Erster Brautag - Weizenbier

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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der_wiener
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Erster Brautag - Weizenbier

#1

Beitrag von der_wiener » Samstag 28. September 2019, 15:12

Hallo zusammen,

nachdem ich vor rd. 1,5 Monaten einen Kleinbrautag bei einem Craft Beer Brauerei teilnehmen durfte hat mich das Braufieber erwischt. Seit einigen Wochen versuche ich mir daher das umfangreiche gesammelte Wissen hier anzueignen, sodass meinem ersten Brautag nächstes Wochenende nichts mehr im Weg stehen kann.

Gebraut wird mit einem Grainfather 30L, gegärt in einem Plastik-Gärbottich. Das fertige Bier soll ein Weizenbier werden, siehe unten die Spezifikationen / Zutaten:

Malz:
3kg Weizen Malz
2kg Wiener Malz
1kg Pilsner Malz

Raststufen:
57° für 15min (Einmaischen)
62° für 50min
72° für 20min
78° für 10min

Hopfen:
30g Saphir für 90min
15g Cascade für 30min
15g Cascade für 15min

Hefe: Flüssighefe Whyeast 3068 Weihenstephaner

Vergärung bei geplanten 19,5° oder 22,5° - das ist noch fraglich

Nun, da dies mein erster Brautag wird, möchte ich natürlich keine schwerwiegenden Fehler machen und zeitgleich ein Rezept verwenden, das mir auch die Chance gibt ein halbwegs geniessbares Weizenbier zu brauen.

Falls jemand Erfahrungen mit dieser oder einer ähnlichen Rezeptur hat, bin ich für Vorschläge offen.

Evtl. kann mir jemand auch kurz Tipps geben hinsichtlich Brauwassermenge? Wieviel Wasser würdet ihr verwenden und wieviel für den Nachguss? Auch könnt ihr gerne input geben betr. Gärtemperatur, oder sonst auch allen anderen Themen :)

Schon mal vielen lieben Dank an alle und für die Community hier! Bitte auch um Verzeihung falls ich wichtige Punkte ausgelassen habe oder Begriffe nicht akkurat genug verwendet habe. Ich gelobe in dem Fall Besserung :)

LG der_wiener
LG der_wiener ... und noch blutiger Anfänger

reib
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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#2

Beitrag von reib » Samstag 28. September 2019, 17:21

Ich würde da eher Richtung 18° gehen.
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ead#unread

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Boludo
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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#3

Beitrag von Boludo » Samstag 28. September 2019, 17:37

Mit diesen Hopfengaben wird das ein sehr untypisches Hefeweizen. Wo ist denn das Rezept her? Wie viele Bittereinheiten sind denn da angepeilt? Ohne Angabe des Alphasäuregehalts kann man da nichts sagen.
Worauf man beim Hefeweizen achten muss ist das langsame Läutern, da sehr wenige Spelzen enthalten sind. Beim GF ist das aber eh kein Problem.
Die Wassermengen sind im GF ja mehr oder weniger vorgegeben, insofern erübrigt sich die Frage.
Und man fängt sich beim Hefeweizen schnell eine Infektion ein, da wenig Hopfen und wenig Alkohol im Spiel sind. Also im Kaltbereich sehr penibel arbeiten.
Bei 78°C rasten macht keinen Sinn und 50 Minuten Maltoserast ist auch unnötig lang.
Zuletzt geändert von Boludo am Samstag 28. September 2019, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#4

Beitrag von skappler » Samstag 28. September 2019, 17:38

Die Rast bei 78 kannst du dir sparen. Das aufheizen dient nur der Verbesserung der Viskosität beim Läutern. Also sobald die 78° erreicht sind kannst du mit der Läuterruhe beginnen

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#5

Beitrag von haefner » Samstag 28. September 2019, 17:47

Boludo hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 17:37

Worauf man beim Hefeweizen achten muss ist das langsame Läutern, da sehr wenige Spelzen enthalten sind. Beim GF ist das aber eh kein Problem.
Da muss ich widersprechen. Insbesondere der GF kann (!) bei Weizen ganz schön schnell zugehen und der Brautag ungemütlich werden. Ist sehr stark vom Mahlgrad abhängig. Habe damit trotzdem schon sehr gute Weizenbiere gebraut, aber gerade als erstes Bier würde ich vielleicht doch über einen anderen Bierstil nachdenken.

