Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

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Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#1

Beitrag von Jan82 » Mittwoch 23. September 2020, 19:33

Hallo ihr lieben,
ich habe vor langem mal das Bier "Pfefferkørner White" getrunken und war davon sehr begeistert. War al was anderes und der Pfeffer im Bier schmeckte richtig gut.
Nun überlege ich wie ich etwas ähnliches hin bekomme. Ohne das Rezept genau klonen zu können (ich weiß halt noch, dass ich begeistert war, aber könnte nicht mehr sagen wie genau es geschmeckt hat, außer angenehm aber auch intensiv nach Pfeffer!).

Bei der Brauerei habe ich diese Infos gefunden, die mir aber noch nicht so richtig weiter helfen:

Drei Sorten Gerstenmalz, zwei Sorten Hopfen (Tettnanger und Saphir), eine Kölschhefe und Weißer Kampot Pfeffer.
Stammwürze 12,8 %
Alkoholgehalt 5,3 %
99% Bier (Wasser, WEIZENMALZ, GERSTENMALZ, Hopfen, Hefe),
1% Pfeffersud (Wasser, Weißer Kampot Pfeffer).


Wüsstet ihr, wie ihr euch daraus etwas schmackhaftes zurecht spinnt? :)
Jan
Zuletzt geändert von Jan82 am Mittwoch 23. September 2020, 20:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rezept für Bier mit Pfeffer

#2

Beitrag von Jan82 » Mittwoch 23. September 2020, 20:14

Achso, ein weiterer Hinweis der sich auf der Website findet sagt etwas von "nach Weizenbrauart":
https://www.hennesfinest.com/shop/pfeff ... ftbier?c=7

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#3

Beitrag von VolT Bräu » Mittwoch 23. September 2020, 21:04

Von der Schüttung her vielleicht ein Bernstein Weizen:
https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept
Kölsch Hefe und Hopfen ersetzen ist ja kein Problem.
Bei der Pfeffer Dosierung gibt es sicherlich auch Erfahrungsberichte und sonst würde ich vorschlagen die Dosierung über eine Verdünnung in ein Kaufbier auszuprobieren. Kommt ja sicherlich auch auf die Charge bzw das Alter des Pfeffers an.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#4

Beitrag von renzbräu » Mittwoch 23. September 2020, 22:07

Die Deklaration liegt auch nahe, dass dem Bier dann der "Pfeffersud" beigeben wurde. Also vielleicht, wie vorgeschlagen, mit Kaufbier experimentieren.
Ich überlege gerade noch bei dreierlei Gerstenmalzen. Das Bier schaut recht hell aus. Kann mir vorstellen, dass der Schärfe etwas Cara entgegengesetzt wurde.
Gibt aber sicher noch bessere Expertisen im Forum. :thumbup
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#5

Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 24. September 2020, 06:35

Ich hab mal ein Wit mit Szechuan Pfeffer gemacht. Da hatte ich einen Vodka Auszug mit dem Pfeffer gemacht und den ganzen Auszug (Vodka + Pfeffer) ins Jngbier gegeben. Das war ziemlich heftig, also etwas überdosiert. Da muss man vorsichtig sein und die richtige Dosierung finden. Ich würde einen Auszug mit Vodka machen und dann, wie schon vorab empfohlen, mit Kaufbier testen.

(Szechuan und weißer Pfeffer sind sicherlich nicht 1.1 vergleichbar, aber ähnlich wird es sein)
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#6

Beitrag von Jan82 » Donnerstag 24. September 2020, 07:25

Also das oben genannte Rezept als Grundrezept zu nutzen find ich schonmal nicht schlecht.

Zum Cara Malz: Was meinst du mit "der Schärfe entgegen setzen"? Also welchen "Effekt" hat Cara? Hab bisher immer einfach nach Rezept gebraut, ohne groß eine Ahnung davon zu haben was unterschiedliche Malze für Auswirkungen haben. Vielleicht der richtige Zeitpunkt sich damit mal zu beschäftigen :)

Und tatsächlich hätte ich Pfeffersud irgendwie als "Pfeffer auskochen" verstanden. Aber vielleicht probiere ich tatsächlich beides mal mal mitm Kaufbier aus. Bei Vodka hab ich etwas Angst dass es den Alkoholgehalt zu sehr erhöht. Aber das ist ja auch eine Frage der Mengen...

