Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
Antworten
Matt-Eagle
Neuling
Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 26. Mai 2015, 21:31

Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#1

Beitrag von Matt-Eagle » Dienstag 26. Mai 2015, 21:45

Hallo liebe Leute,
ich lese schon seit einiger Zeit hier im Forum und konnte schon viel lernen. Gerade eben habe ich mein erstes Bier in Flaschen gefüllt. Ich bin gespannt wie es wird.
Doch jetzt habe ich eine Frage an euch.
Da ich gerade so begeistert von dem Thema bin und bald das Sommerlager der Pfadfinder ansteht, bei dem ich als Leiter mitfahre, habe ich mir gedacht ich könnte einen Brau-Workshop anbieten.
Jetzt ist die Frage ob es irgendein Rezept für Bier/Malzbier/Fassbrause etc. gibt, bei dem man das Ergebnis bereits nach 11 Tagen trinken kann.
Das Lager geht insgesamt 13 Tage inklusive Anreisetage. Der Workshop würde am Tag nach der Anreise stattfinden, die Verköstigung dann am Abend vor der Abreise.
Ich habe also inkl. Brautag nur 11 Tage für Gärung und Reifung.

Es geht mir da weniger ums Produkt/Ergebnis sondern mehr ums "Handwerk" also den Brauprozess, den die Kinder erleben sollen. Daher ist es mir relativ egal, ob da am Ende Alkohol drin ist oder nicht. Falls ja wird der Workshop natürlich nur für Kinder über 16 Jahren angeboten.

Habt ihr da Ideen?

fg100
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1513
Registriert: Sonntag 5. August 2012, 00:05

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#2

Beitrag von fg100 » Dienstag 26. Mai 2015, 21:55

Matt-Eagle hat geschrieben: Jetzt ist die Frage ob es irgendein Rezept für Bier/Malzbier/Fassbrause etc. gibt, bei dem man das Ergebnis bereits nach 11 Tagen trinken kann.
Trinken kannst jedes Bier schon nach 11 Tagen. Nur schmecken wirds eher nicht.
Aus meienr Sicht ist das eher eine bescheidene Idee. Hab Kinder in dem entsprechenden Alter. Wenn ich denke dass da der Leiter Bierbraukurse durchführt, würde ich ihm erst mal die nötige pädagogische Eignung absprechen. Naja ich schreib mal lieber nicht weiter.

Bierolo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 802
Registriert: Freitag 23. Januar 2015, 18:47

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#3

Beitrag von Bierolo » Dienstag 26. Mai 2015, 22:09

Ich denke. dass nicht nur bei den Rover-Wölfen bei spirituelle Tugenden nicht Bier gemeint ist... :achtung

Sorry :thumbdown

VG Reinhard
Bierolo startet in der 20L Einkocher-Liga.

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 8524
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 01:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#4

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 26. Mai 2015, 22:20

In nur 11 Tagen wird das nichts, kannst du vergessen. Allein die Nachgärung kann sich ja
erfahrungsgemäß auch mal länger hinziehen. Ansonsten bin fg100 Meinung. Sowas kann
negativ auf die zurück schlagen, wenn die Kiddies zuhause erzählen du hättest denen das
Bier brauen beigebracht.

Zumindest würde ich alle Eltern vorher fragen ob das in deren Erziehungs-Weltsicht passt.
Manche sind da heutzutage ziemlich schräg drauf, aber das ist ein anderes Thema.