Gruß Micha

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#6

Beitrag von halsbonbon » Samstag 28. September 2019, 18:00

Weizen finde ich als erstes Bier schon OK.

Als erstes Weizen bzw. Bier überhaupt, würde ich bei der teuren Hefe aber keine Hopfen-Experimente machen sondern klassisch auf Tettnanger oder Spalter gehen.

Experimentieren kann man später immer noch.

Viele Grüße,
René

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#7

Beitrag von SingleUser » Samstag 28. September 2019, 19:06

Siehe Anmerkungen oben, ein Weizen wird es schon ...
Naja ... Es ist eh Dein erstes Bier, da ist eh ein wenig try and error bzw. Üben angesagt .... also ehrlich gesagt .... versuchs einfach ....
> Wenn Du die Hefe schon da hast, dann nimm sie, besser als wenn Sie Dir umgeht. Vergäre die Hefe aber recht tief, also unter 20 Grad ...
> Sonst nimm einfach eine Fertigflüssighefe...sprich ein paar Pullen Schneider Weisse oder Maisels trinken, die Hefe aber zum Gären behalten. Vor allem die Maisels geht nach meiner Erfahrung sehr gut.
> Alternativ halt einmal eine Trockenhefe, z. B. die Jack M20 fand ich ganz tauglich, total problemlos die die Gozdawa Wheat. Kommen aber halt nicht an die Flüssighefen ran ...

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#8

Beitrag von Terlon » Samstag 28. September 2019, 20:05

Hi,
willst du denn mehr Banane, oder Nelke erzielen?
Schau mal hier: http://braumagazin.de/article/stilportr ... d-bananen/
50 min @62 ist schon recht trocken.
Gruß
Olli
*******
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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#9

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Samstag 28. September 2019, 21:11

Da sind wir schon am persönlichen Empfinden.
Die Rasten entsprechen denen des Triticum Wormatia von MM und mehr, das ich ebenfalls nach diesem Maischeplan braue. Der etwas trockenere Charakter kommt in meinem Umfeld gut an. Wenn dann die Hefe noch etwas Banane beisteuert ist es ein tolles Weißbier!

Spring einfach ins Wasser, protokolliere alles und du machst deine erste Weizen-Erfahrung.
Grüßle
Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#10

Beitrag von afri » Samstag 28. September 2019, 23:21

Und das wird garantiert das beste Bier ever, versprochen. Ging jedenfalls den meisten hier so, das erste (Mal) ist immer was besonderes.

Mach' es so, der_wiener, wie oben beschrieben. An den Feinheiten feilen wir dann hier gemeinsam, wenn es trinkbar geworden ist.
Achim
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#11

Beitrag von Boludo » Sonntag 29. September 2019, 02:19

afri hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 23:21
Und das wird garantiert das beste Bier ever, versprochen. Ging jedenfalls den meisten hier so, das erste (Mal) ist immer was besonderes.
Mein erstes Bier war auch ein Hefeweizen und es war unglaublich schlimm. Richtig scheußlich.
Ich hab es aber trotzdem mit den Kumpels bis zum letzten Tropfen mit großer Begeisterung leer getrunken.