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#7

Beitrag von renzbräu » Donnerstag 24. September 2020, 09:11

https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku. ... redirect=1
Selber machen lohnt nicht, da gibt es genug Malze im Handel.
Aber durch die Karamelisation der Zucker kommt mehr Körper ins Bier. (kurz gesagt).
Ich kann mir vorstellen, dass der Pfeffer ein gewisses Gegengewicht braucht, damit es eine Runde Sache wird.
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#8

Beitrag von Jan82 » Donnerstag 24. September 2020, 14:28

Ich glaub da hast du was missverstanden. Malz selber herstellen wollt ich nicht :)
Nur weiß ich bisher tatsächlich nicht wie genau sich die unterschiedlichen Malze auswirken. Jetzt mal abgesehen von stark gerösteten Malzen, da ists klar. Aber was die hellen Malze am Ende unterscheidet...ich werde mich da auf jeden Fall mal einlesen und ggf bei dem oben genannten weizen Rezept nen Anteil durch Caramalz ersetzen. Kann mir schon vorstellen, dass das Bier nicht zu dünn sein sollte in Kombination mit dem Pfeffer.

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#9

Beitrag von Jan82 » Donnerstag 24. September 2020, 14:30

Aber zum. Einschätzen werde ich mir vielleicht einfach mal das Störtebeker kaufen und dann damit austesten...

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#10

Beitrag von renzbräu » Donnerstag 24. September 2020, 15:50

Jan82 hat geschrieben:
Donnerstag 24. September 2020, 14:28
Ich glaub da hast du was missverstanden. Malz selber herstellen wollt ich nicht :)
Nein, habe ich nicht. Weil im wiki neben vielen anderen Infos recht prominent eine Anleitung steht, habe ich geschrieben:
renzbräu hat geschrieben:
Donnerstag 24. September 2020, 09:11
Selber machen lohnt nicht, da gibt es genug Malze im Handel.
Gerade in angloamerikanischer Brautradition ist die Palette der Caramalze sehr fein abgestuft.

Viel Erfolg beim probieren. Berichte Mal, was raus kommt.
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#11

Beitrag von Jan82 » Donnerstag 24. September 2020, 19:18

Achso, eine Frage noch - wenn ich mich nach dem Bernstein-Weizen Rezept richte - welches der Malze würdet ihr durch das Carahell ersetzen? Hätte jetzt an 10% Carahell gedacht. Könnte das natürlich auch anteilig beim Pilsener, Münchener und Wiener weg nehmen, weiß aber nicht ob das nicht quatsch ist...

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#12

Beitrag von renzbräu » Dienstag 29. September 2020, 11:13

Jan82 hat geschrieben:
Donnerstag 24. September 2020, 19:18
welches der Malze würdet ihr durch das Carahell ersetzen? Hätte jetzt an 10% Carahell gedacht. Könnte das natürlich auch anteilig beim Pilsener, Münchener und Wiener weg nehmen, weiß aber nicht ob das nicht quatsch ist...
Rein aus dem Bauch raus und in's Blaue rein: Ich würde anteilig bei allen Malzen was durch Cara ersetzen. Aber probier erstmal das Rezept und wenn dann im nächsten Versuch mehr "Gegengewicht" zur Schärfe gebraucht wird, dann...
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#13

Beitrag von Jan82 » Dienstag 29. September 2020, 11:19

Och, hab das Malz vrgestern bereits bestellt und einfach von der Rezept-Gesamtmenge nochmal 10% an CaraHell extra dazu bestellt (240g). Ich werde so einfach mal sehen was dabei heraus kommt :)
Und für den Pfeffersud ist ne Flasche 69,9%iger Primasprit unterwegs zu mir. Werde testweise mal einen Pfefferauszug ansetzen und einmal ewas Pfeffer mit heißem Wasser übergießen. Das dann jeweils zusammen mit Störtebecker Bernstein probieren und gucken was besser funktioniert und welche Mengen ok sind.