Bist du nach dem ersten Sud überhaupt fit genug in der Materie um anfallende Fragen auch
vernünftig zu beantworten ? - Nicht das du plötzlich blöde da stehst vor den Monstern...
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

Benutzeravatar
Brauwolf
HBCon Supporter
HBCon Supporter
Beiträge: 6847
Registriert: Sonntag 26. Februar 2012, 21:07
Kontaktdaten:

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#5

Beitrag von Brauwolf » Dienstag 26. Mai 2015, 22:24

Ich beschränke mich mal auf die technischen Aspekte: Vergiss es einfach.
Wir haben beim Hobbybrauerstammtisch im Rahmen unserer Hausaufgaben mal ein 14 Tage - Quickie Bier gebraut. Die Ergebnisse waren alle trinkbar und haben meist sogar geschmeckt. Allerdings mussten Methoden angewendet werden, die du unter feldmäßigen Bedingungen nicht hast, zum Beispiel Zwangskarbonisierung im Keg. Noch ein Nebeneffekt: Obwohl wir nicht mehr und nicht weniger als an anderen Stammtischabenden gesoffen haben, hatten vier von fünf Teilnehmern am nächsten Tag einen mords Schädel. An den sonstigen Stammtischen war das nie der Fall, selbst nicht nach heroischen Mengen belgischer Triple.

Cheers, Ruthard
Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht denselben Horizont.
Mein Blog: Brew24.com

Benutzeravatar
sudwerkstatt
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 123
Registriert: Dienstag 12. November 2013, 14:16

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#6

Beitrag von sudwerkstatt » Dienstag 26. Mai 2015, 22:29

Hi Matt-Eagle,

warum nicht einen Malztrunk herstellen.
Nur so als Idee:
Bier brauen, evtl nur schwache Bitterhopfung, dann noch heiß/warm ohne Hefe ins Keg und später mit CO2 Zwangskarbonisieren.

Habe ich zwar auch noch nie gemacht, ist aber auf jeden Fall Kindertauglich. Geschmacklich geht das auf jeden Fall Richtung Würze. Evtl kann man ja noch mit etwas mit Zitronensaft ein bischen Säure hinzufügen.
Auf jeden Fall vor dem Lager mal ausprobieren.

Gruß

Micha

Matt-Eagle
Neuling
Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 26. Mai 2015, 21:31

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#7

Beitrag von Matt-Eagle » Dienstag 26. Mai 2015, 22:31

Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten.

Vor einigen Jahren wurde in unserem Stamm schonmal ein Brau-Kurs angeboten und er ist sehr gut angekommen.
Es wurde hinterher auch niemandem die pädagogische Eignung abgesprochen.

Okay also alkoholhaltiges Bier kann ich dann wohl schonmal abhaken.
Malzbier, Fassbrause oder ähnliches ohne Alkohol würde natürlich auch gehen wie schon anfangs erwähnt.
Wo ist da überhaupt der Unterschied?

Malzbier ist im Prinzip nichts anderes als normal gebrautes Bier nur ohne Hefe?

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 8524
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 01:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#8

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 26. Mai 2015, 22:43

Matt-Eagle hat geschrieben: Malzbier ist im Prinzip nichts anderes als normal gebrautes Bier nur ohne Hefe?
Das wird auch mit Hefe angestellt, bei einem bestimmten Druck, werden die Flaschen dann
erhitzt um die Hefe abzutöten. Damit landest du dann bei ~ 0,5% Vol. Alk. Hat den Vorteil
das sich der Würzegeschmack minimiert und du Kohlensäure im Bier hast. Nachteil des
Verfahrens ist die nicht zu unterschätzende Gefahr explodierender Flaschen.
NUR mit Schutzausrüstung durchführen. Aber sicherlich auch nichts fürs Feldlager.

Edit:
Letztendlich kannst du ja einfach ein Bier brauen und vergären lassen.
Dabei kannst du den Brauprozess erklären und ihr könnt täglich in den
Gärbottich gucken was da passiert. Am Ende des Ausfluges kippst du
die Suppe einfach in die Blumen und gut ist.
Zuletzt geändert von Alt-Phex am Dienstag 26. Mai 2015, 22:47, insgesamt 1-mal geändert.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

Benutzeravatar
Brauwolf
HBCon Supporter
HBCon Supporter
Beiträge: 6847
Registriert: Sonntag 26. Februar 2012, 21:07
Kontaktdaten:

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#9

Beitrag von Brauwolf » Dienstag 26. Mai 2015, 22:45

Malzbier ist im Prinzip nichts anderes als normal gebrautes Bier nur ohne Hefe?
Naja, es gibt da verschiedene Herstellungsverfahren, beispielsweise kommt die Kohlensäure durch alkoholische Gärung ins Malzbier, die dann mit pasteurisieren gestoppt wird. Ich glaube nicht, dass du Flaschen, die eh schon unter Druck stehen, im großen Kessel am Lagerfeuer kontrolliert auf 70 Grad erhitzen willst.

