Lambic Fass-Projekt

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Bierwisch
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Lambic Fass-Projekt

#1

Beitrag von Bierwisch » Montag 11. Januar 2021, 16:56

Hallo Sauerbierfreunde,

ich plane, mit ein paar Freunden ein Rotweinfass mit Sauerbier zu belegen. Nun kam gestern ganz überraschend die Mitteilung, daß wir bis Ende der Woche ein frischgeleertes Fass bekommen.
Das zwingt mich jetzt zu einigen Kopfständen, um rechtzeitig alle nötigen Dinge zu besorgen.

Das größte Problem ist der Rohweizen - das Reformhaus, in dem ich den Weizen auch gleich schroten lassen kann, hat aus bekannten Gründen zu und ich finde bei den üblichen Versendern nicht wonach ich suche.

In der Nähe gibt es eine Mühle, die Futterweizen anbietet - ist das eine Alternative?

Wären Weizenflocken ein brauchbarer Ersatz?

Habt ihr noch einen Tip, wo ich bis Freitag 20kg geschroteten Weizen herbekomme?

Danke für eure Hilfe!
Gruß
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ggansde
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Re: Lambic Fass-Projekt

#2

Beitrag von ggansde » Montag 11. Januar 2021, 17:09

Moin,
Weizenflocken sind perfekt. Noch besser als Rohweizen, da du nicht verkleistern musst. Preislich natürlich eine andere Hausnummer.
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Kobi
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Re: Lambic Fass-Projekt

#3

Beitrag von Kobi » Montag 11. Januar 2021, 17:14

Moin,
ist das wirklich ein Problem? Weizen in Mengen wie 2 kg oder 5 kg gibt es doch in allen Bioläden. Mit einer normalen guten Getreidemühle, wie meine Frau sie zum Brotbacken hat, lässt der sich doch einigermaßen zügig schroten. Das mache ich auch so, OK, deutlich kleinere Mengen - für meine Berliner Weiße war es letztens nur 1 kg, aber das war in wenigen Minuten durch. 20 kg wären dann vielleicht zwischen 60 und 90 min geworden, aber gehen müsste es... Auch mit den Corona-artigen Mühlen müsste das gehen, dauert halt...
Viel Erfolg!
Andreas
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Re: Lambic Fass-Projekt

#4

Beitrag von Schoki » Montag 11. Januar 2021, 17:38

Ich hatte Torrified Wheat benutzt als ich mit Rohfrucht gebraut habe. Das war deutlich günstiger als Flocken und ist auch schon verkleistert.

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Re: Lambic Fass-Projekt

#5

Beitrag von flying » Montag 11. Januar 2021, 18:01

Meinst du diese Mühle?

https://muehle-hainbuecht.de/

30 kg Quetschweizen für 13,90 € sind ja nicht unbezahlbar..

Bei Futterweizen ist der Eiweißgehalt üblicherweise höher als bei Brauweizen. Die Hygienestandards sind m. W. ähnlich hoch. Futterweizen kann aber in geringem Maße Fremdgetreide (Gerste, Hafer, Roggen oder Wildgetreide) enthalten.
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Re: Lambic Fass-Projekt

#6

Beitrag von renzbräu » Montag 11. Januar 2021, 18:10

Bierwisch hat geschrieben:
Montag 11. Januar 2021, 16:56
das Reformhaus, in dem ich den Weizen auch gleich schroten lassen kann, hat aus bekannten Gründen zu ...
Geht click & collect? on das click per Telefon ist, ist ja egal. vielleicht einfach mal anrufen und fragen?
Gott gebe Glück und Segen drein!
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Re: Lambic Fass-Projekt

#7

Beitrag von §11 » Montag 11. Januar 2021, 18:31

flying hat geschrieben:
Montag 11. Januar 2021, 18:01
Meinst du diese Mühle?

https://muehle-hainbuecht.de/

30 kg Quetschweizen für 13,90 € sind ja nicht unbezahlbar..

Bei Futterweizen ist der Eiweißgehalt üblicherweise höher als bei Brauweizen. Die Hygienestandards sind m. W. ähnlich hoch. Futterweizen kann aber in geringem Maße Fremdgetreide (Gerste, Hafer, Roggen oder Wildgetreide) enthalten.
Und Futterweizen kann Verunreinigungen in Form von Steinen etc. aufweisen, also Achtung bei der eigenen Muehle
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Lambic Fass-Projekt

#8

Beitrag von Bierwisch » Montag 11. Januar 2021, 18:37

Ja, ich muss morgen mal alle Möglichkeiten abtelefonieren. Bei 20kg sind 4€/kg für Weizenflocken schon eine Hausnummer.

Meine Frau sagte grad, daß das Reformhaus geöffnet hat...

