Aufbau einer Microbrauerei?

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prok
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Aufbau einer Microbrauerei?

#1

Beitrag von prok » Samstag 19. Dezember 2015, 22:23

Hallo Leute,
ich stehe vor einer riesen Entscheidung. :Waa Ich könnte mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen und eine kleine feine Microbrauerei aufbauen.
(Entweder Nebengewerblich oder als Verein geführt) Geeignete Räumlichkeiten sind vorhanden. Allerdings hab ich immer die Rieseninvestition einer großen Brauanlage gescheut.
Bei einem BM 500 sind wir ja gleich mal bei knapp 30.000 Euro. Dazu noch ein paar passende druckfeste Gär- und Lagertanks und wir sind ruck zuck bei 50.000 Euro. Und damit sind wir ja noch nicht fertig… :crying :thumbdown

Vor einer Woche hat sich die Möglichkeit ergeben über einen Bekannten an gebrauchte Tanks aus einem Industriebetrieb zu kommen. (Lebensmittelecht und unbedenklich)
Ich könnte 3 Stk. Edelstahltanks bekommen. 1100 Liter Volumen, auf drei massiven Beinen stehend, unten mittig mit 50 mm Ventil, im unteren Bereich ein Anschluss für Zwickelhahn,
oben 2-3 Blindanschlüsse mit ca. 50 mm Durchmesser, einer mit 200mm Durchmesser außerdem oben ein ca 30-40 cm Mannloch.
Einer davon mit Getriebeuntersetztem Industriemotor und Edelstahlrührwerk. Alle drei bis 4 bar druckfest!!! Außerdem noch zwei baugleiche, ebenfalls druckfeste Tanks mit 500 Liter Fassungsvermögen.

Mein Plan sieht wie folgt aus:
Der 1100er mit Rührwerk wird mein Maischebottich/Sudkessel. Die Tanks haben eine Wandstärke von angeblich 4mm. Ich würde am Boden des Tanks einige Gasbrenner montieren.
Vom Platz her müssten sich 6 Gaskocher mit je 14 KW ausgehen. ( die Polsinelli 500er Anlage ist ja auch nur ein Topf, der mit einem 35 KW Kocher befeuert wird) Man muss den Kessel ja nicht voll anfüllen. Wenn ich damit „nur“ 500 Liter kochen kann ist das auch ok.
Eingemaischt wird über das Mannloch. Brüden ziehen über die 200mm Öffnung oben ab. Abmaischen über die 50 mm Öffnung im Boden. Abläutern in einem (noch zu kaufenden) Edelstahl-Milchbottich mit Läuterblech. Von dort mit Pumpe wieder zurück in den Kessel. Dann kochen. Danach Läuterblech raus aus dem Milchbottich, und diesen als Whirlpool verwenden.
Das Jungbier wäre somit fertig, und ich hätte noch 2 Stk. Drucktanks mit 1100 Liter und 2 Stk. Drucktanks mit 500 Liter für Gärung und Lagerung zur Verfügung. Das sollte für eine Microbrauerei doch erst mal reichen. Oder?
Die Tanks könnte ich für 5000€ bekommen.

2 Fragen:
Glaubt Ihr, das mit den Gaskochern kann funktionieren?
Was haltet ihr von dem Preis? Würdet ihr zuschlagen?

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#2

Beitrag von Seed7 » Samstag 19. Dezember 2015, 22:53

Das einzige das ich dazu sagen werde, arbeite von hinten nach vorne, wieviel platz hast du und wie sieht die abfuellanlage aus. Abfuellen ist der Flaschenhals, zeitlich und finanziell,

Ingo
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#3

Beitrag von Sto Lat » Sonntag 20. Dezember 2015, 01:31

Zu der Gas-Sache kann ich nix sagen.

Tänks:
Vergleichs mal mit den Preisen für Weintanks - die Gärbehälter sind Edelstahl und deutlich günstiger. Siehe auch zB https://www.willhaben.at/iad/kaufen-und ... 140918300/
(mehr hab ich auf die Schnelle nicht gefunden, aber ich habe schon früher Angebote ausgeforscht für max. 1€/Liter). Druckfest sind die beiden Beispiele nicht, aber auf Landwirt.com werden immer wieder welche angeboten, die auch nicht so viel teurer sind als mein Beispiel hier.
Kommt jetzt drauf an, wie gut du den Verkäufer kennst, wie weit er weg ist, etc...Das einzige was mich wirklich beeindruckt, ist das Rührwerk. Und natürlich, dass du dir die Tanks nicht einzeln von verschiedenen Anbietern zusammensuchen musst. Trotzdem glaube ich, du kannst noch ein bisschen nachverhandeln. Ich würde es zumindest tun.

Freut mich, dass du dich dazu entscheiden willst Dealer zu werden. Falls ich helfen kann, klopf an.

lg

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#4

Beitrag von Bernstein » Sonntag 20. Dezember 2015, 08:15

Guten Morgen. Ich schliesse mich Seed7 an. Planungen beginnen immer bei der Lagerung. Hinzu kommen
noch so "Kleinigkeiten" wie lebensmittelechte Schläuche, Fittinge und Pumpen, Plattenkühler, die Anforderungen an die Räumlichkeiten (Gesundheitsamt), Fass bzw. Flaschenreinigung (Gesundheitsamt), Abfüllzeug, CO2 Flaschen,
Druckminderer, Ausschanktechnik und und und....

Zeichne Dir alle Schritte auf ein grosses Blatt Papier auf. Vom Endprodukt (Fass/Flasche) bis hin zum Wasserhahn
fürs einmaischen. Dann weisst Du genau was Du alles brauchst. Das Sudhaus ist eher das geringere Problem.

Gruss Matthias

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#5

Beitrag von OS-Schlingel » Sonntag 20. Dezember 2015, 10:51

Hallo in die Runde,

ich habe mich gerade entschlossen, den Part des Spielverderbers zu übernehmen.

Systematischer Ablauf:

Erstellen eines Businessplans zusammen mit einem Steuerberater oder der Handwerkskammer (?)

Gespräch mit potentiellen Lieferanten der Anlagenteile - Bedarfsermittung
Welches Bier soll gebraut werden, welche Technik resultiert daraus?
Welche Anlagenteile gibt es gebraucht, was sollte man dringend neu anschaffen?

Feststellung der Kosten für das Brauen (Rohstoffe - Abnahmemengen, Energiekosten, Personalkosten- fester Lohn)
Neue Maschinen mit geringen Energiekosten oder gebrauchte Maschine mit hohen Betriebskosten?
Preis je Liter Bier wird hier schnell die Investitionskosten amortisieren.

Gespräch mit Behörden wegen Erfordernissen zur Abnahme der Anlage.