Cheers, Ruthard
Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht denselben Horizont.
Mein Blog: Brew24.com

Benutzeravatar
sudwerkstatt
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 123
Registriert: Dienstag 12. November 2013, 14:16

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#10

Beitrag von sudwerkstatt » Dienstag 26. Mai 2015, 22:48

Malzbier wird schon auch mit Hefe angestellt, aber die Gärung wird durch Pasteurisieren gestoppt.
d.h. das ganze wird während der Gärung noch einmal erhitzt um die Hefe abzutöten.


Oder natürlich die Maltoserast (60-68°) so kurz wie möglich halten. (dabei ensteht der vergärbare Zucker)
und dann die Verzuckerungsrast (68-76°) länger machen. (dabei enstehen nicht vergärbare Zucker)

evtl. bei 67° Einmaischen und dann zügig auf 72° fahren?

Edit: Mist zu langsam.

FrankIbb
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 725
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2011, 22:33
Wohnort: Ibbenbüren

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#11

Beitrag von FrankIbb » Dienstag 26. Mai 2015, 22:58

Naja, nur mit Maischeplan wird es nicht klappen. Man kann Malzbier natürlich auch ohne Hefe herstellen. Der Würzegeschmack ist auch durch lagern weg. Hab ich schon gemacht, hat 0,00% Alkohol, aber ist nicht machbar im Zeltlager. Warum hier pädagogisch drauf eingedroschen wird, es aber für einen lieben Forumskollegen in der Schule total toll gefunden wird verstehe ich nicht ganz. Ok, das verköstigen ist dabei.
Nur kurz, bevor ich falsch verstanden werde....ich fand die Idee vom Kollegen toll, und ich finde die Idee das im Zeltlager zu machen genauso toll. Equipment wird halt noch schwieriger, aber früher würd ja auch nicht viel anders gebraut...
Aber ohne Zeigefinger zu heben... Das wird nicht klappen in so kurzer Zeit und nicht mit Equipment, was man in ein Zeltlager mitnehmen kann. Brauen ja, aber die Zeit für Nachgärung/Reifung oder beim Malzbier ohne Alkohol (2 Monate +) fehlt halt. Wäre eher was fürs Nachtreffen, wenn es sowas gibt und Ihr die Würze ordentlich transportieren könnt.
Zuletzt geändert von FrankIbb am Dienstag 26. Mai 2015, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß,
Frank

inem
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1178
Registriert: Dienstag 28. Januar 2014, 08:48

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#12

Beitrag von inem » Dienstag 26. Mai 2015, 23:00

Nach dem einige ja schon gesagt haben, dass es mit der handwerklichen Machbarkeit in 11 Tagen nicht so toll aussieht hätte ich einen anderen Vorschlag.

Ich habe es zwar nicht mit meiner eigenen Pfadfindergruppe gemacht, aber eine befreundete Gruppe hat berichtet, dass sie zwei Jahre hintereinander zu dem selben Lagerplatz gefahren sind. Im ersten Jahr wurde gebraut und abgefüllt. Das Bier wurde in eine Holzkiste eingeschlossen und vergraben. In etwa 1 Meter Tiefe herrschen recht stabile Temperaturen und es friert für gewöhnlich nicht. Im nächsten Jahr wurde gekostet. Da ist übrigens eher was Haltbarers zu empfehlen (stärker eingebraut, Hopfen...)

