Mein erster Sud

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Mein erster Sud

#1

Beitrag von bbkhacki » Dienstag 5. September 2017, 15:22

Hallo zusammen,

ich bin noch relativ neu hier im Forum und werde in Kürze mit meinem ersten Sud starten.

Mein Name ist Felix. Ich komme aus Augsburg, arbeite hier als Ingenieur und mein Interesse für Bierbrauen wurde durch ein Weihnachtsgeschenk (Braukurs im Riegele hier in Augsburg) geweckt. Ich genieße es auch zu kochen und habe daran meinen Spaß. Genuß ist eben einfach toll.

Nach dem 8 stündigen Braukurs habe ich gleich in der nächsten Buchhandlung ein Buch über das Bierbrauen gekauft und mich seitdem in dem Buch und hier im Forum aufgeschlaut. Heute habe ich dann meine erste Starterausrüstung bestellt. Wenn mir das Bierbrauen als Hobby Spaß bereitet (was ich glaube), dann werde ich bald über einen Grainfather o.Ä. nachdenken.

Die bestellte Startausrüstung besteht aus den nachfolgenden Komponenten. Es wäre super wenn ihr einen kurzen Blick auf die Liste werfen könntet und mir bei Bedarf kurz mitteilt falls etwas wichtige fehlen sollte.

- Einkocher Lidl
- Tauchsieder 1000W (falls der Einkocher nicht wallend kochen sollte)
- 30l Gäreimer
- Läuterhexe 1000
- 3l Messbecher
- Reiniger ChemiPro Oxi
- Abfüllröhrchen
- Brauerjod
- Refraktometer
- Maischepaddel Holz
- Dosierhilfe
- Monofilament Filterbeutel
- Malzschaufel

- leere Flaschen (noch zu organisieren)

Die Läuterhexe kommt in den Einkocher, also soll in diesem eingemaischt und geläutert werden. Geläutert wird in den Gäreimer, während der Einkocher für das Maischekochen gereinigt wird. Dann geht es wieder zurück in den Einkocher für den Kochvorgang und danach wieder in den Gäreimer.
Klappt das so oder seht ihr hier Probleme?

Für das erste Bier hab ich ein Pale Ale ausgewählt und die Malzmischung von hopfen-und-mehr ausgewählt. War dies eine gute Wahl oder seht ihr hier ein Problem mit den enthaltenen Inhaltsstoffen?


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Re: Mein erster Sud

#2

Beitrag von danieldee » Dienstag 5. September 2017, 15:28

Herzlich Willkommen! Genauso war auch meine erste Ausrüstung. Wenn dich das Fieber erwischt hat wirst du schnell merken, dass das noch nicht alles was :-)
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Re: Mein erster Sud

#3

Beitrag von Sura » Dienstag 5. September 2017, 15:34

Da fehlt ein Thermometer.
Ich in ein Freund von Spindeln. Aber ein Refraktometer tuts auch, ist halt beim Restextrakt etwas Ratespiel dabei.
Ich finde Metallpaddel besser.
Malzschaufel ist Ansichtssache, hab ich noch nie vermisst.
Investiere in eine Waage die bis 10kg wiegen kann und in 1gr Schritten anzeigt. Das passt dann für Malz und Hopfen.
Eine Blumenspritze die du mit 70%Alkohol oder mit Starsan füllst zur schnellen Desinfektion.

Dein Ablauf sollte so sein, das du nach dem maischen die Maische in den Gäreimer (mit Läuterhexe) umfüllst, und dann während der Läuterrast den Einkocher saubermachst und in diesen läuterst.

Zur Malzmischung kann ich nichts sagen. Achte aber auf das Verfallsdatum der Hefe.
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Re: Mein erster Sud

#4

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 5. September 2017, 15:50

Sura hat geschrieben:
Dienstag 5. September 2017, 15:34
Dein Ablauf sollte so sein, das du nach dem maischen die Maische in den Gäreimer (mit Läuterhexe) umfüllst, und dann während der Läuterrast den Einkocher saubermachst und in diesen läuterst.
Genau so. Dieses "zwischenbunkern" ist unter Anfängern zwar sehr beliebt, kostet aber viel wertvolle Zeit am Brautag. Ist Prozesstechnisch halt Unsinn. Man spart sich die 3-4min fürs umschöpfen der Maische um dafür ne gute Stunde länger vor den Töpfen zu stehen. Man ist dann auch nicht mehr flexibel was die Nachgüsse angeht und ärgert sich später über die schlechte Ausbeute.
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Re: Mein erster Sud

#5

Beitrag von Gorlin » Dienstag 5. September 2017, 15:54

Viel Spaß mit deinem ersten Brauerlebnis :)

Thermometer würde ich unbedingt 2 Stück kaufen. Bei meinem ersten Sud ist eins kaputt gegangen und der Rest des Brauvorgangs hatte mehr etwas von Rate mal mit Rosenthal...

Die Malzmischung habe ich auch schon mal genommen - geht. Es fehlt aber ein wenig das Gefühl für das "was verarbeite ich denn da jetzt ganz genau"

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Re: Mein erster Sud

#6

Beitrag von bbkhacki » Dienstag 5. September 2017, 16:38

Hallo zusammen,

vielen Dank soweit. Vor allem an Sura und Alt-Phex für die hilfreichen Tipps mit der Arbeitsreihenfolge. Das macht natürlich Sinn, da ansonsten Totzeiten entstehen in denen man bei der vorgeschlagenen Arbeitweise gleich andere Tätigkeiten zwischenschieben kann. Hier fehlt mir als Anfänger noch der nötige Blick, aber ich glaube der ergibt sich von Mal zu Mal! :)

Ein Thermometer sowie eine Küchenwaage sind in meiner Küche schon vorhanden, weswegen dieses Material oben in der Liste nicht auftauchen. Ich hab nur vergessen das im Posting oben zu erwähnen.

