BeerMkr bei Kickstarter

Hier können Braubegeisterte ihre selbstgebastelten Heimbrauanlagen in Bild und "Ton" vorstellen.
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TheCK
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BeerMkr bei Kickstarter

#1

Beitrag von TheCK » Donnerstag 18. Oktober 2018, 11:54

Mahlzeit!

Bin gerade über ein neues Geräte-Projekt gestolpert:
https://www.kickstarter.com/projects/43 ... ng-machine

Das Gerät soll laut den Ankündigungen völlig automatisiert maischen und fermentieren. Die ersten Geräte sind auf Kickstarter für $329 gelistet.

Was mich etwas verwirrt ist, dass zum Einen alle Zutaten direkt beim Maischen eingefüllt werden, zum Anderen die Würze überhaupt nicht gekocht wird. Anscheinend wird nur während dem Maischen auf 65 Grad erhitzt und dann wahrscheinlich eine Kombirast gefahren. Kann so ein Verfahren dann überhaupt funktionieren? Wie wird hier gebittert?
Wenn das wirklich technisch so leicht umsetzbar ist wäre diese Vorgehensweise ja auch für den "normalen" Hobbybrau-Ablauf möglich. Also Kombirast mit gleichzeitiger Hopfung beim Einmaischen, Läutern, Hefegabe, fertig.
Und warum tun sich dann sämtliche Brauereien der Welt diesen Irrsinns-Aufwand mit Maischen, Läutern, Kochen, Kühlen ... an wenn es doch so einfach funktionieren würde?
LG Chris

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#2

Beitrag von Malzknecht » Donnerstag 18. Oktober 2018, 12:36

Das klingt tatsächlich merkwürdig. Beim Maischen würde ich ja noch sagen, dass es funktioniert, aber ganz ohne Kochen? Angeblich verwenden die ja Hopfen, der bei einer niedrigen Temperatur die Bitterstoffe löst, aber ohne Würzebruch und Austreiben der unerwünschten Stoffe hats doch sicher Fehlgeschmäcker. Im FAQ gehen die auf DMS und Maillardprodukte ein.
Ich weiß ja nicht..
Viele Grüße,
Tobi

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#3

Beitrag von Taim » Donnerstag 18. Oktober 2018, 13:48

TheCK hat geschrieben:
Donnerstag 18. Oktober 2018, 11:54
Was mich etwas verwirrt ist, dass zum Einen alle Zutaten direkt beim Maischen eingefüllt werden, zum Anderen die Würze überhaupt nicht gekocht wird. Anscheinend wird nur während dem Maischen auf 65 Grad erhitzt und dann wahrscheinlich eine Kombirast gefahren. Kann so ein Verfahren dann überhaupt funktionieren? Wie wird hier gebittert?
Scheint alles mehr oder weniger hiervon abhängig zu sein. Sogenannter "Steamhops", der quasi vorisomerisiert wird und den man als 60min, 30min, 10min, 5min usw. Kochversionen kaufen kann. Für 3$/Oz d.h. ca. 100$ das Kilo, was wohl auch der Grund dafür ist, dass das sonst keiner so macht....
---Don't panic---

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Alt-Phex
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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#4

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 18. Oktober 2018, 14:01

Einfach alles oben in die Maschine werfen und schwuppdiwupp, eine Woche später ist das Super-Duper-Craftbier fertig?

Das glauben die doch selber nicht. Nur eine weitere "Wundermaschine" um Geld aus dem Hype zu pressen. Und wie toll die Dinger in der Praxis funktionieren sieht man ja am Brewie.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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§11
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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#5

Beitrag von §11 » Donnerstag 18. Oktober 2018, 15:17

Hab jetzt ein System entdeckt das noch schneller trinkbares Bier macht. Genauso flexibel wie Systeme bei denen man bestimmte Rohstoff Kits kaufen muss.

Nennt sich Bierkiste. Ist in unterschiedlichen Preisstufen und Geschmacksrichtungen erhältlich
EE34F4AD-F54B-4210-A372-261030E93E47.jpeg
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#6

Beitrag von Malzwein » Donnerstag 18. Oktober 2018, 15:31

Etwas gutes hat das Maschinchen ja: es macht nur 4 Liter.

Und was auf dem Bild "Traditional homebrewing equipment" gezeigt wird, hätte ich gerne. Gibt es dafür auch irgendwo ein Crowdfunding? :Bigsmile
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#7

Beitrag von matschie » Donnerstag 18. Oktober 2018, 22:01

§11 hat geschrieben:
Donnerstag 18. Oktober 2018, 15:17
Hab jetzt ein System entdeckt das noch schneller trinkbares Bier macht. Genauso flexibel wie Systeme bei denen man bestimmte Rohstoff Kits kaufen muss.

