Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

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Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#1

Beitrag von geriull » Sonntag 26. Oktober 2014, 09:21

Hallo alle miteinander,

Mein lieber Braukollege und ich haben uns voriges Wochenende ein ziemlich cooles Ding erstanden. (300 Eur.) (Bisher brauen wir mit einem Braumeister 50, jedoch wird uns der schon langsam zu klein).
Wir begaben uns also auf die Suche nach geeigneten Behältern um unsere eigene erste Selbstbaubrauanlage zu bauen.

So sieht unser cooles Ding aus:
Bild

Gekauft haben wir es als Kessel mit Rührwerk. (totalrauminhalt: ca.400L)
Der Kessel hat 3 Wände, wobei die Außenwand vom Heizmantel durch eine Schaumisolierung getrennt ist. Der Heizmantel hat am Kesselboden 2 gekennzeichnete Öffnungen mit Vorlauf und Rücklauf. Oben eine Öffnung - wahrscheinlich als Entlüftung.

2 Hülsen für Temperaturmessung (1 in den Heizmantel, 1 in den Kessel)
Das Rührwerk reicht innen bis zu den Wänden und zum Boden und ist eine Art Ankerrührer und dreht sich durch das Getriebe recht langsam. (ca 1 Umdrehung in 2 Sek.)
Wassermenge bis das Rührwerk vollständig eintaucht: ca 200L

Nun aber zu meiner eigentlichen Frage an Euch:
Welches Heizmedium und welchen Wärmeerzeuger würdet ihr uns empfehlen um den Mantel zu heizen.
Wir würden das Ding gerne zur Brauführung inkl. Hopfenkochen verwenden. (Abläutern würden wir in einen Milchtank)
Wasser (drucklos) wird wohl zu geringe Power für einen effizienten Kochvorgang liefern.
Mit Thermoöl haben wir keinerlei Erfahrung.

Wir bitten Euch um Eure geschätzten Tipps!

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#2

Beitrag von Marc90 » Sonntag 26. Oktober 2014, 09:51

Moin,

ich habe zwar ebenfalls keine Ahnung wie ich das Teil effektiv heizen würde, was mich aber auch Interessiert ist die Frage,
wo man so ein Teil für so wenig Geld findet? Angaben zum Prüfdruck des Mantels habt ihr vermutlich nicht, oder?

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#3

Beitrag von DaBonesDone » Sonntag 26. Oktober 2014, 10:01

Ist an dem Behätler ein Typenschild? Da müssten Angaben zu Druck usw. zu finden sein.

Gruß,

DaBonesDone

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#4

Beitrag von DerDennis » Sonntag 26. Oktober 2014, 10:45

Auf jeden Fall braucht ihr einen externen Durchlauferhitzer für das Heizmedium, oder ihr dichtet den Heizmantel ab und baut innerhalb des Mantels elektrische Heizstäbe ein (vermutlich schwierig bis unmöglich bei so einer Mantelkonstruktion). Als druckloses Heizmedium bietet sich Glyzerin an, da ungiftig und selbst in Verbindung mit Wasserresten ungefährlich (ist aber relativ teuer, Öl ist billiger).

Unter Druck beheizen macht nur bei Dampf Sinn, das Heizen mit Dampf ist jedoch potentiell deutlich gefährlicher als eine Glyzerin-Mantelheizung.

Weitere Infos findest du evtl. auch hier: http://hobbybrauer.de/modules.php?name= ... &tid=18182

Grüße
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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#5

Beitrag von geriull » Montag 27. Oktober 2014, 21:45

Hallo,
Danke für Eure raschen Antworten!
Typenschild habe ich (noch) keines gefunden, vorne am Behälter steht W.Schmidt, Seekirchen. http://www.schmidt-edelstahl.at/

Das ist offensichtlich eine Firma die sich auf den Edelstahlbehälterbau spezialisiert hat.
Unter anderem finden sich dort auch Informationen über Brauanlagen. Die dürften auch derlei Dinge im Auftrag fertigen.

Ich bin mir schon ziemlich sicher, dass es sich bei dem Teil sogar um einen Maischebottich einer aufgelassenen Hausbrauerei handelt.
Vergleiche mit vielen Bildern im Internet deuten darauf hin.

