Irseer Kloster-Urtrunk

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Northern Brewer
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Irseer Kloster-Urtrunk

#1

Beitrag von Northern Brewer » Montag 27. Mai 2019, 13:28

Moin liebe Braugemeinde,

ein Freund von mir war im Süden des Landes unterwegs und schwärmt seitdem vom "Irseer Kloster-Urtrunk". Da er inzwischen heraus gefunden hat dass ich gelegentlich auch mal ein ganz passables Bier zusammenbraue hat er angefragt, ob wir das nicht mal bei einem gemeinsamen Brautag klonen wollen. Mein Problem - ich kenne das Bier überhaupt nicht. Kann mir hier jemand weiter helfen oder hat ggf. vielleicht sogar mal einen Klon gebraut?

Danke!
Bei mir ist es auch schon mal kein Bier geworden.

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gulp
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#2

Beitrag von gulp » Montag 27. Mai 2019, 14:38

Ablehnen, da kannst du nur verlieren. Diese Klongeschichten funktionieren schon nicht, wenn man weiß wie das zu klonende Bier schmeckt.... :Greets

Gruß
Peter
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#3

Beitrag von Northern Brewer » Montag 27. Mai 2019, 15:00

gulp hat geschrieben:
Montag 27. Mai 2019, 14:38
Ablehnen, da kannst du nur verlieren. Diese Klongeschichten funktionieren schon nicht, wenn man weiß wie das zu klonende Bier schmeckt.... :Greets
Da habe ich bislang andere Erfahrungen gemacht. Sowohl das Bell's Two Hearted Ale als auch das Brooklyn Lager sind richtig gute Klonbiere geworden. Das Two Hearted war vom Original in der Blindverkostung nicht zu unterscheiden und das Brooklyn Lager Klon schmeckte zwar etwas anders, den meisten aber besser als das Original (zumindest nachdem die armen Orginalflaschen viele Monate im warmen und gut ausgeleuchteten Supermarktregal in den Knochen hatten). Insofern schrecke ich nicht vor dem Vergleich zurück - nur ganz ohne eine Idee von Schüttung, Hopfen und Hefe ist's natürlich echt hart :Wink
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contraste
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#4

Beitrag von contraste » Montag 27. Mai 2019, 18:06

--- edit --- hat sich erledigt --- Beitrag zurückgezogen ---

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Ursus007
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#5

Beitrag von Ursus007 » Dienstag 28. Mai 2019, 08:46

Ich kenne das Irseer, sehr gutes Bier. Würde auf Dekoktion tippen.

Aber so einfach ein "reines" Bier scheint, um so schwerer ist es nachzubrauen. Mit viel (Stopf-)Hopfen kann man schon IPAs gut und ähnlich an das Original hinbiegen. Ein einfaches Untergäriges ohne Schickimicki braucht da schon etwas mehr Wissen und Methode.

Aber wenn Du das Bier nicht kennst: Brau irgendwas und entscheide: "Schmeckt genau so."

Die Zutaten findest Du im Netz: "Brauwasser, Gersten- und Röstmalz, Aromahopfen und Bierhefe." :thumbsup

:puzz :Shocked :redhead
Zuletzt geändert von Ursus007 am Dienstag 28. Mai 2019, 11:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#6

Beitrag von Northern Brewer » Dienstag 28. Mai 2019, 09:40

Ursus007 hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 08:46
Ich kenne das Irseer, sehr gutes Bier. Würde auf Dekoktion tippen.

Aber so einfach ein "reines" Bier scheint, um so schwerer ist es nachzubrauen. Mit viel (Stopf-)Hopfen kann man schon IPAs gut und ähnlich an das Original hinbiegen. Ein einfaches Untergäriges ohne Schickimicki braucht da schon etwas mehr Wissen und Methode.
Nu macht Euch doch nicht alle n' Kopp, ob es am Ende wirklich wie das Original wird. Das muss es ja gar nicht. Aber zumindest möchte ich die Wahrscheinlichkeit erhöhen dass es dem Original nahe kommt und meinem Kumpel gegenüber dokumentieren können, was wir warum machen.

Danke für den Hinweis mit der Dekoktion. Da hatte ich aufgrund verschiedener Beiträge im Internet die von brotigen Noten sprechen schon drauf getippt, gut es noch mal bestätigt zu wissen. Systembedingt (BM20) wird also Melanoidinmalz ein Teil der Schüttung werden.