Habt Ihr das Geld nicht komplett, müsst Ihr sowieso mit der Bank sprechen.
Leasing ist vielleicht auch eine Alternative.
Finanziert wird nur etwas von Wert.... gebrauchte Sachen....mmmmhhhh

Soweit wie möglich freies Geld behalten

Sollte dann Geld verdient werden, müsst Ihr erst mal das Finanzamt bedienen. Aufrechnung gegenüber dem Finanzamt nur durch
abschreibungsfähige Investitionen.

Folge: Ihr müsst rechnen..... und wenn Ihr dann noch Lust habt ....habt Ihr eine echte Chance nicht nur Geld zu verlieren.


Trotzdem viel Erfolg!

Stephen :Smile :Greets
Zuletzt geändert von OS-Schlingel am Sonntag 20. Dezember 2015, 11:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#6

Beitrag von Sto Lat » Sonntag 20. Dezember 2015, 11:02

Jetzt mal langsam...
Ich habe mich entschlossen, die Rolle des Spielförderers zu übernehmen.

Man könnte ja so vorgehen:
Wenn einer die 5000€ für die Tanks hätte und sie ohne (oder mit geringen) weitere(n) Kosten lagern könnte, wäre ja mal nix verloren.
Die Tanks haben kein Ablaufdatum, werden also nicht schlecht. Wird nix draus, kann er sie weiter verkaufen.

Dann schaut man halt weiter.

Man muss ja nicht gleich voll einsteigen. Nachdem der User Prok einen Job hat, kann er sich Zeit lassen und sehen was draus wird. Alles was er wissen will ist, ob die Tanks ein guter Kauf wären und wie das mit dem Gas ist. Das ist alles. Wenn er weitere Fragen hat, wird er uns fragen (oder auch nicht).

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#7

Beitrag von hufpfleger » Sonntag 20. Dezember 2015, 11:07

prok hat geschrieben:Ich könnte 3 Stk. Edelstahltanks bekommen. 1100 Liter Volumen, auf drei massiven Beinen stehend, unten mittig mit 50 mm Ventil, im unteren Bereich ein Anschluss für Zwickelhahn,
oben 2-3 Blindanschlüsse mit ca. 50 mm Durchmesser, einer mit 200mm Durchmesser außerdem oben ein ca 30-40 cm Mannloch.
Einer davon mit Getriebeuntersetztem Industriemotor und Edelstahlrührwerk. Alle drei bis 4 bar druckfest!!! Außerdem noch zwei baugleiche, ebenfalls druckfeste Tanks mit 500 Liter Fassungsvermögen.
Hallo,

da du das ja gewerblich betreiben, beschäftige dich mal mit der Druckbehälterverordnug (alte Bezeichnung) und den ev. Tüv dazu.
prok hat geschrieben:Ich könnte 3 Stk. Edelstahltanks bekommen. 1100 Liter Volumen, auf drei massiven Beinen stehend, unten mittig mit 50 mm Ventil, im unteren Bereich ein Anschluss für Zwickelhahn,
Außerdem noch zwei baugleiche, ebenfalls druckfeste Tanks mit 500 Liter Fassungsvermögen.
Der Zoll wird geeichte Behälter, ev ein geeichtes Flowmeter o.ä. in dieser Größenordnung verlangen, die regelmäßig nachgeeicht werden müssen.
prok hat geschrieben:Der 1100er mit Rührwerk wird mein Maischebottich/Sudkessel. Die Tanks haben eine Wandstärke von angeblich 4mm. Ich würde am Boden des Tanks einige Gasbrenner montieren.
Vom Platz her müssten sich 6 Gaskocher mit je 14 KW ausgehen.
Setz dich mal mit dem " Amt für Brandschutz" in Verbindung und mach dir Gedanken zwecks zwangsgesteuerter Zu- Abluft (Kaminkehrer?).
prok hat geschrieben:Glaubt Ihr, das mit den Gaskochern kann funktionieren?
Wäre es nicht sinnvoller (und energiesparender), el. Flächenheizungen und Außenisolierung zu verwenden?

Nur mal so als Tipp, nicht bös gemeint, wenn du das gewerblich betreiben willst, schalte die "Hobbybrauerbastelgehirnwindungen" ab..........
Gehe vielleicht mal auf die IHK- Seite und erstelle nur für dich als Überblick mal einen Businessplan. Diesen gewissenhaft erstellt, gibt dir nicht nur einen Überblick über die Kosten, sondern auch jede Menge Anregungen über Aufwendungen, an die man im ersten Planen garnicht denkt.
Gruß Dieter

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#8

Beitrag von hb9cjs » Sonntag 20. Dezember 2015, 11:45

Die Vorschläge mit dem Businessplan unterstütze ich auch.
Und dann sollte man sich auch Gedanken darüber machen wie man das Bier auch absetzen kann.
Niemand hat auf eine neue Brauerei gewartet, es ist schnell eine Menge gebraut, aber an den Kunden bringen
ist etwas ganz anderes. Die Restaurants haben in der Regel Knebelverträge, da kommt kein neues Bier an den Hahn.
Und Spezialitätenbierbars nehmen nur kleine Mengen ab.
Ich würde aus eigene Erfahrung sagen, die Technik ist mit Abstand das kleinste Problem.
Ich betreibe seit mehr als 8 Jahren eine Mikrobrauerei und kenne es ein wenig.

Gruss Üelu

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#9

Beitrag von Malzwein » Sonntag 20. Dezember 2015, 11:56

WodkaFan hat geschrieben:Jetzt mal langsam...
....
Man muss ja nicht gleich voll einsteigen. Nachdem der User Prok einen Job hat, kann er sich Zeit lassen und sehen was draus wird. Alles was er wissen will ist, ob die Tanks ein guter Kauf wären und wie das mit dem Gas ist. Das ist alles. Wenn er weitere Fragen hat, wird er uns fragen (oder auch nicht).
Wie bei Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber ....

Wir reden doch über Deutschland? Ich mache den Schritt in die Selbständikeit im handwerklichen Bereich gerade mit meinem Sohn durch (ich mache ihm die Buchhaltung). Er muss glücklicherweise nicht sofort die Familie ernähren, die Basics sind gesichert. Er konnte jedenfalls schon feststellen, dass es für Klein- und auch Nebengewerbe in Deutschland praktisch keine Erleichterungen gibt und Versicherungs- und Zwangsbeiträge nicht zu vernachlässigen sind.

Der Lebensmittebereich ist in Deutschland sehr stark reglementiert. Wenn länderrechtlich keine Brauchtumserleichterungen vorgesehen sind (Zoigel- oder Straußenwirtschaft) kann es sehr aufwändig werden. Wie schon in vielen Beiträgen hier geraten, sollten Gespräche mit den zuständigen Behörden ganz vorne in der ToDo Liste stehen. Für mich wäre das auch vor der Investition von nur 5.000€ fällig.

