Braueule 3

Hier können Braubegeisterte ihre selbstgebastelten Heimbrauanlagen in Bild und "Ton" vorstellen.
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Dr.Edelherb

Braueule 3

#1

Beitrag von Dr.Edelherb » Samstag 15. April 2017, 20:41

Hi,

hat die schon jemand und kann was dazu sagen?

Bei der älteren Version sollen ja die Temperaturen recht ungenau gehalten worden sein (teils +5°C), die neue Version verspricht eine verbessertere Temperaturführung.
Ein Erfahrungsbericht würde mich sehr interessieren.

OS-Schlingel
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Re: Braueule 3

#2

Beitrag von OS-Schlingel » Samstag 15. April 2017, 22:55

Guten Abend in die Runde!
Ich schiebe den Tröd mal wieder hoch, da ich großes Interesse an Stellungnahmen der Braueulen-User habe.
Viele Berichte über Eigenbau mit den tollsten Steuerungen, Hommagen über den Braumeister von Speidel, Polsinelli,aber...

wo ist denn hier mal DER Bericht über die Braueule von BRUMA?

Provozierend gefragt, taugt die nichts???
So, ich hoffe nun, dass das meine Herausforderung deutlich genug war.....

Freue mich schon auf reichliche Kommentare von Anwendern, Händlern(??) oder Technikfreaks aus dem Forum.


Gruß

Stephen

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Re: Braueule 3

#3

Beitrag von schloemi » Sonntag 16. April 2017, 08:29

Hallo Stephen,

ich werde mal versuchen ein paar Punkte in den Raum zu werfen, am besten im Vergleich zum 20L Braumeister. Letzteren habe ich seit ca. 10 Jahren im Einsatz, die Braueule hatte ich vor gut 3 Jahren mal recht kostengünstig bei Ebay bekommen. Beide Systeme sind im guten bis sehr gutem Zustand.

Design & Reinigung
Ist natürlich Geschmacksache. Während der BM eher industriell anmutend daherkommt (bis auf Pumpe, Steuerung und Kabel alles in Edelstahl) mutet der Braukessel der Braueule schon mehr nostalgisch an. Ist dann auch noch der Maischebottich kupferummantelt hat man mit die Braueule ein edel wirkende Produkt zur Hand. Da kann auch eine Kupferhaube des BM kaum gegen anstinken. Dennoch muss sich das jeder selber bewerten. Bezüglich des minimalen Platzbedarfs ist der BM jedoch vorne. Auch gefällt mir am BM ein wenig besser, dass die einzelnen Komponenten beim BM transparenter verbaut und somit frei zugänglich snd. Ein Austausch ist entsprechend unproblematisch. Dies hat auch mMn Vorteile für das Reinigen, da ich jedes Teil ggf. zerlegen oder mechanisch reinigen kann, während ich bei der BE mich darauf verlassen muss, dass der Reiniger auch die unzugänglichen Teile (Pumpe und Heizung) sauber bekommt. Nachteilig stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Kupferummantelung, da sich bei Überlaufen Würzerückstände zwischen Kessel und Ummantelung ablagern können, was unter Umständen zu Schimmelbildung führen kann. Insgesamt benötigt die Kupferummantelung natürlich auch mehr Pflegeaufwand, sofern man regelmäßig die Patina entfernen und den Kessel auf Hochglanz polieren möchte.

Maischearbeit
Hier sehe ich die BE klar vorne, da sie insgesamt flexibleres Brauen ermöglicht. Der BM ist bauartbedingt limitiert was Schütttungen, HG und NG anbelangt. Auch habe ich mit dem BM in all den Jahren noch keine Dekoktion gemacht, auch wenn ich nicht ausschließen möchte, dass dies gehen würde. Einziges Manko sind die doch qualvollen Aufheizphasen der Eule. Ohne das Einmaischwasser extern auf Temperatur zu bringen, vergeht einem hier wirklich der Spass. Die Aufheizzeiten sind auch für die Rasten zu berücksichtigen, so dass es einiges an Erfahrung braucht, Rezepte auf die Eule zu optimieren. Gut hingegen sind hier Kombirasten, ein Anbrennen der Würze ist nicht gegeben und durch das Einleiten des Wasserdampfes findet eine gute Durchmischung der Maische statt, was sich gegenüber dem BM in höheren SHA äußert.