Was die pädagogische Diskussion betrifft: Zumindest in Österreich ist die Gesetzeslage so, dass man mit 16 trinken darf. Ich halte die Auseinandersetzung mit dem Handwerk für sehr sinnvoll. Da wird eine andere Seite beleuchtet, als die in dem Alter oft nicht unübliche des "mit Bier zuschüttens". So kommt man viel wahrscheinlicher zu einem verantwortungsvollen Umgang, als wenn man es verbietet oder tabuisiert. Außerdem kommt mir gerade von Brauern mit Kindern der Einwand etwas seltsam vor - oder versteckt ihr das Brauen auch vor dem eigenen Nachwuchs? Mein Sohn wird jedenfalls mit Bier brauen aufwachsen - auch wenn er Alkoholisches erst mit 16 bekommen wird.

FrankIbb
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 725
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2011, 22:33
Wohnort: Ibbenbüren

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#13

Beitrag von FrankIbb » Dienstag 26. Mai 2015, 23:11

Obwohl....ich sagte gerade nicht machbar.... Bier wirds immer heißt es ja. Mit wenig Röstmalz kann esauch klappen. Aber die Idee von Inem finde ich ja richtig gut.ich fürchte nur Du würdest Dich übernehmen, wo Du gerade das erste Bier gebraut hast. Vielleicht solltest Du noch vorher mehr Erfahrungen sammeln. Aber erst einmal Willkommen hier im Forum, wo man viel lernen kann.
Gruß,
Frank

Worblehat
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 100
Registriert: Samstag 16. November 2013, 14:30

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#14

Beitrag von Worblehat » Mittwoch 27. Mai 2015, 09:19

Servus Matt-Eagle,

ich finde die Idee nicht so verkehrt. Ich war selber lange in der Jugendarbeit tätig, und sehe das ähnlich wie inem. Mit Älteren zusammen lernt man eher einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol, als wenn sich junge Leute ohne Erfahrung gegenseitig beweisen wollen. Trotzdem würde ich da mal die Stimmung bei den Eltern sondieren, es reicht ja ein Einzelner, um für schlechte Stimmung zu sorgen.

Ne Möglichkeit wäre auch im Camp zu brauen, abzufüllen und die Nachgärung bei euch im Pfadfinderheim zu machen. Überlege die aber, ob du irgendwo im Lager einen Raum mit halbwegs konstanter Temperatur hast (große Kühlbox o.ä.).
Und gib mal bei google folgendes ein: zoll schaubrauen site:hobbybrauer.de. Zu dem Thema gibt's genug Diskussionen hier, ich will mit Sicherheit keine neue starten.

Würde den Sud, den du vorhast zu brauen, auf jeden Fall vorher mal ausprobieren. Mit nur einem Mal brauen würde ich schon versuchen, noch ein bisschen Erfahrung zu sammeln, bevor ich das anderen vorführe.

Gutes Gelingen
Worblehat

Benutzeravatar
grüner Drache
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1206
Registriert: Donnerstag 29. Januar 2015, 09:14
Wohnort: Geilenkirchen

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#15

Beitrag von grüner Drache » Mittwoch 27. Mai 2015, 10:58

Hi Matt !

