Mein Einstieg

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Re: Mein Einstieg

#51

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Donnerstag 7. November 2019, 10:49

Simstex hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 16:40
Hmm, anfänglich würde ich generell nicht konditionieren. Mir erschließt sich der Aufwand nicht: für 2 % mehr Ausbeute ist mir das zu viel Aufwand.
Grosser Aufwand ist das ja nicht. In der einen Hand Drucksprüher und mit der anderen Hand das Malz durchrühren. Und es ist ja nicht nur die höhere Ausbeute, sondern auch geringeres Risiko für eine Läuter-Katastrophe.
Aber ehrlich gesagt: das ist schnell ausprobiert. einfach 100 g davon zu viel bestellen und mal konditioniert schroten ;)
Dazu benötigt man aber erst genügend Erfahrung, um das Schrotbild beurteilen zu können. :redhead

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Re: Mein Einstieg

#52

Beitrag von Pivnice » Samstag 9. November 2019, 16:10

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Donnerstag 7. November 2019, 10:40
Heute habe ich Osmosewasser für den ersten Brautag bereitet.
Kann es sein dass das "kleinere" Na-Atom leichter durch die Membrane durchkommt als die etwas grösseren Ca und Mg Atome?
Nein - ist nicht so - es geht um Ionen siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ionenradius
Viel wichtiger wäre die korrekte Inbetriebnahme deines Geräts:
· Wasserhahn vollständig öffnen. Anlage 2-3 Stunden laufen lassen, um das in der Membran enthaltene
Konservierungsmittel zu entfernen. Osmosewasser während dieser Zeit in den Abfluss leiten, NICHT verwenden.
Hubert
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Re: Mein Einstieg

#53

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 11. November 2019, 13:08

Gestern war Brautag. Es sollte ein SNPA werden :thumbsup

Alles in Allem reichlich chaotisch :puzz

Eigentlich hatte ich vor, eine bebilderte Doku zu machen. In diesem Chaos konnte ich allerdings nur einige wenige Fotos machen. :redhead Diese muss ich auch erst noch sichten/aufbereiten.

Das erste grössere Problem war, dass der Einkocher (29 Liter) zu klein war. Bei 27.5 Litern habe ich mit dem Läutern aufgehört, da ja noch Platz fürs Kochen verbleiben muss. Das hatte aber noch 13.8 Brix anstatt der angepeilten 11.8 :Shocked. So habe ich etwa 10 Liter mit etwa 8 Brix in den Ausguss gekippt, weil in den Einkocher nix mehr hinein passte. :crying Der Nachguss kam immer noch mit 6 Brix gelaufen.

Nach dem Kochen hatte ich noch 22.7 Liter mit 16.5 Brix. Im Gärfass sind es nun 21.7 Liter. Das wird wohl ein etwas stärkeres SNPA :puzz Sollte ich vielleicht noch etwas abgekochtes Wasser dazu kippen, um die Stammwürze ein klein wenig in die Richtung zu ziehen, die vom Rezept vorgegeben ist? Dann riskiere ich aber, dass mir das Gärfass überläuft... :Waa

Beim Kochen kam es natürlich so wie es kommen musste: die Brühe ist mir mehrfach übergekocht, mit fliegendem FI, und was sonst noch so alles dazu gehört.

Die Hefe hatte ich nach allen Regeln der Kunst rehydriert. Und heute früh fällt mir ein, dass ich vergessen hatte nach dem Zufügen umzurühren. :Mad2

Die Aktion hat insgesamt fast 12 Stunden benötigt, und heute steht noch einiges an Aufräumerei an. In dieser Beziehung gibt es offensichtlich noch viel Verbesserungspotential.
:Drink

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Re: Mein Einstieg

#54

Beitrag von gulp » Montag 11. November 2019, 13:28

Die Aktion hat insgesamt fast 12 Stunden benötigt, und heute steht noch einiges an Aufräumerei an. In dieser Beziehung gibt es offensichtlich noch viel Verbesserungspotential.
:Drink
Na immerhin hast du endlich mal angefangen. Der Rest ergibt sich schon. Verdünnungswasser muss man nicht abkochen. Einfach aus dem Wasserhahn nehmen.

Gruß
Peter
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Re: Mein Einstieg

#55

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 11. November 2019, 14:21

Ist das frisch angesetzte Gärfass denn nicht anfällig für Infektionen?

Oder kann man auch noch verdünnen, wenn die Gärung so weit fortgeschritten ist, dass keine Infektionsgefahr mehr besteht?

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Re: Mein Einstieg

#56

Beitrag von Pivnice » Montag 11. November 2019, 15:04

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 13:08
Das erste grössere Problem war, dass der Einkocher (29 Liter) zu klein war.
Im Gärfass sind es nun 21.7 Liter. Dann riskiere ich aber, dass mir das Gärfass überläuft... :Waa
Ja endlich hast du gebraut
- Hast du die Malzschüttung aus dem SNPA-Rezept auf die Volumina deiner Brauanlage angepasst ? Dimensionierung damit : https://braumagazin.de/wp-content/uploa ... erung.xlsx
Parameter:
Schüttung kg
Einmaischverhältnis 4 L/kg -> das Schrot / Wasserverhältnis kannst du nach Wunsch anpassen
Anschwänzverhältnis 3 L/kg -> Gesamtwassermenge anpassbar zwischen ungefähr 7 bis 8 L/kg
Ausbeute %

siehe auch: Berechnungen zur Herstellung eines Kleinsudes
http://www.bierbrauerei.net/Technikum/b ... nungen.pdf
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Re: Mein Einstieg

#57

Beitrag von Adrian S » Montag 11. November 2019, 17:52

Kennst du schon den kleinen Brauhelfer? Ist für den Einstieg super zum Rezepte auf die eigene Anlage zu übertragen.
Grüsse
Adrian

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Re: Mein Einstieg

#58

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 11. November 2019, 19:43

Naja, ich bin halt nach Rezept vorgegangen. Da ich noch keine Erfahrungwerte bezüglich SHA habe, habe ich die 55% aus dem Rezept einfach belassen.

