Self-Made-BIAB-Sack

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hr22
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Self-Made-BIAB-Sack

#1

Beitrag von hr22 » Montag 22. Februar 2021, 12:48

Servus, ich dachte mir, ich teile hier ein kleines DIY-Projekt.

Ich suche schon seit längerem eine Lösung, um meine Brautage für meine sehr kleinen Sud-Mengen (~5l) effizienter zu gestalten. Dabei kam ich schnell auf BIAB. Wenn man sich die BIAB-Säcke zum Kaufen ansieht, dann sind die entweder vollkommen überteuert für das, was sie sind, oder ihre Bewertungen sind unterirdisch.

Gestern hatte ich ein wenig Zeit und noch eine Polyester-Ikea-Gardine, deren Netzgröße perfekt für BIAB scheint. Also habe ich mich an Schneidebrett und Nähmaschine gesetzt und meinen eigenen kleinen BIAB-Sack für einen 12L-Topf genäht.

Die Grundlage bietet die doppelt gelegte Ikea-Gardine. Als Grundfläche habe ich einfach den Topf hergenommen und zwei runde Teile ausgeschnitten:
20210221_150952.jpg
Zum Zusammenhalten und die Stabilität habe ich mir einen festeren Baumwollstoff genommen und zu einer langen Bahn zusammengenäht:
20210221_151225.jpg
20210221_151804.jpg
Dann zweimal in der Mitte gefaltet und die Grundflächen-Stücke die Baumwoll-Bahn eingenäht:
20210221_152528.jpg
Im Anschluss das gleiche Vorgehen, um die Seiten des Sacks zu führen und zu stabilisieren, dann oben umgenäht, um zwei Griffe zum Ziehen aus dem Topf zu haben:
20210221_151804.jpg
Dann gab's die zwei Gardinen-basierten Seitenstücke, die jeweils von Baumwoll-Seiten-Griff zum Baumwoll-Seiten-Griff gehen und entsprechend an den beiden Griffen angenäht wurden.

Schließlich habe ich für den Abschluss oben wieder eine Baumwoll-Bahn zum Einfassen oben an die Gardinen-Seiten-Teile genäht und fertig war der BIAB-Sack:
20210221_170457.jpg


Ich habe den Sack jetzt einmal zwanzig Minuten ausgekocht, vor allem um zu sehen, wie das Polyester sich verhält. Soweit so gut: Es schmilzt nicht, das Wasser ist nicht verfärbt und nichts stinkt. Ob das ganze lebensmittelfest ist, weiß ich natürlich trotzdem nicht.

Ich werde die nächsten Tag mal einen Mini-Sud zum Testen brauen und schauen, wie es funktioniert :-).
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rsr03
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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#2

Beitrag von rsr03 » Dienstag 23. Februar 2021, 17:09

Ach, schon cool, was hier alles für Talente unterwegs sind. Nun wird auch noch genäht... Eine Nähmaschine habe ich auch noch. Allerdings warten zuerst noch einige andere Projekte.

Aber ich bin gespannt, wie sich das Teil bei Dir in der Praxis bewährt und freu mich auf einen Bericht.

Gruß,
Christian

hr22
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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#3

Beitrag von hr22 » Sonntag 28. Februar 2021, 08:08

Danke fürs Vorbeischauen :).

Gestern habe ich einen fünf-Liter-Sud Ale gebraut, das erste Mal mit Sack. Es war mein erster BIAB-Sud überhaupt. Der Sack hat seine Arbeit gut gemacht. Anfangs war ich etwas ängstlich, dass er anbrennen würde oder beim Anheben reißen, beides hat aber gut geklappt. Einzig zeigt sich, dass man die Nähte wohl wirklich nah an der Stoffkante setzen sollte, weil sich jetzt nach Brauen und Waschen noch ein wenig Schrot in den Nähren versteckt. Aber das ist kein Beinbruch.

Insgesamt hat mich, trotz anderer chaotischer Fehler am Brautag, das Brauen mit BIAB gerade für die kleine Sudgröße überzeugt und wenn der Sack nur dafür gut war, dann war es den Aufwand schon wert.