Das mit dem Lautern im GF hab ich wohl mangels eigener Erfahrung falsch eingeschätzt. Ich dachte eigentlich immer, dass Malzrohranlagen da relativ unkompliziert sind.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#12

Beitrag von haefner » Sonntag 29. September 2019, 07:54

Ihr habt meinen Beitrag teilweise falsch interpretiert. Ein Weizen als erstes Bier ist sicher OK. War auch bei mir so und es war sogar grandios. Aber mit dem GF kann (!!) das eine ziemliche Katastrophe werden. Gerade bei Weizenmalz ist der was den Mahlgrad anbelangt manchmal zickig. Wenn sich dann mal alles zuzieht und man den Korb während des Läuterns schlimmstenfalls mehrmals zum aufschneiden rausholen muss, ist das alles andere als toll. Würde daher einfach als erstes nen Pale Ale, Kölsch - oder was es sonst noch so an "unkomplizierten" OG Bieren gibt - brauen, einfach um das Gerät entspannt kennenzulernen. Wenn man den GF kennt und optimal geschrotetes Malz hat dann ist das mit dem Weizen kein Problem.

Gruß Micha

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#13

Beitrag von integrator » Sonntag 29. September 2019, 10:20

haefner hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 07:54
Ihr habt meinen Beitrag teilweise falsch interpretiert. Ein Weizen als erstes Bier ist sicher OK. War auch bei mir so und es war sogar grandios. Aber mit dem GF kann (!!) das eine ziemliche Katastrophe werden. Gerade bei Weizenmalz ist der was den Mahlgrad anbelangt manchmal zickig. Wenn sich dann mal alles zuzieht und man den Korb während des Läuterns schlimmstenfalls mehrmals zum aufschneiden rausholen muss, ist das alles andere als toll. Würde daher einfach als erstes nen Pale Ale, Kölsch - oder was es sonst noch so an "unkomplizierten" OG Bieren gibt - brauen, einfach um das Gerät entspannt kennenzulernen. Wenn man den GF kennt und optimal geschrotetes Malz hat dann ist das mit dem Weizen kein Problem.

Gruß Micha
Kann ich Micha nur bestätigen aber der_wiener soll sich nicht abbringen lassen. Er sollte nur mit dieser Info in seinen ersten Brautag starten. Wird so oder so ein tolles Erlebnis.
Zum Rezept ... habe mehrere klassisches Weizen gemacht und wollte das letzte auch mit fruchtigem Hopfen probieren und es ist gut gelungen. Man sollte nur nicht mit den IBUs übertreiben.
Rezept https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept bei MMuM
Ich :Drink du ... läuft.

integrator
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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#14

Beitrag von integrator » Sonntag 29. September 2019, 11:15

der_wiener hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 15:12
Evtl. kann mir jemand auch kurz Tipps geben hinsichtlich Brauwassermenge? Wieviel Wasser würdet ihr verwenden und wieviel für den Nachguss?
LG der_wiener
Die Wassermengen sollten beim Grainfather laut Formel festehen.
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#15

Beitrag von der_wiener » Sonntag 29. September 2019, 20:47

Vielen Dank für Eure zahlreichen Rückmeldungen. Ich versuche mal das Feedback etwas aufzuarbeiten...

Rezept allgemein: ich habe es beim Stöbern durch Foren, Youtube-Heimbrauer etc. gefunden - ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht mehr konkret weiss, wo. Als ich beim Braushop meines Vertrauens war, hatte ich mir zwar dieses Rezept ausgesucht gehabt - aber ohne richtigen Grund warum genau dieses. Es war für mich ein Startrezept wie jedes andere - denn ohne Vorerfahrung beim Brauen erschien mir jedes Rezept gleich gut / schlecht / einfach / schwierig. Ich denke aber, dass ich vorerst bei den Grundzutaten bleiben werde ... insb. da ich nächstes Wochenende brauen möchte und sich ein Abstecher zum Braushop meines Vertrauens aus Zeitgründen schwierig gestaltet.