Läutern
Auch ist ist mein Favorit die Eule. Das Läutern geht erstaunlich gut, sowohl im Vergleich zum BM, als auch zu anderen Systemen wie Hexe etc. Die Würze läuft bereits nach wenigen Litern absolut klar und ohne Stocken. Der BM hingegen ist durch die Konstruktion eingeschränkt, was die Nachgussmengen anbelangt. Die Auswaschung des Trebers gestaltet sich bei der Braueule also deutlich besser.

Kochen
Beide Systeme haben gegeneinander Vor- und Nachteile. Die Eule heizt hier deutlich schneller als der BM. Nachteilig ist jedoch, dass ein Kochen ohne Brüdenhaube kaum möglich ist, da es durch die Durchlaufpumpe und dem damit verbundenen Whirlpool-Effekt zu Überschwemmungen führt. Das bedeutet aber auch, dass lediglich gut mit Pettes gearbeitet werden kann, die schon mühsam genug über die kleine Öffnung gegeben werden müssen. Mit Dolden oder Hopfensäckchen ist während der Kochphase kaum zu arbeiten. Natürlich kann man den Kochprozess anhalten, die Kupferhaube abbauen und wieder draufsetzen, was aber nicht nur umständlich, sondern auch extrem heiß ist.

Edit: Vergessen habe ich natürlich den Whirlpool der Eule: Der ist extrem gut. Hinzu kommt noch der im Vergleich zum BM weiter unten angesetzte Ablasshahn, so dass ein sauberes Ausschlagen der Würze durchgeführt werden kann, ohne kippen oder starke Verluste.

Sonstiges
Die Eule macht im Vergleich zum BM ordentlich Radau. Da ich meistens im Schuppen braue, macht mir der Lärm weniger aus, aber es ist halt schon ein lautes Gerät.

Den Geschmack kann man kaum vergleichen, da die Systeme doch sehr unterschiedlich sind. Der Eule wird nachgesagt, dass sie etwas kernigere Biere produziert - dies wird durch den Maischeprozess und dem damit verbundenen Einleiten des heizen Wasserdampfes begründet. Hierzu kann ich nichts sagen, da ich auf den Systemen meist unterschiedliche Bierstile braue, wo ich meine die Vorteile der einzelnen Systeme jeweils zu nutzen.

cu schloemi

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Dr.Edelherb

Re: Braueule 3

#4

Beitrag von Dr.Edelherb » Sonntag 16. April 2017, 08:44

Hi schloemi,

vielen Dank für den Bericht.

Ich hätte noch ein paar Fragen.
Ist es mit der BE wirklich möglich ganz ohne Abzug zu brauen? Ich kann mir irgendwie garnet vorstellen das der gesamte Dampf durch diesen kleinen Schlauch im Läutertopf kondensiert?
Achja und was meintest du mit den Hopfen in die kleine Öffnung geben? Oben wo der Schlauch aufsitzt? Hat die Kupferhaube keine weitere Öffnung dafür?

Und wenn ich das richtig verstanden hab, wird beim kochen ja ein permanenter Whirlpool erzeugt.
Für eine Whirlpoolhopfung müsste man ja dann warten bis die gesamte Würze auf < 80°C ist, danach Hopfen rein aber dann ist der WP ja auch wieder hinfällig..
Grundsätzlich gefällt mir das System gut, nur eben kühlung / wp hopfung ist mir noch unklar.

OS-Schlingel
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Re: Braueule 3

#5

Beitrag von OS-Schlingel » Sonntag 16. April 2017, 09:08

Danke Schloemi,
Der Bericht ist besser als ich erwartet hatte, ist direkt ein Fall für das Wicki!
Besten Dank vom Einkocher-Brauer...


Gruß Stephen

...und Frohe Ostern
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Re: Braueule 3

