Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

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Bafra
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Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#1

Beitrag von Bafra » Freitag 12. April 2019, 06:44

Hallo liebe Hobbybrauer,

Mittlerweile hat sich in meiner Familie und Bekanntenkreis rumgesprochen, dass ich unter die Hobbybrauer gegangen bin. Zu meinem Geburtstag habe ich also einen Sack Malz 20 kg Weizen und Pilsmalz (je 10 kg) geschenkt bekommen. Da ich mit dem BM20 braue, kann ich die Menge nicht in einem Sud brauen. Daher ist mir das Mischverhältnis des Malzes nicht bekannt. Bei den zwei bisher gebrauten Weizen bin ich einfach von 1:1 ausgegangen und habe mit unterschiedlichen Hefen vergoren (Eyperiment). Da ich mit den Ergebnissen nicht so zufrieden bin, würde ich das Maischeverfahren noch verbessern und mit Wiener, Münchner, Rauchmalz oder Carahell verfeinern.
Kann mir von euch jemand ein Rezept empfehlen, bei dem die Malzmischung nicht die größte Rolle spielt?
Danke und viele Grüße
Steffen

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Sura
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#2

Beitrag von Sura » Freitag 12. April 2019, 06:50

Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht. Du hast zwei Säcke Malz bekommen, wobei ich nicht klar wird ob 20+10kg oder 10+10kg, und das Mischverhältnis ist dir nicht bekannt..... ????
Und du möchtest mit anderen Malzen experimentieren. Was Sinn macht, da beim Weizen der Malzkörper ja nciht ganz unerheblich ist. Trotzdem suchst du ein Rezept, bei welchem der Malzkörper egal ist?
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#3

Beitrag von VolT Bräu » Freitag 12. April 2019, 06:57

Ich lese das so, dass 10+10kg in einem Sack sind.
Gut mischen würde ich sagen. Man kann ja Gerste und Weizen recht gut unterscheiden. Wenn es dann doch 60/40 wird, tut das dem Weizenbier denke ich nicht so viel. Wenn es nicht passt würde ich da eher nach anderen Stellschrauben suchen.
Sonst könntest du auch weiter "verdünnen". Hälfte der Schüttung mit neu gekaufte Malz und Hälfte vorgemischt.
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Sura
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#4

Beitrag von Sura » Freitag 12. April 2019, 07:06

Ja, so könnte ein Schuh draus werden..... :Ahh

Ist aber doch ganz einfach: Du kaufst jetzt nochmal Münchner und Weizen, mischt das auch halb und halb, dann mischt du das mit dem was du geschenkt bekommen hast halb und halb, und hast dann 50% Weizen, 25% Pils, 25%Münchner. Mit Spezialmalzen kannst du das genauso machen. Da es aber für dich rechtlich irrelevant ist ob in deinem Weizen jetzt auch wirklich >50% Weizenmalz ist, kannst du die Spezialmalze (Cara, Röst, etc.) auch so dazugeben.

edit:
Ich hoffe das ist ungeschrotet?
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#5

Beitrag von Boludo » Freitag 12. April 2019, 10:08

Wenn du mit dem Hefeweizen nicht zufrieden warst, würde ich als erstes mit der Hefe experimentieren. Die ist eigentlich der Knackpunkt.
Welche hattest du denn und wie genau hast du vergoren?

Stefan

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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#6

Beitrag von Ladeberger » Freitag 12. April 2019, 10:22

Hallo Steffen,

du hast das richtige Unterforum gefunden, aber wohl den hier angepinnten Thread So werden sie geholfen! Angaben für effektive Rezepthilfe übersehen. Dort erwähnt Jan mehrfach, dass zunächst mal eine Beschreibung dessen notwendig ist, was eigentlich herauskommen soll oder andersherum: Was in deinen bisherigen Anläufen nicht den Erwartungen entsprach. Begleitend welche Rohstoffe (außer der unbekannten Malzmischung) bisher zum Einsatz kamen und wie sie verarbeitet wurden.

Vorher ist eine seriöse Beratung nicht möglich.

