Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

Alles zum Thema Brauanlagen-Selbstbau. Für Steuerung und Automatisierung bitte das Unterforum "Automatisierung" nehmen.
Antworten
Benutzeravatar
diapolo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1360
Registriert: Montag 27. Januar 2014, 19:12
Wohnort: nähe Nürnberg
Kontaktdaten:

Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#1

Beitrag von diapolo » Freitag 7. November 2014, 22:47

Hallo zusammen,
ich konnte nicht wiederstehen und musste es einfach ausprobieren ob und wie die Töpfe zu schweißen sind.
Hier mal ein kleiner Bericht wies funktioniert.
Als erstes habe ich mir das Datenblatt zum Stahl gesucht http://www.dew-stahl.com/fileadmin/file ... 016_de.pdf Hier stand drin, dass der Stahl bedingt schweißbar ist mit einem 1.4502 Schweißzusatz. Dieser ist verhätnismäßig hoch legiert, das hilft die Versprödung im Grenzbereich zu minimieren. So soviel zur Theorie. Der Topf hat gerade einmal eine Wandung von 0,65mm

Ich habe den Topf DC WIG geschweißt mit "Gaspedal" Einstellung max 40A.

Das wichtigste bei solchen Arbeiten ist das formieren mit Schutzgas von der gegenseite. Ich habe mir zu diesem Zweck eine Schutzglocke gebaut
Bild
Das silberne Band ist Aluband,gibts im gut sortierten Schweißfachhandel. Der Fluss für die Formierung war auf 15 ltr./min eingestellt
Bild
Ich habe eine 1,6mm Elektrode "gold" verwendet. Der Zusatzdurchmesser war 1,5mm. Es ist wichtig möglichst wenig Hitze in die Topfwandung zu bringen.
Ich richte die Elektrode mehr Richtung Rohrflansch und dann zügig ohne pendeln den Zusatz "auftropfen" lassen.

Duch das Formiergas auf der Gegenseite wird die Oxidation des Materials verhindert und wäre abgeführt, dadurch verzeiht sich der Topf nicht so stark.
Bild
Die Nähte habe ich via Glasperlenstrahlen passiviert. Bin noch nicht ganz fertig ich muss noch die zweite Strebe anbringen und nochmals Glasperlenstrahlen.
Bild
Bild
Achja die Streben sind notwendig da das Blech vom Topf dermaßen dünn ist, dass es sich beim öffen des Ventils der Topf verzieht. Verbaut ist ein DN 50 Scheibenventil
Bild
mit Abgang Milchgewinde Rohbogen kommt auch noch. Am Monatg gehts weiter! Ich mach dann noch Bilder vom Endergbins!
Bild
Bild

Und nur Mut mit dem Schweißen das klappt schon! :thumbup

Mfg

Bernd
"Ich mag Bier, du magst Bier"
Quaterback 40 "Ich mag Bier"
http://www.raitersaicher.de

Bronkhorst
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 753
Registriert: Donnerstag 15. Mai 2014, 21:41

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#2

Beitrag von Bronkhorst » Samstag 8. November 2014, 08:29

So wie sich das liest, bist du mit der Materie rund um's schweißen sehr vertraut und entsprechend ausgerüstet! :Shocked

Ich glaube Ottonormalhobbybrauer ist damit mehr als leicht überfordert.

Nicht dass du demnächst eine kleine Sammel'schweiß'bestellung am Hals hast :Wink :thumbsup

Gruß und viel Spaß mit deinem neuen Topf!

