Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

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Baschelder
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#301

Beitrag von Baschelder » Donnerstag 1. August 2019, 17:38

olibaer hat geschrieben:905 µS/cm ? In jedem Fall eine Ansage.
In diesem Umfeld würde ich die Patrone mit max. 0,5 l/min betreiben.
Mich wundern eben diese 905 µS/cm, weil sie mit der erwähnten Faustformel nicht mit den 17°dH Gesamthärte (gemäß der gleichen Wasseranalyse) im Einklang steht, die sich durch meine Messung (920 µS/cm) bestätigt.

Zur Trinkwasseranalyse: https://rhwasser.de/ihr-wasserversorger ... qualitaet/
(Gesamthärte = Analyse Gruppe B, Leitfähigkeit = Analyse Gruppe A

JackFrost hat geschrieben:
Mittwoch 31. Juli 2019, 20:13
Du brauchst den Wasserdruck. Ich hab am Ausgang einen Wasserhahn. Damit Regel ich die Geschwindigkeit.
Ich vermute etwas Wasser fließt an der Kartusche vorbei weil die nicht an den Deckel gedrückt wird.
Hast du den Schlüssel zum zu machen mit gekauft ? Mit dem lässt sich der blaue Ring besser zu schrauben.
Inzwischen habe ich folgende Varianten getestet:

1. Wasserhahn (vor In-Anschluss) voll aufgedreht, Hahn (hinter Out-Anschluss) ganz wenig aufgedreht -> Wasserdruck
Ergebnis 120-140 µS/cm je nach Fließgeschwindigkeit von 1 Ltr./min - 0,5 Ltr./min.

2. Wasserhahn (vor In-Anschluss) ganz wenig aufgedreht aufgedreht, Hahn (hinter Out-Anschluss) fast vollständig zugedreht
Ergebnis 80-100 µS/cm je nach Fließgeschwindigkeit von 1 Ltr./min - 0,5 Ltr./min.

Könnte es sein, dass sich irgendwas leitfähiges im Wasser befindet, dass nicht herausgefiltert werden kann und auch den hohen Leitwert im Rohwasser und im entsalzten Wasser begründet?
Teils erhebliche Schwankungen in den Rohwasserqualitäten werden hier im Forum zunehmend diskutiert bzw. im eigenen Umfeld immer wieder festgestellt.
Eine jährlich seitens der Wasserversorger bereit gestellte Wasseranalyse reflektiert nicht zwigend den Zustand des Wassers zum Zeitpunkt der Entnahme. Für den normalen Endverbraucher mag das keine Rolle spielen, für uns aber schon.

Meist rekrutiert sich unser Rohwasser aus einem Verschnitt von Quellgebieten, die mal mehr, mal weniger, angezapft werden.
Aus Sicht des Brauers kann das bedeuten, dass die Gesamthärten im Tagesbezug um +/- 2°dH schwanken. Für einen angenommen Mittelwert von 14°dH würde sich ergeben, dass das Rohwasser "heute" mit 12°dH aus der Leitung kommt und morgen mit 16°dH.
Das trifft mich wohl nicht. Ich beziehe gefiltertes Rheinwasser. Da gibts keine unterschiedliche Quellen, sondern maximale saisonale Schwankungen. Die Wasseranalyse wird jährlich veröffentlicht. Die Werte haben sich in den letzten 3 Jahren nur marginal geändert.
JackFrost hat geschrieben:
Mittwoch 31. Juli 2019, 20:13
Du brauchst den Wasserdruck. Ich hab am Ausgang einen Wasserhahn. Damit Regel ich die Geschwindigkeit.
Ich vermute etwas Wasser fließt an der Kartusche vorbei weil die nicht an den Deckel gedrückt wird.
Hast du den Schlüssel zum zu machen mit gekauft ? Mit dem lässt sich der blaue Ring besser zu schrauben.
Zum Wasserdruck siehe Ergebnisse oben mit und ohne Wasserdruck. Ich persönlich glaube nicht, dass Wasser vorbeifließt. Der weiße Dichtring ist vorhanden, es wackelt nix, das Gehäuse ist mittels des blauen Ringes fest verschraubt.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#302

Beitrag von JackFrost » Donnerstag 1. August 2019, 17:48

Das Wasser hat brutal viel Chlorid und Natrium, daher passt die Berechnung Leitfähigkeit und Härte nicht mehr. Was für ein Harz hast du gekauft ?

100 uS nach dem Mischbett sind schon sehr krass. Geh mal mit der Geschwindigkeit sehr weit runter und lass dann gut was laufen u d Messe dann.

Wieviel Liter sind schon durch das Harz ?

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#303

Beitrag von Baschelder » Freitag 2. August 2019, 18:00

JackFrost hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 17:48
Das Wasser hat brutal viel Chlorid und Natrium, daher passt die Berechnung Leitfähigkeit und Härte nicht mehr. Was für ein Harz hast du gekauft ?

100 uS nach dem Mischbett sind schon sehr krass. Geh mal mit der Geschwindigkeit sehr weit runter und lass dann gut was laufen u d Messe dann.

Wieviel Liter sind schon durch das Harz ?
Ich hab das Mischettharz für VE-Wasser, laut Empfehlung gekauft. https://aft-shop.de/mischbettharz
Hab das Wasser jetzt mal ganz weit gedrosselt und 1 Liter in drei Minuten gezapft. Vorher habe ich nochmal länger Wasser ablaufen lassen.
Hatte dann 50 µS/cm. Die Geschwindigkeit stört mich jetzt nicht. Würde das Wasser am Abend vor dem brauen ziehen.
Sind jetzt vielleicht 15 Liter zu Testzwecken durch das Harz. Sofern die Mineralien gleichmäßig gefiltert würden, wäre ich mit dem Ergebnis zufrieden.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#304

Beitrag von brew.bert » Mittwoch 11. September 2019, 17:49

Moin!

Bisher 2 Jahre nur stiller Mitleser - hier und im alten Forum - gewesen. Klasse Sache, viel gelernt =) Ist es usus, sich anderswo vorzustellen?!

Als Gast konnte ich es nicht posten also fix registriert:

Die Frage nach dem fischigen Geruch wurde @FAQ auf einer Herstellerseite mit einem erhöhten Eisengehalt des Rohwassers erklärt. Mich hat das nicht in Ruhe gelassen, warum bei einigen Braukollegen das vollentsalzte Wasser nach Fisch riecht und bei anderen wiederum nicht! Abhilfe schafft wohl ein Eisenvorfilter. Falls das bereits an anderer Stelle hier im Faden empfohlen wurde...sorry..habe ich dann überlesen.

Bin Berliner und habe mit sehr hoher Restalkalität zu kämpfen. Einstellen mit Milch- und Zitronensäure sowie Aufhärtung kommt aber wie hier ja viele selbst leidvoll erfahren mussten irgendwann an seine Grenzen. Da ich auch noch leidenschaftlich gern Espresso trinke, muss also jetzt ein Mischbettvollentsalzer her.

