Weizenmalz im Lagerbier

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Weizenmalz im Lagerbier

#1

Beitrag von Bojtar » Sonntag 3. Januar 2021, 21:15

Hallo!
Ich hab jetzt schon öfter gelesen, dass in einem UG Bier Weizenmalz nix verloren hat. Leider hab ich aber noch keine Erklärung dafür gefunden und möchte Euch um eine bitten!

Danke & lg, Christian

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afri
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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#2

Beitrag von afri » Sonntag 3. Januar 2021, 21:20

Das ist nur laut RHG verboten, der Hobbybrauer ist daran nicht gebunden und kann jegliches Malz oder sonstwas maischen, was ich übrigens auch immer mache (also Weizenmalz ins untergärige Bier zu geben, wegen der Schaumstabilität).
Achim
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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#3

Beitrag von Bojtar » Sonntag 3. Januar 2021, 21:26

Danke! D.h. geschmacklich od technologisch gibts da keinen negativen Einfluss? Ich hab auch oft WeiMa in meinen UGs und mir wär eben noch nix aufgefallen... lg

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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#4

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 3. Januar 2021, 21:37

Wenn du ein Bier mit Weizenmalz untergärig vergärst explodiert dir der Gärtank, das Raumzeitgefüge bricht auseinander und die bayrische RHG-Polizei wird dich dafür Standrechtlich erschiessen. :Greets

Laut BierStG/BierStV (aka Reinheitsgebot) ist in untergärigen Bieren nur GERSTENmalz erlaubt. Das ist eben noch ein altes Relikt aus der Landesverordnung von 1516 die man vor knapp 100 Jahren als Grundlage für das RHG herangezogen hat. Reine Willkür und ohne jeglichen technologischen oder geschmacklichen Hintergrund. Ob ein Untergäriges mit Weizen-, Hafer- oder Roggenmalz gut oder schlecht schmeckt liegt einzig und allein am Brauer.

Man kann natürlich argumentieren das Weizenmalz in einem Pils nicht stilecht ist, das ist aber ein anderes Thema.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#5

Beitrag von Bojtar » Sonntag 3. Januar 2021, 21:52

Alt-Phex hat geschrieben:
Sonntag 3. Januar 2021, 21:37
Wenn du ein Bier mit Weizenmalz untergärig vergärst explodiert dir der Gärtank, das Raumzeitgefüge bricht auseinander und die bayrische RHG-Polizei wird dich dafür Standrechtlich erschiessen. :Greets
Noch mal Glück gehabt: Bin Ösi :Bigsmile

Schönen Abend!

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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#6

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 3. Januar 2021, 22:07

Bojtar hat geschrieben:
Sonntag 3. Januar 2021, 21:52
Noch mal Glück gehabt: Bin Ösi :Bigsmile
Dann kannst du doch sowieso machen was du willst :Bigsmile
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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#7

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Sonntag 3. Januar 2021, 22:37

Um wieder zum Thema zu kommen:
Nach den bisherigen Argumenten scheint der einzige Vorteil von Weizenmalz in ug Bieren die Schaumstabilität zu sein. Die kriegt man z.B. durch ein paar %Cara Hell und entsprechende Rasten auch hin.
Gibt es sonst noch andere Gründe?

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#8

Beitrag von hyper472 » Sonntag 3. Januar 2021, 22:50

Mich würde interessieren, ob es Bierstile gibt, in denen Weizen kalt vergoren wird.
Viele Grüße, Henning
"Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und gibt seinem Antlitz eine schöne Farbe durch die Kraft und den guten Saft des Getreides."
Hildegard von Bingen (1098-1179)

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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#9

Beitrag von Pappelbräu » Montag 4. Januar 2021, 11:11

Ich habe bisher tschechische untergärige Biere mit Weizenmalz getrunken. Da gab es leckere Sachen bei! Ich würde das auf jeden Fall ausprobieren. Das mit der Schaumstabilität ist nur ein Nebeneffekt, den man vielleicht gerne mitnimmt.
Meiner Meinung nach ist das "Verbot" von Weizen- (und anderen) Malzen bei untergärigen Bieren der größte Schwachsinn in der deutschen Biergesetzgebung.
Tobias

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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#10

Beitrag von Walter White » Montag 4. Januar 2021, 11:19

Die Potsdamer Stange, aktuell nur noch gebraut von der Braumanufaktur Potsdam (Forsthaus Templin) hat zur Hälfte Weizenmalz ist aber untergärig.
Historisch gab es den Bierstil wohl als ober- und untergärige Variante.

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§11
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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#11

Beitrag von §11 » Montag 4. Januar 2021, 13:03

Ich denke das es historisch (fast) kein untergäriges Bier mit Weizen gibt liegt daran das die untergärige Brauart sich historisch vor allem aus Ländern verbreitet hat, die eben solche Regelungen hatten. Gerade Bayern war ja lange Zeit bekannt für untergäriges Brauen. Nicht zu letzt der Grund warum man Meister Groll nach Pilsen geholt hat. Weltweit verbreitet hat sich diese Art zu Brauen ja dann schließlich als definierter Bierstil, nämlich als Pils. Bei anderen Stile die sich international daraus entwickelt haben, wie dem Light American Lager, waren technologisch andere Eigenschaften wichtiger (Verschlankung des Körpers) die mit Weizen, der auch noch teurer ist, nicht erreicht wird.

Gruß

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#12

Beitrag von woschl » Montag 4. Januar 2021, 16:59

Die österreichischen untergärigen Zwicklbiere haben teilweise ziemlich viel Weizen drin. Z.B. das Schwechater Zwickl mit 60% Weizen-Anteil. Laut diesem Artikel hauptsächlich wegen der Trübung und dem "einmalig weichen Charakter":

https://www.falstaff.at/nd/klare-perspe ... ebes-bier/

Gruß Wolfgang

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Boludo
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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#13

Beitrag von Boludo » Montag 1. Februar 2021, 13:54

adelinagerber hat geschrieben:
Montag 1. Februar 2021, 09:36
Hallo, wo kann ich ein gutes Bier bestellen?
Wenn du kurz wartest, dann schickt dein Kumpel oder du selber gleich mit einem Zweitaccount den entsprechenden Link!
Also ein bisschen Geduld bitte, vielleicht seid ihr ja schneller als die Moderatoren, die bereits Bescheid wissen.

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Re: Weizenmalz im Lagerbier

#14

Beitrag von Räuber Hopfenstopf » Montag 1. Februar 2021, 21:13

Die durstigen Trolle werden langsam echt nervig. Ich habe noch nie in einem Forum erlebt, dass sich so viele „Neulinge“ (gerade angemeldet, 1 Beitrag) mit seltsamen Beiträgen melden.
Allen wird bekannt gemacht, dass keiner in die Jeetze kackt - denn morgen wird gebraut.
Steht am Bierbrunnen in Salzwedel

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