Ansonsten finde ich die Idee, von hinten in der Prozesskette anzufangen, für sehr gelungen. Wir hatten mal jemanden, der das fertige Bier ohne Kühlung auf dem Dachboden lagern wollte. In diesem Sommer wäre das Bier bei uns dort pasteurisiert worden (oder doch eher verdorben?). Die Brauanlage ist in der gesamten Prozesskette das geringste Problem und auch die kleinste Investition, wenn es nicht gerade eine Kaspar-Schulz werden soll.

Wenn lebensmittelrechtlich zulassungsfähige Räume vorhanden sind, ist aber schon eine wichtige Bedingung für eine Microbrauerei erfüllt.
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#10

Beitrag von Sto Lat » Sonntag 20. Dezember 2015, 12:00

Malzwein hat geschrieben: Wie bei Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber ....

Wir reden doch über Deutschland?
Nein. Tun wir nicht.

:Drink

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#11

Beitrag von Malzwein » Sonntag 20. Dezember 2015, 12:28

Dann kann es ja nur besser sein (mein persönliches Vorurteil).

Darauf ebenfalls ein :Drink
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut! :P

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#12

Beitrag von Brauturm » Sonntag 20. Dezember 2015, 13:05

Das grösste Problem werden deine Gas Brenner werden oder hast du Erdgasanschluss ? Mit den grossen Gasflaschen wirst du mind.4 benötigen die du nicht innen lagern darfst . ausserdem hast du die Vereisung der Flaschen sobald sie nur noch 1/4 voll sind.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#13

Beitrag von inem » Sonntag 20. Dezember 2015, 13:07

Wer sagt denn, dass prok nicht einen Businessplan hat? Soweit aus den Postings bisher lesen konnte, handelt es sich bei prok um eine eher besonnene Person und ein Businessplan war nicht gefragt. Auch die Tipps zu deutschen Behörden sind bei einem Österreicher nicht hilfreich, also bitte zurück zum Thema Kessel/Tank .

flip
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#14

Beitrag von flip » Sonntag 20. Dezember 2015, 13:09

Was mit in dem zusammenhang mit neuen Anlagen einfällt. Es hat doch hin und wieder mal jemand nach der 500er Anlage von Polsinelli gefragt.
Nur falls es für den Investor relevant ist, ob die Anlage neu sein muss, oder nicht.
http://www.polsinelli.it/de/shop/bierhe ... extra.html

Aber es kam nie wirklich eine Antwort darauf. Also es scheint sie noch keiner zu benutzen.
Auch wenn diese nicht automatisiert ist, so kostet sie nur rund ein Drittel der Anlagen vergleichbarer Größe
und man sollte mit ihr relativ flott zwei Sude hintereinander brauen können.

Nur mal so für den Hinterkopf.

Scheibelhund
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#15

Beitrag von Scheibelhund » Sonntag 20. Dezember 2015, 14:54

Wenn man das ganze von hinten nach vorn plant, hätte ich als erste Frage: Wo will ich mein Bier verkaufen. Und zu welchen Preisen.
Im Winter trink' ich und singe Lieder
aus Freude, daß der Frühling nah ist,
und kommt der Frühling, trink' ich wieder,
aus Freude, daß er endlich da ist.

hufpfleger
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#16

Beitrag von hufpfleger » Sonntag 20. Dezember 2015, 14:59

inem hat geschrieben: Auch die Tipps zu deutschen Behörden sind bei einem Österreicher nicht hilfreich,
Hallo,

ein klein wenig höflicher geht's auch.
Ich habe jetzt mal die Mitgliedskarte aufgerufen, nur da kann ich erkennen, das prok aus Österreich ist. Das macht aber bestimmt kaum einer vor einer Antwort.
inem hat geschrieben: also bitte zurück zum Thema Kessel/Tank .
Thema ist nicht Kessel/ Tanks, sondern Aufbau einer Microbrauerei.
inem hat geschrieben:Wer sagt denn, dass prok nicht einen Businessplan hat? Soweit aus den Postings bisher lesen konnte, handelt es sich bei prok um eine eher besonnene Person und ein Businessplan war nicht gefragt.
Da prok ja in seinem Eingangspost die hohen Investitionskosten angesprochen hat, habe ich den Vorschlag gemacht, nur für sich selbst mal einen Businessplan zu erstellen, um eine Kostenübersicht zu haben. Da er vor einer Woche erst die Tanks angeboten bekam und noch nicht einmal weiß wie er sie Betreiben soll, hat er bestimmt noch keinen Businessplan. Ich habe für Meinen jedenfalls mehr wie eine Woche gebraucht.

......aber deine Antwort war hilfreich.....
Gruß Dieter

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#17

Beitrag von OS-Schlingel » Sonntag 20. Dezember 2015, 15:22

Hallo an den Scheibelhund und all die anderen die hier helfen wollen!

Ich glaube, der Ausdruck der Fürsorge, ist deutlich herausgebracht worden.
Hobby und Marktwirtschaft sind schwierig zu vereinen ohne vielleicht auch noch die
Lust am Brauen zu verlieren, da jetzt ein Muss dahinter steht.

An den Reaktionen im Forum erkennt man, dass auch Berufs- u. Nebenerwerbsbrauer hier sind.
Positive und negative Äußerungen werden dargestellt, vor allem auch von der Kosten- und Absatzseite.
Nicht zu vergessen, dass wir es auch mit Lebensmitteln zu tun haben.

Jeder darf daraus seine Erfahrungen und Konsequenzen ziehen!

Das ist das schöne an diesem Forum!

Gruß Stephen
:thumbup
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#18

Beitrag von Duke » Sonntag 20. Dezember 2015, 18:03

Nabend!

Die Jungs vom Läuterwerk in Münster brauen mit einer Polsinelli 500.

https://www.facebook.com/lauterwerk

http://www.laeuterwerk.de/

Aufm Fratzebuck-Account ist auch die Anlage zu sehen.

Gruß

Norman

Edith kennt die Rechtschreibregeln
„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“ Kurt Tucholsky

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#19

Beitrag von sycorax » Sonntag 20. Dezember 2015, 18:35

2 Fragen:
1.Glaubt Ihr, das mit den Gaskochern kann funktionieren?
2.Was haltet ihr von dem Preis? Würdet ihr zuschlagen?
1.Kenne mich mit Gas nicht aus.
2.Eher schon. Dünkt mich günstig.

