Position Bodenablauf Läuterbottich

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nettermann90
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Position Bodenablauf Läuterbottich

#1

Beitrag von nettermann90 » Dienstag 22. Mai 2018, 19:19

Hi,

macht es einen Unterschied ob ich beim Einsatz eines Läuterbleches den Bodenablauf auf die Seite mache oder mittig unter den Topf? Hat eine Variante Vorteile und wenn ja, sind diese sehr groß? Beim mittigen anbringen wäre das Problem der schlechteren Aufstellmöglichkeit gegeben. Deswegen würde ich einen seitlichen bzw. randnahen Ablauf vorziehen.

Gruß
Felix

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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#2

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 22. Mai 2018, 19:44

Bodenablauf veringert den Totraum unter dem Hahn, das hat schon Vorteile bei größeren Gefäßen.
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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#3

Beitrag von afri » Dienstag 22. Mai 2018, 20:34

Ob seitlich oder mittig sollte egal sein, das Filtern erledigen ja die Treber, nicht Blech oder Ablaufposition.
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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#4

Beitrag von Boludo » Dienstag 22. Mai 2018, 20:36

Wenn ich wählen dürfte, dann die Mitte. Dann läuft die Würze gleichmäßig durch den Treber und wird auch gleichmäßig durch den Nachguss ausgewaschen.
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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#5

Beitrag von bierfaristo » Dienstag 22. Mai 2018, 20:43

Hi.
Habe auch einen Ablauf in der Mitte und bin durchaus zufrieden. Wenn du ein alternatives Läuterkonzept (Hexe/Freund/...) statt eines Läuterboden benutzen willst, dann solltest du dir zumindest Gedanken über die Ausführung der Durchführung machen. Ich habe einen 1/2 Zoll Metu-Stutzen und bekomme eine Hexe oder auch Filterkörbe nicht ohne weiteres eingebaut.

Christian
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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#6

Beitrag von Sura » Dienstag 22. Mai 2018, 21:11

Ich habe den Ablauf nicht mittig, sondern Richtung Rand. Ich bilde mir ein, das es für unsere Durchmesser keine größeren Probleme oder Vorteile gibt durch die Lage. Dazu sind die Strecken einfach zu kurz und die Flussgeschwindigkeit zu gering. Allerdings habe ich seit der Verwendung eines Abflusses nach unten hin auch _überhaupt_ keine Probleme mehr beim läutern.
(Ich mach nachher mal Fotos....)
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#7

Beitrag von nettermann90 » Dienstag 22. Mai 2018, 21:51

Hmm wenn das ziemlich egal ist, würde ich ihn an den Rand des Kessels, 45 Grad nach unten gerichtet anbringen. So bliebe mir offen ob ich eine Hexe oder ein Blech verwende bzw könnte auch mal wechseln.

Momentan habe ich im 30L Hobbock etwa 1 Meter Panzerschlauch 1/2 Zoll drin. Das ist bei 0,5L/Min bei 20L Sudgröße noch ok. Ich möchte nun auf 40L vergrößern und wollte daher auf etwa 1L/Min kommen.

Ein Läuterblech ist mir ehrlich gesagt zu teuer, wenn es auch mit dem Läuterfreund gut geht. Würde mir aber gerne die Option offen halten doch auf das Blech umschwenken zu können. Daher mein fragerei :Bigsmile

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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#8

Beitrag von nettermann90 » Dienstag 22. Mai 2018, 21:54

Achso zur Ausführung... Ich würde einen 1/2 Zoll Schweissnippel anschweissen oder Anlöten. Also keine Tankdruchführung

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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#9

Beitrag von uli74 » Dienstag 22. Mai 2018, 22:22

nettermann90 hat geschrieben:
Dienstag 22. Mai 2018, 21:51
Hmm wenn das ziemlich egal ist, würde ich ihn an den Rand des Kessels, 45 Grad nach unten gerichtet anbringen. So bliebe mir offen ob ich eine Hexe oder ein Blech verwende bzw könnte auch mal wechseln.

Momentan habe ich im 30L Hobbock etwa 1 Meter Panzerschlauch 1/2 Zoll drin. Das ist bei 0,5L/Min bei 20L Sudgröße noch ok. Ich möchte nun auf 40L vergrößern und wollte daher auf etwa 1L/Min kommen.