Isopropanol 70% habe ich soeben noch geordert. Wurde auch im Buch als Empfehlung erwähnt und wird wie oben vorgeschlagen zur Desinfektion verwendet. Wie ich schon hier im Forum gelernt habe, ist die saubere Arbeitsweise ja der erste Schritt für ein gutes Endergebnis.

Gorlin, ich verstehe was du meinst. Ich hab mich ehrlich gesagt mit den Rezepten und den Umrechnungen auf meine Einkochergröße etwas schwer getan und habe mich somit für die erwähnte Mischung entschieden. Das nächste Material wird glaube ich eine Malzmühle und danach befasse ich mich genauer mit den Braurezepturen und der Umrechnung der Inhaltsstoffe.


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Re: Mein erster Sud

#7

Beitrag von schlupf » Dienstag 5. September 2017, 16:40

Hallo und herzlich willkommen!

Die Malzmischung Pale Ale von HuM hatte ich auch als erstes. Im Nachhinein muss ich sagen, das war nicht ganz so gut...
Als erstes handelt es sich dabei nicht um ein süffiges Pale Ale, sondern sie baut auf dem Rezept "Bullwasher IPA" vom Hanghofer auf, das schon normal 70 IBU hat. Wenn man sich aber an die mitgelieferte Anleitung hält und dann mangels Ahnung und Kühlmöglichkeit ca. 15min Nachisomerisierungszeit hat, kommt man rechnerisch auf über 90 IBU. Wenn man nicht damit rechnet ist die erste Flasche schon ein Schock...

Außerdem wird nach der mitgelieferten Anleitung völlig ohne Not und stiluntypisch mit mehreren Rasten inklusive kurzer Eiweißrast gemaischt.

So war das zumindest bei der Version von Mai 2016, kann sein dass sie das mittlerweile geändert haben.

Also als Tipp von mir: ändere die Hopfrngaben (guck mal nach dem Originalrezept, gibt's auf der anderen großen Rezeptdatenbank, nicht MMuM... Komme gerade nicht auf den Namen...) und tue dir einen Gefallen und braue es mit Kombirast.

Außerdem solltest du als Bayer vielleicht vor so einem hellen hopfigen Bier auch das Thema Wasser beachten. Das soll ja in weiten Teilen Süddeutschlands gerade für so ein Bier denkbar ungeeignet sein (zumindest ohne Aufbereitung/Enthärtung o.ä.)

Btw: Ich bin nicht der Ansicht, dass man unbedingt eine Spindel braucht. Klar ist die genauer, gerade in oder nach der Gärung mit dem Alkoholfehler vom Refraktometer, aber wichtig ist zu sehen, ob sich noch was ändert oder die Gärung durch ist und das geht einwandfrei. Und egal, welche der Rechner ich nehmen, ich sehe auch, ob der Restextrakt ungefähr im erwarteten Bereich ist.
Der exakte Wert und ob jetzt 5,2 oder 5,5 %Vol Alkohol drin sind, finde ich für den Privatgebrauch unerheblich.
Dafür ist die Probennahme und das Messen schnell und einfach ohne Gepansche und vergeudetes Bier.

Just my two cents...

Viele Grüße aus dem Norden,
Sebastian

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Re: Mein erster Sud

#8

Beitrag von Sura » Dienstag 5. September 2017, 16:45

Und bevor du dir einen Riesenkopp um die Maische machst: Die Hefe und die Gärtemperaturen sind der Clou. Da entscheidet sich ob du das was du haben willst auch bekommst.
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Re: Mein erster Sud

#9

Beitrag von schlupf » Dienstag 5. September 2017, 16:52

Ja, das stimmt. Als Hefe war die S-04 dabei und ohne Ahnung habe ich mich an den angegebenen Temperaturbereich gehalten. Also sobald der Sud auf 26 Grad abgekühlt war, rein damit. Und die Temperatur durch Fenster auf und zu im Vorratsraum auch so gehalten...
Die Hefe ist ja sowieso recht Englisch, aber mein erster Sud ist dadurch sehr hefefruchtig geworden. Dazu die hohe Bittere durch die vergurkten Hopfengaben...
Hätte ich nicht so viel Kohle in die Erstausrüstung gesteckt, hätte ich fast direkt wieder aufgehört...

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Re: Mein erster Sud

#10

Beitrag von schlupf » Dienstag 5. September 2017, 16:58

Apropos English und was man sich erhofft: Als Hopfen waren Magnum zum Bittern und East Kent Goldings für das Aroma dabei. Das Bier wird also sowieso eher Englisch und hat nicht diese "crafty" tropischen oder Zitrusnoten.

Alles vorrausgesetzt, sie haben das Rezept nicht geändert...

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Re: Mein erster Sud

#11

Beitrag von bbkhacki » Dienstag 5. September 2017, 20:32

Guten Abend!

Vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps! :)

Wenn die Malzmischung nicht zu empfehlen ist, was würdet ihr dann für den ersten Sud mit eher harten Wasser empfehlen? Passt ein Weißbier besser zu meinen Gegebenheiten (ich meine gelesen zu haben, dass hier die Wasserhärte nicht so sehr ins Gewicht fällt)?
Die Inhaltsstoffe der Malzmischung sind übrigens immer noch unverändert gegenüber der der Beschreibung von schlupf.