#6

Beitrag von 0815flieger » Sonntag 16. April 2017, 10:01

@Dr. Edelherb,
ich bin seit fast 3 Jahren glücklicher Besitzer einer Braueule. Mittlerweile hab ich gestern meinen 73. Sud damit gefahren.
Alles in Allem kann ich schloemi Recht geben. Nebenbei bemerkt...toller Bericht!! :thumbup
Zu deinen Fragen;
Die Eule kommt ohne Kondensabzug aus. Während der der Kochphase läuft im inneren der Eule immer eine kleine Membranpumpe (ähnlich wie beim Aquarium zur Sauerstoffzufuhr benutzt wird) mit. Diese befördert mit einem kl. Silikonschlauch ständig Luft in die Kupferhaube. Dadurch werden durch einen anderen kleinen Siliconschlauch die Brüden oben durch die aufgesetzte Beschwerung aus dem Kessel gedrückt. Einzige Brüden, die sich ab und an im Raum bilden, resultieren aus dem leichten Anheben ( verursacht durch die Bewegung im Inneren durch Kochen der Würze) dieser Beschwerung. Heißt, es zischt ab und an mal etwas aus dieser Abdichtung. Ist aber zu vernachlässigen. 90% Dampf geht raus aus dem Sliconschlauch ....der bei mir 2m ist und im Außenbereich endet.
Unter dieser Beschwerung ist eine Daumengroße Öffnung. Durch Abnehmen dieser Beschwerung kann man die Aromahopfung vornehmen. Natürlich erst wenn man vorsichtig der Druck abgebaut hat, welcher durch 80 minütigen Kochen entsteht!!!! Da ist oberste Vorsicht geboten, da sonst Verbrühungen unausweichlich sind. Steht aber alles in der Bedienungsanleitung drin.
Wenn man zu voreilig ist, schießt die heiße Brühe auch mal gerne oben raus, wenn man die Pellets mit einem SAchlag dort rein haut. Ist mir auch zu Anfang paar mal passiert. Aber die Erfahrung machts... mittlerweile passiert mir das nicht mehr.

Permanenten Whirlpool macht die Eule nicht. Nach dem Läutern verschliesst du den Deckel mit dem Spannring, dann wird Augeheizt. Dabei läuft drin die Pumpe und pumpt die Würze immer im Umlauf durch den Heizstab im Inneren, sodass diue 100 Grad recht schnell erreicht werden. Dann läuft die umwälzpumpe nicht mehr, nur noch die Membranpumpe.
Zum Ende der Kochphase schaltet der heizkörper abe und die pumpe macht selbständig einen 23 stufigen Whirlpool. Eine langsame Stufe und dann eine schnellere Stufe woduchr ein sehr guter Trubkegel entsteht. Dann könnte man (nach Dampfdruckabbau) die Whirlpoolhopfung vornehmen. Ist aber nicht ratsam, weil wahrscheinlich dadurch der Trubkegel wieder zerstört wird. Ich mach es jedenfalls nicht.

Nach der Nachisomerisierung seihe ich ab. Durch einen Plattenwärmetauscher über einen 200µ Filter, welcher im Gärfass hängt.

Danach 2 stufiges Reinigungsprogramm, welches die Eule selbstständig durchführt

Alles in allem...ein sehr gutes Gerät mit dem sich, wie beim Braumeister wahrscheinlich auch, qualitativ hochwertige Biere herstellen lassen.
Pro Sud komm ich je nach Stammwürze/Schüttung so zwischen 32/37l raus.

Wenn du willst, mach ich ein paar Bilder...falls du mit dem Wort "Beschwerung" nichts anfangen kannst. :Smile
Schau mal hier:https://www.google.de/search?q=Bilder+b ... u2ApHImfM:
...hier kann man den Aufbau an der Haube gut sehen. Seitlich der Schlauch der Membranpumpe, oben der Edelstahl mit dem Schlauchstück zur Abförderung der Brüden.

Ich hoffe ich konnte etwas helfen.

Beste Grüße Mario

Dr.Edelherb

Re: Braueule 3

#7

Beitrag von Dr.Edelherb » Sonntag 16. April 2017, 11:39

Hi Mario,

danke für den Bericht :thumbup

Wie muss man denn den Druck vorsichtig ablassen wenn man eine Hopfengabe machen möchte? Die Beschwerung nur ganz leicht anheben?
Und ist der Spannring wirklich so schwer anzubringen wie ich in einem älteren Thread mal gelesen hab? Soll ja (wenn er nicht volles Brett angeknallt wird) angeblich undicht sein.

Achja und ist es denn auch möglich nur ca. 25L zu brauen? Oder ist der Läutertopf so breit das man dann kaum noch eine vernünftige Treberschicht hätte bei nur ca 5-6kg Malz?

Das eine Whirlpoolhopfung nicht möglich ist find ich schade.. das mach ich eigentlich relativ häufig, aber mit ein paar Gramm stopfen wäre halt die Alternative.
Kann man die Funktion Whirlpool auch manuell nach Kochende noch einmal starten?

