterkling » Dienstag 30. Oktober 2018, 15:48

:goodpost: :popdrink :Ätsch :thumbsup

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