Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

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Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#1

Beitrag von Biermann » Montag 28. Januar 2019, 00:10

Hallo liebe Braugemeinde,

Ich braue nun seit ca. 30 Jahren und war bis her sehr mit meiner 60L Anlage zufrieden, aber, mir ist das zu viel und ich strebe nach Besser.

Zur Erklärung: meine jetzige Pfanne sind zwei 58L Kegs aufeinander geschweißt und manche nennen es die 'Braurakete'. Zweimal 5KW im Sud zum Heizen, mit 98° Heizbegrenzung, aber ich habe immer Biere mit hoher Restsüße und ich führe das auf Karamelisierung zurück an den Heizstäben.

Nun meine Gedanken zu einer neuen Pfanne:
  • 1 Edelstahl
  • 2 Doppelmantel mit Öl als Wärmeleiter und zwei elektrischen Heizstäben
Nun die Frage: macht das Sinn mit Öl als Wärmeleiter und wenn, welches Öl?
Gibt es eine Faustregel für Durchmesser zu Höhe? Ich rechne mit 60L Gesamtvolumen, Der Doppelmantel aber nur bis zum 1/3 Volumen.

Meine Maischpfanne hat einen Doppelmantel mit Wasser und das Wasser pumpe ich beim Abmaischen über die Maische das es dann seine 78° hat. Die Sudpfanne soll ja kochen und dann würde mir (m.M.n.) zu viel Wasser ausdampfen.

Macht das Sinn oder ist das Unsinn?

Ich hoffe auf Antworten,

Jörg
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#2

Beitrag von uli74 » Montag 28. Januar 2019, 14:58

Servus Jörg,
schau doch mal nach nem gebrauchten Kochkessel. Die gibts in allen Grössen (auch gebraucht, hin und wieder sogar günstig). Die haben einen Doppelmantel.

Alternativ dazu ist eine Heizung mit Ceranstrahlern ne feine Sache:

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=21&t=11526
Gruss

Uli

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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#3

Beitrag von Stoppel » Montag 28. Januar 2019, 15:14

Hi Jörg,
ich braue pro Sud ca. 64 Liter .
Habe mir auch aus einem gebrauchten Milchtank 100 Liter eine Sudpfanne gebaut.
Geheizt wird das Ding mit 3 Stk. 1800 Watt Ceranfeldstrahlern.
Vor 2 Wochen der erste Sud, was soll ich sagen, geile Sache.
Zuletzt geändert von Stoppel am Mittwoch 30. Januar 2019, 11:48, insgesamt 1-mal geändert.
Wasser wird wertvoller als Salz, versetzt man es mit Hopfen und Malz ! :thumbsup
Schöne Grüße !

Geri (STOPPEL)!

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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#4

Beitrag von Biermann » Montag 28. Januar 2019, 16:41

Danke schon einmal. Uli: Verständnisfrage: wenn diese Töpfe einen Doppelboden haben, ist dann da eine Leitmasse zwischen, sonst würde die Wärmeübertragung doch schwierig, oder nicht_

Beste Grüße, Jörg
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#5

Beitrag von uli74 » Dienstag 29. Januar 2019, 07:43

Kochkessel sind (soweit ich weiss) zwischen den Wandungen mit Glycerin gefüllt.
Gruss

Uli

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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#6

Beitrag von birdhouse » Mittwoch 30. Januar 2019, 09:08

Hallo Jörg!

Ich habe mir ähnlich wie Stoppel zwei 160l Milchtanks (doppelwandig isoliert) zu Koch- bzw. Maischekessel umgebaut. Wir haben noch keinen richtigen Sud gemacht (uns fehlt noch der Läuterboden) aber mit Wasser mal alles getestet. Bin ebenfalls begeistert von der Lösung mit Ceran-Strahlern.

Ansonsten was fertiges, da sollte es in der 30l Klasse ja einiges geben.

