Feigenbier

Alles, was mit dem Thema Historische Biere, Grut- bzw. Kräuterbiere, Gewürzbiere, aber auch mit Sake Brauen oder Brauen mit ungewöhnlichen Fermentationsarten zu tun hat
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Barney Gumble
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Feigenbier

#1

Beitrag von Barney Gumble » Samstag 4. September 2021, 09:57

Hab keine Ahnung, aber dafür sehr viel davon..
Ich liebe Feigen und die einfachen Supermarktfeigen sind grad ganz gut.
Hier irgendwer der schon Mal damit gebraut (mazeriert...) hat?
Hab da so eine Seite, die ich gerade nicht mehr finde, mit Feigensaft oder -sirup gefunden,
das klingt in einem Dunklen ganz interessant finde ich.
VG
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Re: Feigenbier

#2

Beitrag von Barney Gumble » Samstag 4. September 2021, 14:21

Sowas hier schwebt mir als Zusatz für ein schön starkes, dunkles Winterbier vor: https://svenhanselmann.com/feigen-sirup-rezept/
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Re: Feigenbier

#3

Beitrag von Bilbobreu » Samstag 4. September 2021, 19:33

Moin,
wenn ich das Rezept zum Feigensirup lese, dann beginne ich zu ahnen, worauf du hinauswillst. Klingt durchaus nach einem interessanten Bierexperiment. Aber leider kann kann ich aus meinem Erfahrungsschatz an verrückten Bierexperimenten nichts beitragen. Ich würde aber gern weiter von den Ergebnissen deiner Versuche lesen.
Gruß
Stefan

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Re: Feigenbier

#4

Beitrag von Tozzi » Samstag 4. September 2021, 23:38

Mich interessiert das auch sehr, diesen Faden abonnier ich gleich mal... :thumbup
Ich habe hier mehrere Feigenbäume, die massiv Früchte tragen. Leider nur ganz kleine, aber lecker sind sie.
Heuer wird's nichts mehr, aber für nächstes Jahr trage ich mich sehr mit dem Gedanken, die in Bier zu versenken.
Viele Grüße aus Fasano
Stephan

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Re: Feigenbier

#5

Beitrag von flying » Montag 6. September 2021, 16:38

Die Idee mit dem Winterwarmer + Feigen finde ich gut. Ich spintisiere mal weiter und meine die berühmten Rotweinfeigen könnten da super passen. Also Feigen in Rotwein mit winterlichen Gewürzen gekocht und einreduziert. Das Ganze dann gleich mit in die Hauptgärung? Steril ist es dann ja...
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Re: Feigenbier

#6

Beitrag von Seed7 » Montag 6. September 2021, 17:25

Incir Pekmesi ist ein Feigen molasse/sirup. Gibt es im tuerkisches geschaeft.

(Uebrigens, mit feigenmilch kan mann als lab benuezen um kaese mit zu machen.)

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: Feigenbier

#7

Beitrag von Barney Gumble » Montag 6. September 2021, 22:03

Habe gerade den Feigensirup wie im verlinkten Rezept aber statt Zucker tatsächlich mit Melasse (55 % Zucker, leicht bitter aber mE passend) gemacht. Habe auch noch Birnen untergemischt und ein bisschen ganz dunkle Schokolade. Riecht gut und ist auch lecker, nur leider kaum nach Feigen. Nicht dass die untergehen wegen der anderen zwei Zutaten, die Feigen selbst waren einfach doch recht aromaschwach. Also so kleine in Süditalien oder Südfrankreich habe ich glaube auch schon mal gegessen, die sind was anderes als die discounter-Ware.
Vielleicht ist auch dieser incir pekmesi besser für das geplante Bier. Ist ohne Aroma nehme ich an.
VG
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Re: Feigenbier