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Re: Braueule 3

#8

Beitrag von pivovar » Sonntag 16. April 2017, 13:23

Bzgl. des nachträglichen Whirlpools nach dem Hopfenkochen eine Idee, die ich selbst aber noch nicht versucht habe. Im Anschluß Kochvorgang und Whirlpool meldet die Eule das Programmende. Sofern der Topf (BE II 34 Ltd. randvoll) nicht zu voll ist, könntest Du das Reinigungsprogramm starten. Dabei läuft die Umwälzpumpe und die Heizung (Soll 55 °C). Bei abgenommener Haube mußt Du halt aufpassen, daß der Wirbel nicht über den Rand steigt.
Ich überlege in der Tat, eine Schiebetür in die Haube einzubauen. Muß mich allerdings erst kundig machen, da die Eule mit leichtem Überdruck arbeitet und eine solche Tür daher entsprechend dicht sein muß. Druck ablassen ist dann allerdings immer noch Pflicht, sonst besteht evtl. die Gefahr von Verbrühungen durch ausschießende Würze.

Nebenbei wurde oben erwähnt, daß der seitliche Schlauch aus dem "Kamin" der Haube zur Membranpumpe führt. Das ist, zumindest für die BE II, nicht richtig. Dieser Schlauch führt zum Maischetopf. Der obere Schlauch am Gewicht ist mit der Pumpe, die für den Überdruck sorgt, verbunden.
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Re: Braueule 3

#9

Beitrag von pivovar » Sonntag 16. April 2017, 13:33

Zu schnell abgeschickt. @Dr. Edelherb: Die Eule kann problemlos auch nur mit 25 l gefahren werden. Auch High Gravity ist möglich (in gewissen Grenzen).
Der Läutertopf hat einen Durchmesser von 36 cm, die BE selbst 40 cm.
Zum Ablassen des Drucks schaltet man die Eule am Hauptschalter aus (Programm kann dann wieder aufgenommen werden) und zieht den seitlichen Schlauch ab.
Die Kondensation im Maischetopf funktioniert gut, der Raum (bei mir im Keller) bleibt weitgehend dampffrei. Nach Druckabfall kann man das Gewicht abnehmen - das Loch ist etwas klein (Durchmesser 2 cm), die Hopfengabe damit etwas fummelig.
Ich habe mir dazu einen Metalltrichter auf knapp 2 cm Außendurchmesser abgeschnitten, damit gehts halbwegs.
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Re: Braueule 3

#10

Beitrag von Dr.Edelherb » Sonntag 16. April 2017, 17:21

Alles klar vielen Dank Pivovar, vielleicht ist es bei der neuen 3er Version ja sogar möglich den Whirlpool manuell zu starten.
Viel erfährt man ja leider nicht auf der Seite des Herstellers.
Wenn jemand die neue Version besitzt, bitte unbedingt einen Erfahrungsbericht, v.a. bezüglich der Steuerung / Software schreiben, bin sehr interessiert an der Anlage.

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Re: Braueule 3

#11

Beitrag von 0815flieger » Montag 17. April 2017, 09:46

Zitat pivovar:[Nebenbei wurde oben erwähnt, daß der seitliche Schlauch aus dem "Kamin" der Haube zur Membranpumpe führt. Das ist, zumindest für die BE II, nicht richtig. Dieser Schlauch führt zum Maischetopf. Der obere Schlauch am Gewicht ist mit der Pumpe, die für den Überdruck sorgt, verbunden.]

...das stimmt schon. Man soll den Brüdenschlauch in den Maischtopf , wo sich der Treber befindet, enden lassen. Ich kann die Schläuche aber auch umstecken!!!
Ich für mein Teil habe aber an dieser Stelle den Treber schon entsorgt. Außerdem nutzt das auch nichts, wenn die Brüden im Treber landen, denn nach eniger Zeit dampf es auch aus dem Topfdeckel raus und ich hab den Dunst in der Bude.
Dessahlb geht mein Brüdenschlauch raus aus dem Fenster an die Außenluft, somit nix Dunst im Raum.

Whirlpoolhopfung könntest du auch machen, da müßte man wie folgt verfahren. Kurz vor Ende der Kochzeit die Anlage ausschalten, Hopfung vornehmen, dann die Anlage wieder mit dem Hauptschalter einschalten, jedoch keine "Wiederaufnahme" starten sonder per Hand die Würzekochzeit beispielsweise auf 1min (kleinste einzustellende Zeit) stellen, danach wird noch 1 min gekocht und dann erfolgt der Whirlpool. Nach dem Whirlpool hopfen ist kontraproduktiv, wegen Zerstörung des Trubkegels.

