Flandrisch Rotbier

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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accessorius
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Flandrisch Rotbier

#1

Beitrag von accessorius » Dienstag 5. Februar 2019, 11:43

Hallo zusammen,

ich hätte gerne Feedback zu einem Flandrisch Rotbier. Bisher habe ich Rezepte nachgekocht. Jetzt möchte ich ein bestehendes Rezept anpassen. Die Schüttung und Guss ist an meine Anlage angepasst und mit dem KBH ermittelt. In der Vorlage ist nur eine Kombirast für 65 min vorgesehen. Deshalb mein Versuch zur Anpassung.

23 l Ausschlag
Hauptguss: 23 l
Nachguss: 12 l
Stammwürze: 14,0°P
geplanter Alkoholgehalt: 6,2 Vol.%
EBC: 29
IBU: 21

Schüttung:
3900g Wiener Malz
1900g Pale Ale Malz
350g Special B
350g CaraMünch III
300g Weizenmalz
250g Reishülsen

Maischen:
Einmaischen bei 62°C
Eiweißrast bei 60°C für 10 min
Maltoserast bei 63°C für 35 min
Verzuckerungsrast bei 73°C für 20 min
Grainfather Abmaischrast bei 78°C für 10 min (hats sich bewährt, Hintergrund ist mir unklar)
Abmaischen

Würzekochen für 70 min

Hopfengaben:
36g East Kent Golding Kochbeginn
5g Irish Moss Kochende

Hefe:
Wyeast #3763 Roeselare Ale Blend

Gärung: 4-6 Wochen bei 22°C
Reifung: 12 Monate bei 22°C

Schönen Dank vorab.

tbln
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Re: Flandrisch Rotbier

#2

Beitrag von tbln » Dienstag 5. Februar 2019, 12:31

Bei 21 IBU wird das Bier relativ sicher nicht sauer (zu wenig Milchsäure). Schau mal hier: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=16038

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Re: Flandrisch Rotbier

#3

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 5. Februar 2019, 16:48

tbln hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 12:31
Bei 21 IBU wird das Bier relativ sicher nicht sauer (zu wenig Milchsäure). Schau mal hier: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=16038
Das ist so nicht unbedingt richtig.
Es gibt Lacto-Stämme, die sehr alkohol- und IBU-tolerant sind - ich braue das Flanders Red seit Jahren mit 30 - 32 IBU und habe
so meine Solera gestartet. Das Faß ist zwischenzeitlich so sauer geworden (ohne überbordenden Aceto!), dass ich 5 zu 1 mit frischem Flanders blenden muss, damit es trinkbar wird. Wenn ich daran denke, bringe ich 0,33 L direkt aus dem Fass mit nach Romrod.....

"Klassisches" Adambier ist übrigens ein weiteres Beispiel - sehr hohe Stammwürze/ Alkohol , massiv gebittert, trotzdem nach alten Beschreibungen "lactosauer".
Ausprobieren!

Just my 2 cents

Cheers

Jürgen

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Re: Flandrisch Rotbier

#4

Beitrag von Unbewegter Beweger » Dienstag 5. Februar 2019, 17:13

In „Wild Brews“ ist ein Flanders Red Rezept veröffentlicht mit 25 IBU, das mit dem Roeselare Blend vergoren wird. Allerdings hat der Blend den Ruf, beim ersten Durchgang nicht so richtig sauer zu werden.
Ich habe bei meinem Red Ale noch eine Packung Pediokokken zugegeben, weil es mir nicht genug war.
Liebe Grüße, Sven

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Re: Flandrisch Rotbier

#5

Beitrag von tbln » Dienstag 5. Februar 2019, 20:16

Jürgen, der Blend von WY hat es bei mir beim Erstversuch zumindet nach 12 Monaten nicht einmal unter ph 4 geschafft. Wir müssten eigentlich die Daten im dem Flanders Red Thread mal sammeln und auswerten. Da sind ja doch einige Sude zusammen gekommen!
Hab den Bodensatz auf ein Old Ale mit 40 IBU losgelassen - mal sehen was die Pedios in der Zweitverwendung leisten. :thumbup

