Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

Alles zur Nutzung und Herstellung von Utensilien (Töpfe, Braupfannen, Heizgeräte etc.), die für das Brauen nützlich sind.
Antworten
Ijanto
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 15
Registriert: Freitag 28. September 2018, 09:51

Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#1

Beitrag von Ijanto » Freitag 28. September 2018, 10:27

Hallo liebe Leute,

nachdem ich nun auch schon ewig hier mitlese habe ich mich dann doch heute mal angemeldet.

Da ich hauptberuflich im Sektor Anlagenbau als Konstrukteur von Brauanalgen arbeite liegt mein Interesse an Bier natürlich sehr nahe.
Nach den ersten eigenen Versuchen im Einkocher soll nun mal was sinnvolles her.

Nach jetzt schon ca. 2 Monaten Recherche bin ich am hin und her überlegen was es nun werden soll.
Ich habe ja nun schon allerlei gelesen über meine beiden Favoriten "Grainfather" und "Klarstein Mundschenk" kann mich aber einfach nicht entscheiden.
Zum einen ist natürlich der Preis ein großes Kriterium zum anderen natürlich aber auch die Qualität und langlebigkeit des Gerätes.

Gebt mir doch mal noch ein paar Entscheidungshilfen mit auf den Weg zum Hobbybrauer.

Da es bei "Amihopfen" den Grainfather zu einem echt guten Preis gibt bin ich gewillt den "teurere" zu kaufen. Klarstein zieht gerade mal wieder die Preise nach oben und naja die Preispolitik ist nunmal mehr als fragwürdig. Wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet muss ich zum Mundschenk noch ne anständige Kühllösung kaufen die beim Grainfather dabei ist. Wenn man nun den akteullen Klarstein Preis + sinnvollen Gegenstromkühler nimmt und mit den aktuellen Preis bei "Amihopfen" für den Grainfather vergleicht ist der Unterscheid ja nun auch nicht mehr all zu rieseg. Vorhanden aber überschaubar.
Das wäre das Thema Preis.

Zum Thema Qualität: Über den Mundschenk hat man Anfangs ja einiges Schlechtes gelesen. Mittlerweile soll das Gerät ja ganz gut funktionieren und das machen was es soll. Das spricht ja wieder dafür. Die Materialien sind natürlich entsprechend des Preises so lala. Aber gut das sehe ich nicht als all zu dramatisch an man weiß ja schließlich auf was man sich einlässt. Bei Grainfather sehe ich das ähnlich. Sind dort die Materialien denn wirklich so viel besser, stabiler und sinnvoller berbaut / hergestellt ? Wenn die Geräte sich da nicht viel nehmen sollten spreche das auch wieder für MS. Auch beim GF gibt es so einige Punkte die immer mal diskutiert werden und verbesserungswürdig scheinen.

Mir geht es in aller erster Linie um ein zuverlässiges Gerät. Es soll das machen was ich von ihm will. Nicht aussteigen im Prozess, vernünftig aufheizen und kochen können, gut pumpen, gut zu reinigen und langlebig sein. Natürlich ganz klar unter der Beachtung der hier im Forum schon unzähligen Tips und Tricks. Die größte Fehlerquelle steht bekanntlich vor Gerät und ist nicht das Gerät selbst. :-)

Tja und so ist man natürlich nun hin und her gerissen. :puzz :crying

Ich hoffe ihr könnt mir bei den Entscheidung helfen mit dem vielleicht ein oder anderen was ich selbts noch nicht berücksichtigt habe.

Grüße Tobi

Benutzeravatar
chaos-black
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2696
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#2

Beitrag von chaos-black » Freitag 28. September 2018, 11:46

Ich kenne den Mundschenk nicht, bin aber seit über 2 1/2 Jahren mittlerweile auf dem Grainfather unterwegs und habe Jetz ca 40-50 Sude darauf. Mir ist er noch nie während des Prozesses ausgestiegen und ich würde ihn immer noch nicht hergeben.
Kennst du schon mein Zwischenfazit nach einem Jahr? Https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... schenfazit

Beste Grüße,
alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
nrtn
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 197
Registriert: Freitag 24. März 2017, 17:25

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#3

Beitrag von nrtn » Freitag 28. September 2018, 12:08

Was man auch immer gerne vergisst ist, dass man mit dem Gerät auch die zugehörige Community kauft. Es gibt etliche Leute die den Grainfather modifiziert haben und das auch dokumentierten (mir fehlt nur ein bisschen das Äquivalent zu braumeisters.net). Man findet zu jedem Problem etliche Leute die das gleiche bereits hatten.