Es wird zudem eine leicht säuerliche Note beschrieben - ist die dir auch aufgefallen? Und kannst Du was zur Malzigkeit bzw. Hopfennote sagen? Der Vergärungsgrad ist ja ziemlich hoch, trotzdem wird das Bier als malzig und teilweise sogar süßlich beschrieben. Und bezüglich Hopfenaroma lese ich alles, von nicht existent bis zu IPA-ähnlich.
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#7

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 28. Mai 2019, 09:59

Northern Brewer hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 09:40
"... brotigen Noten", "leicht säuerliche Note" "Vergärungsgrad ist ja ziemlich hoch, trotzdem wird das Bier als malzig und teilweise sogar süßlich beschrieben"
Das spricht wirklich alles für Dekoktion. Mit "leicht säuerlich" werden die Leute ziemlich sicherer eine (hoffentlich) leichte adstringierende Bittere von den Gerbstoffen der Spelzen meinen, die beim Kochen der Dickmaische entsteht. Hoher AVG, ein komplexer Malzkörper und eine karamellige Süße passt ebenfalls.

Ich befürchte, dass du diese Aromen nicht mit Cara und Mela nachbilden kannst. Die "gerbsaure" Bittere vielleicht mit PiMa von Globalmalt :P :Bigsmile.

Was ich eigentlich sagen will ... Dekoktion mit dem BM ist kein Thema.
Drück beim BM nach der Maltoserast auf Pause, Malzrohr öffnen, einen Topf mit Dickmaische füllen (etwa 30% der Schüttungsmenge), Dickmaische auf dem Herd kochen und karamellisieren, anschießend wieder zurück in den BM und das Programm fortsetzen. Mach ich bei meinen Maiböcken immer so.
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#8

Beitrag von Ursus007 » Dienstag 28. Mai 2019, 11:16

Northern Brewer hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 09:40
...
Es wird zudem eine leicht säuerliche Note beschrieben - ist die dir auch aufgefallen? Und kannst Du was zur Malzigkeit bzw. Hopfennote sagen? Der Vergärungsgrad ist ja ziemlich hoch, trotzdem wird das Bier als malzig und teilweise sogar süßlich beschrieben. Und bezüglich Hopfenaroma lese ich alles, von nicht existent bis zu IPA-ähnlich.
Hab denn Trunk lange nicht gehabt, werde aber nach der Arbeit an einem GM vorbeifahren (naja, nicht nur vorbeifahren, auch reingehen) und mir ein Tragl für den Männer-/Vatertag einsacken. Dann kann ich nochmal mehr schreiben.

Aber Säure hab ich gar nicht in der Erinnerung. Eher eine malzige Süße, etwas Vollmundiges, Brotiges. An ein IPA-ähnliches Hopfenaroma kann ich mich auch mitnichten erinnern. Wäre mir aufgefallen und passt auch überhaupt nicht zum Urtrunk. Vom Hopfen her eher minimal würzig, erdig, keinesfalls zitrussig.
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#9

Beitrag von Northern Brewer » Dienstag 28. Mai 2019, 11:31

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 09:59
Was ich eigentlich sagen will ... Dekoktion mit dem BM ist kein Thema.
Drück beim BM nach der Maltoserast auf Pause, Malzrohr öffnen, einen Topf mit Dickmaische füllen (etwa 30% der Schüttungsmenge), Dickmaische auf dem Herd kochen und karamellisieren, anschießend wieder zurück in den BM und das Programm fortsetzen. Mach ich bei meinen Maiböcken immer so.
Darüber habe ich noch nie nachgedacht aber das macht natürlich absolut Sinn. Wie gehst Du da genau vor? Erst mal Malzrohr raus, 30% in den Topf umfüllen und dann noch etwas Würze aus dem Hahn in den Topf ablassen? Oder soll das so richtig dickbreiig sein, also ohne weitere Würze (hätte Sorge dass es dann leicht anbrennt)? Und wie lange kochst Du den Brei dann?
Ursus007 hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 11:16
Hab denn Trunk lange nicht gehabt, werde aber nach der Arbeit an einem GM vorbeifahren (naja, nicht nur vorbeifahren, auch reingehen) und mir ein Tragl für den Männer-/Vatertag einsacken. Dann kann ich nochmal mehr schreiben.