Druck kannst/mußt du mit Handschuhe oben an der Beschwerung ablassen. Oder warten, bis sie der Druck von selbst alleine abbaut. Dauert mir aber zu lange bei der Aromahopfung. Desshalb, nach 1 minütigen Wartezeit, vorsichtig die Beschwerung anlupfen und den Restdruck mit angekippter Beschwerung abpfeifen lassen.

Mit der angesprochenen Undichtigkeit am Deckel.... da hatte ich anfangs auch meine Schwierigkeiten. Das bekommt man aber nach und nach in den Griff...Erfahrung machts.
Den Dichtring mit Hahnfett gut einfetten, den Kupferdeckel ziemlich genau mittig auflegen, Spannring stramm schließen, nicht zu los und auch nicht zu fest!
Bei mir ist die letzten 50 Sude nix mehr undicht geworden.

Beste Grüße Mario

Dr.Edelherb

Re: Braueule 3

#12

Beitrag von Dr.Edelherb » Samstag 29. April 2017, 21:58

Gibts denn mittlerweile einen Besitzer der neuen Version?
Wäre nach wie vor sehr interessiert an einem Erfahrungsbericht.

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Re: Braueule 3

#13

Beitrag von E.M. » Sonntag 25. Juni 2017, 11:44

Ich hab seit Feb. 17 die Eule 3.
Durch das Touch-Display lässt sich jeder Schritt pausieren. Beim vom Programm vorgesehener Hopfengabe schaltet die Eule das Kochen ab und fordert akustisch die Hopfengabe ein. Ja nie einfach so beim Kochen öffnen. Es entsteht eine Fonäne. Vorsichtig mit Handschuhen natürlich, den Beschwerungsring heben und entweder die Pellets über eine Trichter einrieseln lassen oder wie ich es gesten gemacht habe, die Pellets in einem Becher mit abgekochtem Wasser zu einem Brei anrühren und über einen Trichter einlaufen lassen.
Nach Entfernen des Tresters gebe ich schon wie in der Anleitung steht, Wasser in den Läutertopf. Die Abluft aus der Würzepfanne erhitzt dann das Wasser und dieses nehm ich hinterher gleich mit zum Reinigen.
Die eingespeicherten Bierrezepte funktionieren mit dem von Brumas vertriebenen Zutaten einwandfrei.Eigene Rezepte lassen sich einspeichern.
Die Kupferteile reinige ich mit Zahnpasta. Das nimmt aber schon Zeit in Anspruch, je nachdem wie glänzend man das will.
Bin bis jetzt zufrieden, vor allem weil die Eule ja auch ein Hingucker ist. Sieht aus wie in einer richtigen Brauerei.
Gruß
Erwin

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Re: Braueule 3

#14

Beitrag von Griller76 » Sonntag 25. Juni 2017, 14:55

Hallo Erwin,

der Brauprozess klingt zum Teil recht kompliziert. Wie genau funktioniert die von Brumas erwähnte Funktion der Braueule III "Enthärten des Brauwassers" und "Steckbare Temperatursensoren"?

freundliche Grüße

Alexander
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Re: Braueule 3

#15

Beitrag von E.M. » Sonntag 25. Juni 2017, 16:04

Hi,
wir haben hier 22 dH. Den Wert (d. h. mehr als 20 dH geht nicht) geb ich unter <Einstellungen> ein. Dann erfolgt ein ca. 40 minütiges Enthärten, sprich Wasser kochen. Über den Hahn dann Wasser ablassen und es bleibt der Kalk als Häufchen auf dem Boden übrig zum wegwischen.
Da das Abkühlen auf Einmaischtemperatur dann aber dann lange dauert, hab ich mir von Brita eine Entkalungspatrone gegönnt. Regle damit das Wasser auf 7,5 dH herunter.
Auf der Rückseite der Eule werden die Temperaturfühler einfach eingesteckt. Eine Aufnahme für den Läuterbottich und einer wenn das Würzekühlen verwendet wird.
schönen Restsonntag
Erwin

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Re: Braueule 3

#16

Beitrag von ggansde » Sonntag 25. Juni 2017, 16:20

Moin,
die Brita Entkalkungspatrone ist ein Ionenaustauscher. Das Ergebnis ist vermutlich absolut untaugliches Brauwasser. Benutze lieber eine UO-Anlage und salze Dein Wasser entsprechend auf.
VG, Markus
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Re: Braueule 3

