Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

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Salute
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Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#1

Beitrag von Salute » Freitag 28. Dezember 2018, 20:10

Hi liebe Kollegen,

mich hat`s erwischt...ich bin im Braufieber. Wobei, naja, ich DENKE ich bin im Braufieber.
Bis jetzt habe ich ehrlich gesagt noch gar nichts selbst gebraut (bis auf 1-2 Heimbrausets). Demnach kann es ja nur noch schlimmer werden :thumbsup

Auf jeden Fall lese ich hier schon einige Zeit mit und bin jetzt endlich in der Planung meiner ersten Anlage.

Als kurze Vorab-Hintergrundinfo zu mir:
Ich würde mich nicht unbegabt bezeichnen was den Bereich Metallverarbeitung und Elektronik angeht. Des Weiteren bin ich ein absoluter Automationsfreak und habe im Geschäft die eine oder andere technische Lösung zur Verfügung (von jeglicher Art von Druckern, über Schweißzubehör bis hin zur Fräse mit 3,2m x 3,2m Bearbeitungsfläche).


Da die Firma Speidel bei uns ganz in der Nähe ist und die auch noch durch Zufall Kunde bei uns sind, ist mir durch ein noch größeren Zufall vor kurzem das Prospekt vom Braumeister auf den Schreibtisch gefallen. Der Entschluss war dann relativ schnell gefasst...ich will so einen Braumeister50.
Die Kompaktheit und die durchdachte Bauweise hatte mich direkt überzeugt. Der Preis ist zwar sehr sportlich, aber dafür kann man auch direkt loslegen und hat für alles einen kompetenten Ansprechpartner.
Am 18.12. wollte ich dann bestellen. Zu spät, wie sich herausstellte. Speidel nahm nur bis um 12Uhr Bestellungen an.

Da ich seit dem kaum mehr schlafen kann habe ich mich logischer Weise noch tiefer mit der Materie befasst. Aktuell hat sich meine Ansicht der Thematik wieder ein wenig gedreht.
Der BM50 ist mit Sicherheit ein tolles Gerät, aber er macht den Einstieg ins Hobby doch seeeehr teuer (vor allem wenn man das ganze Zubehör drum rum auch noch mit einrechnet). Deshalb und um das Verhältnis zu meiner Frau nicht zu sehr zu strapazieren, sieht mein geplantes SetUp wie folgt aus:

Braukessel 75L - https://www.amihopfen.com/Braugeraetsch ... :2529.html
Thermobehälter 54l - https://www.amazon.de/gp/product/B01M31 ... NSE0&psc=1
Rührwerk - https://www.amihopfen.com/Braugeraetsch ... :2827.html
Nachgussheizer - https://www.amihopfen.com/Braugeraetsch ... :2369.html
Plattenwürzekühler - https://www.amihopfen.com/Braugeraetsch ... :1806.html
Induktionskocher Hendi 3,5kw - https://www.amazon.de/Hendi-239780-Indu ... erprobe-21
Läuterhexe - https://www.hobbybrauerversand.de/MattM ... rhexe-1000

Hinzu kommt natürlich noch einiges an Kleinzeugs. Mir ist bewusst das es viele SetUp Möglichkeiten gibt, mich würde aber dennoch interessieren ob meine Liste plausibel ist? Vielleicht hat mir ja noch jemand einen Tipp was ich verbessern kann?

Selber machen ist ok, "gebastelt" soll es aber nicht sein. Demnach möchte ich gerne auch nur gutes Equipment verwenden und kauf im Zweifelsfall lieber als selbst zu bauen (auch wenn ich die Möglichkeiten hätte).

Bei der aktuellen Konfig ist das Thema Automatisierung jetzt aber noch überhaupt nicht berücksichtigt.
Da eine einfache Temperatursteuerung über z.B. die Inkbird ja auf Grund der Leistungsaufnahme der Hendi nicht klappt, würde ich hier evtl. gleich von Anfang an auf eine Lösung mit Brausoftware zurückgreifen.
Hier habe ich jetzt auch schon einiges gelesen, leider bleiben dabei für mich auch noch die meisten Fragezeichen.
Kann mir jemand eine Umsetzung empfehlen die am besten als browserbasierte Applikation läuft, den gesamten Brauprozess abbildet und für die ich nicht losrennen muss um Platinen zu ätzen?
Wie ist es denn mit dem BrewPi. Kann man damit inzwischen auch den Brauprozess kontrollieren?
Taugt die CraftBeerPi Geschichte?