Ein Läuterblech ist mir ehrlich gesagt zu teuer, wenn es auch mit dem Läuterfreund gut geht. Würde mir aber gerne die Option offen halten doch auf das Blech umschwenken zu können. Daher mein fragerei :Bigsmile
Lochblech ist günstig* und hat sich bewährt (*ausser Du willst ein supertoll gelasertes mit Schlitzen, Logo und Brimborium).

Wenn Du sowieso im Hinterkopf hast, irgendwann auf Blech umzusteigen, dann würde ich das von vornherin machen.
Gruss

Uli

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Sura
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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#10

Beitrag von Sura » Mittwoch 23. Mai 2018, 06:52

So, bitteschön, ein paar Bilder wie ich das gelöst habe:
IMG_20180523_064119004.jpg
Gesamtansicht, das Thermometer verdeckt das alte Loch.
IMG_20180523_064135948.jpg
Mit Läuterblech (zugeschnittenes Mattmill)
IMG_20180523_064143439.jpg
Ohne Blech, Ablauf zu sehen
IMG_20180523_064227750.jpg
Ablauf von unten. Borddurchlass, 90°Bogen, Tankdurchführung
Das funktioniert TipTop, ist fest, dicht, und die für mich perfekte Lösung. Ein geschlitztes Blech ist im übrigen eine ganz andere Liga wie ein billiges Lochblech. Das Lochblech ist in der Tat nicht unbedingt viel besser als eine Läuterspirale. Ein geschlitztes Blech ist läutertechnisch eine Offenbarung gewesen!

Achso, wer selbst ein Mattmillblech zuschneiden will, sollte Spielzeug wie Dremel und Konsorten gleich mal vergessen. Letztendlich war das Filigran- und Fummelarbeit mit ner kleinen Flex und einer ordentlichen Scheibe von Pferd.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#11

Beitrag von schattenbräu » Mittwoch 23. Mai 2018, 19:23

Ich habe ebenso einen nicht zentrierten Bodenablauf, ebenfalls unter einem Läuterblech, wodurch es eigentlich egal ist, an welcher Stelle die Würze den Topf verläßt.
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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#12

Beitrag von monsti88 » Mittwoch 23. Mai 2018, 21:21

Sura hat geschrieben:
Mittwoch 23. Mai 2018, 06:52
So, bitteschön, ein paar Bilder wie ich das gelöst habe:
Danke, darauf hatte ich gewartet! :thumbsup
Mal sehen, ob ich das auch umsetze. Bin mit dem Läuterfreund eigentlich recht zufrieden, aber optimiert werden muss ja immer! :Angel
Anfänger in der 20l-Klasse

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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#13

Beitrag von bierfaristo » Mittwoch 23. Mai 2018, 23:50

Sura hat geschrieben:
Mittwoch 23. Mai 2018, 06:52
...
Ein geschlitztes Blech ist im übrigen eine ganz andere Liga wie ein billiges Lochblech. Das Lochblech ist in der Tat nicht unbedingt viel besser als eine Läuterspirale. Ein geschlitztes Blech ist läutertechnisch eine Offenbarung gewesen!
...
Kai,
was ist dein Kriterium für die Offenbarung? Läutergeschwindigkeit, SHA, Gärverhalten,...?
Ich selbst nutze ein Lochblech und hatte vorher ein gebogenes Läuterblech von MattMill für die 30l Plastikeimer. Ich habe keinen wesentlichen Unterschied festgestellt, habe aber auch mit beiden Systemen mangels Zeit nur wenige Sude durchgeführt.

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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#14

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 24. Mai 2018, 01:27

Also ich benutze ja beides, Spirale und Schlitzblech. Allerdings bei zwei unterschiedlichen Anlagen. Meine Ausbeuten sind auf beiden Systemen gut und ich sehe da eigentlich keinen signifikanten Unterschied. Schliesslich ist der Treber der Filter und nicht das Bauteil das ihn zurück hält.

