Läutergrant selbstbau

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hopfenschluerfer
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Läutergrant selbstbau

#1

Beitrag von hopfenschluerfer » Dienstag 20. März 2018, 15:22

Aktuell benutze ich zum Läutern einen 30-Liter-Kunststoff-Hobbock mit eingebauter Läuterhexe. Zukünftig möchte ich diese Lösung gerne duch einen 35L Thermoport mit Doppelboden und Bodenauslauf ersetzen. Die Würze möchte ich dann in einem Gastro-Behälter Puffern und dann mit einer Pumpe in die Würzepfanne pumpen. Zu diesem Prinzip gibt es im Netzt und hier im Forum ja etliche Umsetzungen. Entweder ganz einfach so wie in Abbildung (a) oder zusätzlich noch mit Schwanenhals (b) oder Siphon (c) gegen das eindringen von Luft. Ab und an findet man auch Lösungen mit zusätzlichem Schnüffelrohr an die man dann auch einen Schlauch ohne Sogwirkung anstöpseln kann.
ist.png
Ich hab mir jetzt überlegt die Würze nicht von oben in den Gastro-Behälter hineinplätschern zu lassen sondern diesen von unten zu befüllen (d). Wenn vor dem Öffnen des Ventils etwas Wasser im Gastrobehälter vorgelegt würde, könnte man ja sogar auf den Siphon verzichten (e), da im Rohr immer Flüssigkeit steht.
Idee.png
Idee.png (13.74 KiB) 1749 mal betrachtet
Hat jemand schon mal so etwas versucht, geschweige denn im Einsatz?
Spricht eurer Meinung nach irgendetwas gegen meine Idee ?

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danieldee
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Re: Läutergrant selbstbau

#2

Beitrag von danieldee » Dienstag 20. März 2018, 15:26

Was hält dich davon ab direkt in die Pfanne zu läutern?
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Re: Läutergrant selbstbau

#3

Beitrag von hopfenschluerfer » Dienstag 20. März 2018, 16:06

Der ganze Aufbau soll in einen "Brautisch" integriert werden. Zum Würzekochen und Maischen verwende ich den selben Topf, der oberhalb des Läuterbottichs steht. Nach dem Maischen kann ich den Inhalt über ein 1-1/4" Hahn direkt in den Läuterbottich umfüllen. Während der Läuterruhe mach ich den dann sauber. Würde ich jetzt direkt in die Pfanne läutern müsste ich den vollen Topf zurück auf den Induktionskocher wuchten. Das geht zwar bei kleineren Suden, aber bequem finde ich das nicht. Darum die Pumpe. Scheint ja ein bewährtes System zu sein, dass ich hier im Forum schon mehrfach gesehen habe.

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Bierjunge
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Re: Läutergrant selbstbau

#4

Beitrag von Bierjunge » Dienstag 20. März 2018, 17:34

Da spricht meines Erachtens überhaupt nichts dagegen. :thumbup
Außer der fehlenden Romantik des pittoresk in den Grant fließenden Würzestrahl (wovon man aus Oxidationsgründen in großen Brauereien zunehmend abgekommen ist), aus dem man so schön Proben zur Extzraktbestimmung ziehen konnte.
Zusatzidee: Wenn Du an dem Grant innen eine Volumenmarke anbringst und den Auslauf zukneifst, kannst Du Du aus der Zeit bis zu Erreichen der Volumenmarke die aktuelle Läutergeschwindigkeit bestimmen.
Übrigens: Wenn Du Deinen von unten befüllten Grant gedanklich immer weiter bis auf Fingerhutgröße miniaturisierst, bist Du irgendwann genau bei meinem Schnüffelrohr angekommen, das ist ja nichts weiter als ein Micro-Läutergrant ist.

Moritz

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Re: Läutergrant selbstbau

#5

Beitrag von hopfenschluerfer » Dienstag 20. März 2018, 19:39

Die geringere Sauerstoffexposition war auch mein Gedanke beim Befüllen des Behälters von unten. Proben kann man darüber ja immer noch nehmen.

Eine Volumenmarke wird gar nicht nötig sein. Da ich den Läutervorgang ja automatisieren möchte, werde ich irgendeine Art Sensor verbauen. So kann ich dann die Pumpe steuern und gleichzeitig ein Ventil öffnen um das Nachgusswasser aus dem Einkocher zuzuführen. Die Läutergeschwindigkeit gibt's gleich noch dazu. Ich musss aber nochmal schauen ob's ein Schwimmschalter, kapazitiver Füllstandssensor, Durchflussmesser oder Distanzsensor wird.

Etwas mehr als Fingerhutgröße werd ich wohl brauchen. Sonst wird mit der Regelung der Pumpe zu kompliziert :puzz
Aber du hast Recht. Im Prinzip hätte man dann ein Schnüffelrohr.

