neue Anlage im neuen Braukeller, Ziel: "faul" und rückenschonend brauen

Hier können Braubegeisterte ihre selbstgebastelten Heimbrauanlagen in Bild und "Ton" vorstellen.
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Mjoelnir
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neue Anlage im neuen Braukeller, Ziel: "faul" und rückenschonend brauen

#1

Beitrag von Mjoelnir » Donnerstag 12. März 2020, 21:35

Hallo alle miteinander,

mein letzter Beitrag liegt jetzt schon eine ganze Weile her, genauso wie mein letzter Sud. Dürfte bestimmt ein 3/4 Jahr sein. Masterabschluss und Berufseinstieg haben so ihren Tribut gefordert.

Jetzt wohne ich in einem eigenen Haus mit Keller, in dem ich mir einen Raum als Hobbyraum eingerichtet habe. Natürlich auch fürs Brauen. Bodenabfluss, Wasserzuleitung/Waschbecken und Strom sind vorhanden, also optimale Bedingungen zum Brauen.

Um möglichst "faul" und rückenschonend zu brauen mit meinem Mundschenk XXL habe ich mir eine elektrische Seildwinde an die Decke geschraubt (Tragkraft bis 250 kg). Einziges Problemchen ist, dass die Decken bei mir mit ca. 195 cm ziemlich niedrig sind, passt aber für alles was ich brauche gerade so.
Meinen Coronaklon habe ich mit einem Scheibenwischermotor und einem selbstgebauten Gestell "automatisiert". Ergebnis ist ganz in Ordnung, aber demnächst kommt eine einstellbare Walzenmühle ins Haus.
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Verbaut habe ich hier einen stinknormalen Frontscheibenwischermotor und betrieben wird er mit einem uralten, roten Batterieladegerät. Vorteil hier ist, dass man zwischen 6 und 12 V sowie zwei verschiedenen Stromstärken wechseln kann. Dadurch kann ich 4 Geschwindigkeiten des Motors einstellen.
Zum Malz schroten habe ich die 2. langsamste Geschwindigkeit gewählt. Die 7 kg Malz habe ich in ca. 30-40 Minuten durchgelassen mit der Einstellung. Trotzdem recht viel Mehl. Deswegen demnächst auch die Walzenmühle.

Mein Mundschenk steht auf einer Holzplatte mit eingebohrten Löchern für die Seile zum hochziehen und die Platte steht wiederrum auf einem kleinen Lastenwagen. Nach dem Maischen fahre ich den Malzkorb einfach mit der elektrischen Seilwinde hoch. Wenn ich den Malzkorb voll habe sind das schon mal gerne über 30 kg und die lassen sich im Stehen von Hand, selbst für mich als ziemlich starken Menschen nicht mehr heben. Ich musste dafür früher immer auf einen Stuhl steigen und meinen Rücken quälen. Die Position ist da einfach nicht gut zum heben.
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Nach dem Nachguss fahre ich dann den Mundschenk XXl einfach zum Fenster weiter und lasse den Malzkorb einfach zum Austropfen hängen (lässt sich ja nachher einfach mit dem Wasserschlauch in den Abguss spritzen).
Am Fenster zieht der Dampf bei mir immer perfekt nach draußen :thumbsup
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Sobald ich mit dem Würzekochen fertig bin wird der Mundschenk auf seinem Wagen wieder zur elektrischen Seilwinde geschoben und dort zum abseihen an den Bändern der Holzplatte angehoben. Währenddessen kann ich die Würze schon kühlen. Das Wasser in meinem Haus hat gerade mal 6 °C. Ich war nach 40-50 Minuten von 85 °C auf 10 °C runter. Den Gäreimer habe ich dann auf dem Rollbrett in meinen 12 °C kalten Erdkeller weitergerollt.
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Demnächst wird dann der Treber zu leckerem Treberbrot verbacken in meiner Räucherkammer im Keller, die ich inzwischen zum Holzsteinofen umgebaut habe.

Alles in allem bin ich nach dem ersten Sud sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Zu verbessern gibt es natürlich noch einiges, wie z.B. die Walzenmühle und ein Edelstahlgärfass. Werde ich beides heute Abend noch bestellen.
Insgesamt habe ich deutlich weniger lange gebraucht zum brauen und hatte danach keine Rückenschmerzen :thumbsup
Der ganze Brautag war viel entspannter und weniger stressig. Alleine der Bodenablauf und der Wasserschlauch mit Brauseaufsatz haben mir so viel Zeit und Stress beim Putzen des Raums und der Ausrüstung erspart.
Jetzt kann ich trotz der wenigen Freizeit wieder öfter Bier brauen :thumbsup

Bei Fragen oder Anmerkungen und konstruktiver Kritik schießt bitte los :Bigsmile
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Grüße
Daniel

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Re: neue Anlage im neuen Braukeller, Ziel: "faul" und rückenschonend brauen

#2

Beitrag von Kolbäck » Freitag 13. März 2020, 07:25

Schön zu sehen! :Greets
Das letzte Bild sieht aber etwas prekär aus, ich hoffe die Schlaufen können zumindest nicht durch die Löcher der Bodenplatte gleiten. Vielleicht die Bädner auch auch durch die Haltegriffe führen, damit es nicht umkippt?

:Drink
Viele Grüße, Thomas
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Re: neue Anlage im neuen Braukeller, Ziel: "faul" und rückenschonend brauen

#3

Beitrag von Mjoelnir » Freitag 13. März 2020, 09:09

Kolbäck hat geschrieben:
Freitag 13. März 2020, 07:25
Schön zu sehen! :Greets
Das letzte Bild sieht aber etwas prekär aus, ich hoffe die Schlaufen können zumindest nicht durch die Löcher der Bodenplatte gleiten. Vielleicht die Bädner auch auch durch die Haltegriffe führen, damit es nicht umkippt?

:Drink
Ne, können sie nicht. Das sind nur 2 Tragebänder die durch jeweils zwei Löcher geführt werden. Aber die durch die Griffe zu führen ist eine gute Idee. Danke!
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Re: neue Anlage im neuen Braukeller, Ziel: "faul" und rückenschonend brauen

#4

Beitrag von integrator » Freitag 13. März 2020, 14:27

Ich würde bei deinem Seilzug, um den Malzkorb zu heben, mit einer Zweipunkthalterung arbeiten. Der Haken könnte sonst rutschen.
Ich hoffe man kann das auf dem folgendem Link/Bild sehen. Hier habe ich zwischen zwei Punkten eine Profilschiene befestigt.
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... um#p344898
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Re: neue Anlage im neuen Braukeller, Ziel: "faul" und rückenschonend brauen

#5

Beitrag von kurti » Dienstag 9. Juni 2020, 15:17

Ich habe den Hacken komplett durch 2 Karabinerhacken durch die Löcher und einer stabiler Kette ersetzt. Da kann nichts mehr verrutschen.

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