Die im Rezept vorgegebene Ausschlagmenge von 25 Litern kam mir passend vor für meinen Gäreimer mit 30 Litern.

Nun habe ich also 21.5 Liter mit 16.5 Brix. Das wären laut diesem Rechner 15.87 Plato. Damit wäre das Endergebnis wohl schon nahe bei zweistelligen vol% :Shocked

Laut Rezept hätte die Ausschlagmenge 25 Liter sein sollen. Gehe ich recht in der Annahme, dass ich etwa 3.5 Liter dazugeben müsste um in die Gegend der Ziel-Stammwürze von 13.1 Plato zu kommen?

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Re: Mein Einstieg

#59

Beitrag von Braufex » Montag 11. November 2019, 20:05

Einfache 3-Satz-Rechnung, vorausgesetzt die 21,5 Liter/15,9°P passen:

21,5 Liter / 13,1°P * 15,9°P = 26,1 Liter wenn Du auf 13,1°P kommen willst, also + 4,6 Liter

15,9°P / 25 Liter * 21,5 Liter = 13,6°P, wenn Du 25 Liter Würze möchtest

Gruß Erwin

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Re: Mein Einstieg

#60

Beitrag von Pivnice » Montag 11. November 2019, 20:40

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 19:43
Naja, ich bin halt nach Rezept vorgegangen.
Was fällt auf ?
Pfanne voll 36 Liter
Aber der Einkocher 29 Liter ist zu klein
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Re: Mein Einstieg

#61

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 11. November 2019, 21:39

Aber wieso gehst Du jetzt von 68% SHA aus? Ich hatte ja die im Rezept angegebenen 55% angenommen. Und der Nachguss wäre ja beendet, wenn die Ziel-Stammwürze von 13.1°P erreicht ist. Das wäre laut dieser Tabelle nach 10 Nachguss-Litern erreicht, was einem Anschwänzverhältnis von 1,7 entsprechen würde.

Gebe ich MMuM 68% ein, dann wird eine Schüttung von 4,8kg vorgeschlgen, was vermutlich deutlich besser gepasst hätte...

Im Moment schnurrt die Gärung wie ein Ford Mustang im Leerlauf :Pulpfiction Ich nehme an das ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, Verdünnungswasser nachzukippen?

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Re: Mein Einstieg

#62

Beitrag von Pivnice » Montag 11. November 2019, 22:35

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 21:39
Aber wieso gehst Du jetzt von 68% SHA aus?
Die SHA ist erstmal schnurzegal, es geht um die Dimensionierung- du solltest Rezepte auf das Volumen deiner Gerätschaften anpassen - der Engpass war dein übervoller Einkocher.
Das (übrigens anpassbare) SNPA Rezept gibt an 24 HG und 18 NG - damit landest du mit 6 kg Malz bei 36 Liter Pfannevoll bzw- nach Kochen (Verdunstung 10%) bei 32,4 L. weiter gehts hier: https://braumagazin.de/article/klassengesellschaft/ Hol dir das xls aus dem braumagazin und spiel mal rum damit.
Kipp jetzt einfach Wasser der gleichen Temperatur in das Gärgefäss - fertig.
Hubert
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Re: Mein Einstieg

#63

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 11. November 2019, 22:50

Braufex hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 20:05
Einfache 3-Satz-Rechnung, vorausgesetzt die 21,5 Liter/15,9°P passen:

21,5 Liter / 13,1°P * 15,9°P = 26,1 Liter wenn Du auf 13,1°P kommen willst, also + 4,6 Liter

15,9°P / 25 Liter * 21,5 Liter = 13,6°P, wenn Du 25 Liter Würze möchtest
Kann ich das einfach so dazu geben ohne abzukochen wie oben geschrieben?

Gärung ist bereits im Gange, aber das frische Wasser würde ja auch wieder Sauerstoff einbringen...

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Re: Mein Einstieg

#64

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 11. November 2019, 23:19

Pivnice hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 22:35
DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 21:39
Aber wieso gehst Du jetzt von 68% SHA aus?
Die SHA ist erstmal schnurzegal, es geht um die Dimensionierung- du solltest Rezepte auf das Volumen deiner Gerätschaften anpassen - der Engpass war dein übervoller Einkocher.
Da stehe ich irgendwie auf dem Schaluch. Das Volumen der Gerätschaften hängt doch auch von der SHA ab? Mit einer SHA von 55% (wie das Rezept annimmt) hätte der Einkocher gerade so ausgereicht, oder nicht?
Das (übrigens anpassbare) SNPA Rezept gibt an 24 HG und 18 NG - damit landest du mit 6 kg Malz bei 36 Liter Pfannevoll bzw- nach Kochen (Verdunstung 10%) bei 32,4 L.
Ich hatte das so verstanden, dass im NG bereits Reserve eingerechnet ist. Man hört dann auf, sobald die Ziel-Stammwürze erreicht ist. Hat man eine gute SHA, benötigt man das ganze NG- wasser. Bei einer schlechteren SHA würde man eben entsprechend weniger Wasser benötigen.
Kipp jetzt einfach Wasser der gleichen Temperatur in das Gärgefäss - fertig.
Erledigt. Aufgefüllt auf 26 Liter. (Sorry, mein vorgehender Beitrag hatte sich mit Deinem überschnitten.)