Hat hier schonmal jemand eine 5 Liter Patrone ausprobiert und würde mir mit Erfahrungswerten weiterhelfen können? Falls nein, bin schon fast festgelegt und werde spätestens nach dem ersten Sud (Soll ein Märzen mit Hang zum eher helleren aktuellen Festbier werden) mal berichten. Eigentlich eher bezüglich der Geruchsproblematik nach der Installation, war bisher davon ausgegangen, kaum Eisen im Leitungswasser zu haben.

Gruß
Robert

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#305

Beitrag von guenter » Mittwoch 11. September 2019, 18:29

Bier trinken ist besser als Quark reden! :Drink

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#306

Beitrag von nursbeschde » Dienstag 11. Februar 2020, 20:47

Hallo,
Welches Mischbettharz benutzt ihr genau? die links zum aft shop führen leider nicht mehr auf das richtige Produkt bei mir.

Gruß Denis

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#307

Beitrag von JackFrost » Dienstag 11. Februar 2020, 21:41

Hi,

Es ist das hier

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#308

Beitrag von nursbeschde » Dienstag 11. Februar 2020, 22:16

JackFrost hat geschrieben:
Dienstag 11. Februar 2020, 21:41
Hi,

Es ist das hier

Gruß JackFrost
Danke

LionCosta
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#309

Beitrag von LionCosta » Donnerstag 27. Februar 2020, 23:59

Ich hatte gestern auch zum ersten mal den Mischbett-Vollentsalzer ausprobiert und auch einen unangenehm fischigen Geruch festgestellt.
Heute beim Kundendiest angerufen, der hatte zunächst auch erst Eisen im Verdacht. Als ich ihm meine Eisenwerte mitgeteil hatte konnten wir dies ausschließen. Er wird der Sache weiter auf den Grund gehen. Bin gespannt. So wär das für mich leider nicht praktikabel bzw. müsste ich evtl. auf ein anderes Mischbett umsteigen.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#310

Beitrag von Johnny H » Freitag 28. Februar 2020, 00:23

Bei mir ist das weggegangen bzw. trat nur bei der ersten Benutzung auf. Ich meine, es steht auch weiter oben, dass das bei wärmerer Temperatur auftritt. Das Harz sollte also kühl aufbewahrt werden.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#311

Beitrag von woel » Montag 23. März 2020, 21:38

Hi,

hoffe den Thread nicht zu kapern. Ich hätte mal eine Frage zu den Harzen. Sind da alle Mischbettharze für die Wasseraufbereitung möglich? Ich habe eine DI-Anlage zum Reinigen der Fenster, wo das Harz in durchlässigen Beuteln drinnen ist. Könnte ich das Wasser welches mit < 10 ppm TDS das raus kommt verwenden, oder können die Harze auf gefährliche Stoffe enthalten und man kann nur spezielle Lebensmittelechte verwenden?

Dieses Zusatz habe ich aber beim oben verlinkten Artikel auch nicht gefunden.

Danke.

LG
Ewald

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#312

Beitrag von olibaer » Dienstag 24. März 2020, 21:40

Hallo Ewald,
woel hat geschrieben:
Montag 23. März 2020, 21:38
Ich habe eine DI-Anlage zum Reinigen der Fenster, wo das Harz in durchlässigen Beuteln drinnen ist. Könnte ich das Wasser welches mit < 10 ppm TDS das raus kommt verwenden, oder können die Harze auf gefährliche Stoffe enthalten und man kann nur spezielle Lebensmittelechte verwenden?
Final lässt sich das nur in Rücksprache mit dem Hersteller klären.
Ich nehme nicht an, dass dir hier jemand in diesem speziellen Fall weiterhelfen kann.

Tendentiell macht es Sinn, sich die möglichen Harzvarianten in Abhänigkeit von der Rohwasserqualität und zum Enthärtungsziel auszusuchen. So bleibt wenig fremdbestimmt, man schießt nicht mit Kanonen auf Spatzen und die Enthärtungskosten bleiben überschaubar.
Beispielsweise tut es auch ein "stark- oder schwachsaures Kationenharz", wenn ich vorzugsweise von einer Karbonathärte geplagt bin, der Rest aber i.O. ist.

Das ist ja das Schöne. Ich kann für jeden Braugang beliebige Harze in die Patrone füllen. Vollentsalzung muss es ja nicht zwangsläufig sein.

Ergo: Überlege dir für dein "Brauwasser" lieber ein eigenes, unabhängiges Konzept.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#313

Beitrag von brauflo » Samstag 4. April 2020, 17:21

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 20#p374820

Sorry für den Doppelpost.
Aber die Frage gehört besser in diesen Thread:

Mein aquapro Tester zeigt ppm an statt μS.
War das jetzt ein Fehlkauf?

In der örtlichen Wasseranalyse werden 640 μS angegeben
Der Tester zeigt 350 ppm
Das VE-Wasser 17 ppm
Und Destilliertes Wasser noch 2 ppm

Das könnten also Pi mal Daumen die μS/2 sein...
Kann man das so einfach umrechnen?
Als Anhaltspunkt immerhin ausreichend, aber eigentlich nicht das was ich wollte..
________________________________________________________________

... wollte ich immer schon mal machen...


Meine Vorstellung:
viewtopic.php?p=184866#p184866

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#314

Beitrag von JackFrost » Samstag 4. April 2020, 17:27

brauflo hat geschrieben:
Samstag 4. April 2020, 17:21
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 20#p374820

Sorry für den Doppelpost.
Aber die Frage gehört besser in diesen Thread:

Mein aquapro Tester zeigt ppm an statt μS.
War das jetzt ein Fehlkauf?

In der örtlichen Wasseranalyse werden 640 μS angegeben
Der Tester zeigt 350 ppm
Das VE-Wasser 17 ppm
Und Destilliertes Wasser noch 2 ppm

Das könnten also Pi mal Daumen die μS/2 sein...
Kann man das so einfach umrechnen?
Als Anhaltspunkt immerhin ausreichend, aber eigentlich nicht das was ich wollte..

Hi,

hier ist ein Online Umrechner.
Der Faktor 1 µS/cm sind laut dem Rechner 0,64 ppm TDS.

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#315

Beitrag von brauflo » Samstag 4. April 2020, 17:41

Super!
Vielen Dank!

Das bedeutet:
Leitungswasser 640 ppm ≙ 531 μS
mein VE-Wasser 17 ppm ≙ 26.6 μS
Und das Aqua dest mit 2ppm ≙ 3.13 μS

Damit bin ich vollauf zufrieden..

:thumbup

Edit: Rechtschreibung
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... wollte ich immer schon mal machen...