Ich habe bereits vor 1 Woche eine Anfrage an die Fa. Schmidt gesendet, mit der Bitte um ein paar Informationen zum Behälter, bisher leider ohne Rückmeldung.
Ich werde diese Woche noch einmal anfragen bzw. anrufen.

Gekauft haben wir den Behälter gebraucht über eine Österreichische Flohmarktplattform.- war als Behälter mit Rührwerk inseriert, ohne Konsens zum Thema Bierbrauen.
Ein Glücksfall, haben sogar noch 50 Euros runtergehandelt! :thumbsup

Direkte Beheizung durch Heizelemente in den Mantel fällt glaube ich aufgrund der schwierigen Realisierbarkeit aus, über eine Thermoölheizung habe ich auch schon nachgedacht.

Ich denke auch über folgende Möglichkeit nach:
Kessel mit Rührwerk nur für die Brauführung der Rasten verwenden (dann kann man drucklos über einen Durchlauferhitzer mit Wasser heizen), abläutern in einen Milchtank, der mit Heizwendeln ausgestattet wird (noch nicht vorhanden) um dort das Hopfenkochen zu erledigen.
Danach zur Kühlung wieder retour in den Kessel mit Rührwerk, 2-Wegehahn für Brunnenwasseranschluss zur Kühlung. (Unser Brunnenwasser hat im Sommer max 15°C, im Winter deutlich weniger.)
Man könnte dann noch sogar im Kessel mit Rührwerk ev. die Hauptgärung durchführen und danach in 200L Tank zur Nachgärung umfüllen.

Hat jemand von Euch schon mal einen Durchlauferhitzer für eine Mantelheizung eingesetzt?
Wer hat Erfahrung mit einer Mantelheizung mit Glycerin oder ähnlichem Wärmeträgerflüssigkeiten?

Vielen Dank für Eure weiteren Tipps!

Geri

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#6

Beitrag von stalwart » Dienstag 28. Oktober 2014, 10:17

Moin,
ich habe so etwas seit vier Jahren im Betrieb.
Einen Topf Edelstahl mit 50cm Druchmesser mit etwa 10ltr Speiseöl gefüllt. Innen drinn ist eine Erhöhung eingebaut sodass hierauf ein kleinerer Topf steht. In dem 50cm Topf ist eine Einschraub-Stabheizung installiert. Der Wärmeübergang könnte damit besser sein, da das Öl steht und turbulenz durch thermik annähernd null ist. Es sind etwa 1,0 bis 1,5°C/min, ausreichend für mich.

Liebäugeln tue ich auch mit einem Doppelmantel Behälter ein richtiger ist bisher aber nicht übern Weg gelaufen.

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#7

Beitrag von hufpfleger » Dienstag 28. Oktober 2014, 10:47

geriull hat geschrieben: Der Kessel hat 3 Wände, wobei die Außenwand vom Heizmantel durch eine Schaumisolierung getrennt ist. Der Heizmantel hat am Kesselboden 2 gekennzeichnete Öffnungen mit Vorlauf und Rücklauf. Oben eine Öffnung - wahrscheinlich als Entlüftung.
Hallo,

wie ist der Aufbau genau? Kann man die Außenwand abnehmen?
Dann könnte man ev. den inneren Hohlraum mit Glyzerin füllen und von außen eine el. Mantelheizung anbringen. Es könnte nichts anbrennen und Steuern ließ sich das auch noch einigermaßen einfach.
Gruß Dieter

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#8

Beitrag von stalwart » Dienstag 28. Oktober 2014, 14:34

Der Behälter is Prinzip wie hier aufgebaut. Außen Schale is mit geschäumt. innen Schale ist Heizmedium.

Mein Ansatz war in den Bodenstutzen eine Verlängerung einzugbringen wo dort dann das Heizelement eingebracht wird. Gefahr könnte hier sein, dass nicht genügend Durchmischung im Heizmedium stattdfindet und es lokal hohe Temperaturen annimmt.
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5173_1.jpg

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#9

Beitrag von stalwart » Dienstag 28. Oktober 2014, 14:38

DerDennis hat geschrieben:....ährlich (ist aber relativ teuer, Öl ist billiger).

Grüße

Glycerin ist ein Nebenprodukt bei der Speiseölraffination und ist vgl zu Öl höchstens halb so teuer. :Smile Der Pharmazeut verteuert. Jenachdem wo du Glyzerin anfragst...