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Re: Mein Einstieg

#65

Beitrag von Pivnice » Montag 11. November 2019, 23:26

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 23:19
Da stehe ich irgendwie auf dem Schaluch.
Ja so ist es
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Re: Mein Einstieg

#66

Beitrag von Pivnice » Dienstag 12. November 2019, 09:12

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 23:19
Das Volumen der Gerätschaften hängt doch auch von der SHA ab?
Nein - der Hobbybrauer möchte seine vorhandene Brauanlage und die eingesetzten Rohstoffe geschickt nutzen. Also wird er danach trachten, die mit seiner Anlage, seinen Verfahren und Rezepten realisierbare SHA herauszufinden. Dir wurde von Adrian der kleine Brauhelfer empfohlen. Im KBH kannst du Parameter für deine Anlage einstellen -> https://www.joerum.de/kleiner-brauhelfe ... usruestung. Die Annahme liegt nahe, daß du bei deinem ersten Sud auf jeden Fall gut über 55% Ausbeute gelegen bist.
Hubert
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Re: Mein Einstieg

#67

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Dienstag 12. November 2019, 10:43

Pivnice hat geschrieben:
Dienstag 12. November 2019, 09:12
Dir wurde von Adrian der kleine Brauhelfer empfohlen.
Den habe ich bereits auf die Todo-Liste gestellt. :Angel

Zur Zeit setze ich die Priorität aber darauf zu verstehen, was ich beim ersten Sud so verbrochen habe und was ich jetzt auf die Schnelle tun muss/kann, um das noch halbwegs geradezubiegen. :puzz
Die Annahme liegt nahe, daß du bei deinem ersten Sud auf jeden Fall gut über 55% Ausbeute gelegen bist.
mit Refraktometer hatte ich ja 16.5 Brix gemessen, was 15,9 Plato entspricht. Nach dem Kochen hatte ich 22.7 Liter. Mit dem Korrekturfaktor von 0.96 ergibt sich die SHA dann 15.9*22.7*0.96/6. Das wären dann 57.7%.

Soo weit oberhalb der 55% ist das nun auch wieder nicht, als dass ich eine um 20% höhere Stammwürze erwartet hätte...

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Re: Mein Einstieg

#68

Beitrag von Pivnice » Dienstag 12. November 2019, 11:05

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 11. November 2019, 13:08
So habe ich etwa 10 Liter in den Ausguss gekippt, weil in den Einkocher nix mehr hinein passte.
Der ausgekippte Extrakt fehlt in deiner Berechnung
Hubert
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Re: Mein Einstieg

#69

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Dienstag 12. November 2019, 12:40

:Waa :Waa :Waa

Der ausgekippte Extrakt hat aber doch nicht den Ausschlag erhöht?

Das Zeug ist doch weg. Verloren. Das kann man doch nicht zur Ausbeute (also was hinten rauskommt) dazurechnen?

Das wäre doch nichts anderes als wenn ich früher mit den Nachgüssen aufgehört hätte. Dann hätte ich den verbliebenen Extrakt nicht in den Ausguss sondern mit den Trebern weggeworfen..

:Waa :Waa :Waa

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Re: Mein Einstieg

#70

Beitrag von ubu » Dienstag 12. November 2019, 15:55

Wir pressen im Herbst immer Äpfel bei der Kelteranlage unseres Gartenbauvereins.

Die Ausbeute liegt in etwa bei 0,75 Liter pro Kilo Äpfel Also eine KHA (KelterHausAusbeute) von 75%.
Ich gehe jetzt mit 1000 Kg Äpfel und einem 500 Liter Fass zu der Kellteranlage.

Die Kelteranlage produziert jetzt 750 Liter, vonn denen ich 500 Liter abfüllen kann, die restlichen 250 Liter laufen in den Gully.

Hat die Kelteranlage des Gartenbauvereins jetzt eine KHA von nur 50%, bloß weil ich nicht genügend Fässer dabeihatte?
Zuletzt geändert von ubu am Dienstag 12. November 2019, 16:28, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Uwe

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Re: Mein Einstieg

#71

Beitrag von Pivnice » Dienstag 12. November 2019, 16:03

Noch ein Erklärungsversuch: Du hättest die Sudhausausbeute auf deiner Anlage bei deinem ersten Sud, wenn deine Pfanne das passende Volumen gehabt hätte, ganz einfach bestimmen können. Mir ist durchaus klar, welche konkrete Ausbeute du mit 10 verlorenen extrakthaltigen Litern bei deinem ersten Brauversuch aus der Vorderwürze und aus einer Teilmenge der Nachgüsse erreicht hast.
Anhand des Parameters SHA (hobbymäßig schafft man schon rund 65%), gewünschter Stammwürze und dem für deine Anlage passenden Gesamtvolumen Wasser kannst du dann für den zweiten Sud die korrekte Schüttung berechnen. Du hast ja das SNPA-Rezept ohne Nachdenken übernommen. Man zäumt das Pferd von vorne auf. Nicht wie du von hinten.
Hubert
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Re: Mein Einstieg