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#14

Beitrag von Jan82 » Montag 19. Oktober 2020, 09:34

Guten Morgen allerseits,
ich habe gestern mal eine kleine Testreihe mit einem Störtebecker Bernsteinweizen und Pfeffer Sud bzw. Auszügen gemacht. Der Sud war in Ordnung - bei dem Auszug mittels Primasprit dachte ich trotz geringster Menge, dass ich den Pfeffer-Tod sterbe! Ungenießbar...

Die Mengen und wie ich getestet habe:

Auszug mit 69,9%igem Primasprit:
5g Weißer Pfeffer, gemörsert
10ml Primasprit, 69,9%
7 Tage ziehen lassen, ab und zu geschüttelt
Mit Tee-Beutel gefiltert
Resultat: 3,5ml Pfeffer-Auszug

Sud mit Wasser:
5g Weißer Pfeffer, frisch fein gemahlen
10ml kochendes Wasser drüber geschüttet, verrührt und ca 10min abkühlen lassen.
Mit Tee-Beutel gefiltert
Resultat: 4,5ml Pfeffer-Sud


Dann habe ich eine Reihe kleiner Gläser mit jeweils 50ml Störtebecker aufgestellt und folgende Mengen getestet:

- 0,5ml Pfeffer-Auszug + 50ml Bier --> Ungenießbar, war froh nur genippt zu haben! Auch der Geruch stark pfefferig :puzz :Shocked
- 1ml Pfeffer-Auszug + 50ml Bier --> Unprobiert weg geschüttet
- 2ml Pfeffer-Auszug + 50ml Bier --> Unprobiert weg geschüttet
- 0,25ml Pfeffer-Auszug + 50ml Bier --> Ungenießbar, konnte nicht mal feststellen, ob es einen Unterschied zur 0,5ml Menge gibt
- 0,125ml Pfeffer-Auszug + 50ml Bier --> Langsam trink aber nicht genießbar. Nur Schweißausbrüche, nicht mehr das Gefühl umzukippen .

- 0,5ml Pfeffer-Sud + 50ml Bier --> Verglichen mit dem Pfeffer-Sud alles pille palle. Krass, was für ein Unterschied das ist...
- 1ml Pfeffer-Sud + 50ml Bier --> ...
- 2ml Pfeffer-Sud + 50ml Bier --> ...

Fazit:

Die Pfeffer-Auszüge mit Alkohol waren so krass, das hätte ich bei den hinzugegebenen Mengen nie nie nie erwartet. Ich möchte in jedem Fall nochmal in die Richtung "1 Tropfen pro Bier" testen.
Die Pfeffer-Sude mit Wasser waren sehr sehr sehr viel milder. Das müsste ich aber tatsächlich nochmal mir größeren Mengen testen. Hier war ich nach den Pfefferauszügen trotz einiger Milch zwischendurch einfach nicht mehr in der Lage zu erkennen, ob das nur schmeckt weil es kein Vergleich zu den Pfefferbomben ist, oder ob man irgendwas davon wirklich trinken möchte.

Was noch interessant war - bei der alkoholischen Mischungen sind gab es sofort eine starke Trübung - bei der wässrigen Mischungen nicht:
IMG_20201018_194746.jpg

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#15

Beitrag von afri » Montag 19. Oktober 2020, 22:43

Sehr gute Reihe, danke schön. Genau von solchen Dingen lebt das Forum.
Achim
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#16

Beitrag von Jan82 » Dienstag 20. Oktober 2020, 09:28

afri hat geschrieben:
Montag 19. Oktober 2020, 22:43
Sehr gute Reihe, danke schön. Genau von solchen Dingen lebt das Forum.
Achim
Als kleine Ergänzung dazu hier noch eine Querverlinkung, die sicher interessant ist für all diejenigen, die meine Versuche als Inspirationsquelle verwenden möchten: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 82#p398571

Infos zur nächsten Versuchsreihe, echtem Sud etc. dann wieder hier...

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#17

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 27. Oktober 2020, 15:54

Hallo Jan,

bin jetzt erst über den Faden "Kräuterauszug" auf dieses Thema gestossen.....