Ich habe mir dennoch - basierend auf Eurem Feedback - Gedanken zu Details gemacht...
reib hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 17:21
Ich würde da eher Richtung 18° gehen.
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ead#unread
Vielen Dank für deinen Input hier - ich werde die Temperatur überdenken, um die Bananennoten evtl. nicht zu stark werden zu lassen.
Boludo hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 17:37
Mit diesen Hopfengaben wird das ein sehr untypisches Hefeweizen. Wo ist denn das Rezept her? Wie viele Bittereinheiten sind denn da angepeilt? Ohne Angabe des Alphasäuregehalts kann man da nichts sagen.
Worauf man beim Hefeweizen achten muss ist das langsame Läutern, da sehr wenige Spelzen enthalten sind. Beim GF ist das aber eh kein Problem.
Die Wassermengen sind im GF ja mehr oder weniger vorgegeben, insofern erübrigt sich die Frage.
Und man fängt sich beim Hefeweizen schnell eine Infektion ein, da wenig Hopfen und wenig Alkohol im Spiel sind. Also im Kaltbereich sehr penibel arbeiten.
Bei 78°C rasten macht keinen Sinn und 50 Minuten Maltoserast ist auch unnötig lang.
Hinsichtlich finaler Bittereinheiten habe ich mir dazu keine detaillierten Gedanken gemacht. Die Hopfen haben folgende Alphasäurewerte: Saphir 4,1%, Cascade 6,9%. Lt. IBU Rechner von MMuM würde da ein IBU von rd. 29 rauskommen. Sollte ich da evtl. die Hopfengaben reduzieren? Bspw. die mittlere Cascade (15g für 30min) rausnehmen?

Den Punkt mit 78° Rasten nehme ich mit, vielen Dank dafür.
Terlon hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 20:05
Hi,
willst du denn mehr Banane, oder Nelke erzielen?
Schau mal hier: http://braumagazin.de/article/stilportr ... d-bananen/
50 min @62 ist schon recht trocken.
Die Maltoserast würde ich nach weiterem Einlesen evtl. auch noch reduzieren. Machen hier 35/40min statt 50min mehr Sinn? Das Bier soll zwar bananig werden, aber auch keine alkoholische Banane.
haefner hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 07:54
Ihr habt meinen Beitrag teilweise falsch interpretiert. Ein Weizen als erstes Bier ist sicher OK. War auch bei mir so und es war sogar grandios. Aber mit dem GF kann (!!) das eine ziemliche Katastrophe werden. Gerade bei Weizenmalz ist der was den Mahlgrad anbelangt manchmal zickig. Wenn sich dann mal alles zuzieht und man den Korb während des Läuterns schlimmstenfalls mehrmals zum aufschneiden rausholen muss, ist das alles andere als toll. Würde daher einfach als erstes nen Pale Ale, Kölsch - oder was es sonst noch so an "unkomplizierten" OG Bieren gibt - brauen, einfach um das Gerät entspannt kennenzulernen. Wenn man den GF kennt und optimal geschrotetes Malz hat dann ist das mit dem Weizen kein Problem.

Gruß Micha
Was sind denn hier die wichtigsten Tipps bei der Verarbeitung von Weizenmalz? Und was meinst du mit "zum aufschneiden rausholen"?

Danke euch schon mal für das zahlreiche Feedback! :Drink
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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#16

Beitrag von die kleine bierschau » Montag 30. September 2019, 00:46

der_wiener hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 20:47
Sollte ich da evtl. die Hopfengaben reduzieren?
Ein typisches Hefeweizen hat vielleicht 11-14 IBU. 29 IBU scheint mir sehr hoch zu sein.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#17

Beitrag von Northern Brewer » Montag 30. September 2019, 15:37

Ich schließe mich den allermeisten Meinungen an und fasse mal aus meiner Sicht zusammen.