#72

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Dienstag 12. November 2019, 18:15

ubu hat geschrieben:
Dienstag 12. November 2019, 15:55
Die Kelteranlage produziert jetzt 750 Liter, vonn denen ich 500 Liter abfüllen kann, die restlichen 250 Liter laufen in den Gully.
So herum betrachtet macht es tatsächlich Sinn, das weggeschüttete zu berücksichtigen. :Ahh

Dummerweise hatte ich weder das Volumen gemessen (das oben war nur eine grobe Schätzung) noch weiss ich, welchen Gehalt das Gemisch gehabt hätte. Für den nächsten Sud kann ich wohl wieder nur Schätzwerte nehmen.

Pivnice hat geschrieben:
Dienstag 12. November 2019, 16:03
Anhand des Parameters SHA (hobbymäßig schafft man schon rund 65%), gewünschter Stammwürze und dem für deine Anlage passenden Gesamtvolumen Wasser kannst du dann für den zweiten Sud die korrekte Schüttung berechnen.
Da werde ich wohl einen deutlich höheren SHA annehmen müssen. :redhead

Du hast ja das SNPA-Rezept ohne Nachdenken übernommen. Man zäumt das Pferd von vorne auf. Nicht wie du von hinten.
Ganz ohne Nachdenken habe ich das Rezept nicht übernommen. Mein Gedankengang war, dass ich als Anfänger eine eher schlechtere SHA haben würde als der Ersteller des Rezeptes. Auf die Idee dass der Topf zu klein sein würde wenn die SHA wider erwarten höher wäre bin ich gar nicht gekommen.
:Drink

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Re: Mein Einstieg

#73

Beitrag von Adrian S » Dienstag 12. November 2019, 19:28

Gehe lieber von einer zu hohen SHA aus. Nimm als Berechnungsgrundlage 65% SHA und taste dich da ran.
Als Verdampfungsziffer kann bei einem normalen Einkocher von 9-10% ausgegangen werden.
Grüsse
Adrian

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Re: Mein Einstieg

#74

Beitrag von Pivnice » Dienstag 12. November 2019, 21:52

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Dienstag 12. November 2019, 18:15
Auf die Idee dass der Topf zu klein sein würde wenn die SHA wider erwarten höher wäre bin ich gar nicht gekommen.
Du hast es IMMER NOCH NICHT ERFASST....
Du willst doch nicht eine variable Größe deiner Sudpfanne alias Einkocher in Abhängigkeit von der Ausbeute einer vorgegebenen Malzmenge haben - eine sehr merkwürdige Idee.

Ziel: SNPA-Rezept von MMum brauen unter Ausnutzung deines Einkochers mit 27 Liter Pfannevoll mit Annahme von 65% SHA.
Rechenaufgabe: Schüttung in kg und Gesamtwassermenge ausrechnen wenn man 13,1 Stammwürze nach Kochen (10% Verdampfung) erreichen will
Werkzeug: Geraete-Dimensionierung.xlsx
Das Einmaisch / Anschwänzverhältnis lässt sich natürlich noch etwas variieren
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Re: Mein Einstieg

#75

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Mittwoch 13. November 2019, 07:52

Pivnice hat geschrieben:
Dienstag 12. November 2019, 21:52
Du willst doch nicht eine variable Größe deiner Sudpfanne alias Einkocher in Abhängigkeit von der Ausbeute einer vorgegebenen Malzmenge haben - eine sehr merkwürdige Idee.
Nein, das will ich nicht.

Genau deswegen gebe ich ja auch bei MMuM 24 Liter Ausschlagwürze ein. Das macht 27 Liter, wenn ich von 10% Verdunstung ausgehe. Diese sollten eigentlich in den Einkocher passen.

Gebe ich bei MMuM weiterhin 65% SHA ein, dann bekomme ich eben auch die 4.88kg Schüttung, die Du in das Geraete-Dimensionierung-2.xlsx eingegeben hast.

Die SHA muss ich sowohl bei MMuM als auch in der Geraete-Dimensionierungs-Tabelle schätzen.

Die Schüttung berechnet MMuM für mich, während ich bei der Geraete-Dimensionierungs-Tabelle raten muss.

Woher ich die Werte "Einmaischverhältnis" und "Anschwänzelverhältnis" für die Geraete-Dimensionierungs-Tabelle erraten soll ist mir nicht klar.

Um diese Tabelle zu nutzen muss ich also alle vier Eingabewerte raten.

Wieso das besser sein soll als nur einen Wert für MMuM zu raten ist mir schleierhaft.

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Re: Mein Einstieg

#76

Beitrag von Pivnice » Mittwoch 13. November 2019, 08:10

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Mittwoch 13. November 2019, 07:52
Woher ich die Werte "Einmaischverhältnis" und "Anschwänzelverhältnis" für die Geraete-Dimensionierungs-Tabelle erraten soll ist mir nicht klar.
Da hast du Recht ! Wenn man es ganz genau nähme, dann sollte man den Dunning-Kruger-Effekt auch noch mitberechnen.
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Re: Mein Einstieg

#77

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Donnerstag 14. November 2019, 12:23

Genau.

