Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

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olibaer
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#301

Beitrag von olibaer » Mittwoch 31. Juli 2019, 19:47

Hallo Baschelde,
Baschelder hat geschrieben:
Mittwoch 31. Juli 2019, 18:30
[...]
mein Wasser hat laut Versorger eine elektrische Leitfähigkeit von 905 µS/cm.
[...]
Nachdem ich den neuen Mischbettvollentsalzer mit Harz gemäß Kaufempfehlung randvoll gestopft habe, komme ich auf etwa 140 µS/cm. Wenn das Wasser extrem langsam läuft maximal auf 70-100 µS/cm.
Sind diese Werte OK oder müsste der Entsalzer noch mehr, also einen niedrigeren Wert, schaffen?
905 µS/cm ? In jedem Fall eine Ansage.
In diesem Umfeld würde ich die Patrone mit max. 0,5 l/min betreiben.

Gut möglich, dass ein Durchsatz von 0,5 l/min als "extrem langsam" wahrgenommen wird, aber dennoch hat man nach 40 min eine Brauwassermenge von 20L vorrätig, die für die meisten zumindest zum Einmaischen genügen sollte - danach ist ja wieder Zeit für die Nachgussmenge. In Anbetracht dessen woher man kommt, keine ganz schlechte Leistung.

Bzgl. Prozesskontrolle und Optimierung bitte die Einträge #217 und #189 studieren.

Ergänzend bleibt die Option, dem Rohwasser mit verschiedenen Harzen auf die Pelle zu rücken. Niemand ist auf "Vollentsalzung" festgelegt. Wer möchte kann sich auch in Harz-Richtung "stark sauer" oder "schwach sauer" orientieren. Das ist ja das Schöne. Die "Anlage" macht einem diesbezüglich keinerlei Vorschriften.

-> das Harz ist der Rohstoff zur Brauwasserenthärtung. Passt dieser Rohstoff nicht zu meinem Rohwasser, nehme ich eben einen andern Rohstoff. Äquivalent zum Malz- und Hopfeneinsatz. It depends ;-)



Edit/Anmerkung:
Teils erhebliche Schwankungen in den Rohwasserqualitäten werden hier im Forum zunehmend diskutiert bzw. im eigenen Umfeld immer wieder festgestellt.
Eine jährlich seitens der Wasserversorger bereit gestellte Wasseranalyse reflektiert nicht zwigend den Zustand des Wassers zum Zeitpunkt der Entnahme. Für den normalen Endverbraucher mag das keine Rolle spielen, für uns aber schon.

Meist rekrutiert sich unser Rohwasser aus einem Verschnitt von Quellgebieten, die mal mehr, mal weniger, angezapft werden.
Aus Sicht des Brauers kann das bedeuten, dass die Gesamthärten im Tagesbezug um +/- 2°dH schwanken. Für einen angenommen Mittelwert von 14°dH würde sich ergeben, dass das Rohwasser "heute" mit 12°dH aus der Leitung kommt und morgen mit 16°dH.

Für eine geplante Teilenthärtung, die in ihren Auswirkungen teilweise bis zur Vorhersage eines pH-Wertes in der Maische reicht, stellt das natürlich den "worst-case" dar.

Wer an dieser Stelle so etwas wie Planungssicherheit haben möchte, der muss sein Wasser zunächst vollentsalzen - mit welcher Technik auch immer. Freilich muss der Brauer der zwischen 2-5°dH schwankt einen andern Blick auf die Dinge haben dürfen als der Brauer, der stetig zwischen 17°dH und 22°dH in seinen Rohwasserqualitäten pendelt. Zuerst benannter muss ich wenig kümmern, zuletzt benannter um so mehr. Das Gesamtniveau und die Details der Wasseranalyse müssen entscheiden, in welche Richtung eine Wasseraufbereitung ausgelenkt wird.
Gruss
Oli
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#302

Beitrag von JackFrost » Mittwoch 31. Juli 2019, 20:13

Du brauchst den Wasserdruck. Ich hab am Ausgang einen Wasserhahn. Damit Regel ich die Geschwindigkeit.
Ich vermute etwas Wasser fließt an der Kartusche vorbei weil die nicht an den Deckel gedrückt wird.
Hast du den Schlüssel zum zu machen mit gekauft ? Mit dem lässt sich der blaue Ring besser zu schrauben.