Fragen über Fragen, ich weiß.

Mein Plan ist bis Ende Januar die Anlage an den Start zu bekommen...egal über welche Lösung.
Würde mich freuen wenn ihr mir hierfür etwas Wind in die Segel pusten würdet.

Salute
Maik

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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#2

Beitrag von Brauwolf » Freitag 28. Dezember 2018, 21:08

Den Thermobehälter kriegst du bei Beeketal direkt schon mal billiger:

https://www.beeketal.de/imbissausstattu ... gen/a-551/

Für die anderen Komponenten sieht es ähnlich aus.
Für meinen Nachgussheizer z.B. habe ich bei Aldi 48€ bezahlt.


Cheers, Ruthard
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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#3

Beitrag von haemmi » Freitag 28. Dezember 2018, 21:35

Ich nehme an, Du hast vor, 50 Liter Sude zu brauen. Dann ist der Nachgußheizer zu klein, zudem zu kompliziert, zu teuer.
Den Thermobehälter möchtest Du vermutlich zum Läutern nehmen. Maisch doch gleich auch darin ein. Dann kannst Du Dir das Rührwerk sparen.
Bei der Läuterhexe brauchst Du eine andere Ausführung (T-Stück mit 3/8 Zoll Abgang).

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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#4

Beitrag von haefner » Freitag 28. Dezember 2018, 21:38

Servus Maik,

super, dass Du Dich für dieses geniale Hobby entschieden hast :). All das was Du schreibst ging so oder so ähnlich auch durch meinen Kopf. Erst war es der BM50, dann hab ich die Kosten mal genauer überschlagen, dann sollte es ein sehr ähnliches Setup wie dein obiges sein mit Platz zur Automatisierung. Ich bin dann von diesem obigen Setup mit viel Automatik (Appgesteuertee Prozesse) zum Grainfather (etwa eine Art Braumeister nur anders) wieder zurück zu Induktion, Braukessel mit Temperaturfühler/Rührwerk und Thermobehälter. Technische Spielereien mögen für manche ein Teil des Hobbys sein und Spaß machen. Nur weiß ich nicht ob das hier wirklich sein muss. Man fährt die paar Rasten und regelt kurz an der Hendi nach, danach läuft alles wie bei allen anderen auch. Das war mir dann das ganze Zubehör nicht wert, und es macht auch mehr Spaß sich darum zu kümmern (mir jedenfalls).

Beim Thermobehälter hat Ruthard schon gesagt wo es billiger geht. Braukessel würde ich mal bei brewpaganda.com vorbeischauen. Habe da für nen 70l Kessel mit Wunschzubehör um die 240€ bezahlt und die Qualität ist super. Als Nachgussheizer geht auch ein Einkocher von Weck für 90€ und man kann die Frau unter Umständen für die Ausgaben etwas mehr begeistern ... (so hab ich es gemacht :-) ). Ein Kühler muss zu Beginn nicht dringend sein, gerade jetzt wo es draußen eh kühl ist und Du vielleicht gar keine so große Sude machst. Alles ab 30-40l muß man aber schon aktiv kühlen, sonst dauerts ewig.

Manchmal ist weniger halt doch mehr.

Gruß Micha

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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#5

Beitrag von cyme » Samstag 29. Dezember 2018, 09:25

Anstatt Rührwerk und automatisierter Maische würde ich lieber in einen temperaturgesteuerten Kühlschrank/Gefriertruhe investieren. Nachgussheizer ist für den ersten Braudurchgang auch nicht nötig, manche hier haben bestimmt auch schon 100 Sude ohne einen gemacht...

Für den ersten Sud würde ich noch keine Materialschlacht anfangen, sondern minimal anfangen und nach Bedarf kaufen. Topf und passende Herdplatte (oder Einkocher), irgendeine Läutereinrichtung (Eimer mit Läuterhexe, BIAB mittels Sack oder Gardine) und ein Gärbehälter. Zwei, drei 20l-Sude damit fahren und dann erstmal schauen wo's klemmt.

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Die spannendste Brauanlage ist die zweite (oder auch die dritte)...

#6

Beitrag von Malzwein » Samstag 29. Dezember 2018, 09:45

Es gibt nicht DIE beste Brauanlagen, meine ich. Sie muss zu dir, deinem Heim und letztlich auch zu deinem bevorzugten Bierstil passen. Insofern widerspreche ich dir: die spannendste Brauanlage ist die zweite (oder auch die dritte), wenn du erste Erfahrungen gesammelt und einige Sude hinter dir hast.

