Erfahrungen mit Einkochern

Alles zur Nutzung und Herstellung von Utensilien (Töpfe, Braupfannen, Heizgeräte etc.), die für das Brauen nützlich sind.
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Zoigl Jehovas
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Erfahrungen mit Einkochern

#1

Beitrag von Zoigl Jehovas » Mittwoch 4. März 2020, 00:58

Hallo,

ich bin gerade dabei, mir einen Einkocher zuzulegen. Ich habe dazu viel, viel gelesen in diesem Forum, nur ist es leider sehr unübersichtlich und zeitaufwändig, sich Informationen aus zig verschiedenen Threads zusammenzusuchen. Deshalb von mir die Idee, einen Thread zu erstellen, in dem jeder seine Erfahrungen mit seinem Einkocher kurz und übersichtlich schildert. Infos wie welcher Typ, welches Setup (mit oder ohne Rührwerk, Inkbird usw.), Emaille oder Edelstahl, kann er wallend kochen oder nur zaghaft, schaltet er sich aus, taugen die Griffe, brennt was an, hält er die Temperatur und eventuell die Zeit, wird er als Maischekessel benutzt oder nicht. usw.. Ganz wichtig ist auch das Volumen! Manche haben einen Inhalt von 27 Litern, andere von 30. Und wieviel passt dann zum Kochen maximal rein? Diese Fragen würden mich und ich glaube jeden Anfänger erstmal brennend interessieren. Wäre schön, wenn Ihr dazu beitragen würdet, dass sich das Anfängerwirrwarr etwas ausdünnt.

Danke schonmal für Euere Erfahrungen und Infos!
Grüße
Martin
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gulp
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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#2

Beitrag von gulp » Mittwoch 4. März 2020, 06:06

Servus Martin,

Die Suche kannst du abkürzen, wenn du die richtigen Leute fragst. In dem Fall fg100.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
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Boludo
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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#3

Beitrag von Boludo » Mittwoch 4. März 2020, 08:11

Falls es die finanzielle Situation zulässt, würde ich immer eine Induktionsplatte mit Topf einem Einkocher vorziehen.
Als Anfänger weiß man natürlich nicht, ob man beim Hobby bleibt und dann will man nicht viel investieren. Auf Dauer ist es aber definitiv die bessere Lösung. Außer man will mit Tauchsiedern hantieren.

Stefan

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#4

Beitrag von SingleUser » Mittwoch 4. März 2020, 08:30

Stimme Bolundo zu.

Habe mit einem Einmachkocher angefangen und immer noch in Betrieb, aber aktuell nur, weil mir ein Teil fehlt....

Meine Erfahrungen
1. Damit er die Temperatur beim Maischen gut (sprich: stabil) hält, brauchst Du eine Isolierung
2. Damit er gut kocht (ohne Tauchsieder) brauchst Du beim Würzekochen eine Isolierung
3. Die Temperatursteuerung ist nicht ganz einfach, weil die Dinger nachheizen (im Gegensatz zur Induktion), daher würde ich eine Steuerung (Inkbird o. ä.) empfehlen [DIE Übrigens sowieso….egal wie Du es machen möchtest]
4. Du musst beim Hochheizen rühren, weil es sonst unten anbrennen kann (die heizen halt "ungeregelt" mit 1,8 bzw. 2 KW hoch bis das Thermostat "aus"schaltet)
5. Volumen ist begrenzt auf ca. 22-24 Liter
Vorteil: Die Dinger sind auch für andere Sachen brauchbar, Einstieg ist günstiger. Angenommen Du kaufst einen neuen Kocher , die liegen so um die 100 Euro + 20 Euro Isolierung => 120 Euro

Die anderweitige Nutzbarkeit gilt aber auch für Induktionsplatten, das ist m. A. eine "Lebensanschaffung" und auch den Topf wirst Du auch anderweitig nutzen können. Volumen bekommst Du hier ca. 40-42 Liter raus mit einem 47er Topf. Hier kostet der Einstieg aber ca. 170 für die Induktion + (ich glaube) 70 Euro für den Topf => 240 Euro

Wenn Du den Preis mal in Relation zum Volumen setzt, kostet Dich "der Liter fast das Gleiche" (120 Euro für 22 Liter / 240 für 40 Liter)
Wenn Du nicht dringend auf die 120 Euro angewiesen bist -> nimm die Induktionsplatte mit Topf … ist deutlich einfacher

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#5

Beitrag von macro » Mittwoch 4. März 2020, 08:43

Moin!