Zu irgendwelchen Bedenken hinsichtlich kritischer Eltern oder einer vermeintlich negativen Pädagogik:
Das was Du vorhast ist ein super Ansatz ! Jungen Menschen einen Alkoholherstellungprozess zu zeigen steht für einen ehrlichen Umgang mit dem Thema Alkohol (Wahrheit), es ist zudem emanzipativ und freiheitlich zugleich ( Freiheit). Auch tut man etwas für andere (tätige Solidarität). Für mich ist der Brau und Gärprozess auch geradezu eine spirituelle Erfahrung. (Glaube).
Also, im Grunde bin ich da voll bei Dir. Ich habe selber als Pfadfinder und Rover gelernt wie man Wein selber macht und baue immer noch darauf auf. ABER:
Bei Deinem Vorhaben während eines Sommerlagers ein Bier in Workshops zu produzieren Sehe ich eher didaktische Probleme, die dadurch bedingt sind, dass Brauen nunmal größten teils ein "one-man-Job" ist.
Falls eure Workshop alle Stufen umfassen, so wirst du die quirligen Wölflinge während der gut 6-8 stündigen Sudhausarbeit kaum bei Laune halten können. Auch bei mehr als 5 Pfadfindern oder Rover wird es für viele schnell recht langweilig.
Und es kommt natürlich ne ganze Menge auf Deine Kompetenz an, deswegen wäre es nicht verkehrt erstmal noch viel Erfahrung zu sammeln, das kann man auch mit mehreren, deswegen wäre das en super fesselndes Thema für ne Stufe Pfadfinder/Rover auf längere Sicht, so für en viertel/halbes Jahr gibt da jede Woche was zu tun. Und da bleibt dann bei den beteiligten Leuten auch sicher mehr Wissen hängen - so hab ich selber auch Wein machen gelernt :Wink
Also, in diesem Sinne, gut Pfad !
Allzeit gut Sud!
:Drink
Ciao, Alex!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

GregorSud
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 629
Registriert: Sonntag 7. September 2014, 11:49

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#16

Beitrag von GregorSud » Mittwoch 27. Mai 2015, 11:08

grüner Drache hat geschrieben:Hi Matt !

Zu irgendwelchen Bedenken hinsichtlich kritischer Eltern oder einer vermeintlich negativen Pädagogik:
Das was Du vorhast ist ein super Ansatz ! Jungen Menschen einen Alkoholherstellungprozess zu zeigen steht für einen ehrlichen Umgang mit dem Thema Alkohol (Wahrheit), es ist zudem emanzipativ und freiheitlich zugleich ( Freiheit). Auch tut man etwas für andere (tätige Solidarität). Für mich ist der Brau und Gärprozess auch geradezu eine spirituelle Erfahrung. (Glaube).
Ciao, Alex!
:puzz Is klar...

Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 9539
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#17

Beitrag von gulp » Mittwoch 27. Mai 2015, 11:26

Also halten wir mal fest. Du hast also schon einen halben Sud gebraut. Du willst einen "Brau Workshop" halten (was auch immer das sein mag). Und es soll innerhalb von 11 Tagen trinkbares Bier entstehen. Nicht dass das nicht möglich wäre, aber....
Was glaubst du, wie oft du da "das weiß ich nicht" sagen musst? Das willst du dir antun? Vor der Meute. Viel Spaß! :Ahh

Nichts für ungut. :Greets

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 18229
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#18

Beitrag von Boludo » Mittwoch 27. Mai 2015, 11:28

Für mich ist der Brau und Gärprozess auch geradezu eine spirituelle Erfahrung. (Glaube).
:Shocked

Stefan

Benutzeravatar
tauroplu
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 13778
Registriert: Sonntag 23. Oktober 2005, 18:04
Wohnort: 58453 Witten
Kontaktdaten:

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#19

Beitrag von tauroplu » Mittwoch 27. Mai 2015, 11:32

Da finde ich die Idee vom Vergraben des "Schatzes" und Verköstigen des im Workshop gebrauten Bieres ein Jahr säter schon mal richtig klasse. :Bigsmile
Beste Grüße
Michael

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

Dave1987
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 730
Registriert: Dienstag 12. März 2013, 18:00

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#20

Beitrag von Dave1987 » Mittwoch 27. Mai 2015, 12:35

Jetzt ist die Frage ob es irgendein Rezept für Bier/Malzbier/Fassbrause etc. gibt, bei dem man das Ergebnis bereits nach 11 Tagen trinken kann.
Ich äußere mich jetzt mal nur zu dem Thema, du dem Rest wird hier genug geschrieben.
Meine Meinung: Ja, das geht.
Natürlich wird es nicht so gut schmecken wie ein ausgereiftes Bier, dessen muss man sich bewusst sein. Aber ich finde die Herausforderung spannend und hab auch schon ein paar Ideen:

