Suche Rezept für einen Budweiser Clone

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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thomas01

Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#1

Beitrag von thomas01 » Dienstag 3. Februar 2015, 20:08

Hallo Leute,

hätte vielleicht jemand ein deutschsprachiges Rezept für einen Budweiser-Clone für mich in seinem Repertoire?
Ich verkoste nämlich gerade einen Czech Budweiser Import und finde es so lecker, das ich es auch gerne einmal selber machen möchte.
Im Internet finde ich aber leider nur amerikanische Rezepte mit Extrakten.

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bockie72
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#2

Beitrag von bockie72 » Donnerstag 5. Februar 2015, 13:41

Da hier noch keiner geantwortet hat :Waa

Habe kein Budweiser Rezept, aber bei MMuM öd. Mueggelland gibt es wohl Pilsener Urguell angelehnte Rezepte
Grob geschätzt würde ich sagen
100% Pilsener Malz böhmisch
Saazer Hopfen
UG Hefe

Das ganze mit Dekoktion maischen
IBU ca. 40

Gruß

Jörg

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Kurt
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#3

Beitrag von Kurt » Donnerstag 5. Februar 2015, 14:11


thomas01

Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#4

Beitrag von thomas01 » Donnerstag 5. Februar 2015, 14:33

@Kurt

Das Rezept hört sich sehr gut an!
Ich glaube, das möchte ich probieren.

Ist es so essentiell nach dem Dekoktion-Verfahren zu arbeiten, oder kann ich dabei auch mittels Infusion arbeiten? Die Rasten sollten ja eigentlich bleiben.

Und was meint Ihr zu meinem Wasser?
Trinkwasseranalyse_Dortmund_Hengsen_Aktuell.pdf
(56.1 KiB) 85-mal heruntergeladen

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#5

Beitrag von Kurt » Donnerstag 5. Februar 2015, 14:46

Ich würde auch die Dekoktion nicht verzichten! Dein Wasser ist echt ok. Da würde ich nur mit Milchsäure auf eine RA von 0°dH oder sogar leicht negativ einstellen. Wichtig ist auch die Gärführung! Kalt und mit ausreichend Hefe anstellen!

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#6

Beitrag von Blancblue » Donnerstag 5. Februar 2015, 18:45

Klaus Kling hat in seinem Buch ein Budweiser Klon Rezept, das sollte doch irgendwo im Netz zu finden sein…
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

thomas01

Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#7

Beitrag von thomas01 » Donnerstag 5. Februar 2015, 19:26

Ich bleibe weiter dran an dem Budweiser, aber erst einmal werde ich das Böhmische Pilsner aus dem obigen Link ausprobieren, das scheint recht gut anzukommen.
Und ich werde auf jeden Fall die Dekoktion dabei zum ersten Mal ausprobieren.

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#8

Beitrag von Johnny H » Donnerstag 5. Februar 2015, 20:01

Gefunden im alten Forum, bzw. in den dort hinterlegten Rezepten. Ist allerdings nicht sehr detailliert, z.B. weiß ich von einer Brauereibesichtigung, dass auch Budvar mit Dekoktion braut.

Kurts Rezept ist auf jeden Fall auch eine sehr gute Wahl.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#9

Beitrag von Tobieras » Dienstag 2. Februar 2016, 12:04

Bin auch immer noch auf den Spuren vom Budvar.
Habe gerade ein böhmisches Pils nach ähnlichem Rezept fertig und bin sehr zufrieden. Schmeckt wirklich extrem lecker. Aber: Am WE hatte ich die Gelegenheit das mal mit einem Budvar zu vergleichen. Schmeckte ganz deutlich anders, fast nicht vergleichbar. Weiß nicht ob besser oder schlechter, aber ähnlich waren sich die beiden Biere kaum.
Ich habe Tennenmalz und Infusion benutzt und ich glaube Budvar verwendet eine eigene Hefe, ich habe die W34/70 verwendet. Dass das einen Unterschied macht sollte klar sein, hätte jetzt nicht gedacht, welch riesengroßen.