Jens

Benutzeravatar
Rumpelstilzchen
HBCon Supporter
HBCon Supporter
Beiträge: 255
Registriert: Samstag 8. September 2012, 00:15

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#3

Beitrag von Rumpelstilzchen » Samstag 8. November 2014, 10:03

RESPEKT!!!
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehn wir einen saufen!"
Bud Spencer in "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle"

goudi
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 217
Registriert: Sonntag 24. Juli 2011, 22:11

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#4

Beitrag von goudi » Samstag 8. November 2014, 10:18

Vielen Dank für Deinen Bericht.
Das Handwerk verstehst Du wohl auf allen Ebenen. Eine ähnlich Aufgabe hätte ich wohl löten können, aber das ist ja nicht einmal artverwand :Ahh

Benutzeravatar
DerDennis
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2510
Registriert: Dienstag 26. Februar 2013, 18:12
Kontaktdaten:

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#5

Beitrag von DerDennis » Samstag 8. November 2014, 10:28

goudi hat geschrieben:Vielen Dank für Deinen Bericht.
Das Handwerk verstehst Du wohl auf allen Ebenen. Eine ähnlich Aufgabe hätte ich wohl löten können, aber das ist ja nicht einmal artverwand :Ahh
Ich denke sogar, mit dem richtigen Silberlot würde das viel schönere Verbindungsstellen geben, die Schweißnähte oben sehen doch etwas knubbelig aus - aber vermutlich muss man da eher froh sein, wenn man es bei diesem Stahl überhaupt einigermaßen dicht und geschlossen bekommt...

Lötnähte kann man halt schön glatt schleifen, und Silberlot "kriecht" und "fließt" außerdem in die Spalten hinein, statt sie einfach nur abzudecken.

Grüße
*"Männer-Malzbier": Magnum/Select/Tettnanger auf 26 IBU, WLP2308, ca 70-80 EBC, 6 % vol (Nachgärung)

Benutzeravatar
Kirk1701
HBCon Supporter
HBCon Supporter
Beiträge: 3524
Registriert: Montag 30. November 2009, 00:49
Wohnort: Hannover

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#6

Beitrag von Kirk1701 » Samstag 8. November 2014, 20:56

Sehr cool,

früher hätte ich das auch selber gemacht. Aber für was braucht man bitte einen Flansch DN 50 an einen mini 68l Topf?? Das ist doch Rohr Porno :Shocked

Kirk

Viddel
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 472
Registriert: Donnerstag 28. März 2013, 18:32

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#7

Beitrag von Viddel » Samstag 8. November 2014, 21:09

Kirk1701 hat geschrieben:Sehr cool,

früher hätte ich das auch selber gemacht. Aber für was braucht man bitte einen Flansch DN 50 an einen mini 68l Topf?? Das ist doch Rohr Porno :Shocked

Kirk
Das habe ich mir auch gedacht :P
Aber trotzdem nicht schlecht bei diesem Brotdosenblech.

Gruß

Holger-Pohl
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 3638
Registriert: Samstag 1. März 2003, 00:00
Wohnort: 96369 Weißenbrunn

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#8

Beitrag von Holger-Pohl » Samstag 8. November 2014, 22:51

Respekt,

habe das mal bei 1mm probiert und durchgebraten bis ein 2 Euro Stück durchpasste. Naja, gewisse Sachen sollte man als begeisterter Schweißamateur dann doch besser den Profis überlassen.

Grüßele
Holger

Benutzeravatar
diapolo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1360
Registriert: Montag 27. Januar 2014, 19:12
Wohnort: nähe Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#9

Beitrag von diapolo » Sonntag 9. November 2014, 10:18

...der Topf hat nur 47 liter...wird mein neuer Maischepott.
Es hieß doch man braucht 2" umd die Maische aus dem Pott zu lassen?!

Da innere "knubblige" kommt von dem Überstand vom Blech da das Loch im Topf nur 47mm war. Hatte keinen Bock das noch wegzufeilen :redhead

Ich habe aber vor mir ne 50,5er Lochstanze zu besorgen, dann muss man innen gar nimmer schweißen...

mfg

Bernd
"Ich mag Bier, du magst Bier"
Quaterback 40 "Ich mag Bier"
http://www.raitersaicher.de

Benutzeravatar
gondi
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 119
Registriert: Sonntag 15. Juni 2014, 16:08