Edit: Tippfehler

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#303

Beitrag von Baschelder » Donnerstag 1. August 2019, 17:38

olibaer hat geschrieben:905 µS/cm ? In jedem Fall eine Ansage.
In diesem Umfeld würde ich die Patrone mit max. 0,5 l/min betreiben.
Mich wundern eben diese 905 µS/cm, weil sie mit der erwähnten Faustformel nicht mit den 17°dH Gesamthärte (gemäß der gleichen Wasseranalyse) im Einklang steht, die sich durch meine Messung (920 µS/cm) bestätigt.

Zur Trinkwasseranalyse: https://rhwasser.de/ihr-wasserversorger ... qualitaet/
(Gesamthärte = Analyse Gruppe B, Leitfähigkeit = Analyse Gruppe A

JackFrost hat geschrieben:
Mittwoch 31. Juli 2019, 20:13
Du brauchst den Wasserdruck. Ich hab am Ausgang einen Wasserhahn. Damit Regel ich die Geschwindigkeit.
Ich vermute etwas Wasser fließt an der Kartusche vorbei weil die nicht an den Deckel gedrückt wird.
Hast du den Schlüssel zum zu machen mit gekauft ? Mit dem lässt sich der blaue Ring besser zu schrauben.
Inzwischen habe ich folgende Varianten getestet:

1. Wasserhahn (vor In-Anschluss) voll aufgedreht, Hahn (hinter Out-Anschluss) ganz wenig aufgedreht -> Wasserdruck
Ergebnis 120-140 µS/cm je nach Fließgeschwindigkeit von 1 Ltr./min - 0,5 Ltr./min.

2. Wasserhahn (vor In-Anschluss) ganz wenig aufgedreht aufgedreht, Hahn (hinter Out-Anschluss) fast vollständig zugedreht
Ergebnis 80-100 µS/cm je nach Fließgeschwindigkeit von 1 Ltr./min - 0,5 Ltr./min.

Könnte es sein, dass sich irgendwas leitfähiges im Wasser befindet, dass nicht herausgefiltert werden kann und auch den hohen Leitwert im Rohwasser und im entsalzten Wasser begründet?
Teils erhebliche Schwankungen in den Rohwasserqualitäten werden hier im Forum zunehmend diskutiert bzw. im eigenen Umfeld immer wieder festgestellt.
Eine jährlich seitens der Wasserversorger bereit gestellte Wasseranalyse reflektiert nicht zwigend den Zustand des Wassers zum Zeitpunkt der Entnahme. Für den normalen Endverbraucher mag das keine Rolle spielen, für uns aber schon.

Meist rekrutiert sich unser Rohwasser aus einem Verschnitt von Quellgebieten, die mal mehr, mal weniger, angezapft werden.
Aus Sicht des Brauers kann das bedeuten, dass die Gesamthärten im Tagesbezug um +/- 2°dH schwanken. Für einen angenommen Mittelwert von 14°dH würde sich ergeben, dass das Rohwasser "heute" mit 12°dH aus der Leitung kommt und morgen mit 16°dH.
Das trifft mich wohl nicht. Ich beziehe gefiltertes Rheinwasser. Da gibts keine unterschiedliche Quellen, sondern maximale saisonale Schwankungen. Die Wasseranalyse wird jährlich veröffentlicht. Die Werte haben sich in den letzten 3 Jahren nur marginal geändert.
JackFrost hat geschrieben:
Mittwoch 31. Juli 2019, 20:13
Du brauchst den Wasserdruck. Ich hab am Ausgang einen Wasserhahn. Damit Regel ich die Geschwindigkeit.
Ich vermute etwas Wasser fließt an der Kartusche vorbei weil die nicht an den Deckel gedrückt wird.
Hast du den Schlüssel zum zu machen mit gekauft ? Mit dem lässt sich der blaue Ring besser zu schrauben.
Zum Wasserdruck siehe Ergebnisse oben mit und ohne Wasserdruck. Ich persönlich glaube nicht, dass Wasser vorbeifließt. Der weiße Dichtring ist vorhanden, es wackelt nix, das Gehäuse ist mittels des blauen Ringes fest verschraubt.