Uff! Ganz schön viel am Anfang, aber so ist das als Neuling doch in jedem Bereich...

P.S. Von meinem Buch "Craft-Bier einfach selber brauen" bin ich etwas enttäuscht. Hier sind beim ersten Lesen schon einige Fehler aufgefallen. Nicht unbedingt technisch Fehler im Brauablauf (diese kann ich noch nicht identifizieren), aber teilweise sind Verweise auf falsche Seiten im Buch abgedruckt und Absätze werden 1:1 nacheinander doppelt im Buch abgedruckt. Ich habe mir jetzt Mastering Homebrew gegönnt, soll ja eines der besten Bücher sein. Englisch trainieren und ein bisschen mehr über Bier und den Brauprozess lernen ist doch eine super Kombination.


Einen schönen Abend!

Grüße
Felix

edit:
http://meinsudhaus.de/bier-rezepte/ober ... ferweizen/
Mein ihr, dass dieses Rezept besser passt oder ist das eher nichts für einen Anfänger wie mich?
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Re: Mein erster Sud

#12

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 5. September 2017, 20:44

Weißbier mag eher hartes Wasser. Ohne die Werte zu kennen ist es ein Ratespiel. Daher passt es sicher besser als viele andere Bierstile.

Edit: Die WB06 im Rezept könntest Du durch eine gute Flüssighefe oder eine gestrippte Hefe ersetzen.
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Dienstag 5. September 2017, 20:46, insgesamt 1-mal geändert.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
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Re: Mein erster Sud

#13

Beitrag von BierTouristMS » Dienstag 5. September 2017, 20:45

Also ich hab einfach bei MMuM den Haken bei Anfänger gesetzt und mir was ausgesucht.
Wasser ist sicher eine Stellschraube, aber bei den ersten 2-3 Mal hat man mehr mit dem Prozess, als mit dem Wasser zu tun.
Ich bin jetzt bei Sud 5, der vor sich hingärt.....so langsam hab ichs zumindest grob im Griff.
Lebt Euer Leben, lustvoll und tollkühn!!!!

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Re: Mein erster Sud

#14

Beitrag von schollsedigger » Dienstag 5. September 2017, 20:50

Hi,

hol Dir eine zweiten Gäreimer. Die Maische ist mikrobiologisch nicht gerade unbedenklich, wenn Du darin anschließend vergären willst, musst Du den Eimer sehr gut reinigen und desinfizieren.

Maischen im Kocher ohne Hexe, umschöpfen in den Eimer mit Hexe und Läuterruhe. Währendessen EInkocher säubern. Anschließend in den Einkocher Läutern und dabei schon mal anfangen aufzuheizen. Hopfenkochen und in den 2. Gäreimer seihen.

Da Du so während des Läuterns in den Einkocher schon Aufheizen kannst, sparst Du locker eine halbe Stunde, eher mehr.

Das Läutern aus dem Einkocher bringt nur was, wenn Du direkt in eine zweite Sudpfanne / Einkocher läuterst und mit dem Aufheizen beginnst.

Grüße

Matze

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Re: Mein erster Sud

#15

Beitrag von Michael Wendt » Dienstag 5. September 2017, 22:31

Wenn du noch am Bestellen bist oder sie anderweitig über hast: Mach gleich eine Isomatte um den Einkocher. Viele nehmen die silberne von Decathlon. Als Haltegummi empfehle ich alte Boxershorts-Gummizüge - Größe 7 passt hervorragend :thumbsup

Du schreibst nur "Einkocher von Lidl". Ich würde immer wieder einen Edelstahleinkocher statt eines emaillierten nehmen. Weiß nicht, welches Modell du im Auge hast. Edelstahl ist gut zu reinigen, leichter und weniger empfindlich als Emaille.
Gutes Gelingen
Michael
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Meine Anlage: viewtopic.php?f=20&t=12052
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Re: Mein erster Sud

#16

Beitrag von schlupf » Dienstag 5. September 2017, 22:33

Keine Panik!
Im Prinzip spricht nichts gegen die Mischung. Wie gesagt ist das ein Rezept aus dem Hanghofer Buch. Die sind nicht schlecht. Sollte halt nur als Malzmischung"Englisches IPA" verkauft werden und nicht als Pale Ale und sie sollten die Anleitung etwas überarbeiten. Ich würde sie nur etwas anders machen, als es angegeben ist (wenn sie sowieso schon gekauft ist).

Erster Schritt wäre, ein englisches IPA zu besorgen und mal den Unterschied zu den amerikanischen Sorten schmecken (vielleicht ein Fuller's IPA).
Zweitens dein Wasser: Hab mal bei den Augsburger Wasserwerken recherchiert. Das Wasser hat zwar eine hohe Restalkalität, aber insgesamt ist in den anderen Werten überall genug Luft, das einzustellen.
Hier mein Vorschlag für ein englisches IPA:
Augsburg.xlsx
(12.23 KiB) 57-mal heruntergeladen
Drittens: Kombirast! 67°C, Einkocher isolieren, alle 20 min rühren und nachheizen, nach einer Stunde und Jodnormalität Läutern und Nachgüsse.