Die usprünglichen "Pfeffer"-Biere wurden 2014/2015 in der Braustelle in Köln-Ehrenfeld eingebraut ( Kampot black, K.red und K. white). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Pfeffer-Jungs ihr Ladenlokal auch noch in Ehrenfeld und Sebastian Sauer, der Kopf hinter Freigeist, war selbst in der Braustelle beschäftigt. Das Kampot White habe ich zum ersten Mal auf dem Leuven Innovation Festival 2015 getrunken. Für mich war das Kampot black ( ein Stout) das Interessanteste aus der Reihe.
Später wurden Name und Produktionsort (jetzt m.W. bei Christian Vormann in Hagen-Dahl) geändert.
Eins weiß ich aber recht sicher: In der Braustellenversion wurde der Pfeffer mitgekocht, ich meine, mich erinnern zu können, dass der Braumeister Peter Esser den Pfeffer im Sudkessel vorgelegt hat und die gesamte Zeit mitgekocht hat. Ich persönlich würde ihn eher 10-15 Minuten mitkochen ( langes Kochen = mehr Schärfe, dafür weniger citrische Pfefferaromen / kürzer Kochen: umgekehrt), es sei denn es geht um die Schärfe; weisser Pfeffer verträgt längeres Kochen besser als schwarzer oder roter.

Viel Spass beim Experimentieren!

cheers

Jürgen
PS: Sebastian Sauer habe ich noch vor 3 Wochen getroffen; ohne Corona hätte ich jetzt gesagt, einen von den Dreien treffe ich sicher kurzfristig und kann mal fragen - jetzt dauert das mit Sicherheit erheblich länger :thumbdown
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#18

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 27. Oktober 2020, 16:02

.... im großen Strom gibt es portofrei alle 4 Kampot-Sorten für 9,95€ von Hennes finest.
Sind zwar nur 4 x 15 Gramm, aber für Tests reicht es :thumbsup

cheers

Jürgen
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#19

Beitrag von Jan82 » Dienstag 27. Oktober 2020, 20:36

Hallo Jürgen,
tatsächlich muss sich da am Verfahren etwas geändert haben. Ich hatte die Jungs von Hennes Finest angeschrieben, und von deren Braumeister (wer auch immer es heute ist) die grobe Info bekommen, dass mazeriert (ob mit Wasser oder Alkohol weiß ich nicht) und dann im Lagertank vorgelegt wird. Mehr war leider nicht raus zu bekommen :)
Tatsächlich wusste ich erst auch gar nicht, dass das Pfefferkörner White von Freigeist kommt. Hab es damals aus Interesse an "möglich ungewöhnlichen Bieren" ausprobiert, aber tatsächlich eine ganze Weile nachdem ich die in Bremen erhältlichen Freigeist Biere durchprobiert hatte und begeistert war. Seit dem tue ich mich auch echt schwer mal ein "normales" Bier zu brauen...ein bisschen experimentieren muss fast immer sein...
Viele Grüße, Jan

Jan82
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#20

Beitrag von Jan82 » Dienstag 27. Oktober 2020, 20:38

Achso, und ich wollte ja mal meine aktuelle Sudplanung hochladen. Allerdings noch ohne die Angaben zum Pfeffer, da bin ich noch nicht zum weiter herumprobieren gekommen. Hier mal die Zusammenfassung aus dem Brauhelfer:
Pfefferbier.pdf
(210.35 KiB) 17-mal heruntergeladen

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#21

Beitrag von rakader » Freitag 30. Oktober 2020, 23:39

Hallo Jan82, ich erlaube mir mal, weil Du Dir so viel Mühe gibst, ein paar kritische Töne. Sehe es als Anregung:

wenn ich mir bei diesem Rezept Pfeffer dazu denke, schüttelt man sich. Ein Manko von MMuM-Rezepten ist leider oft, dass sich großartige, prämierte Rezepte mit unterirdischen mischen. Der "Beipackzettel" ist daher immer sehr wichtig - prämiert, eingereicht, bekannter Autor – einzelne Stimmen wie "schmeckt", "toll, lecker" sind weniger aussagekräftig. Wenn dann noch jeder von jedem kopiert - und die "Fehler" mit, kann man sich ausmalen, wohin das führt.