Meine Vorstellung:
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#316

Beitrag von olibaer » Freitag 10. April 2020, 06:52

Hallo brauflo,
brauflo hat geschrieben:
Samstag 4. April 2020, 17:41
Das bedeutet:
Leitungswasser 640 ppm ≙ 531 μS
mein VE-Wasser 17 ppm ≙ 26.6 μS
Und das Aqua dest mit 2ppm ≙ 3.13 μS
Wenn gilt: 1 µS/cm ≙ 0,64 ppm bzw. 1 ppm ≙ 1,56 µS/cm,
hast du dich an dieser Stelle wohl verrechnet:

Leitungswasser 640 ppm ≙ 531 μS

-> 640 x 1,56 = 998 μS

Die Berechnungen für VE-Wasser und Aqua-Dest passen.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#317

Beitrag von brauflo » Freitag 10. April 2020, 09:16

olibaer hat geschrieben:
Freitag 10. April 2020, 06:52
Hallo brauflo,
brauflo hat geschrieben:
Samstag 4. April 2020, 17:41
Das bedeutet:
Leitungswasser 640 ppm ≙ 531 μS
mein VE-Wasser 17 ppm ≙ 26.6 μS
Und das Aqua dest mit 2ppm ≙ 3.13 μS
Wenn gilt: 1 µS/cm ≙ 0,64 ppm bzw. 1 ppm ≙ 1,56 µS/cm,
hast du dich an dieser Stelle wohl verrechnet:

Leitungswasser 640 ppm ≙ 531 μS

-> 640 x 1,56 = 998 μS

Die Berechnungen für VE-Wasser und Aqua-Dest passen.
:Ahh
Hi olibaer,

Vielen Dank für die Korrektur.
Du hast wie so oft nur allzu recht.
Eine Multiplikation mit einem Wert >1 kann kein kleineres Ergebnis liefern. Manchmal den Kopf mit in Anspruch zu nehmen kann helfen.

Der Wert unterstreicht noch viel deutlicher wie richtig ich bei der Anschaffung lag!

Schöne Ostern
:Drink
Florian
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... wollte ich immer schon mal machen...


Meine Vorstellung:
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#318

Beitrag von Weisnix » Mittwoch 24. Juni 2020, 15:14

Servus miteinander,

habe das Thema Wasseraufbereitung schon länger verfolgt und mich eingelesen. Unser Voralpenwasser ist recht hart und für Helles nicht so geeignet. Beim Surfen während der Coronazeit bis ich auf folgenden Mischbettharzfilter gestoßen:

[Link durch Admin entfernt]

oder

[Link durch Admin entfernt]


Kommt aus Holland. Die Filterpatronen gibt es auch bei Amazon.

Kanne mit einem Filter und Meßgerät 29,-€

Ich habe diese Kanne mit Messgerät gekauft und VE Wasser erzeugt (0 üS). Das Wasser schmeckt sehr gut und das Simcoe IPA auch. Leider schafft ein Filter nur so um die 30l bei unserem Wasser. Dann steigt der üS-Wert kontinuierlich an. Von dem her eher was für kleine Mengen. Eine Patrone kostet zwischen 15 und 10 €, je nach Bestellmenge.

Hab einen verbrauchten Filter aufgesägt. Es ist ober ein Gitter, dann feine Kohle, dann Fleece, dann 500 g Mischbettsalz und unten ein Fleece und ein ganz feines Kunststoffsieb. Filtermenge schätze ich so 0,4-0,5L/min.

Grüße Michael

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#319

Beitrag von Sauermann » Sonntag 12. Juli 2020, 12:03

Ich habe mir jetzt auch einen Mischbettvollentsalzer in der hier empfohlenen Konfiguration angeschafft und mein entsalztes Wasser riecht ziemlich fischig.

Marsabba und JohnnyH haben ja auch schon davon berichtet, braut ihr mit dem Fischwasser oder hat sich das bei euch mit Durchspülen erledigt?


Durchspülen hat bei mir nichts daran verändert, eher im Gegenteil. Die ersten 30 Liter waren noch recht neutral, die folgenden 30 Liter hatten schon einen sehr starken Fischgeruch. Beim Aufwärmen des Wassers wurde der Geruch noch viel intensiver, Brauen wollte ich damit dann nicht. Der Kaffee wurde allerdings ziemlich gut damit und überhaupt nicht fischig.

Außerdem war die Entsalzungsleistung nicht gerade gut, hier muss ich noch schauen, ob alles dicht ist. Gleich am Anfang kam ich nur auf 60µS, bei einem Wert im Rohwasser von 540µS. Die ersten 30 Liter hatten dann insgesamt schon 130µS, aber das ist wohl eine andere Baustelle.

Andreas

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#320

Beitrag von JackFrost » Sonntag 12. Juli 2020, 12:51

Sauermann hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 12:03
Ich habe mir jetzt auch einen Mischbettvollentsalzer in der hier empfohlenen Konfiguration angeschafft und mein entsalztes Wasser riecht ziemlich fischig.

Marsabba und JohnnyH haben ja auch schon davon berichtet, braut ihr mit dem Fischwasser oder hat sich das bei euch mit Durchspülen erledigt?


Durchspülen hat bei mir nichts daran verändert, eher im Gegenteil. Die ersten 30 Liter waren noch recht neutral, die folgenden 30 Liter hatten schon einen sehr starken Fischgeruch. Beim Aufwärmen des Wassers wurde der Geruch noch viel intensiver, Brauen wollte ich damit dann nicht. Der Kaffee wurde allerdings ziemlich gut damit und überhaupt nicht fischig.

Außerdem war die Entsalzungsleistung nicht gerade gut, hier muss ich noch schauen, ob alles dicht ist. Gleich am Anfang kam ich nur auf 60µS, bei einem Wert im Rohwasser von 540µS. Die ersten 30 Liter hatten dann insgesamt schon 130µS, aber das ist wohl eine andere Baustelle.

Andreas
Wie schnell bist du durch den Ensalzer durch ?
Du hast diese Harz gekauft und nicht dieses ?

Ich hab hier ~650 µS und komme mit frischem Harz auf etwa 4 - 8 µS was dann langsam steigt. Ich brau meistens so das ich für einen Sud vollentsalztes Wasser brauch und bei zweiten reicht es dann wenn es < 40 µS ist. So komme ich meist auf ~60 l Wasser je 1l Füllung.
Ich hab noch nicht gestoppt wie lange ich für 16 l brauche, aber es werden schon 30 Minuten sein.

Ist deine Patrone voll oder nur teilweise gefüllt ?

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#321

Beitrag von Johnny H » Sonntag 12. Juli 2020, 13:53

Sauermann hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 12:03
Ich habe mir jetzt auch einen Mischbettvollentsalzer in der hier empfohlenen Konfiguration angeschafft und mein entsalztes Wasser riecht ziemlich fischig.

Marsabba und JohnnyH haben ja auch schon davon berichtet, braut ihr mit dem Fischwasser oder hat sich das bei euch mit Durchspülen erledigt?

[...]
Bei mir hatte sich das nach der ersten Charge Wasser (ca. 15l) erledigt. Danach war die befüllte Patrone mit dem Harz ständig im Kühlschrank, und mir ist bei folgenden Wasserchargen nichts oder so gut wie nichts mehr aufgefallen.