Ich möchte selbst eine Mikrobrauerei aufbauen. http://www.tormentbrewery.ch Mein grösstes Problem ist der Ort/Platz/Räumlichkeiten hierfür. Ich konnte aus deinem Post nichts dergleichen entnehmen was für eine gute Lösung spricht.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#20

Beitrag von prok » Sonntag 20. Dezember 2015, 20:02

Hallo Leute,
schön das so eine rege Diskussion entstanden ist. Danke für die vielen Rückmeldungen.
Meine Gedanken dazu:

Das Projekt Microbrauerei startet mit Sicherheit nicht sofort. Bin gerade beim Haus bauen.
Wir bekommen auch ein großzügiges Nebengebäude wo die Brauerei dann untergebracht werden könnte. Ich würde mit die Tanks vorerst mal auf Lager legen.
Platz ist vorhanden und die werden ja nicht schlecht.
Das ganze drum herum ist mir schon klar. War lange Zeit selbstständig.
Mir geht’s wirklich in erster Linie um die Drucktanks.

Frage an die gewerblichen Brauer unter uns:
Flaschengärung kommt ja wohl für einen gewerblichen Brauer nicht in Frage, oder?
(aufzuckern-Erhöhung des Alkoholgehalts-ungenaue Karbonisierung, ...)

Drucklos vergären und dann in 50 Liter Keg wieder Gas aus der Flasche draufzudrücken kanns ja auch nicht sein (teuer, umständlich)

Daher denke ich, es kann nur mit Drucktanks funktionieren. Und die sind, meiner Recherche nach, im Vergleich zu drucklosen Bier oder Weintanks normalerweise um ein vielfaches teurer.
Vor allem in dieser Ausführung mit Mannloch usw. Oder liege ich da falsch? Bekommt man die eh an jeder Ecke um kleines Geld?

Einen Tank als Maischepfanne und Sudkessel zu verwenden war nur so eine Idee. Da die Tanks ein Rührwerk verbaut haben würde sich das anbieten. Riesiger Hockerkocher drunter und fertig….
Die Polsinelli Anlagen sind ja auch nur Töpfe die auf einem großen Hockerkocher stehen und frei befeuert werden. Und wie in diesem Tröt schon zu sehen war,
werden die Anlagen anscheinend auch in Deutschland so zugelassen. (Abgasproblematik usw….)

Ich denke in Österreich sollte das noch weniger zum Problem werden.
Ich kenne einen gewerblichen Microbrauer aus dem Waldviertel, der auf einer selbst zusammengeschweißten Anlage aus alten Milchtanks arbeitet.
Das Ding wird mit Holz befeuert und ist zu 100 Prozent selbst zusammengebastelt. Gärtanks selbst gebaut, Flaschenfüller selbst gebaut, usw. Der macht im Monat mittlerweile 15 Hl.
Also, ich würde das nicht immer alles so pessimistisch sehen. Natürlich muss man sich schon im Klaren sein, worauf man sich da einlässt.
Aber keine Sorge. Ich bin ein erwachsener Mensch, relativ klar im Kopf mit Erfahrung als selbstständiger Gewerbetreibender....

Mir geht’s, wie schon gesagt, in erster Linie um eure Meinung zu den Drucktanks.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#21

Beitrag von prok » Sonntag 20. Dezember 2015, 20:11

Ach ja, Fotos:
Dateianhänge
20151220_154150.jpg
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#22

Beitrag von Sto Lat » Sonntag 20. Dezember 2015, 20:23

Hallo,

nochmal: 1€/Liter gilt für Drucktanks. Das wären bei dir - wenn ich das richtig gerechnet habe - 4300€ für gebrauchte Tanks. Das ist aber zB ohne Lieferung. Ich würde sagen, 4500 ist dein Paket wert, daher würde ich nachverhandeln. Es kommt aber dabei auf Faktoren an, die du hier nicht erwähnst:
- sind die Tanks besonders nah oder werden dir sogar für den Preis geliefert?
- sind die Tanks in besonders guten Zustand?
- kennst und vertraust du dem Verkäufer?

Das kann dann durchaus ein paar Hunderter mehr wert sein. Ich beziehe meine Erfahrung zu gebrauchten Edelstahl Tanks von meinen Hirnwixereien bzgl. Weinanbau.
Fazit: Superbillig würde ich das Angebot nicht nennen. Sehr teuer ist es aber auch nicht. Es kommt auf das Gesamtpaket an. 4500 wäre der Preis den ich versuchen würde rauszuschlagen (ohne Lieferung).
Du kannst meine Aussagen auf Landwirt.com und Hochholzer.com verifizieren.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#23

Beitrag von Seed7 » Sonntag 20. Dezember 2015, 20:44

prok hat geschrieben: Flaschengärung kommt ja wohl für einen gewerblichen Brauer nicht in Frage, oder?
.
In Deutschland wohl nur fuer Obergaerig, aber ja das funktioniert schon.
Alternative ist drucklos gaeren und mittels CO2 karbonisieren in einem separaten Tank. Dazu brauchst du einen gekuehlten (0°C) Drucktank, CO2 Flaschen, CO2 Stein, Druckmesser, Durchflussmesser und eine gegendruck fueller anlage.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#24

Beitrag von flying » Sonntag 20. Dezember 2015, 21:30

Also wenn ich mir die Tanks so anschaue, dann sieht das nach bester, stabiler Industrieware aus. Die Dinger haben doch sicher auch Typenschilder? Ich komme aus der chemischen Industrie und kenne mich ein wenig aus. Auch mit den Preisen für solchen Tanks. 5000 € halte ich für ein Schnäppchen und Du solltest zugreifen. Wenn es nicht klappt, kannst Du die sicher ohne Verlust wieder verkaufen?

Außerdem solltest Du über Innenkocher nachdenken.
Held im Schaumgelock

"Fermentation und Zivilisation sind untrennbar verbunden"
(John Ciardi)

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#25

Beitrag von Mediterror » Sonntag 20. Dezember 2015, 21:41

hufpfleger hat geschrieben:
prok hat geschrieben:Ich könnte 3 Stk. Edelstahltanks bekommen. 1100 Liter Volumen, auf drei massiven Beinen stehend, unten mittig mit 50 mm Ventil, im unteren Bereich ein Anschluss für Zwickelhahn,
Außerdem noch zwei baugleiche, ebenfalls druckfeste Tanks mit 500 Liter Fassungsvermögen.
Der Zoll wird geeichte Behälter, ev ein geeichtes Flowmeter o.ä. in dieser Größenordnung verlangen, die regelmäßig nachgeeicht werden müssen.
Sorry Falsche Info!!!!

Dem Zoll ist es volkommen egal ob deine Tanks geeicht sind oder nicht!

Die "Verkaufseinheiten" ( Fässer, Flaschen) müssen geeicht sein, alles andere ist egal.
Steuer o.Ä. wird nur nach abgefüllten einheiten Berechnet und nicht nach Tankgröße.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#26

Beitrag von prok » Sonntag 20. Dezember 2015, 22:32

@ Flying: Innenkocher hört sich Interessant an.
Wie sind die denn aufgebaut? Wie funtioniert sowas vom Prinzip her?