Dieser Effekt muss wohl besonders ausgeprägt sein bei jemandem, der sich selbst die Erfahrung und die Kenntnis abspricht, die erforderlichen Eingabewerte sinnvoll zu ermitteln.
:Ahh

Aber wenn Du meinst, wird es wohl so sein...
:Drink

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Re: Mein Einstieg

#78

Beitrag von Roger » Donnerstag 14. November 2019, 13:03

Kleiner Tipp:
brau 3-4x das selbe Rezept, dass schon für einen Einkocher bereitsteht ohne, dass Du etwas ändern musst. So kannst Du etwas üben, ohne von allzu vielen Sachen abgelenkt zu werden. Wenn Du dann die Ergebnisse miteinander vergleichst, kannst Du Deine SHA ermitteln und kriegst gleich noch ein wenig Übung im Handling mit den Utensilien.
Du machst Dir einfach zu viele Gedanken... klar, kopflos ist auch nicht das Wahre... der Mittelweg wäre es :Grübel

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Re: Mein Einstieg

#79

Beitrag von Adrian S » Donnerstag 14. November 2019, 17:46

Du kannst mir eine PM schreiben.
Zeig deine Brauausrüstung, die Rezepte die du machen willst und dann schauen wir uns dass mal zusammen an und machen ein Rezept auf dich angepasst.
Grüsse
Adrian

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Re: Mein Einstieg

#80

Beitrag von Adrian S » Donnerstag 14. November 2019, 22:05

Zur Information:

Gewissermassen gehen wir bei der eigenen Anlage recht simpel vor.

Dein grösster Topf (in deinem Fall der Einkocher) bestimmt die Würzmenge. 15-20% sind schonmal als Steigraum gegen überlaufen einzuplanen, dies ist dann deine Pfannevollwürzmenge. Dann müssen wir auch die Verdampfungsrate miteinbeziehen, diese ist bei Einkochern um die 10%. Also: Pfannevollwürze - verdampfter Wasserbestandteil ergibt deine Ausschlagwürze. Aber Ausschlagwürze ist nicht gleich Biermenge in der Flasche, denn beim abseihen und der Gärung hast du auch nochmal einen gewissen Anteil, etwa 10% Verlust.

Edit: Wenn diese Kapazitäten recht knapp bemessen ist, dann eignet sich z.B.: High Gravity an.


Hier ein Beispiel:

Ich möchte gerne 30L Ausschlagwürze mit einer Stw. von 12°P. Mein Einkocher Fasst aber nur 29Liter, das sind mit Steigraum und Verdampfungsrate aber nur ~22Liter Ausschlag. Also Maischt man um eine hohe Stw. zu bekommen um dann später zu verdünnen.
1°P = 10g Saccarose / 1Liter
Die gewünsten 30L Ausschlag müssten also einen Zuckergehalt von 3600Gramm (120g*30L) Zucker haben. Wenn ich aber nur ca. 22 Liter Ausschlag machen kann, sollten diese eine Konzentration von 16.4°P haben (nach dem Kochen!).
Also muss ich vor dem Kochen eine Würze mit 14.6°P haben.

Edit 2:
Mittels Mischkreuz kann man dann den Anteil für das Verdünnen aus die Zielstammwürze berechnen, in obrigem Beispiel wären dies 8Liter Wasser um von 16.4P auf 12°P zu kommen.
Grüsse
Adrian

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Re: Mein Einstieg

#81

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Freitag 15. November 2019, 13:00

Roger hat geschrieben:
Donnerstag 14. November 2019, 13:03
brau 3-4x das selbe Rezept, dass schon für einen Einkocher bereitsteht ohne, dass Du etwas ändern musst. So kannst Du etwas üben, ohne von allzu vielen Sachen abgelenkt zu werden. Wenn Du dann die Ergebnisse miteinander vergleichst, kannst Du Deine SHA ermitteln und kriegst gleich noch ein wenig Übung im Handling mit den Utensilien.
Ja, das hatte ich auch vor. Zumal auch noch einige andere Sachen schiefgelaufen sind, von denen ich hier (noch) nichts berichtet habe. Dass die Aktion ein wenig chaotisch ablief hatte ich ja schon erwähnt :Greets

Du machst Dir einfach zu viele Gedanken... klar, kopflos ist auch nicht das Wahre... der Mittelweg wäre es :Grübel
Ich versuche halt die Zusammenhänge zu verstehen. Denn nur wenn ich verstanden habe was flasch gelaufen ist, kann ich es beim nächsten mal besser machen. :Angel.

Adrian S hat geschrieben:
Donnerstag 14. November 2019, 22:05
Dein grösster Topf (in deinem Fall der Einkocher) bestimmt die Würzmenge. 15-20% sind schonmal als Steigraum gegen überlaufen einzuplanen, dies ist dann deine Pfannevollwürzmenge.
Doch so viel? Das wären ja nur 23 Liter? :Grübel

Kein Wunder, dass mir das Ding mit 27.5 Litern übergelaufen ist. :redhead Wobei der springende Punkt eigentlich nur der Eiweissbruch war und ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht aufgepasst hatte, da ich mit dem Aufbau des Kühlers beschäftigt war. Drucksprüher mit kaltem Wasser stand bereit, kam aber nicht zum Einsatz. :puzz

Nachdem der Eiweissbruch durch war, war das wallende Kochen kein Problem mehr. Auch die Hopfengaben hatten (entgegen meiner Befürchtung) keinen weiteren Schaum mehr gebildet.

Der Artikel aus dem Braumagazin geht von nur 8% aus (Pfannevoll=24, Pfannenvolumen=25.9).