#8

Beitrag von Kobi » Dienstag 7. September 2021, 00:06

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, weil ich einen Feigenbaum habe, der jedes Jahr hunderte große Feigen trägt, derart viel, dass wir schon haufenweise verschenken (und das in Kiel...!). Beim Aroma bin ich für Bier aber skeptisch; die Feigen sind sehr fein im Aroma, haptsächlich süß, und ich schätze, dass durch die Vergärung nur die Süße weg wäre und das feine Restaroma überdeckt würde.
Ich würde mich aber gerne irren und hänge mich mal ran in der Hoffnung, dass jemand eine gute Idee hat!
Viele Grüße
Andreas
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Re: Feigenbier

#9

Beitrag von §11 » Dienstag 7. September 2021, 00:16

Kobi hat geschrieben:
Dienstag 7. September 2021, 00:06
Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, weil ich einen Feigenbaum habe, der jedes Jahr hunderte große Feigen trägt, derart viel, dass wir schon haufenweise verschenken (und das in Kiel...!). Beim Aroma bin ich für Bier aber skeptisch; die Feigen sind sehr fein im Aroma, haptsächlich süß, und ich schätze, dass durch die Vergärung nur die Süße weg wäre und das feine Restaroma überdeckt würde.
Ich würde mich aber gerne irren und hänge mich mal ran in der Hoffnung, dass jemand eine gute Idee hat!
Viele Grüße
Andreas
Das klingt für mich wie ob ein leichtes Sauerbier dazu passen kann, das nach der Gärung auf große Mengen der Feigen umzieht. Ich mach so ein Sauerbier mit Pflaumen und die, die ich verwenden sind genau so. Sehr feines Aroma und sehr süß. Das Bier ist zum reinlegen.

Ich hab wirklich eine sehr simple Schüttung mit sehr wenig Hopfen. Hier im Rezept spreche ich von 12 IBU, aber um die 8 passen besser. Hefe ist die Philly sauer.

https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 56#p390256
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Re: Feigenbier

#10

Beitrag von Flat » Dienstag 7. September 2021, 11:15

Blaugies macht ein lecker “Saison" mit Feigensaft.
http://www.brasseriedeblaugies.com/darbyste.html
Besten Gruß, Jan

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Re: Feigenbier

#11

Beitrag von bierhistoriker.org » Dienstag 7. September 2021, 11:49

Flat hat geschrieben:
Dienstag 7. September 2021, 11:15
Blaugies macht ein lecker “Saison" mit Feigensaft.
http://www.brasseriedeblaugies.com/darbyste.html
.... und vor Ort im "Le Fourquet Blaugies" bei schönem Wetter schmeckt das sogar noch erheblich besser! :Drink



blaugies.jpg


cheers


Jürgen
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Re: Feigenbier

#12

Beitrag von Barney Gumble » Dienstag 7. September 2021, 12:59

Das passt ja wie das Auge auf die Faust hier heute. Vielen Dank für den Biertipp, ist notiert, to-drink+Liste wird immer länger ..
VG shlomo
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Re: Feigenbier

#13

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 8. September 2021, 21:21

§11 hat geschrieben:
Dienstag 7. September 2021, 00:16
Das klingt für mich wie ob ein leichtes Sauerbier dazu passen kann, das nach der Gärung auf große Mengen der Feigen umzieht. Ich mach so ein Sauerbier mit Pflaumen und die, die ich verwenden sind genau so. Sehr feines Aroma und sehr süß. Das Bier ist zum reinlegen.
Genau sowas schwebt mir auch vor, das liegt eigentlich auf der Hand.
Fest vorgeplant für 2022.
OT: Dieses Jahr habe ich auch etwa 20 Gläser Kirschmarmelade gekocht, mangels Brauerei...das passiert mir auch nicht nochmal. :Ahh
Viele Grüße aus Fasano
Stephan