Das Rezept hier ist keine Referenz für die Basis eines Gewürzbieres - aus meiner Sicht ist es das Gegenteil und damit ein Beispiel wie man es nicht machen sollte. Dieses als Pfefferbier schlägt so ziemlich alle Ratschläge von Braumeistern, die Gewürzbiere herstellen, in den Wind.

Größtes Manko ist die fehlende Balance. Je mehr oder intensivere Gewürze man an den Sud gibt, desto niedriger muss der EVG sein; Ethanol sorgt für Balance. Bei Pfeffer ist von Dominanz auszugehen, also muss mit Stammwürze gegengearbeitet werden. Gewürz soll harmonieren, nicht dominieren. Mit einer gewissen Restsüße bindet man es ein. Wenn es ein Weizen sein soll, ist die Hefe falsch. Ich behaupte mal ein Weizen, das von feinen Aromen lebt, ist weniger als Basis für ein Gewürzbier geeignet.
Ryan McKeon, Braumeister in Vermont, sagt dazu:
But if you're going for a higher spice level, you 'II want to boost not only the final gravity of your base beer to increase the sweetness, but also boost the ABV so the ethanol can help balance the flavors. Make sure the base does not get lost. lf you boost spices, be sure to ramp up the beer to keep a balance.
In Randy Moshers Radical Brewing steht auf S. 58 wie man Tinkturen für die richtige Portionierung herstellt. Ohne Pipette geht es nicht.

Du machst Dir über mehrere Threads hinweg Mühe, dann sollte das auch was Großes werden. Warum entwickelst Du nicht ein eigenes Rezept für Dein Pfefferbier? Jede Menge Ratschläge hast Du ja inzwischen bekommen. Besorge Dir Randy Moshers Radical Brewing – das ist wirklich gut für experimentierfreudige Brauer. Die BJCP-Beschreibungen helfen bei der Geschmacksidee und dem Bierstil und dann tastest Du Dich beginnend mit der Basis vor. Also: Nicht nachbrauen, sondern selber brauen. Und dann ist es wirklich Dein EIGENES Pfefferbier!

Cheers
Radulph

Edit: Auch deutet in Deinem Eingangspost nichts auf Weizen hin. Kölschhefe ist eine Unterart Ale-Hefe. Kill your darlings.
DerDallmann hat geschrieben:
Donnerstag 24. September 2020, 06:35
Ich hab mal ein Wit mit Szechuan Pfeffer gemacht. Da hatte ich einen Vodka Auszug mit dem Pfeffer gemacht und den ganzen Auszug (Vodka + Pfeffer) ins Jngbier gegeben. Das war ziemlich heftig, also etwas überdosiert. Da muss man vorsichtig sein und die richtige Dosierung finden. Ich würde einen Auszug mit Vodka machen und dann, wie schon vorab empfohlen, mit Kaufbier testen.

(Szechuan und weißer Pfeffer sind sicherlich nicht 1.1 vergleichbar, aber ähnlich wird es sein)
Absolut richtig was das Kaufbier anlangt, aber nicht, was die Ähnlichkeit zu Pfeffer anlangt - Szechuan ist dominant wie sonst was, ist auch kein echter Pfeffer, sondern eine Art Zitrusfrucht. Ist seinen Ölen nach sehr mit Hopfen verwandt, enthält Mycren, Citronellal, Geraniol, Linalool. Quelle: Vierich/Vilgis: Aroma - die Kunst des Würzens.
---
Viele Grüße / Regards
Radulph Kader
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#22

Beitrag von DerDallmann » Samstag 31. Oktober 2020, 06:53

Danke für diese Belehrung. Ich spare mir einen weiteren Kommentar
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#23

Beitrag von rakader » Samstag 31. Oktober 2020, 07:05

DerDallmann hat geschrieben:
Samstag 31. Oktober 2020, 06:53
Danke für diese Belehrung. Ich spare mir einen weiteren Kommentar
Bist Du mit dem falschen Fuß aufgsetanden? Hatte wegen Deiner Mutmaßung extra nachgeschlagen... :Waa
Oder kratzen Fakten fürs Forum am Ego?
---
Viele Grüße / Regards
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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#24

Beitrag von DerDallmann » Samstag 31. Oktober 2020, 07:12

Ja, mein Ego hat Schaden genommen. Ich kann nicht mehr ruhig schlafen.