Ich habe seither das Harz erst einmal getauscht, und mit der zweiten Füllung auch erst einmal entsalzt. Ich kann mich ans Einfahren der zweiten Kartusche nicht mehr genau erinnern, aber ich glaube, ich habe ca. den ersten Liter entsalztes Wasser vorsichtshalber verworfen.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#322

Beitrag von Sauermann » Sonntag 12. Juli 2020, 13:56

JackFrost hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 12:51
Wie schnell bist du durch den Ensalzer durch ?
Du hast diese Harz gekauft und nicht dieses ?

Ich hab hier ~650 µS und komme mit frischem Harz auf etwa 4 - 8 µS was dann langsam steigt. Ich brau meistens so das ich für einen Sud vollentsalztes Wasser brauch und bei zweiten reicht es dann wenn es < 40 µS ist. So komme ich meist auf ~60 l Wasser je 1l Füllung.
Ich hab noch nicht gestoppt wie lange ich für 16 l brauche, aber es werden schon 30 Minuten sein.

Ist deine Patrone voll oder nur teilweise gefüllt ?

Gruß JackFrost
Es war das Harz aus deinem ersten Link. Den Durchfluss habe ich auf ca. 1l / Minute eingestellt, auch mit 1l / 90 Sekunden war kein großer Unterschied.

Die Patrone war tatsächlich nur halb voll, den Rest habe ich mit Glasmurmeln ausgefüllt. Also unten Murmeln, dann Schaumstoff, Harz und wieder Schaumstoff. Das Harz habe ich so gut wie möglich verdichtet, die Patrone war dann bis ganz oben voll.

Johnny H hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 13:53
Bei mir hatte sich das nach der ersten Charge Wasser (ca. 15l) erledigt. Danach war die befüllte Patrone mit dem Harz ständig im Kühlschrank, und mir ist bei folgenden Wasserchargen nichts oder so gut wie nichts mehr aufgefallen.

Ich habe seither das Harz erst einmal getauscht, und mit der zweiten Füllung auch erst einmal entsalzt. Ich kann mich ans Einfahren der zweiten Kartusche nicht mehr genau erinnern, aber ich glaube, ich habe ca. den ersten Liter entsalztes Wasser vorsichtshalber verworfen.
Du machst die Kartusche also ganz voll, oder? Ich habe das Harz jetzt verworfen, aber das werde ich in Zukunft wohl auch so machen.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#323

Beitrag von JackFrost » Sonntag 12. Juli 2020, 14:32

Sauermann hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 13:56

Es war das Harz aus deinem ersten Link. Den Durchfluss habe ich auf ca. 1l / Minute eingestellt, auch mit 1l / 90 Sekunden war kein großer Unterschied.

Die Patrone war tatsächlich nur halb voll, den Rest habe ich mit Glasmurmeln ausgefüllt. Also unten Murmeln, dann Schaumstoff, Harz und wieder Schaumstoff. Das Harz habe ich so gut wie möglich verdichtet, die Patrone war dann bis ganz oben voll.
Das Harz selber sollte nicht in der Patrone "rumwirbeln". Ich hab das mit den Murmlen nocht nicht probiert.
Ich mach die immer Voll und nutze die für zwei Sude. Das Harz selber muss ja auch immer leicht Feucht sein, daher der ZIP-Beutel.
Bis jetzt hat das Wasser nicht komisch gerochen wenn ich das zweite mal Wasser damit mache.
Ich lass die Patrone auf der Gerschirrablage ablaufen und dann wird das Wasser noch "rausgeschüttel".

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#324

Beitrag von Johnny H » Sonntag 12. Juli 2020, 14:33

Sauermann hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 13:56
Du machst die Kartusche also ganz voll, oder? Ich habe das Harz jetzt verworfen, aber das werde ich in Zukunft wohl auch so machen.
Bei der ersten Füllung war die Kartusche nicht ganz voll, bei der zweiten ist sie es, und bisher funktioniert die Entsalzung auch schneller bzw. mit höherer Durchflussrate.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#325

Beitrag von Sauermann » Sonntag 12. Juli 2020, 14:43

Ich habe noch ein Foto gefunden, herumwirbeln konnte das Harz definitiv nicht, dafür war es zu fest gestopft.
Bei einer nicht vollständigen Füllung müsste das Harz doch nur schneller erschöpft sein, aber funktionieren sollte es doch gleich.

Trotzdem werde ich die Kartusche beim nächsten Versuch komplett füllen.
harz.jpg

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#326

Beitrag von JackFrost » Sonntag 12. Juli 2020, 14:59

Der Volumenstrom muss aber auch kleiner sein , da die Verweilzeit bei unverbrauchtem Harz kleiner ist.
Ich bin so bei 0,5 l/min oder langsamer. Du musst also noch langsamer laufen lassen.

Wo regelst du die Menge vor oder nach dem Entsalzer ?
Ich hab am Ausgang des Entsalzers einen Hahn und regeln damit die Menge.

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#327

Beitrag von Sauermann » Sonntag 12. Juli 2020, 15:22

Grob stelle ich den Durchfluss über den Wasserhahn ein, am Ausgang habe ich auch noch einen Hahn.
Könnte aber wirklich sein, dass mein Durchfluss immer noch zu hoch war.

Das würde aber nur die bescheidene Entsalzungsleistung erklären, aber nicht den Fischgeruch.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den nächsten Versuch, wird aber noch eine Weile dauern, bis ich wieder zum Brauen komme.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#328

Beitrag von JackFrost » Sonntag 12. Juli 2020, 16:15

Sauermann hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 15:22
Grob stelle ich den Durchfluss über den Wasserhahn ein, am Ausgang habe ich auch noch einen Hahn.
Könnte aber wirklich sein, dass mein Durchfluss immer noch zu hoch war.
Ich nutze noch den Schlüssel damit der Überwurf am Gehäuse gut zu ist. Ich war bis jetzt immer bei < 5 µS wenn ich
frisches Harz drinnen hatte. Ich hab mein Harz im Februar 2019 gekauft. Gleich 10 kg so das es für gut 2 Jahre hällt.
Sauermann hat geschrieben:
Sonntag 12. Juli 2020, 15:22
Das würde aber nur die bescheidene Entsalzungsleistung erklären, aber nicht den Fischgeruch.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den nächsten Versuch, wird aber noch eine Weile dauern, bis ich wieder zum Brauen komme.
Wie lagerst du das Harz ?
Ich hab meines im Keller bei ca. 15 °C und dunkel.

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#329

Beitrag von Sauermann » Sonntag 12. Juli 2020, 16:26

Den Schlüssel habe ich auch benutzt und soweit ich das auf den Fotos erkennen kann, habe ich bei meiner Patrone auch die hohe Dichtung drauf (siehe Post #217 von oli). An der Dichtheit sollte es also nicht liegen.

Das Harz habe ich vor etwa 4 Wochen bestellt, seither liegt es im im Zip-Beutel im dunklen Keller bei momentan 18°C.