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#10

Beitrag von geriull » Dienstag 28. Oktober 2014, 17:42

Hallo!

Der genaue Aufbau des Behälters ist wie folgt:

Unter der äußersten Hülle, ist eine ca. 7-8cm dicke Schaumisolierung. Diese ist nur rund um den Behälter angebracht (=Hohlzylinder). Der Boden ist frei.
Der Boden und der innere Hohlzylinder ist doppelwandig und ca 5-6cm dick und hohl. (=Heizmantel, den man mit dem Heizmedium befüllen kann. Im Boden sind auch die beiden Eingänge (aufgeschweißte Endstücke mit einem Gewinde). Einer ist gekennzeichnet mit Vorlauf und der andere mit Rücklauf. Dass heißt, hier war einmal eine externe Heizung angeschlossen.
Ob diese mit Dampf, Druckwasser oder Wärmeträgeröl ausgeführt war kann ich leider nicht sagen.
Oben am Behälter ist eine Tauchhülse, die in den Heizmantel geführt ist (Heizmediumtemperaturüberwachung). Weiters geht ein Endstück mit Gewinde in den Mantel, von dem ich denke, dass es als Entlüftung gedacht ist.

Der Behälter innen hat einen leicht schrägen Boden zum Totalablauf hin. Das Rührwerk hat einen Ankerrührer, der bis 1cm an die Kesselwand reicht und abgeschrägt ist, sodass die Maische darin schön umgewälzt werden kann und wahrscheinlich auch durch immer wieder "wegrühren von der Behälterwand" diese auch nicht so leicht anbrennen kann.

Nun, was ich als nächstes ausprobieren werde, nachdem das Ding nun 1 Woche mit Edelstahl-Gastroreiniger verdünnt gefüllt war um alles an Belägen zu entfernen ist, das ich mit Druckluft versuche eventuell noch vorhandene Reste an Heizmedium aus dem Mantel zu blasen.
Sollte ein Glycerin oder eine andere hochsiedende Wärmeüberträgerflüssigkeit im Einsatz gewesen sein, sollte noch nicht alles verdunstet sein und ich lüfte das Geheimnis der ursprünglichen Heizung. Vielleicht kommt aber auch Wasser heraus.

Die Idee mit dem Glycerin gefällt mir bisher am Besten, nur weiß ich noch nicht, ob ich den Mantel direkt (durch einbohren und aufsetzen von Gewindehülsen + Einsetzen von Heizelementen beheizen werde oder die Heizung extern auslege und das heiße Medium im Kreislauf pumpe.
Letzteres würde den Mantel unbeeinflusst lassen, was mir eigentlich lieber wäre.

Hat schon mal jemand von Euch eine externe Heizung für solche Zwecke gebastelt?
Ein kleiner Thermoölkessel mit Heizpatronen/Heizstäben erscheint mir sinnvoll. Kann mir jemand eine dafür geeignete hiztestabile Pumpe empfehlen?
Welche Heizelemente würden sich eignen? Bzw. kann man irgendetwas aus dem alltäglichen Leben dafür missbrauchen?

Danke jedenfalls jetzt schon für Eure zahlreichen Tipps, es macht viel Spaß hier das alles mit Euch zu besprechen!

Liebe Grüße,
Geri

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#11

Beitrag von DerDennis » Dienstag 28. Oktober 2014, 18:01

stalwart hat geschrieben:
DerDennis hat geschrieben:....ährlich (ist aber relativ teuer, Öl ist billiger).

Grüße

Glycerin ist ein Nebenprodukt bei der Speiseölraffination und ist vgl zu Öl höchstens halb so teuer. :Smile Der Pharmazeut verteuert. Jenachdem wo du Glyzerin anfragst...
Ja, aber es gibt auch billiges Öl, muss ja kein Speiseöl sein. ;)

Speiseöl ist auch eigentlich nicht so gut geeignet, da es meist schon oberhalb von 120°C schnell ranzig wird, stinkt, oft auch raucht und schnell verharzt. Richtiges Thermo-Öl ist sauteuer...
http://www.mercateo.com/p/340-8940130/T ... L_66_.html
(30 € / Liter)

Da ist Glyzerin im Vergleich wirklich noch günstig (z.B. hier 3,79 € / Liter: https://www.chemdiscount.de/chemikalien ... pflanzlich). Geht aber auch nur bis kanpp 160°c gut - wenns zu heiß wird (ab 200°C), dann wird das Glyzerin zu Wasser und einer Verbindung mit dem netten namen Acrolein zersetzt, letztere unpassenderweise relativ giftig...