Viertens: Hopfengaben anpassen. Am besten einfach den Hopfen, der als Vorderwürzehopfung vorgesehen ist, aufheben und entweder erst reinwerfen, wenn der Sud auf 80°C abgekühlt ist, oder damit nach der Hauptgärung stopfen (falls du dich das beim ersten Sud traust...). So wird es einerseits nicht so bitter und du kriegst mehr Aroma.

Hefe nicht zu warm Anstellen, aber vermutlich war nur ich beim ersten Mal so blöd.

Wird schon!
Viele Grüße,
Sebastian

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Re: Mein erster Sud

#17

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Dienstag 5. September 2017, 23:24

Wenn Du schon beim Nachbestellen bist, dann besorge Dir zum Refaktometer gleich noch einen Hunderterpack kleine Einwegpipetten. Die paar Tropfen zum Messen kühlen darin bei der Sudhausarbeit schnell ab und zum Messen des Restextraktes am Ende der Gärung sind sie auch praktisch.
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Re: Mein erster Sud

#18

Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 6. September 2017, 02:19

schlupf hat geschrieben:
Dienstag 5. September 2017, 22:33
Viertens: Hopfengaben anpassen. Am besten einfach den Hopfen, der als Vorderwürzehopfung vorgesehen ist, aufheben und entweder erst reinwerfen, wenn der Sud auf 80°C abgekühlt ist, oder damit nach der Hauptgärung stopfen (falls du dich das beim ersten Sud traust...). So wird es einerseits nicht so bitter und du kriegst mehr Aroma.
Das ist so ziemlich der größte Unsinn den ich seit sehr langer Zeit gelesen habe, Gratulation zum Eintrag in der Hall of Fame!.

Bei der Nachisomerisierung spielt der Vorderwürze Hopfen keine große Geige mehr, da hat der 60+ Minuten gekocht. Es geht lediglich um die letzten Hopfengaben, die nur kurz kochen sollen. Wenn die länger über 80°C verweilen, isomerisieren die Alphasäuren und machen das Bier bitterer.

Stichwort ist: "Nachisomerisierung"
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Re: Mein erster Sud

#19

Beitrag von grüner Drache » Mittwoch 6. September 2017, 06:51

Alt-Phex hat geschrieben:
Mittwoch 6. September 2017, 02:19
schlupf hat geschrieben:
Dienstag 5. September 2017, 22:33
Viertens: Hopfengaben anpassen. Am besten einfach den Hopfen, der als Vorderwürzehopfung vorgesehen ist, aufheben und entweder erst reinwerfen, wenn der Sud auf 80°C abgekühlt ist, oder damit nach der Hauptgärung stopfen (falls du dich das beim ersten Sud traust...). So wird es einerseits nicht so bitter und du kriegst mehr Aroma.
Das ist so ziemlich der größte Unsinn den ich seit sehr langer Zeit gelesen habe, Gratulation zum Eintrag in der Hall of Fame!.

Bei der Nachisomerisierung spielt der Vorderwürze Hopfen keine große Geige mehr, da hat der 60+ Minuten gekocht. Es geht lediglich um die letzten Hopfengaben, die nur kurz kochen sollen. Wenn die länger über 80°C verweilen, isomerisieren die Alphasäuren und machen das Bier bitterer.

Stichwort ist: "Nachisomerisierung"
Morgen!

Naja, die 14 IBU hab ich aber schon mal weniger, wenn ich mir das Rezept bei der Müggellandbrauereiseite angucke. Klar, weil ich die VWH weglasse, nicht weil die VWH nochmal nachisomerisieren würde.
Ich glaube aber nich, das Schlupf das so gemeint hat, er baut halt für mehr Aroma ne Whirpoolhopfung ein.
Einem Anfänger vorzuschlagen:
" nimmst vorne wat weg, tust es hinten wieder rein"
kann aber nur verwirren :Wink

Allzeit gut Sud!
:Drink
Ciao, Alex!

P.S.:
Lieber Felix: Schau Dir einfach mal genau an, was man mit den einzelnen Hopfengaben bewirken kann, also wie mal mehr bittert, oder wie man mehr Aroma reinbringt.
Da kann man auch mit den Rechnern dann wunderbar mit variieren.
Finde das bullwascher IPA Rezept da eher "fundamental".
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

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Re: Mein erster Sud

#20

Beitrag von schlupf » Mittwoch 6. September 2017, 07:05

Ist mir schon klar. Aber der VWH spielt eine große Rolle bei der Bitterung.
Wie gesagt wird es sehr bitter und um dem entgegen zu wirken, macht es Sinn, den Hopfen statt in die Vorderwürze in den Whirlpool zu werfen.
Zumal ich eh kein Fan davon bin, Aromahopfen stundenlang zu kochen.

Wenn ich das Rezept bei MMuM nachrechne mit angenommenen 20min bis das ganze auf 80° abgekühlt ist komme ich auf 82 statt 70 IBU (die 0min gabe soll laut HuM 5 min gekocht werden, soweit ich mich erinnere). Davon sind 15 vom VWH. Die kann ich mir sparen und sie in den Whirlpool werfen und habe dann auch tatsächlich Aroma davon.

Was ist daran denn falsch?

Verändert zwar etwas den Charakter des Rezepts, aber als IPA kann eine Hopfennase ja nicht so falsch sein...