Und im Fall vom Grainfather ist die Community Rezeptsammlung genial. Wie oft ich schon ein gekauftes Bier getrunken habe und spontan ein Klonrezept eines anderen Grainfather-Besitzers in meine Datenbank gezogen habe um es am nächsten Wochenende zu brauen.

Gibt es beim Mundschenk schon eine ältere Community mit Erfahrungsschatz? Muss ich bei Rezepten anderer grundsätzlich erst Schüttung und Güsse umrechnen? Nicht unbedingt die wichtigsten Fragen, aber ich lese sowas selten in Pro/Contra Aufzählungen...

Ijanto
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 15
Registriert: Freitag 28. September 2018, 09:51

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#4

Beitrag von Ijanto » Freitag 28. September 2018, 12:17

Hi Alex,

ja dein Fazit Post kenne ich natürlich. Der war auch bei meiner Entscheidungsfindung maßgeblich beteiligt. Sehr gut geschrieben.
Schön zu hören das auch nach 1 1/2 Jahren später deine Meinung dazu noch die gleiche ist. Wieder ein Pluspunkt für den Grainfather. :-)

@nrtn
Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht ehrlich gesagt. Wo du es sagst zur Rezepterei habe ich mir noch nicht all zu viele Gedanken gemacht aber auch schon festgestellt das es für den Grainfather schon eine gute Palette an "ausgetesteten" Rezepten gibt. Wäre dann wohl ein weiterer Pluspunkt. :-)

Benutzeravatar
CastleBravo
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 367
Registriert: Donnerstag 14. Dezember 2017, 14:09

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#5

Beitrag von CastleBravo » Montag 1. Oktober 2018, 21:54

Ich kann die auch den Grainfather wärmstens ans Herz legen. Seitdem ich ihn habe ist das brauen der reinste Genuß.
Er werkelt sich zuverlässig durch jeden Sud, das Brauen ist entspannt, Läuterprobleme hatte ich auch noch nicht (selbst 60% Weizen mit der Mattmill kompakt auf 1,3 mm) und innerhalb von 5 Minuten hast du den Sud von 100 auf unter 80 Grad (-> Nachisomerisierungszeit).
Max. Schüttung bisher 7,8 kg mit SHA von 60%, machte 34 l á 12,5 Grad Plato.
Herrmann-Verfahren geht auch Dekoktion ist in Planung.
Viele Grüße

Ijanto
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 15
Registriert: Freitag 28. September 2018, 09:51

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#6

Beitrag von Ijanto » Mittwoch 3. Oktober 2018, 13:52

@CastleBravo

vielen Dank für die Empfehlung.

Benutzeravatar
mcorny76
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 202
Registriert: Donnerstag 19. November 2015, 14:20

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#7

Beitrag von mcorny76 » Donnerstag 4. Oktober 2018, 14:08

Hi Tobi,
nur mal so dahergesagt: willst du dir als Brauanlagen-Konstrukteur nicht dein eigenes kleines High-End Sudwerk bauen? Planung und Materialbeschaffung sind für dich wahrscheinlich Alltag.
Und natürlich herzlich Willkommen im Forum.
Grüße,
Michael
BM 20 Plus und total zufrieden damit :thumbsup

Ijanto
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 15
Registriert: Freitag 28. September 2018, 09:51

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#8

Beitrag von Ijanto » Donnerstag 4. Oktober 2018, 18:52

Hi Michael,

tja wenn das alles mal so einfach wäre. Klar habe ich daran auch schon gedacht. Da hätte ich dann gleich das was ich am gerne am liebsten hätte.
Aber ich wohne in der Innenstadt in einer Wohnung. Da muss man eben schauen was man da so unter bekommt. Dafür sehe ich die Halbautomaten als beste Alternative um überhaupt was machen zu können. Wenn ich den Platz hätte würde ich direkt ein drei Gefäße Sudhaus bevorzugen aber da braucht man mal mindestens ne brauchbare Garage oder ähnliches.
Außerdem muss ich sagen sind die Halbautomaten wirklich kaum schlagbar vom preis her.

