Obergärig u. Untergärig

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Obergärig u. Untergärig

#1

Beitrag von Hugo » Samstag 3. April 2021, 19:13

Hallo ich habe mal eine Frage , habe ein ganz tolles Bier gebraut ein Fränkisches Braunbier ein Untergäriges da die Temperaturen jetzt wieder steigen und ich kein Kühlraum habe es auf 11° runter zu kühlen wollte ich mal fragen könnte ich auch eine Obergärige Hefe nehmen und was würde passieren ?

VG Hugo
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Re: Obergärig u. Untergärig

#2

Beitrag von Mehrbier » Samstag 3. April 2021, 19:23

Das Bier würde auch vergoren!?

Nun es würde auch ein Bier dabei herauskommen, nur eben kein fränkisches Braunbier. Möglicherweise ein Brown Ale? Ob es dir und anderen schmeckt wage ich nicht zu beurteilen. Bei allen Versprechungen die da manche machen: So wie man Hubraum nur mit Hubraum ersetzen kann, gilt das gleiche für untergärige Hefen.
Gruß
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Re: Obergärig u. Untergärig

#3

Beitrag von hyper472 » Samstag 3. April 2021, 19:27

Was für Temperaturen hast du denn?
Wenn du eine obergärige Hefe nimmst und beispielsweise bei 14° vergären lässt, wird das auch relativ sauber und klar im Geschmack. Aber, wie mein Vorredner schon sagte, es wird kein typisches fränkisches braunBier. Wen stört es, wenn es schmeckt?
Viele Grüße, Henning
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Re: Obergärig u. Untergärig

#4

Beitrag von haefner » Samstag 3. April 2021, 19:39

Da musst Du Dich schon nach den zu realisierenden Temperatur Möglichkeiten entscheiden. Wenn Du 17-20° hast würde ich eine OG Hefe nehmen. Wenn Du irgendwo bei 10-14° konstant realisieren kannst, würde ich bei der UG bleiben. In jedem Fall wird das ein eher fruchtiges und Lageruntypisches Geschmacksprofil (Was nicht schlecht ist).

Gruß Micha

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Re: Obergärig u. Untergärig

#5

Beitrag von hkpdererste » Samstag 3. April 2021, 20:22

Mach doch einfach einen Split-Sud, dann kannst du direkt sehen ob du mit der kalt vergorenen OG oder der warm vergorenen UG besser klar kommst. Alternativ bleibt dann nur die Anschaffung einer Kühlmöglichkeit.

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Re: Obergärig u. Untergärig

#6

Beitrag von Boludo » Samstag 3. April 2021, 23:00

Du wirst ein anderes Bier bekommen, ganz einfach.
Wobei obergärig ein weiter Begriff ist. Da gibt es gewaltige Unterschiede.
Es wird aber jedenfalls nie so wie untergärig schmecken.

Stefan

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Re: Obergärig u. Untergärig

#7

Beitrag von Hugo » Sonntag 4. April 2021, 19:28

Was würdedet ihr mir für eine Hefe empfehlen wenn ich das Bier mit dem Obergärigen brauen würde ?
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Re: Obergärig u. Untergärig

#8

Beitrag von Safari-Guide » Sonntag 4. April 2021, 19:54

Der Klassiker ist das sicherlich die Nottingham, vergärt bei niedrigen Temperaturen sehr sauber.

Schau dir auch noch mal das Datenblatt der W34/70 an, die soll angeblich auch bei 14+ Grad noch gut arbeiten?

Erik

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Re: Obergärig u. Untergärig

#9

Beitrag von Hugo » Sonntag 4. April 2021, 20:06

Alles klar danke Dir .
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Re: Obergärig u. Untergärig

#10

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Sonntag 4. April 2021, 20:34

Safari-Guide hat geschrieben:
Sonntag 4. April 2021, 19:54

Schau dir auch noch mal das Datenblatt der W34/70 an, die soll angeblich auch bei 14+ Grad noch gut arbeiten?

Erik
Bei dieser Temperatur hab ich leider schlechte Erfahrungen mit der W34/70 gemacht.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Obergärig u. Untergärig

#11

Beitrag von Mehrbier » Montag 5. April 2021, 00:25

Zur Nottingham sei noch gesagt, dass sie bei Temperaturen um 20°C anfängt sehr fruchtige erdbeerartige Ester zu erzeugen.
Gruß
Gerdi

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Re: Obergärig u. Untergärig

#12

Beitrag von Fregga » Montag 5. April 2021, 09:38

Versuchs doch mal mit ner Kveik... z. B. der Oslo, Krispy oder Lutra. Die sind zwar auch nicht ganz clean, aber wahrscheinlich immer noch neutraler, wie wenn man eine untergärige Hefe mit erhöhter Temperatur arbeiten lässt.