In sofern stimme ich Cyme zu, fange klassisch mit Einkocher an. (Der bei einer Vergrößerung als Nachguss Kocher verwendet werden kann.)

Zur Größe: Nicht ohne Grund wechseln viele alte Hasen hier wieder auf Einkochergröße: leichteres Handling und öfter Brauen.

Für unerlässlich halte auch ich ausreichende Kühlmöglichkeit, sowohl für eine kontrollierte Gärung, als auch für das fertige Produkt.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#7

Beitrag von metaler143 » Samstag 29. Dezember 2018, 10:16

Bist du dir denn sicher, dass du gleich schon in der 50-Liter Klasse starten möchtest? 50 Liter ist eine ordentliche Menge, die auch jedes Mal abgefüllt und konsumiert werden will. Das sind 100 Flaschen (5 Kisten!), welche jedes Mal gereinigt und befüllt werden müssen.
Mit Kegs geht das zwar entspannter, aber dafür sind hier auch wieder ein paar Hunderter ins Zapfequipment zu investieren (Kegs, Zapfhahn, Co2-Flasche, Kupplungen bzw. Zapfköpfe, Schläuche, ...)

Wenn du sagst, du kriegst die 5 Kästen in absehbarer Zeit weiter, dann will ich dir das auch gar nicht ausreden, sondern nur zum Nachdenken anregen.

Als kleineres Einsteigerquipment kann ich dir aus persönlicher Erfahrung den 25-Liter Thermoport mit Läuterhexe/-freund und einen Einkocher bzw. 36-Liter Topf mit Hendi empfehlen. Der 25er Thermoport schafft bis ca. 8 Kg Schüttung.
Solltest du dich dann doch mal vergrößern wollen, kannst du einen größeren Topf anschaffen und den Einkocher bzw. alten Topf zum Maischen oder aber als Nachgusstopf verwenden, ein Teil des Equipments kann also wiederverwendet werden.

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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#8

Beitrag von Brauwolf » Samstag 29. Dezember 2018, 12:17

Ich muss mich hier meinen Vorrednern anschließen, im Anfang liegt die Kunst in der Beschränkung der Größe.
Auch wenn man viele durstige Freunde hat, es geht mal ein Sud daneben und dann hat man 50 Liter schlechtes Bier an der Backe - bei 20 Litern tut das schon weniger weh. Deshalb heißt es, am Anfang lieber kleinere Mengen und öfter brauen, um Erfahrungen zu sammeln.
Die erste Brauanlage ist nicht die spannendste, es ist diejenige, bei der man die meisten Fehler macht.
Jede Brauanlage ist spannend und der große Reiz liegt in dem steten Bestreben nach Vollkommenheit.

Gute Tipps für ein stimmiges System gibt es hier: https://braumagazin.de/article/klassengesellschaft/

Ein weiteres Argument für eine kleinere Anlage zum Einstieg: fast alle Komponenten können für größere Anlagen weiter verwendet werden, sind also nie rausgeschmissenes Geld.

Cheers, Ruthard
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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#9

Beitrag von sea-spin » Donnerstag 31. Januar 2019, 14:17

Brauwolf hat geschrieben:
Freitag 28. Dezember 2018, 21:08
Den Thermobehälter kriegst du bei Beeketal direkt schon mal billiger:

https://www.beeketal.de/imbissausstattu ... gen/a-551/

Für die anderen Komponenten sieht es ähnlich aus.
Für meinen Nachgussheizer z.B. habe ich bei Aldi 48€ bezahlt.


Cheers, Ruthard
Gibt es für den 54 Liter Thermotopf irgendwo ein passendes Läuterblech?

Laut Beeketal hat der 54 Liter Thermobehälter einen Innendurchmesser von ca. 394 mm. Kann mir jeman den genauen Innendurchmesser nennen.

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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#10

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 31. Januar 2019, 14:47

Ich habe sowohl den 54er Beeketal TP wie auch dieses Läuterblech 397 von HUM - passt!

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Re: Die erste Brauanlage ist vermutlich noch das Spannendste!?

#11

Beitrag von sea-spin » Montag 4. Februar 2019, 06:31

danke für den Hinweis. Werde ich mir mal anschauen

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