Dieses Bier würde sich für deine Zwecke gut eignen. Es ist einfach (nur 2 Rasten, ohne Nachguss) und geht schnell. Damit hast du nicht das Problem die anderen zu langweilen. Außerdem durfte ich das Bier schon direkt nach der Nachgärung probieren und es war einfach klasse!
Eine Änderung würde ich allerdings vornehmen und zwar die Hefe. Wenn du in 11 Tagen ein fertiges Bier haben willst, dann brauchst du eine schnelle Hefe. Dafür ist keine besser geeignet als die Safbrew S-33. Die hat mir mal ein IPA bei RT in 24h fertig vergoren. Zusätzlich würde ich etwas Hefenahrung (2g/20L) und Irish Moss (3g/20L) einsetzen, das versorgt die Hefe mit wichtigen Nährstoffen und sie setzt sich besser ab. Um die Jungbieraromen etwas zu überdecken könntest du noch leicht stopfen (2-4g/L, je nach Hopfen, 24h). Ich denke das könnte klappen.
Der grobe Zeitplan:

1. Tag: Brautag
2.-4. Tag: Hauptgärung
5. Tag: Stopfen
6-10.Tag: Nachgärung
11. Tag: für ein paar Stunden kalt stellen und Verkostung

Probiere es doch einfach vorher mal Zuhause aus. Bei der genauen Rezeptfindung stehen dir die anderen bestimmt noch beratend zur Seite.

MfG
Dave
"Unverhopft kommt oft."

inem
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1178
Registriert: Dienstag 28. Januar 2014, 08:48

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#21

Beitrag von inem » Mittwoch 27. Mai 2015, 13:14

grüner Drache hat geschrieben:Hi Matt !

Bei Deinem Vorhaben während eines Sommerlagers ein Bier in Workshops zu produzieren Sehe ich eher didaktische Probleme, die dadurch bedingt sind, dass Brauen nunmal größten teils ein "one-man-Job" ist.
Falls eure Workshop alle Stufen umfassen, so wirst du die quirligen Wölflinge während der gut 6-8 stündigen Sudhausarbeit kaum bei Laune halten können. Auch bei mehr als 5 Pfadfindern oder Rover wird es für viele schnell recht langweilig.
Es stand ja dezidiert ab 16 Jahren da.

Ach ja: Für mich ist vor allem das trinken eine sprituelle Erfahrung :Wink

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 18229
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#22

Beitrag von Boludo » Mittwoch 27. Mai 2015, 15:28

Mit der S33 könnte das wirklich klappen. Hauptgärung maximal 3 Tage, eher weniger wenn die Temperatur hoch genug ist. Nachgärung mit Glukose auch um den Dreh rum. Man muss halt den niedrigen Vergärungsgrad der Hefe und die schlechte Sedimentation berücksichtigen.
Das wird dann kein ausgereiftes rundes Bier, aber zum Demonstrieren sollte es reichen.

Stefan

Benutzeravatar
cyme
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2611
Registriert: Montag 16. Dezember 2013, 12:16

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#23

Beitrag von cyme » Mittwoch 27. Mai 2015, 15:32

Ich würd an deiner Stelle einfach Ginger Ale machen:
http://de.wikihow.com/Ginger-Ale-selber-herstellen

Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
Beiträge: 9539
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#24

Beitrag von gulp » Mittwoch 27. Mai 2015, 15:39

Ein leichtes Wit schmeckt nach einer Woche schon gut und Nachgärung ist nicht nötig, wenn man zwangscarbonisiert. 3 Tage Hauptgärung, ab ins Faß, Eine gute Woche "Reifung" und fertig.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de

Benutzeravatar
flying
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 12895
Registriert: Donnerstag 14. August 2008, 18:44

