Rührwerkfragen Elektrik

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Toastmän
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Rührwerkfragen Elektrik

#1

Beitrag von Toastmän » Mittwoch 7. Oktober 2015, 09:07

Hallo Leute,
ich habe eine Frage an die Elektriker unter euch, es geht um die Steuerung meines aktuellen Projektes, eines Rührwerkes für meinen Einkocher Proficook 1066.

Ich habe mir ein Batterieladegerät (12V, 5 A) und einen Wischermotor von einem VW Golf bei Ebay geschossen, und dazu eine Motorsteuerung von Amazon:
http://www.amazon.de/6V-90V-Breite-Besc ... uctDetails

Erster Zusammenbau, ich schloss mein Ladegerät an die Motorsteuerung an, von dort zwei Kabel an den Wischermotor und Saft drauf. Resultat: Der Motor dreht sich (langsam) und die Geschwindigkeit lässt sich über die Motorsteuerung verändern aber alles sehr lahm und wenn ich den Poti von der Steuerung über die Hälfte aufdreh, geht der Motor aus.

Beim Stöbern durch das Forum hab ich den hilfreichen Hinweis gefunden, dass jeder Wischermotor zwei Gangarten beherrscht, je nachdem, welches Kabel vom Motor angeschlossen wurde, das würde fürs Brauen total reichen. Mich hat aber doch der Ehrgeiz gepackt, warum diese blöde Steuerung nicht funktioniert.

Ich hab also mal VAdderns Multimeter angeschlossen und gemessen, welche Spannungen in die Motorsteuerung rein- und wieder rausgehen. Rein war easy, es sind 13 Volt, ich tippe, das Einhell-Batterieladegerät nimmt es halt nicht so genau.
Raus war spannend: Je nach Stellung des Potis, hab ich hier Spannungen von 17 bis 18 Volt gemessen. Wenn ich den Poti ganz ausdrehe, habe ich nur 0,6 Volt, das verstehe ich als "AUS". Da müsste der Widerstand so hoch sein, dass kaum noch Strom fließen kann richtig?

So jetzt bin ich mit meinem gesunden Elektrohalbwissen aber am Ende, wieso bitte fließt dort ein Strom mit bis zu 18 Volt Spannung?

Ich hoffe ihr könnt mir auf die Sprünge helfen, vielen Dank!

Grüße
Hendrik

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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#2

Beitrag von heinrich2012 » Mittwoch 7. Oktober 2015, 10:00

Hi Hendrik,

warum willst Du noch die Drehzahl regeln. Schließ das Ladegerät an den Motor an und gut ist es, oder ?

Gruss Klaus

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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#3

Beitrag von afri » Mittwoch 7. Oktober 2015, 11:05

Das Dingen (Steuerung) arbeitet mit Pulsweitenmodulation bei ca. 15 kHz, das kannst du so ohne weiteres mit einem Dititalmultimeter nicht korrekt messen. Hier müsstest du mit einem Oszi rangehen (bei angeschlossenem Motor) und dir die Impulse ansehen.

Strange ist das Verhalten des Reglers aber schon ein wenig, meine beschlagene Glaskugel meint, das Steuerteil ist defekt. Aber ohne ein Oszillogramm schwer zu beurteilen.
Achim
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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#4

Beitrag von Toastmän » Mittwoch 7. Oktober 2015, 12:19

Danke für den Hinweis Achim, ja es war ein Digimultimeter, Oszillometer habe ich nicht.

@Klaus: Ja, so werd ich es auch machen, es war halt der Ehrgeiz ;).

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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#5

Beitrag von diapolo » Mittwoch 7. Oktober 2015, 15:00

Hi,
es liegt wahrscheinlich daran, dass dein Ladegerät einen Pulsierende Gleichspannung ausgibt, da bei den Batterieladegeräten die Siebkette und Pufferung wie bei einem "Normalen" Netzteil fehlt. Wenn du kein True RMS Multimeter hast mist dieses auf Gleichspannung den Spitzenwert. Das Ladegerät hat immer eine leicht höhere Spannung als 12V. Normalerweise um die 12,8V. Der Spitzwert der pulsirenden Gelichspannung liegt dann bei 12,8 x 1,41 (Wurzel 2) und ergibt 18,1V.
Deine Steuerung funktioniert mit solch einer unsauberen Gleichspannung nicht.

Wenn du die Drehzahl regeln willst brauchst du ein Gleichspannungsnetzteil mit 12V dann geht das. Oder eben den Motor direkt an das Ladegerät der Motor ist dann so träge dass ihn die Spitzenspannung nicht stört...


mfg

Bernd

EDIT: Mein Gott was für ein Deutsch, hab mal den Text überarbeitet...
Zuletzt geändert von diapolo am Donnerstag 8. Oktober 2015, 17:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#6

Beitrag von marsabba » Mittwoch 7. Oktober 2015, 21:55

wo er recht hat,hat er recht...

Kauf dir sowas...


Martin

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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#7

Beitrag von Toastmän » Mittwoch 7. Oktober 2015, 22:15

Wow Bernd das war ja die totale Tiefenanalyse, prima dann weiß ich wenigstens woran ich bin. Ich werde das ladegerät direkt an den Motor anschließen und zwar auf langsamer Stufe. Das wird es bringen. Also danke in die Runde, jetzt weiß ich Bescheid und lass die Steuerung weg.
Gut Sud ;)
Hendrik

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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#8

Beitrag von diapolo » Donnerstag 8. Oktober 2015, 17:05

Kein Ding,
dafür ist ja ein Forum da!
Endlich wusste ich auch mal was :redhead :Ätsch

mfg

Bernd
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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#9

Beitrag von Toastmän » Mittwoch 30. März 2016, 22:58

Vielleicht nochmal abschließend: Ich hab das Ladegerät direkt angeschlossen aber auf die schnelle Stufe, bei langsam ist die Maische angebrannt. Aber es klappt soweit alles.

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Re: Rührwerkfragen Elektrik

#10

Beitrag von Mastersergeant180 » Donnerstag 31. März 2016, 07:46

Mensch Bernd da sieht man das die Ausbildung was gebracht hat :Bigsmile
Wird Zeit sich mal wieder zu treffen, hoffentlich verpenn ich den nächsten Stammtisch nicht wieder.
Wer seinen Kinderglauben sich bewahrt, in einer reinen, unbefleckten Brust - und gegen das Gelächter einer Welt zu leben wagt, - wie er als Kind geträumt - bis auf den letzten Tag: das ist ein Mann!" (Henning v. Tresckow)

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