Ich glaube inzwischen wirklich, dass der Durchfluss für die reduzierte Harzmenge zu hoch war.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#330

Beitrag von brewhaha » Montag 13. Juli 2020, 00:23

Nach anfänglicher Euphorie kaufe ich nun wieder 5 Liter Kanister tschechischen Wassers im Supermarkt. Zwar war die Entsalzungsleisung meine Anlage nicht zu beanstanden und den beschriebenen muffigen bzw Fischgeruch konnte ich auch nicht feststellen, aber irgendwann kam ich auf die Idee, dass entsalzte Wasser zum Zubereiten von Matcha Tee zu benutzen. Aus dem Wasserkocher schlug mir dieser muffige Geruch entgegen. Mag sein, dass die riechenden Stoffe durch die Kochung ausgetrieben werden, aber wer kann mir das garantieren? Wer weiß überhaupt genau, was da so riecht? Sowas will ich weder im Tee noch im Bier haben.

Viele Grüße

Don

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#331

Beitrag von Malzknecht » Montag 13. Juli 2020, 21:26

brewhaha hat geschrieben:
Montag 13. Juli 2020, 00:23
Nach anfänglicher Euphorie kaufe ich nun wieder 5 Liter Kanister tschechischen Wassers im Supermarkt. Zwar war die Entsalzungsleisung meine Anlage nicht zu beanstanden und den beschriebenen muffigen bzw Fischgeruch konnte ich auch nicht feststellen, aber irgendwann kam ich auf die Idee, dass entsalzte Wasser zum Zubereiten von Matcha Tee zu benutzen. Aus dem Wasserkocher schlug mir dieser muffige Geruch entgegen. Mag sein, dass die riechenden Stoffe durch die Kochung ausgetrieben werden, aber wer kann mir das garantieren? Wer weiß überhaupt genau, was da so riecht? Sowas will ich weder im Tee noch im Bier haben.

Viele Grüße

Don
hm... das ist echt komisch. Ich betreibe diesen Mischbettvollentsalzer nun auch schon seit mehr als einem Jahr und konnte bisher keinen negativen Geruch feststellen. Ich probiere das Wasser auch häufig (eigentlich probiere ich immer alles beim Brauen :Ahh ) und selbst da kein Fischgeruch. Das muss irgendwo anders herkommen. :Waa
Welches Harz verwendest du denn immer? Das tut mir echt leid für dich. Ich würde jedem Hobbybrauer dieses System empfehlen.
Viele Grüße,
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#332

Beitrag von olibaer » Dienstag 14. Juli 2020, 00:38

Hallo zusammen,
Malzknecht hat geschrieben:
Montag 13. Juli 2020, 21:26
hm... das ist echt komisch. Ich betreibe diesen Mischbettvollentsalzer nun auch schon seit mehr als einem Jahr und konnte bisher keinen negativen Geruch feststellen.
Mir geht es ähnlich.

Seit meine Anlage wie beschrieben in Betrieb ist, sind so einige Kubikmeter Rohwasser in Form von Brauwasser in den Braukessel gewandert. "Fehlgeruch" oder "Fehlgeschmack" konnte ich nie feststellen. Die Verkostung des Brauwassers vor dem Einmaischen ist für mich obligat. Sollte sich an dieser Stelle ein Mangel zeigen, entgeht mir das nicht.

Was ich nicht mehr mache ist grössere Mengen an Harz auf Lager zu legen oder gar Harzmengen wiederzuverwenden. Die Lieferzeiten für Harz sind kurz, die Auswahl ist riesig und der Preisunterschied zwischen 1 kg und 5 kg Bezugsmenge ist minimal.
Harzbestände für >3 Monate in die Zukunft zu horten ist unsinnig und unnötig.

Taktisch geht man am Besten so vor, dass Harzbestände insgesamt kleingehalten und Patronen nur mit einer Harzmenge beschickt werden, die auf eine berechnete Gesamtgußmenge ausgelegt sind. Eine auf diesem Enthärtungsweg erschöpfte Harzmenge wandert in den gewöhnlichen Hausmüll. Als Analogie darf durchaus der Umgang mit Schüttung/Treber dienen. Aus dem Malz wurde die Würze gewonnen, der Treber wird entsorgt. Aus dem Harz wurde das Brauwasser gewonnen, der Harztreber wird entsorgt.

Als vorteilhaft hat sich erwießen, dass eine Patrone immer kompakt und vollständig befüllt sein sollte. Das eingefüllte Harz sollte während der Beaufschlagung mit Rohwasser nicht verwirbeln. Räume, die auf Basis eines berechneten Harzbedarfes leer bleiben, müssen anderweitig aufgefüllt werden. Einige Varianten für einen geeigneten Füllstoff finden sich im Threadverlauf aufgezählt. Die Spannpreite reicht von Sand über Murmel bis Watte. Ein Schelm wer Aktivkohle oder Kiesel mit ins' Spiel bringt.

Eine Empfehlung:
Naturgemäß lässt ein Brauer immer großzügig vorschießen und entlüftet seine Systeme - egal um was es sich handelt.
Im Kontext empfiehlt es sich die ersten 3-5 Liter auf Kanal zu schicken und beiläufig das System auch mal bei Volllast auf Druck zu fahren. Ist das geschafft, wird runtergeregelt auf Enthärtungsgeschwindigkeit. Läuft das System im Normalbetrieb , wird zunächst verkostet und gemessen und klar, bei Mißgefallen der Ergebnislage: -> Abbruch. Schließlich reden wir von einem satten Anteil Brauwasser im Fertigprodukt. 90% kommt ganz gut hin.

Was mir nach 2 Jahren noch gefällt:
Der Freiheitsgrad. In die Patrone kann ich einfüllen was ich möchte. Alles was an "Harz" auf dem Markt ist kann in die Patrone eingefüllt werden. Auf jede Rohwasserqualität lässt sich flexibel reagieren und wenn es ganz gruselig wird, kommt eben die "Mischbett-Variante" zum Einsatz.
Die Harzmengen lassen sich ähnlich planen wie Schüttungsmengen, die Investition in die Anlage ist gering und sie kommt mit Null Wartungskosten daher. Der Reinigungsaufwand beschränkt sich auf "abtocknen" und sie hat eine unglaubliche Leistung, die auch kurzfristig abrufbar ist. Für mich der Goldene Schnitt der Wasseraufbereitung.

Die perfekte Patrone:

Fährt man mit Chlor im Rohwasser auf Harz, wird es unangenehm. Aber: nicht nur für Harz-Varianten.
Generell: riecht man Chlor im Rohwasser, ist der Brautag beendet.

Was hier helfen kann ist Aktivkohle am Einlauf. Aktivkohle hilft auch am Auslauf der Patrone, ganz am Ende der Enthärtung.
Im Sprachgebrauch des Brauers nennt man das "Schönung des Brauwassers". Ein Rundschliff für alles im Brauwasser das weder gut riecht noch gut schmeckt. Die letzte Instanz sozusagen. Abgerundet im Verbund mit dem o.g. Freiheitsgrad sieht meine perfekte Patrone so aus. Tauglich für 60 L Rohwasser, schnell verfügbar und in welcher Qualität das Rohwasser auch immer daherkommen mag(just spirit ;-)):

mischbettpatrone02.PNG
Füllvariante einer Harzpatrone
mischbettpatrone02.PNG (3.9 KiB) 1717 mal betrachtet

Es macht einfach Spaß an dieser Stelle der Wasserenthärtung rumzutüfteln :-)
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#333

Beitrag von Johnny H » Dienstag 14. Juli 2020, 11:16

Frage an diejenigen, die den fischigen Geruch festgestellt haben: lagert ihr das Harz zwischen den Benutzungen kühl?