#17

Beitrag von tommes » Sonntag 25. Juni 2017, 16:28

ggansde hat geschrieben:
Sonntag 25. Juni 2017, 16:20
Moin,
die Brita Entkalkungspatrone ist ein Ionenaustauscher. Das Ergebnis ist vermutlich absolut untaugliches Brauwasser. Benutze lieber eine UO-Anlage und salze Dein Wasser entsprechend auf.
VG, Markus
Streiche "vermutlich" - habe es hier (auch >20°dH, Neutraltausche im Keller) mit verschiedenen Techniken probiert, gerechnet, aufgesalzen, mit Milchsäure ausgeglichen. Ich kaufe jetzt im Real "Aqua Purania" für 5€ pro Brauvorgang und alles ist gut.
:Drink

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Re: Braueule 3

#18

Beitrag von Griller76 » Sonntag 25. Juni 2017, 16:41

Stimmt, genau so mache ich das auch.
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Re: Braueule 3

#19

Beitrag von E.M. » Sonntag 25. Juni 2017, 18:17

wegen Ionentauscher!
Bei der Google-Suche komm ich auf Eugen Hagens Buch Seite 30:
https://books.google.de/books?id=18QjDw ... er&f=false
Ich hab mal heute an Brita Professional geschrieben und um Info gebeten. Mal sehen. Der erste Sud mit dem Brita-Wasser gärt z. Z.recht fleißig im Fass. Riechen tut´s fein, Geschmacksprobe später.

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Re: Braueule 3

#20

Beitrag von schwarzwaldbbq » Sonntag 25. Juni 2017, 20:02

Wenn es eine professionelle Teil- bzw. Vollentsalzungspatrone von Brita ist, ist sie zum Brauen gut geeignet.
Sie salzt das Wasser nicht auf. Die Kalkbildner werden gegen H+ Ionen getauscht.
Das ist ein völlig anderes System als herkömmliche Entkalkungsanlafen.
Ist es eine für Heißluftdämpfer oder Kaffeemaschinen hat sie sogar einen Aktivkohlefilter gegen Chlor etc.

Genau die richtige Wahl.

LG. Joe
Zuletzt geändert von schwarzwaldbbq am Sonntag 25. Juni 2017, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
Unsere Vorstellung: Grüße aus dem Schwarzwald
Meine BBQ-Seite: http://www.schwarzwaldbbq.de

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Re: Braueule 3

#21

Beitrag von tommes » Sonntag 25. Juni 2017, 20:04

Erwin, wenn der Filter quasi komplett entsalzt kann das funktionieren, würde dann der Methode von trisman entsprechen: viewtopic.php?f=4&t=2196. Das kam mir bei meiner Antwort gerade nicht in den Sinn. Es geht aber auf jeden Fall nur schlecht mit den im Haushalt verbauten Neutraltauschern (Regenerierung mit Salztabletten) - dies habe ich einige Sude lang selbst probiert - das Ergebnis schmeckte nie so richtig "rund".

Edit: Joe war schneller

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Re: Braueule 3

#22

Beitrag von Boludo » Sonntag 25. Juni 2017, 21:31

Brita geht prinzipiell. Das ist ein schwach saurer Ionentauscher.
Theoretisch könnte man den sogar mit Zitronensäure regenerieren.
Praktisch ist er aber teuer und schlecht kontrollierbar. Man weiss eigentlich nicht so genau, wann die verbraucht ist. Dann lieber gleich Umkehrosmose.
Die macht noch das Nitrat mit raus und alle anderen Anionen.

Stefan

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Re: Braueule 3

#23

Beitrag von Ulli » Sonntag 2. Juli 2017, 09:54

Ich betreibe eine Braueule 2 schon seit Jahren. Die Dinge wurden alle gut und richtig beschrieben. Ich möchte noch einen Aspekt zur Würzekühlung anfügen.
Ich lasse nach Ende des Hopfenkochens die Temperatur auf 80 Grad ohne besondere Maßnahmen absinken. Das dauert eine gute Stunde je nach Füllmenge. Bis dahin ist der Whirlpool ausgedreht und zur Ruhe gekommen.
Anschliessend lasse ich die Würze über einen Plattenwärmetauscher ins Gärgefäss bei halb geöffnetem Hahn ablaufen. Ich komme dann auf eine Temperatur von ca. 20 Grad .
Also ca. 2 Stunden nach Kochende ist die Würze anstellfertig.
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