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Re: Feigenbier

#14

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 9. September 2021, 19:36

Ihr habt eigentlich Recht, damit der recht dezente Feigengeruch nicht untergeht, sollte es sowas 'leichteres' sein, ich werde mein urspr. Ansinnen aber durchziehen und ein dickes dunkles Winterbier machen mit 'meinem Hauch von Feige' aus dem Sirup, Sauerbiere hab ich (noch) nicht im Repartaroir
Edit: Folgende Rezeptidee; 60 % müma I (1,8 kg), 20 % melama (0,6 kg), 20 % carapi (0,6 kg)
Wasser RA 6 mit MS
Maischen:
10 min 64 °C, 60 min 73 °C
Kochen (90 min):
Hopfen: Steyr. Golding (62 g, 5,6 %alpha), nur VWH (73 IBU), 15 min Nachiso
Feigensirup beim Kochen (Whirlpool): 360 ml dazu (= 160 g Zucker)
Gärung: bei mind. 16 °P
WB-06 (kalt vergären und sehr kalt auslagern)
Feigensirup beim Carbonisieren: 140 ml dazu (= 40 g Zucker für Carbo nach fabier für ca 4,1 g CO2/L
VG shlomo
Zuletzt geändert von Barney Gumble am Donnerstag 9. September 2021, 22:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Feigenbier

#15

Beitrag von §11 » Donnerstag 9. September 2021, 19:56

Bei 20% Melanoidin bezweifle ich das man eine dezente Feigennote noch wahrnehmen kann
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Re: Feigenbier

#16

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 9. September 2021, 20:14

Ja das wird wohl so sein, wird eher das Aroma von der Melasse durchkommen.
Mit besserem Sirup hätte ich das auch nicht gemacht, vielleicht geb ich einen gekauften (s. o.) intensiveren zur Carbo hinzu statt des Siruprestes damit es noch irgendwas mit Feigen zu tun hat das ganze
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Re: Feigenbier

#17

Beitrag von §11 » Donnerstag 9. September 2021, 22:06

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Re: Feigenbier

#18

Beitrag von Barney Gumble » Dienstag 21. September 2021, 16:37

Im Übrigen hier zwei Threads aus dem alten Forum;
https://hobbybrauer.de/modules.php?name ... &tid=24370
https://hobbybrauer.de/modules.php?name ... &tid=20975
Edit; am weitesten bringt mich evtl diese fremdsprachige Seite hier https://valleyfig.com/industrial-foodse ... arts-here/
Ich habe jetzt dieses Feigenpulver bekommen, hat 63 % Zucker. Weiß nicht noch ob ich damit karbonisieren werde statt Zucker könnte es sich ganz anders verhalten..
PS: hier noch einige inspiring beer abstracts.. dazu: https://www.ratebeer.com/tag/figs/
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Re: Feigenbier

#19

Beitrag von renzbräu » Dienstag 21. September 2021, 18:26

Barney Gumble hat geschrieben:
Dienstag 21. September 2021, 16:37
Ich habe jetzt dieses Feigenpulver bekommen, hat 63 % Zucker. Weiß nicht noch ob ich damit karbonisieren werde statt Zucker könnte es sich ganz anders verhalten..
Klingt nach einer Versuchsreihe :thumbsup
Grüße
Johannes

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Re: Feigenbier

#20

Beitrag von DrFludribusVonZiesel » Dienstag 21. September 2021, 18:39

Kurzer Einwurf: Das Pulver quillt bestimmt auf und könnte zu Gushing führen. Vielleicht nicht allzuviele Flaschen damit karbonisieren.