Liebe Grüße,
Clemens

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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#7

Beitrag von Biermann » Mittwoch 30. Januar 2019, 16:42

Vielen Dank für die Hinweise und ich werde mich mal bzgl. der Ceran Strahler klug machen.

Ich werde einen Bau-trött starten wenn ich mich an die Aufgabe heran mache, da ich den Sudkessel auch als 60L Destille mit einem Kupferaufsatz benutzen will. Also mehr später im Jahr.

Jörg
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#8

Beitrag von Biermann » Donnerstag 7. Februar 2019, 01:06

Hallo,

Ich habe mir zu meinem geplanten Neubau einer Sudpfanne nun mal etwa Gedanken gemacht und bin zu folgenden Kriterien gekommen die erfüllt werden müssen.

Hier mal eine grobe Skizze:
Wuerzkessel-3.GIF
a) Doppelboden in dem die Heizstäbe sind, 2x5KW
b) Medium zur Wärmeübertragung - Wasser da Öl oder Glyzerin die Wärme zulange binden würde. Das Heißwasser kann zur
Reinigung benutzt werden.
c) Mittige Aufhängung so das der Kessel zur Reinigung um ca. 75° gekippt werden kann.
d) Abläufe für Würze unten und Medium oben und unten
e) Dampfüberdruckventil für 106°C
f) Nun das Wichtigste: die Whirlpoolwand aus perforiertem Material, ca. 4cm hoch (siehe Zeichnung).
g) Füllertüllen für die Sudtemperatur im Kessel, Mediumtemperatur im Mantel sowie analoge Temperaturanzeiger für beides
h) Anschlüsse für eine Füllhöhenanzeige die Skaliert wird.
i) Flansch oben, 3cm zur Montage einer Kupferdestilierhaube.

Alles natürlich aus Edelstahl.

Funktionsweise: Die Würze wird von unten in den Auslauf gepumpt und gekocht. Nach dem Kochen wird das heiße Mantelwasser in den Maischkessel gelassen per Schwerkraft. Die Würze kann dann auf verschiedene Weise gekühlt werden, mit kaltem Wasser im Mantel von unten, heißes Wasser kann oben am Warmwasserabgang ausgelassen werden, oder eine Kühlschlange wird in den Kessel gehängt, oder per GSK. Natürlich können alle Möglichkeiten auch gleichzeitig genutzt werden.

Da der Kessel eine perforierte Trennwand am Boden hat, die spiralförmig vor dem Würzablauf beginnt und im Minimum den halben Umlauf hat wird der Trub beim Whirlpool von der Wand nach innen gedrückt und die Wand dient als Sieb beim Ablassen.

Ich bin mir noch nicht ganz klar ob diese Wand nicht über den vollen Umfang laufen soll, eventuell sogar 380 oder 390°.

Die Steuerung kann über meine derzeitigen Brausteuerung laufen, ich brauche lediglich ein Rezept in dem ich die Solltemperatur beim Destillieren auf 72-78° fein einstellen kann. Das funktioniert z.Z. mit meiner Maischtonne 1a.

Laßt mich bitte wissen ob ich da gravierende Denkfehler habe.

Mit besten Grüßen,

Jörg K.
Zuletzt geändert von Biermann am Donnerstag 7. Februar 2019, 19:12, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#9

Beitrag von kettlmeier » Donnerstag 7. Februar 2019, 07:50

Moin Jörg,

Willst du dein “Restsüße“-Problem damit untersuchen oder ist das schon das Ergebnis von Untersuchungen? Denn was du da vor hast wird ja recht viele Resourcen ziehen. Wie wäre es mit Umpumpen während des Kochens oder einem kleinen Rührwerk um den Hitzestau abzubauen? Damit sollte die Karamellisierung reduziert werden.
Lg
Tobias

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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#10

Beitrag von Biermensch » Donnerstag 7. Februar 2019, 08:57

Ich würde den Mantel niemals mit Wasser befüllen, lass mal was mit dem Überdruckventil sein, was passiert dann?
Hast du jemanden, der dir deinen Kessel druckdicht schweißen kann?