Einziges Problem ist der seitlich angebrachte Hahn der, bei beiden Anlagen, zuviel Totraum bereit stellt. Darunter sammelt sich, neben viel Mehlanteil, auch ene ordentliche Würzekonzentration. Bei dem 20L Thermoport ist das egal, bei dem 70L Läuterbottich kommen da schon noch 2-3L mit ~12°P raus. Das wurmt einen natürlich, auch wenn es völlig unwichtig ist. Daher ist, m.M.n., eine Schlitzblech mit Bodenablauf die optimale Lösung für die 50L+ Klasse. Ansonsten muss man halt damit leben ein paar Gramm mehr Malz einzusetzen, kostet ja quasi nichts.

Ob der Bodenablauf am Rand oder der Mitte angebracht ist, spielt in unseren Größenverhältnissen auch keine große Rolle. Man sollte aber bedenken das Flüssigkeiten immer gen Abfluss fliessen und nicht erst grade nach unten durch den Treber um dann eine 90° Kurve zu machen. Daher wäre ein zenrierter Bodenablauf die bessere Option. Im größeren, industriellen Maßstab werden sogar mehrere Abläufe benutzt, sogenannte "Quellgebiete".

Aber wie schon gesagt, in unserem Maßstab ist das eher zu vernachlässigen. :Greets
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Re: Position Bodenablauf Läuterbottich

#15

Beitrag von Sura » Donnerstag 24. Mai 2018, 09:18

bierfaristo hat geschrieben:
Mittwoch 23. Mai 2018, 23:50
Sura hat geschrieben:
Mittwoch 23. Mai 2018, 06:52
...
Ein geschlitztes Blech ist im übrigen eine ganz andere Liga wie ein billiges Lochblech. Das Lochblech ist in der Tat nicht unbedingt viel besser als eine Läuterspirale. Ein geschlitztes Blech ist läutertechnisch eine Offenbarung gewesen!
...
Kai,
was ist dein Kriterium für die Offenbarung? Läutergeschwindigkeit, SHA, Gärverhalten,...?
Ich selbst nutze ein Lochblech und hatte vorher ein gebogenes Läuterblech von MattMill für die 30l Plastikeimer. Ich habe keinen wesentlichen Unterschied festgestellt, habe aber auch mit beiden Systemen mangels Zeit nur wenige Sude durchgeführt.

Christian
Ich hatte vor diesem Läuterbottich einen anderen, in welchem nacheinander Spirale, Lochblech, Schlitzblech eingebaut war. Die Bleche haben gegenüber einer Hexe schonmal den Vorteil, das sie beim rühren nicht im Weg rumliegen, und vor dem läutern nicht noch blind am Boden "sortiert" werden müssen. Die sind fest. Für mich als Bottichmaischer ein erheblicher Vorteil.

Meine Bleche waren im alten Topf dann allerdings so eingebaut. Ich hatte da also noch einen gewissen Totraum.
Mit dem Lochblech hatte ich im Vergleich zum Schlitzblech mehr Probleme beim läutern. Es war bei spelzfreien Anteilen in der Maische, oder einer feinerer Schrotung deutlich empfindlicher. Ich musste öfter einschneiden um alles am laufen zu halten. Das weiss ich sicher, da ich schon immer mit dem Läutermanometer arbeite. Ein Lochblech ist da sogar empfindlicher als die Läuterhexe. Ich denke das liegt einfach daran das die Spelzen sich schön am Loch anschmieden und das leichter zusetzen können. Ich versuche übrigens immer 1l/min zu schaffen.

Ich hatte allerdings nur noch zwei Sude den alten Bottich mit Schlitzblech, dann bin auf diesen mit Bodenablauf umgestiegen. Seitdem Umsteig habe ich wegen der nicht mehr vorhandenen Läuterprobleme die Malzquetsche deutlich schmaler gestellt. Von "knapp CD Dicke" auf "Kreditkarte". Ich habe immer noch keine Probleme beim läutern Egal ob da Rohfrucht, Weizen, Roggen, Flocken oder sonst was bei ist. Egal ob ich 1/3 oder 2/3 Topfhöhe an Treber habe. Hahn auf auf 1l/min trimmen, und ohne daß das Läutermanometer zuckt, läuft die Würze vom Anfang bis zum Ende.

Als Nebeneffekt habe ich momentan eine um >5% höhere Ausbeute, und 10% weniger Malz bedeuten bei mir bei tiefem einmaischen ein besseres Wasser/Malz Verhältnis.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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