Bier ist nicht so bitter genug geworden

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stiegelb
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Bier ist nicht so bitter genug geworden

#1

Beitrag von stiegelb » Samstag 21. März 2015, 16:50

Hallo,
Ich habe mich an mein erstes Bier "Pilsner" Art rangewagt. Das das böhmische PiMa war sehr effizient und ich hatte 15,5 Plato erhalten anstelle der geplanten 12 Plato. :Bigsmile Da ich ein schönes leichtes Bier für die kommenden Grill Feiern haben wollte, habe ich es nach dem Kochen auf 12 runter verdünnt. 26 Liter Bier anstelle 20 :thumbsup
Nun ist der Vergährung durch und ich habe gerade beim ersten Versuch gemerkt, dass mein "Pilsner" leider wenig bitter ist. :Waa Ich vermute mal ich das Verdünnen hat hier einen leichten Nebeneffekt gehabt.

Geplant waren 30 IBU mit den folgenden Hopfengaben:
Saazer (Pellets) 3.5 % Alpha
51.67g 90 min
Saazer (Pellets) 3.5 % Alpha
18.11g 60 min
Saazer (Pellets) 3.5 % Alpha
15.63g 20 min
Saazer (Pellets) 3.5 % Alpha
17.18g 5 min


Nun die grösse Frage: Kann man mit Stopfen auch noch an der Bitterness schrauben oder nur zusätzliches Hopfenaroma ins Bier bekommen. :Grübel

Gruss

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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#2

Beitrag von Mastersergeant180 » Samstag 21. März 2015, 16:54

Das Stopfen bringt dir keinen Bitterheit mehr.

Durch das verdünnen schmeckt es halt nicht mehr so wie geplant.
Wer seinen Kinderglauben sich bewahrt, in einer reinen, unbefleckten Brust - und gegen das Gelächter einer Welt zu leben wagt, - wie er als Kind geträumt - bis auf den letzten Tag: das ist ein Mann!" (Henning v. Tresckow)

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ggansde
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#3

Beitrag von ggansde » Samstag 21. März 2015, 18:46

Von welcher Menge Ausschlagwürze sprechen wir denn hier?
Durch das Verdünnen verdünnst Du natürlich auch die Bitterstoffe.
VG, Markus
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Hieronymus
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#4

Beitrag von Hieronymus » Samstag 21. März 2015, 18:57

Mit dem MMuM-IBU-Rechner sollte Dein Wert von 30 IBU einigermaßen stimmen. Das ist für ein Pils etwas wenig, fast schon für ein Lager, aber noch im grünen Bereich.
Allerdings hast Du nur Saazer genommen, was ja eigentlich ein Aromahopfen ist. Gerade da würde ich auf die angegebenen Werte von 3,5 % nicht so ganz viel geben.
Die brauchen nicht so genau zu sein. Wenn das Zeug dann auch noch ein paar Monate ungekühlt gelagert hat, sind aus den 3,5 % Alpha schnell mal 2,5 %
oder noch weniger geworden.
Nach der Gärung kann man nicht so viel machen. Stopfen bringt nichts, weil die Bitterstoffe nur durchs Kochen in die Würze bzw. ins Bier gelangen.
Wenn Du noch nicht in Flaschen gefüllt hast, gibt es noch die Möglichkeit, wenig Würze (Vielleicht hast Du noch Speise!) mit viel, viel Hopfen zu kochen und
dazu zu geben. Das habe ich schon einmal gemacht, als ich mich bei den IBUs verrechnet hatte. Es hat ziemlich gut funktioniert. Zur Not geht auch einfach
Zuckerwasser mit Hopfen. Die Hopfenmenge kannst Du nachberechnen. Ich würde aber dafür jetzt einen richtigen Bitterhopfen nehmen.

Gruß
Heinrich

Rudiratlos
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#5

Beitrag von Rudiratlos » Samstag 21. März 2015, 19:29

30 IBU in 15,5°P Würze geben auf 12°P verdünnt gerade mal gute 23 IBU, was für ein Pils tatsächlich etwas wenig ist.

Wie von meinem Vorposter schon geschrieben, könntest du einen starken Hopfentee kochen und dem Jungbier zugeben.
Habe ich selber schon gemacht, die Berechnung der Gesamtbittere geht einfach mit Dreisatz.
Zum Hopfenteekochen isoll Wasser nicht das beste sein, da lösen sich angeblich mehr unedle Stoffe als in Würze. Ich selber habe das ganze schon mal mit Wasser gemacht, und es hat gut geklappt.
Wenn du Speise zurückgestellt hast, kannst du ja mit der, oder zumindest einem Teil davon den Tee kochen.
Oder du nimmst tatsächlich ein, zwei Liter Jungbier dafür...

Phoenixntb
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#6

Beitrag von Phoenixntb » Samstag 21. März 2015, 23:46

Rudiratlos hat geschrieben:30 IBU in 15,5°P Würze geben auf 12°P verdünnt gerade mal gute 23 IBU, was für ein Pils tatsächlich etwas wenig ist.