Für mich viel zu riskant und super aufwendig.

Bau doch lieber einen offenen Doppelmantel für einen Gaskocher, der dann oben die heiße Abluft abführt. Dann hast du auch eine "Mantelheizung" aber weitaus weniger gefährlich und viel leichter zu realisieren...

oder nimm die Heizelemente von brewpi
https://store.brewpi.com/mashing/stainl ... ter-10000w

Die werben damit, das du damit ausreichend wenig W/cm² hast, so das nichts anbrennt, oder karamellisiert.
Ein Kunde von mir verwendet sowas erfolgreich.
www.brewpaganda.com
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#11

Beitrag von Biermann » Donnerstag 7. Februar 2019, 17:06

Hallo Tobias & Biermensch,

ich will keine große Diskussion über den Doppelmantelkessel mit elektrischen Heizpatronen. Das Thema brauchen wir nicht anschneiden, glaubt mir, wir wissen was wir tun und ich will wirklich keine 10 KW auf eine kleine Fläche meines Sudkessels brennen habe.

Diesen Kessel aus Edelstahl zu schweißen ist eine Arbeit von einem Tag für meinen Schweißer und die Kosten absorbiert mein Betrieb, also nicht von Bedeutung.

BTW, mein Vater hat mir mit 5 Jahren eingebläut: 'geht nicht - gibt's nicht, diese Kombination ist aus der deutschen Sprache entfernt'. Hat mir bis heute immer gut geholfen. Man muß sich halt anstrengen.

Mit besten Grüßen,

Jörg K.
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#12

Beitrag von Biermensch » Donnerstag 7. Februar 2019, 17:43

Ok, kein Thema. Mein ja nur...

Aber die Heizelemente gibts auch in 3500W. Da karamellisiert nix.
https://store.brewpi.com/mashing/stainl ... ter-35000w



Gruß
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#13

Beitrag von Biermann » Donnerstag 7. Februar 2019, 18:16

Okay Biermensch (hast Du auch einen Vornamen?),

Einfach gesprochen will ich alles was den Whirlpool hemmt aus dem Kessel entfernen. Vollkommen ungestörte Strömung damit die perforierte Wand ihren Dienst sauber leisten kann. Ich werde die Zeichnung noch aktualisieren wenn ich dazu komme.

Cheers, Jörg K.
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#14

Beitrag von Biermann » Donnerstag 7. Februar 2019, 19:14

Halllo, ich habe die Skizze in #8 editiert. Eingefügt wurden die Heizpatronen und die Whirlpoolwand wurde verlängert.

Jörg K.
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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#15

Beitrag von kettlmeier » Freitag 8. Februar 2019, 07:14

Warum willst du einen flachen boden? Der ist ja normalerweise der Funktion eines Topfes und seiner Beheizung geschuldet. Ich würde einen zylinderkonischen boden mit Restentleerung anstreben. Falls du beim flachen Boden bleiben willst solltesr du den Boden zumindest etwas schräg zum Auslauf laufen lassen für eine ordentliche Restentleerung, auch zum Säubern. Eine Mantelheizung ist natürlich etwas extrem tolles und die Königslösung, wenn Beschaffung und Unterhalt keine Rolle spielen.
LG
Tobias
PS: ich will auch so einen Betrieb! Macht ihr solche Auftragsarbeiten mit entsprechenden Zertifikaten?

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Re: Neue Braupfanne mit 30 L Auschlagmenge

#16

Beitrag von Biermann » Freitag 8. Februar 2019, 15:27

@Tobias, der Topf kann ja gekippt werden, pneumatisch, so Restenleerung sollt das Problem nicht sein.

Mit der ‚Zertifizierung‘ ist man bei uns (zum Gück) noch nicht so wie bei euch. Hier schwimmt zwar auch schon einiges an Papier, es ist aber noch überschaubar.

Jörg K.
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