Root Beer

Alles, was mit dem Thema Historische Biere, Grut- bzw. Kräuterbiere, Gewürzbiere, aber auch mit Sake Brauen oder Brauen mit ungewöhnlichen Fermentationsarten zu tun hat
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karlm
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Root Beer

#1

Beitrag von karlm » Freitag 30. Juni 2017, 16:26

Moin,

ich komme gerade aus den USA zurück und war echt ganz angetan von einigen Root Bieren die da einige Kleinbrauereien fabrizieren.

Sowas kann man ja auch selber machen. Aber irgendwie finde ich keine gute Quelle für Root-Beer-Extrakt. Weiss da jemand was?

Es gibt einige Rezepte im Netz, die man mal ausprobieren könnte. Die Leute scheinen da Backhefe zu nehmen, weil die wohl "schlechter" vergären soll. Ein Problem ist ja, dass man die Gärung nicht stoppen kann. Also scheint es gängige Praxis zu sein geringe Mengen zu brauen, die Gärung durch Kühlung stark zu verlangsamen, und dann das Rootbier zu trinken bevor der Druck zu groß wird.

Was meint ihr, könnte man es da nicht auch mit S. Ludwigii probieren?

Freue mich über Tipps!

Gruß
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Re: Root Beer

#2

Beitrag von flying » Freitag 30. Juni 2017, 17:46

Seit wann wird Root Beer gebraut? Das ist doch so was wie Cola. Wurde wohl sogar extra als alkoholfreier Bierersatz erfunden..
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Re: Root Beer

#3

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 30. Juni 2017, 17:56


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Re: Root Beer

#4

Beitrag von karlm » Freitag 30. Juni 2017, 18:56

Ja, das stimmt natürlich. Ist ne Limo. Wird also nicht "gebraut". Muss aber karbonisiert werden.
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Re: Root Beer

#5

Beitrag von koenigsfeld » Freitag 30. Juni 2017, 19:34

Wer Root Beer nicht kennt und demnach keine Vorstellung hat, welches Geschmackserlebnis den Genießer beim Trinken erwartet, der möge folgende Rezeptur anwenden, welche dem ursprünglichen Erzeugnis sehr nahe kommt:

0.5 Liter Dr. Pepper (colaartiges Erfrischungsgetränk, sehr lecker im eiskalten Zustand) wird mit etwa einem Esslöffel Colgate Gel Zahnpasta vermischt.

Die einen finden Root Beer (insbesondere mit Vanilleeis) eine geniale Erfrischung, andere (so wie ich) bekommen beim blossen Gedanken daran Magenkrämpfe.
Mit Bier hat dieses Getränk freilich wenig zu tun.



Aber nun mal Polemik beiseite, man kann es tatsächlich imitieren. Das Ergebnis kommt dem Root Beer relativ nahe.
Als Zutaten nimmt man Lakritze, Vanilleschotenextrakt, etwas Hopfen und ganz wichtig: Scheinbeerentee. Den bekommt man im gut sortierten Fachhandel ider auch im Netz. Sassafrasextrakte sind selten bis gar nicht zu bekommen, weswegen man auch auf Zimt oder Waldmeister ausweichen kann.
Zwei bis drei Lakritzschnecken werden in etwas heissem Wasser aufgelöst und mit dem Vanilleextrakt (eine oder zwei Messerspitzen) abgeschmeckt. Hinzu gibt man einige Hopfenpellets, etwas getrockneten Scheinbeerentee, Waldmeisterblätter und (wers mag) etwas Zimtstange.
Es gibt keine Mengenangaben, man muss halt etwas ausproBIERen. Dafür gibts die Zunge zum Verkosten.
Die ganze Mischung wird erhitzt und über Nacht zum Aromaziehen in den Kühlschrank gestellt.
Durch ein enges Sieb abgiessen.
Die Flüssigkeit schmeckt sehr intensiv und erinnert tatsächlich geschmacklich und geruchlich an Colgate Gel.