Gruß
Andy

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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#7

Beitrag von Eowyn » Freitag 12. April 2019, 11:35

Bafra hat geschrieben:
Freitag 12. April 2019, 06:44
Hallo liebe Hobbybrauer,

Mittlerweile hat sich in meiner Familie und Bekanntenkreis rumgesprochen, dass ich unter die Hobbybrauer gegangen bin. Zu meinem Geburtstag habe ich also einen Sack Malz 20 kg Weizen und Pilsmalz (je 10 kg) geschenkt bekommen. Da ich mit dem BM20 braue, kann ich die Menge nicht in einem Sud brauen. Daher ist mir das Mischverhältnis des Malzes nicht bekannt. Bei den zwei bisher gebrauten Weizen bin ich einfach von 1:1 ausgegangen und habe mit unterschiedlichen Hefen vergoren (Eyperiment). Da ich mit den Ergebnissen nicht so zufrieden bin, würde ich das Maischeverfahren noch verbessern und mit Wiener, Münchner, Rauchmalz oder Carahell verfeinern.
Kann mir von euch jemand ein Rezept empfehlen, bei dem die Malzmischung nicht die größte Rolle spielt?
Danke und viele Grüße
Steffen
ich braue wit mit 50% Pilsner malz und 50% Weizenmalz (oder ungemalztem Weizen)

kannst die Gewürze weglassen und ne deutsche Weizenbierhefe nehmen z.B. WY 3638

für 20 liter /5 Gal:

4.5 (pfund US) pilsner malz
4.5 weizenmalz
1 Haferflocken

einmaischen mit 12l.

maischen tue ich (in °F)
je 15 min bei 124° 128° und 132°
30 min bei 161°
10 min bei 170°

5.5 Gal zum läutern
Läutern mit 170°

Wie gesagt, ich mach da Koriander und Orangenschale rein, kannste aber weglassen für Weizenbier.

Kochen 90 min.

Hopfen nehm ich 1oz Saaz für 60 min.

Und ich tue 10 min. vor flameout noch mandarina bavaria oder lemondrop (7gr)

Ich würd dein malz als Basismalz betrachten und egal was ich dazu gebe nicht mehr als 10% und in ein Weizen gehört IMO auch nix weiter rein außer evtl. Haferflocken.
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#8

Beitrag von Bafra » Freitag 12. April 2019, 14:55

Hallo an alle und danke für eure Tipps.

Ich habe den ersten Sud im BM20 mit 4kg Malz, 20l Wasser, 17 gramm Hallertauer Hopfen (2,7%) bitter (also 10min nach Kochbeginn) gehopft und mit der Trockenhefe S033 vergoren. Vier Maischerasten von 45°C -78°C, genauer beschrieben im Brauprotokoll zuhause. Dies war mehr oder weniger Resteverwertung.
Zweiter Sud wurde nahezu identisch gebraut und mit gestrippter Kuchlbauer Hefe vergärt.
Unabhängig vom Geschmack war ich mit der Schaumstabilität und der Stammwürze nicht ganz zufrieden. Zudem war auch der EVG mit 65% etwas gering, gemessen mit Easy Dens. Genaue Daten werde ich Nachreichen.

Ich finde den Vorschlag von Sura sehr gut mit den 50% Weizen/Pilsmalz Mischung, 25% Weizen und 25% Münchner.

@Eowin warum hast du dich für diese Rasten .entschieden

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VolT Bräu
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#9

Beitrag von VolT Bräu » Freitag 12. April 2019, 15:16

Aha... Safale S33?
Ist keine typische Weißbier Hefe. Kein Wunder, dass es dann auch nicht so schmeckt wie ein typisches Weißbier.
Da würde ich mal auf W68 oder ähnliches gehen.
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#10

Beitrag von Eowyn » Freitag 12. April 2019, 19:45

Bafra hat geschrieben:
Freitag 12. April 2019, 14:55
Hallo an alle und danke für eure Tipps.