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Re: Mein erster Sud

#21

Beitrag von Sura » Mittwoch 6. September 2017, 07:59

DerDerDasBierBraut hat geschrieben:
Dienstag 5. September 2017, 20:44
Weißbier mag eher hartes Wasser. Ohne die Werte zu kennen ist es ein Ratespiel. Daher passt es sicher besser als viele andere Bierstile.
Ich frag mich immer, warauf das beruht? Das geben ja viele hier so wieder.... Fakt ist, das eine Mischung auf Pils und Weizen zusammen mit hartem Wasser einen fürchterlich hohen pH-Wert in der Maische produziert. Sicher sind weniger Spelzen vorhanden, es können also nicht soviel Gerbstoffe ausgewaschen werden, aber so richtig hilfreich ist das beim Geschmack trotzdem nicht. Beim kochen kommen wegen des pH´s hässliche Bitterstoffe aus dem Hopfen. Da nur wenig Hopfen drin ist, wird wohl nicht ganz so ekelig und die Hefe übertüncht das.
Richtig wäre wohl die Aussage, das bei einem Weizen hartes Wasser nicht die Möglichkeit bekommt hohen Schaden anzurichten. Aber die richtige Wahl ist hartes Wasser sicher nicht!

Davon abgesehen schützt sich Weizen wegen der geringeren Alkoholgehaltes und des geringen Hopfens auch noch wenig selbst gegen andere Mikroorganismen. Daher muss auch noch extrem sauber gearbeitet werden.... auch nicht die einfachste Aufgabe am Anfang.

Auch wenn das für den Anfänger eine weitere Hürde ist: 50:50 mit destilliertem Wasser und 2% Sauermalz in die Schüttung. Das sollte für jeden hellen Bierstil am Anfang passen und ist in der Durchführung auch nicht so irre kompliziert.
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Re: Mein erster Sud

#22

Beitrag von bbkhacki » Mittwoch 6. September 2017, 08:03

Guten Morgen,

mittlerweile bin ich ein bisschen verwirrt und kann euch nicht mehr so ganz folgen.

Das Rezept gibt vor:
● 50% East Kent Goldings zur Vorderwürze
● 100% Magnum 70 Minuten kochen
● 50% East Kent Golding 5 Minuten kochen

Wenn ich euch richtig verstanden habe, dann würde ich euren Vorschlag wie folgt zusammenfassen.
● 100% Magnunm 70 Minuten kochen
● 50% East Kent Golding 5 Minuten kochen
● 50% East Kent Goldings Zugabe Whirlpool (bei 80°C) oder zum Stopfen nach der Gärung


Was ist der Vorteil einer Kombirast bei 67°C, wie von schlupf vorgeschlagen gegenüber der Vorgabe aus dem Rezept?

Das Rezept würde die nachfolgenden Raste vorsehen:
- Hauptguss auf ca. 61°C aufheizen und dann einmaischen und 10 Minuten rasten.
- Aufheizen auf 62°C 45 Minuten rasten
- Aufheizen auf 71°C 30 Minuten rasten
- Abmaischen bei 78°C

Das Rezept ist zu finden unter https://www.hobbybrauerversand.de/media ... %20Ale.pdf.

Laut dieser Quelle (http://www.hobbybrauer-kompendium.de/h/ ... ngabe.html) sind nach 60 Minuten Kochzeit allerdings nur 25% isomerisiert. Auch die Aufteilung der Hopfengaben würde in diesem Link anders empfohlen:
- 80% des Hopfens (je 40% Aroma u. Bitter) zu Kochbeginn und 20% Aromahopfen vor Kochende oder
- 50% des Hopfens (je 25% Aroma u. Bitter) zu Kochbeginn, 30-40% Aroma zu Kochmitte und 10-20% Aroma vor Kochende.

Sollte man diese Vorschläge besser wieder vergessen oder sind diese einfach nicht allgemein gültig.

Eigentlich wollte ich für den ersten Sud ein fertiges Set verwenden um mich nicht gleich um die Rezepturveränderung sowie Wasserveränderung kümmern zu müssen. Das ist dann doch ein bisschen sehr viel auf einmal. Seid ihr wirklich alle so gestartet und habt an jeglischen möglichen Stellgliedern gleichzeitig gedreht?


Grüße
Felix
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Re: Mein erster Sud

#23

Beitrag von Sura » Mittwoch 6. September 2017, 08:07

Ganz ehrlich: Nimm dir ein Rezept, und bau das erstmal so wie es da steht. Der beste Tipp den ich hier am Anfang bekommen hatte (ich weiss leider nciht mehr von wem) war, das ich mich erstmal darum kümmern soll die Abläufe auf die Reihe zu bekommen, bevor ich mich in Kleinigkeiten verhaspel.

Viele Wege führen nach Rom und zu einem Bier. Es wird sicherlich nicht immer Bier, den Spruch verinnerliche bitte nicht, aber solange du keine groben Fehler machst, hast du viele Baustellen vor dir die du noch garnicht registriert hast und die deutlich wichtiger sind. Entdecke und meistere diese zuerst.
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Re: Mein erster Sud

#24

Beitrag von schlupf » Mittwoch 6. September 2017, 09:05

Klar ist es am wichtigsten, die Abläufe drauf zu kriegen.