Verschneidet man die Flüssigkeit mit Cola 8der besser Dr. Pepper (aber auch Malztrunk eignet sich dafür), so erhält man ein dem Root Beer sehr ähnliches Getränk.


Grüsse

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Re: Root Beer

#6

Beitrag von koenigsfeld » Freitag 30. Juni 2017, 19:46

Habe gerade eine PN bekommen:

Warum soll das Root Beer wie Zahnpasta schmecken ?


Antwort:

Hauptgeschmacksträger des Root Beers ist Sassafrasöl, auch Nelkenzimt genannt. Dieses wird häufig in Zahnpastas als aromatischer Zusatz verwendet, insbesondere in Colgate Gel.
Da der übermässige Genuss von Sassafras gesundheitsschädlich sein kann , weicht man neuerdings auf künstliche Aromastoffe aus.
Mit Nelke und Zimt kann man es ein wenig imitieren, in Dr Pepper zB wäre Nelke bereits "drin".

Und b.t.w.:
Meine Freunde aus den USA waren von meinem Pseudo-RootBeer begeistert.


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Re: Root Beer

#7

Beitrag von koenigsfeld » Freitag 30. Juni 2017, 19:58

Ganz ohne Experimente gehts dann damit:


http://m.ebay.de/itm/McCormick-Root-Bee ... Ciid%253A1
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Re: Root Beer

#8

Beitrag von karlm » Freitag 30. Juni 2017, 20:21

Danke für die ausführlichen Tipps! Ich werde dein Reept mal testen.

Ich wollte es mir einfach machen und so einen Extrakt nehmen, wie du ihn auch gefunden hast. Aber der Import aus USA erscheint mir teuer. Daher dachte ich, ich frage mal ob man sowas auch in D bekommt.
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Re: Root Beer

#9

Beitrag von koenigsfeld » Freitag 30. Juni 2017, 20:30

Ist halt so eine Sache mit den Zutaten. Die einen sind krebserregend (Sassafras), die anderen giftig (Scheinbeere).
Wie gesagt, bleib sicherheitshalber bei den Substituten wie Lakritze, Zimtöl, Nelkenöl, Waldmeister oder auch Fenchel usw.


Grüsse

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Re: Root Beer

#10

Beitrag von karlm » Freitag 30. Juni 2017, 20:32

Angeblich nehmen die Hersteller heute alle ungefährliches künstliches Sassafras. Root Beer Extrakt selber herstellen erschien mir nach einigen Rezepten, die ich im Internet gefunden habe ziemlich komplex.
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Re: Root Beer

#11

Beitrag von koenigsfeld » Freitag 30. Juni 2017, 21:39

Die müssen sogar künstliche Aromastoffe hernehmen, weil sich aus Sassafrasöl BTM herstellen lassen.....
Allerdings müsstest Du schon einen ganzen Kubikmeter RootBeer konsumieren, bevor Du in einen Rauschzustand verfallen würdest. Pro Liter Getränk bräuchte man noch nicht einmal einen Tropfen Sassafrasöl.
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Re: Root Beer

#12

Beitrag von schollsedigger » Freitag 30. Juni 2017, 21:54

Hi,

Waldmeister und Zimt schmecken und riechen sensationell, setzen aber Cumarin frei, das leberschädigend ist und Kopfschmerzen und Erbrechen verursacht. Cumarinderivate sind ein beliebtes Rattengift mit gerinnungshemmender Wirkung.

Merke: Kein Ding ist ohn´ Gift, die Dosis mach das ein Ding ein Gift ist.

Grüße

Matze

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Re: Root Beer

#13

Beitrag von karlm » Sonntag 2. Juli 2017, 14:22

Hm, könnte man nicht auch einfach so ein Soda Teil nehmen? Mit dem man so Sprudel aus Leitungswasser herstellt? RootBeer anrühren, kalt stellen und vorm Trinken schnell CO2 rein?
Gruß, Philipp
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