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#27

Beitrag von saschabouchon » Sonntag 20. Dezember 2015, 22:55

Hi,

Du könntest es vom Prinzip her machen wie beim brewtower! Es sind mehrere heizelemente, die im Kessel verbaut sind. Einfach ne kombirast machen und gut! Das war wohl die Grundidee...hier kannst du Details nachlesen.

viewtopic.php?f=20&t=2026&hilit=Brewtower

Bestes Grüße
Sascha
http://www.brauhardware.de
Rührwerk selber bauen, von der Einkocher- bis zur 70l Brauklasse! Läuterfreund, Edelstahlhähne etc...

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#28

Beitrag von inem » Montag 21. Dezember 2015, 02:45

prok hat geschrieben: Frage an die gewerblichen Brauer unter uns:
Flaschengärung kommt ja wohl für einen gewerblichen Brauer nicht in Frage, oder?
(aufzuckern-Erhöhung des Alkoholgehalts-ungenaue Karbonisierung, ...)
Flaschengärung wird bei einigen gewerblichen Microbrauereien gemacht. Auch bei den großen wie Stiegl gibts das bei Sondersuden hin und wieder.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#29

Beitrag von hufpfleger » Montag 21. Dezember 2015, 08:42

Mediterror hat geschrieben:
hufpfleger hat geschrieben:
prok hat geschrieben:Ich könnte 3 Stk. Edelstahltanks bekommen. 1100 Liter Volumen, auf drei massiven Beinen stehend, unten mittig mit 50 mm Ventil, im unteren Bereich ein Anschluss für Zwickelhahn,
Außerdem noch zwei baugleiche, ebenfalls druckfeste Tanks mit 500 Liter Fassungsvermögen.
Der Zoll wird geeichte Behälter, ev ein geeichtes Flowmeter o.ä. in dieser Größenordnung verlangen, die regelmäßig nachgeeicht werden müssen.
Sorry Falsche Info!!!!

Dem Zoll ist es volkommen egal ob deine Tanks geeicht sind oder nicht!

Die "Verkaufseinheiten" ( Fässer, Flaschen) müssen geeicht sein, alles andere ist egal.
Steuer o.Ä. wird nur nach abgefüllten einheiten Berechnet und nicht nach Tankgröße.
Hallo Mediterror,

in D (nicht Ö) entsteht die Biersteuer (bei einer Größe von 500l Ausschlagmenge sinnvoll), wenn das Bier dem Steuerlager entnommen wird. Das ist der spätmöglichste Zeitpunkt. Man könnte in dieser Größe auch die Biersteuer noch als Brauen nicht aus nicht genehmigter Herstellung (oder wie das genau heißt), eben wie ein Brauer über der 200l Grenze, entrichten. Dann spart man sich das Steuerlager, die Steuer fällt aber sofort mit Zugabe der Hefe an und nicht erst mit dem Abgang aus dem Steuerlager, also erst kurz vor dem Verkauf. In beiden Fällen muß aber zwingend die Menge und Höhe der Stawü ermittelt werden. Die Menge kann ich aber nur mit geeichten Geräten, einem Flüssigkeitsmesser oder geeichten Behältern ermitteln. Diese Angaben kontrolliert im gewerblichen Bereich der Zoll!

Die o. a. "Verkaufseinheiten" wie Fässer und Flaschen haben, sofern sie unter 50l sind vom Herstellungswerk her eine "ewige Eichung" und müssen nicht nachgeeicht werden. Hierbei wird eine Verkaufsteuer (Mwst), die je nach Geschäftsform im Vk enthalten ist oder separat ausgewiesen wird, vom Finanzamt erhoben.

:Grübel... und was war die falsche Info? :Grübel
Gruß Dieter

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#30

Beitrag von Mediterror » Montag 21. Dezember 2015, 09:44

Servus Hutpfleger,

sorry wuste nicht das dies auch für gewerbliche gilt. Dachte dies währe nur für Hobbybrauer gültig und alle anderen Bräuchten ein Steuerlager.
Jedoch finde ich es trotz alle dem einfacher die Abgefüllte Menge über ein Steuerlager anzugeben als mit geeichten Tanks.
Die Stammwürzeangaben sind natürlich erforderlich, dies hat jedoch nichts mit den Tanks zu tun.

Zu den Fässern. Soweit ich noch gelernt habe müssen alle Fässer regelmäßig geeicht werden. Ausnahme sind Kegfässer! Diese müssen nur nach Reperaturen nachgeeicht werden. HAb ich eben in meinen Unterlagen ( Lehre 96) nachgelesen.

Gruß

Medi

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#31

Beitrag von hufpfleger » Montag 21. Dezember 2015, 10:25

Im Biersteuerbuch hast du eine Abteilung "Zugang" und "Abgang" ins Steuerlager. Den Zugang kannst du nur über geeichte Geräte ermitteln, das sind eben geeichte Flüssigmesser oder geeichte Behälter. Gleiches gilt für den "Abgang". Dann gibt es noch den "unversteuerten Abgang, auch der wird nicht geschätzt, sondern...

Der unversteuerte Abgang ist interessant für den Haustrunk und wenn ein Sud mal schlecht wird. Der Schlechte wird unter Zollaufsicht vernichtet und von der hergestellten Biermenge abgezogen. Der Haustrunk darf ohne Zoll vernichtet werden :Drink Ist das Bier aber schon versteuert (nicht genehmigte Herstellung) wird's kompliziert, dann kommt Bürokratie ins Spiel :Mad2
Gruß Dieter

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#32

Beitrag von alias2222 » Montag 21. Dezember 2015, 12:12

Hallo prok

Seit kurzem habe ich auch den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und bin sehr angenehm überrascht wie das ganze Fahrt aufnimmt.
Ich habe mich dazu entschieden meine Biere auf verschiedenen Anlagen zu brauen, dass heißt ich Zahl eine Pacht für jeden Sud. Ich braue dann auf den Anlagen selber. Das ist mir wichtig.
So habe ich dann aber auch verschiedene Vorgehensweisen um mein Bier bis in die Flasche zu bekommen.

1.)
Ich vergäre drucklos und Füll dann mit Speise in Kegs zur Nachgärung. Dann mit einem gda in die Flasche

2.)
Ich vergäre in einem offenen Gärtank und tu dann Grünschlauchen in Drucktanks und dann mit einer Abfüllanlage mit Förderband in die Flaschen.

3.)
Ich vergäre drucklos und Füll dann mit Speise direkt in die Flaschen ab (Hefeweizen)

Also es gibt viele Möglichkeiten um professionell Bier abzufüllen. Auch sind manche Teile dieser Anlage selber zusammengebaut und von den Behörden abgenommen worden. Es gibt immer günstig Milchtanks die man verwenden kann.