Weizen ist ein super Stil zum starten, insbesondere mit der von Dir ausgewählten Hefe wird das ein richtig leckeres Bier. Hygiene im Kaltbereich ist aber schon wichtig. Zu den Eigenarten des GF kann ich nichts sagen, mit dem Braumeister (=auch Malzrohrsystem) allerdings hat es geholfen, insgesamt etwas grober zu schroten (1,5 mm). Die Rast bei 78°C kannst Du ersatzlos streichen. Die IBUs solltest Du tatsächlich runter bringen. Ich mag helle Weizen im Bereich 12.5-13°P und 13-18 IBU gerne, aber das muss jeder für sich selber testen. 29 IBU dürfte aber wohl allgemein als zu hoch gelten, wenn Du es nicht gerade in Richtung eines wirklich starken Weizenbocks bringst. Die Gärtemperatur (bzw. insbesondere die Anstelltemperatur) ist für mich normaler Weise heilig und fast der wichtigste Parameter - ausgerechnet bei der WY 3068 wäre ich da aber komplett entspannt. Die macht auch bei 25°C tolle Biere, wobei ich trotzdem zu den 18°C raten würde, wird dadurch etwas "crisper". Cascade und Weizen ist nicht stiltypisch aber bestimmt lecker. Meine liebsten Weizen waren mit Nelson Sauvin und Amarillo - auch komplett untypisch, so what!

Und jetzt viel Spaß beim brauen und gut Sud!
Bei mir ist es auch schon mal kein Bier geworden.

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Boludo
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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#18

Beitrag von Boludo » Montag 30. September 2019, 15:57

Ein weiterer Vorteil der eher kälteren Gärführung bei 18°C ist, dass sich da viele unerwünschte Mikroorganismen nicht ganz so wohl fühlen wie bei 28°C, die im Sommer bei stürmischer Gärung ohne Kontrolle schnell mal erreicht werden.
100% keimfrei wird man leider nie werden.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#19

Beitrag von der_wiener » Montag 30. September 2019, 16:26

Vielen Dank euch!

Ich werde sehen, dass ich die IBUs runterbekomme. Wenn ich die erste Cascade Hopfung (bei gleichbleibender Saphir, die als erstes kommt) komme ich bereits auf 20 IBU runter. Ich werde mir das mal in Ruhe durchrechnen und überlegen.

Bei der Hygiene im Kaltbereich habe ich schon vollstes Bewusstsein, dass das wirklich clean sein muss. Deswegen macht mir gerade das Thema Restextraktmessung sorgen. Ich habe sowohl Spindel als auch Refraktometer. Bei letzterem würde sich offensichtlich anbieten jeweils bei der Messung einen Tropfen aus dem Auslaufhahn runterzulassen - da meinte ein Braukollege zu mir, das ist unproblematisch wenn man den auslaufhahn im Nachgang mit Desinfektionsspray einsprüht (in die Öffnung). Das macht mir immer noch Sorgen, da ich befürchte dass es dennoch zu Verunreinigungen und spätestens beim Abfüllen in Flaschen durch eben diesen Auslaufhahn zu Infektionen kommen könnte. Wie ist eure Meinung dazu? Wie entnehme ich am Besten das Jungbier für die Messungen?

Zum Thema Gärtemperatur - macht es einen wesentlichen Unterschied ob ich bei Raumtemperatur 19,0-19,5 oder 18,0 Grad (wobei ich annehme dass hier gilt Raumtemperatur = Würzetemperatur, sprich ich sorge dafür dass sowohl Würze als auch Raum die gleiche Temperatur haben) anstelle?
LG der_wiener ... und noch blutiger Anfänger

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#20

Beitrag von Northern Brewer » Montag 30. September 2019, 16:38

der_wiener hat geschrieben:
Montag 30. September 2019, 16:26

Bei der Hygiene im Kaltbereich habe ich schon vollstes Bewusstsein, dass das wirklich clean sein muss. Deswegen macht mir gerade das Thema Restextraktmessung sorgen. Ich habe sowohl Spindel als auch Refraktometer. Bei letzterem würde sich offensichtlich anbieten jeweils bei der Messung einen Tropfen aus dem Auslaufhahn runterzulassen - da meinte ein Braukollege zu mir, das ist unproblematisch wenn man den auslaufhahn im Nachgang mit Desinfektionsspray einsprüht (in die Öffnung). Das macht mir immer noch Sorgen, da ich befürchte dass es dennoch zu Verunreinigungen und spätestens beim Abfüllen in Flaschen durch eben diesen Auslaufhahn zu Infektionen kommen könnte. Wie ist eure Meinung dazu? Wie entnehme ich am Besten das Jungbier für die Messungen?