Aber es schadet nicht, wenn dann auch ein gutes Bier dabei heraus kommt. Und bei einem hellen Rezept mit 70 IBU ist das mit einer Restalkalität von knapp 10°dH eher schwierig. Da lohnt es sich doch, einmal kurz mit den Möglichkeiten der Wasseraufbereitung zu befassen.
Es steht ja im Prinzip alles Wichtige hier:
http://braumagazin.de/article/von-der-w ... rauwasser/

Zum Hopfen ist kurzgefasst zu sagen, dass er außer der Alphasäure, die hauptsächlich für die Bitterung zuständig ist, noch verschiedenste Aromakomponenten enthält. Während die Alphasäure mit längeren Kochzeiten zunehmend isomerisiert werden (dann erst ist sie quasi dauerhaft im Bier "gebunden"), werden die Aromakomponenten durchs Kochen relativ schnell ausgetrieben. Werte um und unter 30% Ausnutzung der Alphasäure sind ganz normal und nachdem die Gabe 60 min gekocht hat, ändert sich da auch nicht mehr viel. Der größte Teil der Isomerisierung passiert sowieso recht schnell und flacht dann ab, daher ist die Berücksichtigung der Zeit, die der Sud noch über 80 Grad verbringt für späte Hopfengaben so wichtig (Nachisomerisierungszeit).
Zeitpunkt und Menge der Gaben ist also immer ein Abwägen und allgemeingültige Regeln gibt es eigentlich nicht. Als Extreme gibt es sowohl Biere mit nur einer Gabe als Vorderwürzehopfung, als auch die Methode, den ganzen Hopfen erst in den letzten Minuten zuzugeben und sogar welche, wo über die ganze Zeit kontinuierlich gehopft wird. Da kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Da das Rezept ein Stil aus dem angelsächsischen Raum ist, ist eine Kombirast eigentlich typisch. Wird im Original auch so gemacht, warum HuM die "deutschen" Rasten vorschlägt, weiß ich nicht... Vermutlich Glaubenssache.
Kombirast hat den Vorteil, dass weniger geheizt werden muss. Im Prinzip nur ein paar Mal kurz um die Temperatur zu halten. Das heißt erstens weniger rühren und verringert zweitens die Chance, dass es im Einkocher anbrennt. Und der Geschmack von angebrannter Maische ist wirklich nicht schön und lagert sich nicht aus.

Ich wollte dich nicht verwirren. Es ist nur so, dass ich genauso mit derselben Malzmischung angefangen habe und mir im Nachhinein gewünscht hätte, das alles vorher gewusst zu haben.

Viele Grüße,
Sebastian

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Re: Mein erster Sud

#25

Beitrag von mackus » Mittwoch 6. September 2017, 10:02

Hi, ich mag hopfige Biere a la Pale Ale etc. Bisher hab ich immer um das Augsburger Wasser einzustellen 4% Sauermalz genommen und das Wasser für den Nachguss abgekocht. So hab ich jetzt schon 5mal hopfige biere gebraut die echt gepasst haben. Man kann das Wasser sicher noch optimaler eintellen aber für mich als Anfänger hat es so gut hingehauen.

Gruß, Markus

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Re: Mein erster Sud

#26

Beitrag von bbkhacki » Mittwoch 6. September 2017, 10:45

Hallo,

jetzt habe ich mir nochmals die Aufbereitungsempfehlung oben als Excel angeschaut.

Wenn ich es richtig verstehe, dann muss ich lediglich 7g Calciumsulfat, 1g NaCl Kochsalz und 5ml 9% Salzsäure in das gesamte Wasser (Haupt- & Nachguss) kippen und dadurch werden die Wasserwerte wesentlich freundlicher für das Bier. Wie macht ihr die Aufteilung auf Haupt- und Nachgusswasser? Anteilig? Oder kann die Menge auch vollständig dem Hauptguss hinzugefügt werden, da der Nachguss später ja auch in diesem Wasser landet?

Woher bekomme ich die oben genannten Chemikalien denn?
- NaCl --> normales Kochsalz
- Calciumsulfat --> z.B. Hopfen-und-mehr oder gibt es das auch in der Apotheke?
- 9% Salzsäure --> hier habe ich auf die schnelle keine Quelle gefunden. Muss ich hier auf etwas achten? Lebenmittelqualität?


Grüße
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Re: Mein erster Sud

#27

Beitrag von Sura » Mittwoch 6. September 2017, 10:48

Lebensmittelqualität brauchst du immer. NaCL würde ich nicht unbedingt aus der Salztüte nehmen, weil da manchmal Rieselhilfen (keine Ahung wie die korrekt heissen) bei sind. Eigentlich bekommst du alles in der Apotheke, allerdings zu Apothekenpreisen. Dafür dann aber wenigstens in einer ordentlichen und dichten Dose und nicht in einem Plastiktütchen. Vergiss Handschuhe, Brille, Einwegsprizen und ne Feinwaage nicht.
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
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Re: Mein erster Sud

#28

Beitrag von schlupf » Mittwoch 6. September 2017, 10:54

9% Salzsäure in Lebensmittelqualität gibt's bei Amazon und s3 chemicals.

In der Tabelle gibt es ein Feld für die Wassermenge.
Ich übernehme keine Gewähr, hab mir die nur nach dem Artikel aus dem Braumagazin und einem Thread, wo Mal einer der Cracks die Aufbereitung händisch durchgerechnet hatte zusammengebaut.

Wo der Kollege gerade Sauermalz sagt: Mir war so, als hätte HuM in der Malzmischung schon welches verarbeitet, wenn ich mal zurück denke...

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Re: Mein erster Sud

#29

Beitrag von grüner Drache » Mittwoch 6. September 2017, 10:56

Hallo Felix!