Back to topic
Mit freundlichen Grüßen,

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Re: Weizenbier mit Pfeffer ähnlich nachbrauen

#25

Beitrag von Jan82 » Montag 2. November 2020, 13:03

Nun hab ich auch endlich wieder einen Moment.
Zum Thema Anregungen - ich in dankbar über alles was beigesteuert wird! Ich würde janicht nach Ideen, Meinungen und Wissen fragen, wenn ich (genau) wüsste was ich tue :)
In diesem Fall vielleicht etwas ärgerlich, dass ich Schüttung, Hefe, Hopfen schon so gekauft habe. Aber irgendwas wird sich damit schon machen lassen.

Mal kurz tatsächlich zu meinem bisherigen Vorgehen: hatte die meisten Rezepte von MMuM, hab aber immer darauf geachtet, dass diese entweder vielfach im Forum empfohlen wurden, oder besonders häufig auf MMuM kommentiert oder empfohlen worden sind. Leider schließt man damit Rezepte die neu aber vielleicht sehr gut sind, oder einfach aufgrund von Biertyp wenig Beachtung finden, ja von vorneherein aus.
Einzige Lösung wäre in der Tat ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was unterschiedliche Temperaturen beim Maischen ausmachen, welchen Effekt Vollmundigkeit, Vergärgrad etc ausmachen...was die Biertypen überhaupt unterscheidet.
Mein Fokus lag bisher tatsächlich weniger darauf die Rezepte zu verstehen, als darauf sie möglichst exakt (den Angaben nach) zu reproduzieren. War voll und ganz damit beschäftigt, zuerst den rauprozess überhaupt im Griff zu haben, dann mir eine neue Anlage aufzubauen, die zu meinen wirklichen Bedürfnissen passt. Auf Rezepte hab ich mich bis dahin eher verlassen und gehofft, dass der Rezept-Ersteller das gleiche Verständnis von Lecker hat wie ich. Bisher war das sicher auch ok, aber ich lerne auch sehr gerne dazu. Ohne neue Erkenntnisse wäre das Hobby für mich sicher auch schnell wieder langweilig.

Speziell was dieses Rezept angeht: Ich nehme das jetzt mal zum Anlass mich "nochmal neu" einzulesen und ein paar Zusammenhänge zu begreifen, die mir bis dato "egal". So hab ich m Wochenende mal kurz das Buch "Gutes bier selbst brauen" überflogen und einfach gemerkt, dass da ganze Kapiten für mich beim ersten Lesen vor vier Jahren völlig unwichtig erschienen weil sie mir einfach zu weit gingen.
Und tatsächlich bin ich ganz happy, dass Randy Moshers Radical Brewing erwähnt wurde. Das Buch ist nämlich schon seit zwei Wochen auf dem Weg zu mir (hatte leider nicht gesehen, dass es aus den USA geliefert wird, daher dauert es wohl noch ne Weile).

Um nochmal auf das Rezept zurück zu kommen: Meine Herangehensweise war mit Sicherheit etwas naiv, fühlte sich für mich im ersten Moment aber okay an zum "mal ausprobieren":

1. Original Zutaten-Liste des Pfefferkörner White nach Indizien durchforsten (denn das Bier hat mir ja geschmeckt, welcher Bierstil es auch immer sein soll): Hopfen (Tettnanger und Saphir), Kölschhefe, Stammwürze 12,8 %, Alkoholgehalt 5,3 %, 99% Bier (Wasser, WEIZENMALZ, GERSTENMALZ, Hopfen, Hefe), 1% Pfeffersud (Wasser, Weißer Kampot Pfeffer).
2. Vorgeschlagenes Basisrezept nehmen
3. Hopfen und Hefe darin austauschen und durch Pfeffer ergänzen
4. Gucken was dabei herauskommt...

Aber wie gesagt, mit den Tipps im Hinterkopf werde ich mich nun definitiv erstmal weiter einlesen und versuchen besser zu verstehen, was ich wie verändern könnte damit es besser passt.

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