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#10

Beitrag von flying » Dienstag 2. Februar 2016, 12:53

Osmosewasser, Reichlich bester Saazer Doldenhopfen (Siegelhopfen) und Böhmisches Pilsnermalz. Hefe die WLP802 Czech Budejovice Lager Yeast. Dekoktion ja aber der Dekok-Geschmack ist schon deutlich milder als bei einem PU. Das Flaschenbier hat einen Pasteurisationsgeschmack. Deshalb wird Deines nie genau so schmecken.
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#11

Beitrag von Blancblue » Dienstag 2. Februar 2016, 14:18

Kenne das Budvar nicht, aber hat´s wie viele tschechische Biere gerne mal ein bissl Rest-Diacethyl? Die richtige Menge davon als Hobbybrauer zu steuern ist gar nicht so einfach...
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#12

Beitrag von schabowski » Mittwoch 3. Februar 2016, 13:20

Wenn man die Dekoktion etwas einfacher machen möchte, kann man bestimmt auch das Kochmaischverfahren des Forummitglieds Earl verwenden.
Ich habs aber noch nicht ausprobiert und wäre auch an einem Rezept intetessiert.

http://www.hb-tauschboerse.bplaced.net/ ... fahren.htm

Gruß,
Björn.

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#13

Beitrag von ak59 » Dienstag 14. April 2020, 22:48

Hallo zusammen,

recht alter Thread, aber eine evtl. dumme Frage. Ich hatte das hiesige Budweiser vor langer Zeit in einer unserer Kneipen sehr gern getrunken, als die eine zeitlang jede Woche weltweite Bier vom Faß aus...schankem (?). Vor einigen Jahren fand ich’s wieder klasse im Schweizerhaus in Wien (vielleicht/obwohls dort angeblich mit weniger CO2 ausgeschenkt wird).

Bei der Rezeptsuche bin ich hier gelandet. Nun steh ich für den Vergleich zwischen B. und dem hier als ähnlich eingeschätzten böhmischen Pilsner (die ich bisher dort im Urlaub auch sehr schätzen gelernt hab) etwas auf der Rolle. Ist das B. nun ein Pils (ner, oder -art) oder ein Lager (wie auf der Webseite von B. angegeben). Der übernächste Sud soll das böhmische Pilsner werden, aber das hätte mich interessiert und ich hätte dann auch mal deb oben erwähnten Clone ausprobiert.

Viel Grüße,

Andreas

P.S.: Habe gesehen, daß ich dann auch das Maischverfahren umstellen muß, aber 10L wär mir der Versuch und die Erfahrung wert.

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#14

Beitrag von Johnny H » Dienstag 14. April 2020, 23:10

ak59 hat geschrieben:
Dienstag 14. April 2020, 22:48
[...] Nun steh ich für den Vergleich zwischen B. und dem hier als ähnlich eingeschätzten böhmischen Pilsner (die ich bisher dort im Urlaub auch sehr schätzen gelernt hab) etwas auf der Rolle. Ist das B. nun ein Pils (ner, oder -art) oder ein Lager (wie auf der Webseite von B. angegeben). Der übernächste Sud soll das böhmische Pilsner werden, aber das hätte mich interessiert und ich hätte dann auch mal deb oben erwähnten Clone ausprobiert.

[...]
Ich glaube, das einzige tschechische Pilsner, das auch in Tschechien so bezeichnet wird, ist das Urquell.

Ich habe es gerade nicht exakt im Kopf, wie die Rechtslage wo ist, aber um den Begriff "Pilsner" wurden in den letzten ca. 100 Jahren zahlreiche Prozesse geführt, und einige Länder sind etwas restriktiv bei der Verwendung der Bezeichnung "Pilsner".

Stilistisch handelt es sich trotzdem um "böhmische Pilsner", d.h. eher goldgelb in der Farbe, deutlich wahrnehmbarer und etwas süßlicher Malzkörper, kräftige aber gut eingebundene und harmonische Bittere, Hopfenaroma vom Saazer o.ä.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#15

Beitrag von ak59 » Dienstag 14. April 2020, 23:22

Hi,

vielleicht noch Gambrinus - hat mir auch geschmeckt, aber Du hast meine Frage beantwortet, danke.