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#304

Beitrag von JackFrost » Donnerstag 1. August 2019, 17:48

Das Wasser hat brutal viel Chlorid und Natrium, daher passt die Berechnung Leitfähigkeit und Härte nicht mehr. Was für ein Harz hast du gekauft ?

100 uS nach dem Mischbett sind schon sehr krass. Geh mal mit der Geschwindigkeit sehr weit runter und lass dann gut was laufen u d Messe dann.

Wieviel Liter sind schon durch das Harz ?

Gruß JackFrost
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#305

Beitrag von Baschelder » Freitag 2. August 2019, 18:00

JackFrost hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 17:48
Das Wasser hat brutal viel Chlorid und Natrium, daher passt die Berechnung Leitfähigkeit und Härte nicht mehr. Was für ein Harz hast du gekauft ?

100 uS nach dem Mischbett sind schon sehr krass. Geh mal mit der Geschwindigkeit sehr weit runter und lass dann gut was laufen u d Messe dann.

Wieviel Liter sind schon durch das Harz ?
Ich hab das Mischettharz für VE-Wasser, laut Empfehlung gekauft. https://aft-shop.de/mischbettharz
Hab das Wasser jetzt mal ganz weit gedrosselt und 1 Liter in drei Minuten gezapft. Vorher habe ich nochmal länger Wasser ablaufen lassen.
Hatte dann 50 µS/cm. Die Geschwindigkeit stört mich jetzt nicht. Würde das Wasser am Abend vor dem brauen ziehen.
Sind jetzt vielleicht 15 Liter zu Testzwecken durch das Harz. Sofern die Mineralien gleichmäßig gefiltert würden, wäre ich mit dem Ergebnis zufrieden.

brew.bert
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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#306

Beitrag von brew.bert » Mittwoch 11. September 2019, 17:49

Moin!

Bisher 2 Jahre nur stiller Mitleser - hier und im alten Forum - gewesen. Klasse Sache, viel gelernt =) Ist es usus, sich anderswo vorzustellen?!

Als Gast konnte ich es nicht posten also fix registriert:

Die Frage nach dem fischigen Geruch wurde @FAQ auf einer Herstellerseite mit einem erhöhten Eisengehalt des Rohwassers erklärt. Mich hat das nicht in Ruhe gelassen, warum bei einigen Braukollegen das vollentsalzte Wasser nach Fisch riecht und bei anderen wiederum nicht! Abhilfe schafft wohl ein Eisenvorfilter. Falls das bereits an anderer Stelle hier im Faden empfohlen wurde...sorry..habe ich dann überlesen.

Bin Berliner und habe mit sehr hoher Restalkalität zu kämpfen. Einstellen mit Milch- und Zitronensäure sowie Aufhärtung kommt aber wie hier ja viele selbst leidvoll erfahren mussten irgendwann an seine Grenzen. Da ich auch noch leidenschaftlich gern Espresso trinke, muss also jetzt ein Mischbettvollentsalzer her.

Hat hier schonmal jemand eine 5 Liter Patrone ausprobiert und würde mir mit Erfahrungswerten weiterhelfen können? Falls nein, bin schon fast festgelegt und werde spätestens nach dem ersten Sud (Soll ein Märzen mit Hang zum eher helleren aktuellen Festbier werden) mal berichten. Eigentlich eher bezüglich der Geruchsproblematik nach der Installation, war bisher davon ausgegangen, kaum Eisen im Leitungswasser zu haben.

Gruß
Robert

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Re: Mischbettvollentsalzer im Eigenbau

#307

Beitrag von guenter » Mittwoch 11. September 2019, 18:29

Bier trinken ist besser als Quark reden! :Drink

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