Rezeptcheck NEIPA

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Bieriges
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Rezeptcheck NEIPA

#1

Beitrag von Bieriges » Dienstag 26. Februar 2019, 21:11

Hallo allwissendes Forum ;-)

Ich möchte am kommenden Wochenende meinen nächsten Sud brauen - undzwar ein NEIPA beasierend auf einem eigenen Rezept.
Bitte schaut doch mal drüber, ob das so passt. Inbesondere bei den Hopfengaben und den Mengen bin ich mir nicht so sicher....

Ziel: Stw:13%, 35 IBU, 10L Ausschlag, Hefe:Wyeast LondonAle III

Schüttung:
60% PiMA
20% Haferflocken
10% WienerMalz
5% CaraHell
5% Zucker (für ein trockeneres Bier)
(Ja, ich nehme bewusst kein Weizenmalz!!! Bitte keine Diskussion hierüber ;-))
Vermutlich nehme ich hier eine Kombirast : 66°C für 60min

Hopfengabe (Kochdauer 90min, bei 10Liter insgesamt):
Triskel (VWH) 1,4g (entspr.5%der Hopfengabe) -> 3,2 IBU
Nordbauer (90min) 1,4g (5% der Hopfengabe) ->2,84 IBU
Citra (5min) 7,0g (25% der Hopfengabe) -> 14,24IBU
Mosaic (5min) 7,0g (25% der Hopfengabe)-> 14,71IBU
Citra (WP) 2,8g (10% der Hopfengabe) -> 0IBU
Mosaic (WP) 8,3g (30% der Hopfengabe) -> 0IBU
Dazu kommen noch Hopfengabe während der Gärung und für 1-2 Tage nach der Gärung (da bin ich mir aber noch nicht so sicher wie ichs mache)

Was meint ihr zu den Hopfengaben? Passt das so? Sollte ich etwas verändern?

Vielen Dank für eure Meinungen schonmal vorab.
Jo

gimmesommo
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Re: Rezeptcheck NEIPA

#2

Beitrag von gimmesommo » Dienstag 26. Februar 2019, 22:55

Hallo Jo,

bei NEIPA ist es üblich, weitgehend oder sogar vollständig darauf zu verzichten, Hopfen zu kochen. Er wird typischerweise im Brauvorgang hauptsächlich beim Whirlpool ("steeping") verwendet und während der Gärung mit bis zu ca. 25g/l ein bis zwei mal gestopft. Zum Thema Hopfenstopfen bedien einfach mal die Suchfunktion.
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Unbewegter Beweger
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Re: Rezeptcheck NEIPA

#3

Beitrag von Unbewegter Beweger » Mittwoch 27. Februar 2019, 07:48

Hallo Jo,
über NEIPAs gibt es eine exzellente Zusammenfassung. Vielleicht hilft die dir weiter:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... pa#p273479
Liebe Grüße, Sven

Bieriges
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Re: Rezeptcheck NEIPA

#4

Beitrag von Bieriges » Mittwoch 27. Februar 2019, 07:57

Unbewegter Beweger hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 07:48
Hallo Jo,
über NEIPAs gibt es eine exzellente Zusammenfassung. Vielleicht hilft die dir weiter:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... pa#p273479
Liebe Grüße, Sven
Vielen Dank, den Artikel habe ich schon durchgearbeitet. Aber meine Frage hier ist spezifischer als im Artikel beschrieben...
Cheerio :Drink
Jo

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Re: Rezeptcheck NEIPA

#5

Beitrag von skappler » Mittwoch 27. Februar 2019, 08:08

Ich würde, wie gimmesommo, bei den IBUs auch runter gehen, eventuell sogar ganz auf die frühen Gaben verzichten. Bei meinem NEIPA lag ich auch bei knapp über 30IBU, was dazu geführt hat, dass das Bier eine gewissen Reifezeit gebraucht hat, und als die Bitterkeit rund war, waren die Hopfenaromen schon wieder stark am abbauen. Als Hefe hatte ich auch die London Ale III, die hat mir gut gefallen.

Bei NEIPAs ist das Wasser auch immer ein großes Thema, weiß nicht ob du dir dazu schon Gedanken gemacht hast. Da findet man auch einiges über die SuFu
Liebe Grüße, Sebastian

gimmesommo
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Re: Rezeptcheck NEIPA

#6

Beitrag von gimmesommo » Mittwoch 27. Februar 2019, 12:14

In meinem gerade gärenden NEIPA habe ich auf 19 l 10g Citra für 60 min. gekocht und 100g Mosaic sowie 50g Citra im Whirlpool bei 75°C für 20 min. eingeweicht. Dazu kommen in der Kalthopfung noch 50g Cryo Mosaic für 6 Tage sowie je 50g Cryo Mosaic und Citra für 3 Tage. Laut Beersmith ergibt das 31 IBU.

Vielleicht hilft dir das Beispiel ja weiter.