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#25

Beitrag von flying » Mittwoch 27. Mai 2015, 16:22

Lies Dir mal das "Projekt Turboweizen" durch..

http://hobbybrauer.de/modules.php?name= ... d&tid=9697
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

Benutzeravatar
Seed7
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3080
Registriert: Dienstag 2. April 2013, 18:28
Kontaktdaten:

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#26

Beitrag von Seed7 » Mittwoch 27. Mai 2015, 16:34

Mild Ale 8,8 Plato 10% zucker Windsor hefe. Nach 4-5 tage abfuellen mit zucker und warm stellen, gibt einen ordentlichen bodensatz. Oder nach 9 tage mit zwangscarbonisierung abfuellen.

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

Benutzeravatar
flying
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 12895
Registriert: Donnerstag 14. August 2008, 18:44

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#27

Beitrag von flying » Mittwoch 27. Mai 2015, 16:38

Berliner "Schummel" Weisse. 7 - 9° Plato, 7 - 9 BE und die Säure mit gekaufter Milchsäure einstellen. Dann schön mit Waldmeister -oder Himbeersirup..Bei Hitze echt lecker :Greets
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

Appelbasti
Neuling
Neuling
Beiträge: 2
Registriert: Dienstag 21. Januar 2014, 13:45

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#28

Beitrag von Appelbasti » Mittwoch 27. Mai 2015, 20:34

Hey, von der Idee her finde ich das auch eigentlich klasse.
Wo soll denn Eure Freizeit stattfinden? Wenn im Sauerland...ich würde mich ggfs bereiterklären Dir dabei zu helfen und meine Brauanlage "Opfern" ...

nobody2k
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 686
Registriert: Montag 23. Juni 2014, 18:33
Wohnort: Niederösterreich

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#29

Beitrag von nobody2k » Mittwoch 27. Mai 2015, 21:10

Im Pfadfinderlager wäre doch Dekoktion überm Feuer angebracht :)
Grüße,
Christoph

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 18229
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#30

Beitrag von Boludo » Mittwoch 27. Mai 2015, 21:21

nobody2k hat geschrieben:Im Pfadfinderlager wäre doch Dekoktion überm Feuer angebracht :)
Oder Gerste frisch vom Acker am Lagerfeuer kauen und in einem großen Topf sammeln und wild vergären lassen. Die Amylasen in der Spucke ersparen das Maischen und Mälzen :puzz

Stefan

Benutzeravatar
hoepfli
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3697
Registriert: Donnerstag 29. April 2010, 15:16

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#31

Beitrag von hoepfli » Mittwoch 27. Mai 2015, 21:29

:Waa In 11 Tagen?

Ich würde ja das Schnellbier hier nochmals brauen, die Würze auf eine frische Hefe drauflassen (durch einen Pwt kühlen), somit kommt die Gärung schon am ersten Tag an. Gärung 1-3 Tag, Carbo. wenn mit Zucker und in Flaschen, oder noch besser wenn man Fässer hat, einfach aufcarbonisieren (Idee von Gulp :thumbup).
Insgesamt sollte man es mit einer guten Ausrüstung es in 11 Tagen schaffen (vorarbeit aber notwendig).

nobody2k
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 686
Registriert: Montag 23. Juni 2014, 18:33
Wohnort: Niederösterreich

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#32

Beitrag von nobody2k » Mittwoch 27. Mai 2015, 21:44

Boludo hat geschrieben:
nobody2k hat geschrieben:Im Pfadfinderlager wäre doch Dekoktion überm Feuer angebracht :)
Oder Gerste frisch vom Acker am Lagerfeuer kauen und in einem großen Topf sammeln und wild vergären lassen. Die Amylasen in der Spucke ersparen das Maischen und Mälzen :puzz

Stefan
Ähm, ich weiß zwar nicht worauf du hinaus willst, dein Verfahren klingt jedoch leicht nach Nein und meines, Dekoktion, mehr nach Ja...
Grüße,
Christoph