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#10

Beitrag von gondi » Mittwoch 12. November 2014, 23:01

Macht es bei dem Topf, wenn das Material so dünn ist, nicht mehr sinn einen Hahn einfach zu verschrauben? Das Blech müsste sich bei ner ordentlichen Verschraubung ja "anpassen"

Benutzeravatar
diapolo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1360
Registriert: Montag 27. Januar 2014, 19:12
Wohnort: nähe Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#11

Beitrag von diapolo » Donnerstag 13. November 2014, 08:41

Hi,das größere Problem bei diesen Durchmessern ist einfach die Abstützung an der Seite.
Der DN50 Hahn geht so schwer, dass sich auf lange Sicht das Brotdosenblech verziehen würde.
Ein weiters Problem ist dann die Anpassung an die Rundung. Bi DN 50 ist der Radius schon relativ groß auf dem Flansch, ich glaube nicht dass sich das Drücken lässt.

Und ich schweiß lieber alles :Devil

mfg

Bernd
"Ich mag Bier, du magst Bier"
Quaterback 40 "Ich mag Bier"
http://www.raitersaicher.de

Benutzeravatar
diapolo
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1360
Registriert: Montag 27. Januar 2014, 19:12
Wohnort: nähe Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#12

Beitrag von diapolo » Freitag 14. November 2014, 18:56

So hier noch n paar bilder vom fertigen Topf:

Bild

Bild

Bild

mfg

Bernd
"Ich mag Bier, du magst Bier"
Quaterback 40 "Ich mag Bier"
http://www.raitersaicher.de

Benutzeravatar
BierBauer
Administrator
Administrator
Beiträge: 2001
Registriert: Sonntag 8. Januar 2006, 11:03
Wohnort: Erlangen

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#13

Beitrag von BierBauer » Freitag 14. November 2014, 21:03

Bernd, alter Schweisser! Das schaut mal richtig gut aus.
Viele Grüße,
Stefan

Benutzeravatar
Malzwein
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2765
Registriert: Mittwoch 12. September 2012, 09:39

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#14

Beitrag von Malzwein » Freitag 14. November 2014, 21:12

Respekt vor der handwerklichen Leistung! Aber wird hier nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen? Gut, tüftel, löten, schneiden, schweißen kann auch Teil des Hobbys sein.

Aber wenn es um Zweckmäßigkeit geht: Wie schon mehrfach erwähnt, habe ich einen 50l Kartoffelkocher mit einerm 1/2" Nippel an dem hinter einem Adpter 1/2" zu 3/4" ein Kugelhahn mit vollem Durchgang geschraubt ist. Bei normalen Suden läuft die Maische meist durch, bei dickeren läuft es zumindest zum Teil. Der Rest der maximal 45l Maische ist mit einem 5l Schöpfbecher und einer 2l Schöpfkelle ratz fatz umgeschaufelt.

Ich zähle mal, wie oft ich schöpfen muss, wenn ich ganz auf den Hahn verzichte :P
Gruß Matthias

Jep, Bier wird´s immer... meist auch trinkbar und manchmal ist es richtig gut!

Benutzeravatar
HarryHdf
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1292
Registriert: Freitag 25. Mai 2012, 19:52

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#15

Beitrag von HarryHdf » Freitag 14. November 2014, 21:15

:thumbup
mögen die IBU mit euch sein, Harry

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden. (K. Adenauer)

Benutzeravatar
Trisman
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 630
Registriert: Freitag 6. September 2013, 21:43

Re: Amihopfen Töpfe schweißen...und es geht doch...

#16

Beitrag von Trisman » Freitag 14. November 2014, 21:36

Wenn dein Hahn so schwer auf und zu zu machen ist, versuche mal den mit Schankhahnfett zu schmieren. Unser DN50 Ventil ging auch nur mit Gewalt auf und zu, nach dem Schmieren geht es um Welten leichter. Natürlich nicht so liecht wie bei einem 1/2 Zoll Kugelhahn, aber ich denke das ist ja eh klar.

Antworten