Umgebaute Kochtöpfe etc. sind nicht meins. Wenn dann schon 3 pefekt angepasste Behälter so wie ich sie möchte und dann sprengt das aber auch schon bei weitem den finanziellen Rahmen. Im Bereich 5HL wirds dann wieder deutlich interessanter aber was soll ich denn mit 500L Bier pro Sud.
Das teure an der Geschichte sind ja dann nicht die Anlagen sond der Kaltbereich sprich Gärkeller. :-)

..... und letzen Endes kann ich das Thema hier auch schon grinsend schließen, denn der Grainfather ist bestellt :-)

Grüße

Benutzeravatar
mcorny76
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 202
Registriert: Donnerstag 19. November 2015, 14:20

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#9

Beitrag von mcorny76 » Donnerstag 4. Oktober 2018, 21:39

Okay, okay, ich nehme den Vorschlag zurück :-)
Ich kann das dann voll und ganz verstehen, dass du dann was platzsparendes suchst.
Ich habe auch nur eine Garage (in die auch ein Auto rein muss), daher bin ich letztlich beim BM20plus gelandet.
Viel Spaß mit dem Grainfather
Michael
BM 20 Plus und total zufrieden damit :thumbsup

Lumb
Neuling
Neuling
Beiträge: 1
Registriert: Donnerstag 3. Januar 2019, 14:47

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#10

Beitrag von Lumb » Donnerstag 3. Januar 2019, 14:57

Hallo Ijanto, Hallo zusammen.
Auch ich bin hier neu, möchte gerne Bier brauen😀. Habe schon verschiedene Sets ausprobiert und Spass gehabt, wenngleich dort die persönlichen Einflüsse stark begrenzt sind.
Nun ist mir eben dieser Grainfather aus ähnlichen Gründen wie Dir ans Herz gewachsen - Preis/Leistung scheint stimmig 😃. Nun aber zu meinen Fragen: Was benötigt man denn zu dem ca. 840€ Gerät noch zusätzlich? Eine Mühle, ein Gährbottich...? Kannst Du oder jemand mir das beantworten? DANKE

lumb

Benutzeravatar
Scarabeo
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 328
Registriert: Donnerstag 30. Juli 2015, 09:47
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#11

Beitrag von Scarabeo » Donnerstag 3. Januar 2019, 16:02

Moin,
wenn es evtl. auch ein bißchen spät ist. Ich brauer seit ca 1 Jahr mit dem Mundschenk. Wenn ich vorher gewusst hätte wie klasse das ist hätte ich mir den schon viel früher gekauft. Allerdings habe ich ein paar kleine Änderungen gemacht. Zum einen hab ich das Steigrohr durch 2 VA-Unterlegscheiben verstärkt. War mir zu wackelig. Ausserdem hebe ich den Malzbehälter mit einem Flaschenzug aus dem Topf. Ist einfach leichter. Dann habe ich den Mundschenk auf einer Kippvorrichtung zu stehen das ich fast den gesammten Sud ablaufen lassen kann. Kühlen tu ich nicht extra. Ich fülle den heissen Sud in den Gärbehälter und lasse das ganze über Nacht abkühlen. Am Morgen kommt dann die Hefe dazu. Selbst in diesen Sommer ist mir kein Sud schlecht geworden.

Hallo Lumb,
vielleicht findest Du in Deiner Gegend einen Hobbybrauer der sich in den Topf schauen läst. Dann ist der erste Start um einiges einfacher.
Scarabeo
der im wahren Leben Norbert gerufen wird.