Ich habe den Silvercrest Einkochautomat von Lidl https://www.lidl.de/de/silvercrest-eink ... at/p298317 im Einsatz, bisher ohne Thermomanschette. Dafür mit anderem Ablasshahn, Läuterspirale und selbst gebautem Rührwerk.
Zum Maischen funktioniert er prima, vorgegebene Temperaturen werden gut gehalten, eventuell sind 2°C nachzujustieren, wobei ich auch nicht sagen kann, ob mein anderes Thermometer das präzisere ist. Die Zeitvorwahl mit Signal bei Erreichen der Temperatur und zum Ende der (Rast-) Zeit klappt bestens.
Würzekochen (wallend) ohne Thermomanschette schafft er mit seinen 1800W nicht, ein Tauchsieder (1000W) ist notwendig. Die emaillierte Oberfäche nimmt leichte Verfärbungen an, stört mich aber nicht. 27L reichen gut für 20L Hauptguss, bei 3L mehr HG wird´s eng.
Bin mit dem Gerät echt zufrieden, Preis/Leistung ist für 60 Taler top.

Die Thermomanschette soll heute kommen, gebraut wird dann am Wochenende wieder. Werde berichten, ob´s Würzekochen damit besser klappt...

EDIT: Soeben wurde die Thermomanschette https://www.amazon.de/gp/product/B00ONA ... UTF8&psc=1 geliefert - die geht zurück... Für den Lidl Einkochautomaten mit 27L komischerweise zu klein, und der Ablasshahn sitzt an der falschen Stelle, hab ich übersehen. :Ahh
Zuletzt geändert von macro am Mittwoch 4. März 2020, 11:47, insgesamt 1-mal geändert.
Heiter weiter!
Marco

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#6

Beitrag von macro » Mittwoch 4. März 2020, 08:53

3. Die Temperatursteuerung ist nicht ganz einfach, weil die Dinger nachheizen (im Gegensatz zur Induktion), daher würde ich eine Steuerung (Inkbird o. ä.) empfehlen [DIE Übrigens sowieso….egal wie Du es machen möchtest]
Meine Temperatursteuerung ohne Thermomanschette klappt schon ziemlich gut - ob das Inkbird und Induktion besser hinbekommen, möchte ich bezweifeln...
4. Du musst beim Hochheizen rühren, weil es sonst unten anbrennen kann (die heizen halt "ungeregelt" mit 1,8 bzw. 2 KW hoch bis das Thermostat "aus"schaltet)
Würde mich sehr wundern, wenn man bei Induktion nicht rühren müsste - die heizt doch genauso mit Vollgas hoch, bis der Inkbird anspricht, oder?
Heiter weiter!
Marco