Aber Säure hab ich gar nicht in der Erinnerung. Eher eine malzige Süße, etwas Vollmundiges, Brotiges. An ein IPA-ähnliches Hopfenaroma kann ich mich auch mitnichten erinnern. Wäre mir aufgefallen und passt auch überhaupt nicht zum Urtrunk. Vom Hopfen her eher minimal würzig, erdig, keinesfalls zitrussig.
Vielen Dank für den neuerlichen Testlauf - das finde ich wirklich ganz großartig und bin gespannt auf deine Eindrücke. Prost!
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#10

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 28. Mai 2019, 12:03

Northern Brewer hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 11:31
DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 09:59
Was ich eigentlich sagen will ... Dekoktion mit dem BM ist kein Thema.
Drück beim BM nach der Maltoserast auf Pause, Malzrohr öffnen, einen Topf mit Dickmaische füllen (etwa 30% der Schüttungsmenge), Dickmaische auf dem Herd kochen und karamellisieren, anschießend wieder zurück in den BM und das Programm fortsetzen. Mach ich bei meinen Maiböcken immer so.
Wie gehst Du da genau vor?
Das ist relativ unkompliziert.
- Programm nach der Maltoserast pausieren
- falls die Würze im BM über dem Malzrohr steht (LOB, BacBrewing), dann so viel Würze über den Hahn ablassen, dass man das Malzrohr öffnen kann, ohne das Treber aus dem Malzrohr schwimmt
- Malzrohr (im BM) öffnen und die Dickmaische mit einer Kelle in einen Topf füllen (nicht zu dick, soll sich beim Kochbeginn im Topf selbst umrühren können)
- Dickmaische im Topf auf dem Herd bei 72°C für 15 Minuten rasten lassen, dann 10-20 Minuten kochen (je nach gewünschtem Karamelisierungsgrad)
- gekochte Dickmaische (heiß) mit der Kelle zurück ins Malzrohr des BM füllen, zusammenbauen
- ggf. zuvor abgelassene Würze wieder einfüllen
- Programm starten, fertig

Das Kochmaischevolumen sollte so berechnet sein, dass die Temperatur beim Einschalten der Pumpen nicht über 72°C schnippst.
Meine "gefühlt 30%" Kochmaische sind nicht berechnet. Die Menge hat sich automatisch ergeben, hat gut funktioniert und wurde bisher nicht hinterfragt... :Wink
Beim BM 50 nehme ich einen 14 Liter Topf, schaufel den mit der Suppenkelle mit möglichst viel dickem Treber halb voll, dann mit möglichst dünner Maische auffüllen, damit man den Topf noch gut tragen und umrühren kann. Wenn die Maische wieder im BM ist lande ich zwischen 69°C und 71°C. Das Ganze bei einer Schüttungsmenge von etwa 15Kg und einer Maltoserast bei 64°C. Man könnte jetzt das Mischkreuz bemühen, um zu ermitteln, wie viel Prozent Dickmaische ich wirklich koche. Mache ich aber nicht. Hab eh keine größeren Topf ... :P :Wink :Angel
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#11

Beitrag von Northern Brewer » Dienstag 28. Mai 2019, 12:35

Danke Dir!
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#12

Beitrag von Ursus007 » Dienstag 28. Mai 2019, 16:42

Northern Brewer hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 11:31
...
Vielen Dank für den neuerlichen Testlauf - das finde ich wirklich ganz großartig und bin gespannt auf deine Eindrücke. Prost!
Haaa, eben im GM durch die Reihen gewandelt, aber nix entdeckt. Der Verkäufer, der mein durstiges Gesicht sah und sich nach meinem Zielobjekt erkundigte, meinte, dass es da sein söllte, hat es aber dann auch nicht gefunden.

Naja, demnächst mal wieder ...
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#13

Beitrag von Northern Brewer » Dienstag 28. Mai 2019, 17:30

Ursus007 hat geschrieben:
Dienstag 28. Mai 2019, 16:42

Haaa, eben im GM durch die Reihen gewandelt, aber nix entdeckt. Der Verkäufer, der mein durstiges Gesicht sah und sich nach meinem Zielobjekt erkundigte, meinte, dass es da sein söllte, hat es aber dann auch nicht gefunden.

Naja, demnächst mal wieder ...
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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#14

Beitrag von BrauervomRotenBerg » Samstag 1. Juni 2019, 19:46

Hallo
Trinke es gerade. Klassisches untergäriges malzbetontes Bier. Bittere niedrig, wenig Hopfenaromen.
Schüttung mit Müma, 34/70 kalt vergoren sollte passen. Gärführung ist hier wichtiger als Zutaten!!
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image.jpg

Grüße
Schönes Leben hier!!! (Sehr gut auch zu mir passendes Motto der Riegele-Brauerei)
Bier ist gut, sagt der Arzt!! (Mein Motto)
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=50&t=17997

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Re: Irseer Kloster-Urtrunk

#15

Beitrag von Northern Brewer » Sonntag 2. Juni 2019, 13:15

super, ich danke dir
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