Wenn du es Dir einfach machen willst, brau ein dunkles Bier. Hab mich Grad mal ein bissel im Netz umgeschaut und festgestellt, dass das wohl früher vor 120 Jahren in Augsburg die vorherschende Biersorte war.
Ich hab bei meinen ersten Bieren mit recht harten KaufWasser :puzz diese Malzmischung verbraut:

https://gastro-brennecke.de/de/brauerei ... -bier.html

Das ist immer gut geworden, und man hat auch am Anfang wirklich mit den Abläufen genug zu tun, hinterher hab ich auch dann kapiert, dass hier ganz brauchbares Wasser ausm Hahn kommt :Wink
Allzeit gut Sud!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

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Re: Mein erster Sud

#30

Beitrag von bbkhacki » Mittwoch 6. September 2017, 17:57

Hallo,

verteilt man die Menge der berechneten Chemikalien auf das gesamte Wasser, also den Haupt- und den Nachguss oder wie läuft ab?
Sauermalz ist in der Mischung auch enthalten. Leider finde ich keine Angabe zur Menge, aber diese hat ja auch einen Einfluss auf die Restalkalität, oder?

Leider ist die Malzmischung bereits seit zwei Tagen bestellt. Ansonsten würde ich vielleicht wirklich auf ein anderes Rezept oder das vorgeschlagene dunkle Bier wechseln. Dafür ist es leider zu spät...

Bei der Wassermenge in der Exceltabelle handelt es sich um Hauptguss + Nachguss?


Grüße
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Re: Mein erster Sud

#31

Beitrag von Sura » Mittwoch 6. September 2017, 18:33

Ich behandle mein Nachgusswasser wie das Hauptgusswasser.
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Re: Mein erster Sud

#32

Beitrag von schlupf » Mittwoch 6. September 2017, 19:45

In der Tabelle ist das eben die Menge Wasser, die behandelt wird bzw. auf die sich die Zugaben verteilen. Ob das Haupt- oder Nachguss ist, ist egal.

Ich würde Mal, wie im Rezept auf 3% Sauermalz tippen. Also vielleicht die Salzsäure weglassen?...

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Re: Mein erster Sud

#33

Beitrag von bbkhacki » Donnerstag 7. September 2017, 12:57

Hallo zusammen,

es gibt einige Neuigkeit. Meine Bestellung war noch nicht auf dem Weg zu mir, ich konnte diese also noch stornieren und muss somit nicht mit dem für mich "suboptimalen" Starterkit arbeiten.

Ich habe nun ein Weizen für meinen ersten Sud ausgewählt. Bestellt habe ich Wiener und Weizen Malz geschrotet und ich werde die Zusammenstellung selbst nach Rezept vornehmen. Vorerst habe ich gegen eine Mühle entschieden, aber diese kommt sobald ich ein bisschen Übung im Ablauf gewonnen habe. Als Hopfen habe ich den Tradition gewählt. Ich hoffe, dass dies ein trinkbares erstes Bier ergibt!

Ich werde nach folgendem Rezept vorgehen: https://gastro-brennecke.de/kataloge/rezept-weizen.pdf

Den Typ mit dem zweiten Gäreimer habe ich mir zu Herzen genommen und hier nochmals investiert.

Die Salzsäure habe ich bei der Bestellung mit Milchsäure 80% ersetzt, aber auch hiermit konnte ich im Excelsheet von oben passende Wasserwerte errechnen. Braugips ist ebenfalls bestellt und die Einmalpipetten sind auch schon auf dem Weg zu mir. Die andere notwendige Ausrüstung im Umgang mit Chemikalien ist schon vorhanden. :)

Jetzt muss ich noch auf das Eintreffen der Bestellungen warten. Bisher ist leider nur der Tauchsieder bei mir angekommen. Sobald alles hier bei mir angekommen ist, werde ich baldmöglichst loslegen.


Grüße
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Re: Mein erster Sud

#34

Beitrag von schlupf » Donnerstag 7. September 2017, 13:05

Klingt doch gut.

Milchsäure ist ja auch, was die meisten bevorzugen.

Beim tiefen Einmaischen musst du nur daran denken, wirklich gut zu rühren, weil die noch unverzuckerte Stärke je nach Einkocher schnell zum Anbrennen neigt.

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Re: Mein erster Sud

#35

Beitrag von bbkhacki » Donnerstag 7. September 2017, 13:09

Vielen Dank nochmal speziell an Dich für deine Hilfe mit der Wassereinstellung. Eine super Tabelle, die sich ja auch mit den Ergebnissen diverser anderer Tools deckt! :)

Aus diesem Grund hab es noch ein kleines Upgrade. Statt dem günstigen Holzkochlöffel aus der obigen Bestellung ist dieses mal ein Edelstahl-Paddle mit auf die Bestellliste gewandert. Hiermit sollte das Rühren wohl doch einfacher fallen!


Grüße
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Re: Mein erster Sud

#36

Beitrag von Ladeberger » Donnerstag 7. September 2017, 13:29

Und für welche Hefe hast du dich nun entschieden?

Gruß
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Re: Mein erster Sud

#37

Beitrag von bbkhacki » Donnerstag 7. September 2017, 13:35

Habe mich ein bisschen zu den Hefen informiert. Das keine der Trockenhefe für Weizen jetzt überragend gut ist, ist mir bekannt. Für den ersten Sud habe ich die SAFBREW WB-06 gewählt. Schlechte Wahl?

Dass eine gestrippte Hefe hier wesentlich besser ist, habe ich mehrmals gelesen. Aber jetzt wird es mir dann irgendwie alles zuviel für den ersten Sud, oder sollte ich gleich mit einer gestrippten Hefe starten?