Gruß,

Andreas

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#16

Beitrag von Barney Gumble » Mittwoch 15. April 2020, 06:12

Ich hatte mich auch schon öfter an einem Budvar Clone versucht. Damals (vor 10 Jahren) war das auch in Flasche noch eine Referenz.
Mittlerweile ist es gekippt und mir schmeckt das grasigere PU besser (aber auch das hat nachgelassen), damals hatte ich auch immer behauptet, dass das Budvar eher ein Tschechisches Lager sei, aber rechtlich kann das natürlich anders gesehen werden.
Bin auch unter Verwendung der WY 2000 Hefe und böhm. Tennenmalz und sehr viel Saazer (aber nicht gestopft, ich vermute, die kriegen andere Saazer Qualitäten* wie wir Hobbybrauer..) nicht an den gleichen ggü. PU leicht malzig süffigen und sehr typischen Geschmack rangekommen (edit: immer eindeutig im doppelten Triangeltest) und hab mich zufrieden gegeben, da mir mein eigener Geschmack auch gut vorkam.
Auf 0 würde ich nicht runtergehen bei der RA, 5 reicht auch schon, man müsste mal die Wasserprofile von Pilsen und Budweis vergleichen..
VG
Shlomo
PS: bzgl. * Qualität des Hopfens, was ist unter "Siegelhopfen" zu verstehen?
Zuletzt geändert von Barney Gumble am Mittwoch 15. April 2020, 09:59, insgesamt 1-mal geändert.
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! (frei nach Henry Youngman)
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#17

Beitrag von Bergbock » Mittwoch 15. April 2020, 08:43

Also, für das Original Budweiser Budvar sind doch einige Kenngrössen bekannt:

a) 22 IBU. Budvar ist kein Pilsner Biertyp!!
b) Hopfen: Halbfrüher Roter aus Saatz
c) Farbe: 10 EBC
d) Alkohol : 5%
e) Stammwürze : 11.9%
f) Tschechisches Malz (gut, das ist jetzt unspezifisch). Böhmisches Tennenmalz oder Böhmisches Pilsnermalz ist sicher kein Fehler. Bei 10 EBC darf sicherlich auch 1/3 Wienermalz dabei sein.

Hefe? Die Wyeast 2000 Budvar Lager wäre wohl die richtige, leider ist die nur noch eine Private Collection (PC) Hefe
Die WLP 802 Czech Budejovice Lager Yeast müsste aber auch sehr gut passen.
Da in Böhmen das Lagerbier-Brauen aus Bayern kommend eingeführt wurde, sollte aber auch nichts gegen die W34/70 sprechen.

Cheers!
Frank

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#18

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 15. April 2020, 10:07

Bergbock hat geschrieben:
Mittwoch 15. April 2020, 08:43
Also, für das Original Budweiser Budvar sind doch einige Kenngrössen bekannt:

a) 22 IBU. Budvar ist kein Pilsner Biertyp!!
b) Hopfen: Halbfrüher Roter aus Saatz
c) Farbe: 10 EBC
d) Alkohol : 5%
e) Stammwürze : 11.9%
f) Tschechisches Malz (gut, das ist jetzt unspezifisch). Böhmisches Tennenmalz oder Böhmisches Pilsnermalz ist sicher kein Fehler. Bei 10 EBC darf sicherlich auch 1/3 Wienermalz dabei sein.

Hefe? Die Wyeast 2000 Budvar Lager wäre wohl die richtige, leider ist die nur noch eine Private Collection (PC) Hefe
Die WLP 802 Czech Budejovice Lager Yeast müsste aber auch sehr gut passen.
Da in Böhmen das Lagerbier-Brauen aus Bayern kommend eingeführt wurde, sollte aber auch nichts gegen die W34/70 sprechen.
[...]
Ui, das wusste ich so alles gar nicht. Nur 22 IBUs - das hätte ich höher eingeschätzt!

Vielleicht noch ein Tipp zur Hefe: nimm eine, die eher hoch vergärt, denn im Vergleich zu anderen tschechischen Lagern kommt Budvar auf recht knackige 80% VG. Wyeast 2000, Wyeast 2308 oder die W34/70 kommen in meiner Erfahrung auf jeden Fall so weit runter.
Johnny H hat geschrieben:
Mittwoch 17. Oktober 2018, 08:06
[...]. Es gibt aber auch hier Ausnahmen: das Budvar z.B. kommt bei einer Stammwürze von 11,9°P auf 5% Alkohol, was lt. Fabier.de auch einem sEVG von 80% entspricht.