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Re: Feigenbier

#21

Beitrag von Barney Gumble » Dienstag 21. September 2021, 20:27

DrFludribusVonZiesel hat geschrieben:
Dienstag 21. September 2021, 18:39
Kurzer Einwurf: Das Pulver quillt bestimmt auf und könnte zu Gushing führen. Vielleicht nicht allzuviele Flaschen damit karbonisieren.
Ja, wenn dann filtrieren vorher. Oder ansetzen und absetzen lassen. Alternativ müsste man es doch wieder in Alkohol (Whiskey/Rum?) einlegen und dabei hoffen, dass sich der Zucker noch im berechneten Maße im ca 40%igen Alkohol löst.
VG
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Dieda
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Re: Feigenbier

#22

Beitrag von Dieda » Donnerstag 21. Oktober 2021, 22:33

Hallo, auf die Gefahr hin dass ich flach raus komme........ Ich braue noch nicht lange also neuling, und schön mit Braupacketen. Ich habe einen Feigenbaum und habe mir gedacht ich experimentiere mal. Ich hab mir vorgenommen die Früchte erst zum Schluss in den Gäreimer zu tun, davor einfrieren damit diese steril sind. Und vor dem abfüllen in die Flaschen diese zu entfernen. Ist das so ganz falsch oder noch nachvollziehbar? Oder habt ihr Vorschläge?

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Re: Feigenbier

#23

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 21. Oktober 2021, 23:23

Dieda hat geschrieben:
Donnerstag 21. Oktober 2021, 22:33
Hallo, auf die Gefahr hin dass ich flach raus komme........ Ich braue noch nicht lange also neuling, und schön mit Braupacketen. Ich habe einen Feigenbaum und habe mir gedacht ich experimentiere mal. Ich hab mir vorgenommen die Früchte erst zum Schluss in den Gäreimer zu tun, davor einfrieren damit diese steril sind. Und vor dem abfüllen in die Flaschen diese zu entfernen. Ist das so ganz falsch oder noch nachvollziehbar? Oder habt ihr Vorschläge?
Hi Dieda,
da es ich das Thema losgetreten habe, kurze Antwort meinerseits; wichtig ist, dass Du dafür sorgst, dass vor dem Abfüllen die richtige Menge vergärbare Zucker vorhanden sind. D. h. Du möchtest soviel davon haben, dass Du einen vernünftigen CO2-Gehalt mit der Flaschengärung erzielst. Wenn Du einfach auf gut Glück Feigen zutust, nicht weißt wie viel Zucker davon noch vorhanden sind, gibt es evtl zu viel Druck auf die Flaschen. Wenn Du dagegen die Feigensuppe (nach dem Einfrieren wird das ganz schön zerfallen im Jungbier würde ich erwarten) ausgären lässt, passt es und Du musst wieder nur Zucker zugeben für die Carbo. Sorry, wenn das längst klar war. Ich habe die Feigen selbst ja schon beim Würze Kochen dabei gehabt, dh das Problem stellte sich mir nicht. Das Feigenpulver (edit: welches zusätzlich dazu kam) habe ich nach Aufschlämmen, Passieren und etwas kalt Absetzen lassen, gespindelt und dadurch genau rechnen können wie viel ich davon brauche um auf meine 5 g/L CO2 zu kommen. Der Tipp von Jan war gut, weil das Feigenpulver sehr aromatisch war (aber nebenbei bemerkt grünlicher (unreifer) als die Trockenfeigen bzw der Sirup). Du könntest es doch auch so machen mit den frischen Feigen: lass das Jungbier ohne was ausgären, setz einen Abend vor dem Flaschenziehen einen Feigenauszug aus den tiefgefrorenen Früchten und etwas kaltem Wasser (evtl. Behandeln, wenn Du sicher gehen willst Abkochen) an, passieren durch einen sehr feinen Sieb (edit: Feigensamen sollten nicht im Bier schwimmen mE) oder Käsetuch, und dann nach Spindelprobe rechnen wie viel davon auf die Flaschen muss (evtl nachsüßen; musste ich auch mit etwas Aprikosenfruchtaufstrich).
Edit: habe noch in den Aufzeichnungen gesehen, dass die Feigenpulverpampe vorher in einem Kaffeefilter Gerät zum Durchdrücken (hoffentlich liest meine A... jetzt nicht mit..) gefiltert wurde bevor es in den Sieb (Edelstahl, da passen selbst Chia-Samen nicht durch) ging.
Es gibt auch die Philosophie, Alkohol löst besser, dann evtl mit einem passenden Schnaps (mir würde ein guter Whiskey oder möglichst neutraler Grappa hier passend erscheinen) statt Wasser oder eben doch -wie Du es evtl vorhattest- direkt auf das Jungbier aber dann eben ausgären lassen (ist wiederum unsicher weil man nicht genau den Endvergärungsgrad mit den Feigen kennt (vielleicht neue SGP ziehen..?)) und dann normal Zucker oder Speise zur Carbo.
Sorry für soviel Text, aber diese Frucht-Zugabeproblematik ist gar nicht so trivial.. gilt aber eigentlich analog bei allen Zucker-haltigem.
VG
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Zuletzt geändert von Barney Gumble am Samstag 23. Oktober 2021, 06:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Feigenbier

