Wie ein (Schummel)Gose säuern

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integrator
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Wie ein (Schummel)Gose säuern

#1

Beitrag von integrator » Mittwoch 1. April 2020, 18:23

Moin Moin Leute,
ich bin gerade an einer Rezeptentwicklung für ein (Schummel)Gose und bevor ich in die Tiefe gehe habe ich eine Frage zur Säuerung.
Ich habe sowohl Sauermalz als auch Milchsäure 80%.
:Waa Was benutzt man am besten davon und wovon sind die Mengen abhängig?
Ich :Drink du ... läuft.

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VolT Bräu
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Re: Wie ein (Schummel)Gose säuern

#2

Beitrag von VolT Bräu » Mittwoch 1. April 2020, 20:08

Naja, der wesentliche Unterschied ist wohl, dass du die Milchsäure auch später hinzufügen kannst. Beim Sauermalz könntest du einen einschlägigen Maische PH Rechner benutzen. Da kannst du ja nicht beliebig viel nehmen, sonst wird der PH Wert für's Maischen zu niedrig.
Ich habe bei meiner Gose beim Kochen noch mal 0,8 g/l Milchsäure 80% hinzugefügt. Das ist noch nicht viel. Kommt aber sicher auch ein wenig drauf an wie dein Wasser und die Aufbereitung ist - und wo Du hin willst.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Wie ein (Schummel)Gose säuern

#3

Beitrag von Svenk » Donnerstag 2. April 2020, 09:15

Moin :Greets

Meiner Erfahrung nach gehen bis zu 4 g/l Milchsäure (80%). Danach bringt es einfach nichts mehr, bzw. schmeckt es dann nicht mehr wirklich angenehm. Für eine leichte Sommergose kannst du ruhig schon bis 3 g/l gehen, wenn du es sauer magst. Dabei heißt mehr Stammwürze nicht unbedingt, das man mehr Milchsäure braucht. Bei dunklen Malzen (Dunkles Weizen/Wiener Malz) gebe ich immer etwas weniger hinzu (max 2,5 g/l), sonst wird es etwas unrund/kratzig. Ich gebe die Milchsäure immer am Ende des Kochens hinzu, wenn ich auch die Kühlspirale einsetze und den Koriander und Salz hinzugebe.

Mittlerweile ersetze ich oft 1/2 bis 1/3 durch Weinsäure, dadurch wird die Säure etwas spannender. Es wird tatsächlich etwas weinartiger, trockener und ein leichter Geschmack von Trauben kommt dadurch ins Bier. In wieweit es dann aber noch eine Gose ist muss wohl jeder selbst entscheiden.

Frage mich aber bitte nicht nach pH-Werten, ich schmecke das einfach immer nur ab :puzz

// Edit: Sauermalze habe ich noch nie benutzt, Leitungswasser pH-Wert liegt bei uns bei 8

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Re: Wie ein (Schummel)Gose säuern

#4

Beitrag von integrator » Freitag 3. April 2020, 16:49

Schon mal Danke für eure Antworten.

Ich habe jetzt mal dieses Rezept https://www.maischemalzundmehr.de/index ... griff=gose im Auge.
Jetzt frage ich mich wie man das auf Sauermalz umarbeiten kann.
Ich :Drink du ... läuft.

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flying
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Re: Wie ein (Schummel)Gose säuern

#5

Beitrag von flying » Samstag 4. April 2020, 09:40

Das "Männlein" bekommt schon einiges an Säure vom Hagebutten-Hibiskus-Tee mit. Da waren die 2 g/L Milchsäure dann ausreichend. Das Bier war ja auch nur leicht(fein)säuerlich geplant und so war es auch. Die 25 IBU brauchten so 5- 6 Wochen ehe sie richtig rund waren. Dann waren sie perfekt. Wenn man es schneller trinken will, sollte man höchstens auf 20 IBU oder weniger gehen.

Sauermalz ist nur mit Milchsäure besprühtes Malz. Das kannst Du vergessen..

mfg
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Re: Wie ein (Schummel)Gose säuern

#6

Beitrag von integrator » Montag 6. April 2020, 10:36

flying hat geschrieben:
Samstag 4. April 2020, 09:40
Das "Männlein" bekommt schon einiges an Säure vom Hagebutten-Hibiskus-Tee mit. Da waren die 2 g/L Milchsäure dann ausreichend. Das Bier war ja auch nur leicht(fein)säuerlich geplant und so war es auch. Die 25 IBU brauchten so 5- 6 Wochen ehe sie richtig rund waren. Dann waren sie perfekt. Wenn man es schneller trinken will, sollte man höchstens auf 20 IBU oder weniger gehen.

Sauermalz ist nur mit Milchsäure besprühtes Malz. Das kannst Du vergessen..

mfg
René
Moin Moin René und Danke für die Tips zu deinem Rezept.
Das Sauermalz so hergestellt wird war mir nicht bewusst. Auch hierfür Danke für die Erleuchtung :thumbup
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