Mit 8% wäre bei mir Pfannevoll bei 26.7 Litern. Und ich hatte mit den 27.5 Litern durchaus das Gefühl dass es gepasst hätte wenn ich mich nicht so dusselig angestellt hätte.

Edit: Wenn diese Kapazitäten recht knapp bemessen ist, dann eignet sich z.B.: High Gravity an.
Wenn ich das richtig sehe, dann habe ich also (ohne es zu wissen) High Gravity gemacht...
:Drink

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Re: Mein Einstieg

#82

Beitrag von Adrian S » Freitag 15. November 2019, 17:55

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Freitag 15. November 2019, 13:00
Wenn ich das richtig sehe, dann habe ich also (ohne es zu wissen) High Gravity gemacht...
So in etwa. Wenn man mit einer geringen Sha. rechnet braucht man mehr Malz, wenn dann mehr Zucker gelöst wird hat man sich verrechnet und kann immer noch verdünnen. Daher geh von einer normalen SHA von 65% aus und taste dich ran was deine Anlsge hergibt.
Grüsse
Adrian

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Re: Mein Einstieg

#83

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Freitag 15. November 2019, 23:46

Die so entnommene Schnellvergärprobe ist seit Dienstag ruhig und die Hefe hat sich abgesetzt. Auch der Gärbottich ist seit Mittwoch ruhig. Habe ihn gestern wärmer gestellt, es tut sich aber trotzdem nichts.

Laut Trockenhefeliste kann die US05 durchaus nach drei Tagen fertig sein wenn sie warm steht. Ist also nicht ganz unplausibel.

Also habe ich die SVG-Probe gemessen: 9.1%Brix. Ich hatte die Probe aber noch vor dem Verdünnen gnommen, so dass sie eine Stammwürze von 16.5%Brix hatte.

Mit dem HuM-Rechner hätte diese Probe nun folgende Werte:
4.4°P scheinbarer Restextrakt
6.5% tatsächlicher Restextrakt
73% scheinbarer Endvergärungsgrad
6.4vol%

Im Datenblatt der Hefe finde ich keine Angaben zum EVG. Laut Trockenhefeliste sollten es aber 77% bis 79% sein. Das muss wohl noch ein wenig stehen...

Dummerweise hatte ich die Probe noch vor dem Verdünnen gezogen. Also sagen die Werte dieser Probe nichts über den Zustand des Gärbottichs aus. Kann man das evtl irgendwie zurechtrechnen?

Ich denke ich werde am Sonntag einen ersten Blick in den Gärbottich riskieren und eine erste Messung vornehmen.

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Re: Mein Einstieg

#84

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Samstag 16. November 2019, 08:32

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Freitag 15. November 2019, 23:46
73% scheinbarer Endvergärungsgrad
[ ... ]
Im Datenblatt der Hefe finde ich keine Angaben zum EVG. Laut Trockenhefeliste sollten es aber 77% bis 79% sein.
Ich denke ich habe eine Erklärung für diese Diskrepanz. (Hatte ich schon erwähnt, dass es etwas chaotisch zuging?)

Während der Rast hatte ich vergessen zu rühren. Dadurch hatten sich die Spelzen abgesetzt und eine Dämmschicht gegenüber der Heizung gebildet. Zum Glück hatte ich die Heizung auf etwa 100W gedrosselt, so dass zumindest nichts angebrannt ist. Eine deutliche Temperaturschichtung hatte sich beim Nachheizen aber dennoch eingestellt. Es ist also anzunehmen, dass die Zuckerzusammensetzung nicht so ist wie sie sein sollte und mehr unvergärbare Zucker entstanden sind.

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Re: Mein Einstieg

#85

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 18. November 2019, 08:06

Nachdem sich bei der Schnellvergärprobe nun seit vier Tagen nix mehr tut (immer noch 9.2%Brix) habe ich einen ersten Blick in das Gärfass geworfen:
IMG_20191117_195203222_BURST001.jpg

Muss ich den Schaum als "Gärung noch im Gange" interpretieren? Oder ist es normal, dass der Schaum auch nach beendeter Gärung verbleibt?

Eine Probe hat 7.5%Brix ergeben. Bei einer Stammwürze von 13.5%Brix (=13.1°Plato, dieser Wert war aber nicht gemessen sondern nur errechnet well nachträglich verdünnt) komme ich auf folgende Werte:

13.1°P (=13.5%Brix) Stammwürze
3.6°P scheinbarer Restextrakt
5.3% tatsächlicher Restextrakt
72% scheinbarer Endvergärungsgrad
5.1%vol Alkohol

im Vergleich dazu noch einmal die Werte der Schnellvergärprobe:

15.9°P (= 16.5%Brix) Stammwürze
4.4°P scheinbarer Restextrakt
6.5% tatsächlicher Restextrakt
73% scheinbarer Endvergärungsgrad
6.4vol%

Interessant ist, dass der scheinbare Endvergärungsgrad fast identisch ist. Im Rahmen der Messgenauigkeit würde ich sogar behaupten, der Wert ist identisch.

Würde das auf das Ende der Hauptgärung hinweisen?