Gruß
Bastian

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Re: Obergärig u. Untergärig

#13

Beitrag von hyper472 » Montag 5. April 2021, 12:23

Notti! Zwischen 12 und 18°C Gärtemperatur kenne ich nichts besseres.
Viele Grüße, Henning
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Re: Obergärig u. Untergärig

#14

Beitrag von Alt-Phex » Montag 5. April 2021, 13:55

Safari-Guide hat geschrieben:
Sonntag 4. April 2021, 19:54
Schau dir auch noch mal das Datenblatt der W34/70 an, die soll angeblich auch bei 14+ Grad noch gut arbeiten?
Die arbeitet auch bei 25°C noch super und sicherlich sogar besser/schneller als bei 10°C. Es steht in den Datenblättern oder auf dem Päckchen halt nicht drauf welche geschmacklichen Unterschiede das bringt. Darum gehts doch.
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Re: Obergärig u. Untergärig

#15

Beitrag von Safari-Guide » Montag 5. April 2021, 14:16

Alt-Phex hat geschrieben:
Montag 5. April 2021, 13:55
Safari-Guide hat geschrieben:
Sonntag 4. April 2021, 19:54
Schau dir auch noch mal das Datenblatt der W34/70 an, die soll angeblich auch bei 14+ Grad noch gut arbeiten?
Die arbeitet auch bei 25°C noch super und sicherlich sogar besser/schneller als bei 10°C. Es steht in den Datenblättern oder auf dem Päckchen halt nicht drauf welche geschmacklichen Unterschiede das bringt. Darum gehts doch.
Das ist schon grundsätzlich klar.

Laut Fermentis ist der geschmackliche Unterschied anscheinend vernachlässigbar - siehe https://fermentis.com/en/rediscover-saflager-w-34-70/?

Erik

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Re: Obergärig u. Untergärig

#16

Beitrag von gulp » Montag 5. April 2021, 15:07

Hugo hat geschrieben:
Sonntag 4. April 2021, 19:28
Was würdedet ihr mir für eine Hefe empfehlen wenn ich das Bier mit dem Obergärigen brauen würde ?
Keine. Du musst dir erstmal überlegen was für ein Bier du brauen willst und welche Eigenschaften es haben soll. Dann kannst du eine Hefe auswählen.

Gruß
Peter
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Re: Obergärig u. Untergärig

#17

Beitrag von Alt-Phex » Montag 5. April 2021, 16:23

Safari-Guide hat geschrieben:
Montag 5. April 2021, 14:16
Alt-Phex hat geschrieben:
Montag 5. April 2021, 13:55
Safari-Guide hat geschrieben:
Sonntag 4. April 2021, 19:54
Schau dir auch noch mal das Datenblatt der W34/70 an, die soll angeblich auch bei 14+ Grad noch gut arbeiten?
Die arbeitet auch bei 25°C noch super und sicherlich sogar besser/schneller als bei 10°C. Es steht in den Datenblättern oder auf dem Päckchen halt nicht drauf welche geschmacklichen Unterschiede das bringt. Darum gehts doch.
Das ist schon grundsätzlich klar.

Laut Fermentis ist der geschmackliche Unterschied anscheinend vernachlässigbar - siehe https://fermentis.com/en/rediscover-saflager-w-34-70/?

Erik
Natürlich scheiben die das sowas, die wollen schliesslich ihre Hefe verkaufen. Es hat schon einen Grund warum in Fachbüchern eine Anstelltempertur von 6°C angegeben wird um entsprechende Fehlaromen zu vermeiden. Und eine Gärtempertur von nicht mehr als 10°C. Ob der "gemeine" Hobbybrauer das merkt steht auf einem anderen Blatt.
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Re: Obergärig u. Untergärig

#18

Beitrag von hkpdererste » Montag 5. April 2021, 17:25

Und an dem Punkt nochmal der Vorschlag mit dem Split-Sud.

Eine hälfte warm UG eine hälfte kalt OG (gängig sind zu dem Zweck wohl Notty oder US-05). Muss ja nicht gleich 100 Liter sein.

Danach verkosten, evtl auch blind und mit den Mittrinkern und das Problem ist gelöst und Erkenntnis gewonnen.

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