Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

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indiana1972
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Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

#1

Beitrag von indiana1972 » Donnerstag 23. September 2021, 18:26

Hallo liebe Mitbrauende,
diesmal könnte ich echt ein wenig Unterstützung gebrauchen, ich möchte nähmlich (grusel!) ein Low-Alc. (I)PA brauen. Als Grundlage habe ich mir dazu das Rezept von David Heath gewählt und ein wenig an meine Bedürfnisse angepasst. Was ich halt möchte, ist ein (Steuerfreies) Bier mit weniger als 0,5% Alc. v/v, mit Mundgefühl und gutem Hopfenaroma. Was ich nicht möchte ist Laktose (verdampfe ich sofort). Auf Maltodextrin möchte ich auch verzichten (also zugesetztes).

Geplant ist ein 10L Ansatz
SHA 53% (geschätzt)
OG 1.050, FG 1.017, 15 IBU, 0,4% ABV, 5,5 EBC, BU/GU 0,75

Schüttung:
800g Maris Otter (Crisp)
60g Sauermalz (WEY)
60g Carapils (WEY)
60g Munich I

Maischeschema
6.15L HG
Einmaischen bei 70°C
Sofort mit 1°C/min hochheizen auf
79°C 40min (Jodprobe)
7,6L Nachguss

Hopfenkochen 30Min :
15min - 6g Centennial 8,5% 8.5 IBU
- 2g Mosaic 11,5% 3.8 IBU
Whirpool bei 80° 10min
- 6g Centennial 8,5% 1.3IBU
- 4g Mosaic 11,5% 1.2 IBU

Der Sud wird während der Hauptgärung (3Tage) geteilt, die Hälfte wird trockengestopft
10g Centennial 8,5%,
5g Mosaic11,5%

Als Hefe setze ich einen Starter von etwa 1L WSL-17 ein, den ich vorher dekantiere.

So, hat jemand mit dem oben genannten Verfahren Erfahrung? Kann das klappen? Teilt eure Gedanken mit mir.
Lieben Gruß,
Oli
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Re: Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

#2

Beitrag von Safari-Guide » Donnerstag 23. September 2021, 22:22

Oli, den David Heath Tread kennst du ja…

Die WSL17 ist sicher gut geeignet, um wirklich ein alkoholarmes Bier hinzukriegen. Ob das dann schmeckt, ist die Frage.

Viel Erfolg!

Erik

PS: ich glaube, dass das Thema alkoholfrei /-arm zumindest noch in Hobbybrauerkreisen ziemliches Neuland ist. Die Brauereien lassen sich da auch nicht so richtig in die Karten schauen. Insofern hilft vermutlich nur probieren.

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Re: Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

#3

Beitrag von Alt-Phex » Freitag 24. September 2021, 01:27

Was soll denn bitte in den 40min bei 79°C passieren? Außer das du aufgrund fehlerhafter Messwerte, Temperaturschichtungen usw. längst über 80°C bist. Aber so unvergärbare Stärke und Spelzenauslaugung kann natürlich das Geheimnis zum Erfolg sein.

Such mal nach Springmaischverfahren. Das ist es was du suchst und was du brauchst.

Nur aus Interesse: Wieso soll der Sud denn unbedingt steuerfrei sein?
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Re: Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

#4

Beitrag von indiana1972 » Freitag 24. September 2021, 06:19

Hallo Bernd,
Das Verfahren nutzt David Heath bei seinem Low Alc IPA um die Stärke in größtenteils unvergärbare Zucker umzuwandeln, wie wir ja wissen, arbeitet die Alpha auch bei diesen Temperaturen noch, nur die Beta ist schon sicher deaktiviert. Was die Temperatur angeht bin ich zuversichtlich, dass mein Eimer das ganz gut trifft, überheizen war eigentlich nie ein Problem bis jetzt.l
Wenn ich unter 0,5 % bleibe ist der Sud laut Gesetz steuer- und anmeldefrei. Das ideale für den Zwischenbrautag.

Edit: Er bezieht sich dabei auf das folgende Dokument:
https://www.lallemandbrewing.com/wp-con ... IGITAL.pdf
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist die Ludwigii auch Maltose-negativ, ich käme damit also auf nahe 0,03% ABV,
Ich könnte aber auch runter auf 76°C gehen und wäre immer noch im sicheren Bereich.
Lieben Gruß,
Oli
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Re: Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

#5

Beitrag von Safari-Guide » Freitag 24. September 2021, 07:25

Ggf. musst du dann mit den IBUs dann doch noch hoch gehen, sonst wird das Bier eventuell zu süß?

Maisel bittert sein alkoholfreies PA auf 30 IBU lt. Etikett.

Erik

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Re: Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

#6

Beitrag von indiana1972 » Freitag 24. September 2021, 14:41

Ich hatte gedacht, die Hefe etwas anzufüttern, indem ich eine schnelle "gleitende Rast" mache, aber wenn die WSL-17 Maltose-negativ ist, dann werde ich wohl nichts erreichen, wenn ich tiefer beginne, oder? Ich hab jetzt die einzelnen Kinetiken nicht mehr 100%ig parat, aber Glucose kriege ich weder durch die Beta, noch durch die Alpha nennenswerte Mengen, oder? Damit würde das Endresultat dann nur um Größenordnungen süßer, das ist nicht der Plan.

Ziel ist, eine zu 95% oder mehr unvergärbare Würze herzustellen, die vom Mundgefühl und der Restsüße zum Produkt passt.

Also passe ich das Maische-Schema etwas an und lasse die Tiefe "Rast" weg.

Maischen :
40´@79°C (Temperaturfenster wäre 76-82°C)

Da ich dann auf 1.020 FG komme, reduziere ich OG nochmal weiter auf 1.016, dadurch komme ich nach Brewfather auf 0,3% ABV (scheint mir zu hoch) und FG von 1.014, damit müsste IBU 15 wieder passen. Für nen Probesud wärs in jedem Fall ok. Ziel ist ja, möglichst wenig kurze Zuckerketten zu haben, damit das Mundgefühl und die Restsüße passt. Daher scheint mir Davids Verkürzung der Rast auf 40 Minuten auch passend, je länger ich mit der Alpha Maische, desto mehr kurze Ketten erhalte ich statistisch, damit steigt der Süße-Eindruck und die Viskosität fällt. Ich schau mal, wieweit das dann Jod-Normal ist und entscheide dann.

Schüttung wäre dann gesamt 780g /10L
600g Maris Otter und jeweils 60g CaraPils, Sauermalz und Münchner.

Hopfenkochen bleibt unverändert
Lieben Gruß,
Oli
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Re: Rezeptcheck Low Alc (I)PA mit WSL-17

#7

Beitrag von indiana1972 » Freitag 24. September 2021, 22:47

@Erik, beim Restextrakt bin ich nicht sicher, da ich ja keinen Alkohol im Bier habe ist die Dichte ja der tatsächliche Zuckergehalt (annähernd), während bei einem herkömmlichen Bier die Dichte durch den Alkohol signifikant vermindert wird. Dadurch wird der tatsächliche Restextrakt in einem normalen Bier unterschätzt, außerdem habe ich vermutlich im normalen Bier mehr kurzkettige unvergärbare Zucker und in diesem hier mehr langkettige, die weniger süß schmecken. Wenn ich also ca 3-4 Punkte höher liege als in einem normalen Bier, dann könnte das schon gut passen.
Lieben Gruß,
Oli
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