Ist unser Kombucha noch zu retten?

Alles, was mit dem Thema Historische Biere, Grut- bzw. Kräuterbiere, Gewürzbiere, aber auch mit Sake Brauen oder Brauen mit ungewöhnlichen Fermentationsarten zu tun hat
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Alchemist89
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Ist unser Kombucha noch zu retten?

#1

Beitrag von Alchemist89 » Montag 5. August 2019, 14:10

Hallo!
Bin neu hier in dem Forum, klasse, dass es sowas gibt :)

Hoffe, ihr könnt uns helfen.
Wir haben uns von Fairment einen Kombucha geholt, die erste Fermentation ist gut verlaufen, hat alles geklappt.

Beim zweiten Neuansetzen des Kombucha mit Restflüssigkeit und neuem süßen Tee hat sich zunächst für eine knappe Woche eigentlich gar nichts getan. die Flüssigkeit blieb süß und es entstand keine Kohlensäure.

Daraufhin haben wir eine weitere Woche gewartet und jetzt steigt schon direkt nur beim Riechen ein starker Kohlensäureduft in die Nase. Zudem ist der Pilz auch ziemlich aufgequollen, bedeckt die ganze Oberfläche und sieht jetzt aus wie eine Qualle....jetzt wir sind uns unsicher, ob das so gesund ist und wir die Flüssigkeit darin bedenkenlos trinken können oder ob der Pilz etwas abbekommen hat.
Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht?


Besteht hier die Möglichkeit ein Bild von meiner Festplatte des Kombucha hochzuladen?


Danke für eure Zeit und Expertise :-)

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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#2

Beitrag von DarkRoast » Montag 5. August 2019, 14:51

An sich ist es völlig normal, daß sich an der Oberfläche ein neuer SCOBY bildet. Ungewöhnlich ist, daß es recht lange gedauert hat. Aber solange sich an dessen Oberfläche kein Schimmel o.ä. bildet ist alles im grünen Bereich.

Ein Bild wäre trotzdem hilfreich...

Fotos hochladen:
Bildschirmfoto 2019-08-05 um 14.48.15.png
Bildschirmfoto 2019-08-05 um 14.50.11.png
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#3

Beitrag von Alchemist89 » Montag 5. August 2019, 21:21

Hey, vielen Dank für deine schnelle Antwort! Anbei ein paar Fotos des besagten Kombucha.
Dateianhänge
20190805_135211.jpg
20190805_135219.jpg
20190805_135231.jpg

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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#4

Beitrag von Skaari » Montag 5. August 2019, 21:32

Sieht soweit normal aus. Vielleicht war der ursprungspilz zu klein oder der Zuckergehalt zu gerIng?

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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#5

Beitrag von DarkRoast » Montag 5. August 2019, 22:40

Ich sehe da auch kein Problem...

Die drei habe ich letzte Woche angesetzt
IMG_8347.jpg
der SCOBY im linken Glas ist ein wenig abgesunken, worauf sich an der Oberfläche ein neuer gebildet hat:
IMG_8367.jpg
Wichtig ist, daß du ausreichend Starterflüssigkeit dazugibst und der pH im deutlich sauren Bereich bleibt. Ich nehme meine Starterflüssigkeit immer aus dem SCOBY-Hotel. Das ist praktisch Essig und da reicht dann auch eine kleine Menge davon als Starter...
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#6

Beitrag von Alchemist89 » Dienstag 6. August 2019, 09:56

Hey, danke für die schnellen Antworten!
Deine Gläser sehen ja klasse aus, richtig klare Flüssigkeit und schöne Pilze.
-
Wenn ich mir unseren anschaue, dann haben sich da richtige Wulsten gebildet. und unten Ablagerungen... ist das vielleicht ein Zeichen, dass jetzt mittlerweile zu viele Pilze im Glas sind?
-
Und weiter... was ist ein SCOBY-Hotel? Ich krieg den Gedankenschluss mit dem Essig nicht ganz hin - Magst du kurz erklären, was du damit meinst?

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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#7

Beitrag von DarkRoast » Dienstag 6. August 2019, 11:21

Bei jeder Charge entsteht ein neuer SCOBY, ein SCOBY-Hotel ist einfach ein Glas in dem du deine überzähligen SCOBYs aufhebst.
IMG_8370.jpg
SCOBY ist eine Abkürzung, die steht für Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast. Ein Teil der Mikroorganismen des SCOBY sind Essigsäurebakterien und LAB (Lactobacilli). Letztere erzeugen ebenfalls Essigsäure. Im SCOBY Hotel hast du daher einen hohen Anteil an Essigsäure.

Als einführende Literatur in die Kombucha Thematik würde ich dir dieses Buch empfehlen: Hannah Crum, Alex LaGory: "The Big Book of Kombucha: Brewing, Flavoring, and Enjoying the Health Benefits of Fermented Tea"

Meine ersten Gehversuche mit Kombucha habe ich in diesem Thread vom GSV beschrieben.