Hier hatten wir auch mal eine Diskussion darüber, und ich hatte damals Zahlen aus meinem Jalowetz-Nachdruck zitiert:
In Bezug auf diese Daten ist in einer weiteren Tabelle auch der Durchschnitt für sechs weitere tschechische Biere angegeben. Dieser beträgt im Schnitt 3,4% (81% Endvergärgrad vs. 77,6% scheinbarer VG).

Die Zahlen sind übrigens von 1991, glaube ich.
[...]
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#19

Beitrag von Barney Gumble » Mittwoch 15. April 2020, 11:47

Hier isch a Rezept
https://www.brewersfriend.com/homebrew/ ... inal-clone
von Radekaus Budweis empfohlen
Ob aber nicht die wy2000 gekauft nicht ein bisschen was anders ist als deren Haushefe würde ich nicht ausschließen
Ohne die Diskussion ausfransen lassen zu wollen, würde ich bei Originalgetreue mit Doldenhopfen (die werben damit auf ihrer Homepage) und Dekoktionen arbeiten und von der Gärführung auf ein bisschen Diacetyl hinarbeiten
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#20

Beitrag von ak59 » Mittwoch 15. April 2020, 19:10

Hallo zusammen,

für den übernächsten Sud plane ich mal das Rezept für das böhmische Pilsner und danach mach ich’s davon abhängig, ob ich noch was trinkbares zu Hause hab. Dann würde ich mich mal dieses Rezept probieren, aber wie ich das Rezept auf Dekoktion umstellen kann ist mir noch nicht klar - vielleicht probier ich’s erstmal mit Infusion. Ich werd die nächsten Sude auf 2-14L begrenzen und dafür 1x pro Monat brauen.

Was ich im Englischen bisher nicht finden konnte ist die Einmaischtemperaur - wie heisst das dort?

Die erwähnte Wyeast fand ich noch bestellbar und würde mich an das Rezept halten.

Über die Ergebnisse werde ich in diesem Thread berichten.

Vielen Dank und viele Grüße,

Andreas

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#21

Beitrag von ak59 » Donnerstag 16. April 2020, 23:19

Sorry, wenn ich hier mit so vielen Fragen komme (obwohl ich die meiste Zeit mit Lesen verbringe).

Zu dem Rezept für das böhmische Pilsner im Dekoktionsverfahren (s. unten): verstehe ich das es richtig, dass ich das auf ein 2-Maischverfahren umstellen kann? Ich müßte ja sonst umfüllen, um die Dickmaische zu ziehen (wollte mit Maischetopf und Thermo arbeiten). Ich dachte nach dem Einmaischen un Zubrühen alles bis auf die 6l Dickmaische in den Thermoport umzuschöpfen.

Viele Grüße,

Andreas


MAISCHPLAN:
Einmaischen in 11 Liter Wasser (57 °C), ergibt 50 °C → 10 min rasten
6.5 Liter kochendes Wasser zubrühen, ergibt 64 °C → 30 min rasten
6 Liter Dickmaische ziehen, 10 min bei 72 °C rasten und 10 min kochen
→ Zubrühen ergibt 72 °C, anschließend 30 min rasten
6 Liter Dünnmaische ziehen und 10 min kochen
→ Zubrühen ergibt 77 °C, anschließend 10 min rasten
Abmaischen bei 77 °C

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#22

Beitrag von Johnny H » Donnerstag 16. April 2020, 23:48

ak59 hat geschrieben:
Donnerstag 16. April 2020, 23:19
Sorry, wenn ich hier mit so vielen Fragen komme (obwohl ich die meiste Zeit mit Lesen verbringe).
[...]
Es gibt keinen Grund, Dich zu entschuldigen! :-)

Moritz (Bierjunge) hat mal einen sehr lesenswerten Artikel zum Dekoktionsverfahren geschrieben, in dem sich auch eine bebilderte Beschreibung befindet, was Du wie umschöpfen kannst:

https://braumagazin.de/article/verkocht-und-zugebrueht/

Das Schaubild in diesem Abschnitt bezieht sich zwar auf ein anderes Dekoktionsverfahren, aber gegen Einmaischen in den Kocher und dann Abziehen/Umschöpfen des größten Teils der Dünnmaische in den Thermoport und Kochen des Rests der ersten Dickmaische im Kocher spricht nichts. Beim zweiten Schritt könntest Du ebenso verfahren.