Wie von meinem Vorposter schon geschrieben, könntest du einen starken Hopfentee kochen und dem Jungbier zugeben.
Habe ich selber schon gemacht, die Berechnung der Gesamtbittere geht einfach mit Dreisatz.
Zum Hopfenteekochen isoll Wasser nicht das beste sein, da lösen sich angeblich mehr unedle Stoffe als in Würze. Ich selber habe das ganze schon mal mit Wasser gemacht, und es hat gut geklappt.
Wenn du Speise zurückgestellt hast, kannst du ja mit der, oder zumindest einem Teil davon den Tee kochen.
Oder du nimmst tatsächlich ein, zwei Liter Jungbier dafür...
Coole Idee. Müsste man mal überlegen, ob ich mein Brauprotokoll dahingehend anpasse ;-)

stiegelb
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#7

Beitrag von stiegelb » Sonntag 22. März 2015, 15:10

Danke für eure Antworten. Wir haben beschlossen, dass es noch ein bisschen gestopft wird und es somit ein leichtes Sommer Bierchen wird.
Mal schauen was draus wird.

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PabloNop
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#8

Beitrag von PabloNop » Dienstag 7. April 2015, 10:47

Hallo,

ich hänge mich hier mal an, da ich dasselbe Problem wie stiegelb habe: rechnerisch komme ich mit dem Rechner vom MMuM bei folgenden Hopfengaben:

- 28g Comet (7%) für 90 Minuten
- 6g Amarillo (9%) für 70 Minuten
- 28g Comet (7%) für 20 Minuten

mit 25 Liter Ausschlagwürze von 16.5P und 10 Minuten Nachisomerisierungszeit auf etwa 39 IBUs. Das resultierende Bier ist trinkbar, hat allerdings so gut wie gar keine Bitterkeit. Hopfenaroma ist auch kaum vorhanden. Das ist jetzt kein Drama, da ich bei diesem Sud sowieso an der Schüttung experimentieren wollte. Der größte Teil des Sudes wurde auch noch zusätzlich gestopft.

Ich hatte das Rezept in ähnlicher Form schon mit Cascade statt Comet gebraut, und damals war das Ergebnis deutlich besser. Ich frage mich jetzt, woran der große Unterschied liegen kann. Meine Ideen:

- Ich habe die Zusammensetzung der Schüttung geändert (Pale Ale Malz statt PiMa, weniger Cara, etc)
- Ich habe eine andere Hefe verwendet (Bry-90 statt der Nottingham)
- Ich habe diesmal Hopfensäckchen aus Leinen verwendet.

Mein Verdacht ist ja, dass die Hopfensäckchen mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht haben und der Hopfen nicht richtig mit der Würze in Kontakt kam - aber dass das soviel ausmacht? Was denkt Ihr?

Gruß

globichopf
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#9

Beitrag von globichopf » Sonntag 5. Mai 2019, 15:48

Hallo zusammen

Dazu habe ich auch eine Frage.
Ich habe zum ersten Mal mit Säckchen gearbeitet. Nach dem Kochen habe ich bemerkt, dass es in den Säckchen richtige Klumpen gegeben hat. Das Bier ist schmeckt zwar, ist aber nicht wirklich bitter und der Schaum ist eher dünn.

Hätte ich die Säckchen zwischendurch schütteln / quetschen / rühren müssen? Wie macht ihr das?

Vielen Dank für eure Hilfe.
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#10

Beitrag von guenter » Sonntag 5. Mai 2019, 18:00

globichopf hat geschrieben:
Sonntag 5. Mai 2019, 15:48
Hätte ich die Säckchen zwischendurch schütteln / quetschen / rühren müssen? Wie macht ihr das?
Ich arbeite ohne Säckchen, dann kann sich der Hopfen besser entfalten. Ich arbeite beim Umschlauchen in das Gärfass mit Whirlpool und Feinfilter.
Bier trinken ist besser als Quark reden! :Drink

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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#11

Beitrag von Braufex » Sonntag 5. Mai 2019, 18:55

"Freiheit für die Hopfenpellets" :Bigsmile

Ich machs auch ohne Säckchen. :Wink
Wenn sich der Hopfen in der Würze fein verteilen kann, ist die Ausbeute natürlich um einiges höher.
Seit drei Suden kühl ich nach Kochende mit einer Edelstahlspirale direkt im Einkocher bis auf ca. 17-18°C runter, dann beginn ich das Ausschlagen.
Beim Abkühlen setzt sich fast alles am Boden ab.
An den Ablasshahn hänge ich einen 150µm-Monofilament-Filter, bleibt aber kaum was drin. Der ganze Hopfen und Kalttrub bleibt am Boden liegen.
Nur wenn ich am Ende des Ausschlagens den Einkocher ein wenig kippe, kommt zum Schluss Trub in den Filter, macht aber auch nichts, dann hör ich halt auf zu kippen.
Whirlpool brauch ich nicht mehr.
Säckchen beim Würzekochen ist nicht nötig.

Gruß Erwin
Was mich an diesem Forum und seinen Mitgliedern fasziniert?
Es beantwortet mir Fragen, auf die ich niemals allein gekommen wäre! :puzz
Und das, ohne sie jemals gestellt zu haben ... :thumbsup

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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#12

Beitrag von globichopf » Sonntag 5. Mai 2019, 19:46

Danke für eure Antworten.

Dann versuche ich das nächstes Mal auch wieder so. Mit Spirale kühlen, Monofilament vorhängen, Hahn öffnen. :thumbup

uli74
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Re: Bier ist nicht so bitter genug geworden

#13

Beitrag von uli74 » Sonntag 5. Mai 2019, 23:39

Mal was ganz frevelhaftes: HuM vertreibt isomerisierten Hopfenextrakt. Damit lässt sich die Bittere sehr einfach einstellen, falls es nötig ist zu Verdünnen.

https://www.hobbybrauerversand.de/Hopfe ... lpha-30-ml

Ist zwar nichts für RHG-Fanatiker, aber sehr bequem zu handhaben wenns nicht anders geht.
Gruss

Uli

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