Juergen_Mueller
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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#4

Beitrag von Juergen_Mueller » Sonntag 28. Februar 2021, 15:03

Sehr interessant! Ich kenne mich mit BIAB nicht aus. Bekommt man damit eine klare Kochwürze hin?
Gruß Jürgen

hkpdererste
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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#5

Beitrag von hkpdererste » Sonntag 28. Februar 2021, 19:03

Nein, aber das ist auch nicht notwendig.

Das meiste setzt sich beim kochen am Topfrand ab wenns das erste mal hochkocht, der rest bleibt im Filter oder setzt sich vei der Gärung ab.

Das Bier wird trotzdem super klar.

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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#6

Beitrag von Barney Gumble » Sonntag 28. Februar 2021, 21:09

Sieht aber schon sehr grobmaschig aus. Habe zwei verschiedene Säcke aus der VR China im Einsatz, beide deutlich feiner, und mir ist der von den beiden feinere deutlich lieber weil da einfach weniger Trub ist. Mache biab ja nur so für Kleinsude (10 L) aber hier ist im Vergleich zum Läuterblech-Abmaischen immer noch mehr Trub. Dort lässt man doch extra klarlaufen, also daher ist mir das abgesehen vom bescheidenen Whirlpool einfach weiterhin nicht geheuer mit dem vielen Trub.
"Bier hinterher klar" hin oder her, die Hefe kriegt da letzten Endes trübe Brühe vorgesetzt..
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! (frei nach Henry Youngman)
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#7

Beitrag von Brauwolf » Sonntag 28. Februar 2021, 22:34

Die entsprechenden Stoffe von Ikea heißen Teresia (fein) und Lill (grob). Lill kostet 4 Euro, dafür gibt es zwei Stücke, ca. 3x3 Meter. Weil ich zu faul zum Nähen bin (trotz Kenntnissen und gefühlt sieben Nähmaschinen im Haus, einschließlich Doppelstichmaschinen mit Drehstromanschluss), wird der Stoff lediglich zweimal gefaltet und nach dem Abmaischen samt Treber entsorgt. Gebraut wird nach dem B.I.T.C.H.-Verfahren, noch eine Stufe minimalistischer als BIAB.

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Cheers, Ruthard
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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#8

Beitrag von hr22 » Dienstag 2. März 2021, 07:57

Juergen_Mueller hat geschrieben:
Sonntag 28. Februar 2021, 15:03
Bekommt man damit eine klare Kochwürze hin?
Die Würze war bei mir deutlich trüber als beim normalen Läutern, aber zum einen vertraue ich auf die Profis hier, die sagen, dass sich das klärt. Und zum anderen habe ich im Zweifel auch nichts gegen ein trübes Bier.
Barney Gumble hat geschrieben:
Sonntag 28. Februar 2021, 21:09
Sieht aber schon sehr grobmaschig aus.
...
"Bier hinterher klar" hin oder her, die Hefe kriegt da letzten Endes trübe Brühe vorgesetzt..
Im Vergleich zu den verkauften Säcken ist es natürlich extrem grobmaschig. Immerhin schwammen aber keine Malzstücke im Sud. Aus ehrlichem Interesse: Macht es irgendwas aus, dass die Hefe eine trübe Brühe vorgesetzt kriegt (außer dass das Bier vielleicht trüber wird)?
Brauwolf hat geschrieben:
Sonntag 28. Februar 2021, 22:34
Die entsprechenden Stoffe von Ikea heißen Teresia (fein) und Lill (grob).
Vielen Dank, Lil sieht vielversprechend aus. Wenn ich nach Lockdown wieder zum Ikea genötigt werden kann ;), nehm ich da mal ein Stück mit.

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Micha Ale
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Re: Self-Made-BIAB-Sack

#9

Beitrag von Micha Ale » Dienstag 2. März 2021, 08:24

Die Würze war bei mir deutlich trüber als beim normalen Läutern, aber zum einen vertraue ich auf die Profis hier, die sagen, dass sich das klärt. Und zum anderen habe ich im Zweifel auch nichts gegen ein trübes Bier.
Guude,
mache seit Jahren fast nur BIAB, und mein Lieblingsstil ist Pils.

Ich geb nen Teelöffel Irish Moss dazu, wenn ich es besonders klar haben will.
Spätestens dann sieht es aus wie ein Radebitsteiner.

Cooles Projekt btw!

LG,
Micha

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