Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

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Flohaan
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Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#1

Beitrag von Flohaan » Dienstag 24. November 2020, 11:28

Hallo zusammen,
nachdem ich nun mehrfach das Super Ale von Lang Bräu aus Schönbrunn bei Wunsiedel im Fichtelgebirge getrunken habe und mir das Bier super gut gefällt habe ich mir überlegt dass ich gerne selbst was in die Richtung brauen möchte.
Nachdem das ganze mMn ein eher untypisches Ding ist finden sich logischerweise auch keine Rezepte in die Richtung.
Für mich ist es hopfigeres Zoigl ähnliches Bier.

Ich hab mich bei allem mal versucht an die Angaben des o.g. Bieres zu halten bzw. daran zu orientieren http://www.superale.de:
Angaben auf der Seite:
feinster Hallertauer Aromahopfen (Perle, Mittelfrüh, Tradition), heimische Malze (Pilsner, Weizen hell, Caramünch Typ2, Abbey Malt®)
Das ganze wird mit einer Ale Hefe vergoren.
Die eingesetzte Hefe entstammt dem besonders hochwertigen, robusten Stamm der obergärigen Ale-Hefe. Ein Urtyp unter den Bierhefen, der harmonisch die Karamellnoten des Malzes und das blumige Bukett unseres Hopfens in einer einzigartigen Geschmackskomposition verbind
Die Nachgärung findet in der Flasche statt.
Daten laut Etikettenrückseite bzw Internetseite weiterhin:
  • 4,9% Alk
  • 12°P
  • 22 IBU
  • Farbe: rot-gold

Auf Basis dessen habe ich mir nun mal folgendes überlegt, auch schonmal "durchgerechnet" und bitte um eure Erfahrungen und Meinungen dazu.
Nachdem das ganze mein erster Versuch eines eigenen Rezeptes ist, darf gern draufgehauen werden aber nicht zu doll wenns geht.

Mein Wasser aus der Leitung hat laut Stadt eine Härte von 5-6° dH.
Da ich mit einem Einkocher braue habe ich als Ausschlagvolumen 18L.
Sudhausausbeute um die 60%.
Ich will wenn möglich natürlich möglichst Zutaten nutzen die ich schon da habe. Malz vor Ort zu besorgen ist kein (großes) Problem, Hopfen & Hefe müsste ich bestellen, habe ich aber auch noch da.

Schüttung:
  • PiMa (3100g bzw. 71%)
  • Weizenmalz Hell (900g bzw. 21%)
  • Caramünch II (340g bzw. 8%)
Farblich lande ich da laut BräuReKa bei 18 EBC. Zwischen 18 und 25 wollte ich landen, das passt mir.

Maischschema:
Da habe ich mich ein wenig an Zoigl Rezepten orientiert.
  • 45 min bei 63°C
  • 25 min bei 67°C
  • Abmaischen bei 78°C
Extraktgehalt laut BräuReKa: 11,0°P

Würze kochen:
Jetzt wird's kompliziert. Ich möchte nichts verrücktes machen, möchte aber auch nicht unbedingt deshalb einen Hopfen bestellen, wenn ich ein Äquivalent da habe. Im Original sind es Perle, Mittelfrüh, Tradition.
Da habe ich momentan: Mandarina Bavaria (8,2%), Cascade (6,3%), Saphir (4,2%), Magnum (13.9%), Perle (7,9%), Tettnanger (5,5%).
Mein Plan sieht nun folgendermaßen aus:
80 min kochen
  • Perle - 8g - 60 min
  • Tettnanger - 8g - 10 min
  • Mandarina Bavaria - 9g - Whirlpool
  • Tettnagner - 12g - Whirlpool
  • Perle - 8g - Whirlpool
Nach dem Kochen wird per Kühlspirale runtergekühlt und dann bei 80°C die letzten drei Hopfengaben versenkt für 15 min.
StW laut BräuReKa: 12,2°P
IBU laut Tinseth: 22 IBU.
IBU laut BräuReKa: 23 IBU.

Gärung:
Im Original 12°P StW iVm 4,9% Alk ergibt also einen EVG von um die 76% (Terrill-Formel) bzw. 77% (Standardformel), das schränkt die Hefe ja zumindest ein wenig ein.
Nachdem ich im moment noch die S-04, die US-05 oder die Gozdawa US West Coast da habe würde ich hier zur US-05 tendieren.
Anstellen und bei ca 18-19°C Raumtemperatur vergären lassen.


Und nun hätte ich gerne eure Meinung(en).
Bin ich vollkommen auf dem falschen Weg oder ist das soweit schon in Ordnung?
Dass ich nicht das Original treffen werde ist mir klar - das will ich auch absolut nicht. Ich habe mir das lediglich ausgesucht um eine Orientierung zu haben. Auch ist mir bewusst dass ich die theoretischen Werte mit Sicherheit nicht so genau treffen werde, aber auch hier geht's mir um ein "richtige Richtung".