Ich habe den ersten Sud im BM20 mit 4kg Malz, 20l Wasser, 17 gramm Hallertauer Hopfen (2,7%) bitter (also 10min nach Kochbeginn) gehopft und mit der Trockenhefe S033 vergoren. Vier Maischerasten von 45°C -78°C, genauer beschrieben im Brauprotokoll zuhause. Dies war mehr oder weniger Resteverwertung.
Zweiter Sud wurde nahezu identisch gebraut und mit gestrippter Kuchlbauer Hefe vergärt.
Unabhängig vom Geschmack war ich mit der Schaumstabilität und der Stammwürze nicht ganz zufrieden. Zudem war auch der EVG mit 65% etwas gering, gemessen mit Easy Dens. Genaue Daten werde ich Nachreichen.

Ich finde den Vorschlag von Sura sehr gut mit den 50% Weizen/Pilsmalz Mischung, 25% Weizen und 25% Münchner.

@Eowin warum hast du dich für diese Rasten .entschieden
Weil das in meinem aller ersten Rezept was ich brauen wollte so drin stand und ich damit ein eins a Wit gebraut habe, beim ersten versuch und - never chance a winning system - ich braue alle wit/weizenbiere jetzt so.
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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#11

Beitrag von uli74 » Samstag 13. April 2019, 07:34

Bafra hat geschrieben:
Freitag 12. April 2019, 14:55

...

Ich finde den Vorschlag von Sura sehr gut mit den 50% Weizen/Pilsmalz Mischung, 25% Weizen und 25% Münchner.
...

Da frag ich mich: Willst Du für alle Ewigkeit Weißbier brauen, oder kommt auch mal ein anderer Bierstil für Dich in Frage?
Gruss

Uli

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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#12

Beitrag von Bafra » Samstag 13. April 2019, 14:25

@uli74 Ich habe neben Weizen auch schon ein Lager und ein IPA gebraut, da ich aber sehr gerne Weizen trink fokusiere ich mich aktuell darauf. Zudem habe ich noch keine Kühlmöglichkeit untergärige Biere zu brauen.

Der Maischevorgang war wie folgt:
Einmaischen 45 °C 10 min
1. Phase Eiweissrast 45 °C 17 min
2. Phase Maltoserast 63 °C 32 min
3. Phase Verzuckerungsrast 1: 72 °C 32 min
4. Phase Verzuckerungsrast 2: 78 °C 0 min
Abläutern Nachguss - Ltr. Ca. 3 l

Hopfen gr: 36gr Hersbrucker 2,9 %
1. Hopfenzugabe 18gr. Beim Läutern 2. Hopfenzugabe 18gr. Bei Beginn Würzekochen

Anbei die Vergärung des zweiten Weizen mit der gestrippten Kuchlbauer Hefe.
Wizen3_Vergärung.png
Wie lange dauert bei euch die Flaschen/Nachgärung wenn ihr gestrippte Hefe nutzt und was hat ausser der Stammwürze noch Einfluss auf den EVG?

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Re: Weizenrezept aus vorgemischtem Weizen und Pilsmalz

#13

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 14. April 2019, 00:54

Ich denke nicht, dass die Dauer der Nachgärung davon abhängig ist ob die Hefe gestrippt ist. Wenn die Hauptgärung gut läuft, sollte es in der Flasche auch flott gehen. Sollte in wenigen Tagen durch sein in diesem Fall.

Der wichtigste Faktor für den EVG ist die Zusammensetzung der Würze. Dabei geht es nicht nur um die Stammwürze. Die besteht aus verschiedenen Zuckerarten und nicht alle davon kann die Hefe verarbeiten. Je nach Maischarbeit kann also auch bei gleicher Stammwürze was anderes rauskommen.
Die Hefe spielt natürlich auch eine Rolle - da gibt es ein paar Unterschiede, Stichwort Übervergärer und manche Hefen vertragen nicht so viel Alkohol, was letztlich auch den Vergärungsgrad reduzieren kann.

Ich denke das sind die wichtigsten Punkte. Natürlich ist das alles nicht so einfach und es gibt noch viele wenn`s und aber`s.

(Genau genommen ist das nicht so ganz nach der Definition https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku. ... erungsgrad aber ich hoffe du kannst etwas damit anfangen)
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