Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

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borstel77
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Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#1

Beitrag von borstel77 » Mittwoch 12. Juni 2019, 14:02

Moin liebe Freunde,

ich braue in einer WM66 mein Bier und das funktioniert inzwischen recht gut. Trotzdem bin ich mit dem Abläutern noch nicht ganz zufrieden. Derzeit verwende ich eine Läuterhexe, die während des Maischvorgangs im Kessel verbleibt. Ich würde diese Läuterhexe gern andersweitig verwenden und habe mir einen Konstrukt überlegt, der wohl in Richtung Malzrohr geht.

Vorgabe ist, dass die Läutervorrichtung während des Maischens in der Maschine verbleibt. Umkippen der Maische in ein externes Läutergfäß schließe ich hier aus und ein Einsetzen der Konstruktion zum Ende des Maischens ebenfalls.

Nun habe ich mir folgendes überlegt. Ich möchte aus Edelstahlblech einen Zylinder bauen, der im unteren Bereich perforiert ist, sodass die Würze quasi zu den Seiten rausläutert. Der Zylinder würde folgende Abmaße haben Durchmesser 36cm, Höhe 29cm. Den perforierten Bereich würde ich erstmal mit 9cm ansetzen. Mit perforiert meine ich, dass ich im unteren Bereich Stege lassen will und dann von innen eine Edelstahlsiebschicht aufspannen will oder irgendwas aus dem BIAB-Bereich, Nylon-Filter oder dergleichen.
Bildschirmfoto 2019-06-12 um 13.04.32.png
Bildschirmfoto 2019-06-12 um 13.04.07.png
Eine Pumpe könnte am Seitenauslauf Würze aus dem gefilterten Raum abziehen und oben wieder in den Zylinder pumpen:

a.) während des Maischvorgangs
b.) nach der Läuterruhe zum Erreichen eine klaren Würze, um diese dann für das Kochen abzuziehen.
c.) den Nachguss seitlich in den gefilterten Raum zu geben und dann auf den Treber aufzubringen.

Daraus ergeben sich natürlich Fragen.

1.Funzt das Eurer Meinung nach? Vielleicht gibt es ja bereits ähnliche Konzepte bei komerziellen Lösungen. Ich will hier nicht den Dr. Nobel-Preis aus der Sesamstraße spielen.

2.Wie groß müsste die Maschenbreite sein, damit sich ein Läuter-Treber-Spelzen-Filtereffekt einstellt, aber die Maschen sich während des Maischen nicht zusetzen.

3.Wie hoch müsste der denn "perforierte" Bereich sein, damit es ein optimal mit der Höhe des Trebers klappen könnte.

Hier nochmal die Daten:

Durchmesser: 36cm
Höhe: 29cm
Grundfläche: 1000qcm
Volumen des Zylinders: 30L

Durchschnittlich maische ich derzeit mit Rezepten bei denen 7kg Malz ins Spiel kommen. Natürlich können es auch später mal 10kg Malz sein.
Die Rezepte werden so im 20L bis 35L-Bereich sein.


In einer späteren Ausbauphase könnte ich mir diesen Zylinder auch als Universal-Werkzeug vorstellen. Bspw mit einem darum gewundenen Kupferrohr für die Kühlung nach dem Kochvorgang oder zum Abkühlen der Maische bei der Durchführung des Earlschen Maischverfahrens. Die zylindrische Form würde auch die Effektivität beim Whirpool erhöhen, da bedingt durch die eckige Grundfläche die Rotation der Würze derzeit sehr schnell lachlässt.

Ich freue mich schon auf Eure Antworten

Gruß

Björn

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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#2

Beitrag von afri » Mittwoch 12. Juni 2019, 16:08

borstel77 hat geschrieben:
Mittwoch 12. Juni 2019, 14:02
2.Wie groß müsste die Maschenbreite sein, damit sich ein Läuter-Treber-Spelzen-Filtereffekt einstellt, aber die Maschen sich während des Maischen nicht zusetzen.

3.Wie hoch müsste der denn "perforierte" Bereich sein, damit es ein optimal mit der Höhe des Trebers klappen könnte.
2. am besten würde hier wohl lasergeschlitztes Blech passen, das sollte sich nicht zusetzen (Beim Lochboden im Einkocher ist das ja auch das Mittel der Wahl).

3. Ich behaupte mal: so hoch wie möglich, aber nur so hoch, dass sich noch ein Filterbett bilden kann. Schwierig, vielleicht die Hälfte der Schüttungshöhe?
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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#3

Beitrag von borstel77 » Mittwoch 12. Juni 2019, 16:20

welchen Abstand und Breite sollten denn Deiner Menung nach die Schlitze sein?

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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#4

Beitrag von afri » Mittwoch 12. Juni 2019, 23:00

Das weiß ich nicht, welche Maße haben denn die professionellen Bleche? Daran würde ich mich orientieren, bei deiner Fragestellung. Erscheint mir plausibel für die Aufgabe, einzelne Löcher werden sich vermutlich schnell zusetzen, daher die Langlochlösungen im Läuterblechbereich.
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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#5

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 13. Juni 2019, 08:38

Wenn ich dich richtig verstanden habe, willst du diesen ganzen Aufriss betreiben, um deine Läuterhexe anderweitig nutzen zu können. Geheimtipp von mir: Kauf dir eine zweite Läuterhexe, die gibt es schon für 8,50€ beim Chinamann.