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Re: Mein Einstieg

#86

Beitrag von guenter » Montag 18. November 2019, 18:42

Faustformel: wenn sich innerhalb von 3 Tagen der Brix-Wert nicht ändert und der erwartete Wert der scheinbaren Endvergärung (in etwa) erreicht ist, sollte die Gärung durch sein.
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Re: Mein Einstieg

#87

Beitrag von Braufex » Montag 18. November 2019, 19:42

Am 10.11. hast Du gebraut, das sind jetzt 8 Tage.
Ich würde noch bis Freitag stehen lassen, dann nochmal messen.
Falls sich nichts mehr verändert hat, würde ich abfüllen.
Das wären dann 12 Tage, schaden tut es nicht, soweit Du den Deckel zu lässt.
Zumal Du noch immer leichte Schauminseln auf dem Jungbier hast.
Oder hast Du die Temperatur erhöht, was zu Ausgasung von CO2 führt?

Gruß Erwin

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Re: Mein Einstieg

#88

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Montag 18. November 2019, 20:21

Ich hatte etwas wärmer gestellt, weil es mir spanisch vorkam, dass das Blubbern schon nach drei Tagen aufgehört hat.

Mit dem Abfüllen werde ich sowieso noch warten müssen, da ich den Dosierlöffel noch nicht bestellt habe. Cascade für den nächsten Brautag ist bei HuM derzeit nicht lieferbar, und ich wollte keine zwei separate Bestellungen aufgeben.

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Re: Mein Einstieg

#89

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Donnerstag 21. November 2019, 23:29

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 18. November 2019, 08:06
Nachdem sich bei der Schnellvergärprobe nun seit vier Tagen nix mehr tut (immer noch 9.2%Brix) habe ich einen ersten Blick in das Gärfass geworfen:
[...]
Muss ich den Schaum als "Gärung noch im Gange" interpretieren? Oder ist es normal, dass der Schaum auch nach beendeter Gärung verbleibt?

Eine Probe hat 7.5%Brix ergeben. Bei einer Stammwürze von 13.5%Brix (=13.1°Plato, dieser Wert war aber nicht gemessen sondern nur errechnet well nachträglich verdünnt) komme ich auf folgende Werte:
Heute sind es 8%Brix. Vor 6 Tagen waren es noch 7.5%. Der Restextrakt ist also eher gestiegen?!?

Immer noch Schaum, wenn auch weniger als vor 6 Tagen. :Waa

Ich denke es ist Zeit zum Abfüllen. Das bestellte Flaschenmanometer ist aber noch nicht gekommen.

Habe den Rest aus der Pipette probiert: das macht echt Hoffnung :Drink :Drink :Drink

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Re: Mein Einstieg

#90

Beitrag von afri » Freitag 22. November 2019, 12:35

Kann ein Temperaturfehler sein. Ich habe mir angewöhnt, das Glas nach jeder Messung abzuspülen, noch feucht die Klappe zu schließen und Null zu kontrollieren. Oftmals ist die Linie dann nicht bei Null und ich messe erneut, bis es passt.

Oder hast du Hopfen gestopft? Ich hatte das schon öfter, dass nach der Hopfengabe der Restextrakt stieg, ebenfalls so um 0,5°B.
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Re: Mein Einstieg

#91

Beitrag von Matthias H » Freitag 22. November 2019, 14:38

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Donnerstag 21. November 2019, 23:29
...

Ich denke es ist Zeit zum Abfüllen. ...
Gegen diesen Gedanken ist jeder wohlwollende Ratgeber immer wieder machtlos.

Zu den gemessenen Werten, nur zur Info und um sicher zu gehen: Wenn Extraktwerte bei bereits gärenden Jungbieren mit einem Refraktometer gemessen werden, muss natürlich eine Refraktometerkorrektur durchgeführt werden. Alles andere ist unsinnig und führt nur zur weiteren Verwirrung.
Viele Grüße
Matthias H

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Re: Mein Einstieg

#92

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Freitag 22. November 2019, 15:16

afri hat geschrieben:
Freitag 22. November 2019, 12:35
Kann ein Temperaturfehler sein. Ich habe mir angewöhnt, das Glas nach jeder Messung abzuspülen, noch feucht die Klappe zu schließen und Null zu kontrollieren. Oftmals ist die Linie dann nicht bei Null und ich messe erneut, bis es passt.
Temperaturfehler sollte es nicht sein. ich bewahre das Refraktometer direkt auf dem Gäreimer auf.

Aber eine Gegenprobe macht natürlich viel Sinn. Das werde ich mir auch angewöhnen.
Oder hast du Hopfen gestopft? Ich hatte das schon öfter, dass nach der Hopfengabe der Restextrakt stieg, ebenfalls so um 0,5°B.
Nein, die komplizierten Sachen wollte ich mir für später aufheben :Bigsmile

Aber ich habe Whirlpool gemacht (wie im Rezept vorgesehen).
Matthias H hat geschrieben:
Freitag 22. November 2019, 14:38
DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Donnerstag 21. November 2019, 23:29
...

Ich denke es ist Zeit zum Abfüllen. ...
Gegen diesen Gedanken ist jeder wohlwollende Ratgeber immer wieder machtlos.
:Waa

Seit mehr als einer Woche tut sich nichts mehr im Eimer.

Der Restextrakt sinkt nun seit vier Tagen nicht mehr. Wahrscheinlich sogar noch länger.

Laut Faustformel kann abgefüllt werden.