Ich denk du machst das schon.
Meiner Meinung nach würde ich aber kein Gas verwenden. Ich benutze Gas auf meiner Versuchsanlage, da ist das ne tolle Geschichte, aber wenn ich mir vorstell das mit einer 5 - 10hl Anlage zu tun, graust es mir. Da schwappt halt doch öfter was über oder du spritzt mit Wasserschläuchen rum, da kommt halt dann schon auch was in die offene Flame.

Das Angebot scheint mir aber sehr fair. Freunde haben gerade 10x 10hl Drucktanks gekauft und die waren schon teurer.

Ich wünsch dir jedenfalls alles gute. Können ja mal quatschen wie es bei dir so weiter läuft.
Grüße
Alexander
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#33

Beitrag von Bbq » Montag 21. Dezember 2015, 12:22

Moin,

hab mal eben deine Befeuerung durchgerechnet.

Angenommener Wirkungsgrad 80%
Volumen: 500L
Befeuerung 6 * 14KW

Daraus resultiert eine Veränderung der Temperatur von 1°C in 31 Sekunden.
Aber es ist nicht linear, umso höher die Temperatur umso größer die Verluste.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#34

Beitrag von Chrisssss » Montag 21. Dezember 2015, 13:00

Wir sind auch gerade in der Gründungsphase, inkl. Businessplan und co. Wenn du fragen hast, kannst du dich gerne bei uns melden. In der Größenordnung liegst du bei der Investition sicherlich im 6-stelligen Bereich, wenn du es vernünftig aufziehst. Neben der Sudpfanne gibt es da noch einige andere eichtige Posten (Industrieestrich mit Schräge, Ablaufrinne befahrbar Edelstahl, ordnungsmäßige Fliesen auf Epoxidharz, Warmwasserbereitung, Abzug, Kühlzellen/Kühlaggregate und Installation, Elektro und CO2 Installation, Edelstahl Regale/Boards, Schläuche/Aufroller, HD-Reiniger/Dampf, Keg/Flaschen Reinigung, Befüllung, Gär- und Lagertanks,...

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#35

Beitrag von flying » Montag 21. Dezember 2015, 19:35

prok hat geschrieben:@ Flying: Innenkocher hört sich Interessant an.
Wie sind die denn aufgebaut? Wie funtioniert sowas vom Prinzip her?
googel mal nach Stromboli- Innen/Außenkocher. Hat meines Wissen auch schon mal jemand aus dem Forum nachgebaut. Einbau- Heizpatronen sind auch gut fürs Kochen. Zum Maischen braucht man allerdings spezielle Heizpatronen mit niedriger pro cm² Heizleistung.
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#36

Beitrag von prok » Dienstag 29. Dezember 2015, 19:12

Hallo Leute,
bin immer noch hin und hergerissen ob ich die Tanks nehmen soll oder nicht. Konnte sogar noch einen zusätzlichen 1100er zylindrokonischen Drucktank raushandeln… :Bigsmile

Frage an die gewerblichen Brauer unter uns bzw. an die, die gerade den Schritt wagen:

1.) Welche Absatzmengen pro Monat erachtet ihr als realistisch?
(so ca. 6-12 Monate nach Markteinführung) Leider lebe ich in einer sehr Tourismusschwachen Region. Es wird also nur der lokale Markt bedient werden können.
Wer hat Erfahrungswerte, bzw. was habt ihr so kalkuliert?

2.) Welche Gewinnspannen sind pro Liter Bier als realistisch anzusehen?
Mir ist schon klar, dass das auf unzählige Faktoren ankommt, aber die die schon gewerblich unterwegs sind, werden ja schon mal eine Nachkalkulation durchgeführt haben. Vielleicht mag ja einer verraten, was da rausgekommen ist.
Bzw. die, die schon einen Businessplan erstellt haben, werden ja eine Gewinnspanne angenommen haben, die ihrer Meinung nach realistisch ist. Vielleicht mag ja von denen jemand etwas verraten. Bleibt eh unter uns… :P

Auch wenn die Microbrauerei nicht zum Broterwerb dienen muss und nur ein Hobby sein soll, sollte doch zumindest ein bisschen was übrig bleiben. :Drink

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#37

Beitrag von Nansen » Dienstag 29. Dezember 2015, 20:58

Du hast überhaupt keinen Plan, außer dass du kommerziell brauen willst.
Nimms mir nicht übel, aber da kannst du auch ne Tischlerei oder Bäckerei aufmachen wollen.
Wenn es trotzdem was wird, war es pures Glück.
Du kannst es Dir vorstellen. Also kannst Du es auch brauen.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#38

Beitrag von OS-Schlingel » Dienstag 29. Dezember 2015, 21:18

Guten Abend,
ich kann Nansen auch nur zustimmen. Zu Beginn des Threads habe ich bereits auf einen strukturierten Geschäftsaufbau hingewiesen.
Wir müssen nach allen Beiträgen zur Kenntnis nehmen, dass jemand € 5.000,- über hat und einfach nur etwas kaufen möchte.

Günstig scheint es zu sein und nun sollten wir Ihn kaufen lassen!

Ob mit oder ohne Businessplan.... :thumbdown :thumbdown :thumbdown

Voller Erwartung auf Neues aus der eröffneten Mircobrauerei zu hören.....


Gruß vom Schingel
:Grübel
Or kindly when his credit's out
Surprise him with a pint of Stout
:Smile

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#39

Beitrag von Bierolo » Dienstag 29. Dezember 2015, 22:08

Ich hoffe inständig,
dass hier mit gesundem Menschenverstand kalkuliert wird und keine Mio EU-Ausschreibungen anstehen.
"Vorzeige-Projekte" wie in Berlin und Hamburg haben sich um wieviel % verteuert ???
Wer also mit 50.000 EUR rechnet ? Was wenn es später 75 / 100 / 200 / 500 werden könnten ???
Habe ich Rücklagen oder wird es eine Pleite, an der ich Jahrzehnte abstottere ?

OT:
Mir wurde mal von einem Kollegen ein Projekt "Kauf Ferienwohnung" angeboten.
Auf meine Frage woran verdient man, am Verkauf oder an der Vermietung ?
Ich erhielt nur ein Grinsen.

Parallel zum Bierbrauen der Normalo.
Fahre ich x km um Bier einzukaufen ?
Genügen mir die Craft-Nachfolger von Lidl und Öttinger ?

Oder wie ist die Prognose für 3 / 5 / 10 Jahre ???

Wie hat sich der Einzelhandel / Gastrobereich in den letzten 10-20 Jahren entwickelt ? / Ist ein Trend erkennbar ?
Wie sieht die Zukunft aus ?
Kann ich mit Drohnen ein (gezapftes) Bier ausliefern ?