Vielen Dank schonmal im voraus.

Edit: IBU Berechnungsangaben hinzugefügt.
Flo

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Re: Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#2

Beitrag von Silbereule » Dienstag 24. November 2020, 11:50

Hi Flo,

also ich kann keinen groben Schnitzer erkennen, von daher wäre Empfehlung: einfach probieren :Drink

Einzige Anmerkung vielleicht: durch das Maischprogramm sollte das Bier tendenziell eher trocken werden. In Verbindung mit der US-05, die das wohl locker über 80% sEVG vergärt, plus noch Nachgärung mit Zucker, wird das Bier deutlich mehr Alkohol haben als 4,9% und möglicherweise auch trockener als du es gern hättest. Da die Gozdawa US West Coast die identische Hefe sein dürfte wie US-05 verbliebe noch die S-04, diese dürfte einen leicht geringeren sEVG haben.

Herzliche Grüße,
Steffen

Edit: Aber sehe gerade die 8% Caramünch II sollten eine gewisse Trockene wiederum ausgleichen. Also bleibt es beim ersten Tipp: probieren :Smile

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Re: Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#3

Beitrag von Flohaan » Dienstag 24. November 2020, 12:17

Servus Steffen,
danke für die Antwort!

Probiert wird's natürlich auf jeden Fall. Mir ging's nur darum ob ich irgendwelche Schnitzer drin habe die das ganze von vorn herein schonmal "nicht geil" werden lassen.
Zum anderen geht's mir noch darum, ob jemand vielleicht das o.g. Super Ale kennt und mir eben sagen kann ob ich mit meinem Plan schonmal in die richtige Richtung tendiere.

Was das Trockene angeht hatte ich auch die Überlegung es wie folgt zu gestalten:
  • Einmaischen bei 55°C
  • 25 min bei 63°C
  • 20 min bei 67°C
  • 15 min bei 72°C
  • Abmaischen bei 78°C
Würde das ganze wohl Vollmundiger machen oder?

Grüße
Flo

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Re: Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#4

Beitrag von tobi123 » Dienstag 24. November 2020, 17:41

Würde auch eher in die vollmundigere Richtung gehen - da könnte das Caramünch aber schon ausreichen.
Einen Zoigl wollten die aber ja eben NICHT brauen: Vielleicht einfach eine Kombirast, evtl. eher knapp unter 70 Grad?

Ich würde dir noch raten: Ruf dort an oder fahr die knappe halbe Stunde hin - die Typen sind mega umgänglich, - kann mir nicht vorstellen, dass die dich nicht unterstützen würden...
VG Tobi

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Re: Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#5

Beitrag von Flohaan » Dienstag 24. November 2020, 19:09

Danke Tobi, dass sie gerade keinen Zoigl machen wollten weiss ich. Ist jedoch das mit dem ich das am ehesten assoziieren würde.
Ich kenn die beiden Jungs und die Brauerei, die Eltern meiner Freundin wohnen im Nachbardorf und die Großeltern wohnten im gleichen Ort - erst dadurch bin ich auf das Bier überhaupt Aufmerksam geworden.
Ich wollte mir hier erstmal die Bestätigung/ weitere Ideen holen und dann im letzten Schritt evtl nochmals mit den Jungs quatschen.

Daher dass es "das erste" ist, was ich nicht einfach nur nach Rezept nachbraue möchte ich gern einfach auch wissen und verstehen was genau ich da so mache. Daher wollte ich den Weg wählen :)
Grüße
Flo

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Re: Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#6

Beitrag von tobi123 » Mittwoch 25. November 2020, 10:18

Ja, und wenn es am Ende mehr in Richtung Zoigl geht als ursprünglich gewünscht, ist ja auch nichts schlimmes passiert ;-)

Als Hefe könntest du dir noch die Windsor Ale überlegen - die hat (wenn ich richtig liege) einen niedrigeren EVG als die US05 und ist auch eine traditionelle Ale-Hefe... (Mir war das Superale eher zu süß/mastig, ich würde eher hoch vergären wollen...)

Viel Erfolg!

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Re: Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#7

Beitrag von Bierfranken » Samstag 20. Februar 2021, 18:56

Hallo,
das Thema ist zwar schon etwas älter aber was ist denn aus dem Süd geworden?
Gruß
Michael

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Re: Rezeptcheck: "Zoigl Ale"

#8

Beitrag von Flohaan » Samstag 20. Februar 2021, 21:00

Servus Michael,
Der Plan ist nach wie vor da, aber irgendwie habe ich ihn noch nicht umgesetzt 😅
In der Zwischenzeit kamen 4-6 andere Ideen in meinen Kopf die ich schneller ausprobieren wollte..
Aber danke fürs dran erinnern, ich sollte das wirklich mal machen ;)
Flo

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