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#7

Beitrag von BrauWastlKoeln » Mittwoch 4. März 2020, 09:30

Moin,

habe seit knapp 100 Suden den Bielmeier BHG 411.2 digital im Einsatz und bin damit voll zufrieden. Dabei brachte ich die folgenden Punkte, die auch bei anderen Einkochern gelten:
1) Isolierung ist wichtig um beim Maischen die Temperatur gut zu halten
2) zum Messen der Temperatur auf jeden Fall ein Thermometer in die Maische und nicht das vom Topf nehmen
3) Um die Maische zu heizen stelle ich nur 90°C als Zieltemperatur ein, dann brennt nichts an. Wenn man auf 100°C stellt hatte ich auch das Problem, dass der zu stark heizt und das Bier röstiger wird als gewollt.
3) Der heizt durch die Wärmekapazität des Heizelements bei einer normalen Maischemenge (Topf ist voll) ca 1,5°C nach. Wenn man das weiß, dann kann man das Nachheizen einfach 1,5°C vorher beenden um Überschwingen zu verhindern. Dazu kommt, dass der Topf durch die Isolierung immer 2°C höher heizt als unten eingestellt. Heißt in der Praxis, wenn ich zB auf 68°C hochheizen will, stelle ich 90°C als Ziel ein und stelle dann bei erreichen von 66,5°C auf 66°C zurück um die 68°C zu halten. Kling komplizierter als es ist.
4) Um sich einen dicken Arm zu sparen und während des Maischens andere Dinge vorbereiten zu können, macht ein Rührwerk Sinn.
5) Dank Isolierung schaft er auch wallendes Kochen ohne Hilfsmittel. Zum Hochheizen kurz den Deckel drauf, sobald kocht runter damit. Ich läutere in einem separaten Eimer, sodass ich beim Läutern schon heizen kann. Bei Läuterende ist die Würze dann meist schon über 90°C.

Das Verfahren mit dem Heizen beim Maischen habe ich hier auch schon beschrieben und bebildert:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ead#unread

Gruß
Sebastian

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#8

Beitrag von Odin » Mittwoch 4. März 2020, 10:03

Die meisten Einkocher sind nicht wirklich toll zum Würze kochen. Für die Maischarbeit und für das Nachgusswasser sind sie aber brauchbar. Besser eine Induktionsplatte mit Topf verwenden. Das lässt sich zur Not auch gebraucht recht gut wieder verkaufen.
Bierherstellung beginnt mit dem Ausschlagen der Würze

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#9

Beitrag von guzzi-matz » Mittwoch 4. März 2020, 10:30

Mit 2000 Watt geht das mit dem Würze kochen ganz locker.
Jedenfalls habe ich mit meinen alten Nahrath Praktina überhaupt kein Problem es wallend zu kochen.
Ein Inkbirt zur besseren Steuerung und ein Rührwerk oben drauf machen das Ganze ziemlich komfortabel.
Wichtig ist auf jeden Fall die Isolierung mit einer Thermomatte oder Ähnlichen.

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#10

Beitrag von ULBräu » Mittwoch 4. März 2020, 11:32

Es gibt inzwischen auch Einkocher mit 2500 Watt (z.B. bei Amazon von Grafner oder Arebos) aus Edelstahl.
Hatte meinen Arebos zwar erst einmal im Gebrauch, aber wallend kochen ohne Isomatte war damit kein Problem. Es ist auch nichts angebrannt.
Wie er sich auf die Dauer schlägt, wird sich noch zeigen.

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#11

Beitrag von Kobi » Mittwoch 4. März 2020, 22:22

Seltsam, dass Ihr oft mit dem Würzekochen Probleme habt?! Ich habe seit 19 Jahren einen billigen Petra mit 1800 W; Würzekochen ohne Tauchsieder war nie ein Problem. Seit einigen Jahren isoliert, geht es noch besser, klappte vorher aber auch. Ich schätze, dass Angaben wie 1800 oder 2000 W wohl von den Herstellern eher als unverbindliche Richtlinie angesehen werden...?!?
Ansonsten stimmt das hier Gesagte zur Steuerung usw.
Mit dem Ding braue ich je nach Stammwürze sogar bis 35 Liter.
Klar, mehr und besser geht immer, aber ich bin mit dem Ding zufrieden.
Viele Grüße
Andreas
Das Leben ist zu kurz, um schlechtes Bier zu trinken! :Drink

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#12

Beitrag von khaos » Mittwoch 4. März 2020, 23:44

Ich habe einen Klarstein Biggie mit Läuterfreund, Rührwerk von Sascha, ordentlichem Edelstahlhahn und der typischen Decathlon Isomatte zum maischen. Zum Würzekochen stand noch ein Einkocher im Keller, der hat auch erst nicht wirklich kochen wollen, nach Isomatten Upgrade kocht der jetzt aber auch. Beide haben angeblich 1800W.