Nennt sich Bierkiste. Ist in unterschiedlichen Preisstufen und Geschmacksrichtungen erhältlich

EE34F4AD-F54B-4210-A372-261030E93E47.jpeg
:thumbsup :thumbsup
GGM Induktionskochfeld via Serielle Schnittstelle über CBPi per Serielle Kommunikation oder drahtlos über MQTT angesteuert: Link
MQTT Device für CBPi: Link
Vorstellung meiner Anlage: Klick
GitHub: https://github.com/matschie1

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#8

Beitrag von brauflo » Freitag 19. Oktober 2018, 09:47

Ein Minimum an Hardware ist aber auch hier empfehlenswert...
serveimage(2).jpg
serveimage(2).jpg (17.61 KiB) 1514 mal betrachtet
Ein Verzicht ist selbstverständlich möglich, wobei wir uns dann schon wieder weit im Bereich Kreativ-Brauen bewegen
________________________________________________________________

... wollte ich immer schon mal machen...


Meine Vorstellung:
viewtopic.php?p=184866#p184866

chickenfarmer
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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#9

Beitrag von chickenfarmer » Freitag 19. Oktober 2018, 10:21

brauflo hat geschrieben:
Freitag 19. Oktober 2018, 09:47
Ein Minimum an Hardware ist aber auch hier empfehlenswert...

serveimage(2).jpg

Ein Verzicht ist selbstverständlich möglich, wobei wir uns dann schon wieder weit im Bereich Kreativ-Brauen bewegen
Naja der Kasten alleine würde auch reichen :Bigsmile

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#10

Beitrag von docpsycho » Freitag 19. Oktober 2018, 10:42

brauflo hat geschrieben:
Freitag 19. Oktober 2018, 09:47
Ein Minimum an Hardware ist aber auch hier empfehlenswert...
Ach quatsch. Die Öffnungseinheit wird doch in Form eines Kastens mitgeliefert. Zur Not muss man in Bügelverschlussbier investieren. Da reicht es wenn man einen Daumen hat, muss nicht mal der eigene sein. :P

Und jetzt im Ernst: Diese ganzen "ich-muss-nix-mehr-selber-machen-Wundermaschienen" verstehe ich sowieso nicht. Ist der Spaß an dem Hobby nicht, dass ich es selber mache?

Oder halt Moment: Ist das Ding vielleicht eine Startermaschine? Knopf drücken und ein paar Tage später ist der Starter fertig. Damit könnte ich noch eben so leben.

Grüße, Felix
Setup: 3,5kw Caso-Induktionsplatte, 36l Brewferm-Topf, 38l Schengler-Thermoport mit Läuterhexe, Kühlspirale, Themperaturgesteuerte Gärkammer.

Die Brausportgruppe e.V. Rhein-Main

Bild

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#11

Beitrag von cma410 » Freitag 19. Oktober 2018, 13:11

Also wenn die Erläuterungen auf Kickstarter und Steamhops nicht allesamt erstunken und erlogen sind, dann hat sich da wirklich jemand etwas überlegt und viel Hirnschmalz und Herzblut investiert. Der Nerd in mir anerkennt die umfassende Lösung der technologischen Problemstellung.

Der Brauer in mir fragt sich allerdings "wtf are they doing?". Hier wird ein "Problem" gelöst, das jemand, der sich zu Recht Hobbybrauer nennt überhaupt nicht hat! Wenn ich nur 5 Minuten Zeit für mein "Hobby" habe, dann gehe ich ins Wirtshaus saufen oder kaufe mir die erwähnte Kiste Bier.

Oder vielleicht ist die Zielgruppe ja der Bobo, der sich das Ding in die auch zum Kochen nicht benutzte Designerküche stellt und übers Brauen (und Kochen) eh nur reden will.

Bottomline: auch als Nerd brauche ich nicht jeden Schas, den ich per iPhone steuern kann :Mad2

Grüße aus Wien :Drink
Christoph

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matschie
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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#12

Beitrag von matschie » Freitag 19. Oktober 2018, 13:24

Ich stimme dir voll und ganz zu, bis auf:
cma410 hat geschrieben:
Freitag 19. Oktober 2018, 13:11
Bottomline: auch als Nerd brauche ich nicht jeden Schas, den ich per iPhone steuern kann :Mad2
Der richtige Nerd baut sich seinen WLAN-Steuerbaren "Schas" selber :P
GGM Induktionskochfeld via Serielle Schnittstelle über CBPi per Serielle Kommunikation oder drahtlos über MQTT angesteuert: Link
MQTT Device für CBPi: Link
Vorstellung meiner Anlage: Klick
GitHub: https://github.com/matschie1

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Re: BeerMkr bei Kickstarter

#13

Beitrag von Bierjunge » Freitag 19. Oktober 2018, 14:02

docpsycho hat geschrieben:
Freitag 19. Oktober 2018, 10:42
Oder halt Moment: Ist das Ding vielleicht eine Startermaschine? Knopf drücken und ein paar Tage später ist der Starter fertig.
Schöner Gedanke!
Im Ernst: Wenn er nicht so teuer wäre, hätte ich mir genau dafür schon längst den 10-Liter-Braumeister gekauft. Eigentlich perfekt, um ein paar Tag vor dem "richtigen" Brauen ohne viel Zutun 10 Liter Propagationswürze zu machen.

Aber auch das scheidet bei dem BeerMkr meiner Meinung nach aus: Gerade beim Propagieren sollte Keimarmut oberstes Gebot sein (Uli autoklaviert ja seine Propagationswürze sogar). Da wäre mir komplett ungekochte Würze viel zu unsicher.

Moritz

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