Ich glaube, irgendwo hier im Thread steht auch die Ursache des Geruchs (es ist ein bestimmtes Amin) und es wird auch auf die notwendige kühle Lagerung verwiesen. Ich meine, marsabba hätte dazu was geschrieben, aber ich bin mir nicht zu 100% sicher und habe gerade keine Zeit, es rauszusuchen.

Nachtrag: Habe jetzt doch den Thread durchsucht. Ab hier haben wir es schon mal diskutiert. Den Punkt mit der notwendigen kühlen Lagerung finde ich aber nicht mehr. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich das herhabe.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#334

Beitrag von olibaer » Mittwoch 15. Juli 2020, 00:45

Hallo zusammen und Danke Tilo für deine Re­cher­che :-)

Mit den bislang bekannten Eckdaten(amine, fisch/fischgeruch, ionentauscher) habe ich mich auf die Suche gemacht und u.a. in 20 Jahren BRAUWELT-Artikeln recherchiert. Ergebnis: nichts.

Aber man findet allegemeine Hinweise zum Umgang mit Ionenaustauschern. Ein Beispiel :

Die folgenden Punkte sollten für die Funktion von Ionenaustauschern berücksichtigt werden:
  • Vorwaschen der Ionenaustauscher zu Beginn, z.B. nach mehr als sechs Stunden Ruhezeit sollten Ionenaustauscher mit dem doppelten Volumen gespült und dieses Wasser verworfen werden
  • stagnierendes Wasser vermeiden (stetes Waschen)
  • ...

Quelle: Winkler A., "Sicherung der Wasserqualität, Teil 1: Wasserquellen und Wasserbehandlungen", BRAUWELT 1-2, 2018, S. 10-14

Marsabba hat in seinem Beitrag(#290) die Aufmerksamkeit in Richtung "Stark basische Anionenaustauscher" gelenkt. Offensichtlich existiert hier ein gewisses Potential hin zum "Fischgeruch". Zitat:

"Stark basische Anionenaustauscher besitzen eine quaternäre Ammonium-Gruppe.
Somit sind diese Harze für stark alkalische Lösungen geeignet ...
In der Hydroxid-Form spalten die Harze schon bei Raumtemperatur Trimethylamin ab, das bereits in Spuren zu einem fischartigen Geruch führt.
Trimethylamin lässt sich durch Waschen des Harzes entfernen.
"

Das liest sich jetzt ein wenig gruselig, es lässt sich aber klärend festhalten - mit Stand heute:
  • in der Patrone müssen sich Harzanteile basierend auf "stark basisch anionisch" befinden
  • der Fischgeruch ist bereits im Harz feststellbar
  • der Fischgeruch lässt sich durch Waschen entfernen
Den Angaben von oben folgend müsste das "Harz" schon vor der Beaufschlagung mit Rohwasser fischig riechen und selbst wenn es so wäre, müsste sich das Problem mit "gut vorschießen" aus der Welt schaffen lassen.

Ohne den Sachverhalt jetzt vollständig geklärt zu haben, zeichnet sich doch folgendes Bild ab:
  • nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Wer nur seine KH loswerden möchte, bleibt bei Harzen aus der Ecke "schwach/stark-sauer"
  • wer in Richtung Vollentsalzung zielt und Mischbettharze einkauft, sollte vor der Befüllung der Patrone seine "Nase" über der Harzmasse kreisen lassen
Müsste ich ein allgemeines Regelwerk verfassen ... :
  • Harze nach Anforderung wählen
  • Harzbestände nicht bunkern
  • Patrone möglichst dicht packen
  • Patroneninhalt nach 1. Gebrauch verwerfen
  • immer gut vorschießen lassen
Das ist die Essenz aus zwei Jahren Erfahrung. Noch zwei Jahre, dann ist das Thema aber mal so richtig rundgeschliffen ;-)
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#335

Beitrag von Commander8x » Mittwoch 15. Juli 2020, 15:55

Von der Firma Euwa, die Wasseraufbereitungsanlagen für Brauereien baut, was zum Lesen :

https://www.euwa.com/brauwasseraufbereitung.html

Harz mit Fischgeruch deutet auf mangelhafte Produktion oder Aufbereitung hin. Ich würde das meiden wegen der organischen Amine, die sind nicht gesund. So gesehen wird das Harz besser durch Regenerieren.

Wichtig ist auch die keimfreie Lagerung zwischen den Verwendungen.

Man kann das Harz auch im Batch verwenden, die zur Entsalzung nötige Menge einrühren, immer mal wieder aufrühren, absitzen lassen, Brauwasser abgießen. Ferdsch.

Gruß Matthias
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#336

Beitrag von Braufex » Mittwoch 15. Juli 2020, 16:34

Commander8x hat geschrieben:
Mittwoch 15. Juli 2020, 15:55
Man kann das Harz auch im Batch verwenden, die zur Entsalzung nötige Menge einrühren, immer mal wieder aufrühren, absitzen lassen, Brauwasser abgießen. Ferdsch.
Hallo Matthias, danke für Deinen Hinweis.

Das würde eine recht genaue und effektive Dosierung des Harzes und eine reproduzierbare Ziel-Leitfähigkeit ermöglichen:
- Hauptgussmenge (+ x-Liter für Rückstand) in Einkocher geben
- Harz zugeben
- immer mal wieder aufrühren (oder gleich den elektrischen Rührer benutzen)
- Leitfähigkeit immer wieder messen und deren Absinken beobachten
- wenn kein weiteres Absinken der Leitfähigkeit mehr erkennbar und Zielleitfähigkeit noch nicht erreicht, weiteres Harz dosieren
- beim Erreichen der Zielleitfähigkeit, das Harz absitzen lassen (~ 1h?)
- über Kugelhahn und Sputnik (~ 150 µm ?) in Auffang-/Vorlagegefäß ablassen
- gesättigtes Harz entsorgen

Wäre mal einen Versuch wert ...
Nach ein paar Versuchen hätte man wahrscheinlich die Einwirkungszeit und die benötigte Harzmenge im Griff.
Ob der 150 µm-Sputnik und 1h Absetzzeit ausreicht?

Gruß Erwin

Edit:
die Idee hatte Oli (olibaer) auch schon:
olibaer hat geschrieben:
Dienstag 26. Juni 2018, 20:14
im Threadverlauf hatte ich mal' die Idee, einfach eine "Portion" Austauschharz ins Einmaischwasser zu hängen und dort wirken zu lassen.
Hier der erfolgreiche Test:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 43#p282143

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#337

Beitrag von amplitude » Samstag 1. August 2020, 12:15

Moin!
Habe den Thread mehrmals durchgelesen.
Es wird immer mal wieder erwähnt das man verschiedene Harze (auf das eigene Rohwasser angepasst) kaufen kann. Ich finde immer nur die "Universalmischung" zum komplett entsalzen.