Viele Grüße,
Kevin

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#13

Beitrag von Zoigl Jehovas » Donnerstag 5. März 2020, 00:17

Danke schonmal für Euere Antworten. Momentan machen größere Mengen als bei der Einkocherklasse bei mir keinen Sinn, weil ich meistens alleine bin und das sonst gewichtsmässig nicht mehr hinbekomme. Induktionsplatte fände ich dafür also etwas zu überdimensioniert.

Ich fände ja den Klarstein Konfistar 40 gut, weil er 2500W Leistung hat und ich vom Volumen her etwas mehr Spielraum nach oben hätte. Hat schon jemand Erfahrungen damit?

https://www.klarstein.de/Kuechengeraete ... gKg5vD_BwE

Grüße
Martin
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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#14

Beitrag von Sura » Donnerstag 5. März 2020, 15:47

Boludo hat geschrieben:
Mittwoch 4. März 2020, 08:11
Falls es die finanzielle Situation zulässt, würde ich immer eine Induktionsplatte mit Topf einem Einkocher vorziehen.
Als Anfänger weiß man natürlich nicht, ob man beim Hobby bleibt und dann will man nicht viel investieren. Auf Dauer ist es aber definitiv die bessere Lösung. Außer man will mit Tauchsiedern hantieren.

Stefan
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Das kostet dann zwar mehr, aber eine Induktionsplatte und den Topf bekommst du relativ problemlos auch wieder verkauft. Und du sparst locker eine Stunde an Aufheizzeit am Brautag. Und der (einzelne) Topf ist besser putzbar. Und du kannst besser skalieren. (Rauf oder runter.) Und du kannst die Platte bei Gartenparties benutzen. Und den Topf auch mal auf den Herd stellen, für ein etwas größeres Chili con Carne.

Mit dein Einkocher ist es absolute Glückssache was du bekommst, die Fertigungstoleranz bei Bielmeier ~5%. Also bekommst du statt 2000W etwas zwischen 1900W und 2100W. Dazu noch die Toleranz der Netzspannung, und es ist wirklich nur noch Zufall ob du wallend kochen kannst oder nicht. Ich hatte zwei Einkocher. Der erste war ok, wurde aber durch einen 2500W Kocher anderer Bauart abgelöst. Als der durch war, hatte ich einen 200W Bielmeier, der brauchte eine Stunde(!) um 20l von 50°C auf kochen zu kommen. Eingepackt!
Ging zurück, zähneknirschend Hendi und Topf bestellt, und habs nie bereut!
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#15