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Re: Läutergrant selbstbau

#6

Beitrag von monsti88 » Dienstag 20. März 2018, 20:46

Bierjunge hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 17:34
meinem Schnüffelrohr angekommen, das ist ja nichts weiter als ein Micro-Läutergrant ist.
Wie muss ich mir das vorstellen? Wie ein T-Stück, welches mit der oberen Öffnung oberhalb des Rands des Läuterbottich endet? Hast Du vielleicht ein Foto?
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Re: Läutergrant selbstbau

#7

Beitrag von hopfenschluerfer » Dienstag 20. März 2018, 21:11

monsti88 hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 20:46
Bierjunge hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 17:34
meinem Schnüffelrohr angekommen, das ist ja nichts weiter als ein Micro-Läutergrant ist.
Wie muss ich mir das vorstellen? Wie ein T-Stück, welches mit der oberen Öffnung oberhalb des Rands des Läuterbottich endet? Hast Du vielleicht ein Foto?
Genau so. beim Braumagazin ist so ein Schnüffelrohr beschrieben: http://braumagazin.de/article/laeutertechnik/

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Re: Läutergrant selbstbau

#8

Beitrag von danieldee » Mittwoch 21. März 2018, 09:13

hopfenschluerfer hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 16:06
Der ganze Aufbau soll in einen "Brautisch" integriert werden. Zum Würzekochen und Maischen verwende ich den selben Topf, der oberhalb des Läuterbottichs steht. Nach dem Maischen kann ich den Inhalt über ein 1-1/4" Hahn direkt in den Läuterbottich umfüllen. Während der Läuterruhe mach ich den dann sauber. Würde ich jetzt direkt in die Pfanne läutern müsste ich den vollen Topf zurück auf den Induktionskocher wuchten. Das geht zwar bei kleineren Suden, aber bequem finde ich das nicht. Darum die Pumpe. Scheint ja ein bewährtes System zu sein, dass ich hier im Forum schon mehrfach gesehen habe.
Nimm doch ne Motorradhebebühne dazu.

https://www.amazon.de/Hebeb%C3%BChne-hy ... b%C3%BChne
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Re: Läutergrant selbstbau

#9

Beitrag von hopfenschluerfer » Mittwoch 21. März 2018, 20:59

danieldee hat geschrieben:
Mittwoch 21. März 2018, 09:13
hopfenschluerfer hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 16:06
Der ganze Aufbau soll in einen "Brautisch" integriert werden. Zum Würzekochen und Maischen verwende ich den selben Topf, der oberhalb des Läuterbottichs steht. Nach dem Maischen kann ich den Inhalt über ein 1-1/4" Hahn direkt in den Läuterbottich umfüllen. Während der Läuterruhe mach ich den dann sauber. Würde ich jetzt direkt in die Pfanne läutern müsste ich den vollen Topf zurück auf den Induktionskocher wuchten. Das geht zwar bei kleineren Suden, aber bequem finde ich das nicht. Darum die Pumpe. Scheint ja ein bewährtes System zu sein, dass ich hier im Forum schon mehrfach gesehen habe.
Nimm doch ne Motorradhebebühne dazu.

https://www.amazon.de/Hebeb%C3%BChne-hy ... b%C3%BChne
An sich ne gute Idee, aber dafür bräuchte man ja schon einen ziemlich großen Hubbereich von mindestens der doppelten Höhe des Läuterbottichs.
Oder hab ich da einen Denkfehler ? :Grübel
hebebühne_prinzip.png

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Re: Läutergrant selbstbau

#10

Beitrag von zweifelson » Mittwoch 21. März 2018, 21:45

wenn du zwei hebebühnen nimmst, brauchst nur die hälfte.... i.m. den maische-/würze-topf auf die eine und den laüterbotich auf die andere bühne.

oder mache ich jetzt einen denkfehler?

kannst ja mal so ein schema zeichnen mit meiner variante

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Re: Läutergrant selbstbau

#11

Beitrag von hopfenschluerfer » Mittwoch 21. März 2018, 22:45

Daran habe ich auch schon gedacht. Allerdings bräuchte man in dem Fall sogar drei, sonst bekommt man den Nachguss nicht in den Läuterbottich. Das wird mir glaube ich zu viel :puzz
hebebühne_3x_prinzip.png

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Re: Läutergrant selbstbau

#12

Beitrag von zweifelson » Mittwoch 21. März 2018, 23:27

Den nachgus brauchst ja nich zu heben/senken... der iat ja eh nur für den lauterbotich gedacht und den kann man ja auch etwas höher fest montieren.
Oder verstehe ich dich falsch?

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Re: Läutergrant selbstbau

#13

Beitrag von hopfenschluerfer » Donnerstag 22. März 2018, 09:35

Hm... damit hast du natürlich recht.
Ich bin irgendwie von einer anderen Grundvoraussetzung ausgegangen, nämlich, dass in der Ausgangsposition alles auf einer Höhe liegt und kompakt verstaut werden kann. Wenn die Brauerei auf ihren Einsatz wartet möchte ich eigentlich eine Platte drauf legen und andere Sachen draufstellen. Möglicherweise könnte das ganze auch unter einen recht langen, selten genutzten Schreibtisch passen. So ein hoher Turm steht dem Konzept etwas entgegen.

Allerdings kommt mir grade die Idee, dass man ja auch den Nachguss als "Batch-Sparge" in den Bottich kippen kann. Dazu müsste man den Läuterbottich halt kurz absenken. Alternativ kann man das Wasser auch kontinuierlich pumpen. Das sollte Steuerungstechnisch viel einfacher sein als der vorgeschlagene Läutergrant mit Sensoren und Pumpe.
Zwei Hebebühnen sind natürlich deutlich teurer... Ich glaube ich werd über das Gesamtkonzept meiner Anlage nochmal nachdenken.

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Re: Läutergrant selbstbau

#14

Beitrag von afri » Donnerstag 22. März 2018, 10:50

Ich habe auch mal grob über ein Konzept mit zwei Behältern (plus NG-Bereiter) Nachgedacht. Zwei Hubwagen gingen zwar, aber ich dachte mir, vielleicht geht es mit so einer Art Balkenwaage oder Wippe, auf der beide Behälter stehen, mit weniger Materialeinsatz. Dazu noch ein Flaschenzug oder sowas, um den jeweils unten stehenden und dann vollen Behälter auf seiner Wippenseite nach oben zu bekommen.
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