Konkret möchte ich "nur" mein Hydrogencarbonat von 360 ppm (Kopenhagener Wasser) auf 50 - 100 herunter bekommen. Der Rest passt für mich.

Welches Harz (-gemisch) wäre dafür das richtige?

Gruß
Markus

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#338

Beitrag von olibaer » Sonntag 2. August 2020, 10:37

Hallo Markus,
amplitude hat geschrieben:
Samstag 1. August 2020, 12:15
Konkret möchte ich "nur" mein Hydrogencarbonat von 360 ppm (Kopenhagener Wasser) auf 50 - 100 herunter bekommen. Der Rest passt für mich.
Du benötigst dazu keine Mischung aus Kat- und Anionenharz(Mischbett -> Vollentsalzung).
Es genügt ein Kationenharz Schwach- oder Stark sauer. Du möchtest ja ausschliesslich der Karbonathärte an den Kragen.

Schwach saure Kationenaustauscher z.B. entfernen die an HCO3-(Hydrogencarbonat) gebundenen Ca2+ und Mg2+ -Ionen. Der Vorgang nennt sich Entcarbonisierung.

Bsp.:
Mit der Entfernung von 1 mmol/l Ca2+ reduziert sich die Gesamtalkalität (HCO3-) ca. um die Hälfte.

Das scheint der richtige Weg für Dich zu sein.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#339

Beitrag von amplitude » Sonntag 2. August 2020, 17:12

olibaer hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 10:37

Bsp.:
Mit der Entfernung von 1 mmol/l Ca2+ reduziert sich die Gesamtalkalität (HCO3-) ca. um die Hälfte.

Das scheint der richtige Weg für Dich zu sein.
Verstehe!
Sehe ich das richtig dass sich die Leitfähigkeit des so behandelten Wassers dadurch NICHT ändert?
Falls dem so ist, wie kann ich am günstigsten berechnen/annähern wie das Resultat ist?

Vielen Dank,
Markus

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#340

Beitrag von olibaer » Sonntag 2. August 2020, 22:14

Hallo Markus,
amplitude hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 17:12
Sehe ich das richtig dass sich die Leitfähigkeit des so behandelten Wassers dadurch NICHT ändert?
Falls dem so ist, wie kann ich am günstigsten berechnen/annähern wie das Resultat ist?
natürlich ändert sich der Leitwert. Auch hier gilt:

"Als grober Wert kann für 1°GH ~ 35µS angenommen werden"

Aber:
Ein Messgerät zur Messung des Leitwertes bleibt ein Messgerät zur Messung des Leitwertes. Das sollte klar sein.

Es ist nicht verkehrt zusätzlich ein Meßbesteck am Start zu haben, wie ich es z.B. in #1 Bild 06 oder in #182 vorgestellt habe. Den Enthärtungserfolg spezifisch zu kontrollieren ist immer eine gute Idee. Ganz wertfrei von Anlage und Verfahren.
Zumindest einmalig sollte man die Methode überprüft haben, gerade wenn man auf der Suche nach dem richtigen Harz ist. In der Folge genügt dann wieder das Leitwertmessgerät.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#341

Beitrag von amplitude » Sonntag 2. August 2020, 23:03

olibaer hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 22:14
natürlich ändert sich der Leitwert. Auch hier gilt:

"Als grober Wert kann für 1°GH ~ 35µS angenommen werden"
Nabend Oli,

ich glaube dir eher als dem Hersteller,
möchte aber gerne mitteilen woher meine Fehlinformation kommt ;-)
Screenshot_20200802-225642_Chrome.jpg
Interpretiere ich die Daten des Herstellers falsch oder ist die Aussage schlicht falsch?

Gruß,
Markus

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#342

Beitrag von olibaer » Sonntag 2. August 2020, 23:20

Servus Markus,
amplitude hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 23:03
ich glaube dir eher als dem Hersteller,
ich denke Du kannst uns Beiden glauben.
So wie es nüchtern zu lesen steht, scheint der Kontext etwas ausgerückt - ungewollt.

Ich denke der Hersteller möchte zeigen, dass sich der Enthärtungserfolg mit 0°dH bzw. 0 Leitwert überprüfen lässt.
Zugegeben. Die Päsentation im Screenshot ist etwas ungeschickt.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#343

Beitrag von amplitude » Montag 3. August 2020, 13:53

olibaer hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2020, 23:20
Ich denke der Hersteller möchte zeigen, dass sich der Enthärtungserfolg mit 0°dH bzw. 0 Leitwert überprüfen lässt.
Zugegeben. Die Päsentation im Screenshot ist etwas ungeschickt.
Ich habe den Hersteller mal direkt gefragt und habe folgende Antwort bekomen:
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Das Kationenharz nimmt lediglich Calcium und Magnesium aus dem Eingangswasser heraus, was keine Auswirkungen auf die Leitfähigkeit des Wassers hat, sondern lediglich auf die Karbon- und Gesamthärte.
Um den Leitwert zu senken benötigen Sie Harz mit Anionen.
Das steht für mich jetzt im direkten Widerspruch zu deiner Aussage.. :redhead
Bitte verstehe das nicht als Kritik, ich möchte nur verstehen was im Endeffekt richtig ist.

Gruß,
Markus

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#344

Beitrag von Ladeberger » Montag 3. August 2020, 15:04

Eben: Im schwach-sauren Kationentauscher werden Ca2+, Mg2+ und Na+ gegen H+ ausgetauscht. Im Wasser reagiert H+ mit Hydrogencarbonat zu CO2 (sollte eh entgast werden, spielt dann keine Rolle mehr) und H2O (vernachlässigbar geringer Leitwert).

-> Meines Erachtens wird der Leitwert bei der Entcarbonisierung sinken, solange Hydrogencarbonat für die vorgenannte Reaktion zur Verfügung steht. Da H+ bzw. Oxonium-Ionen in Wasser eine überaus hohe Leitfähigkeit aufweisen, könnte der Leitwert aber wieder steigen, wenn kein Hydrogencarbonat mehr "verbraucht" wird.

Gruß
Andy

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#345

Beitrag von marsabba » Montag 3. August 2020, 15:12

In meinem speziellen Fall hat das Ausgangswasser immer zwischen 600 und 650 uS Leitwert.
Nach Durchlauf durch das schwach saure Kationenharz messe ich eine Leitfähigkeit von 350 bis 400 uS.
Ist der Wert höher als 400 uS , dann muss ich das Harz regenerieren.

Grüße
Martin

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#346

Beitrag von marsabba » Montag 3. August 2020, 15:24

Um zur Ursprungsfrage zurückzukommen, ob man bei der Anwendung eines Kationentauschers Schwach Sauer auch vorab irgendetwas berechnen (abschätzen) kann, anstatt im Nachgang nur den pH zu messen, habe ich mir ein kleines Excel sheet gebastelt, welches mir nun schon seit einigen Suden gute Dienste leistet.
Nachdem ich beileibe nicht der Profi bin, gebe ich keinerlei Garantie, das das Sheet auch tatsächlich korrekt rechnet... naja, rechnen wird es bestimmt richtig, aber die eingesetzten Formeln sind evtl nicht stimmig.