Am Liebsten wäre mir natürlich der Futterweizen - Eiweiß ist bei einem Sauerbier nicht das Problem, aber was spräche sonst noch gegen die preiswerte Variante?
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Re: Lambic Fass-Projekt

#9

Beitrag von Bierwisch » Montag 11. Januar 2021, 18:38

Die Mühle würde den Weizen natürlich schroten.
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Re: Lambic Fass-Projekt

#10

Beitrag von ggansde » Montag 11. Januar 2021, 18:44

Ich habe in der originalen Porkert am WE 500g Weizenkörner für ein Brot geschrotet. Glaube mir, das willst du nicht wirklich.
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Re: Lambic Fass-Projekt

#11

Beitrag von Bierwisch » Dienstag 12. Januar 2021, 08:00

Nein, meine Mattmill schafft auch keinen Weizen. Ich meinte damit, daß die Hainbüchter Mühle natürlich auch mahlt.
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Re: Lambic Fass-Projekt

#12

Beitrag von Bockelsbock » Donnerstag 25. Februar 2021, 14:07

Bierwisch hat geschrieben:
Montag 11. Januar 2021, 16:56
Hallo Sauerbierfreunde,

ich plane, mit ein paar Freunden ein Rotweinfass mit Sauerbier zu belegen. Nun kam gestern ganz überraschend die Mitteilung, daß wir bis Ende der Woche ein frischgeleertes Fass bekommen.
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Hi,

darf man fragen, was aus dem Projekt geworden ist?

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Re: Lambic Fass-Projekt

#13

Beitrag von Bierwisch » Freitag 26. Februar 2021, 17:44

Gerne!

200 + x Liter á 13P sind im Fass. Angestellt mit S33 und verschiedenen „Wildkultur-Mixen“.
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Eine Zwischenverkostung ergab herrliche Zitrusaromen - ich musste einfach wissen, ob sich da vielleicht irgendwelche ekligen Viecher eingeschmuggelt haben.

Noch kurz zum Weizen - ich hatte mich der Einfachheit halber dazu entschlossen, auf den vorgequetschten Futterweizen zurückzugreifen.
Ja, es schäumte beim Kochen ganz ordentlich, der Eiweißbruch war ernorm und ja, es gab auch ein paar artfremde Körner (Sonnenblumenkerne konnte man ganz gut erkennen) in der Mischung.

Geschmacklich hat sich das - soweit ich das beurteilen kann - nicht ausgewirkt. Wir warten aber mal ab.
Bis das Lambic fertig ist, sollten Offline-Treffen ja wieder möglich sein, da könnt ihr gerne kritisch verkosten.

Gruß
Bierwisch
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Re: Lambic Fass-Projekt

#14

Beitrag von Bockelsbock » Dienstag 2. März 2021, 09:50

Hi Bierwisch,

super vielen Dank. Ich habe ende des Jahres etwas ähnlich vor. Mein Fass ist aber nur so ein kleines 55l Ding. Durch dein Bericht, überlege ich mir den Futterweizen direkt von meinem Nachbarn zu holen. Der betreibt eine kleine Landwirtschaft.

Habt ihr im Fass angestellt oder erst nach der stürmischen Gärung ins Fass geschlaucht? Bei einer starken Gärung im Fass hätte man danach ja eventuell etwas viel Hohlraum. Also Platz für Sauerstoff. Ich hoffe, ich konnte halbwegs erklären worauf ich hinaus wollte?!

Gruß Jonas
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Re: Lambic Fass-Projekt

#15

Beitrag von tinoquell » Dienstag 2. März 2021, 10:07

Wow, 200+ Liter Lambic, Respekt!

Weiterhin viel Erfolg, auf dass sich das Bier perfekt entwickelt. Bin gespannt, ob bei dieser Menge trotzdem noch etwas vom Rotwein aus dem Fass durchkommt!

Viele Grüße
Tino

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Re: Lambic Fass-Projekt

#16

Beitrag von Bierwisch » Samstag 13. März 2021, 10:21

Vielen Dank für die Blumen!

Zu euren Fragen - wir haben ca. 150 Liter mit zehn Päckchen S33 angestellt und eigentlich wollte ich nach ein paar Tagen weitere 40 Liter, die mit den Bugs angestellt wurden, dazugeben. Das hat sich aus verschiedenen Gründen etwas verzögert und so waren es am Ende zwei Wochen.

Alles nicht ganz stilecht, aber über die lange Lagerzeit sollte sich das nicht allzu sehr auswirken.

Über Sauerstoff mache ich mir nicht so viele Sorgen, da die Luft, die anfänglich noch im Kopfraum vorhanden war, während der Gärung durch CO2 verdrängt wurde. Und durch das Holz kann ja jederzeit welcher diffundieren...

Zum Glück steht das Faß nicht in meinem Keller und ich muss es nicht jeden Tag sehen, sonst würde meine Geduld ganz schön strapaziert werden.

Im Sommer werden wir wohl mal eine Probe ziehen.

Gruß
Bierwisch
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