#24

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 21. Oktober 2021, 23:51

Übrigens wen die Feigenbierhistorie interessiert: https://lostbeers.com/fig-beer-from-the ... ge-region/
VG
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Re: Feigenbier

#25

Beitrag von Dieda » Freitag 22. Oktober 2021, 12:24

Hi danke für Deine Inputs. Würdest Du mir dann empfehlen die Feigen mitzukochen? Ich habe mir überlegt, ob dann nicht das Aroma flöten geht. Weil wieviele Feigen es dann braucht hab ich keine Ahnung, ich würd tatsächlich experimentieren.

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Re: Feigenbier

#26

Beitrag von Barney Gumble » Samstag 23. Oktober 2021, 06:55

Dieda hat geschrieben:
Freitag 22. Oktober 2021, 12:24
Hi danke für Deine Inputs. Würdest Du mir dann empfehlen die Feigen mitzukochen? Ich habe mir überlegt, ob dann nicht das Aroma flöten geht. Weil wieviele Feigen es dann braucht hab ich keine Ahnung, ich würd tatsächlich experimentieren.
Naja, es wird halt was anderes durch das Kochen, ich habe ja sogar einen Sirup hergestellt aus Frischfeigen, Trockenfeigen und etwas Birne, es sollte bewusst dieses Mus-Dicke-braune rauskommen, es soll ja ein Winterbier werden bei mir (das Pulver kam nur der Vollständigkeit halber dazu.. :puzz ).

Du willst ja eher nur das frische-Feigen-Aroma nehme ich an (Stichwort Sauerbier wie oben angedeutet gefällt mir auch ganz gut..). Dann eher über nicht zu lange einfrieren (evtl kurz blanchieren vorher) für das Aufbrechen und anschließend mit etwas Alkohol mazerieren. Ich habe vor Kurzem 10 L Bier mit 250 ml gutem Tequila (Träger für Limetten) versetzt, ist mir fast zu sehr rausschmeckbar geworden der Tequila. Vielleicht eher ein neutralerer Wodka oder Korn und mit etwas Wasser auf 10-20 vol% strecken wenn Du mehr Volumen brauchst. Dann 1 Woche eingelegt lassen, evtl ist Mixen noch eine sinnvolle Idee.
Wie viel Feigen wolltest Du denn unterbringen? Habe da auch keine Erfahrungen, an sich ist das Aroma ja eher fein-dezent. Selbst ein gefriergetrocknetes Pulver herstellen, wäre natürlich das Beste, aber so ein Gerät hat nicht jeder im Haushalt.. :Wink siehe https://www.chefkoch.de/forum/2,8,52234 ... sowas.html
Im Ofen konzentrieren wird Dir das Aroma wieder austreiben
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Re: Feigenbier

#27

Beitrag von Barney Gumble » Samstag 23. Oktober 2021, 07:07

Hier übrigens noch was zur Aromastoff-Forschung bei Feigen unterschiedlichen Reifegrades und Cultivars: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articl ... po=19.8630
Vg
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