Anwendung:
Alle Gelben Felder ausfüllen: Profil Ausgangswasser, Gewünschtes Verschnittverhätniss, Zugabe von Salzen/Säuren.
Blaue Felder enthalten das Ergebniss, insbesondere den empfohlenen min/max EBC des Bieres, welches zu dem Wasser passt (das stammt von Robert Palmers Brewing Calculator).
Wichtig: Das Sheet ersetzt keine Messung des ph-Wertes der Maische, es hilft nur beim Dimensionieren der Parameter Wasserverschnitt, Salz/Säuregabe !!!
Dateianhänge
kationentauscher schwach sauer.xlsx
(16.43 KiB) 2-mal heruntergeladen
Zuletzt geändert von marsabba am Montag 3. August 2020, 21:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#347

Beitrag von amplitude » Montag 3. August 2020, 20:10

marsabba hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 15:24
Um zur Ursprungsfrage zurückzukommen, ob man bei der Anwendung eines Kationentauschers Schwach Sauer auch vorab irgendetwas berechnen (abschätzen) kann, anstatt im Nachgang nur den pH zu messen, habe ich mir ein kleines Excel sheet gebastelt, welches mir nun schon seit einigen Suden gute Dienste leistet.
Nachdem ich beileibe nicht der Profi bin, gebe ich keinerlei Garantie, das das Sheet auch tatsächlich korrekt rechnet... naja, rechnen wird es bestimmt richtig, aber die eingesetzten Formeln sind evtl nicht stimmig.

Anwendung:
Alle Gelben Felder ausfüllen: Profil Ausgangswasser, Gewünschtes Verschnittverhätniss, Zugabe von Salzen/Säuren.
Blaue Felder enthalten das Ergebniss, insbesondere den empfohlenen min/max EBC des Bieres, welches zu dem Wasser passt (das stammt von Robert Palmers Brewing Calculator).
Wichtig: Das Sheet ersetzt keine Messung des ph-Wertes der Maische, es hilft nur beim Dimensionieren der Parameter Wasserverschnitt, Salz/Säuregabe !!!
Super Sache!
Wie hast du die Werte hergeleitet die du für "Kati schwach sauer" benutzt?
Falls das für mich passt kann ich die ja direkt in Schlupfs Wasserrechner übernehmen. Dann hätte ich alles zum Planen zusammen. :)

Danke!
Markus

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olibaer
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#348

Beitrag von olibaer » Montag 3. August 2020, 20:29

Hallo Markus,
amplitude hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 13:53
Ich habe den Hersteller mal direkt gefragt und habe folgende Antwort bekomen:
Das Kationenharz nimmt lediglich Calcium und Magnesium aus dem Eingangswasser heraus, was keine Auswirkungen auf die Leitfähigkeit des Wassers hat, sondern lediglich auf die Karbon- und Gesamthärte.
Um den Leitwert zu senken benötigen Sie Harz mit Anionen.
Das steht für mich jetzt im direkten Widerspruch zu deiner Aussage.. :redhead
Bitte verstehe das nicht als Kritik, ich möchte nur verstehen was im Endeffekt richtig ist.
ich verstehe das nicht als Kritik, ganz im Gegenteil.

Die Technologie ist ja im Hobbybrauerumfeld noch recht jung und lieber einmal mehr nachfragen & prüfen tut unbedingt Not.
Wenn man bedenkt, dass hier schon seit 20 Jahren alleine an der Refraktometerablesung rumgemaiert wird, schlagen wir uns hier beim Zusammentragen der Fakten im nicht ganz so einfachen Umfeld "Wasserenthärtung" doch recht gut ;-)

Zum Thema:
Ich weiß nicht genau wie Du Deine Fragen gestellt hast, aber diese beiden Aussagen sind so sicher nicht richtig:
  1. Das Kationenharz nimmt lediglich Calcium und Magnesium aus dem Eingangswasser heraus, was keine Auswirkungen auf die Leitfähigkeit des Wassers hat
  2. Um den Leitwert zu senken benötigen Sie Harz mit Anionen
Zu 1.:
Dass das (schwachsaure)Kationenharz lediglich Calcium und Magnesium aus dem Eingangswasser heraus nimmt: d'accord.

Aber:
Die Leitfähigkeit einer wäßrigen Elektrolytlösung (Säuren, Basen und Salze zumindest gelten als Elektrolyte) berechnet sich letztlich aus der Summe der Äquivalentleitfähigkeiten aller gelösten Ionen, multipliziert mit deren jeweiliger Konzentration.

Wird an der Elektrolytlösung(hier unser Wasser) manipuliert im Sinne von Kationen oder Anionen werden entfernt oder es werden Kationen oder Anionen hinzugefügt, wird sich der Leitwert in der oben formulierten Entsprechung verändern.
Ich denke die Einträge #347 von Martin und #346 von Andy runden das Thema an dieser Stelle ab.

Zu 2.:
Dass das so nicht stimmen kann erklärt sich aus 1.
Der Eintrag von Martin #347 macht das besonders deutlich.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#349

Beitrag von olibaer » Montag 3. August 2020, 21:03

Hallo Martin,
marsabba hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 15:24
Um zur Ursprungsfrage zurückzukommen, ob man bei der Anwendung eines Kationentauschers Schwach Sauer auch vorab irgendetwas berechnen (abschätzen) kann, anstatt im Nachgang nur den pH zu messen, habe ich mir ein kleines Excel sheet gebastelt, welches mir nun schon seit einigen Suden gute Dienste leistet.
das sieht gut aus. Danke dafür :thumbup

Eine Anmerkung:
Vielleicht solltest Du in Spalte K die Formel zur Berechnung der RA überprüfen.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#350

Beitrag von amplitude » Montag 3. August 2020, 21:18

olibaer hat geschrieben:
Montag 3. August 2020, 20:29

Zum Thema:
Ich weiß nicht genau wie Du Deine Fragen gestellt hast, aber diese beiden Aussagen sind so sicher nicht richtig:
Hallo Oli,

der Vollständigkeit halber meine dem Hersteller gestellte Frage:
(Bezogen auf den Artikel "Schwach saueres Kationenharz")

Können Sie mir erklären warum der Leitwert des erhärteten Wassers laut Ihrer Website unverändert zum Rohwasser bleibt?
Ich denke der Mitarbeiter war etwas übereifrig und hat in meiner Frage die Suche nach einem Produkt gelesen das den Leitwert senkt, deshalb die Aussage Nr.2

Wenn ich jetzt die hergeleiteten Werte von Martin für mein (kommendes) Setup verifizieren kann,
hab ich:

1. verstanden wie Schwach saures Harz funktioniert :)
2. eine verlässliche Möglichkeit der Planung meiner Brauwasserzusammensetzung

Nicht schlecht :)

Markus

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