Grüße
Felix
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Re: Mein erster Sud

#38

Beitrag von Ladeberger » Donnerstag 7. September 2017, 13:43

Soll wohl Leute geben, die mit der WB-06 gutes Weißbier brauen. Ich weiß aber nicht wie die das machen, denn mehrheitlich liest man negative Rezensionen zu der Hefe. Habe selbst auch keine guten Erfahrungen gemacht.

Gelingsicherer sind Lallemand Munich Classic (nicht: Munich Wheat!), Gozdawa BW11 und Mauribrew Weiss.

Gruß
Andy

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Re: Mein erster Sud

#39

Beitrag von schlupf » Donnerstag 7. September 2017, 13:43

Die Munich classic hat einen relativ guten Ruf. Habe ich schon getestet und ist ganz gut angekommen.

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Re: Mein erster Sud

#40

Beitrag von schlupf » Donnerstag 7. September 2017, 13:44

Am schlimmsten muss wohl die Munich wheat sein, was man so hört...

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Re: Mein erster Sud

#41

Beitrag von bbkhacki » Donnerstag 7. September 2017, 14:41

Naja, ich werde jetzt mal die WB-06 verwenden. Trinkbar wird es ja wohl doch der Hefe werden hoffe ich. Das nächste Mal werde ich dann auf eure Hefetipps hoffen und zurückgreifen.


Grüße
Felix
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Re: Mein erster Sud

#42

Beitrag von Chrissi_Chris » Donnerstag 7. September 2017, 14:45

Ich hatte meine besten Ergebnisse mit der Gozdawa Bavarian Wheat 11 und nutze die seitdem nur noch für meine Weizen.

LG Chris

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Re: Mein erster Sud

#43

Beitrag von bbkhacki » Donnerstag 7. September 2017, 14:50

Ich würde die Hefe ja noch kaufen, aber mit Versand ist das halt immer problematisch bei so kleinen Bestellungen...
Oder habt ihr einen Shop-Tipp? So ein Hefepäckchen müsste ja fast per Brief versendbar sein...

Grüße
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Re: Mein erster Sud

#44

Beitrag von HubertBräu » Donnerstag 7. September 2017, 15:21

Als Weizenhefe würde ich Dir die Wyeast #3068 - Weihenstephan Wheat oder Wyeast #3638 - Bavarian Wheat empfehlen.

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Re: Mein erster Sud

#45

Beitrag von Eowyn » Donnerstag 7. September 2017, 16:07

Gorlin hat geschrieben:
Dienstag 5. September 2017, 15:54
Viel Spaß mit deinem ersten Brauerlebnis :)

Thermometer würde ich unbedingt 2 Stück kaufen. Bei meinem ersten Sud ist eins kaputt gegangen und der Rest des Brauvorgangs hatte mehr etwas von Rate mal mit Rosenthal...

Die Malzmischung habe ich auch schon mal genommen - geht. Es fehlt aber ein wenig das Gefühl für das "was verarbeite ich denn da jetzt ganz genau"
Das unterschreibe ich. ich hatte zwei Thermometer und hab die sogar calibriert mit Eiswasser... auch erster Brautag - alles völlig neu und dann auch noch in fahrenheit.
hab dann nach dem Brauen festgestellt, dass meine beiden Thermometer nicht das gemacht haben, was sie sollten, da meine Kochtemperatur laut analogthermometer umgerechnete 103°C gewesen wäre... haha wahlweise bin ich zu doof, zu calibrieren...

hab jetzt 2 digital mit fahrenheit und Celsius und ein analog Thermometer - für alle Fälle.
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Re: Mein erster Sud

#46

Beitrag von bbkhacki » Donnerstag 7. September 2017, 16:49

Noch eine Frage zur Wasseraufbereitung. Für das ausgewählte Weizenbier wäre nachfolgendes "Wasserprofil" geeignet oder gibt es hier Verbesserungsvorschläge?
Wassereinstellung_Weizen.PNG
Ein zweiter Thermometer sollte kein Problem darstellen und wird noch gekauft. Gibt es ja bei der Metro oder in jedem größeren Warenhaus...

Danke & Grüße :Drink
Felix
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Re: Mein erster Sud

#47

Beitrag von schlupf » Donnerstag 7. September 2017, 20:02

Aus dem Bauch heraus hätte ich gesagt, dass es einfach ein wenig Kalziumchlorid vielleicht auch tun würde.

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Re: Mein erster Sud

#48

Beitrag von bbkhacki » Freitag 8. September 2017, 09:19

Sehe ich das richtig, dass ich mit verschiedenen Kombinationen am Ende auf nahezu die selben Wasserwerte erhalten kann. Mehrere Wege zum selben Ergebnis möglich?

Bringt mein vorgeschlagener Weg irgendwelche Nachteile?


Grüße
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Re: Mein erster Sud

#49

Beitrag von schlupf » Freitag 8. September 2017, 10:07

Im Prinzip ist das so.

Gerade bei der Restalkalität. Die senkt sich sowohl durch Erhöhung der aziditätsfördernden Ca- oder Mg-Härte als auch durch Senkung der Alkalität durch Abbau von Hydrogenkarbonat (z.B. mit Säure).

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Re: Mein erster Sud

#50

Beitrag von bbkhacki » Freitag 8. September 2017, 10:35

Gut Danke, dann habe ich das richtig verstanden. :)

Das Sulfat- zu Chlorid-Ionenverhältnis sollte um die 1 liegen (0,8 - 1,2 sollen okay sein habe ich mal irgendwo gelesen). Habe ich das so richtig aufgeschnappt? :)


Grüße
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