Quasihodo
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 20
Registriert: Sonntag 26. April 2015, 18:59

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#12

Beitrag von Quasihodo » Donnerstag 3. Januar 2019, 16:27

Lumb hat geschrieben:
Donnerstag 3. Januar 2019, 14:57
Fragen: Was benötigt man denn zu dem ca. 840€ Gerät noch zusätzlich? Eine Mühle, ein Gährbottich...? Kannst Du oder jemand mir das beantworten? DANKE

lumb
Moin
Mühle muss nicht sein, kannst dein Malz auch fertig für den Grainfather geschrotet kaufen.

Einkaufsliste für den Anfang war bei mir in etwa:

Maischepaddel
Milchsäure 80%
Bierspindel und Zylinder
Brauerjod
Waagen für Malz und eine die auch mal 5,5gr. Hopfen abwiegen kann
Gärfass mit grünem Deckel aus dem Baumarkt
Sputnikfilter
Bierheber mit Halteklammer
Silikonschlauch
Star San
Flaschenbürste/ oder Flaschenblaster
Flaschenabtropfständer
Abfüllröhrchen/Abfüllpistole
Zucker Dosierhilfe
Kronenkorken und -verkorker

Hoffe, das hilft als Übersicht. Einzelne Sachen könnte man vielleicht weg lassen aber das würde ich auch alles wieder kaufen.
Gruß
Markus

Ijanto
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 15
Registriert: Freitag 28. September 2018, 09:51

Re: Grainfather oder Mundschenk oder doch Grainfather oder ...

#13

Beitrag von Ijanto » Montag 21. Januar 2019, 20:27

Huhu,

auch wenns sicher etwas spät ist hier mal noch was zum Thema Einkaufsliste.

Markus hat eigentlich schon alles im Großen und Ganzen gut zusammengefasst.

Milchsäure braucht man ertsmal überhaupt nicht. Die wird in erste Linie nur benötigt wenn man was am Wasser ändern muss, das hätte man dazuschreiben sollen. Für Einsteiger nicht hilfreich.
Für den Anfang kann man mit dem normalen Leitungswasser gut brauen .... wenn nicht gerade Beton aus der Leitung kommt.
Statt Bierspindel und Zylinder setze ich aufs Refraktometer. Damit fahre ich sehr gut und habe während des Gärverlaufs weniger Verlust da ich viel kleinere Proben nehmen muss.
Zucker Dosierhilfe finde ich auch nicht wichtig. Ich berechne die Zuckermenge immer exakt und wiege den Zucker komplett ab für die gesamte Jungbiermenge. Ich schlauche alles aus dem Gärbehälter in meinen Einkocher auf die Zuckerlösung und fülle von da aus ab. Ich traue den Dosierhilfen nicht ;-) da bin ich lieber exakt.
Kronkorken und Verkorker kann man machen oder man leert mal ein paar Kästen Ploppflaschen vom Getränkehändler und dann hat man erst einmal ein paar Flaschen, wobei man sagen muss die Gefahr von "Nieten" also undichte Flaschen also welche die kaum Kohlensäure haben kommen da sichelrich ertwas öfters vor. Habe aber selbst bisher immer nur maximal 1-2 pro Doppelsud gehabt damit kann ich leben.
Die Waagen kann ich auch nur sehr empfhelen. Dache erst auch das man das mit Hausmitteln schon hinbekommt musste dann aber feststellen das die Menge an Malzen zu verwiegen schon Ärgerlich sein kann wenn man nur ne kleine Küchenwaage hat. Geht aber natürlich auch erstmal damit.

Ausrüstung hin oder her. Am aller wichtigsten ist das man sich bevor man anfängt ausreichend informiert und beliest zu dem Thema. Ein Brauautomat macht noch lange kein Bier. Viel wichtiger sind anständige Gärführung und sauberes Arbeiten im Kaltbereich.

PS: Mein Grainfather war für mich persöhnlich der richtige Kauf. Ich hatte es finanziell über für das Hobby und habe mich aus genannten Gründen dafür entschieden und bis jetzt nicht bereut.

Antworten