Zum Schluss:
Eine erfolgreiche Geschäftsidee, bei der am Ende auch ein paar Cent Gewinn über sind, sollte imho auch ohne "Schnäppchen"
belastbar finanziert / kalkuliert werden. Die HW ist dann aus meiner Sicht sekundär.

Und was antworten 3 verschiedene Banker wenn man 30.000 EUR Kredit haben möchte ?


Cheers
:Drink
Bierolo startet in der 20L Einkocher-Liga.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#40

Beitrag von prok » Mittwoch 30. Dezember 2015, 02:03

Hallo Leute!
Nochmal zusammengefasst: Wie wahrscheinlich viele von uns, spiele ich mit dem Gedanken irgendwann mal eine Microbrauerei zu gründen.
In ein paar Jahren wenn ich mit dem Hausbau fertig bin und neue Herausforderungen suche.
Deshalb verzeiht mir wenn ich heute noch nicht mit einem fertigen Businessplan in der Tasche durch die Gegend laufe.

Die ganze Geschichte wurde erst vor wenigen Tagen durch das Tankangebot überraschend aktuell.
Das Angebot ist Zeitlich sehr begrenzt, denn nach dem Weihnachtsurlaub gehen die Tanks wie ursprünglich geplant zum Schrotthändler und sind weg.

Ich habe die letzten Tage mit meinem Braupartner ein wenig herumgerechnet und die ersten Schritte Richtung Bussinesplan unternommen.
Dabei sind natürlich einige Fragen aufgetaucht.
Ich hoffte, dass ein paar alte Hasen mit eigener Microbrauerei und Erfahrung ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern würden, und mir ein paar hilfreiche Tipps geben könnten, bzw mir meine Fragen beantworten könnten.
Leider geht’s in den meisten Kommentaren nur darum wie unvorbereitet ich bin, welche Kostenlawine mich erschlagen wird, das das sowieso nichts wird,
das ich scheinbar nicht die wirtschaftliche Kompetenz besitze so ein Projekt zu stemmen ,usw.

Mich würde wirklich mal interessieren, wer von den Tippgebern selbst erfolgreich eine Microbrauerei führt, und wer mich hier belehren möchte, ohne jemals selbst ein Unternehmen geführt zu haben.
@ Nansen: Tischlerei/Zimmerei mit 20 Mitarbeitern hatte ich schon. Backen kann ich nicht. Brauen schon.

Keine Ahnung was da los ist, aber so eine negative Stimmung gegenüber Gründungswilligen ist mir echt unerklärlich…

Vielleicht will/kann mir jemand meine ursprünglich gestellten Fragen beantworten…..

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#41

Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 30. Dezember 2015, 02:39

prok hat geschrieben: Vielleicht will/kann mir jemand meine ursprünglich gestellten Fragen beantworten…..
Nein, die Fragen kann dir niemand beantworten, da wir keine Ahnung haben was du eigentlich machen willst.
Das weisst du anscheinend selber noch nicht. Was für Bier willst du brauen, wer ist deine Zielgruppe ?

Willst du regional einsteigen oder auf die Craftbeer-Welle aufspringen ?

Was die Gewinnmargen angeht ist da einiges machbar, aber ohne Kenntnisse im Bereich Marketing/Werbung
wirst du da wohl eher im unteren Bereich bleiben. Du musst rückwärts rechnen, wurde wohl schon erwähnt,
um einen Preis pro Flasche zu haben. Davon ziehst du 19% MwST und nochmals 30% Händlermarge ab.

Von dem was übrig bleibt musst die Herstellungskosten ausrechnen. Dazu gehören neben den Rohstoffen
auch die Flaschen, Kronkorken, Etiketten, Investitionskosten, Steuerberater... Blablabla
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#42

Beitrag von Seed7 » Mittwoch 30. Dezember 2015, 09:38

Eigentlich ist es ganz einfach, sehr viel sparen und alles aufbauen. Dann das geld als verloren betrachten, alles auf Rot Schwartz gewinnt. Ab dann ist jeder pfennig "gewinn".

Ingo
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#43

Beitrag von Schlupfer » Mittwoch 30. Dezember 2015, 12:49

Hi Prok,
um auf das Thema zu kommen: Sicher könnte man theoretisch mit den beschriebenen Tanks irgendwie einen Brauprozess durchführen.
Ich würde mir diese Tanks aber nicht kaufen, weil
- 5 k€ für die Tanks sind okay, aber auch nicht ein ultimatives Schnäppchen wo man jetzt unbedingt zuschlagen muss. Solche Angebote kommen wieder....
- direkte Gasfeuerung im gewerblichen Bereich ist selten, da mit hohem Aufwand hinsichtlich Funktion und Sicherheit verbunden. Das kostet zusätzlich. Elektrisch heizen wäre 1. Wahl.
- Einmaischen über Mannloch kann man machen -> reinigen auch? Da musst Du Spritzdüsen für CIP einbauen.
- Wenn die Tanks für Gärung und Lagerung so wie auf den Bildern aussehen, hätte ich Bedenken bzgl. der Reinigbarkeit der Behälter. Da sind Anschlüsse (und Einbauten?) die man nicht braucht und das ist im hygienisch sensiblen Kaltbereich nicht gut. Wie sieht es mit Sprühkugeln zur CIP-Reinigung aus?
- Läuterbottich, PWT, Heißwassertank, Tankkühlung, kleine CIP, Pumpen kommen mindestens auch noch zur Basisaustattung dazu. Rechne das und die Modifikationen mal überschlägig zu den 5k€ für die Tanks und Du kommst in einen Bereich, wo es möglicherweise passendere Austattung fertig zu kaufen gibt.

Gruß
Michael

@BWLer: Wenn Jemand ein paar Euro über hat um damit zu spielen und diese ver(sch)wendet um mal was auszuprobieren was ihm/ihr Spass macht ist das doch okay.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#44

Beitrag von mbr » Mittwoch 30. Dezember 2015, 14:56

Alle Tanks um das Geld würde ich nehmen.
Kannst dir ja einen Vergleich bei einem Schlosser anbieten lassen. Ist aber sicherlich nicht billig weil Druckgeräterichtlinie, Firmezertifikate usw.

Musmax ist hier in Ö ein sehr günstiger Tankhersteller. Leider nur bis 280 Liter um etwa 700 Euro exc.

Die Tank werden nicht schlecht. Natürlich ist das Puplikum schon sehr klein die soetwas brauchen.
Wenn du also das Geld beim Hausbauen nicht brauchst, und auch in den nächsten 5-10 Jahren nicht, kannst auf jedem Fall kaufen.
Die Tanks werden ja immer teurer (auf am Gebrauchtmarkt).