Benutzeravatar
Boludo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 18229
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 20:55

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#33

Beitrag von Boludo » Donnerstag 28. Mai 2015, 07:10

Ja sorry, war auch nicht ernst gemeint.
Andere machen das aber schon lange so:
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Chicha

Stefan

peka76
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 231
Registriert: Donnerstag 12. September 2013, 10:26
Wohnort: Leipzig

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#34

Beitrag von peka76 » Donnerstag 28. Mai 2015, 21:02

Boludo hat geschrieben:Mit der S33 könnte das wirklich klappen. Hauptgärung maximal 3 Tage, eher weniger wenn die Temperatur hoch genug ist. Nachgärung mit Glukose auch um den Dreh rum. Man muss halt den niedrigen Vergärungsgrad der Hefe und die schlechte Sedimentation berücksichtigen.
Das wird dann kein ausgereiftes rundes Bier, aber zum Demonstrieren sollte es reichen.
Genau! Außerdem ist es im Sommer vielleicht auch spannend das Bier im Zustand "Federweißer" zu verkosten. In meinem Freundeskreis wurde zumindest schon mal ein halbes Fass von einem halb durchgegorenen Bier an einem lauen Sommer getrunken und wir hatten KEINEN Schädel am nächsten Morgen.

Gruß Peter

Benutzeravatar
Malzwein
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2778
Registriert: Mittwoch 12. September 2012, 09:39

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#35

Beitrag von Malzwein » Donnerstag 28. Mai 2015, 21:07

Stimmt, das haben meine Gäste mit einem Samba Pale Ale gemacht. Das ist dann aber noch kein Bier, eher so etwas wie Federbier.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut!

Gru
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 65
Registriert: Mittwoch 22. Januar 2014, 11:50

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#36

Beitrag von Gru » Donnerstag 28. Mai 2015, 21:42

Ich würde auch kein Bier empfehlen, das dauert zu lange. Aber in 4 bis 5 Tagen kann man prima ein Met ähnliches Getränk aus Apfelsaft vergären, das auch noch gut schmeckt: http://www.honigweinkeller.de/Met/met96.html

Ob es vom Alkoholgehalt her jetzt für Jugendliche geeignet ist kann ich nicht entscheiden.

FrankIbb
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 725
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2011, 22:33
Wohnort: Ibbenbüren

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#37

Beitrag von FrankIbb » Donnerstag 28. Mai 2015, 23:12

Edit: sorry, hab lieber wieder gelöscht....
Aber...
@matt-Eagle, was meinst Du zu den Vorschlägen? Stell Dich doch bitte auch mal vor :Greets
Gruß,
Frank

Matt-Eagle
Neuling
Neuling
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 26. Mai 2015, 21:31

Re: Schnelles Bier für Jugendfreizeit?

#38

Beitrag von Matt-Eagle » Freitag 29. Mai 2015, 03:14

Erstmal sorry für die späte Antwort und nochmals danke für die vielen Ratschläge.

Aus pädagogischer Sicht mache ich mir da auch wenig sorgen. Die Rover (Kinder über 16 Jahren) dürfen eh Abends am Feuer unter Beaufsichtigung Bier trinken, warum dann nicht auch brauen. Aber ich habe mich über die vielen Zusprüche gefreut.

Habe es mir überlegt und ich möchte doch gerne ein klassisches Bier brauen. Also kein Malzbier, Met oder ähnliches.
Ich denke ich werde es so ähnlich probieren wie Dave1987 es beschrieben hat. Also ein Bier mit schneller Hefe und dann schauen ob die Zeit reicht.
Wenn es absehbar ist, dass sie nicht reicht, dann nehmen wir das Bier einfach mit nach Hause.
Wäre natürlich schöner es im Lager zu kosten aber später geht auch. Wohnen alle im selben Ort da findet man wohl nen Termin.

Ich werde auf jeden Fall berichten. Hoffentlich vergesse ich das nicht.

Antworten