Was spricht dagegen?
Zu den gemessenen Werten, nur zur Info und um sicher zu gehen: Wenn Extraktwerte bei bereits gärenden Jungbieren mit einem Refraktometer gemessen werden, muss natürlich eine Refraktometerkorrektur durchgeführt werden. Alles andere ist unsinnig und führt nur zur weiteren Verwirrung.
Wie ich in #83 geschrieben habe, verwende ich diesen Rechner. Laut Beschreibung führt er eine Refraktometerkorrektur durch. Der gibt laut Terrill-Formel folgende Werte aus:
4.1°P Scheinbarer Restextrakt
67% scheinbarer EVG
4.6%Vol.

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Re: Mein Einstieg

#93

Beitrag von Matthias H » Freitag 22. November 2019, 15:46

DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Freitag 22. November 2019, 15:16
...


Matthias H hat geschrieben:
Freitag 22. November 2019, 14:38
DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Donnerstag 21. November 2019, 23:29
...

Ich denke es ist Zeit zum Abfüllen. ...
Gegen diesen Gedanken ist jeder wohlwollende Ratgeber immer wieder machtlos.
:Waa

Seit mehr als einer Woche tut sich nichts mehr im Eimer.

Der Restextrakt sinkt nun seit vier Tagen nicht mehr. Wahrscheinlich sogar noch länger.

Laut Faustformel kann abgefüllt werden.

Was spricht dagegen?

...
Dagegen spricht, dass vor vier Tagen (siehe Dein Post #85 mit Bild), das Jungbier offensichtlich noch ganz munter gegärt hat.
Soviel zu: "Seit einer Woche tut sich nichts mehr im Eimer"
Viele Grüße
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Re: Mein Einstieg

#94

Beitrag von DerWelcherDurstHat » Freitag 22. November 2019, 18:21

Matthias H hat geschrieben:
Freitag 22. November 2019, 15:46
Dagegen spricht, dass vor vier Tagen (siehe Dein Post #85 mit Bild), das Jungbier offensichtlich noch ganz munter gegärt hat.
Genau diese Frage hatte ich ja in #85 gestellt:
DerWelcherDurstHat hat geschrieben:
Montag 18. November 2019, 08:06
Muss ich den Schaum als "Gärung noch im Gange" interpretieren? Oder ist es normal, dass der Schaum auch nach beendeter Gärung verbleibt?
Da es darauf keine Antworten gab, war meine Schlussfolgerung, dass in erster Linie die Faustformel "wenn Restextrakt 3 Tage lang nicht sinkt" anzuwenden ist. Zumal es auch Antworten in dieser Richtung gab, denen nicht widersprochen wurde.

Die Antwort auf diese Frage ist also "Schauminseln bedeuten dass die Gärung noch im Gange ist"?

Welche Gründe kann es denn noch haben, dass der Restextrakt nicht mehr sinkt obwohl die Gärung noch im Gange ist?

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Re: Mein Einstieg

#95

Beitrag von Pivnice » Freitag 22. November 2019, 19:51

Du hast weiter oben geschrieben: Es ist also anzunehmen, dass die Zuckerzusammensetzung nicht so ist wie sie sein sollte und mehr unvergärbare Zucker entstanden sind. -> Hast du an deinem Chaosbrautag die Jodprobe gemacht ?
- Verwendete Hefemenge: Anzahl Päckchen
- Welche Hefe ? Du hast mal die US-05 erwähnt
- Anstelltemperatur: Temperatur der Würze (nicht: Raum) zum Zeitpunkt der Hefegabe
-- Falls zutreffend: Differenz zwischen Hefetemperatur und Würzetemperatur bei Anstellen (Temperaturschock)
- Aktuelle Raumtemperatur oder bei aktiver Kühlung die Gärtemperatur

So schaut die Hefedecke einer US-05 aus
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ecke+US+05
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 05#p333789

Die Thematik passt hier nicht mehr rein bei Brauanlagen - Vorstellung von Hobbybrauanlagen --> Neuer Thread bitte: Sammle die benötigte Info kurz und knapp nach Anleitung hier: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=7&t=11031
Hubert
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Re: Mein Einstieg

#96

Beitrag von Matthias H » Freitag 22. November 2019, 20:20

Hallo, mal ganz rudimentär:
gleichmäßige Temperaturen und vorausgesetzt, dass keiner im Jungbier rumrührt, tut sich noch was, solange Kohlensäure aufsteigt und Schaum bildet.
Am sichersten ist, Geduld zu haben und ruhig länger zu warten, als nötig. Gerade zur kühleren Jahreszeit.

Danach z.B. mit korrekt berechneter und abgemessener Zuckerdosage abfüllen. Danach!
Die größte Fehlerquelle, neben Ungeduld und unsauberem Arbeiten, sind Mess- und Berechnungsfehler.
Gerade in der Jungbier- und Jungbrauerphase sind Refraktometer m.E. mit Vorsicht zu genießen. Wenn die Stammwürzebestimmung schon unsicher war, ist nämlich auf eine Refraktometermessung kein Verlass.
Also mein Tipp: Geduld. Deckel zu lassen und lieber einige Tage länger warten.
Wenn man sauber gearbeitet hat, machen ein-zwei-drei Wochen, in denen das Jungbier auf der Hefe steht, nichts aus, im Gegenteil. Bewegungen, unnötige Infektionsrisiken und Temperaturschwankungen vermeiden!
Als ich anfing mit der Hobbybrauerei, war es üblich, nach der Hauptgärung vorsichtig in einen Glasballon umzuschlauchen und dann durchaus noch ein paar Wochen zu warten.
Viele Grüße
Matthias H

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