Beitrag von Zoigl Jehovas » Mittwoch 1. April 2020, 11:45

Ich habe mich letztendlich für den Klarstein Konfistar in der analogen Version entschieden. Als Volumen habe ich 40 Liter gewählt, er ist noch in einer 50er und 60er Version verfügbar. Die 40 Liter Volumen beziehen sich auf die Gesamtkapazität, bei 34 Litern ist die MAX-Markierung. Rückblickend hätte ich besser den 50er nehmen sollen, um nach oben hin etwas mehr Spielraum zu haben. Preislich ist der so um die zwanzig Euro teurer, also im Rahmen. Die Heizleistung ist ja gleich, nur das Volumen ist höher. Da hätte man beim Würzebruch eventuell mehr Spielraum gegen das Überkochen.
Von der Qualität her habe ich keinen Vergleich zu anderen Einkochern, aber man merkt ihm schon an, dass er billig produziert wird. Wobei alles funktioniert, wie es funktionieren soll. Die Frage ist halt, wie lange. Und ob es dafür Ersatzteile gibt..? Wohl eher nicht. Die Zeituhr nutze ich nicht, weil die ein hörbares Tickgeräusch von sich gibt, das nervt mich. Der mitgelieferte Auslaufhahn ist erwartungsgemäss zum Bierbrauen nicht geeignet und wurde durch einen Kugelhahn ersetzt.
Ich habe ihn mit einer Isomatte isoliert. Durch die 2500 Watt heizt er recht flott auf. Ich habe kein Rührwerk, mit einem Holzpaddel rühre ich, wenn ich die Maische zur nächsten Rast aufheize. Dabei ist das Heizelement in der Mitte gut mit dem Paddel zu erahnen, weil eine kleine Wölbung darum ist. Wenn man da schwerpunktmässig rührt, brennt nichts an. Der Temperaturregler ist wie erwartet recht ungenau, man muss selbst mit dem Thermometer messen. Bei mir schwingt die Temperatur nach Abschalten ca. 2 Grad nach, aber da kann man sich ja rantasten.
Beim Würzekochen schafft er ohne Probleme das wallend Kochen und schaltet auch nicht zwischendrin ab. Mein Brauort liegt auf 400 Meter über NN. Beim Aufheizen zum Kochen rühre ich, danach gelegentlich. Beim Reinigen war eine leicht braune Verfärbung am Boden zu sehen, aber nicht dramatisch. Sie lässt sich problemlos mit Reiniger entfernen.
Die Plastikgriffe taugen meiner Meinung nach nicht, um den Einkocher in vollem Zustand zu bewegen. Sie sind mit je drei Schrauben durch die Wand fixiert, da könnte man sich eventuell selbst eine Edelstahllösung bauen. Ich stelle ihn immer auf eine leere Bierkiste. Die kann ich auf meinem Fliesenboden gut verschieben.

Fazit: Für den Anfang eine gute Lösung mit guter Heizleistung, mit Spielraum für das Volumen. Auch zum Nachgussaufwärmen interessant, falls einem die 27 Liter Standardvolumen der gängigen Einkocher zu wenig sind. Die analoge Version braucht halt etwas Aufmerksamkeit bei der Temperatursteuerung, aber das ist (für mich) halb so schlimm. Bierbrauen ist ja schließlich ein HANDwerk. Wem das nicht zusagt, kann ja durch Inkbird o.ä. nachrüsten.
Ein Luxusgerät mit hochwertigster Material- und Verarbeitungsqualität darf man allerdings für um die 100 Euro nicht erwarten.

Wäre schön, wenn für andere Einkocher ähnliche Erfahrungsberichte geschrieben würden. Die zukünftigen Braueinsteiger freuen sich darüber. Ich habe lange im Forum gestöbert und selten alle nötigen Infos rauslesen können.

Beste Grüße
Martin
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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#16

Beitrag von Braufuzi » Mittwoch 1. April 2020, 16:59

Hallo

Ich Braue mit dem Bielmeier Brausystem mit digitaler Temperatur und Zeitsteuerung und bin für meine Ansprüche sehr zufrieden damit.Der einzige kleine Nachteil ist die Zeitsteuerung man muss für die Rasten selber noch einen Timer benutzen um die Zeiten einzuhalten,das Bielmeier Brausystem hat keinen Alarm wenn die Temperaturen oder die Rastzeiten Zu Ende sind.Aber ich denke das ist das kleinere Übel.Am Schluss muss ja jeder einzelne selber Entscheiden was er für ein Brausystem benutzen will,es gibt ja einiges auf dem Markt Braumeister,Grainfather usw.
Der kluge Mensch,so glaube mir,
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sein eigenes Bier!
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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#17