Wenn ich das von dir geschilderte Dekoktionsverfahren anwende, ziehe ich allerdings die ~6kg Dickmaische mit einem Küchensieb und koche die separat auf dem Herd, ebenso dann beim 2. Schritt mit der Dünnmaische, aber du musst das nicht zwingend so machen.
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#23

Beitrag von ak59 » Donnerstag 16. April 2020, 23:57

Hi,

genau das hatte ich mir angesehen, aber was ich geschrieben habe macht eigentlich nicht viel Sinn. Da muss ich ja auch 12l umschöpfen, dann macht Dein Vorschlag mehr Sinn, muß nur dem Chef in der Küche ‘nen Topf abschwartzen.

Danke,

Andreas

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#24

Beitrag von Johnny H » Freitag 17. April 2020, 00:07

Übrigens: ganz wichtig für das Gelingen ist auch deine Hefe und Deine Gärführung!

Bei 10l kommst Du mit einem Wyeast-Päckchen evtl. hin, aber grundsätzlich sollte es frisch sein, und noch besser wäre es, einen Starter zu machen.

Kannst Du denn außerdem kontrolliert kalt vergären?
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#25

Beitrag von ak59 » Freitag 17. April 2020, 14:58

Wie ich heute festgestellt habe - definitiv nein. Hab den Sud durch Arduino-Fehlprogrammierung auf 6° gekühlt. Mit 'nem Arduino allein gibt's ohne USB kein Monitoring und wenn man sich darauf verlasst, dass das Programm zum Heizen durch kleine Anpassungen funktioniert, dann kommt genau sowas raus :-(

In Zukunft entweder über 'nen InkBird oder Raspi mit WiFi (der liegt schon vor mir, da könnte ich 2 Sensoren nutzen und wäre bzgl. der Relais flexibler - halt mit Risiko, wie man sieht).

Soll ich's gleich wegschütten oder noch die Gärung abschliessen (fall's sie überhaupt wieder in Gang kommt)?

Gruß,

Andreas

P.S.: Davon geht die Welt für mich nicht unter, waren *nur* 17L (und 2 Hefen, *schnief*) und für das nächste UG teste ich das erstmal mit Wasser - "again what learned", sagt der L.M.

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#26

Beitrag von Johnny H » Freitag 17. April 2020, 15:43

ak59 hat geschrieben:
Freitag 17. April 2020, 14:58
[...]
Soll ich's gleich wegschütten oder noch die Gärung abschliessen (fall's sie überhaupt wieder in Gang kommt)?
[...]
P.S.: Davon geht die Welt für mich nicht unter, waren *nur* 17L (und 2 Hefen, *schnief*) und für das nächste UG teste ich das erstmal mit Wasser - "again what learned", sagt der L.M.
Auf jeden Fall zum Abschluss bringen! Wenn's gut läuft, wird das Dein bestes Bier und höchstens schade, dass Du es nicht mehr reproduzieren kannst.

Beschreib doch mal, was Du gemacht hast ab Ende des Würzekochens, vor allem, wie Du angestellt hast und wie alt die Hefe(n) waren. Gerade bei z.B. Wyeast steht ein Herstellungs- und/oder MHD drauf, und gerade bei UG kann das einen großen Unterschied ausmachen!!
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#27