Zum Thema Treberhöhe: Für eine wirksame Filterschicht brauchst du 12 cm Treberhöhe. Bei 1000 cm² Grundfläche im Zylinder bringt dir jeder cm Höhe einen Liter Volumen. 12 cm haben dann 12 Liter Volumen, du brauchst 6 kg Schrot, um diese 12 Liter Volumen zu füllen. Bei 7 kg Schüttung dürfen die Schlitze am Zylinder also maximal 1 cm hoch sein.

Die Vorteile, die dir der Zylinder beim whirlpoolen bringt, sind genau die Nachteile beim Maischen - deine Maische fährt Karussell und wird nicht konsequent durchmischt. Genau diese Durchmischung ist aber bei der WM66 wichtig, weil die Heizspiralen offen in der Maische liegen und nur durch die 600 U/min des Wellenrades und der eckigen Form der Wanne wird eine optimale Temperaturverteilung erreicht:

https://youtu.be/QcbmvpfDCQ0

Weitere Nachteile der Zylinderkonstruktion ergeben sich aus die Kombination mit der eckigen Wanne. Malzrohrsysteme leben davon, dass der Spalt zwischen Malzrohr und Topf möglichst gering ist. Bei einem Zylinderdurchmesser von 36 cm und 37 cm Seitenlänge der Wanne kommt das gut hin, jedoch ergeben sich in der Diagonalen a x SQR2, etwa 50 cm ohne die runden Ecken - da wird viel Raum verschwendet. Zudem kannst du mit dem Zylinder - und das ist ein Nachteil aller Malzrohrsysteme - die Durchflussgeschwindigkeit der Würze durch den Treber nicht oder nur mit Klimmzügen beeinflussen. Der Hahn am Läuterbottich ist mindestens so wichtig wie eine ausreichende Treberhöhe.

Deshalb heißt hier die Ideallösung: 2. Läuterhexe!


Cheers, Ruthard
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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#6

Beitrag von borstel77 » Freitag 14. Juni 2019, 08:53

Moin Ruthard,

vielen Dank für Deine Einschätzung. Eventuell probiere ich es mal mit einer zweiten. Ich hatte mir überlegt die vorhandene Läuterhexe wieder in meinen alten Läutereimer einzubauen und meine ursprüngliche Überlegung, eine zylindrische Whirpoolhilfe mit Tauchkühlung, um die von mir beschriebene Maisch- und Läuterlösung zu erweitern. Meinst Du wirklich, dass eine Durchmischung der Maische in einem Zylinder nicht mehr gegeben wäre?

Wie sieht denn Deine 2 Läuterhexen-Kombilösung verbaut aus? Wie ich sehe, scheinst Du ja auch mit einer WM66 bzw. zweien zu brauen. Hast Du eventuell noch ein paar Bilder oder eine Braudokumentation zu dem Deiner Lösung? Es sieht ja auf dem Bild so aus, als würde links gemaischt werden. Wie läuterst Du dann ab? Über den Kupferrohrbogen?

Gruß

Björn

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#7

Beitrag von Brauwolf » Freitag 14. Juni 2019, 11:00

Ja, es ist ein 2-Geräte Sudwerk - links in der WM600 wird gemaischt, in der WM66 rechts wird gekocht. Die Läuterhexe ist in der Maische versenkt, abgeläutert wird über den Kupferbogen - deswegen steht die linke Maschine auch höher. Diese Lösung spart mir den Hahn in der linken Maschine, ist aber noch nicht die endgültige Lösung.

Cheers, Ruthard
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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#8

Beitrag von borstel77 » Freitag 14. Juni 2019, 12:14

wie hast Du denn die Läuterhexen miteinander verbunden? Kreuz- und T-Stücke ... ich hab das mal durchgerechnet und theorethisch könnte man ja sogar drei Läuterhexe in Ringen platzieren. Die Verbindung der einzelnen Ringe wäre dann so wie ich es mir vorstellen kann über Kreuzstücke. Da muss man aber ganz schön an den Läuterhexen herumschnippeln, weil ich mal gelesen habe, dass man die Spirale nicht zu weit in das Gewinde des T-Stücks reinschrauben soll, da sonst der Würzefluss behindert wird. Das leuchet mir aber nicht ganz so ein, da ja die Spiral grundsätzlich als Filter fungieren soll. Hast Du nun zwei Läterhexen im Einsatz oder war das nur ein Vorschlag? Wenn ja würde mich mal interessieren, wie Du das gelöst hast.

Gruß

Björn

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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#9

Beitrag von Brauwolf » Freitag 14. Juni 2019, 12:30

Das war wohl ein Missverständnis, ich verwende nur eine Läuterhexe, und zwar in der linken Maschine. Das funktioniert prima und reicht auch so, weil die Läuterhexe perfekt in den Kessel passt.
Gekocht wird normalerweise mit einem Hop Spider, was den Schmodder schon mal deutlich reduziert. Über einen Monofilamentfilter wandert dann einwandfrei klare Würze in den Gärtank.

Cheers, Ruthard
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Re: Vorrichtung für seitliches Abläutern aus einem Zylinder

#10

Beitrag von borstel77 » Freitag 14. Juni 2019, 12:33

dann werde ich das mal verproben. Vielleicht gibt es ja im Forum schon einen Beitrag, wo jemand mehrere Läuterhexen kombiniert hat.
Aber schön jemanden gefunden zu haben, der auch mit einen Schwarzenberg Bier braut.

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