Beitrag von graf_drakeli » Dienstag 17. November 2020, 19:19

BrauWastlKoeln hat geschrieben:
Mittwoch 4. März 2020, 09:30
Moin,

habe seit knapp 100 Suden den Bielmeier BHG 411.2 digital im Einsatz und bin damit voll zufrieden. Dabei brachte ich die folgenden Punkte, die auch bei anderen Einkochern gelten:
1) Isolierung ist wichtig um beim Maischen die Temperatur gut zu halten
2) zum Messen der Temperatur auf jeden Fall ein Thermometer in die Maische und nicht das vom Topf nehmen
3) Um die Maische zu heizen stelle ich nur 90°C als Zieltemperatur ein, dann brennt nichts an. Wenn man auf 100°C stellt hatte ich auch das Problem, dass der zu stark heizt und das Bier röstiger wird als gewollt.
3) Der heizt durch die Wärmekapazität des Heizelements bei einer normalen Maischemenge (Topf ist voll) ca 1,5°C nach. Wenn man das weiß, dann kann man das Nachheizen einfach 1,5°C vorher beenden um Überschwingen zu verhindern. Dazu kommt, dass der Topf durch die Isolierung immer 2°C höher heizt als unten eingestellt. Heißt in der Praxis, wenn ich zB auf 68°C hochheizen will, stelle ich 90°C als Ziel ein und stelle dann bei erreichen von 66,5°C auf 66°C zurück um die 68°C zu halten. Kling komplizierter als es ist.
4) Um sich einen dicken Arm zu sparen und während des Maischens andere Dinge vorbereiten zu können, macht ein Rührwerk Sinn.
5) Dank Isolierung schaft er auch wallendes Kochen ohne Hilfsmittel. Zum Hochheizen kurz den Deckel drauf, sobald kocht runter damit. Ich läutere in einem separaten Eimer, sodass ich beim Läutern schon heizen kann. Bei Läuterende ist die Würze dann meist schon über 90°C.

Das Verfahren mit dem Heizen beim Maischen habe ich hier auch schon beschrieben und bebildert:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ead#unread

Gruß
Sebastian
Muss hier für zukünftig Suchende doch etwas fragen:

Die Art und Weise, wie du deinen Bielmeier bedienst ist echt merkwürdig :Grübel. Warum stellst du zum Maischeheizen nicht direkt die Temperatur ein, die du haben möchtest? Der heizt nicht schneller, ob du nun 90° oder 68° einstellst. Woher ich das weiß? Die Zeiten gemessen. So eine große Spreizung macht auch technisch keinen Sinn. Denkbar wäre höchstens, dass er vor dem erreichen des letzten Grades runterregelt und du deshalb minimal schneller bist, wenn du 69 anstatt 68 einstellst. Aber selbst hier konnte ich keinen signifikanten Unterschied messen. Bei erreichen der Zieltemperatur, sollte man ggf. tatsächlich auch ohne Isolierung 1-2 Grad niedriger einstellen, da hier je nach Maischedicke doch Unterschiede zwischen der Temperatur unten und oben auftreten können. Interessanterweise hat das mein alter digitaler Proficook Chinakocher immer aufs Grad exakt genau hinbekommen. Dafür konnst du das Ding aber sonst von der Zuverlässigkeit und Qualität her in die Tonne kloppen.

Kochen schafft der Bielmeier extrem gut. Ich stelle hier im Regelfall sogar nur 99° ein, da es sonst zu wild kocht und einfach zu viel verdampft.

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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#18

Beitrag von Braufuzi » Donnerstag 19. November 2020, 15:51

Hallo
Ich braue nur mit den Bielmeier Brausystem und bin ebenfalls sehr Zufrieden damit.Beim Maischen rühre ich noch von Hand mit dem Braupaddel bis ich die Zieltemperatur erreicht habe,danach beim halten der Rasten rühre ich dann nur alle 10 Minuten kurz um.
Der kluge Mensch,so glaube mir,
der braut und trinkt
sein eigenes Bier!
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Re: Erfahrungen mit Einkochern

#19

Beitrag von Bum » Freitag 20. November 2020, 05:59

Moin.

Ich habe einen Konfistar50 & einen Konfistar60. Bin super zufrieden mit den Teilen. Mit Rührwerk brennt nix an. Wallendes Kochen ist kein Problem.
Habe beide im Angebot gekauft, also etwas Geduld ist gefragt. Mit dem letzen Sud im 60er hatte ich letztendlich 45l in Flaschen abgefüllt.
Ich schaufel zum Abmaischen um, in ein 60l Gärfass, koche im Konfi die Würze. Für die Gärung nehme ich entweder wieder das 60er Gärfass, oder zwei 30er. Ist alleine besser zu händeln...

Gruß
Jörg
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