Zum Thema Gärtemperatur - macht es einen wesentlichen Unterschied ob ich bei Raumtemperatur 19,0-19,5 oder 18,0 Grad (wobei ich annehme dass hier gilt Raumtemperatur = Würzetemperatur, sprich ich sorge dafür dass sowohl Würze als auch Raum die gleiche Temperatur haben) anstelle?
In Sachen Extraktmessung mache ich seit rund 30 Suden alles falsch und entnehme ein paar Tropfen aus dem Hahn. Davor und danach ordentlich eingesprüht, ist bislang nichts passiert. Ich bin mir der Gefahr aber bewusst und weiß, dass solches Vorgehen hier im Forum bei vielen akuten Shitstorm auslösen kann.

Der Effekt bei der Gärung ist fließend, da gibt es nicht die magische Grenze. Aber wie ich schon geschrieben habe, bei der Hefe ist das alles nicht so dramatisch. Wenn Deine Raumtemperatur also bei 19°C liegt, dann versuche die Würze auf ca. 15° oder 16°C runter zu kühlen, schmeiß die Hefe dazu und lass den Bottich in Ruhe vergären. Für die Berechnung der Zucker- oder Speisegabe zur Nachgärung würde ich dann mal von rund 22°C Gärtemperatur ausgehen.
Bei mir ist es auch schon mal kein Bier geworden.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#21

Beitrag von Boludo » Montag 30. September 2019, 16:43

Man kann auch eine Probe für das Refraktometer mit einer langen Pipette oder einem Glasrohr über das Spundloch entnehmen. Das ist nach iSpindel vermutlich die sicherste Methode, da man den Deckel zu lassen kann.
Vom Hahn würde ich persönlich die Finger lassen.

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#22

Beitrag von haefner » Montag 30. September 2019, 19:37

der_wiener hat geschrieben:
Sonntag 29. September 2019, 20:47


Was sind denn hier die wichtigsten Tipps bei der Verarbeitung von Weizenmalz? Und was meinst du mit "zum aufschneiden rausholen"?

Danke euch schon mal für das zahlreiche Feedback! :Drink
Nicht zu fein mahlen oder bei dem Händler Deines Vertrauens fragen, ob er Dir das für den GF oder für ein Malzrohrsystem schroten kann. Naja, wie oben geschrieben, kann sich das beim GF eben schnell zusetzen. Da geht dann nichts mehr. Du musst dann den Korb frei machen und hochziehen und den zugesetzten Treber aufschneiden. Ich spreche da aus Erfahrung, und habe davor schon auf anderen Anlagen einige Sude gebraut. Wie gesagt, das geht mit dem GF wenn man ihn kennt und nen Blick für den perfekten Mahlgrad hat und weiß was zu tun ist wenn es doch mal nicht läuft wie gewollt. Ich würde mir das halt als ersten Sud ersparen :-).

Gruß Micha

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#23

Beitrag von Adrian S » Montag 30. September 2019, 19:58

Kann man hier nicht einfach ne Hand voll Reisspelzen mit einmaischen und gut ist?
Grüsse
Adrian

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Re: Erster Brautag - Weizenbier

#24

Beitrag von BrauDownUnder » Dienstag 1. Oktober 2019, 01:16

Adrian S hat geschrieben:
Montag 30. September 2019, 19:58
Kann man hier nicht einfach ne Hand voll Reisspelzen mit einmaischen und gut ist?
Ich habe vor Kurzem ein Weissbier mit 60% Weizen und 0.5kg Reisspelzen mit dem Grainfather gebraut und hatte ueberhaupt keine Probleme beim laeutern.

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