Diese Website ist auch nicht schlecht: http://users.bestweb.net/~om/kombucha_balance/

Edit: Präzisierung...
Zuletzt geändert von DarkRoast am Mittwoch 7. August 2019, 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#8

Beitrag von Alchemist89 » Mittwoch 7. August 2019, 12:18

Hey, vielen Dank für die Infos und die Seiten - besonders deine eigenen ersten Ansätze lesen sich gut weg!
Haben unsere heute auch probiert und schmeckt gut säuerlich aber absolut okay.

Sieht tatsächlich nach mehreren SCOBYs aus.

Habe gelesen, dass man den SCOBY auch durchschneiden kann um diesen dann aufzuteilen in andere Gläser - hast du damit schon Erfahrung gemacht?

Grüße

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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#9

Beitrag von chaos-black » Mittwoch 7. August 2019, 15:48

...nur um mal die Nutzungsmöglichkeiten des Scoby zu erweitern: Zu Studienzeiten hat eine Freundin von mir Kombucha immer in Gefäßen mit sehr sehr sehr weiter Öffnung hergestellt. Der Scoby wurde wenn er dick genug war getrocknet und war dann Basismaterial für selbstgemachte Portemonnaies. War tatsächlich ziemlich ledrig.

Beste Grüße,
Alex
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#10

Beitrag von DarkRoast » Mittwoch 7. August 2019, 16:29

Alchemist89 hat geschrieben:
Mittwoch 7. August 2019, 12:18
Habe gelesen, dass man den SCOBY auch durchschneiden kann um diesen dann aufzuteilen in andere Gläser - hast du damit schon Erfahrung gemacht?
Ja, mach ich regelmäßig. Horizontal lassen sich alter und neuer SCOBY ganz leicht ohne schneiden trennen. Man kann sie aber auch beliebig zurechtschneiden.

Du darfst dir den "Pilz" nicht als einen einzelnen Organismus vorstellen, den du mit der Schere verletzen könntest. Der Pilz ist lediglich eine "Wohnung" (Cellulosematrix) für einen Teil der Milliarden Mikroorganismen, die sich in deinem Kombucha z.T. im Pilz, z.T. in der Flüssigkeit befinden. Wenn du den Kombucha abfüllst und durch ein feinstmaschiges Sieb filterst, bilden sich in der Flüssigkeit trotzdem kleine neue Pilze...
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#11

Beitrag von DarkRoast » Mittwoch 7. August 2019, 16:32

chaos-black hat geschrieben:
Mittwoch 7. August 2019, 15:48
...nur um mal die Nutzungsmöglichkeiten des Scoby zu erweitern: Zu Studienzeiten hat eine Freundin von mir Kombucha immer in Gefäßen mit sehr sehr sehr weiter Öffnung hergestellt. Der Scoby wurde wenn er dick genug war getrocknet und war dann Basismaterial für selbstgemachte Portemonnaies. War tatsächlich ziemlich ledrig.
Cool! :Smile

Wie lange hat es gedauert bis die Portemonnaies nicht mehr sauer gerochen haben? Ab und an entsorge ich mal einen SCOBY im Komposter, dann rieche ich ihn noch wochenlang, wenn ich in der Nähe des Komposters bin...
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#12

Beitrag von chaos-black » Mittwoch 7. August 2019, 16:49

DarkRoast hat geschrieben:
Mittwoch 7. August 2019, 16:32
Wie lange hat es gedauert bis die Portemonnaies nicht mehr sauer gerochen haben? Ab und an entsorge ich mal einen SCOBY im Komposter, dann rieche ich ihn noch wochenlang, wenn ich in der Nähe des Komposters bin...
Das weiß ich leider nicht. Aber in ihrer WG klebten sie die Dinger irgendwie ans Südfenster zum Trocknen. Das war auch ein bisschen komisch wenn man da zu Besuch war :D
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#13

Beitrag von DarkRoast » Mittwoch 7. August 2019, 17:55

chaos-black hat geschrieben:
Mittwoch 7. August 2019, 16:49
Aber in ihrer WG klebten sie die Dinger irgendwie ans Südfenster zum Trocknen. Das war auch ein bisschen komisch wenn man da zu Besuch war :D
Fast schon spooky! :Bigsmile
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Re: Ist unser Kombucha noch zu retten?

#14

Beitrag von Uwe12 » Mittwoch 7. August 2019, 21:09

Ich kann mich erinnern, daß manche die Celluloseplatte im Mixer zerkleinerten, der Brei soll dann besonders wüchsig sein.
Die Aufwölbung kommt gerne mal, wenn sich CO2 unter der Platte sammelt, das nicht richtig entweichen kann, wenn die Platte zu sehr abdichtet.
Dann kann sich unter der Blase eine neue Schicht bilden und "anwachsen" - schon hast Du ein "UFO". :Smile

Besonders dicke Platten und heftiges Wachstum habe ich bekommen, bei Verwendung von Früchtetee. Der "Pilz" wird dann leicht "rosa"! :Wink
Weiß aber nicht, ob das dann ein günstiges Substrat darstellt, wenn der "Pilz" stark wächst.

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