Beitrag von ak59 » Freitag 17. April 2020, 16:00

Ich hab's mit dem Würzekühler auf 23° gebracht und dann in den Kühlschrank gestellt (max., zum 1. Mal - der 1. Fehler - neues Equipment immer erst ausprobieren). Nach 3 Std. hab ich die Hefe nach Anweisung in Wasser angesetzt und 30min rehydriert. Dann gingen die Probleme los. Bis dahin war zwar der Kühlschrank auf 10° aber nicht der Sud - 2. Fehler. Ich stand vor der Frage "übernacht weiter runterkühlen und dann hoffen, dass die Hefe das aushält", oder "bei 16° anstellen und hoffen dass die Hefe die weitere Abkühlung aushält". Obwohl ich weiss, dass man niedriger anstellen soll, hab ich mich für die Variante entschieden. Die Gärung ging gut an, aber das mag bei einer Fehlgärung nix heissen. Über den Temperaturverlauf im Sud insgesamt kann ich wenig sagen, weil ich Anfangs nur die Lufttemperatur verfolgt hatte (dachte der Sud folgt dann schon) - 3. Fehler.

Wie Du schon sagst lasse ich den Sud mal so und sehe Dienstag nach, wie weit die Gärung ist, am Freitag nochmal und wenn sich nix mehr verändert hat nehme ich am Sa 'nen Schluck - Strafe muss sein.

Wenn's nicht schmeckt bekommt ihn der Gulli und ich stürze mich auf den nächsten Sud (OG). Ansonsten kommt's auf den Zucker auch nicht mehr an und ich fülle ab. 3 Wochen später weiß ich dann mehr.

Gruß,

Andreas

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#28

Beitrag von Johnny H » Freitag 17. April 2020, 16:56

ak59 hat geschrieben:
Freitag 17. April 2020, 16:00
[...] Nach 3 Std. hab ich die Hefe nach Anweisung in Wasser angesetzt und 30min rehydriert. Dann gingen die Probleme los. Bis dahin war zwar der Kühlschrank auf 10° aber nicht der Sud - 2. Fehler. Ich stand vor der Frage "übernacht weiter runterkühlen und dann hoffen, dass die Hefe das aushält", oder "bei 16° anstellen und hoffen dass die Hefe die weitere Abkühlung aushält". Obwohl ich weiss, dass man niedriger anstellen soll, hab ich mich für die Variante entschieden. Die Gärung ging gut an, aber das mag bei einer Fehlgärung nix heissen. Über den Temperaturverlauf im Sud insgesamt kann ich wenig sagen, weil ich Anfangs nur die Lufttemperatur verfolgt hatte (dachte der Sud folgt dann schon) - 3. Fehler.

[...]
Optimal ist das natürlich nicht ;-)

Waren das jetzt 2 Pck. Trockenhefe, und wenn ja, welche?

Die Hefe mag es eigentlich nicht, wenn man sie abkühlt oder gar abschreckt, aber jetzt ist es so wie es ist. ich würde jetzt bei 10-12°C weitervergären und bei etwa 55-60%VG auf ca. 14°C kommen lassen und dort ausgären lassen.

Bei mir läuft übrigens die Temperatursteuerung über einen außen an den Gäreimer geklebten Temperaturfühler unter einem Stück Isolierschaum, über den dann der Kühlschrank gesteuert wird. Das sieht dann so aus:
Dateianhänge
4ecd3ff040446d34bfd0bc5088f7804cc5e54b3d_2_375x500.jpeg
4ecd3ff040446d34bfd0bc5088f7804cc5e54b3d_2_375x500.jpeg (63.54 KiB) 617 mal betrachtet
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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#29

Beitrag von ak59 » Freitag 17. April 2020, 17:18

... so sah's bei mir vorgestern schon aus, aber wenn mann zu dämlich ist ein if-then-else richtig zu schreiben, dann nützt die beste HW nix und verdient man was ich jetzt habe ;-)

Waren 2x Saflager S-23.

Andreas

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Re: Suche Rezept für einen Budweiser Clone

#30

Beitrag von Johnny H » Freitag 17. April 2020, 18:30

ak59 hat geschrieben:
Freitag 17. April 2020, 17:18
[...]
Waren 2x Saflager S-23.
[...]
Mit der Hefe habe ich doch tatsächlich noch nie gebraut. Da habe ich also keine speziellen Tipps oder Erfahrungen außer das, was ich zum weiteren Verlauf oben schon geschrieben habe und den generellen Tipp, dass sie m.W. eher für schlanke, norddeutsche Pilsner verwendet wird anstelle der böhmischen.

Wird schon werden.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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