Fraglich ist bei diesem Druchmesser die Kühlung bei der Hauptgärung. Die Oberfläche zum Volumen ist schon relativ klein. Ich denke hier brauchst du bereits eine Mantel-Eiswasserkühlung. Die Temperatur muss für ein wiederholbares Ergebnis einfach konstant bleiben. Falls du eine offene Hauptgärung mit anschließender Nachgärung in den Tanks geplant hast, würds wieder gehen.

Zum Gasbrenner:
Gas sollte nur angedacht werden, wenn eine elektrische Heizung nicht möglich ist (Hausanschluss...).

Siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heizwert
1kg Gas hat in etwa 45MJ/kg. Eine 10kg Flasche (Lagerhaus) kostet über 50 Euro => 450MJ = 125kWh für über 50 Euro
Bei 18c pro kWh hast du nur 22,5 Euro. Mit einem Gasbrennerwirkungsgrad von etwa 50% kommst du auf die 5-fachen Energiekosten. Die 50% sind durchaus realistisch, weil du den Tank bei einem Gasbrenner nicht so gut isolieren kannst und die Abgasverluste nicht mit einer Gasheizung vergleichbar sind.

Ich selber braue immer 150 Liter. Nebenbei laufen einige Waschanlagen, Gebläse usw. für die Abfüllung. Da fehlt mir der Storm für die Heizung und deshalb nehme ich Gas.
Ich habe einen voll gekapselten Gasbrenner mit etwa 50kW Leistung. Luftzufuhr über Gebläse um auf Lambda=1 zu kommen. Gibtst du nur 20% zuviel Luft zu, fällt der Wirkungsgrad bereits enorm.
Um die Temperatur am Tankboden zu senken (Anbrennen) muss eine Abgasrückführung her. Die Verbrennung muss hoch turbolent gehalten werden um eine gute Durchmischung und Wärmeübergang über den verhältnismässig kleinen Tankboden zu erreichen.
Du siehst - ein Gasbrenner ist schwierig zu bedienen und zu automatisieren. Strom ist das billigste und einfachste.
Bei einem Gas-Hausanschluss sieht das natürlich anders aus.

Einen offenen Gasbrenner wie beim Grill finde ich persönlich für ein Gewerbe nicht profesionell und im Betrieb zu teuer.
Es gibt auch die Möglichkeit E- und Gas zu kombinieren. Beim Vorwärmen, Halten und Kochen ist die geforderte Leistung überschaubar. Um von einer Haltestufe zur Nächsten zu kommen kann man mit Gasbrennern ergänzen. Ist aber auch noch teuerer als Strom. Strom kostet einfach nichts!
Der Brenner und der Tank müssten dann wieder gekapselt und Isoliert sein. Es wäre wieder ein Gebläsebrenner notwendig.

Es gibt fürs Schnapsbrennen Ölofen. Hie habe ich keine Erfahrung aber vl kennst du ja jemanden...
Heizöl 42,6MJ/kg für etwa 80c => 426MJ = 118kWh für 8 Euro. vlg. Strom 21 Euro.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#45

Beitrag von Scheibelhund » Donnerstag 31. Dezember 2015, 01:46

Meine Erfahrung ganz zu Beginn war, daß man öfter was Gebrauchtes überhastet gekauft hat und hinterher feststellte, daß es entweder nicht paßt oder verschlissen ist. Hier zahlt sich Geduld aus. Erst wenn man wirklich genau weiß was man bracht sollte man loslegen.
Im Winter trink' ich und singe Lieder
aus Freude, daß der Frühling nah ist,
und kommt der Frühling, trink' ich wieder,
aus Freude, daß er endlich da ist.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#46

Beitrag von Odin » Donnerstag 31. Dezember 2015, 01:52

Das stimmt leider :crying Wenn man feststellt, dass das gerade gekaufte nicht ins setup passt, dann hilft nur verkaufen. Meistens wird man das ohne Verluste wieder los.
Bierherstellung beginnt mit dem Ausschlagen der Würze :Drink

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#47

Beitrag von Seed7 » Donnerstag 31. Dezember 2015, 08:58

"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#48

Beitrag von Franz60 » Donnerstag 31. Dezember 2015, 09:21

Hallo zusammen,
ich verfolge dieses hier sehr gespannt und wundere ich etwas.
zum einen denke ich ohne eigenkapital und klare marktanalyse sowie stratigie halte ich das fùr äusserst bedenklich und gefährlich.
auch im.hinblick auf das zahlenwerk wie :

wareneinsatz
betriebskosten
investionskosten

db 1
db 2
sowie returne investment
braeke even point.
bin für einen bekannten gerade so etwas am aufbauen.
die ersten drei jahre sind die härtesten und schwersten.
das muss alles berücksichtigt werden sonst könnte es ein waterloo geben.
vg
franz

Ps. denke auch der craftbeer markt wird von vielen seiten geflutet.
auch hier musst dich besonders hervor heben

Hempell
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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#49

Beitrag von Hempell » Mittwoch 30. März 2016, 17:25

Chrisssss hat geschrieben:Wir sind auch gerade in der Gründungsphase, inkl. Businessplan und co. Wenn du fragen hast, kannst du dich gerne bei uns melden. In der Größenordnung liegst du bei der Investition sicherlich im 6-stelligen Bereich, wenn du es vernünftig aufziehst. Neben der Sudpfanne gibt es da noch einige andere eichtige Posten (Industrieestrich mit Schräge, Ablaufrinne befahrbar Edelstahl, ordnungsmäßige Fliesen auf Epoxidharz, Warmwasserbereitung, Abzug, Kühlzellen/Kühlaggregate und Installation, Elektro und CO2 Installation, Edelstahl Regale/Boards, Schläuche/Aufroller, HD-Reiniger/Dampf, Keg/Flaschen Reinigung, Befüllung, Gär- und Lagertanks,...
Bei Fliesen kann ich dir Hexagonal-Fliesen empfehlen, die von der Beschichtung etwa doppelt so dick sind wie sonstige Fliesen. Die sechseckigen Formen sind perfekt für unebene Böden und sind zudem pflegeleicht. [entfernt] kann man sich der Qualität der Steinzeugfliesen informieren lassen.
Zuletzt geändert von Ladeberger am Mittwoch 30. März 2016, 21:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Aufgrund von Spamverdacht entfernt

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Re: Aufbau einer Microbrauerei?

#50

Beitrag von Fricky » Mittwoch 30. März 2016, 18:59

Hempell hat geschrieben:Bei Fliesen kann ich dir Hexagonal-Fliesen empfehlen, die von der Beschichtung etwa doppelt so dick sind wie sonstige Fliesen. Die sechseckigen Formen sind perfekt für unebene Böden und sind zudem pflegeleicht. [entfernt] kann man sich der Qualität der Steinzeugfliesen informieren lassen.
schon wieder Hexagonalfliesen....
handelst Du mit dem Zeug? :Grübel
Zuletzt geändert von Ladeberger am Mittwoch 30. März 2016, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.
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