Dieses Problem hat man mit Thermoöl oder Silikonöl nicht...

Grüße
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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#12

Beitrag von stalwart » Dienstag 28. Oktober 2014, 20:17

Moin,
man kann 3,79 €/ltr zahlen :Shocked :thumbdown

Faktisch gibt es da keinen Unterschied zwischen pflanzlichem Öl und pflanzlichem Speiseöl. Jenachdem an welcher Stelle du das Öl kaufst ist es raffinierter oder halt weniger.

Die Ranzigkeit angesprochen: falls du da ein xy Sonnen/Rapsöl von ALDI und Co verwendest macht du nichts falsch. die 120°C sind an den haaren herbeigezogen. Das was eintritt ist ein erhöhter Fettsäureanteil und genau dieser riecht anders als das Öl, stinken ist nicht der richtige Begriff. Das da was raucht kommt nicht vor (außer wenn Wasser im Öl ist) und verharzen sind ebenfalls Dinge die beim glycerin zubeobachten sind.

Nochmal ich mach diese variante seit einigen Jahren und es treten keine Probleme auf.

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#13

Beitrag von DerDennis » Dienstag 28. Oktober 2014, 21:02

Kennst du denn den Unterschied zwischen einem konstruktiven Beitrag und einem nicht-konstruktiven?
Ersterer wäre, mal einen handfesten Preis zu nennen. Und glaub mir, es haben sich schon einige schlaue Leute Gedanken zum Thema Ölbad gemacht.
Ich wiederhol nur was die sagen. :)

Zum Thema "an den Haaren herbeigezogen" und "ich mach das schon seit Jahren und es treten keine Probleme auf": http://www.focus.de/gesundheit/ernaehru ... 94299.html

Edith sagt noch - stimmt, es waren nicht 120°C, sondern 130°C bei kaltgepresstem Rapsöl: http://de.wikipedia.org/wiki/Rauchpunkt

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#14

Beitrag von Braufux » Dienstag 28. Oktober 2014, 21:54

Nabend geriull,

wenn Vor- und Rücklauf für das Heizmedium etwa den gleichen Durchmesser haben, ist es mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Heiz-Flüssigkeit gewesen. Bei einer Dampfheizung wäre der Rücklauf wesentlich kleiner als der Vorlauf (da muss der Dampf durch, zurück nur das Kondensat). Wenn der Rücklauf nicht ganz unten im Mantel sitzt, ist es eh kein Dampfheizmantel, weil das Kondensat dann nicht rauszubekommen wäre.

Wenn du nicht ABSOLUT sicher bist, dass der Heizmantel einen Überdruck verträgt: Lass die Finger davon! Wenn dir die über 100°C heisse Brühe aus einem Riss in die Visage schiesst, ist das kein Spass.


Für eine andere Anwendung habe ich einen selbstgebastelten Kessel mit Heizmantel. Darin benutze ich drucklos eine Mischung aus Wasser und Solarkollektor-Frostschutz (etwa 30/70) und erreiche damit rund 120°C im Mantel. Allerdings ist der Mantel von unten direkt per Gasflamme beheizt, d.h. ich muss die Wärmeträgerflüssigkeit nicht pumpen. Unter Umständen kannst du das ja auch so machen.

Die Sache mit der Pumpe hat in einem drucklosen System nämlich den Haken, dass an der Saugseite der Pumpe Dampfblasen auftreten, wenn man sich dem Siedepunkt der Flüssigkeit auch nur grob nähert. Dann pumpt da gar nix mehr, dann blubbert es nur noch. Thermoöl hat den Nachteil, dass es bei kleinen Strömungsquerschnitten, wie z.B. in elektrischen Trinkwasserdurchlauferhitzern, ganz schön hohe Druckverluste erzeugen kann, weil die Viskosität viel höher als die von Wasser ist. Dazu müsste also die Pumpe auf den korrekten Volumenstrom ausgelegt werden, sonst zerlegt dir der Erhitzer auch das beste Thermoöl oder er fackelt mangels Kühlung selbst ab, bevor du auch nur die Einmaischtemperatur erreicht hast. Externe Wärmeerzeuger sind leider nicht ganz trivial :puzz .

viel Erfolg, hab es gut

Braufux_

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#15

Beitrag von stalwart » Mittwoch 29. Oktober 2014, 06:42

Moin, da du dein Wissen umfänglich recherchierst gibt es da wohl nichts mehr zusagen. :puzz

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#16

Beitrag von geriull » Mittwoch 29. Oktober 2014, 08:56

Vielen Dank mal für Eure vielen Antworten!