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Re: Flandrisch Rotbier

#6

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 5. Februar 2019, 20:36

tbln hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 20:16
Jürgen, der Blend von WY hat es bei mir beim Erstversuch zumindet nach 12 Monaten nicht einmal unter ph 4 geschafft. Wir müssten eigentlich die Daten im dem Flanders Red Thread mal sammeln und auswerten. Da sind ja doch einige Sude zusammen gekommen!
Hab den Bodensatz auf ein Old Ale mit 40 IBU losgelassen - mal sehen was die Pedios in der Zweitverwendung leisten. :thumbup
Roselaere alleine schafft das nicht; ich habe damals die dregs von mehr als 10 verschiedenen Geuzen und Lambiks dazugepackt :Angel

cheers

Jürgen
Zuletzt geändert von bierhistoriker.org am Mittwoch 6. Februar 2019, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Flandrisch Rotbier

#7

Beitrag von accessorius » Mittwoch 6. Februar 2019, 09:45

Vielen Dank für die Hinweise. Nach dem englisch sprachigen Begriff habe ich leider nicht gesucht. Sorry dafür.

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Re: Flandrisch Rotbier

#8

Beitrag von glassart » Mittwoch 6. Februar 2019, 10:11

Unbewegter Beweger hat geschrieben:
Dienstag 5. Februar 2019, 17:13
In „Wild Brews“ ist ein Flanders Red Rezept veröffentlicht mit 25 IBU, das mit dem Roeselare Blend vergoren wird. Allerdings hat der Blend den Ruf, beim ersten Durchgang nicht so richtig sauer zu werden.
Ich habe bei meinem Red Ale noch eine Packung Pediokokken zugegeben, weil es mir nicht genug war.
Liebe Grüße, Sven
Hi Sven,

wann hast du denn die Pedio´s zugesetzt?
Ich habe aktuell ein Flanders mit der Roeselare und zeitgleich eines mit der WLP665 laufen. Pedios hätte ich auf Lager wenn sich da zu wenig Säureentwicklung zeigen sollte.

lg Herbert

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Re: Flandrisch Rotbier

#9

Beitrag von Unbewegter Beweger » Mittwoch 6. Februar 2019, 11:33

Hallo Herbert,
die Pedios habe ich nach drei Monaten zugesetzt. Da hatte das Bier noch drei Plato scheinbaren Restextrakt. Als ich mir eine Pipette genehmigt hatte, war da kaum Säure zu schmecken.
Ich habe das Bier mittlerweile abgefüllt und die Säure ist ähnlich der eines Rodenbachs. Den pH habe ich noch nicht gemessen. Was ich krass fand ist, dass das Brettaroma sehr dominant ist.
Liebe Grüße, Sven

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Re: Flandrisch Rotbier

#10

Beitrag von glassart » Mittwoch 6. Februar 2019, 13:49

danke Sven, dann werde ich mir jetzt auch einmal die 2 Fässer vorknüpfen und auch messen. Wie viel Pedio´s hast du denn verwendet auf welche Menge ?
Die sollten sich ja auch propagieren lassen, oder :Grübel
Nur keine Ahnung wie, unter welchen Bedingungen -hat da jemand Erfahrungen ? :Smile Gleich wie die Hefen bei welcher Temperatur ?

lg Herbert :Drink

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Re: Flandrisch Rotbier

#11

Beitrag von Unbewegter Beweger » Mittwoch 6. Februar 2019, 14:32

...also ich habe einen Wyeast Pack für 20 Liter genommen und das war mir am Ende genau richtig so. Einen Starter habe ich nicht gemacht. Da habe ich mich auch noch nicht mit beschäftigt, wie das bei Pedios geht.

Ich wünsche dir gutes Gelingen!
Liebe Grüße, Sven

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Re: Flandrisch Rotbier

#12

Beitrag von bierhistoriker.org » Mittwoch 6. Februar 2019, 15:04

Hi,

die Amis stellen zum Einfangen von Pedio ungekochte Würze im offenen Gefäß für zwei Stunden ins Ausgussbecken in der Küche .....
Guten Appetit!


Cheers

Jürgen

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Re: Flandrisch Rotbier

#13

Beitrag von glassart » Mittwoch 6. Februar 2019, 15:43

Hi Jürgen,

ich denke in der Art habe ich es vorerst nicht vor, außer es gibt keine andere Möglichkeit :Bigsmile

lg Herbert

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