Gonzo
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Re: Rezeptcheck NEIPA

#7

Beitrag von brauflo » Mittwoch 27. Februar 2019, 13:10

Unabhängig von der anhand der Alphasäuren errechneten IBU tragen diese Mengen an Stopfhopfen auch noch erheblich zur subjektiven Bittere bei.
Zusätzlich kann durch feinste Hopfenpartikel der berüchtigte "Hopburn" auftreten.
Da hilft nur kalt lagern und ggf umdrücken.
Also wäre auch meine Empfehlung, die IBU eher zurückhaltend einzuplanen

Edit: sch.. Autokorrektur
________________________________________________________________

... wollte ich immer schon mal machen...


Meine Vorstellung:
viewtopic.php?p=184866#p184866

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Re: Rezeptcheck NEIPA

#8

Beitrag von Blancblue » Mittwoch 27. Februar 2019, 19:37

Das Wichtigste beim NEIPA ist ein möglichst sauerstoffarmer Brauprozess, vor allem ab der Gärung. Wenn man hier keine Skills aufweisen kann, nützt das beste Rezept nichts. Das Thema Oxidation wird bei Heimbrauern leider immer noch massiv unterschätzt, wer hier spart, verbrennt viel Geld und Arbeit. Also ohne C02 Equipment erst gar keins brauen.

Zum Rezept:

Schüttung:

Massive Mengen an Hafer, Weizen und Co. sind nicht notwendig, zu viel ist für den Haze sogar kontraproduktiv. Ich würde maximal 15% geben.

Stammwürze ist imho deutlich zu niedrig, >16% dürfen es schon sein, ob mit oder ohne Zucker

CaraHell passt super, ansonsten auch ne ordentliche Schippe CaraPils oder gar gleich Maltodextrin verwenden. Es geht tatsächlich nur um ne gewisse Basis für die massive Hopfung.


Maischen:

Der saftige Charakter entsteht u.a. durch einen niedrigen EVG. Ich maische bei 55°C Grad ein und fahre dann hoch bis 69°C. Anschließend noch mal 15 Minuten bei 75°C. Dazu dann eine passende Hefe wie Vermont oder London Fog oder LAIII.

Hopfen:

60 Minuten Kochzeit reicht dicke. Ich bittere rund 4 IBU über die Vorderwürze, der Rest dann über 10 / 5 / Flameout / Whirlpool Gaben. Ich komme im Heissbereich auf ca. 4 bis 5g/l.

Stopfen:

1g/l Tag 1 Gärung

8g/l 2 Plato vor EVG

8g/l nach Ende HG

Keine Säckchen o.ä. Mist, direkt rein. 3 Tage bei 18°C, dann ordentlichen Cold Crash und Spass haben.
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Rezeptcheck NEIPA

#9

Beitrag von gimmesommo » Mittwoch 27. Februar 2019, 19:55

Zum Thema Sauerstoff: Hat hier jemand Erfahrung mit dem Einsatz einer CO2-Luftpumpe? Hab mir ein Einsteigermodell zum Testen zugelegt und wollte damit nach Abfüllung in Flaschen den Leerraum im Hals vor dem Verkorken mit CO2 füllen. Hat das so schon jemand von euch ausprobiert?
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Re: Rezeptcheck NEIPA

#10

Beitrag von Blancblue » Mittwoch 27. Februar 2019, 20:11

Leerraum? Mach doch einfach die Flasche ganz voll...
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Rezeptcheck NEIPA

#11

Beitrag von CastleBravo » Sonntag 14. April 2019, 20:47

Blancblue hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 19:37
Maischen:

Der saftige Charakter entsteht u.a. durch einen niedrigen EVG. Ich maische bei 55°C Grad ein und fahre dann hoch bis 69°C. Anschließend noch mal 15 Minuten bei 75°C. Dazu dann eine passende Hefe wie Vermont oder London Fog oder LAIII.
Servus,
ich bin gerade auf der Suche nach einer passenden Hefe. Würde die WLP002 auch passen? Alternativ hätte ich die W306, die vergärt aber eher hoch.
Vielen Dank vorab und viele Grüße

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Re: Rezeptcheck NEIPA

#12

Beitrag von Till » Montag 15. April 2019, 09:42

gimmesommo hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 19:55
Zum Thema Sauerstoff: Hat hier jemand Erfahrung mit dem Einsatz einer CO2-Luftpumpe? Hab mir ein Einsteigermodell zum Testen zugelegt und wollte damit nach Abfüllung in Flaschen den Leerraum im Hals vor dem Verkorken mit CO2 füllen. Hat das so schon jemand von euch ausprobiert?
Meinst du die Fahrradpumpen mit den kleinen CO²-Kartuschen (z.B. sowas: https://www.bike24.de/1.php?content=8;p ... 5B109%5D=1)?

Ich habe sowas um Tubeless-Reifen am MTB zu montieren. Da braucht man zu Anfang sehr schnell Druck, den man mit der Standpumpe nicht hinkriegt. Viele nehmen die auch, um bei Rennen nicht lange pumpen zu müssen. Ich habe eine ältere von SKS, die kann man nicht dosieren. In ein paar Sekunden ist die Kartusche leer.

Wenn ich die nach dem Abfüllen in den Kopfraum einer Bierflasche halten würde, wäre die Flasche leer und das Bier an der Decke. Selbst wenn man das dosieren könnte: Wie willst Du nach Einsatz der Pumpe Verwirbelungen verhindern, die wieder zu einem Luftaustausch führen? Die Kartuschen sind außerdem verdammt teuer.

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