Wilde Hefe von Obst

Alles, was mit dem Thema Historische Biere, Grut- bzw. Kräuterbiere, Gewürzbiere, aber auch mit Sake Brauen oder Brauen mit ungewöhnlichen Fermentationsarten zu tun hat
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heizungsrohr
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Wilde Hefe von Obst

#1

Beitrag von heizungsrohr » Dienstag 30. Mai 2017, 01:23

Hallo,

habe mal ein kleines Experiment gestartet.
Habe im Supermarkt Johannisbeeren und Tellerpfirsiche gekauft und einige davon in eine 5%ige DME-Lösung eingelegt. Die Schraubflaschen wurden verschlossen und einige Tage stehen gelassen. Nach 4 Stunden wurde das Obst entfernt. Zusätzlich gab ich eine kleine Menge Vodka mit einer Spritze hinzu, um schon mal auf ca. 2,5% Vol. zu kommen und vielleicht einige Störenfriede abzuschrecken.

Nach ungefähr 3 Tagen wurde der trübe Bodensatz erkennbar größer und auf der Johannisbeer-Flasche waren einige dunkle Punkte am Glas erkennbar. Leider war dies wohl Schimmel, die Probe roch auch ziemlich übel.

Die andere Flasche mit Pfirsichstücken dagegen zeigte keinen Schimmel und einen wesentlich angenehmeren, wenn auch leicht lösungsmittelartigen Geruch. Ich habe diesen Ansatz in einen 12%igen DME Starter mit leichter gekochter Hopfengabe geschüttet und einen Tag auf dem Rührer gelassen.

Heute sieht das ganze schon so aus:
IMG_1028.JPG
Pellicle?
Von nahem erinnert das ganze jedenfalls stark an wachsende evt brauchbare Kulturen. Durch den höheren Extraktgehalt und die Hopfengabe (ca. 16-24 IBU) sollten die meisten Schädlinge ja gehemmt werden.

Ich bin gespannt, wie sich das ganze entwickelt und werde bei Interesse gelegentlich neues berichten :Bigsmile

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DerDallmann
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Re: Wilde Hefe von Obst

#2

Beitrag von DerDallmann » Dienstag 30. Mai 2017, 06:45

Ich habe kürzlich auch einen Versuch unternommen, wilde Hefe zu fangen. Leider kam nichts dabei raus.
Sollten deine Chancen nicht höher sein, wenn du Früchte/Blüten/Blumen, etc. aus der freien Natur nimmst, anstatt gereinigtes Obst aus dem Supermarkt?
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Re: Wilde Hefe von Obst

#3

Beitrag von schloemi » Dienstag 30. Mai 2017, 07:45

Ich hatte letztes Jahr wilde Hefen für einen Kwas herangezogen, aus Pfirsichen, allerdings vom Baum - aus dem Supermarkt würde ich das vermutlich auch nicht nehmen, da man dort vermutlich mehr Keime als Hefen züchtet.

Zur Aufzucht hatte ich einfach die Früchte in 8%ige Zuckerlösung eingelegt, ab und zu geschüttelt und nachgefüttert. Mach 4-5 Tagen hatte ich eine ausreichende Menge zum Ansetzen.

Die Wahl der Pfirsiche war saisonbedingt und aufgrund der mir erscheinend rauen Oberfläche. Ich denke Trauben sind auch prima. Im Frühling / Frühsommer könnten auch Blüten gut gehen (Holunder), vielleicht auch Brennesselblätter - sollte man halt nicht direkt am Strassenrand sammeln...

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Re: Wilde Hefe von Obst

#4

Beitrag von Astir » Dienstag 30. Mai 2017, 13:08

Hallo,
ich würde an deiner Stelle auch mal Äpfel probieren !! Wo ich lebe macht jeder Dritte selber Apfelwein, meistens wird das Streuobst nur etwas gewaschen, gehäckselt und dann ausgepresst! Der Süßmost fängt in der Regel von selber an zu gären und Apfelwein wird's fast immer :Angel .... Viele lassen den Apfelwein sogar auf der Hefe ohne das es negative Auswirkungen hat selbst nach Monaten (hab sogar schon welchen getrunken der war 2 Jahre alt) ...... Voraussetzung ist dann aber eine recht kühler Keller. Ich hab den Apfelwein immer nach 2-4 Monaten von der Hefe genommen dann ist der glasklar !!!
Die Experten mischen oft noch bestimmte Apfelsorten und geben zur Geschmacksverbesserung Birnen und/oder Quitten hinzu....
Und fast alle nutzen nur die wilden Hefen....
Viele Grüße,
Holger
Zuletzt geändert von Astir am Dienstag 30. Mai 2017, 17:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wilde Hefe von Obst

#5

Beitrag von heizungsrohr » Dienstag 30. Mai 2017, 14:03

Ähnliche Erfahrungen hab ich auch mit Weintrauben aus unserem Garten, die haben auch immer nach dem Pressen nach ein paar Tagen ordentlich gegärt. Ist aber noch viel zu früh für Trauben

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