Ich werde mir mal alles durch den Kopf gehen lassen und mich wieder bei Euch melden, wenn ich weiß, wie ich es machen werde.
Vielleicht erfahre ich ja noch etwas von der Erzeugerfirma des Kessels.

Ich denke mal, dass ich drucklos arbeiten werde und tatsächlich die Hopfenkochung in einem anderen Behälter machen werde.
Dann kann ich danach wieder die klare Würze in den Behälter zurückführen und dort die Kühlung auf Gärtemperatur mittels Brunnenwasser machen.

Liebe Grüße!

Geri

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#17

Beitrag von BerndH » Mittwoch 29. Oktober 2014, 09:30

Wenn ich das Ding mein Eigen nennen würde dann würde ich es wie ein Heizkörper an meine Zentralheizung anschliessen.
Die könnte bei Bedarf (unter temporärer Vernachlässigung des Hauses) mit 25 kwh nachheizen.

Aufpassen muss man dabei ob das Ausgleichgefäß mit der zusätzlichen Wassermenge klar kommt, sonst tauschen.
Am Brautag würde ich dann den Vorlauf möglichst hoch drehen.
Wiederum aufpassen das ein evtl. vorhandenen Fußbodenkreis dadurch nicht zu heiss wird.
Gibt es nur normale Heizkörper werden die nur oben sehr heiss, der Raum aber nicht wärmer als gewünscht.

Mit Strom den Pott zu beheizen scheidet vermutlich wegen des aufzuheizenden Volumens aus, außer du wohnst neben einem Kraftwerk. :)


Grüße

Bernd

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#18

Beitrag von Brauling » Mittwoch 11. März 2015, 01:48

Moin,
ich klinke mich hier mal ein.
geriull hat ja weiter oben nach ner hitzebeständigen Pumpe gefragt um Thermoöl/Glycerin zu pumpen.
Das selbige versuche ich auch gerade zu finden...
Heizungspumpe für Glycerin mit 150°C?
Für Thermoöl was wesentlich heißer sein kann?

Greetz Andy

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#19

Beitrag von Bieraculix » Montag 25. Mai 2015, 09:49

Servus,

Für das "Problem" mit der Hitzebeständigen Pumpe hätte ich vl. ne Idee, könnte man hierfür nicht aus dem KFZ Bereich eine "Ölpumpe" (verwenden diese sind großteils in Vollmetall ausgeführt und halten laut PKW min 120°C bei guter last leicht aus (wenn nicht mehr))

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Re: Heizmedium für Mantelheizung + idealer Wärmeerzeuger

#20

Beitrag von Brauladi » Montag 25. Mai 2015, 13:20

Moin,

die hier diskutierten Medien Glycerin und Öl scheinen schon der richtige Weg zu sein. Wasser aus dem Heizungskreislauf ist sicher möglich aber selbst wenn der Vorlauf auf 90 Grad celsius hochgepowerd wird bleibt nur ein Delta t von 12 Grad Celsius beim Abmaischen. Das wird bei 3-400 l dauern wenn nur über den Boden erwärmt wird.
Dampf sollte tatsächlich ausscheiden. Das ist gefährlich und offenbar ist der Kessel dafür nicht eingerichtet. Ablauf wie o.a. nicht an tiefster Stelle, Zu- und Ablauf gleich groß. Daher muss angenommen werden, dass der Kessel auch nicht für Druck ausgelegt wurde.
Der Kessel ist gut zum Maischen. Ob er auch zum Hopfenkochen geeignet ist sollten die Experten hier im Netz mal berechnen. Dazu braucht man aber bestimmt noch ein paar Faktoren.

Gruß

Hans Dieter

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